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Zucht-Champignons, roh (bio?)

Der Zucht-Champignon ist auch roh geniessbar. Er ist der beliebteste Speisepilz und es gibt ihn in weisser sowie brauner Farbe.
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Der Zucht-Champignon (Agaricus bisporus syn. Agaricus brunnecens, Agaricus hortensis), auch als Zweisporiger Egerling (roh, bio) bekannt, ist einer der bekanntesten Speisepilze und gehört zur Familie der Champignonverwandten.

Verwendung vom Zucht-Champignon in der Küche:

Den Zucht-Champignon gibt es durch Züchtung in verschiedenen Farben (weiss oder braun) und Grössen (knopfförmig oder mit weit geöffneten Hüten). Sein Geschmack ist mild und nussartig, sein Geruch pilzig, leicht nussig und gelegentlich als marzipanartig beschrieben.

Man kann den Zucht-Champignon vielseitig zubereiten. Er lässt sich braten, dünsten, frittieren, grillen und kochen. Der Zuchtchampignon macht sich gut zu allerlei Pastagerichten, Reisgerichten (z.B. Risotto), in Gemüsepfannen, asiatischen Gerichten, Aufläufen und Suppen. Auch in einer Pilzpfanne mit anderen Pilzen (z.B. Riesen-Champignons, Pfifferlingen, Kräuterseitlingen, Austernseitlingen, Shiitake-Pilzen, etc.) oder gefüllt mit Gemüse schmecken Zuchtchampignons ausgezeichnet. Champignons kann man auch gut in Essig (z.B. Weissweinessig) mit etwas Salz, Pfeffer, Knoblauch und Kräutern (z.B. Rosmarin, Majoran, Thymian etc.) einlegen.

Den Zucht-Champignon kann man simpel mit etwas Salz, Pfeffer und Petersilie zubereiten. Aber auch etwas exotischer zubereitet (z.B. mit Curry, Paprikapulver oder Koriander) schmeckt der Pilz sehr gut.

Kann man Champignons roh essen? Zucht-Champignons kann man roh essen. Man kann rohe Champignons z.B. im Salat oder zusammen mit verschiedenstem Gemüse mit Dips als Rohkost geniessen.

Veganes Rezept für eine Champignon-Gemüsepfanne mit Reis:

Zutaten (für 2 Personen): 150 g Basmatireis, 400 g braune Zuchtchampignons (bio), 400 g Kichererbsen (gekocht), 200 g Broccoli, 1 kleine Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, etwas Salz und Pfeffer, wenig Rapsöl.

Zubereitung: Basmatireis nach Anleitung kochen. Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. Champignons mit einem Küchentuch putzen und halbieren. Broccoli in Röschen teilen. Kichererbsen abgiessen und kurz abspülen. Wenig Rapsöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebel und den Knoblauch für ca. 2 Min. darin anschwitzen. Broccoli und Zucht-Champignons hinzugeben und kurz mitbraten. Kichererbsen beifügen. Alles goldbraun anbraten und folgend mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken. Die vegane Gemüsepfanne mit dem gekochten Basmatireis anrichten und servieren.

Vegane Rezepte mit Zuchtchampignons finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben" (ganz unten oder nebenan).

Einkauf - wo Zucht-Champignons kaufen?

Die meisten Lebensmittelgeschäfte bieten das ganze Jahr über frische Zuchtchampignons an. Man kann Zucht-Champignons daher einfach in Supermärkten (z.B. Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer etc.) und Bio-Supermärkten (z.B. Alnatura und Denn's Biomarkt) kaufen, oftmals auch in Bio-Qualität (bio). Auch auf Wochenmärkten und in Online-Shops ist der Zucht-Champignon zu finden.

Wild zu finden - Saison:

Zuchtchampignons wachsen vorwiegend in gemässigten Breiten auf der Nordhalbkugel.1 Mittlerweile findet man den Zucht-Champignon als verwilderten Kulturpilz auch in Parkanlagen und Gärten auf der ganzen Welt. In der Natur kann man den saprobiontischen Pilz von Frühsommer bis Spätherbst finden und zwar auf nährstoffreichen Substraten wie z.B. Kompost und Mist.2Daher wachsen die Pilze auch gut auf Wiesen mit Pferde- oder Hühnermist.3

Lagerung:

Zuchtchampignons kann man zwei bis drei Tage im Kühlschrank lagern, am besten in einer Papiertüte, damit Luft an die Pilze gelangt. Da Zuchtchampignons leicht den Geschmack und Geruch von anderen Lebensmitteln annehmen, sollte man sie nicht neben stark riechenden Lebensmitteln aufbewahren. Zucht-Champignons kann man zudem problemlos einfrieren (ca. 1 Jahr haltbar). Gekochte Pilzgerichte sollte man nicht mehr als einen Tag im Kühlschrank aufbewahren und vor dem Essen einmal gut erhitzen.

Champignons Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien:

Der Energiegehalt von Zucht-Champignons beträgt 22 kcal pro 100 g, wovon 3,3 g/100g Kohlenhydrate sind. Fett ist mit 0,34 g/100g kaum vorhanden. Zuchtchampignons enthalten 3,1 g/100g Eiweiss.4

Enthalten Champignons Vitamine? Der Zuchtchampignon beinhaltet 16 µg/100g Biotin (ex Vitamin B7, H), was 32 % des Tagesbedarfs ausmacht. Ähnlich viel weisen rohe Austernseitlinge (16 µg/100g) und rohe Shiitake-Pilze (15 µg/100g) auf. Getrocknete Shiitake-Pilze enthalten mit 75 µg/100g ca. das 5-fache an Biotin.4

Der Gehalt an Riboflavin (Vitamin B2) von Zuchtchampignons beträgt 0,4 mg/100g. Dieser Gehalt deckt den Tagesbedarf zu 29 %. Rohe Riesen-Champignons (0,4 mg/100g) und rohe Steinpilze (0,37 mg/100g) haben ähnliche Riboflavin-Gehalte. Besonders viel dieses Vitamins findet man in getrockneten Steinpilzen (1,8 mg/100g) und getrockneten Shiitake Pilzen (1,3 mg/100g).4

In Zucht-Champignons stecken 1,5 mg/100g Pantothensäure (Vitamin B5) (25 % des Tagesbedarfs). Rohe Shiitake-Pilze (1,5 mg/100g) und Riesen-Champignons (1,5 mg/100g) weisen ähnlich viel Pantothensäure auf. Getrocknete Shiitake Pilze (22 mg/100g) und getrocknete Steinpilze (15 mg/100g) gelten als Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Vitamin B5.4

Die gesamten Inhaltsstoffe vom Zucht-Champignon, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen (Zucht-Champignon Nährwertangaben) im CLICK FOR unter dem Zutatenbild.

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Die reichhaltigen Champignons Nährstoffe wie Proteine, Lipide, Fasern, Mineralien und Vitamine machen den Zucht-Champignon zu einem berühmten gesunden Lebensmittel.5

Die Extrakte von Agaricus bisporus und dessen bioaktiven Verbindungen weisen antioxidative, antimikrobielle, blutzuckersenkende und entzündungshemmende Aktivitäten auf. Zudem verwendet man ihn als Mittel bei Krebs, Diabetes, kardiovaskulären Erkrankungen und Störungen des Immunsystems.5

Einige grössere Pilz-Farmen (z.B. in den USA, Irland, Niederlanden und Australien) setzen frische Zucht-Champignons UV-Strahlung aus, um so deren Konzentration an Vitamin D2 signifikant zu erhöhen. Der erhöhte Gehalt ist während der Lagerung und des Kochens relativ stabil. Solch behandelte Zucht-Champignons sind daher gute Lieferanten des Vitamins D2, das unter anderem wichtig für die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung ist.6

Aufgrund des geringen Kaloriengehalts und seiner sättigenden Wirkung ist der Zuchtchampignon gut für eine figurbewusste Diät geeignet.7

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Soll man den Champignon roh essen? Sind Champignons gesund roh? Einige Studien haben gezeigt, dass rohe Zuchtchampignons, zusammen mit einigen anderen essbaren Pilzen, eine geringe Konzentration krebserzeugender Inhaltsstoffe (Hydrazin-Derivate wie Agaritin) enthalten. Die Forschung stellte jedoch fest, dass diese hitzelabilen Verbindungen nach dem Kochen signifikant reduziert vorkommen.8 Geniessen Sie daher den Zucht-Champignon roh besser nur in kleinen Mengen.

Laut einer Studie neigen wild wachsende Zuchtchampignons dazu, Schwermetalle in ihrem Gewebe zu akkumulieren. Das Ausmass der Akkumulation ist abhängig von verschiedenen Faktoren (z.B. Bodeneigenschaften, Schwermetall-Konzentration im Boden, etc.). Die Autoren der Studie empfehlen daher, beim Verzehr von gesammelten Pilzen Sorgfalt walten zu lassen und diese massvoll zu geniessen.9

Volksmedizin - Naturheilkunde:

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist der Pilz für seine Fähigkeit bekannt, die Qi-Zirkulation zu regulieren. Die Zuchtchampignons sollen zudem helfen, Wärme, Giftstoffe und Schleim aus dem Körper zu beseitigen.10

Vorkommen - Herkunft - Ökologie:

Vermutlich verzehrten Römer den Champignon als Delikatesse. Der Beginn der Kultivierung geht anscheinend auf einen Zufall zurück: Melonenzüchter im 17. Jahrhundert bemerkten das Wachstum von Pilzen auf dem Mist, auf dem sie Melonen anzüchteten. Die erste Kultivierung führte man folgend in Paris zur Zeit des Ludwigs XIV durch. Der Prozess der Kultivierung breitete sich schnell auf andere europäische Länder aus und später auch weltweit.2

Anbau im Garten oder als Topfpflanze:

Zuchtchampignons gedeihen gut im Dunkeln. Man kann sie daher selbst im Keller züchten. Der Kellerraum sollte eine dauerhafte Temperatur von ca. 15-20 °C haben. Am einfachsten gelingt ein eigener Pilzanbau mit vollständig vorbereiteten Kisten mit Zucht-Champignonbrut auf geeignetem Substrat (z.B. Strohhäcksel, Holz, etc.), die man im Fachhandel kaufen kann (Champignon Zuchtset). Folgend muss man die Zuchtchampignon-Kultur lediglich feucht halten und die wachsenden Champignons ernten.

Anbau - Ernte:

Zucht-Champignons züchtet man grösstenteils in speziell angelegten Tunneln mit Klimakontrolle. Nach 3-6 Wochen erreichen die Champignons ihre gewünschte Grösse. Kompostierbare Materialien, z.B. ein Mix aus Stroh, Gips und Hühner-, Kuh- oder Pferdemist, dienen als Kultivierungssubstrat für die Zuchtchampignons.2 Die Ernte geschieht per Hand. So stellt man sicher, dass die Champignons ohne viel anhaftender Erde aus dem Beet gelangen. Nach der Ernte sortiert man die Pilze nach Qualität, Gewicht und Grösse.

Ökologische Aspekte:

In der biologischen Zucht der Zuchchampignons (bio) beimpft man extra Bio-Substrat mit Champignon-Mycelium. Das Bio-Substrat erfährt keine Behandlungen mit chemischen Pestiziden. Die Pilze wachsen im Bio-Anbau bei milderer Temperaturführung, was der Vermehrung von Schädlingen entgegenwirkt, aber auch das Wachstum im Gegensatz zum konventionellen Anbau verlangsamt. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass die Pilze dabei weniger Wasser einlagern und dadurch festeres Fleisch und ein intensiveres Aroma entwickeln.11

Verwechslungsgefahr:

Den Zuchtchampignon (Agaricus bisporus) kann man mit weiteren Arten von Champignons wie z.B. dem Wiesenchampignon (Agaricus campestris), Kompostegerling (Agaricus cappellianus) oder Stadt-Champignon (Agaricus bitorquis) verwechseln, was nicht weiter schlimm ist, da diese essbar sind. Mit dem giftigen Karbolegerling (Agaricus xanthodermus) und dem tödlich giftigen Knollenblätterpilz (Amanita phalloides var. alba) sollte man ihn jedoch nicht verwechseln.3

Industrielle Herstellung:

Der Zucht-Champignon ist weltweit der meist angebaute Speisepilz. Die jährliche Produktion beläuft sich auf ca. zwei Millionen Tonnen.
Wo gibt es Kulturchampignons Züchtung? Vor allem in Nordamerika, Europa und China baut man grössere Mengen des Kulturchampignons an.2

Allgemeine Informationen zum Zucht-Champignon:

Der Pilz Agaricus bisporus gehört zur Gruppe der rötenden Agaricus-Arten. Diese rötende Reaktion, wobei das Fleisch rötet, fällt beim Zuchtchampignon aber nur schwach aus. Die Position des Rings (klein und aufsteigend) ist ein weiteres Merkmal für den Zucht-Champignon.1

Alternative Namen:

Der Zucht-Champignon (Zuchtchampignon, Zucht Champignon, Champignon Zucht) hat einige Synonyme: Zweisporiger Champignon, Zweisporiger Egerling, Weisser Champignon, Brauner Champignon, Weisser Egerling, Brauner Egerling, Brauner Zuchtegerling, Weisser Zuchtegerling, Kulturchampignon, Gartenegerling, Kulturchampignon, Steinchampignon, Steinpilzchampignon, Pariser Pilz, Champignon de Paris, Portobello Pilz, etc.

Im Englischen bezeichnet man ihn als common mushroom, button mushroom, white mushroom, table mushroom, portobello mushroom, cremini, crimini mushrooms, Swiss brown mushroom, Roman brown mushroom, Italian brown, Italian mushroom, chestnut mushroom, cultivated mushroom.

Stichworte zur Verwendung:

Eine Studie untersuchte das Potenzial von Pilzsubstrat (pasteurisiertes organisches Material, das nach der Ernte von Pilzen übrig bleibt) aus der Kultivierung von Zuchtchampignons als kostengünstiges Bioremediationsmittel zur Entfernung verschiedener Schwermetalle aus verschmutztem Wasser. Die Studie beschreibt diesen Vorgang als effiziente, wirtschaftliche, umweltfreundliche und nachhaltige Biotechnologie zur Eliminierung umweltbelastender Verunreinigungen.12

Literatur - Quellen:

CLICK FOR: 12 Quellenangaben

In der Wissenschaft ist Wikipedia (wiki) als Quelle umstritten, auch weil bei Wikipedia Angaben zur zitierten Literatur bzw. zu Autoren häufig fehlen oder nicht verlässlich sind. Unsere Piktogramme für Nährwerte enthalten kcal.

  1. Laessoe T. Pilze. Das grosse Bestimmungsbuch. Dorling Kindersley Verlag: London; 2013: 215.
  2. Pilzmaennchen.de Der Champignon, Zuchtchampignon (Agaricus bisporus).
  3. 123pilzsuche.de Zuchtchampignon.
  4. USDA United States Department of Agriculture.
  5. Atila F, Owaid MN, Shariati MA. The nutritional and medical benefits of Agaricus bisporus: A review. Journal of Microbiology, Biotechnology and Food Sciences. 2017; 7(3): 281-286.
  6. Cardwell G, Bornman JF, James AP, Black LJ. A review of mushrooms as a potential source of dietary vitamin D. Nutrients. 2018; 10: 1498.
  7. Pamplona Roger JD. Heilkräfte der Nahrung. Advent-Verlag: Zürich. 2006: 278-279.
  8. Dhamodharan G, Mirunalini S. A novel medicinal characterization of Agaricus bisporus (White button mushroom). Pharmacologyonline. 2010; 2: 456-463.
  9. Kokkoris V, Massas I, Polemis E, Koutrotsios G, Zervakis GI. Accumulation of heavy metals by wild edible mushrooms with respect to soil substrates in the Athens metropolitan area (Greece). Sci Total Environ. 2019; 685: 280-296.
  10. Chinesenutrition.org Mushroom, button in TCM.
  11. Pini U. Das Bio-Food Handbuch. Ullmann Verlag: Potsdam; 2014: 134-135.
  12. Corral-Bobadilla M, González-Marcos A, Vergara-González EP, Alba-Elías F. Bioremediation of waste water to remove heavy metals using the spent mushroom substrate of Agaricus bisporus. Water. 2019; 11(3): 454.
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