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Pampelmuse, roh, bio? (Pomelo)

Entdecken Sie vielseitige Verwendungsmöglichkeiten von Pampelmusen in der Küche, die allfällige Saison, Preise und gesundheitliche Vorteile. Erfahren Sie mehr über wichtige Nährstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Anbau und Ökobilanz.

89%Wasser 92Makronährstoff Kohlenhydrate 92.32%/07Makronährstoff Proteine 7.29%/00Makronährstoff Fette 0.38% 

Die drei Verhältniszahlen zeigen den prozentualen Gewichtsanteil der Makronährstoffe (Kohlenhydrate / Proteine / Fette) der Trockensubstanz (exkl. Wasser).  In der Sprache Englisch sind Ballaststoffe als Bestandteil des Kohlenhydrat-Anteils gerechnet. Die Umrechnung von Gewicht in kcal erfolgt nach dem von der USDA verwendeten "Atwater system". 

Davor ersehen Sie den Wasseranteil, gerundet auf ganze %.

Ω-6 (LA, <0.1g)Omega-6-Fettsäuren wie Linolsäure (LA) : Ω-3 (ALA, <0.1g)Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure (ALA) = 0:0

Verhältnis Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren soll insgesamt 5:1 nicht überschreiten. Link zu Erklärungstext.

Werte sind zu klein, um relevant zu sein.

Die Pampelmuse (Citrus maxima bzw. C. grandis) ist die Ursprungsfrucht vieler Zitrusarten. Ihr saftiges Fruchtfleisch verzehrt man roh, verarbeitet es in Obstsalaten oder gewinnt daraus Saft.

Verwendung in der Küche

Eine Pampelmuse ist rund bis leicht birnenförmig mit einer dicken, gelbgrünen bis blassgelben Schale, die oft matt und etwas uneben erscheint. Die segmentierten Fruchtkammern wirken etwas gröber und weniger gleichmässig als z.B. bei Orangen, weil sie dickere Trennhäute hat.

Die abgezogenen Segmente lassen sich gut in Salaten und Desserts verwenden oder zu Marmelade verarbeiten. In Salaten harmoniert sie neben Avocado, Fenchel oder Rucola besonders gut mit Äpfeln und Birnen. Neben Obstsalaten sind auch Sorbets oder Granita (sizilianisches Eis-Dessert) als süsse Nachspeisen beliebt. Die Schale enthält Pektin, das in der Herstellung von Gelee und Süssigkeiten Verwendung findet.10

Da die Haut der Pampelmuse zwischen den Segmenten sehr fest und vor allem bitter ist, entfernt man diese vor dem Verzehr und geniesst sie filetiert. Der Saft ist ein erfrischendes Getränk und eine beliebte Geschmacksbeigabe in Lebensmitteln wie Saucen, Dressings und Getränken.

Der Geschmack des reinen Fruchtfleischs der Pampelmuse reicht von mild süss bis leicht sauer oder leicht bitter.10 Beim Verzehr als Zwischenmahlzeit kann die Zugabe eines Süssungsmittels wie Ahornsirup oder Honig den bitteren Geschmack überdecken.

Veganes Rezept für Avocado-Pampelmuse-Salat

Zutaten: 1 frische Hass-Avocado, 120 g Pampelmuse, 120 g Grapefruit, 2 Stängel Minze, 1 frisch gepresste Limette, 1 Prise Meersalz (Fleur de sel).

Zubereitung: Die Avocado halbieren, den Kern entfernen und das Fruchtfleisch vorsichtig aus der Schale lösen. Das Fruchtfleisch in Streifen schneiden und mit Limettensaft beträufeln, um eine Braunfärbung zu verhindern. Die Grapefruit und Pampelmuse filetieren. Die Minze waschen, trocknen und fein hacken. Anschliessend die Avocado, Grapefruit und Pampelmuse auf zwei Tellern anrichten und mit einer Prise Meersalz bestreuen.

Vegane Rezepte mit Pampelmuse finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".

Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen:
Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler
.

Einkauf - Lagerung

In den D-A-CH-Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz) finden Sie Pampelmusen nur selten in Supermarktketten wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Billa und Hofer. Händler bezeichnen sie häufig fälschlicherweise als Grapefruit. Eine bessere Chance, Pampelmusen zu kaufen, haben Sie in Spezialläden oder im Onlineshop für exotische Früchte.

Pampelmusensaft in Bio-Qualität erhalten Sie in Reformhäusern oder Bioläden (Alnatura und Denn's Biomarkt) sowie im Internet. Getrocknete Pampelmusen, beispielsweise als Früchtetee, sind ebenfalls verfügbar.

Wann ist die Pampelmuse reif? Die Früchte benötigen 7 bis 10 Monate nach der Blüte, um zu reifen. Die Erntezeit variiert je nach Region, doch die Saison der Pampelmuse reicht von November bis Februar.12

Die Verfügbarkeit von Pampelmuse ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.

Tipps zur Lagerung

Pampelmusen sind bei Temperaturen von 6–10 °C etwa 2–4 Wochen haltbar. Bei 12-15 °C und hoher Luftfeuchtigkeit sind sie bis zu 12 Wochen lagerfähig. Bei Raumtemperatur bleiben sie 5-14 Tage frisch.12

In Thailand lagern die Arbeiter die geernteten Früchte in trockenen, gut belüfteten Schuppen im Schatten von Bäumen. Die dicke Schale sorgt dafür, dass die Früchte lange haltbar sind und sich problemlos transportieren lassen. Eingewickelt in Papier und in belüfteten Kisten verpackt, bleiben sie 6–8 Monate frisch.10

Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien

Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.

Die Pampelmuse ist mit nur 38 kcal/100g eine äusserst kalorienarme Frucht. Sie besteht zu 89 % aus Wasser, wobei der Grossteil der Energie aus Kohlenhydraten (9,6 %) stammt. Ballaststoffe machen 1 % aus, während Fett (0,04 %) und Eiweiss (0,7 %) kaum vorhanden sind.1

Die Pampelmuse liefert 61 mg/100g Vitamin C, was etwa 76 % des täglichen Bedarfs entspricht. Weitere Zutaten mit vergleichbarem Gehalt sind Amerikanische Kaki (66 mg), Kohlrabi (62 mg), Papaya (61 mg), Zuckererbsen (60 mg) und Erdbeeren (59 mg). Besonders hohe Mengen an Vitamin C finden sich jedoch in Sanddornbeeren (450 mg), Guave (228 mg) und Gemüsepaprika (184 mg).1

Zusätzlich enthält die Frucht 216 mg/100g Kalium und deckt 11 % des empfohlenen Tagesbedarfs. Zum Vergleich: Süsskirschen (222 mg), Maiskolben (215 mg) und Okara (213 mg) enthalten ähnliche Mengen an Kalium. Besonders hohe Kaliumgehalte finden sich jedoch in getrockneten Tomaten (3427 mg) und Sojagranulat (1995 mg).1

Auch Kupfer ist in der Pampelmuse enthalten, mit 0,05 mg/100g, ebenso wie Vitamin B6 mit 0,04 mg. Ferner weist die Frucht geringe Mengen an weiteren wichtigen Nährstoffen auf, darunter Thiamin (Vitamin B1) und Riboflavin (Vitamin B2), jeweils mit 0,03 mg/100g.1

Zudem enthält die Pampelmuse auch Magnesium (6 mg) und Phosphor (17 mg), die zusammen zur Vielfalt ihres Nährstoffprofils beitragen.1

Die gesamten Inhaltsstoffe von Pampelmuse, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.

Wirkungen auf die Gesundheit

Pampelmusenfruchtfleisch und -schalen weisen hohe Gehalte an Vitamin C und Spurenelementen auf, die neben den sekundären Pflanzenstoffen appetitanregend, magenstärkend und herzstimulierend wirken.8,13

Sekundäre Pflanzenstoffe

Viele gesundheitliche Wirkungen der Pampelmuse kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.

Fruchtfleisch und Schale der Pampelmuse enthalten u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:8,11,13

  • Isoprenoide: Terpene: Monoterpene (Alpha- und Beta-Pinen, Beta-Myrcen, Camphen, p-Cymen, Limonen, Citral, Eucalyptol, cis-Beta-Ocimen); Sesquiterpene (Alpha-Cubeben, Beta-Elemen, Humulen, Muurolen, Germacren D, Selinen, Valencen, Cadinen, Caryophyllen, Alpha-Ylangen, Beta-Bourbonen, Alpha-Gurjunen, Farnesen); Triterpene: Limonoide (Deoxylimonin, Obacunon, Limonin, Nomilin), Steroide (Beta-Sitosterol, Campesterol, Daucosterol, Stigmasterol); Tetraterpene: Carotinoide: Carotine (Alpha-Carotin, Beta-Carotin, Phytoen, Lycopin), Xanthophylle (Zeaxanthin, Lutein)
  • Alkaloide: Phenylpropanoid-Alkaloid (p-Synephrin)
  • Polyphenole: Phenolsäuren: Hydroxybenzoesäuren (Vanillinsäure), Hydroxyzimtsäuren (Ferulasäure, Kaffeesäure, 4-Hydroxyzimtsäure); Flavonoide: Flavanone (Hesperidin, Narirutin, Neoeriocitrin, Neohesperidin, Naringin, Naringenin), Flavone (Apigenin, Diosmin, Neodiosmin, Sinensetin, Luteolin), Flavonole (Quercetin, Rutin); Phenole (Hydroquinon)
  • Weitere stickstoffhaltige Verbindungen: Diphenylamin
  • Weitere organische Verbindungen: Cumarine (Aurapten, Umbelliferon, Bergamottin); Hydroxycarbonsäuren (Zitronensäure, Apfelsäure); Aldehyde (Hexanal, Octanal); Alkohole (Hexenol, Hexanol); Ketone; Ester; Benzenderivate (Toluen)

Flavonoide sind für den Menschen aufgrund ihrer antioxidativen und gesundheitsfördernden Eigenschaften besonders wichtig und reichlich in Pampelmuse enthalten.13 Untersuchungen an Ratten zeigen, dass Saft von Citrus maxima DNA-Schäden durch oxidativen Stress (z.B. durch H2O2, Streptozotocin, Stickstoffmonoxid-Systeme) verhindern kann, vermutlich durch synergistische Effekte der Inhaltsstoffe.8 Isolierte Wirkstoffe wie Hesperidin, Limonen, Naringenin und Naringin besitzen zudem entzündungshemmende und antitumorale Eigenschaften.8,11,13

Fruchtsaft und Blattextrakte von C. maxima senken Blutzuckerspiegel, verbessern Blutfettwerte und Leberfunktionsparameter bei diabetischen Tiermodellen. Neohesperidin hilft, den Blutzucker nach Mahlzeiten zu kontrollieren.11 Ethylacetat-, alkoholische und getrocknete Saft-Extrakte der Frucht zeigen zudem eine hochsignifikante antidiabetische Aktivität.8

Das süss-säuerliche Aroma der Pampelmuse entsteht durch Monoterpene, Aldehyde, Zitronensäure und Apfelsäure, während Polysaccharide zur Textur beitragen und den mild-sauren, leicht bitteren Geschmack abrunden. Im Fruchtfleisch ist der Gesamtgehalt an flüchtigen Stoffen geringer als in der Schale, darunter sind Aldehyde (Hexanal) und Monoterpene (Beta-Myrcen) die häufigsten Verbindungen.13

Die Fruchtschale (Flavedo) weist flüchtige Verbindungen auf, die für die Gewinnung von ätherischem Öl Verwendung finden. Fruchtschale und Wurzel enthalten Steroide wie Campesterol, Daucosterol und Stigmasterol, während im Fruchtfleisch nur Beta-Sitosterol vorkommt.8,11,13

Wässrige und ethanolische Blattextrakte von C. maxima wirken bei Mäusen antidepressiv, vermutlich durch Modulation von Noradrenalin und Serotonin. Extrakte von Fruchtschale und Blättern von C. maxima verbessern die kognitive Leistung, senken oxidative Stressmarker und regulieren wichtige Enzyme für Gedächtnis und neuronale Gesundheit.11

Ethanolische, methanolische und wässrige Extrakte sowie ätherische Öle von C. maxima wirken antibakteriell gegen grampositive und gramnegative Bakterien wie E. coli, S. aureus und P. aeruginosa. Fruchtfleisch- und Blattextrakte zeigen die stärkste Wirkung. Zudem hemmen die Extrakte Pilze wie Fusarium, Aspergillus und Mucor, wobei Limonen besonders antifungal wirkt. Die antibakterielle und antifungale Aktivität geht u.a. auf Naringenin und Hesperidin zurück.8,11

Blattextrakte zeigen in verschiedenen Tier- und Zellmodellen u.a. antikanzerogene Wirkungen, die auf Naringin, Naringenin und Hesperidin zurückgehen. Sie hemmen Tumorwachstum, Zellproliferation und Zellmigration, senken Entzündungsmarker und wirken chemopräventiv gegen karzinogene Veränderungen im Darm.11

Fast alle Pflanzenteile von Citrus maxima beinhalten Alkaloide, insbesondere die Rinde und Wurzel. Die Blüte weist u.a. das bekannte Alkaloid Koffein auf.11

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen

Bestimmte Polyphenole in Pampelmusen, wie z.B. Naringenin (ein Abbauprodukt von Naringin), hemmen die Metabolisierung verschiedener Substanzen (z.B. Cytochrome) in der Leber. Dies kann die Wirkung und Nebenwirkungen von Arzneimitteln beeinflussen. Diese Interaktionen treten auch beim Verzehr von Grapefruits, Pomelos und Bitterorangen (Pomeranzen) auf, jedoch nicht bei Orangen.4,6

Bei folgenden Medikamenten können Wechselwirkungen auftreten: Antidepressiva, Herzmittel, Antibiotika, Immunsuppressiva, Schmerzmedikamente, Potenzmittel, Blutdrucksenker, Krebsmedikamente und die Antibabypille. Viele Gebrauchsanleitungen warnen jedoch nicht vor möglichen Wechselwirkungen. In den USA prüft man vor der Zulassung neuer Präparate auf Wechselwirkungen mit Pampelmusen oder Grapefruits. Experten empfehlen Patienten, die ihre Medikamente gegen 8:00 Uhr morgens einnehmen, den Verzehr von Pampelmusen oder Grapefruits bis mindestens zum Mittag zu vermeiden.6

Die Schale der Pampelmuse enthält, ähnlich wie bei anderen Zitrusfrüchten, hautreizende Substanzen wie Limonen, Terpene, Citral, Aldehyde, Geraniol, Cadinen und Linalool. Bei intensivem Kontakt mit dem Öl der äusseren Schale können diese Stoffe Dermatitis auslösen. Besonders Erntearbeiter und Beschäftigte in Verarbeitungsbetrieben sind anfällig für chronische Hautprobleme an Händen und Fingern.12

Verwechslungsmöglichkeiten

Äusserlich ähnelt die Pampelmuse der Pomelo in Grösse und Form, jedoch schmeckt sie viel bitterer, und die Haut zwischen den Segmenten ist deutlich härter und fast ungeniessbar. Da die Pampelmuse in Europa wenig bekannt ist, verwechselt man sie oft aufgrund ihres Namens (nicht des Aussehens) mit der Grapefruit.

Im Vergleich zur Grapefruit, ist die Pampelmuse deutlich grösser, hat eine dickere Schale und ist weniger saftig. Das Fruchtfleisch ist fest, mit knackigen Trennhäuten und Saftschläuchen. Anders als bei der Grapefruit schmeckt man bei der Pampelmuse keine bitteren Noten.9

Volksmedizin - Naturheilkunde

Man nutzt die Pampelmuse in der Medizin in Südostasien und auf den Philippinen. Abkochungen von Blättern, Blüten, Früchten und Samen helfen bei der Behandlung von Husten, Fieber und Magenbeschwerden.12 Die Frucht wirkt abführend, antibakteriell und reinigend. Die Blätter finden Anwendung in medizinischen Aufgüssen, die bei Epilepsie und krampfhaftem Husten beruhigend wirken. Ein heisser Blattaufguss hilft bei Schwellungen und Geschwüren, während der Fruchtsaft fiebersenkend wirkt. Samen bekämpfen Verdauungsprobleme, und der Gummi der Pflanze dient in Brasilien als Hustenmittel. Die Schale enthält Pektin, das in Salben zur Behandlung von Verbrennungen zum Einsatz kommt.10

Pampelmuse gilt in der traditionellen Kräutermedizin als antidiabetisches Mittel zur Behandlung von Diabetes. In vielen Ländern dient sie in der Volksmedizin als antioxidatives, larvizides, hepatoprotektives, krebshemmendes, thrombozytenaggregationshemmendes und entzündungshemmendes Mittel. Weiterhin findet die Frucht Anwendung bei der Behandlung von Lepra, Asthma, Schluckauf und psychischen Störungen.8

Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl

Der ökologische Fussabdruck eines Lebensmittels ist der wichtigste Indikator zur Beurteilung seiner Klimafreundlichkeit. Dieser hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Anbauweise (konventionell oder biologisch), der Saisonalität, dem Herkunftsland, der Verarbeitung, dem Transport und gegebenenfalls der Verpackung. Laut der dänischen Klimadatenbank Concito liegt der CO2-Fussabdruck der Grapefruit bei 0,77 kg CO2eq/kg; für Pampelmusen liegt kein Wert vor. Einen vergleichbaren CO2-Fussabdruck haben Preiselbeeren (0,79 kg CO2eq/kg) und Kiwi (0,75 kg CO2eq/kg).3

Der durchschnittliche Wasserfussabdruck der Pampelmuse beträgt 506 l/kg, was ähnlich wie der von Stachelbeeren mit 526 l/kg ist.5

Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?

Tierschutz - Artenschutz

Reste wie Fruchtfleisch, Melasse und Nebenprodukte der Saftgewinnung der Pampelmuse finden Verwendung als Viehfutter. Das nach der Saftgewinnung verbleibende Fruchtfleisch enthält wertvolle Nährstoffe und kann so als nährstoffreiche Futterquelle für Nutztiere dienen.10

Weltweites Vorkommen - Anbau

Der Anbau der Pampelmuse geht mindestens 4000 Jahre zurück und stammt aus dem tropischen Südostasien. Sie gilt als eine der ältesten bekannten Zitrusfrüchte und kam aus dem malaysischen Raum nach China. Die heutigen Anbauregionen der Pampelmuse sind hauptsächlich Japan, Taiwan, Indonesien, Thailand, Malaysia, China, Israel, Brasilien und die südlichen USA. Dennoch bleibt die Pampelmuse eine Frucht des Orients. Die beste Kombination von Sorten, ökologischen Nischen und Anbaukenntnissen befindet sich in Thailand.12

Die Form der Früchte reicht von oval bis birnenförmig, und sie sind meist mit Kernen ausgestattet. Es gibt zahlreiche Sorten, die sich in Farbe, Geschmack und Reifezeit unterscheiden:9

  • Pinkfleischige Sorten: Dazu gehören "Chandler" (eine Kreuzung aus Siamese Pink und Siamese Sweet, beliebt in Israel und Thailand) sowie die indonesische Sorte "Djeroek Deleema Kopjar".
  • Weissfleischige Sorten: Wie z.B. "Kao Ponne" und "Kao Phueng" aus Thailand, die sich in Form und Reifezeit unterscheiden, sowie die chinesischen Sorten "Wendan" und "Pingshan", die für ihren saftigen Geschmack bekannt sind.
  • Regionale Spezialitäten: In China finden sich Sorten wie "Shatinyu" (Guangxi), "Anjiangxiang" (Hunan) und "Diangjiang" (Sichuan), die jeweils besondere Eigenschaften wie Kälteresistenz, gute Lagerfähigkeit oder einen süssen, frischen Geschmack aufweisen.

Anbau - Ernte

Die Pampelmuse ist die grösste kommerziell angebaute Zitrusfrucht der Welt.9 Die meisten bedeutenden Sorten produzieren 100'000-200'000 Blüten an einem reifen Baum, aber nur 1-2 % dieser Blüten führen zu erntereifen Früchten. Im Jahr 2013 lag die weltweite Produktion bei 8'637'711 Tonnen, davon 63,7 % in Asien, 24,4 % in Amerika, 10,8 % in Afrika, 0,9 % in Europa und 0,1 % in Ozeanien. Thailand ist das wichtigste Erzeugerland und exportiert vor allem die Sorte "Thongdee" nach Hongkong, China und Südostasien.12

Citrus maxima ist ein grosser Baum, der bis zu 15 m hoch wächst. Die Äste sind niedrig und unregelmässig, mit Dornen von bis zu 5 cm Länge. Die Blätter sind einfach und erscheinen wie einblättrige, wechselständige, ledrige Blätter, die 5 bis 20 cm lang und 2 bis 12 cm breit sind. Die Blüten duften stark süsslich-blumig und wachsen einzeln oder in Gruppen. Die Frucht variiert in der Form von fast rund bis birnenförmig und hat einen Durchmesser von 10 bis 30 cm. Die Schale ist dünn und grünlich-gelb oder blassgelb. Das Fruchtfleisch kann von grünlich-gelb bis pink oder rot variieren. Die Frucht hat wenige, grosse Samen und ist bekannt als der Hauptvorfahr der Grapefruit.10

Pampelmuse kann 2 bis 4 Mal im Jahr blühen. Die Hauptanbauregion ist im Süden Thailands, wo die Fruchtbildung von Mai bis Oktober am stärksten und von Januar bis März und November bis Dezember am geringsten ist. In Nepal beginnt die Fruchtbildung von September bis Februar. Hingegen reifen in Florida die Früchte von November bis Februar, und im Frühjahr kann es eine kleine Ernte geben. Die Bestäubung und Befruchtung erfolgen durch Kreuzung mit anderen Arten der Gattung, was eine grössere genetische Variabilität ermöglicht.10

Da Pampelmusen besonders anfällig für Fussfäule sind, muss man sie auf gut drainierten Böden pflanzen. In salzhaltigen Marschgebieten graben Bauern Gräben und errichten erhöhte Beete, um die Bäume zu pflanzen. Der Salzgehalt des Wassers variiert im Jahresverlauf und kann zeitweise bis zu 2,11 % betragen. In Malaysia wächst der Baum auch gut auf den Rückständen von Zinnminen.10

Wild zu finden

Die Pampelmuse ist ein tropisches oder subtropisches Gewächs, das auf natürliche Weise in niedrigen Höhenlagen (0-400 m) in Meeresnähe gedeiht.10

Sie wächst wild in Teilen Chinas, im Nordosten Indiens sowie in der malaiischen Region Südostasiens. Mit ihrer Grösse zählt die Pampelmuse zu den grössten Zitrusfrüchten der Welt und erfreut sich besonders in China und Südostasien grosser Beliebtheit.9

Sie bevorzugt Böden, die reich an Schlick und Sand sind, wie sie in Küstengebieten vorkommen, und ist hoch tolerant gegenüber salzhaltigem Wasser. Obwohl die Pampelmuse eine Vielzahl von Böden verträgt, bevorzugt sie tiefgründige, mitteltönige, fruchtbare Böden, die frei von Salz sind. In Südflorida und auf den Bahamas wachsen und fruchten die Bäume in bescheidenem Umfang auf Kalkstein.10

Weiterführende Informationen

Eine Pampelmuse kann ein Gewicht von über 2 kg erreichen, in Ausnahmefällen sogar bis zu 10 kg. Aus Kreuzungen mit Pampelmusen züchtete man viele Zitrusfrüchte: Aus Pampelmuse (Citrus maxima) und Mandarine (Citrus reticulata) entstand in China die Orange (Citrus × sinensis L.). Aus einer Rückkreuzung zwischen Pampelmuse und Orange die Grapefruit (Citrus × aurantium bzw. Citrus × paradisi). Man nimmt an, dass die Grapefruit um 1750 auf Barbados als spontane Kreuzung (zufällige Sprossmutante aus Citrus maxima) hervorging.7 Aus einer weiteren Rückkreuzung zwischen Pampelmuse und Grapefruit entstand die Pomelo.2

Alternative Namen

Auf Deutsch nennt man die Frucht "Pampelmuse" oder "Pompelmuse". In Österreich und der Schweiz verwendet man hingegen meist den Namen Grapefruit, was oft zu Verwechslungen führt, da es sich um verschiedene Früchte handelt.

Im Englischen bezeichnet man die Pampelmuse als Shaddock, Pummelo, Pomelo, Chinese Grapefruit oder Pompelmous. Auch dies führt zu Verwechslungen mit im deutschsprachigen Raum verwendeten Pomelo-Hybriden.

Auf Niederländisch heisst sie "pompelmoes", auf Französisch "pamplemousse", auf Indonesisch "jeruk besar" oder "jeruk bali", auf Khmer "krôoch thlông" und auf Laotisch "kiéngz s'aangz".10

Andere offizielle wissenschaftliche Bezeichnungen für Citrus maxima (Burm.) Merr., 1917 und Citrus grandis (L.) Osbeck sind: Aurantium maximum Burm., 1755 (Basionym), Citrus decumana L. und Citrus decumanus.14

Sonstige Anwendungen

Sowohl die Früchte als auch die Blätter der Pampelmuse liefern ätherische Öle, die in der Herstellung von Duftstoffen für Körperpflegeprodukte wie Bodyöl, Seifen, festem Shampoo und Duschgel Anwendung finden.10 Ausserdem nutzt man das Holz der Pflanze für Werkzeugstiele.12

1.

Website

USDA United States Department of Agriculture.

2.🞽

Experimentelle molekulargenetische Laborstudie + phylogenetische Analyse

DOI: 10.1007/s001220051419

Study: weak evidence

Nicolosi E, Deng Z et al. Citrus phylogeny and genetic origin of important species as investigated by molecular markers. Theor Appl Genet. 2000;100(8):1155-1166.

3.

Version 1.2. 

Grapefruit DK: 0.77

Cranberry raw DK: 0.79

Kiwi fruit DK: 0.75

Website

CONCITO. The Big Climate Database, Version 1.2. Grapefruit. Cranberry. Kiwi fruit. 2026.

4.🞽

Narrativer, pharmakologischer Übersichtsartikel

DOI: 10.2165/00129784-200404050-00002

Study: weak evidence

Bailey DG, Dresser GK. Interactions between grapefruit juice and cardiovascular drugs. Am J Cardiovasc Drugs. 2004;4(5):281-297.

5.🞽

Water footprint.

DOI: 10.5194/hess-15-1577-2011

Mekonnen MM, Hoekstra AY. The green, blue and grey water footprint of crops and derived crop products. Hydrol Earth Syst Sci. 2011;15(5):1577–1600.

6.🞽

Experimentelle Laborstudie (Pflanzenzüchtung und Pflanzengenetik)

DOI: 10.21273/JASHS.136.5.358

Chen C, Cancalon P et al. Characterization of furanocoumarin profile and inheritance toward selection of low furanocoumarin seedless grapefruit cultivars. J Amer Soc Hort Sci. 2011;136(5):358-363.

7.

Book

Brücher H. Tropische Nutzpflanzen: Ursprung, Evolution und Domestikation. Springer Verlag: Berlin. 1976.

8.🞽

Medicinal Uses.

Citrus maxima has been recommended in traditional herbal medicine as anti-diabetic agent in management of diabetes. It has been used as a folk medicine in several countries as antimicrobial, antioxidant, larvicidal, hepatoprotective, anticancer, antiplatelet, antidiabetic and anti-inflammatory.

 

Narratives Review

DOI: 10.47583/ijpsrr.2022.v74i01.016

Study: weak evidence

Nazeer A, Shenoy AM et al. Citrus maxima: A Brief Review on the World’s Largest Citrus Fruit. Int J Pharm Sci Rev Res. 2022;74(1):91-95.

9.

riginated in southern China, pummelo is found growing wild in China, many northeastern states of India, and also in the Malay region of Southeast Asia. Fruits and flowers of pummelo are the largest among commercially grown citrus in the world. Fruits that are 20–25 cm in diameter are common; even up to 30 cm in diameter can be seen. Fruits are very much enjoyed in China and Southeast Asia. The major difference between grapefruit and pummelo is that pummelo fruits are much bigger with thick peels and are less juicy. Flesh of the pummelo is firm with crisp carpellary membranes and juice sacs. Commercial pummelos do not exhibit traces of bitterness as exhibited in grapefruit when eaten. Fruits are obovoid to pyriform in shape and seeded. “Chandler,” a Thai variety, and an Indonesian variety, “Djeroek Deleema Kopjar,” are pink-fleshed. Chinese varieties “Goliath,” “Mato,” and “Shatinyu” are white fleshed. Israel produces Goliath, Chandler, and “Tahiti” varieties for domestic and export markets. “Chandler”: Hybrid of Siamese pink and Siamese sweet, pink fleshed, early ripening fresh fruit...

Book

Ladaniya M. Commercial fresh citrus cultivars and producing countries. Citrus Fruit (Second Edition). 2023.

10.

NAMES, BOTANIC DESCRIPTION, ECOLOGY, PRODUCTS, GERMPLASM MANAGEMENT.

Website

Orwa C, Mutua A et al. Agroforestry Database: A Tree Reference and Selection Guide Version 4.0. World Agroforestry Centre. 2009.

11.🞽

4. Bioactive Chemical Constituents.

Narratives Review

DOI: 10.1155/2022/8741669

Study: weak evidence

Sapkota B, Devkota HP et al. Citrus maxima (Brum.) Merr. (Rutaceae): Bioactive Chemical Constituents and Pharmacological Activities. Evid Based Complement Alternat Med. 2022 May:8741669.

12.

Distribution.

Most commercially important cultivars produce 100,000–200,000 flowers on a mature tree, but only 1–2% of these flowers will result in harvested fruit. A lot of growing fruit limits fruit set in subsequent blossom periods. As a consequence there is usually little overlap of crops in high-yielding trees, whereas such overlaps are common in shy bearers. Fruit matures 7-10 months after flowering, in Thailand mainly from August to October. 

The aromatic flowers are used to make perfume in Vietnam. The wood is used for tool handles. 

The pummelo can be held at ambient temperature for 5-14 days. It can be stored at 12-15°C and 95% relative humidity for up to 12 weeks. Fruits stored at 6-10°C last for 2-4 weeks. Fruits picked at an early stage of ripening improve somewhat during storage (1-2 months) and are suited for distant markets. With its thick rind the fruit can be shipped across the oceans without cool storage.

The world production of pummelo is not known since it is recorded together with grapefruit (Citrus x paradisi) in FAO statistics. In 2013, 8,637,711 tonnes were produced worldwide, with 63.7% in Asia, 24.4% in the Americas, 10.8% in Africa, 0.9% in Europe and 0.1% in Oceania. The top 5 producers in 2013 were China (3,717,324 tonnes), the USA (1,074,108 tonnes), Vietnam (439,602 tonnes), Mexico (425,433 tonnes) and South Africa (325,746 tonnes)

Thailand is the major producing country. ‘Thongdee’ is the major variety in the export trade to Hong Kong and China in the main, as well as to smaller markets in South-East Asia.

Other products: Pummelo peels, like that of other citrus fruits, contains skin irritants, mainly limonene and terpene, also citral, aldehydes, geraniol, cadinene and linalool, which may cause dermatitis in individuals having excessive contact with the oil of the outer peel. Harvesters, workers in processing factories may develop chronic conditions on the fingers and hands.

DOI: 10.1079/cabicompendium.13443

Website

CABI Compendium. Citrus maxima (pummelo). CABI International. 2022.

13.🞽

For citrus pulp, several studies have mentioned its medical value. For example, Kelebek (2010) pointed out that the pummelo pulp contained high levels of vitamin C, phenols and microelements which are beneficial to the treatment of obesity, diabetes, cancer and cardiovascular diseases. Flavonoids, as essential substances for the human body due to their high medicinal value and antioxidant properties, are abundant in pummelo pulp.

 

Experimentelle Laborstudie (Plant Physiology / Metabolomics / Fruit Quality Analysis)

DOI: 10.3389/fpls.2022.1089009

Pan T, Kong L et al. Fruit quality and volatile constituents of a new very early-ripening pummelo (Citrus maxima) cultivar ‘Liuyuezao’. Front Plant Sci. 2023;13:1089009.

14.

Citrus maxima

Taxonomy ID: 37334 (for references in articles please use NCBI:txid37334)

current name

Citrus maxima  (Burm.) Merr., 1917

basionym:

 

Aurantium maximum  Burm., 1755

Genbank common name: pomelo
NCBI BLAST name: eudicots
Rank: species
Genetic code: Translation table 1 (Standard)
Mitochondrial genetic code: Translation table 1 (Standard)
Other names:

heterotypic synonymCitrus decumana  L.

heterotypic synonymCitrus decumanus

heterotypic synonymCitrus grandis  (L.) Osbeck

common name(s)shaddock, pummelo, buntan

Website

Schoch CL, et al. NCBI Taxonomy: a comprehensive update on curation, resources and tools. Database (Oxford). Citrus maxima. 2020.

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