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Litschi-Tomate (Litchi-Tomate, Solanum sisymbriifolium)

Die Litschi-Tomate (Litchi-Tomate, Solanum sisymbriifolium) sieht der Cherry-Tomate ähnlich, unterscheidet sich aber stark, auch im Geschmack.
78/18/04  LA:ALA
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Die Litschi-Tomate (Litschitomate, Litchi-Tomate), auch Morelle de Balbis oder Raukenblättriger Nachtschatten genannt, trägt kirschgrosse, in reifem Zustand kräftig rote Früchte. Der Geschmack entspricht nicht dem einer gewöhnlichen Tomate, sondern erinnert eher an Sauerkirschen.

Verwendung in der Küche:

Die runden Früchte der Litschi-Tomate reifen dunkelrot (selten gelb-orange) und das innere Fleisch ist gelb mit winzigen flachen Samen. Diese sind sehr zahlreich und wie bei einer Kirschtomate angeordnet. Der eigentliche Geschmack ist süsslich und erfrischend zugleich, ähnlich einer Sauerkirsche. Aus diesem Grund lassen sich die reifen Litschi-Tomaten nicht nur frisch vom Strauch naschen, sondern auch prima anbraten.

Die Litschi-Tomate geniesst man frisch z.B. in einem Salat oder Fruchtsalat, gepresst in einem Fruchtsaft oder man kocht sie ein zu Konfitüren und Kompott. Ihr süss-säuerliches Aroma passt auch hervorragend in ein Chutney, einen Früchtekuchen oder in ein Sorbet.1

Einkauf:

Litschi-Tomaten bekommt man in Europa nicht im Supermarkt oder im Quartierladen. Man kann sie aber als Saatgut oder Jungpflanze im Gartenfachhandel kaufen oder im Internet bestellen.

Lagerung:

Es ist empfehlenswert, die Litschitomate rasch zu konsumieren, da die Haltbarkeit relativ kurz ist.2 Alternativen zur Lagerung nach der Ernte sind Kompott, Marmelade oder Chutney.

Inhaltsstoffe:

Die Litschitomaten sind vitaminreich (Vitamin C, Vitamin K), enthalten Kalium, viel Wasser und Apfelsäure, welche ihnen einen angenehme säuerliche Frische verleiht.2 Siehe dazu die Inhaltsstoff-Tabelle ganz unten nach dem Text.

Gefahren / Unverträglichkeiten:

Wie die Kartoffel, die Aubergine und die Tomate gehört die Litschitomate zur Familie der Nachtschattengewächse. Unreife Früchte sowie Keime enthalten toxische Alkaloide, die typisch sind für die Solanin-Gruppe. Deshalb sollte man die Beeren des raukenblättrigen Nachtschattens auf keinen Fall essen, bevor sie ausgereift sind (noch grüne oder gelb-orange Farbe).

Ein ausreichender Reifegrad ist erreicht, wenn die Früchte dunkelrot (oder selten gelb) gefärbt sind. Dann hat sich deren stachelige Hülle bereits abgelöst und sie lassen sich ohne Widerstand vom Stiel pflücken.1 Der Verzehr von unreifen Früchten führt zu Übelkeit, Erbrechen, starken Bauchschmerzen, Kreislauf- und Atemkollaps. Ausserdem können geistige Verwirrung und heftige Kopfschmerzen auftreten. Bei einer hohen Dosis droht das Koma oder der Tod.3

Vorkommen:

Die Pflanze hat ihren Ursprung in Süd- und Mittelamerika, in Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay, Bolivien und Kolumbien.4 Dort wächst sie vorwiegend auf sandigen Stellen, wie Strassenrändern, entlang von Zäunen oder ähnlichen Plätzen. Sie vermehrt sich dann auch schnell, denn aufgrund der stacheligen Verteidigung ist sie vor Fressfeinden sicher.

Ausserhalb ihrer Herkunftsgebiete wächst die Litschi-Tomate ebenfalls hervorragend, vermehrt sich beinahe schon invasiv und ist kaum in den Griff zu bekommen. Dank seiner Dornen verwendet man den Strauch manchmal auch als Heckenpflanze, um Tiere davon abzuhalten, in Gemüsegärten zu wandern. In Zentraleuropa überlebt der Raukenblättrige Nachtschatten den Winter im Freien aber nicht und gilt als einjähriges Gewächs.4

Anbau, Ernte:

Weil die Litschi-Tomate den Frost nicht verträgt, muss man sie in gemässigten Zonen über den Winter in einem kühlen, hellen und frostfreien Raum platzieren. Die Pflanze wächst am besten entweder in einem grösseren Topf oder im Garten.

Verschiedene Anbieter verkaufen Saatgut für die Litchi-Tomate. Idealerweise zieht man die Morelle de Balbis an einem sehr sonnigen Standort, wo sie genügend Platz zur Verfügung hat. Normalerweise erreichen die Pflanzen eine Höhe von ca. 1 bis 1.5 Meter und eine Breite von ca. einem halben Meter.

Achten Sie darauf, dass die Blätter oder die Früchte nicht in einen Weg hineinragen: die Stacheln können bis zu 2 oder 3 cm lang und sehr schmerzhaft sein! Ungefähr ab Mitte September beginnen die Beeren zu reifen. Sowohl die Blätter als auch die Beeren sind stachelig und klebrig, weshalb man für das Beschneiden der Pflanze und die Ernte der Früchte besser Handschuhe anziehen sollte. Bei der Ernte lieber nicht an den Beeren ziehen, sondern die Früchte nur vom Stängel drehen.

Samen kann man direkt aus den geernteten Früchten für die Aussaat im nächsten Jahr gewinnen. Dazu löst man die Samen der Litschitomate aus der Frucht und lässt sie einige Tage trocknen. Ab März ist es möglich, junge Pflanzen im Haus vorzuziehen und, sobald die Nächte frostfrei sind, nach draussen zu verpflanzen. Vergessen Sie nicht, den Raukenblättrigen Nachtschatten an Rankstäben aufzubinden.5

Verwechslungsgefahr:

Alle anderen dornentragenden Pflanzen derselben Gattung sind giftig. Eine erhöhte Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit dem im Süden der USA verbreiteten Carolina-Nachtschatten, auch bekannt als Pferdenessel.6 Diese Pflanze trägt ähnlich grosse, gelb-orange Beeren, die jedoch toxisch sind und zum Tod führen können.6

Allgemeine Informationen:

Die Litschi-Tomate (Solanum sisymbriifolium) ist ein Nachtschattengewächs (Solanacea) aus der Gattung der Nachtschatten (Solanum). Die Solanum sisymbriifolium gehört zu einer der sieben Untergattungen der Nachtschatten, zum Subgenus Leptostemonum, dessen typisches Kennzeichen die Stacheln an der Sprossachse, auf den Blättern und/oder am Blütenkelch sind.

Im französischsprachigen Raum heisst die Beere Morelle de Balbis (Solanum balbisi), als deutsche Namen finden sich Raukenblättriger Nachtschatten oder Klebriger Nachtschatten. In Südamerika bezeichnet man die Litchitomate gern als Espina colorada, als Tutiá, Revienta caballos oder als Jua de roca. Englisch benutzt man Dense thorned bitter apple, Fire-and ice plant oder Sticky nightshade als Trivialnamen.

Die in weiss, teilweise auch zart fliederfarben blühende Litschi-Tomate weist harte Stacheln an den Stängeln und Blättern auf. Sie hat eine stachelige Fruchthülle, die die roten (oder gelb-orangen) kleinen Früchte umschliesst. Wenn die Früchte reif sind, bildet sich die Fruchthülle zurück. Je nach Bodenqualität und Pflege kann der Strauch maximal bis zu zwei Meter hoch wachsen. Jede Frucht enthält etwa 50-200 Samen und hat eine dickere Haut als eine Cherry-Tomate.

In der Konsistenz und in der äusseren Erscheinung gleicht die Litschi-Tomate eher einer Physalis. Die Blätter und die Stängel der Litschitomate sind reich an Solasodin, einer Substanz, die sie extrem resistent gegen viele Schädlinge und Krankheiten macht.8 Dies ist auch ein Grund dafür, warum die Litchi-Tomate die Aufmerksamkeit von Bio-Gärtnern erregt hat und oft als Köderpflanze für Nematoden und Pilze im Kartoffelanbau zum Einsatz kommt.4

Literatur / Quellen:

  1. motherearthnews.com real-food/litchi-tomato
  2. Arvy M.-P., Gallouin F. Légumes d'hier et d'aujourd'hui. Paris: Belin; 2007: 316
  3. lasplantasparalasalud.blogspot.com espina-colorada-solanum-sisymbriifolium
  4. Deutschsprachige Wikipedia Solanum sisymbriifolium
  5. wildkraeuterei.at litschi-tomate-die-etwas-andere-tomate/#Verwendung
  6. Deutschsprachige Wikipedia de.wikipedia.org/wiki Carolina-Nachtschatten
  7. eattheweeds.com/litchi-tomato/
  8. Steinegger E., Hänsel R. Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie. Berlin: Springer; 1988: 221

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