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Mexikanischer Drüsengänsefuss (Epazote), roh

Mexikanischer Drüsengänsefuss, besser bekannt unter dem Namen Epazote, ist ein Heil- und Gewürzkraut aus Amerika. Rohe Blätter nur in Massen verzehren!
90/04/06  LA:ALA
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Mexikanischer Drüsengänsefuss besitzt viele alternative Bezeichnungen und ist in Europa vor allem als Epazote bekannt. Die aztekische Würzpflanze besitzt in rohem Zustand einen herben, pfeffrigen Zitronenduft mit einer dezenten Note nach Minze und ist aus der südamerikanischen Küche kaum wegzudenken.

Verwendung in der Küche:In der mexikanischen Küche ist Epazote ein unverzichtbarer Bestandteil der traditionellen Chili-Saucen und Bohnengerichte. Man verwendet frische oder getrocknete Epazoteblätter nicht nur um Blähungen zu mindern, sondern auch zum Aromatisieren typischer Gerichte wie Enchiladas, Quesadillas, Sopes, Mole de Olla, Tamales, Chilaquiles, Suppen oder Kartoffeln. Epazote stellt auch eine wichtige Zutat für die Herstellung der grünen Salsa für Chilaquiles dar. Ausserdem isst man es gerne als Kraut mit gebratenem Reis.

Neben dem Gebrauch als Gewürz oder seltener als Blattgemüse, verwendet man die Blätter der Epazote zur Herstellung eines Kräuter- bzw. Heilkräutertees, auch Mexikanischer Tee oder Jesuitentee genannt. Überbrüht gelten die Blätter als guter Ersatz für echten Tee. Auch die Samen sind gekocht essbar. Diese sollte man vor dem Kochen gründlich spülen, um möglichst viele Saponine zu entfernen.

Vorzugsweise verwendet man das Würzkraut frisch, da es bei der Trocknung seine aromatische Vielfalt verliert. Roh besitzt Epazote einen leicht scharfen Geschmack mit harzig-ätherischer Note, ähnlich wie Oregano, Anis, Fenchel oder Estragon, nur deutlich stärker. Den schwer zu umschreibenden Duft vergleicht man häufig auch mit Terpentin (Harz) und Kreosot (Teeröl). Mild-erfrischende Kampfer-. Minze-, Zitrus- oder Bohnenkraut-Nuancen runden die komplexe Duft- und Geschmacksstoffvielfalt ab.

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Einkauf:Epazote ist in Europa als Gewürz bzw. als ganze getrocknete Blätter meist im Onlinehandel erhältlich. Ätherisches Epazote-Öl ist ebenfalls auf dem Markt verfügbar.

Wild zu finden:In Mitteleuropa kommt Epazote nur selten vor. Wild zu finden ist die Pflanze auf Schuttplätzen, auf steinigem Ödland, an Ufern oder auf sehr nährstoffreichen Sand- und Lehmböden. Epazote erreicht eine Wuchshöhe von 0,3 bis zu 1,2 Metern und besitzt bis zu 12 cm lange eilanzettliche feingezähnte Blätter, die an dicht verzweigten, zarten Ästen wachsen. Im Sommer weist die Pflanze winzige grüne Blüten in Scheinähren auf, gefolgt von grünlich braunen Früchten mit jeweils einem schwarzen Samen.1

Eigener Anbau:Nur in sehr milden Lagen ist die halbharte, einjährige oder kurzlebig mehrjährige Epazote ausdauernd kultivierbar. Die Aussaat erfolgt idealerweise als Vorkultur, wobei die Samen bei ca. 20 °C unregelmässig zu keimen beginnen. Kräftige Setzlinge kann man auspflanzen oder im Zimmer in Topfkultur halten.

Lagerung:Getrocknete Epazote lichtgeschützt und trocken aufbewahren. Zu beachten ist die deutliche Abnahme der Aromen durch den Trocknungsprozess.

Inhaltsstoffe:Blätter und Samen enthalten ätherische Öle.1 Der Ölgehalt beträgt ca. 0,7 % und ist im Blütentrieb, vor der Ausreifung der Samen, am höchsten. Das ätherische Öl besteht nahezu zur Hälfte aus Ascaridol.2

Gesundheitliche Aspekte:Epazote ist ein herbes, adstringierendes, stark aromatisches Kraut, das Darmparasiten abtötet. Ausserdem verfügt es über schweisstreibende, krampf- und schleimlösende Eigenschaften. Äusserlich kann man das Kraut bzw. das Öl gegen Fusspilz und Insektenstiche anwenden.1

Gefahren / Unverträglichkeiten:Eine Überdosierung der Heilpflanze führt zu Schwindelgefühl, Erbrechen, Krämpfen und Tod, daher sollte man rohe Blätter nur in geringen Mengen roh verzehren.1 Todesfälle sind bekannt.3 Zudem ist Ascaridol allergieauslösend, weshalb Epazote-Öl nur verdünnt und in geringen Mengen Verwendung finden sollte.4 Vom Verzehr reifer und roher Samen ist abzusehen, da diese giftig sind.

Verwendung als Heilpflanze:Innerlich kann man Epazote zur Behandlung gegen Rund-, Haken- und kleine Bandwürmer sowie bei Asthma, Katarrh und Amöbenruhr einsetzen. Schwangere sollten von Anwendungen mit Epazote absehen.1 Behandlungen mit Epazote sollten aufgrund der Giftigkeit nur unter ärztlicher Aufsicht stattfinden.

Epazote gilt auch als Heilmittel für den Magen-Darm-Bereich und damit verbundene Probleme wie Blähungen, Magenschmerzen oder Koliken. Äusserlich angewendet, wirkt das Kraut wundheilend, entgiftend (z. B. bei Schlangenbissen) und kann Linderung bei Beschwerden mit Hämorriden verschaffen.2

Vorkommen:Die ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Gebieten Amerikas stammende Pflanze hat sich durch Anpflanzung oder Verwilderung weltweit in warmen Gebieten angesiedelt. Der wärmeliebende Neophyt wächst in Europa in allen warm-gemässigten Regionen, in Mitteleuropa nur an besonders geschützten Stellen in Tieflagen und in Südeuropa ist Epazote eine Charakterart des Verbandes Chenopodion muralis.5

Allgemeine Informationen:Der Mexikanische Drüsengänsefuss (Dysphania ambrosioides) ist eine intensiv riechende Pflanze, die als Heil- und Gewürzpflanze dient. Dabei handelt es sich um eine Pflanzenart in der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).

Weitere Bezeichnungen:Neben zahlreichen alternativen Bezeichnungen ist Epazote die gebräuchlichste: Wohlriechender Gänsefuss, Jesuitentee, Mexiko-Drüsengänsefuss, Mexikanischer Traubentee, Mexikanisches Teekraut, Tee-Gänsefuss, Traubenkraut, Duft-Gänsefuss, Mexikanischer Gänsefuss, Eiche aus Cappadocien, Jesuiter Tee (Österreich), Merwet (Siebenbürgen), Karthäusertee und Breslauertee.5

Literatur / Quellen:

  1. Bown, Deni: Kräuter. Die grosse Enzyklopädie. Anbau und Verwendung. 2. Auflage (2015); Dorling Kindersly Verlag GmbH. München.
  2. Plants for a future. Chenopodium ambrosioides - L.
  3. Englischsprachige Wikipedia. Dysphania ambrosioides.
  4. B. M. Hausen et al.: Degradation products of monoterpenes are the sensitizing agents in tea tree oil. Am J Contact Dermat. 10/2/1999. S. 68–77; PMID 10357714
  5. Deutschsprechige Wikipedia. Mexikanischer Drüsengänsefuss.

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