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Salbei, Wiesensalbei (Salvia pratensis)

Blüten und Blätter des Wiesensalbeis (Salvia pratensis) sind eine feinwürzige Zutat für viele Gerichte. Als Heilpflanze hemmt sie Pilze, Viren und Bakterien.
  72/13/15  LA:ALA
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Der Wiesensalbei (Salvia pratensis) ist eine auf Wiesen leicht auszumachende Salbeiart mit blauen Blüten, vierkantigem Stängel und einer Wuchshöhe von ca. 60 cm. Er eignet sich hervorragend für verschiedene pikante Gerichte oder als essbare Dekoration. Als traditionelle Heilpflanze setzt man Wiesensalbei u. a. bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum oder bei Infektionen der Atemwege ein.

Verwendung in der Küche:
Man kann junge Wiesensalbei-Blätter, ähnlich wie die des Küchensalbeis, als Gewürz verwenden, beispielsweise zu Fischgerichten. Die Wirkung ist jedoch weit weniger intensiv als beim Küchensalbei.1 Die Blüten eignen sich als essbare Dekoration, als aromatische Beigabe in Gemüse, Speiseölen, Aufstrichen, Suppen, Kartoffelpüree oder Kräuterbutter. Junge Blätter und Triebspitzen von Anfang April bis Juni ergeben eine schmackhafte Grundlage für Hausteemischungen. Des Weiteren kann man die Blätter als feines Gewürzkraut Salaten, Suppen, Eintopfgerichten, Würzölen, Kräuterbutter und Saucen zugeben. Sie eignen sich auch als Zutat für Bowle, Saft- und Vitalgetränke sowie Süssspeisen. Sehr grosse Blätter lassen sich auch panieren oder in Teig ausbacken.2

-- Vorkommen:
Der Wiesensalbei kommt in Europa, in Kleinasien (selten), im Kaukasus und eingeschleppt in Nordamerika vor. Er ist in Mitteleuropa eine Festuco-Brometea-Klassencharakterart. Seine ursprüngliche Heimat in Europa ist das Mittelmeergebiet, mittlerweile reicht das geschlossene Verbreitungsgebiet in Europa bis ca. 50 ° nördlicher Breite, weiter nördlich gibt es zumeist nur vereinzelte und unbeständige Vorkommen bis Mittelschweden.1
Der Wiesensalbei liebt kalkhaltige, nährstoffreiche Böden in trockener, sonniger Lage und ist in weiten Teilen Europas meist bis in 1.600 m Höhe verbreitet. In den Allgäuer Alpen steigt sie in Bayern zwischen Schlappoltsee und Schlappoltalpe bis zu 1710 m Meereshöhe auf. In der nordöstlichen USA ist er eingebürgert.1 Die Hauptblütezeit ist von Anfang Juni bis Ende Juli.2

Inhaltsstoffe:
Wiesensalbei enthält neben Gerb- und Bitterstoffen ätherisches Öl, Triterpene, Phytosterine, Rosmarinsäure, Flavonoide, Harze, östrogenartige Stoffe sowie Saponine.2

-- Gefahren / Unverträglichkeiten:
Generell ist Wiesen-Salbei gut verträglich. Allerdings sollten Schwangere und Epilepsie gefährdete Personen Zubereitungen mit Salbei mit Vorsicht geniessen.2

Verwendung als Heilpflanze:
Salbeigewächse wirken adstringierend, antibakteriell, desinfizierend und hemmen Viren und Pilze. Ausserdem haben sie antioxidative Eigenschaften und sind entzündungshemmend. Ihre Haupteinsatzgebiete sind infektiöse Erkrankungen der Atemwege und die Hemmung der Schweissbildung. Die östrogenartigen Inhaltsstoffe lindern Menstruationsbeschwerden und wirken ausgleichend. Zusammen mit den schweisshemmenden Eigenschaften der Pflanze macht es ihren Einsatz bei Beschwerden in den Wechseljahren sinnvoll. Ausserdem wirkt die Pflanze entkrampfend, entblähend, milchsekretionshemmend und senkt im geringen Umfang den Blutzuckerspiegel. Äusserlich kann man den Wiesen-Salbei (S. patensis) für Waschungen und Bäder bei Hauterkrankungen, Insektenstichen, Ekzemen und bei übermässigem Fussschweiss einsetzen. Auch zum Gurgeln bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum ist er aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften geeignet. Die Blätter helfen gekaut bei Zahnfleischentzündungen und Mundgeruch und reinigen die Zähne, falls unterwegs keine Möglichkeit zum Zähneputzen besteht.2

Verwendung in der Medizin:
Arzneiliche Anwendung finden der Garten-Salbei (S. officinalis) und der Muskatteller-Salbei (S. sclarea). Der Wiesen-Salbei (S. pratensis) weist ein ähnliches, aber deutlich schwächeres Wirkungsprofil auf.2

Allgemeine Informationen:
Wiesensalbei (Salvia pratensis) ist eine Salbeiart und gehört zu der Familie der Lippenblütler.1

Literatur:

  1. Wikipedia: Wiesensalbei. Online verfügbar unter de.wikipedia.org/wiki/Wiesensalbei zuletzt geprüft am 23.1.2018
  2. Fleischhauer, Steffen Guido; Guthmann, Jürgen; Spiegelberger, Roland: Enzyklopädie. Essbare Wildpflanzen. 2000 Pflanzen Mitteleuropas. 1. Auflage (2013); AT Verlag. Aarau.

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