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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Linsen, gekeimt, roh (Erve, bio?)

Gekeimte Linsen (Erve) haben einen leicht süsslichen und nussigen Geschmack. Sie finden roh und gekocht Verwendung. Achten Sie auf Bio-Qualität.
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Gekeimte Linsen (Lens culinaris) kann man roh im Salat oder gekocht verspeisen. Die Keimlinge enthalten deutlich mehr Vitamine und Mineralstoffe als getrocknete Linsen. Keimlinge sind von Sprossen zu unterscheiden. Siehe im Text.

Verwendung in der Küche:

In roher Form sind Linsen unbekömmlich, da sie giftige Inhaltsstoffe (z.B. Lektine) enthalten, die sich durch Kochprozesse unschädlich machen lassen. Langes Einweichen oder besser ein Keimvorgang - oder das Kochen (garen) reduziert schädliche Stoffe in genügendem Mass. Linsenkeimlinge roh essen ist also möglich.

Gekeimte Linsen schmecken hervorragend süsslich-nussig und eignen sich gut als Salat-Basis oder zum Garnieren. Püriert und mit Kräutern verfeinert zaubert man damit einen veganen Aufstrich auf den Tisch. Da Linsen gekeimt eher nach Gemüse schmecken, entfalten sie auch gedünstet oder blanchiert ein leckeres Aroma. Allerdings verlieren sie durch die Hitze an wertvollen Inhaltsstoffen und sind somit weniger gesund. Gibt man sie kurz vor dem Servieren in die Gerichte, schmecken gekeimte Linsen im Gemüsecurry, Eintopf, Risotto oder in der Suppe - und bleiben als gekeimte Linsen gesund.

Veganes Rezept für Linsensalat mit gekeimten Linsen:

Für den erfrischenden Salat braucht man 250 g gekeimte Linsen roh (bio?), 2 gehackte Schalotten, 100 g getrocknete Tomaten in schmalen Streifen, ca. 125 g geschnittenen Stangensellerie, 1 fein gehackte Knoblauchzehe, wenig Oliven- oder Rapsöl und (je nach Geschmack) 2 EL oder mehr Apfelessig. Hülsenfrüchte und Gemüse in eine Schüssel geben, Öl und Essig mischen und unterrühren. Mit wenig Salz, Pfeffer und gehackter Petersilie abschmecken.

Rapsöl ist gesünder als Olivenöl. Für eine gesunde Ernährung ist ein sparsamer Gebrauch oder sogar der Verzicht auf Öl zu empfehlen.

Einkauf - wo gekeimte Linsen kaufen?

Gekeimte Linsen kaufen Sie am besten in gut sortieren Bioläden. Gelegentlich liegen sie auch bei den gängigen Supermarktketten wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer etc. im Kühlregal. Im Internet erhält man sie häufig per Priority-Versand. Bevorzugen Sie Bio-Qualität, wenn möglich aus inländischer oder gar lokaler Produktion.

Auch bei gekauften Produkten ist auf Schimmelbefall zu achten. Allerdings verwechselt man häufig die pelzig-flaumigen Faserwurzeln mit Schimmel. Eine Geruchsprobe hilft Ihnen, Schimmel von den feinen Wurzeln zu unterscheiden: Schimmel riecht modrig, Faserwurzeln riechen eher frisch bis kräftig scharf.

Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen Samen (1), Keimlingen und Sprossen: Keimlinge (2) sind nur einen bis wenige Millimeter lang und man isst Samen und Wurzeln mit. Sprossen (3) hingegen erreichen einige Zentimeter und als Sprossengrün (4) bilden sie Keimblätter aus. In diesem Fall schneidet man das Samenkorn weg.

Linsen keimen lassen:

Möchten Sie Linsen selbst keimen lassen, kaufen Sie ausschliesslich ungeschälte, rohe Linsen. Können rote Linsen keimen? Rote und gelbe Linsen aus dem Supermarkt sind fast immer geschält und keimen daher nicht mehr. Es gibt auch ungeschälte gelbe und rote Linsen; die Samenschale der roten Linsen ist jedoch generell dunkler gefärbt (je nach Ursprungsland) und daher bezeichnet man sie auch gerne als Braune oder Schwarze Linsen.14,15 Biologisches Saatgut enthält im Normalfall keine Keimhemmer. Sie können vor dem Prozess eine Keimprobe anlegen, indem Sie nur einen Esslöffel Linsen auf ein befeuchtetes Küchenpapier legen (sollte feucht bleiben).

Sie benötigen ein Anzuchtgerät, wie z.B. ein Keimglas, eine Schale oder einen Sprossenturm. Zu Beginn reicht auch ein sauberes Schraubglas mit gelöchertem Deckel zum Keimen.

Beim Keimvorgang sollten Sie die Sauberkeit immer im Auge behalten! Da die Keimlinge sehr anfällig sind für Schimmel, kocht man das Glas gut aus. Zudem muss auch das Saatgut sauber sein. Über einem Sieb spült man die Linsen ausgiebig mit Wasser ab. Damit die Samen mit dem Keimprozess besser starten können, weicht man Linsen für 1-2 Stunden im Wasser ein. Bei ungeschälten roten Linsen ist dies nicht unbedingt nötig. Nach dem Einweichen spült man die Linsen zum ersten Mal gut ab. Dafür sollte man das Einweichwasser weggiessen, frisches Wasser einfüllen und anschliessend wieder gut abgiessen. Auch während der Keimphase ist regelmässiges Spülen notwendig. Zweimal täglich mit frischem Wasser abspülen genügt - ausser im Sommer: Dann empfehlen sich 3 Spülungen pro Tag.10

Linsen sind (wie die meisten grossen Samen) dunkelkeimer. Entgegen anderslautenden Tipps auf verschiedenen Webseiten empfehlen wir keinen hellen Ort. Es darf keine Staunässe entstehen, weshalb man die Gläser mit der Öffnung nach unten schräg aufstellt. Die Linsenkeimlinge bilden sich nach ca. 1-2 Tagen. Lässt man sie länger im Glas, maximal 3 bis 4 Tage, entwickeln sich Sprossen, die man roh essen kann. Grössere Linsen wie Tellerlinsen (6-7 mm) oder Riesenlinsen benötigen eine längere Keimdauer (siehe den Artikel Phytinsäure bzw. Phytat und das Einweichen oder Keimen). Vor dem Verzehr spült man die Keimlinge / Sprossen ein letztes Mal gut ab.

Lagerung:

Gekeimte Linsen sollte man im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 3 Tagen essen. Lagert man sie länger, wachsen sie im besten Fall auch im Kühlschrank weiter, aber verlieren wertvolle Vitamine und Spurenelemente - oder vergammeln. Selbstgekeimte Linsen kann man sofort roh essen oder in ein verschliessbares Glas oder Schüsselchen geben, kühl stellen und innerhalb von zwei Tagen konsumieren.

Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien:

Bei gekeimten Linsen sind die Nährstoffe besser aufgeschlossen. Sie enthalten mehr Eiweiss (Proteine), Ballaststoffe und Vitamine als getrocknete Linsen.5 Gekeimte Linsen essen bedeutet aber nicht mehr Mineralien wie Eisen, Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphor und Zink zu sich zu nehmen als bei ungekeimten Linsen. Gekeimte Linsen sind übrigens schwerer als getrocknete Linsen, weil sie vor dem Keimen quellen. Dies macht einen Eins-zu-eins-Vergleich der Nährstoffe nicht leicht.

Aber gekeimte Linsen enthalten deutlich mehr Gehalt an Vitamin E und an B-Vitaminen (einschliesslich Thiamin, Niacin und Folsäure).5 Linsenkeime enthalten roh gegessen beachtliche Mengen an Vitamin C (16,5 mg).4 Das entspricht in etwa dem Gehalt von Ananas, orangen Tomaten oder von Kaki. Deutlich mehr Vitamin C befindet sich in der Echten Guave (228,3 mg) und in gelber Gemüsepaprika (183,5 mg).13

Durch den Keimvorgang wandeln sich schwer verdauliche, komplexe Kohlenhydrate (Dreifachzucker bzw. Trisaccharide) bis zu 80 % in leicht verdauliche Disaccharide um.3

Bei gekeimten Hülsenfrüchten steigt der Gehalt an der essenziellen Aminosäure Methionin und an Cystein, einer bedingt essenziellen Aminosäure.

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Linsen sind gute Eisenlieferanten (8 mg/100g) und gelten daher als wirksam gegen Blutarmut. Aufgrund des hohen Ballaststoffanteils helfen sie bei Verstopfungen und senken den Cholesterinspiegel. Sie lassen den Blutzucker nur langsam ansteigen und sind daher auch für Diabetiker empfehlenswert. Der hohe Folsäuregehalt kommt insbesondere Frauen mit Kinderwunsch und Schwangeren zugute.6

Der darin enthaltenen Phytinsäure schreibt man eine antioxidative und antikanzerogene (oder: antikarzinogene) Wirkung zu. Ein verringertes Darmkrebsrisiko ist der Chelatbildung mit Eisen zu verdanken. Phytinsäure wirkt positiv bei Prostata-, Brust und Bauchspeicheldrüsenkrebs und soll auch den Blutzucker senken.1,2

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Kann man Linsen roh essen? Rohe Linsen weisen, ähnlich wie andere Hülsenfrüchte, einen hohen Phytinsäuregehalt auf. Dieser befindet sich im Inneren des Endosperms. Für den Keimling ist die Phytinsäure sehr wichtig, für uns Menschen jedoch weniger. Linsen roh essen sollte man also nicht, doch gekeimte Linsen roh essen ist üblich. Gekeimte Linsen kochen ist fast schade, denn einige Inhaltsstoffe gehen verloren.

Phytinsäure bindet Mineralstoffe und Spurenelemente, wie z.B. Calcium, Zink, Eisen, Magnesium und Mangan. Man nennt das nicht oder schlecht verdauliche Komplexe mit Nahrungsbestandteilen. Phytinsäure hemmt auch bestimmte Verdauungsenzyme, hat aber auch positive Wirkungen. Weitere Informationen finden Sie im Artikel: Phytinsäure bzw. Phytat und das Einweichen oder Keimen.

Verzehrt man rohe Linsen ungekeimt, treten Kopfschmerzen, Erbrechen, Durchfall oder Magen- und Darmbeschwerden auf. Der Keimvorgang aber baut verschiedene Substanzen ab, die in rohen Linsen ungesund oder giftig sind. Unter anderem baut er die in den rohen Samen enthaltenen Gerbstoffe (Tannine) ab.12 Tannine sind antinutritive Substanzen, die andere Nährstoffe ganz oder teilweise unbrauchbar machen können. Zudem verringert sich beim Keimen der Linsen auch der Gehalt an Hämagglutininen. Diese Linsen-Lektine können bei exzessivem Konsum von ungekeimten Linsen die roten Blutkörperchen verklumpen und gelten daher als toxisch (giftig). Der Prozess des Keimens soll die Hämagglutinine um 75-100 % reduzieren, wobei es auch Studien gibt, die weniger ausweisen.11 Bereits das Einweichen führt übrigens zu einem reduzierten Tannin- und Lektingehalt.

Schimmelbefall bei Keimlingen tritt relativ häufig auf. Man sollte immer beachten, dass das Spülwasser richtig abtropfen kann und kein Wasserstau entsteht. Bei Auftreten von Schimmel bitte alles entfernen, danach gut reinigen.

Vorkommen - Herkunft:

Die Linse, wie man sie heute verzehrt, stammt wahrscheinlich von der Wildlinse Lens orientalis aus Kleinasien ab. Linsen hat man seit der Jungsteinzeit angepflanzt und kultiviert. Sie zählen zu einer der ältesten Trockengemüsearten.7 Im Neolithikum (ca. 7000 v. Chr.) war die Linse eine Hauptnutzpflanze im fruchtbaren Halbmond (Bulgarien, Griechenland). Auch im Alten Ägypten und in Palästina waren Linsen ein Grundnahrungsmittel.

Heutige Hauptanbaugebiete sind Spanien, Russland, Chile, Argentinien, die USA, Kanada und Vorderasien. Allein in Indien sind über 50 Linsensorten verbreitet.

Anbau - Ernte:

Linsen sind Leguminosen, die mithilfe von Knöllchenbakterien im Boden Stickstoff aus der Luft binden, was sich sehr positiv auf den Boden auswirkt. Standen zuvor andere Leguminosen auf dem Feld, ist keine Impfung mit Knöllchenbakterien notwendig. Zudem sind Linsen sehr anspruchslos und der Anbau gelingt auch auf mergeligen, sandigen, kalkhaltigen, lockeren Lehmböden, die auch ziemlich flachgründig sein können. Sie gelten als konkurrenzschwach, weshalb für einen erfolgreichen Linsen-Anbau die Unkrautregulierung bei einer Reinkultur entscheidend ist. Je nach Klima und Boden gibt es auch Mischkulturen mit Hafer oder Gerste. Hier ist es wichtig, die Linsen nicht zu beschatten. Der Linsenanbau in Europa ist noch ein Nischenprodukt und eher im ökologischen Landbau verbreitet.8

Man erntet Linsen mit einem Mähdrescher, wobei der Erntezeitpunkt schwierig zu bestimmen ist, da Linsen sehr unregelmässig abreifen (von unten nach oben). Daher ist eine Trocknung der geernteten Linsen fast immer notwendig.

Allgemeine Informationen:

Die Linse (Lens culinaris), auch Linsenerve, Erve oder Küchen-Linse genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Linsen (Lens), aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae), innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae).9

Zum Keimen eignen sich die Samen aller Pflanzen, deren Blätter, Stängel und Früchte essbar sind. Nachtschattengewächse (Kartoffeln und Tomaten) sind wegen des giftigen Inhaltsstoffes Solanin nicht geeignet. Gekeimte Gartenbohnen kann man wegen des enthaltenen Phasins erst nach einer 15-minütigen Erhitzungsphase geniessen.4

Literatur - Quellen über Linsen:

CLICK FOR: 15 Quellenangaben

  1. Verghese M., Rao D., Chawan C., Walker L., Shackelford L., Anticarcinogenic effect of phytic acid (IP6): Apoptosis as a possible mechanism of action. LWT Food Science and Technology 2006;39,1093–1098
  2. Somasundar P., Riggs D., Jackson B., Cunningham C., Vona-Davis L., McFadden D. Inositol hexaphosphate (IP6): a novel treatment for pancreatic cancer. Journal of Surgical Research. 2005;126,199–203
  3. lebensmittellexikon.de Sprossen, Keimlinge, Sprossengemüse.
  4. Krebs A. Die Kraft der Keimlinge. Oliv. 2010;3.
  5. Davila MA, Sangronis E, Granito M. Germinated or fermented legumes: food or ingredients of functional food.
  6. Roger J. Heilkräfte der Natur. Ein Praxishandbuch. Zürich: Advent Verlag. 2006.
  7. Delaveau P, Lorrain M, Mortier F, Rivolier C, Rivolier J, Schweitzer A. Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Zürich: Das Beste. 1978.
  8. Anbau von Biolinsen. Erfahrungen in der Schweiz. Aus bioaktuell.ch
  9. Wikipedia Linse (Botanik).
  10. rohkost24.net keimen.
  11. hcfricke.com /2017/04/26 /keimen-oder-kochen-ein-nachschlag/ zitiert aus Davis B. et al. Becoming Raw – The essential Guide to raw vegan diets. Summertown, Tennessee: Book Publishing Company. 2010
  12. Nkhata S.G. et al. Fermentation and germination improve nutritional value of cereals and legumes through activation of endogenous enzymes. Wiley Online Library. 2018.
  13. USDA. United States Department of Agriculture.
  14. Yadav S., McNeil D. et al. Lentil: An Ancient Crop for Modern Times. Berlin: Springer Science & Business Media. 2007: 96-97; 384.
  15. Samaranayaka A., Lentil. In: Nadathur S.R., Wanasundara J. et al. Sustainable Protein Sources, Elsevier. 2016.
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