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Babyspinat

Babyspinat nennt man extra früh geernteten Spinat mit kaum entwickeltem Stiel und feinen Blattrispen. Roh genossen ist er süsslich.
  53/42/06  LA:ALA
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Babyspinat ist der extra früh geerntete Spinat mit sehr feinen, zarten Blättern. Auch "Spinatmuffel" verführt dieses junge Blattgemüse.

Verwendung in der Küche:

Babyspinat ist reich an vielen Vitaminen und Mineralien. Die früh gepflückten Blätter haben nur feine Blattrispen und einen kaum entwickelten Stiel. Die filigranen Blätter schmecken roh süsslich mit einer dezenten Bitternote. Babyspinat ist eine Salat-Delikatesse mit unbeschränkten Variationsmöglichkeiten.

Der Bitterstoffe wegen verschmähen Kinder oft das grüne Blattgemüse. Kinder empfinden bitter intensiver als Erwachsene. Bitterer Geschmack warnt vor Ungeniessbarem oder Giftigem. Im Laufe des Lebens verändern sich die Geschacksrezeptoren, d.h. sie verlieren die Empfindlichkeit. Auch lernt der Mensch durch Erfahrung.

Roh geschnittene Blattstreifen verfeinern als Zutat Nudelgerichte oder Aufläufe. Auch ein Pesto aus Babyspinat passt wunderbar zu Teigwaren oder in Salate. Blanchiert verringert sich der Nitratgehalt, weil das wasserlösliche Nitrat im Kochwasser zurückbleibt. Der leicht adstringierende Geschmack reduziert sich dabei ebenfalls. Gedünstet oder gebraten können Babyspinatblätter in Suppen, Eintöpfen oder Quiches Verwendung finden.1

Babyspinat nimmt weiterverarbeitet deutlich an Volumen ab und einige wichtige Inhaltsstoffe gehen leider verloren. Das zarte Gemüse fordert eine schonende Zubereitung. Jungen Spinat zupfen, waschen, nicht quetschen oder schleudern und mit einem Tuch abtrocknen.2

Kalorienarme, leckere Smoothies mit Babyspinat eignen sich hervorragend als gesunde Zwischenmahlzeit. Nie mehr als 5 Zutaten beigeben, sonst entsteht ein zu schwerer Drink. Schluck für Schluck getrunken stellen sich die Verdauungsorgane bei regelmässigem Verzehr auf den Mix ein.

Einkauf:

Spinat hat in den westlichen Regionen Europas zwischen Februar und Mai Saison. Er ist in jedem Supermarkt erhältlich. Aus Treibhausanbau findet man Echten Spinat auch bis November aus heimischer Produktion (D, A, CH).

Beim offenen Kauf am Wochenmarkt sollte man besonders darauf achten, dass er keine braunen oder schlaffen Blätter aufweist. Bevorzugen Sie Freilandanbau und biologische Produktion. Ausserhalb der Saison können Sie auf schockgefrorenen Spinat zurückgreifen, dieser verliert seine Nährstoffe und Vitamine nicht.

Wild zu finden:

Spinat kommt verwildert vor. In den gemässigten und subtropischen Regionen bis zu einer Höhenlage von 1550 Metern. Aber auch im Mittteleuropa und im östlichen Nordamerika ist der Spinat zu finden. Der Grüne (Gute) Heinrich (Blitum bonus-henricus, Syn.:Chenopodium bonus-henricus) gilt heute noch als Wilder Spinat.

Wie der Gartenspinat gehört der Grüne Heinricht zu den Fuchsschwanzgewächsen. Aus zerstampften Rhizomen stellt man im Balkan Konfekt her, das ähnlich wie Erdnussbutter schmeckt. Die Blüten dünstet man wie Brokkoli.7

Eigene Zubereitung:

Das im Spinat enthaltene Nitrat, das selbst ungiftig ist, verwandelt sich vor allem bei gekochtem Spinat langfristig bakteriell zu Nitrit um. Das beeinträchtigt akut den Sauerstofftransport im Körper. Deshalb sollte man davon absehen, den Spinat mehrmals aufzuwärmen oder sehr lange warmzuhalten. Bei Anwesenheit entsprechender Aminosäuren und unter Hitzeeinwirkung können aus Nitrit krebserregende Nitrosamine entstehen.3

Man rät vom gleichzeitigen Verzehr von Spinat und Fischprodukten ab. Denn dann sind die notwendigen Aminosäuren vorhanden, die für eine Nitrosamin-Bildung verantwortlich sind.

Lagerung:

Babyspinat bitte im Kühlschrank lagern. Wie in allen frischen Lebensmitteln nimmt der Vitamingehalt bei schwankenden Temperaturen und Lichteinflüssen schnell ab. Bedeckt mit einem feuchten Tuch verlangsamt sich der Verwelkungsprozess.

Wenn man die Spinatblätter kurz blanchiert, mit Eiswasser abschreckt und dann einfriert, erhält der Spinat eine längere Lagerungszeit (bis ca. 10 Monate).

Inhaltsstoffe:

Nebst Eisen enthält Spinat Lutein (Carotinoid) und Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A). Beide sind wichtig für Augen10 und Immunsystem. Mineralien wie Magnesium, Phosphor, Kalium und das Spurenelement Selen sind ebenfalls vorhanden. Die Vitamine schützen Leber, Prostata, Magendarmschleimhaut und unterstützen das Gedächtnis. Das Vitamin K1 ist wichtig für die Blutgerinnung. Folsäure (Folat) ist an vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Im Vergleich zu anderen Blattgemüsen ist Spinat sehr reich an pflanzlichen Proteinen. Siehe dazu auch den Eintrag Spinat, roh.

Das Märchen von Popeye und dem Spinat als wundersamem Eisenlieferanten stimmt so nicht.4 Trotzdem sieht man den Spinat als gesundes Nahrungsmittel an (siehe dazu die zwei folgenden Kapitel).

Gesundheitliche Aspekte:

Die im Spinat enthaltene Oxalsäure bindet das Eisen und verhindert so, dass der Körper das Eisen gut aufnimmt. Zusammen mit Kartoffeln oder Peperoni (Vitamin C) nimmt der Körper das pflanzliche Eisen besser auf. Den im Spinat enthaltenen Antioxidantien spricht man eine krebsvorbeugende Wirkung zu. Babyspinat-Blätter, also ganz junge Spinatblätter, enthalten weniger Oxalsäure als roher, ausgewachsener Spinat.

Frischer Blattspinatsaft ist äusserst wirkungsvoll gegen Blutarmut und ist für alle Sportler und Jugendliche im Wachstumsalter sehr empfehlenswert. Ein halbes Glas pro Tag sichert eine optimale Wirkung.9

Gefahren / Unverträglichkeiten:

Einige Mineralstoffe wie Calcium bilden beim Zusammentreffen mit Oxalsäure schwer lösliche Komplexe aus, was deren Aufnahme über den Darm erschwert. Zudem greift die Oxalsäure den Zahnschmelz an. In gösseren Mengen trägt die Säure auch zur Bildung von Nierenstein bei.

In vernünftigem Mass gegessen überwiegen aber die positiven Eigenschaften des Spinats sehr deutlich. Die letale Dosis von oral aufgenommenem Oxalat beträgt laut Wikipedia 600 mg pro kg Körpergewicht, was rund 4,5 kg an rohem Spinat für eine 60 kg schwere Person entspricht. Die Nachteile überwiegen also bald einmal, wohl ab ca. 1 Kilo Spinat pro Person, doch wer isst das schon.

Im Gewächshaus verabreicht man den Pflanzen oft Stickstoffdünger, so reichert Spinat Nitrat an. Dieses wandelt sich in Nitrit um, welches den Sauerstofftransport im Körper beeinträchtigt. Das ist vor allem bei Kindern gefährlich. Wärmt man gekochten Spinat nochmals auf oder behält ihn erhitzt, können sich aus dem vorhandenen Nitrit krebserregende Nitrosamine bilden.

Vegetarische Fütterung bei Vierbeinern birgt Gefahren. Hundewelpen und Hunden mit Nierenproblemen darf man wegen der Oxalsäure überhaupt keinen Spinat verfüttern.

Verwendung als Heilpflanze:

Spinat gilt als Heilmittel gegen Blähungen (Karminativum), die Samen wirken als Abführmittel (Laxativum). Hypoglykämische (blutzuckersenkende) Eigenschaften sind nachweisbar. Die Spinatblätter wirken fiebersenkend (Antipyretikum) und entzündungshemmend bei Entzündungen der Lunge und des Darms. Die Samen galten bei der Behandlung von Atmungsorganproblemen, Leberentzündung und Gelbsucht als Heilmittel.5 Auch gegen Müdigkeit und Appetitlosigkeit soll Spinat helfen.

Vorkommen:

Die Herkunft von Spinat ist nicht eindeutig. Man vermutet die Entstehung in Südwestasien aus den wilden Spinat-Arten Spinacia tetrandra Stefen ex M.Bieb. und Spinacia turkestanica. Einen Vorläufer unseres heutigen Spinats kultivierte man in Persien als ispanāğ. Die Araber brachten ihn als isbanāh nach Spanien, wo man ihn im 9. Jahrhundert das erste Mal als espinaca erwähnte.

Erst im 13. Jahrhundert erreichte der Spinat Mitteleuropa. Heute kultiviert man Spinat in den gemässigten Zonen weltweit als Gemüsepflanze - in Europa vor allem in Italien, Frankreich und Deutschland.

Anbau, Ernte:

Noch im September ist die Aussaat möglich, Kaltfrostschutz der Jungpflanze ist aber notwendig. Aus dem Treibhaus ist Anfang Frühling die erste Ernte des zarten Babyspinats zu erwarten. Spinat schmeckt jung am besten. Bilden sich die Blüten und Samen der Pflanze aus, sind die Blätter nicht mehr so zart.

Auch Raupen, Läuse, Wanzen und Minierfliegen mögen die Pflanze. Mehltau und Schimmelpilz wie Cladosporium befallen die einjährige Pflanze. Achten Sie beim Anbau auf weite Pflanzabstände und kontrollieren Sie regelmässig auf Schädlingsbefall.

Allgemeine Informationen:

Botanische Informationen entnehmen Sie bitte dem Eintrag Spinat, roh.

Laut Wikipedia ist das Chlorophyll aus den Spinatblättern als grüner Lebensmittelstoff in Mundwasser und geruchsbindenden Produkten beigefügt. Zum Färben von Teigwaren oder anderen Lebensmitteln eignet sich die grüne Farbe auch sehr gut.7

Der Irrtum, dass Spinat übermässig viel Eisen enthält, ist auf zwei verschiedene Annahmen zurückzuführen. 1890 bezifferte der Schweizer Wissenschaftler Gustav von Bunge 100 g getrockneten Spinat korrekt mit 35 mg Eisen. Fälschlicherweise übertrug man diese Zahlen für frischen Spinat, wobei dieser nur ca. ein Zehntel an Eisen enthält.4 Die zweite Vermutung beruht auf einer versehentlich verrückten Komma-Stelle, dies konnte man jedoch nie beweisen.6

Spinatflecken sind besonders hartnäckig. Idealerweise rückt man ihnen sofort zu Leibe. Dann reicht meist Seifenwasser. Ist eine sofortige Behandlung nicht möglich, gilt folgendes:

Als Hausmittel zur Entfernung von grünen Spinatflecken aus Teppich und Kleidung (wie Hose, Jeans, Pullover, Hemd und Shirt) finden sich rohe Kartoffeln, Buttermilch und Gallseife. Vorgehen: Den Fleck mit einer rohen Kartoffelscheibe abreiben und anschliessend mit warmem Seifenwasser abspülen.

Spinatflecken in Kombination mit Sahne oder Fett kann man gut mit etwas Feinwaschmittel vorbehandeln und waschen oder direkt entfernen. Dazu den Fleck mit Wasser anfeuchten, das Waschmittel direkt auf den Fleck geben und einige Zeit einwirken lassen. Den Spinatfleck dann mit einem feuchten Tuch entfernen.

Buttermilch ist dafür bekannt, den Farbstoff aus Kleidern zu saugen. Legen Sie dazu das Kleidungsstück mit dem Spinatfleck in Buttermilch ein. Am nächsten Morgen können Sie das Kleidungsstück wie gewohnt waschen. Auch Gallseife kann Spinatflecken lösen: Ca. 15 Minuten einwirken lassen und dann wie gewohnt waschen.8

Literatur / Quellen:

  1. bauerntuete.de/babyspinat-verwendung/

  2. t-online.de/leben/essen-und-trinken/id_72683630/babyspinat-tipps-zu-jungem-spinat.html

  3. zeit.de/stimmts/1998/1998_6_stimmts auf Zeit.de

  4. zeit.de/stimmts/1997/1997_41_stimmts auf Zeit.de

  5. abcde Spinacia oleracea bei Plants For A Future

  6. Hamblin TJ. Spinach - I was right for the wrong reason. [Internet] Mutated Unmutatex Blogspot. 2010;12.

  7. Deutschsprachige Wikipedia: Spinat

  8. flecken-entfernen.de/spinatflecken-entfernen/

  9. Pamplona Roger J.D. Heilkräfte der Nahrung. Zürich: Advent-Verlag; 2006:36
  10. pro-retina.de/forschungsfoerderung/wissenschaftliche-beratungsgremien/empfehlungen/lutein-und-zeaxanthin

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