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Weisser Tafelwein ist ein alkoholisches Getränk, hergestellt aus dem vergorenen Saft der Beeren der Edlen Weinrebe (Vitis vinifera). Teilweise in Bio-Qualität erhältlich. Tafelwein ist aufgrund des Herstellungsprozesses nicht mehr roh (Rohkost).
Verwendung in der Küche
Weisser Tafelwein ist wie roter Tafelwein ein beliebtes alkoholisches Getränk. Die Geschmacksnoten von Weisswein können fruchtig, blumig, krautig, mineralisch, säuerlich und süsslich je nach Sorte und Wachstumsbedingungen ausfallen. Weisswein hat meist einen gelblichen Farbschimmer, der von blassgelb, grünlichgelb, strohgelb bis hin zu goldgelb und Bernsteinfarben reichen kann. Das Getränk schmeckt pur oder gespritzt mit Mineralwasser. Bekannt als Weisswein-Schorle oder "weisser Spritzer" ist das Getränk mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser im Mischverhältnis 1:1. Dazu passt auch ein Schuss Fruchtsirup. In Österreich ist der Kaiserspritzer mit Holundersirup verfeinert.
In der veganen Küche kommt Weisswein als "Kochwein" zum Einsatz, um dem Gericht eine spritzige, fruchtige und leicht säuerliche Note zu geben. So verleiht er der Weissweinsauce oder dem Risotto ihren typischen Geschmack. Beliebt ist auch Weissweinsuppe mit knusprigen Croûtons und Kresse. Damit der Geschmack am besten zur Geltung kommt, sollten Sie den Weisswein um mehr als die Hälfte reduzieren bzw. langsam einkochen. Oftmals findet er auch zur Verfeinerung von Saucen (Sossen) Verwendung.
Wer aufgrund des Alkohols keinen weissen Tafelwein in der Küche verwenden möchte, kann diesen durch Sauren Most (Apfelsaft), Gemüsebrühe oder Gemüsefond, weisser Balsamessig oder Zitronensaft ersetzen. Teilweise finden sich auch alkoholfreie Weissweine im Handel.
Veganes Rezept für Weissweinsauce
Zutaten (für 4 Personen): 1 Zwiebel, 1 TL Rapsöl, 1 TL Pfeffer, 200 ml weisser Tafelwein, 200 ml Hafersahne, 1 EL Senf, 1 TL Zitronensaft, 1 Prise Salz, 1 Prise gemahlene Muskatnuss, optional Kräuter wie Thymian oder Petersilie.
Zubereitung: Zwiebeln schälen und in sehr kleine Würfel schneiden. Öl in Topf geben und Zwiebeln bei mittlerer Hitze etwa 5 Min. andünsten. Mit Pfeffer würzen. Anschliessend Weisswein, Zitronensaft, Senf und Hafersahne zufügen und mit Salz und Muskat abschmecken. 10 Min. bei mittlerer Hitze köcheln lassen.
Die Sauce harmoniert besonders gut mit Pastagerichten und Risotto. Gemüsegerichte mit Spargel, Brokkoli oder Blumenkohl, Pilzgerichte sowie gratinierte Kartoffeln oder Gnocchi lassen sich ebenfalls mit der Sauce verfeinern.
Vegane Rezepte mit weissem Tafelwein finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".
| Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen: Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler. |
Einkauf - Lagerung
Was ist ein Tafelwein? Tafelwein, auch Trinkwein genannt, ist ein in der Regel nicht lagerfähiger Jungwein, der zum raschen Verbrauch (innerhalb eines Jahres) bestimmt ist. Es handelt sich dabei um einen Wein ohne Herkunfts- und Jahresangabe, der keiner besonderen Qualitätsprüfung unterliegt. Deshalb gehört er zur untersten Qualitätsstufe von Wein. Im Gegensatz dazu sind Qualitätswein bzw. Prädikatswein amtlich geprüfte Weine, bei denen die Auswahl der Rebsorte beschränkter und die Vorgaben bezüglich Herstellungsverfahren strenger sind.
Weisser Tafelwein kann man bei Grossverteilern wie Coop, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer und Billa kaufen, teilweise auch in Bio-Qualität. Bestimmte Supermärkte (Migros, Interspar) verkaufen Weisswein über den Online-Shop. Bio-Weine finden sich zudem in Denn's Biomarkt und Alnatura. Tafelwein ist ganzjährig erhältlich.
Die Verfügbarkeit von weissem Tafelwein ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.
Konventionell hergestellter Wein ist oft mehrfach geschwefelt. Dies ist auf dem Etikett mit "enthält Sulfite" ausgewiesen. "Ungeschwefelte" Weine finden Sie teilweise in Bio-Supermärkten und Weinfachgeschäften. Zunehmend finden sich auch alkoholreduzierte oder alkoholfreie Weine im Handel, die sich geschmacklich nicht von regulären Weinen unterscheiden. Ebenfalls immer beliebter sind sogenannte "Naturweine". Diese sind ohne der Zugabe von Reinzuchthefe (Weinhefe) hergestellt, sondern durch "natürliche" Spontangärung. Diese Weine sind nicht geschwefelt und geschönt bzw. geklärt.
Was ist veganer Wein? Für die Filtration von Trübstoffen (Schönung) aus dem Wein greifen Winzer bei der konventionellen Herstellung meist tierische Produkte darunter Hühnereiweiss oder Gelatine zurück. Veganer Wein hingegen ist mit Mineralerde (Benonit) gefiltert.2
Tipps zur Lagerung
Sie sollten Tafelwein innerhalb eines Jahres trinken, weil er nicht für die lange Lagerung gedacht ist. Wichtig bei der Lagerung ist das Aufrechterhalten einer konstanten Temperatur, das kann bei Zimmertemperatur oder im Keller sein. Wenn möglich die Flaschen liegend lagern. Schützen Sie den Wein vor Licht und Wärme. Geöffneter Tafelwein hält sich im Kühlschrank rund eine Woche. Mit einer Weinvakuumpumpe und einem passenden Verschluss lässt sich der Sauerstoff aus der Flasche ziehen und die Haltbarkeit um einige Tage erhöhen.
Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien
Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.
100 g weisser Tafelwein weist einen Energiegehalt von 82 kcal auf. Er ist fettfrei und nahezu eiweissfrei (0,07 g/100g Protein). Der Anteil an Kohlenhydraten ist mit 2,6 g/100g niedrig.1 Weisser Tafelwein enthält durchschnittlich 11,5-14 Vol.-% Alkohol.2 Zu den Nährstoffen von Weisswein zählen u. a. geringe Mengen an Fluor, Mangan und Kalium.1
Im Vergleich dazu enthält roter Tafelwein etwas mehr Kalorien (85 kcal/100g) und mit 12-14,5 Vol.-% einen höheren Alkoholgehalt.1,2
Die gesamten Inhaltsstoffe von weissem Tafelwein, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.
Wirkungen auf die Gesundheit
Ob ein geringer bis moderater Weinkonsum sowohl bei Männern als auch bei Frauen mit verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen in Zusammenhang steht, ist seit langem Gegenstand kontroverser Diskussionen.13,15
Übermässiger Alkoholkonsum stellt aufgrund seiner gesundheitlichen und sozialen Folgen weltweit ein erhebliches Problem für die öffentliche Gesundheit dar. Nach Angaben der Global Burden of Disease Study 2020 kann ein moderater Alkoholkonsum bei Personen über 40 Jahren mit einem geringeren Risiko für bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und Diabetes verbunden sein, gleichzeitig aber das Risiko für andere Erkrankungen wie Krebs erhöhen. Gemäss einer anderen systematischen Metaanalyse gibt es einen inversen Zusammenhang zwischen Weinkonsum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, koronarer Herzkrankheit sowie kardiovaskulärer Mortalität. Alter, Frauenanteil und Nachbeobachtungsdauer scheinen diesen Zusammenhang nicht wesentlich zu beeinflussen. Eine Erhöhung des Weinkonsums kann jedoch insbesondere für Personen problematisch sein, die aufgrund ihres Alters, ihrer Medikamente oder bestehender Erkrankungen besonders empfindlich auf Alkohol reagieren. Besonders für Jugendliche und junge Erwachsene überwiegen die gesundheitlichen Risiken. Alkoholkonsum kann unter anderem die Gehirnentwicklung beeinträchtigen und das Risiko für Verletzungen, Alkoholvergiftungen und spätere alkoholbedingte Schäden erhöhen.13
Moderater Weinkonsum steht mit einer sogenannten "mediterranen Trinkweise" in Verbindung. Darunter versteht sich ein regelmässiger und moderater Weinkonsum im Erwachsenenalter, hauptsächlich zu den Mahlzeiten. Der Körper verstoffwechselt den Alkohol langsamer bei gleichzeitiger Nahrungsaufnahme. Nach den Empfehlungen der Literatur gilt ein moderater Konsum als zwei Getränke pro Tag für Männer und ein Getränk pro Tag für Frauen.13,14
Lesen Sie ergänzende gesundheitliche Informationen unter den Zutaten Weintrauben, Muscadine-Weintrauben, angereicherter Traubensaft, Traubensaft, Traubenkerne und Traubenschale, Traubenkernöl, Rot-und Portwein und Rosinen nach.
Sekundäre Pflanzenstoffe
Die gesundheitsfördernde Wirkung von Alkohol ist mit Vorsicht zu beurteilen. Sofern diese besteht, kann man sie möglicherweise auf die im weissem Tafelwein enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.
Weisser Tafelwein enthält u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:3,13,16
- Polyphenole: Phenolsäuren: Hydroxybenzoesäuren (Vanillinsäure, Syringinsäure, Protocatechinsäure, Gallussäure, Gentisinsäure), Hydroxyzimtsäuren (Kaffeesäure, Ferulasäure, p-Cumarsäure, Ferulasäure, Sinapinsäure, Caftarinsäure); Flavonoide: Flavonole (Kaempferol, Quercetin, Myricetin, Isorhamnetin, Laricitrin, Syringetin), Flavanole (Catechin), Flavone (Apigenin, Luteolin), Flavanonole (Astilbin, Engelitin, Taxifolin), Anthocyane (Cyanin-Glucoside, Delphinidin-Glucoside, Petunin-Glucoside, Peonin-Glucoside, Malvin-Glucoside); Stilbene (Resveratrol-Derivate, Piceid, Pterostilben, Piceatannol); Tannine (Proanthocyanidine)
- Weitere organische Verbindungen: Aldehyde (Acetalaldehyd, Hexanol, Nonanal); Hydroxycarbonsäuren (Apfelsäure, Zitronensäure, Milchsäure, Weinsäure); Carbonsäure (Essigsäure)
Die Chemie der phenolischen Verbindungen im Wein ist komplex und umfasst Flavonoide, Phenolsäuren, Tannine und Stilbene, die jeweils eine unterschiedliche Rolle für das Aromaprofil des Weins und seine potenziell gesundheitsfördernden Eigenschaften spielen. Diese hauptsächlich aus Weintrauben stammenden Verbindungen weisen ausgeprägte antioxidative, entzündungshemmende und kardioprotektive Eigenschaften auf, die mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmte Krebserkrankungen und neurodegenerative Erkrankungen in Verbindung stehen. Rotwein enthält durchschnittlich etwa 18 mg/100ml Polyphenole, während Weisswein etwa 2 bis 3 mg/100ml aufweist.13,14,16,17
Resveratrol kommt in Tafelwein in verschiedenen Formen vor. In Trauben überwiegt trans-Resveratrol, das als biologisch aktive Form des Resveratrols gilt. Im Wein kommen alle Resveratrolformen vor. Resveratrol ist das bekannteste und am besten untersuchte Stilben, das in reifen Trauben roter und weisser Rebsorten vorkommt, wobei rote Beeren höhere Gehalte aufweisen. Resveratrol befindet sich hauptsächlich in der Beerenhaut. Da Weisswein üblicherweise ohne oder mit nur begrenzter Maischegärung entsteht, gelangt entsprechend weniger Resveratrol in den Wein. In Zell- und Tiermodellen beeinflusst Resveratrol verschiedene Signalwege positiv, die an der Gefässfunktion und an entzündlichen Prozessen beteiligt sind. Obwohl die Aufnahme von Resveratrol aus dem Darm relativ gut ist, bleibt seine Bioverfügbarkeit aufgrund der raschen Verstoffwechslung gering. Die in Zell- und Tiermodellen beobachteten Wirkungen lassen sich nicht direkt auf gesundheitliche Effekte beim Menschen übertragen.14
Durch den Alkoholabbau entstehen Acetaldehyd und weitere potenziell schädliche Stoffwechselprodukte. Für die Krebsprävention fällt die Bewertung von Weinkonsum daher kritisch aus. Auch geringe Alkoholmengen können das Risiko für verschiedene Krebsarten, darunter Brust-, Leber-, Darm-, Speiseröhren- und Kopf-Hals-Krebs erhöhen. Die im Wein enthaltenen Polyphenole, darunter Resveratrol, können diese Risiken nicht aufheben.13
Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen
Weisser Tafelwein enthält Alkohol. Der Mensch besitzt einen Abbaumechanismus für Alkohol (Ethanol). Dieser ist jedoch auf minimale Mengen ausgerichtet und nicht auf Ethanolgehalte, die in alkoholischen Getränken üblich sind. Der Hauptabbauort für Ethanol ist die Leber. Dort oxidieren bestimmte Enzyme (Alkoholdehydrogenase ADH) das Ethanol zum toxischen Acetaldehyd, welches wiederum durch andere Enzyme (Aldehyddehydrogenase ALDH) zum Acetat weiter oxidiert. Langjähriger und hoher Alkoholkonsum kann zu Schädigungen der Leber führen (Fettleber und Leberzirrhose). Weitere Folgen können Reflux (Sodbrennen), Bluthochdruck, Übergewicht, Schädigungen am Nervensystem und ein erhöhtes Risiko für eine Krebserkrankung sein.11
Verdampft Alkohol beim Kochen? Kochen führt immer zu einem gewissen, aber nicht vollständigem Alkoholverlust. Der zu Beginn der Garzeit hinzugefügte Alkohol verdunstet vor allem bei langer Kochzeit bei hohen Temperaturen. Das bedeutet, bei längerer Garzeit reduziert sich der Alkoholgehalt. Kleine Gefässe führen zu einem kleineren Alkoholverlust.4 Selbst bei einer zweieinhalbstündigen Kochzeit kann noch 5 % des ursprünglichen Alkoholgehalts vorhanden sein.5 Beim Schmoren im geschlossenen Behälter verringert sich der Alkoholgehalt zudem kaum, da der alkoholhaltige Dampf am Deckel kondensiert und zurück in das Gericht gelangt.6
Weisswein enthält geringe Mengen Histamin. Zudem zählt Alkohol zu den Histaminliberatoren, d.h. sie setzen das im Körper gespeicherte Histamin frei. Personen mit einer Histaminintoleranz sollten den Konsum von Alkohol einschränken oder vermeiden.12
Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl
Der CO2-Fussabdruck von Wein ist unter anderem abhängig von der Traubenproduktion und -verarbeitung, den Transportwegen und der Verpackung. In einer Studie aus dem Jahr 2020 für Produkte in Deutschland berechneten die Autoren für 0,75 Liter Wein in einer Glaseinwegflasche eine Emissionsmenge von 1 kg CO2eq, das bedeutet pro kg Wein entstehen 1,33 kg CO2eq.18 Den grössten Beitrag zu den entstehenden Emissionen liefern sowohl der Weinanbau als auch die Verwendung von Glasflaschen als Verpackungsmaterial.19
Die benötigte Wassermenge zur Produktion von 1 kg Wein liegt bei 869 Litern Wasser, geringfügig mehr als für die Produktion von Traubensaft (675 Liter).20 Ein Grossteil des Wasserfussabdrucks ist für den Anbau der Trauben nötig. Dies ist in Ländern, die aufgrund der klimatischen Verhältnisse bereits mit Wasserknappheit zu kämpfen haben und zur Bewässerung der Trauben auf künstliche Bewässerung zurückgreifen müssen, ein besonders grosses Problem. Aufgrund der hohen Wassernutzung kommt es zu Biodiversitätsverlusten, etwa in Italien und Spanien.21 Mit der Zukunftsperspektive von steigenden Temperaturen und vermehrten Dürreperioden im Zuge des Klimawandels steht der Weinanbau in Mitteleuropa hiermit vor einer Herausforderung.22
Im ökologischen Weinbau, in dem keine synthetischen Pestizide und Herbizide zum Einsatz kommen dürfen, stellt der Umgang mit Mehltau und anderen Pilzkrankheiten eine grosse Problematik dar. Oftmals sind hier stattdessen kupferhaltige Pflanzenschutzmittel in der Anwendung. Diese wirken sich jedoch aufgrund ihrer ökotoxikologischen Eigenschaften negativ auf die Umwelt aus.10 Wissenschaftler forschen derzeit intensiv nach wirksamen Alternativen.
Um Biodiversität im Weinbau zu fördern, können Winzer beispielsweise auf die Mahd und das Mulchen der Rebgassen verzichten und Wildblumen aussäen.9
Weltweites Vorkommen - Anbau
Die ältesten Belege für die Weinherstellung stammen aus Ägypten und Assyrien und datieren 3500 vor Christus. Ursprünglich stammt die Weinrebe Vitis vinifera ssp. vinifera aus Vorderasien. Die Kultivierung der Weinreben findet in Griechenland seit 1500 v. Chr. statt und ist heutzutage im ganzen Mittelmeerraum und Mitteleuropa verbreitet. Zusammen mit dem Anbau der Weinrebe weitet sich auch das Wissen um die Weinherstellung aus.7
Im Jahr 2020 lag laut FAOSTAT die weltweite Produktion von Wein bei 26,7 Millionen Tonnen. Die Hauptproduzenten waren Italien (5,1 Mio. Tonnen), Frankreich (4,4 Mio. Tonnen) und Spanien (4,1 Mio. Tonnen).8
Anbau - Ernte
Wein entsteht durch das Keltern der reifen Weinbeeren, die auf der Edlen Weinrebe wachsen. Die Ernte und Weinlese erfolgten traditionell von Hand oder mithilfe von Maschinen. In Europa geht die Erntezeit der Weintrauben von September bis November. Nach der Ernte folgen das Sortieren der Trauben und das Trennen der Weintrauben von Stielen und Kämmen. Heutzutage läuft dies teilweise auch maschinell ab, mittels Schwing-Schüttel Technik.7
Industrielle Herstellung
Weisswein ist aus weissen Trauben hergestellt. Bei der Herstellung von Weiss- und Rotwein gibt es einen wichtigen Unterschied: die Vergärung von Most (Saft ohne feste Bestandteile) bei Weisswein und die Vergärung von Maische (enthält noch die Beerenhäute) bei Rotwein.
Nach der Weinlese und Entrappung zerkleinert man die Trauben durch Quetschen (Einmaischen). Die Traubenkerne müssen dabei unbeschädigt bleiben, da sich sonst Gerbstoffe lösen, die den Wein bitter machen. Eine erste Schwefelung stoppt eine allfällige Spontangärung. Anschliessend trennt man die Maische in Saft (Most) und feste Bestandteile (Trester). Diesen Vorgang nennt man Kelterung. Durch Zugabe von Reinzuchthefe (Weinhefe) lässt man den Most vergären. Dabei wandelt die Hefe den enthaltenen Zucker in Alkohol und Kohlendioxid um. Die Gärung erfolgt, bis der enthaltene Zucker umgewandelt ist oder der Alkoholgehalt so hochsteigt, dass die Hefe abstirbt. Anschliessend schwefelt man den Jungwein, um ihn zu stabilisieren und die Hefe abzutöten.
Es erfolgt der sogenannte Weinausbau, bei dem man den Wein in Fässer umfüllt (Abstich) und erneut schwefelt sowie gegebenenfalls entsäuert und verschneidet (Mischen von verschiedenen Weinen). Nach der Klärung und Schönung (Filtration der Trübstoffe) füllt man den Wein in Fässer (Qualitätswein) oder in Flaschen (Tafelwein) für die Reifung und Lagerung.2,7
Eine Spezialität ist Oranger Wein (Orange Wine), ein Wein aus gelben Trauben, den man wie einen Rotwein herstellt. Die Weissweintrauben vergärt man mit den Beerenschalen (Maische) anstelle nur des Safts (Most). Dadurch lösen sich mehr Farbstoffe und Tannine. Dies verleiht ihm die dunkelgelbe bis orange Farbe.
Weiterführende Informationen
Weisswein stellt man aus den gelben bzw. grünen Trauben der Edlen Weinrebe her (Vitis vinifera ssp. vinifera). Diese gehört zur Gattung der Weinreben (Vitis), die zur Familie der Weinrebengewächse (Vitaceae) zählt. Die einzelnen Früchte des Fruchtstandes heissen Weinbeeren, umgangssprachlich oft Weintrauben genannt. Sie können Weinbeeren roh essen (Tafeltrauben), zu Rosinen trocknen oder zu Traubensaft, Wein und Branntwein verarbeiten. Aus Trester, dem Pressrückstand aus der Weinherstellung, kann die Gewinnung von Spirituosen wie Grappa erfolgen. Weitere Nebenprodukte sind das Traubenkernöl und Traubenkernmehl aus den Kernen von Weinbeeren sowie das ebenfalls essbare Weinblatt.
Alternative Namen
Tafelwein ist auch als Trinkwein und Landwein bekannt. Weitere Bezeichnungen sind Alltagswein, Konsumwein, Schankwein, Schoppenwein, Tischwein, Zapfwein oder Zechwein. Die englische Bezeichnung ist table wine oder dinner wine.
Literaturverzeichnis - 22 Quellen (Link zur Evidenz)
| 1. | USDA United States Department of Agriculture. | |
| 2. | Wein-Plus. Wie viel Prozent Alkohol hat Wein? Was ist veganer Wein? Wie wird Weisswein hergestellt? | |
| 3. | * White wine consists of numerous chemical constituents such as volatile and nonvolatile compounds including organic acids and polyphenols, which can affect aroma and flavor profiles. In addition to the enological factors, chemical analysis of commercial wines is also important for understanding consumer perception. Volatile compounds are major contributors to wine aroma. Nonvolatile compounds affect the flavor of wine, through acidity, sweetness, bitterness, and astringency. The volatile aroma profiles of 12 commercial white wines were analyzed using headspace solid-phase microextraction (HS-SPME), with gas chromatography–mass spectrometry (GC–MS). High-performance liquid chromatography (HPLC) and a Y15 automatic analyzer were used to identify and quantify 10 polyphenols and 12 other target nonvolatile compounds. Sensory evaluation of sample wines was conducted by wine consumers. White wines were distinguished based on volatile and nonvolatile compositions. A total of 33 volatile compounds and 23 nonvolatile compounds were analyzed. Seven volatile compounds were correlated with consumer acceptability. Sugars are positively correlated with consumer preference, while nonvolatile substances such as acetic acid and catechins are negatively correlated with consumer preference. These results might further our understanding of the relationship between the chemical composition and consumer preferences in commercial wines. Lebensmittelanalytische Vergleichsstudie DOI: 10.3390/foods11040603 Study: weak evidence | Han S, Yang J, Choi K et al. Chemical analysis of commercial white wines and its relationship with consumer acceptability. Foods. 2022;11(4):603. |
| 4. | Cunningham E, Marcason W. Does the alcohol used in cooking burn off completely? J Am Diet Assoc. 2002;102(4):536. | |
| 5. | USDA Table of Nutrient Retention Factors, Release 6. National Agricultural Library. United States Department of Agriculture. 2007. | |
| 6. | Luzerner Zeitung: Wie viel Alkohol bleibt beim Kochen zurück? | |
| 7. | Rimbach G, Nagursky J, Erbersdobler HF. Lebensmittel-Warenkunde für Einsteiger (2. Auflage). Heidelberg: Springer-Verlag Berlin; 2015. | |
| 8. | FAOSTAT Food and Agriculture Organization of the United Nations. Wine (Production Quantity 2020). | |
| 9. | Bioland Wissen. Jeder Quadratmeter zählt - Artenvielfalt im Weingut. Biolandwissen. 2022; Ausgabe 1; Seite 45-51. | |
| 10. | Berkelmann-Löhnertz B, Heibertshausen D, Baus-Reichel O, et al. Ohne Kupfer geht es nicht - Status quo im ökologischen Weinbau nach 4 Jahren BÖL Verbundsprojekt. | |
| 11. | Biesalski HK, Grimm P. Taschenatlas der Ernährung (3. Auflage). Stuttgart und New York: Georg Thieme Verlag; 2004. | |
| 12. | Institut für Ernährungsmedizin TU München. Ernährung bei Histaminintoleranz (PDF). | |
| 13. | * The analysis clearly indicates that wine differs from other alcoholic beverages and its moderate consumption not only does not increase the risk of chronic degenerative diseases but is also associated with health benefits particularly when included in a Mediterranean diet model. According to Bavaresco et al. [11] resveratrol is present in a considerable higher amount in red wines than white wines because it is mainly present in the berry skin, and white wines are usually produced with no or limited maceration with the pomaces. Narrativer Review DOI: 10.3390/nu15010175 Study: weak evidence | Hrelia S, Di Renzo L et al. Moderate Wine Consumption and Health: A Narrative Review. Nutrients. 2022;15(1):175. |
| 14. | * Although it is clearly established that the abuse of alcohol is seriously harmful to health, much epidemiological and clinical evidence seem to underline the protective role of moderate quantities of alcohol and in particular of wine on health. This narrative review aims to re-evaluate the relationship between the type and dose of alcoholic drink and reduced or increased risk of various diseases, in the light of the most current scientific evidence. In particular, in vitro studies on the modulation of biochemical pathways and gene expression of wine bioactive components were evaluated. Twenty-four studies were selected after PubMed, Scopus and Google Scholar searches for the evaluation of moderate alcohol/wine consumption and health effects: eight studies concerned cardiovascular diseases, three concerned type 2 diabetes, four concerned neurodegenerative diseases, five concerned cancer and four were related to longevity. A brief discussion on viticultural and enological practices potentially affecting the content of bioactive components in wine is included. The analysis clearly indicates that wine differs from other alcoholic beverages and its moderate consumption not only does not increase the risk of chronic degenerative diseases but is also associated with health benefits particularly when included in a Mediterranean diet model. Obviously, every effort must be made to promote behavioral education to prevent abuse, especially among young people. Narrativer Review Study: weak evidence | El Rayess Y, Nehme N, Azzi-Achkouty S, Julien SG. Wine Phenolic Compounds: Chemistry, Functionality and Health Benefits. Antioxidants. Oktober 2024;13(11):1312. |
| 15. | * Background: The objective of this systematic review and meta-analysis was: (i) to examine the association between wine consumption and cardiovascular mortality, cardiovascular disease (CVD), and coronary heart disease (CHD) and (ii) to analyse whether this association could be influenced by personal and study factors, including the participants’ mean age, the percentage of female subjects, follow-up time and percentage of current smokers. Methods: In order to conduct this systematic review and meta-analysis, we searched several databases for longitudinal studies from their inception to March 2023. This study was previously registered with PROSPERO (CRD42021293568). Results: This systematic review included 25 studies, of which the meta-analysis included 22 studies. The pooled RR for the association of wine consumption and the risk of CHD using the DerSimonian and Laird approach was 0.76 (95% CIs: 0.69, 0.84), for the risk of CVD was 0.83 (95% CIs: 0.70, 0.98), and for the risk of cardiovascular mortality was 0.73 (95% CIs: 0.59, 0.90). Conclusions: This research revealed that wine consumption has an inverse relationship to cardiovascular mortality, CVD, and CHD. Age, the proportion of women in the samples, and follow-up time did not influence this association. Interpreting these findings with prudence was necessary because increasing wine intake might be harmful to individuals who are vulnerable to alcohol because of age, medication, or their pathologies. Systematischer Review Study: strong evidence | Lucerón-Lucas-Torres M, Saz-Lara A, Díez-Fernández A, Martínez-García I, Martínez-Vizcaíno V, Cavero-Redondo I, u. a. Association between Wine Consumption with Cardiovascular Disease and Cardiovascular Mortality: A Systematic Review and Meta-Analysis. Nutrients. Juni 2023;15(12):2785. |
| 16. | * White wine phenolic analyses are less common in the literature than analyses of red wine phenolics. Analytical techniques for white wine phenolic analyses using spectrophotometric, chromatographic, spectroscopic, and electrochemical methods are reported. The interest of research in this area combined with the advances in technology aimed at the winemaking industry are promoting the establishment of novel approaches for identifying, quantifying, and classifying phenolic compounds in white wine. This review article provides an overview of the current research into white wine phenolics through a critical discussion of the analytical methods employed. Narrativer Review DOI: 10.1002/jsfa.12120 Study: weak evidence | Clarke S, Bosman G et al. White wine phenolics: current methods of analysis. J Sci Food Agric. 2023;103(1):7-25. |
| 17. | * Resveratrol has antioxidant, anti-inflammatory, immunomodulatory, glucose and lipid regulatory, neuroprotective, and cardiovascular protective effects, therefore, can protect against diverse chronic diseases, such as cardiovascular diseases (CVDs), cancer, liver diseases, obesity, diabetes, Alzheimer’s disease, and Parkinson’s disease. Narrativer Review DOI: 10.3390/foods9030340 Study: weak evidence | Meng X, Zhou J et al. Health Benefits and Molecular Mechanisms of Resveratrol: A Narrative Review. Foods. 2020;9(3):340. |
| 18. | Reinhardt G, Gärtner S, Wagner T. Ökologische Fussabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. Institut für Energie - und Umweltforschung Heidelberg. 2020. | |
| 19. | Ferrara C, De Feo G. Life Cycle Assessment Application to the Wine Sector: A critical review. Sustainability. 2018;10(2):395. | |
| 20. | Mekonnen MM, Hoekstra AY. The green, blue and grey water footprint of crops and derived crop products. Hydrol. Earth Syst. Sci. 2011;15:1577-1600. | |
| Wir haben Studien und Bücher zu Ernährung und Gesundheit nach folgenden 3 Evidenz-Kategorien markiert: grün=starke Beweiskraft, gelb=mittlere, violett=schwache. Die restlichen Quellen sind grau markiert. Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Beitrag: Wissenschaft oder Glaube? So prüfen Sie Publikationen. | ||











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