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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Pomelo (Bomali, Pomaly, nicht Pampelmuse)

Die Pomelo (Bomali, Pomaly) ist eine Kreuzung aus Pampelmuse und Grapefruit. Die Früchte lassen sich roh als Obst verzehren oder weiterverarbeiten.
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Pomelo ist eine junge Zitrusfrucht, die 1970 in Israel aus einer Kreuzungszüchtung zwischen Pampelmusen und Grapefruits entstand. Beachten Sie bei der Bezeichnung den sprachlichen Gebrauch: Im Englischen heisst "pomelo" Pampelmuse und Pomelo, im Französischen steht der Begriff für Grapefruit und im Spanischen für Grapefruit, Pampelmuse und Pomelo.

Verwendung in der Küche:

Das Fruchtfleisch der Pomelo schmeckt roh, als Obst verzehrt, süss-säuerlich und nicht so bitter wie die Pampelmuse oder Grapefruit. Als Zutat in Obst- oder Blattsalaten kann man das Fruchtfleisch filetieren, da die Pomelo viel innere Haut besitzt. Pomelos schmecken auch im Müsli, Dessert, zur Eiscreme und eignen sich gut als Dekoration. In Kombination mit anderen Gemüsen und Früchten stellen Chutneys, Gelees oder Fruchtaufstriche eine weitere Verarbeitungsmöglichkeit der Pomelo dar.

Man schält Pomelos wie Orangen. Obwohl die Aussenschale viel dicker ist als bei anderen Zitrusfrüchten, lässt sie sich relativ einfach abziehen. Pomelos enthalten weniger Saft als andere Zitrusfrüchte. Trotzdem verleihen sie ausgepresst verschiedenen Fruchtsäften einen erfrischenden Zitrusgeschmack. Ist die Schale unbehandelt, also Bio-Qualität, kann man sie zum Würzen verwenden. Die weisse Schicht zwischen der Schale und dem Fruchtfleisch (Albedo) findet man gelegentlich kandiert als Süssigkeit oder Zutat für Gebäck.

Einkauf:

Lassen Sie sich bei Pomelos von einer leicht schrumpeligen, matten, ledrigen Aussenhaut nicht vom Kauf abhalten. Das Fruchtfleisch schmeckt dann besonders saftig, süss und aromatisch. Pralle Früchte sind oft unreif und schmecken saurer. Das Fruchtfleisch reicht von weisslich bis orange-rot. Früchte mit hellerem Fruchtfleisch schmecken herber. Rosa bis rötliches Fruchtfleisch ist besonders süss. Die Farbe der Aussenschale hat keinen Einfluss auf den Reifegrad der Frucht, denn es handelt sich lediglich um verschiedene Unterarten.

Pomelos mit roter Aussenschale kommen meistens aus Israel, gelbe importiert man aus China. Sie sind rund bis birnenförmig, haben einen Durchmesser von 15-25 cm und wiegen zwischen 0.5 und 2 kg. Der Schalenanteil beträgt bis zu 50 %. Meist sind Pomelos im Supermarkt einzeln im Netz verpackt.

Lagerung:

Bei Zimmertemperatur können Sie Pomelos ein paar Tage lagern. Da Pomelos nicht nachreifen, sollte man sie relativ rasch verzehren. Mit der Zeit verlieren sie wertvolle Inhaltsstoffe. Am besten lagern Sie Pomelos nach dem Kauf im Gemüsefach Ihres Kühlschranks. Vermeiden Sie jedoch allzu niedrige Temperaturen, da die Früchte sonst rasch verderben. Erreicht die Pomelo vor dem Genuss wieder Zimmertemperatur, entfaltet sie ihr Aroma besonders gut. Angeschnittene Pomelos können Sie in Frischhaltefolie einwickeln und so auch noch einige Tage im Kühlschrank lagern.

Inhaltsstoffe:

Die Pomelo erfreut sich aufgrund ihres hohen Vitamin-Gehalts zunehmend an Beliebtheit bei den KonsumentInnen. Ca. 200 - 300 g der Frucht reichen, um den täglichen Bedarf an Vitamin C zu decken. Essen Sie eine ganze Frucht, decken Sie damit auch Ihren Bedarf an Vitamin B2 und Vitamin B6. Zudem ist die Pomelo reich an wichtigen Mineralstoffen wie Kalium, Calcium (Kalzium) und Magnesium. Auch Eisen, Zink und Kupfer sind enthalten.

Gesundheitliche Aspekte:

Der in der Pomelo nachgewiesene Bitterstoff Limonin hat für die Gesundheit eine wichtige Bedeutung. Limonin regt die Darmtätigkeit an und sorgt bei regelmässigem Verzehr für eine gesunde Verdauung.
Naringin, ein weiterer Bitterstoff der Pomelo, wirkt blutdrucksenkend. Sie sollten aber nie blutdrucksenkende Mittel und Pomelos zusammen verwenden.

Wenn Sie sich den Blutdruck täglich mehrmals messen (besonders auch vor dem Einschlafen und beim Erwachen, bevor Sie das Bett verlassen), können Sie evtl. mit der Frucht den Blutdruck lange im normalen Bereich halten. Die Werte sollten Sie hin und wieder mit einem Arzt besprechen. Bei essentiellem Bluthochdruck kann eine vegane Ernährung sowieso Wunder wirken!

Gefahren / Unverträglichkeiten:

Bestimmte Polyphenole der Pomelo und v.a. der Grapefruit, wie z.B. Naringenin (Abbauprodukt von Naringin), hemmen die Metabolisierung verschiedener Stoffe (z.B. Cytochrome) in der Leber. Das beeinflusst Wirkung und Nebenwirkungen von Drogen und Medikamenten.1 Da dieser Bitterstoff - wie bereits erwähnt - den Blutdruck senkt, sind Pomelos bei der Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten zu vermeiden. Diese Interaktionen treten besonders beim Verzehr von Grapefruits, Pomelos und Bitterorangen auf, jedoch nicht bei Orangen.5

Bei folgenden Medikamenten können Wechselwirkungen auftreten: Antidepressiva, Herzmittel, Antibiotika, Immunsuppressiva, Schmerzmedikamente, Potenzmittel, Blutdrucksenker, Krebsmittel und die Anti-Baby-Pille. Viele Gebrauchsanleitungen von Medikamenten warnen nicht vor mögliche Wechselwirkungen. In den USA prüft man vor der Zulassung neuer Präparate auf Wechselwirkung mit Pampelmusen oder Grapefruits. Experten raten Patienten, die Medikamente gegen 8:00 Uhr morgens einnehmen, mit dem Konsum von Pampelmusen oder Grapefruits auf jeden Fall bis Mittag zu verzichten.8,9

2009 untersuchte das Lebensmittelinstitut Oldenburg Pomelos unterschiedlicher Herkunftsorte auf Pflanzenschutzmittelrückstände. Die nachgewiesenen Rückstände von (ca. 24) Insektiziden und Fungiziden überstiegen aber nicht den Grenzwert. Obwohl nicht untersucht, geht man doch davon aus, dass die Rückstände im Fruchtfleisch aufgrund der dicken Schale noch niedriger sind.4

Vorkommen:

Pomelos stammen ursprünglich aus Israel und sind an das dortige Klima angepasst. Heute baut man Pomelos in vielen niederschlagsreichen Gebieten mit Temperaturen zwischen 20 und 30 °C an. Besonders in China und in Südafrika steigt der Anbau dieser Frucht.

Anbau, Ernte:

Der Pomelo-Baum kann bis zu 15 Meter Höhe erreichen und hat eine breite, ausladende Krone. Wie auch andere Zitrusbäume haben die Äste nichtveredelter Bäume blattachselständige, bis zu 5 cm lange Dornen.6

Pomelo-Bäume sind wuchsfreudiger und weniger kälteempfindlich als andere Zitrusarten, jedoch nicht gegen Frost resistent. Die Pomelo benötigt viel Sonne und einen windgeschützten Platz. Während der Vegetationsperiode benötigt sie regelmässige Wasserzufuhr, verträgt aber keine Staunässe. Für den Reifeprozess sind viel Wärme und Sonne von Vorteil.2

Verwechslungsgefahr:

Häufig findet man in europäischen Supermärkten die aus Süd-China stammende "Honey-Pomelo", welche jedoch eine Variante der Pampelmuse ist. Dasselbe gilt auch für die Thai-Pomelo. Pampelmusen stammen ursprünglich aus Südostasien und sind auf europäischen Märkten vergleichsweise selten zu finden.2

Allgemeine Informationen:

Die Pomelo (Citrus grandis bzw. Citrus maxima) entstammt einer Kreuzung aus Pampelmuse und Grapefruit und ist deshalb keine eigene Art. Der Anteil an der Pampelmuse ist höher als jener an der Grapefruit, was man auch am Geschmack erkennt. Botanisch ordnet man sie der Pampelmuse (Citrus maxima) zu.

Genaue Entstehung:

Die Pampelmuse (engl. Shaddock) stammt ursprünglich aus Hinterindien, doch war sie bald auch in China beliebt. Das Genzentrum der Mandarine vermutet man im Nordosten Indiens (Citrus indica Tan. von Tanaka bestimmt) oder im Südwesten Chinas (ehemalige Provinz Chekiang, jetzt Zhejiang). Die Chinesen kultivierten beide seit tausenden von Jahren.

Aus Pampelmuse (Citrus maxima bzw. Citrus grandis) x Mandarine (Citrus reticulata) entstand in China die Orange (Citrus × sinensis L.).

Aus Pampelmuse x Orange entstand die Grapefruit (Citrus × aurantium bzw. Citrus paradisi). Man nimmt an, dass die Grapefruit um 1750 auf Barbados als spontane Kreuzung (zufällige Sprossmutante aus Citrus grandis) entstanden ist.7

Die Pampelmuse kreuzte man etwa 1970 in Israel mit der Grapefruit und damit entstand die Pomelo.3 Pomelo bzw. Bomali, Pomaly (Arabien) ist eigentlich ein Handelsname einer Frucht, deren Erbanteil an Pampelmusen (Citrus maxima) viel grösser ist als jener an der Grapefruit (Citrus × aurantium bzw. Citrus paradisi). Man gibt der Pomelo deshalb ebenfalls den botanischen Namen Citrus maxima bzw. Citrus grandis.

Literatur / Quellen:

  1. Staub B. Medikamente und Grapefruitsaft. Infomed online. 1997; 18(7).
  2. gartenjournal.net Pomelo Anbau / Saison.
  3. Nicolosi E et al. Citrus phylogeny and genetic origin of important species as investigated by molecular markers. Theoretical and Applied Genetics. Berlin. 2004;100(8).
  4. LAVES Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Pflanzenschutzmittelrückstände in Pomelo. 2009.
  5. Bailey DG, Dresser GK. Interactions between grapefruit juice and cardiovascular drugs. PubMed. 2004;4(5). doi: 10.2165/00129784-200404050-00002.
  6. Rehm S, Espig G. Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen. Anbau, wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. Stuttgart: Eugen Ulmer Verlag; 1976.
  7. Brücher H. Tropische Nutzpflanzen: Ursprung, Evolution und Domestikation. Berlin: Springer-Verlag. 1977.
  8. Willems W. Wechselwirkungen - Gefährliche Pampelmusen. [Internet] 01.02.2005. [zitiert am 04.12.2018] stern.de/gesundheit/wechselwirkung-gefaehrliche-pampelmusen-3542782.html
  9. Chen C, Cancalon P, Haun C. Characterization of Furanocoumarin Profile and Inheritance Toward Selection of Low Furanocoumarin Seedless Grapefruit Cultivars. Horticultural Science. 2011;136(5).

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