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Tamarinde süss (roh, bio?)

Tamarinde unterteilt man geschmacklich in saure und süsse Tamarinde. Die geschälte süsse kann man roh und wenn möglich in Bio-Qualität direkt essen.
  Wasser 31,4%  95/04/01  LA : ALA
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Die Tamarinde nennt man auch Sauerdattel. Sie ist die 2-7 cm lange Hülsenfrucht (Schote) des Tamarindenbaums (Tamarindus indica L.). Der Name Tamarinde leitet sich vom arabischen "Tamar hindi" ab, was Indische Dattel bedeutet1. Dies ist jedoch irreführend, da die Tamarinde ihren Ursprung nicht in Indien hat (siehe unten).

Verwendung von Tamarinde in der Küche:

Die Tamarindenhülsen (Früchte) sind bohnenartig, gekrümmt und gewölbt mit hellbrauner bis graubrauner Schale. Geschält kommt das rohe, im reifen Zustand rotbraune bis fast schwarze Fruchtfleisch zum Vorschein, worin sich dunkelbraune Samen befinden.2

Vom Tamarindenbaum verwendet man so gut wie alle Teile für unterschiedlichste Zwecke.3 In der Küche findet vorwiegend das Fruchtfleisch als Würzmittel (Gewürz) Verwendung: Mit daraus gefertigter Tamarindenpaste kann man z.B. Currys oder Chutneys würzen. In den Anbauländern verwendet man die Blätter als Gemüse oder Tee und die Blüten als Gemüse, Suppeneinlage oder Salat.3 Sind die Tamarinden-Kerne essbar? Auch die im Fruchtfleisch steckenden Tamarinden-Kerne sind essbar. Man kann sie rösten oder stampfen und zu Mus oder Pulver weiterverarbeiten.

Wie schmeckt Tamarinde? Nicht jedes Fruchtfleisch der Tamarinde hat denselben Geschmack: Auf jeden Fall ist es süsslich (süss) bis säuerlich, fruchtig und leicht herb. Rotbraunes oder bräunliches Fruchtfleisch schmeckt meist süsslich, das fast schwarze eher sauer. Die Ausprägung der Farbe ist jedoch auch regional unterschiedlich und eine sauer schmeckende Tamarinde kann auch braunes Fruchtmark haben. Eine sehr süsse Tamarinde ist die thailändische Sorte "Makham Waan" und die US-amerikanische "Manila Sweet".2

Kann man Tamarinde ersetzen? Der säuerliche Geschmack des Tamarindensaftes erinnert an Zitronensaft, weshalb verschiedene Kochseiten empfehlen, Tamarindensaft gegebenenfalls durch Zitronensaft zu ersetzen. Da der Geschmack der Tamarinde jedoch sehr speziell ist, ist es nicht einfach, diesen durch alternative Zutaten zu erreichen.

Kann man Tamarinde roh essen? Das Fruchtfleisch der süssen Tamarinde kann man roh essen, eine Weiterverarbeitung ist jedoch häufig der Fall. Zudem sollte man nicht zu viel Tamarinde essen, da die Tamarinde eine leicht abführende Wirkung besitzt.

Die Tamarindenfrucht und deren Hülsen sind zudem Bestandteil von Tamarindenkonzentrat und von vielen verarbeiteten Produkten wie Sirup und Saucen (z.B. Worcestersauce) oder dienen als Grundlage für Bonbons, Konfitüren oder Sorbets. In Mexiko und Thailand isst man Tamarinde als Konfekt, kandiert und mit Chili gewürzt.4 Im Internet findet man viele verschiedene Tamarinden-Rezepte oder Gerichte mit Tamarinde.

Veganes Reis-Rezept mit Tamarinde:

Zutaten (4 Personen): 300 g Reis, 3 EL Rapsöl, 30 g Tamarindenpaste, 2 cm gehackter Ingwer (ca. 21 g), 2 gehackte Chilischoten, ½ TL Senfkörner, ½ TL Kurkuma, 1 TL Salz, 10 Curryblätter, 50 g geröstete Cashewkerne (gesünder: Macadamianüsse oder Walnüsse, ungeröstet).

Zubereitung: Den Reis nach Anleitung kochen. Öl in der Pfanne erhitzen und Chili, Gewürze, Ingwer und Tamarindenpaste darin anbraten. Anschliessend Curryblätter dazugeben, mitanbraten und dann wieder herausnehmen. Die Mischung zum Reis geben und mit den Nüssen bestreuen.

Zubereitung von Tamarindentee - Tamer Hindi:

Zutaten (für 2 Liter): 150 g Tamarindenmark (verwendet man eine Tamarindenpaste, benötigt man davon etwas weniger), 2 L Wasser.

Zubereitung: Um den Tee zuzubereiten, giessen Sie das Mark oder die Paste mit zwei Liter kochendem Wasser auf. Lassen Sie den Aufguss mindestens eine Stunde ziehen und giessen Sie ihn dann über ein Sieb ab (das kann man auch mehrmals machen, sodass keine Stücke mehr in der Flüssigkeit zu finden sind). Anschliessend können Sie, je nach Geschmack, den Tee süssen und verdünnen. Häufig verwendet man Tamarinden-Tee, um die Verdauung anzuregen oder die Galle zu aktivieren.

Tamarinde wie essen?

Wie isst man Tamarinde? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man Tamarinde essen kann. In Mitteleuropa erhält man vor allem Tamarindenmus, Tamarindenpaste, Tamarindensaft oder Tamarindenkonzentrat, die ganzen Früchte findet man nur selten (Saison siehe unten).

Bei rohen Tamarinden kann man die ganz dünne Schale etwas eindrücken und dann Stück für Stück vorsichtig in die Frucht beissen. Bitte auf die harten Steine achten und darum herum essen: Man kann sie ausspucken und, wenn erwünscht, weiterverarbeiten. Wenn die Schale beschädigt ist, sollte man die Frucht auf Insektenbefall untersuchen und die betroffenen Stellen entfernen. Kleine Löcher in den Steinen deuten ebenfalls auf einen Insektenbefall hin, denn die eindringenden Tiere haben es oft auf die Kerne abgesehen.

Am ehesten erhält man getrocknete Tamarinde, die sollten Sie aber ca. 15 Min. in heissem Wasser einweichen und anschliessend durch ein Sieb drücken. Die daraus entstandene zähe Flüssigkeit können Sie nun nach Wunsch verwenden.5 Das Mark oder die Paste kann man mit etwas Wasser anrühren und als Würzmittel z.B. zu Currygerichten, Chutneys oder Getränken (Limonade) hinzugeben.

Vegane Rezepte mit Tamarinde finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben" (ganz unten oder nebenan).

Einkauf - wo Tamarinde kaufen?

Bei Grossverteilern wie Coop, Migros, Spar, Rewe, Edeka findet man teilweise frische, rohe Tamarinden zur Saison (je nach Herkunft) oder auch Tamarindenpaste. Discounter wie Denner, Aldi, Lidl, Hofer oder auch Volg-Läden haben Tamarinden kaum im Sortiment. Ansonsten gibt es Tamarindenprodukte auch in Online-Shops oder Asiamärkten. Frische Tamarinden sieht man jedoch relativ selten. Reformhäuser, Bio-Läden und Bio Supermärkte (Alnatura, Denn's Biomarkt) haben Tamarinden-Produkte in biologischer Qualität (bio) im Sortiment. Tamarindenpaste (bio) besteht meist nur aus Tamarinden und Wasser, konventionelle Produkte können durchaus auch Salz, Zucker und Zusatzstoffe enthalten (z.B. Natriumascorbat, Zitronensäure oder Natriumbenzoat).

Tamarindenpasten oder Tamarindensaucen sind für den Verkauf häufig pasteurisiert und nicht roh. Tamarindenprodukte sind üblicherweise vegan, glutenfrei und laktosefrei, aber um sicherzugehen, lesen Sie immer die Inhaltsstoffangaben.

Wild zu finden - Saison:

Tamarindenbäume sind in Zentralafrika heimisch, man trifft sie aber auch in Mittelamerika, Brasilien und Westindien an. Im Sudan stammt die gesamte Ernte von wilden Tamarindenbäumen, die kaum eine Kultivierung erfahren.4 In anderen Teilen Afrikas findet man den Baum noch wild oder geschützt.3 Die Früchte der wilden Tamarindenbäume haben häufig einen eher säuerlichen Geschmack. Erst durch die Kultivierung haben sich süsslichere Varianten entwickelt.

Saison: In Mitteleuropa findet man Tamarindenprodukte das ganze Jahr über, denn die reifen Früchte können sehr lange am Baum hängen und man erntet Tamarinden zu unterschiedlichen Zeiten. Die Hülsen reifen in Florida, Zentralamerika und Westindien von April bis Juni, in Hawaii im späten Sommer und Herbst und in Thailand hat die Tamarinde von Dezember bis Februar Saison.2,6

Lagerung der Tamarinde:

Ausgereifte, frische Tamarinde ist mehrere Monate bei Zimmertemperatur haltbar. Um die Hülsen noch länger frisch zu halten, bietet sich auch eine Lagerung im Gefrierschrank an. Das Mark und die Paste lassen sich im Kühlschrank geöffnet noch nach mehreren Wochen essen. Getrocknet ist Tamarinde ca. zwei Jahre haltbar. Man sollte sie luft- und lichtgeschützt lagern und regelmässig auf Schädlingsbefall überprüfen.6

Tamarinde: Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien

Die Hülsen der Tamarinde bestehen aus ca. 11 % Schale und Fasern, 55 % Fruchtfleisch und 34 % Samen. Das Fruchtfleisch der Tamarinde enthält ca. 31 % Wasser, 62 % Kohlenhydrate (wovon 43,1 % Zucker sind), 5,1 % Ballaststoffen, 2,8 % Proteine und mit 0,6 % kaum Fett. Der Wassergehalt ist abhängig vom Trocknungsgrad des Fruchtfleischs.7 Der saure Geschmack der Tamarinde kommt durch die im Fruchtfleisch vorhandene Weinsäure zustande (bis zu 20 %).17

Reife Tamarinden besitzen ca. 0,43 mg Vitamin B1 pro 100 g. Dies ist vergleichbar mit dem Vitamingehalt von Kichererbsen (0,48 g/100g). Mehr Thiamin haben Linsen (0,87 g/100g), sehr wenig davon besitzen rohe, grüne Bohnen (0,08 g/100g). Das Vitamin spielt eine relevante Rolle beim Energiestoffwechsel und ist wichtig für Herz und Nerven. Bei Vitamin-B1-Mangel treten vor allem Müdigkeit, Gedächtnisstörungen und Appetitmangel auf.7

Unter den Vitaminen ist bei der Tamarinde auch Biotin (Vitamin B7) mit 10 µg/100g nennenswert, das wichtig für Stoffwechsel und Energiebereitstellung ist. Ähnlich viel Biotin findet man in Kichererbsen (8 µg/100g) und nur etwa halb so viel in Erbsen (5 µg/100g). Die Walnuss besitzt mit 36 µg/100g um einiges mehr davon.7 Über die Nahrung erhalten wir meist genug von diesem Vitamin, Mängel sind kaum bekannt und daher sind Nahrungsergänzungsmittel oder Biotin-Präparate unnötig.8

Auch Kalium ist mit 628 mg/100g gut vertreten und die Werte sind mit geschälten Hanfsamen oder Datteln vergleichbar. Weisse Bohnen haben roh mit 1'797/100g einen besonders hohen Kaliumanteil, gekocht hingegen reduziert er sich auf 391 mg/100g.7 An Kalium ist in den meisten Lebensmitteln genügend vorhanden, der Verlust durch Waschen und Kochen im Wasser ist aber nicht zu unterschätzen.

Erwähnenswert ist zudem der Anteil an Eisen in der Tamarinde. Mit 2,8 mg/100g Eisen liegt die Tamarinde vor den Erbsen (1,5 mg/100g), aber weit hinter den roten Linsen mit 7,4 mg/100g. Eisen spielt im menschlichen Körper für den Sauerstofftransport und beim Energiestoffwechsel eine wesentliche Rolle.7 Ein Mangel an Eisen äussert sich zu Beginn durch trockene Haut, Nagel- und Haarbrüchigkeit. Später können Müdigkeit und Schwäche hinzukommen.9,21

Die gesamten Inhaltsstoffe von Tamarinde, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen im CLICK FOR unter dem Zutatenbild.

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Wie gesund ist Tamarinde? Die Tamarinde gilt seit langer Zeit als Heilpflanze. Heutzutage sagt man ihr unzählige positive Effekte in verschiedenen Bereichen der menschlichen Gesundheit nach: Die Tamarinde wirkt antioxidativ, blutzuckersenkend und stärkt das Immunsystem. Sie zeigt eine Schutzwirkung gegen Nierenprobleme, die mit Hyperglykämie zusammenhängen, und ist nützlich bei Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Epilepsie, nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen, Arthritis, Diabetes oder entzündlichen Darmerkrankungen.11

Tamarinden verwendet man bevorzugt bei Bauchschmerzen, Durchfall und Verstopfung, bakteriellen Infektionen, Parasitenbefall, zur Wundheilung und bei Entzündungen. Zudem kann man sie als Nahrungsergänzungsmittel für unterernährte Patienten verwenden, da sie günstig und leicht zugänglich sind.12

Neben den oben genannten traditionellen Verwendungen soll Tamarinde auch bei der Kontrolle des Sättigungsgefühls helfen und so Übergewicht präventiv vermeiden. Auch bei Erkältungen und Fieber kann Tamarindus indica helfen.13

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Nach dem Konsum von Tamarinde können Unverträglichkeiten und Allergien auftreten. Da die Frucht sowie die daraus hergestellten Pasten Fructose und Histamin enthalten, sollten Personen mit einer Fructose- oder Histaminintoleranz achtsam sein. Von der Paste verwendet man jedoch meist nur geringe Mengen, weshalb sie dennoch verträglich sein könnte.14

Da die Tamarinde eine leicht abführende Wirkung zeigt, sollte man sie nicht im Übermass essen.

Verwendung der Tamarinde als Heilpflanze:

Johannes Actuarius (Leibarzt des griechischen Kaisers in Konstantinopel) schreibt im 13. Jahrhundert von einem kühlenden Abführmittel bei Gallenkrankheiten.15 Seit dem 15. Jahrhundert sind Tamarinden und daraus hergestellte Produkte in deutschen Apotheken zu finden. Bisher ist die Tamarinde kein monographiertes pflanzliches Arzneimittel durch ESCOP, HPMC oder die Kommission E - trotz ihrer arzneilichen Wirksamkeit als leichtes Abführmittel.

Volksmedizin - Naturheilkunde:

In der Volksmedizin verwendet man Tamarinden-Blätter gegen Husten und Fieber, Tamarinden-Blüten bei Rheuma, Schmerzen, Entzündungen, Wunden und Gelenkleiden.4 Die Blätter sind aufgrund ihrer Säure auch als Wurmmittel im Einsatz.15 Das Fruchtmark der Schoten dient roh als Abführmittel, bei Malaria, Ruhr, Rheuma, Hämorrhoiden, Schlangenbissen, zur Wundheilung, bei Blähungen, als Infusion bei fiebrigen Erkrankungen, bei Gallenleiden und als Antiskorbutmittel.4

Vorkommen - Herkunft:

Der Ursprung des Tamarindenbaums ist bis heute nicht vollständig geklärt. Es gibt Vermutungen, dass die wilde Tamarinde aus Madagaskar, Südafrika oder Westasien kommt.Hinweise deuten auf eine natürliche Verbreitung in afrikanischen Savannen und regengrünen Trockengehölz-Zonen. Obwohl sie im semiariden tropischen Tiefland sehr gut gedeiht, kommt sie auch in Monsungebieten (ohne Staunässe) und in Lagen bis zu 1500 m ü.M. vor.4

Anbauländer von Tamarindenbäumen sind heute vor allem Amerika, Afrika, China, Indien, die Philippinen und Spanien.1 Tamarinden und Tamarindenprodukten aus Ostindien sagt man eine bessere Qualität nach als jenen aus Ägypten und Westindien.15

Anbau im Garten oder als Topfpflanze:

Um einen Tamarindenbaum selbst zu züchten, benötigt man ein durchlässiges, humoses Substrat. Hier eignet sich besonders Cocos-Substrat. Später kann man immer mehr Gartenerde untermischen. Eine Tamarinde enthält, je nach Herkunft, eine unterschiedliche Anzahl an Samen, die man zum Anziehen verwenden kann. Asiatische Tamarinden haben längere Schoten mit sechs bis 12 Samen, Tamarinden aus Afrika oder Westindien haben kürzere Hülsen mit bis zu 6 Samen. Die Keimzeit der Tamarinden-Samen beträgt zwischen 2 und 8 Wochen, dies ist von der Bodentemperatur abhängig. Die Samen sollte man einen Tag lang in lauwarmem Wasser einweichen. Anschliessend kann man sie in einem Anzuchtsubstrat pflanzen und angiessen. Der Topf kann an einem warmen, dunklen Ort stehen. Sobald erste Blätter spriessen, braucht die Pflanze einen hellen Platz, aber nicht zu viel Sonne. Zudem muss die Erde am Anfang ausreichend feucht, jedoch nicht nass sein.23

Anbau - Ernte:

Im typischen Tropenwald ist die Tamarinde fast nicht vorzufinden. Sie ist in der Regel ein immergrüner Baum, kann jedoch während der Trockenzeit in heissen Gebieten seine Blätter abwerfen. Der Tamarindenbaum kann ein Alter von bis zu 200 Jahren erreichen.4

Nach vollständiger Reife belässt man die Früchte noch bis 6 Monate am Baum, sodass sich der Flüssigkeitsgehalt auf ca. 20 % reduziert. Will man die Früchte sofort verarbeiten, löst man die Hülsen direkt vom Stil ab. In Indien gibt es spezielle Erntemaschinen, welche die Zweige schütteln und die reifen Schoten zu Boden fallen lassen. Der Rest verbleibt am Baum, bis sie auf natürliche Weise fallen. Es ist nicht erlaubt, die Früchte mit Stangen vom Baum zu schlagen, da ein derartiger Erntevorgang die sich neu entwickelnden Blätter und Blüten beschädigen könnte. Um die Tamarinde frisch zu halten (für den Verkauf), darf man die Schale der Tamarindenschote bei der Ernte nicht beschädigen.2

Verwechslungsgefahr:

Verwechslungsgefahr bei der Tamarindenfrucht (Tamarindus indica) besteht vor allem mit der Frucht der Garcinia cambogia (Malabar-Tamarinde), die einem kleinen Kürbis ähnelt.16

Allgemeine Informationen zur Tamarinde:

Tamarindus indica zählt zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae) und ist eine der wenigen kultivierten Spezies der Unterfamilie Johannisbrotgewächse (Caesalpinioideae). Die Früchte ass man in Afrika und Indien vorwiegend in Notzeiten und bereitete daraus Limonade. Wegen der dunklen Farbe sieht dieses Erfrischungsgetränk ähnlich aus wie Cola. Zur obengenannten Unterfamilie zählt auch der Karobenbaum (Ceratonia siliqua, Karubenbaum, Karobbaum), das sogenannte "Johannisbrot", der vorwiegend im Mittelmeergebiet anzutreffen ist.22

Alternative Namen:

Sanskritschriften im Ayur Veda Susrutas beschreiben die Tamarinde beispielsweise als Amlika oder Chinch.15,18 Es gibt auch lateinische Synonyme zu Tamarindus indica: T. occidentalis Gaertn.; T. officinalis Hook.2 Manchmal braucht man auch die wortwörtliche Übersetzung Indische Dattel (Indische Datteln) oder Sauerdattel.

Rechtschreibfehler wie Tamarrinde, Tamarind, Tomarinde, Tarmarinde, Taraminde, Tanarinde, Tamrinde, Tamerinde, Tamatinde, Ramarinde sind häufig. Ausserhalb der Schweiz schreibt man auch süße Tamarinde.

Auf Englisch nennt man die Frucht tamarind oder sweet tamarind, den Baum tamarind tree oder Tamarindus indica. Auf Türkisch heisst die Tamarinde demirhindi, Tamarinde essen bedeutet: demirhindi yemek.

Stichworte zur Tamarinde (Verwendung):

Die Verwendung der süssen Tamarinde ist vielfältig. Das rohe Fruchtfleisch der Tamarinde dient in Westindien neben der Verwendung als Gewürz auch zum Färben und Beizen von Tabak.15 Regional nutzt man die Blätter auch als Farbstoff zur Färbung von Stoffen, als Futtermittel für Tiere oder zur Produktion ätherischer Öle.3,4 Die in der Rinde der Tamarinde enthaltenen Tannine dienen in manchen Gebieten Afrikas zum Gerben von Häuten und Fellen.4 Aus dem Holz der Tamarinde stellt man Holzkohle, Räder, Mörser, landwirtschaftliche Arbeitsgeräte, Zäune, Möbel etc. her.4

Aus den Tamarindensamen kann man Gummi gewinnen, der häufig in der Industrie Verwendung findet.19 Die Kerne der Tamarinde nutzt man auch zur Herstellung von Tamarindenkernpulver, dass in der Papier-, Textil- und Juteindustrie weit verbreitet ist.20 Ebenso stellt man daraus Polysaccharid (Gelatine), Kleb- und Gerbstoff (Tannin) her.3 Zudem stehen die Samen der Tamarinde bezüglich Nahrungsergänzung hoch im Gespräch, da sie proteinreich sind. Auch Tamarindenkernöl ist auf dem Markt, ein golden-gelbes Halbtrockenöl, das dem Erdnussöl ähnelt, aber hauptsächlich als Lampenöl dient.4 Die Blüten der Tamarinde stellen zudem eine gute Nektar-Quelle für Honigbienen in Südindien dar, woraus süss-säuerlicher Honig entsteht.2

Literatur - Quellen:

CLICK FOR: 23 Quellenangaben

In der Wissenschaft ist Wikipedia (wiki) als Quelle umstritten, auch weil bei Wikipedia Angaben zur zitierten Literatur bzw. zu Autoren häufig fehlen oder nicht verlässlich sind. Unsere Piktogramme für Nährwerte enthalten kcal.

  1. Reformhaus-fachlexikon.de Tamarinde.
  2. Morton J. Tamarind. Fruits of warm climates. Julia F. Morton, Miami, FL. 1987:115-121.
  3. El-Siddig K. Tamarind: Tamarindus indica L. Vol. 1. Crops for the Future, 2006.
  4. Gebauer J. Ökophysiologie und Verwendungsmöglichkeiten der Wildobstarten Adansonia digitata und Tamarindus indica im Sudan. 2003.
  5. Eatsmarter.de Tamarinde.
  6. Thai-thaifood.de Tamarinde.
  7. USDA United States Department of Agriculture.
  8. Heseker H, Stahl A. Biotin: Vorkommen, Funktionen, Physiologie, Referenzwerte und Versorgung in Deutschland. Ernährungs Umschau. 2009; 5.
  9. Verbraucherzentrale.de Eisen: Qualität nicht Quantität ist die Frage.
  10. Msdmanuals.com Überblick über die Funktion von Kalzium im Körper.
  11. Arshad M S, et al. Tamarind: A diet‐based strategy against lifestyle maladies. Food science & nutrition 7.11. 2019:3378-3390.
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  16. Miraherba.de Tamarinde - Wirkung der indischen Dattel.
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  22. Brücher H. Tropische Nutzpflanzen. Ursprung, Evolution und Domestikation. Springer: Berlin, Heidelberg, New York. 1977.
  23. Kuebelpflanzeninfo.de Tamarinde. Anzucht.
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