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Baby Zucchini (roh, bio?) (Cucurbita pepo ssp. pepo), auch bekannt als "Mini-Zucchini", sind frühzeitig geerntete Zucchini. Die Unterschiede zu grösseren Zucchini liegen im feineren Geschmack, einem zarteren Fruchtfleisch und einem höheren Gehalt an Vitamin C.
Verwendung in der Küche
Die feine Textur und der zarte Geschmack der Baby-Zucchini kommen am besten in Rohkost-Rezepten zur Geltung. In dünne Scheiben geschnitten, schmecken sie vorzüglich in Salaten. Alternativ können Sie in gekochten Gerichten, wie Pasta-Sossen, Eintöpfen oder Gemüsepfannen, die Baby-Zucchini erst zum Schluss als 'Topping' hinzugeben.
Die Baby-Zucchini sind besonders gut zum Einlegen in Essig geeignet. Die kleinen Zucchini in ein Schraubglas geben und mit einer Mischung aus Essig (z.B weissen Balsamessig), Wasser und Gewürzen (z.B. Knoblauch, Rosmarin, Pfeffer und Meersalz) abdecken. Danach die eingelegten Baby-Zucchini ein paar Tage im Kühlschrank ziehen lassen. Hinweis: Dabei handelt es sich nicht um eine Methode zur Haltbarmachung, sondern lediglich um eine Aromatisierung.
In Smoothies harmoniert die Zucchini hervorragend mit Wassermelone, Heidelbeeren oder Bananen.
Veganes Rezept für Zucchini-Smoothie
Zutaten (2 Portionen): 250 ml Wasser, 120 g Baby-Zucchini (bio), 1 Banane, 30 g Erdnussbutter, 2 entsteinte Medjool Datteln, 30 g jungen frischen Spinat.
Zubereitung: Das Gemüse waschen und grob in Stücke schneiden. Alle Zutaten in einen Hochleistungsmixer geben und pürieren, bis eine glatte, dickflüssige Konsistenz erreicht ist. Nach Bedarf Wasser hinzugeben.
Veganes Rezept für Zucchini-Ricotta-Lasagne
Zutaten (4 Portionen): 8 Baby-Zucchini (bio), 100 g frischer Spinat, 400 ml Tomaten-Sosse, 2 Knoblauchzehen, 1 EL Tomatenmark, 2 TL Hefeflocken, 1 TL getrockneter Oregano, 1⁄2 TL getrockneter Thymian, 1⁄2 TL getrockneter Rosmarin, 2 Blätter Salbei, 1 Prise gemahlener schwarzer Pfeffer, 1 TL Currypulver
Für den Ricotta: 65 g Macacamianüsse, 1 Knoblauchzehe, 60 ml ungesüsste Sojamilch, 7 ml Apfelessig, 1 EL Olivenöl, 1⁄2 TL Zwiebelpulver, 1 Prise Salz, 1 Prise gemahlener schwarzer Pfeffer.
Zum Garnieren: Kirschtomaten, Basilikum
Die Macadamia in kochendem Wasser 10 Minuten einweichen. In der Zwischenzeit die Baby-Zucchini der Länge nach zu Blättern schneiden. Den Spinat in einer grossen Pfanne bei mittlerer Hitze unter Rühren 1–2 Minuten garen. Sobald er welk ist, beiseitestellen. Die eingeweichten Macadamia abgiessen und zusammen mit den restlichen Zutaten für den Ricotta mit einem Mixer pürieren, bis eine glatte Masse entsteht.
In einem mittelgrossen Topf die Tomaten-Sosse, Knoblauch, Tomatenmark, Kräuter, Currypulver und Pfeffer auf mittlerer Hitze köcheln.
Zum Schluss "Zucchini-Blätter", Spinat, Ricotta, Tomaten-Sosse direkt am Teller, portionsweise, wie bei einer Lasagne schichten. Die letzte Schicht sollte Zucchini und Ricotta sein. Mit Kirschtomaten und Basilikumblättern garnieren.
Vegane Rezepte mit Baby-Zucchini finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".
Einkauf - Lagerung
Die Baby-Zucchini haben von Juni bis Oktober Saison.
Bei den meisten Grossverteilern, wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer, Billa etc., sind Baby-Zucchini aus verschiedenen Ländern das ganze Jahr über erhältlich. In biologischer Qualität finden Sie Baby-Zucchini am ehesten im Bio-Supermarkt (z.B. Denn's Biomarkt oder Alnatura). Alternativ können Sie die Baby-Zucchini über regionale, saisonale Biokisten beziehen.
Die Verfügbarkeit von Baby-Zucchini ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.
Tipps zur Lagerung
Baby-Zucchini lagern sich nicht gut – maximal eine Woche im Kühlschrank. Kosten Sie immer ein kleines Stück der rohen Baby-Zucchini vor der Zubereitung. Schmeckt sie sehr bitter, spucken sie die Zucchini wieder aus – sie enthält den giftigen Bitterstoff Cucurbitacin.
Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien
Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.
Der Energiegehalt von Baby-Zucchini beläuft sich auf 21 kcal/100g. Die Makronährstoffe setzen sich aus 0,4 g/100g Fett, 3,1 g/100g Kohlenhydraten und 2,7 g/100g Eiweiss zusammen.1
Baby-Zucchini enthalten doppelt so viel Vitamin C (34 mg/100g) als die etwas grösseren "Standard-Zucchini". Überraschenderweise ist das so viel, wie in 100 g Grapefruit enthalten ist. Einen höheren Vitamin-C-Gehalt haben etwa Erdbeeren (59 mg/100g) oder Schwarze Johannisbeeren (81 mg/100g).1
Mit 100 g Baby-Zucchini können Sie 23 % des Tagesbedarfs an Kalium decken (459 mg/100g). Vergleichbar ist dieser Wert mit dem von Feldsalat (459 mg/100g). Eine höhere Kalium-Konzentration finden Sie in getrockneten Kräutern: 100g getrockneter Rosmarin enthält 955 mg und getrockneter Thymian 814 mg. Auch Nüsse enthalten sehr viel Kalium (z.B. Haselnüsse mit 680 mg/100g).1
Ausserdem enthalten Baby-Zucchini bedeutende Mengen an Folsäure – 20 µg/100g. Sie müssten aber ein ganzes Kilo Baby-Zucchini essen, um Ihren Tagesbedarf zu decken. Bessere Folsäure-Lieferanten sind z.B. gekochte Linsen (181 µg); 100 g decken schon 91 % des Tagesbedarfs. Ihren Bedarf können Sie auch mit ca. 150 g gekochten Kidney-Bohnen (130 µg/100g) decken.1
Die gesamten Inhaltsstoffe von Zucchini, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.
Wirkungen auf die Gesundheit
Die Schleimstoffe der Zucchini haben eine beruhigende Wirkung auf das Verdauungssystem. Als leicht verdauliches Lebensmittel sind Zucchini für Menschen mit Verdauungsproblemen empfohlen.15
Um den Verlust von Nährstoffen zu minimieren, sollte die angewandte thermische Behandlung für jedes Lebensmittel, je nach seiner Natur unterschiedlich sein. Im Fall von Zucchini zeigte sich, dass Einfrieren und Dämpfen die Phenolverbindungen sowie die antioxidative Aktivität verringerten.15 Frische junge Zucchini schmecken roh ausgezeichnet. Durch den Verzehr als Rohkost können Sie das volle Potenzial dieses Gemüses ausschöpfen.
Sekundäre Pflanzenstoffe
Viele gesundheitliche Wirkungen von Baby-Zucchini kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.
Baby-Zucchini enthalten u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:9,18
- Isoprenoide: Tetraterpene (Lutein, Zeaxanthin, Carotinoide [β-Carotin])
- Alkaloide: Trigonellin
- Polyphenole: Flavonoide (Flavanole [Epicatechin])
- Weitere organische Verbindungen: Malat, Fumarat, Citrat
Die enthaltenen phenolischen Verbindungen wirken als starke Antioxidantien. Sie neutralisieren freie Radikale im Körper, wodurch sie oxidativen Stress reduzieren und das Risiko für chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsarten senken können.18 Lutein, ein in der Zucchini enthaltenes Carotinoid, wirkt ebenfalls als starkes Antioxidans. Es schützt die Zellen vor Schäden durch freie Radikale und trägt zur Erhaltung der Augengesundheit bei, indem es die Netzhaut vor schädlicher UV-Strahlung schützt. Dies kann das Risiko altersbedingter Makuladegeneration verringern. β-Carotin wandelt der Körper in Vitamin A um, das essenziell für die Sehkraft, das Immunsystem und die Hautgesundheit ist. Ferner hat β-Carotin auch antioxidative Eigenschaften.9
Zeaxanthin, ähnlich wie Lutein, unterstützt die Augengesundheit, indem es die Augen vor oxidativem Stress und schädlichem Licht schützt. Es ist besonders wichtig für die Prävention von Netzhautschäden und kann ebenfalls das Risiko von Augenerkrankungen wie Katarakten verringern.12
Organische Säuren wie Malat, Citrat und Fumarat unterstützen den Energiestoffwechsel, da sie als Zwischenprodukte im Zitronensäurezyklus fungieren. Darüber hinaus beeinflussen sie den Geschmack und die Verdauung positiv, indem sie die Magensäureproduktion anregen.18
Polyphenole, einschliesslich Flavonoide und phenolische Säuren, wirken entzündungshemmend und stärken das Immunsystem. Sie können helfen, Entzündungen im Körper zu reduzieren und das Risiko für degenerative Erkrankungen wie Arthritis und neurodegenerative Krankheiten zu verringern.18
Trigonnelin, ein Alkaloid, hat neuroprotektive und antidiabetische Eigenschaften. Es kann helfen, den Blutzuckerspiegel zu regulieren und die Funktion des Nervensystems zu unterstützen, was insbesondere für Menschen mit Diabetes oder neurodegenerativen Erkrankungen von Vorteil ist.18
Wichtig: Zucchini sind Kürbisse. Sie sind lediglich eine spezielle Züchtung.4 Sie zählen zu den Sommerkürbissen.5
Das Wort Zucchini kommt aus dem Italienischen und heisst nichts anderes als kleiner Kürbis.5 Cucurbita pepo sind eine sehr formenreiche Art mit unzähligen Unterarten. Die im Folgenden behandelten Studien handeln teilweise vom Kürbis (Cucurbita pepo). Auf den ersten Blick scheint es, als hätten wir plötzlich das Thema gewechselt. Jedoch ist es so: Aufgrund der grossen Vielfalt an Kultivaren von Cucurbita pepo konnten BotanikerInnen bisher für keine dieser Kürbisse eine allgemeingültige nomenklatorisch korrekte Klassifikation der Kultivargruppen festlegen. Näheres dazu im Abschnitt 'Weiterführende Informationen'. Studien beziehen sich zum Grossteil auf die Art Cucurbita pepo und kaum auf spezielle Kulturvarietäten bzw. Subspezies.
Epidemiologische Studien zeigen, dass das Risiko für die Entwicklung von chronischen Krankheiten, einschliesslich Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, durch den ausreichenden Verzehr von Obst und Gemüse in der Ernährung potenziell reduzierbar ist. Phytochemikalien sind bioaktive Verbindungen, die in Obst und Gemüse vorkommen und die Zellen vor Schäden schützen, sprich bei der Krankheitsprävention helfen. So scheint auch die Zucchini diese Eigenschaften aufzuweisen. Die in Zucchini enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe spielen eine positive Rolle für die Gesundheit, was ihre antioxidativen, antimikrobiellen, entzündungshemmenden und antiproliferativen Aktivitäten (das Zell- und Gewebewachstum hemmend) zeigen. Antiproliferative Effekte sind z.B.: dass ein Extrakt aus gelben Zucchini für menschliche Lungenkrebszelllinien giftig ist.9
Eine zusätzliche mögliche Anwendung von Cucurbita pepo findet sich bei Symptomen der unteren Harnwege im Zusammenhang mit einer benignen Prostatahyperplasie (gutartige Vergrösserung der Prostata, die das Wasserlassen erschweren kann). In einer Studie analysierten ForscherInnen die vorhandene Literatur dazu. Die WissenschaftlerInnen fanden 16 Studien; zehn davon 'in-vitro' und sechs klinische Studien. Durch entzündungshemmende und antiandrogene Effekte sowie eine Verringerung des Prostatawachstums und der Detrusoraktivität (Detrusor = Muskel, der die Blase umgibt) kann sich die Lebensqualität von betroffenen Patienten potenziell verbessern.11 Auch in dieser Untersuchung ist Kulturvarietät nicht näher bestimmt.
Das Samenextrakt von Cucurbita pepo in Kombination mit Equisetum arvense (Acker-Schachtelhalm) und Linum usitatissimum (Gemeiner Lein) zeigte in einer klinischen Studie, dass eine zwölfwöchige Behandlung wirksam gegen Stressinkontinenz ist und die Behandlung nur minimale Nebenwirkungen aufweist.12
Einen Extrakt der Samen von Cucurbita pepo untersuchten ForscherInnen auf die Wirkung gegen Nematodeninfektionen. Mit Heligmosomoides bakeri infizierten Mäusen verabreichten die ForscherInnen das Extrakt – mit dem Ergebnis einer signifikanten Reduktion der Parasiten.13
Eine weitere Untersuchung zeigte vielversprechende Ergebnisse bezüglich des antikarzinogenen Potenzials von Zucchini. Denn Zucchini hat eine direkte zytotoxische Wirkung, die sich durch ihre antioxidativen Eigenschaften verstärkt. Die WissenschaftlerInnen kamen zum Schluss, dass Cucurbita pepo die Fähigkeit besitzt, durch H2O2 verursachte Schäden signifikant zu hemmen und sie antiproliferative und proapoptotische Eigenschaften gegenüber HL60-Tumorzellen (eine Form von Leukämie) aufweist.14
Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen
Baby-Zucchini können wie alle Kürbisse den Giftstoff Cucurbitacine enthalten. Zwar haben PflanzenzüchterInnen die Bitterstoffe aus der Zucchini herausgezüchtet, doch können sie immer wieder neu entstehen. Der Giftstoff ist hitzestabil; Kochen der Zucchini bietet daher keinen Schutz.7
Ursachen für die Entstehung des bitteren Gifts, sind unter anderem Stressreaktionen der Zucchini-Pflanze auf Hitze und starke Temperaturschwankungen. Auch eine spontane Rückmutation oder die Befruchtung mittels Bienen durch Zierkürbisgewächse können die Freisetzung von Cucurbitacinen auslösen. Generell enthalten Zierkürbisse hohe Konzentrationen an Cucurbitacinen. Schon die kleinste Dosis ist toxisch.7 Drei Gramm bitterer Zucchini können ausreichen, um Vergiftungserscheinungen zu verursachen.16 Die Symptome sind Herzrasen, Blutdruckabfall, Benommenheit, Schläfrigkeit, Dehydration, Übelkeit, Erbrechen und gastrointestinale Blutungen.7
Verwendung als anerkannte Heilpflanze
Folgende Drogenmonografien stufen Cucurbita pepo, genauer gesagt deren Samen des Gartenkürbisses, 'Cucurbitae semen' als anerkannte Heilpflanze ein: HMPC (2013), ESCOP (2009), Kommission E (1991), WHO (Vol. 4). Anwendungsgebiete sind: bei nächtlichem und unwillkürlichem Harnabgang, Miktionsbeschwerden (schmerzhaftes Wasserlassen, häufige Blasenentleerung), benigner Prostatahyperplasie und Reizblase.17
Volksmedizin - Naturheilkunde
Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) stuft Kürbissamen (Cucurbita pepo) als traditionelles pflanzliches Arzneimittel ein. Kürbissamen sind basierend auf langjährigen Erfahrungen bei Beschwerden der Harnwege im Zusammenhang mit benigner Prostatahyperplasie (gutartige Vergrösserung der Prostata) oder einer Reizblase einsetzbar.17
Aufgrund seiner antioxidativen, krebshemmenden, entzündungshemmenden, antiviralen, antimikrobiellen und analgetischen (schmerzstillend) Eigenschaften gibt es zahlreiche volkstümliche Anwendungen. In der traditionellen Volksmedizin kommt Zucchini zum Einsatz, um Erkältungen zu behandeln und Schmerzen zu lindern, zur Behandlung von gutartiger Prostatahyperplasie und sogar Lepra.6,14
Ökologischer Fussabdruck – Tierwohl
Der CO2-Fussabdruck von Baby-Zucchini hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, u.a. der Art des Anbaus, dem Herkunftsland, aber auch der Verpackungsweise. Trotz umfangreicher Recherche konnten wir allerdings keine genauen Zahlen zum CO2-Fussabdruck von Baby-Zucchini finden. Im Vergleich zu Zucchini könnte dieser aufgrund des geringeren Ertrages pro Fläche jedoch etwas höher ausfallen. Dieses Phänomen zeigt sich beispielsweise bei Cherrytomaten im Vergleich zu Strauchtomaten.22
In einer Untersuchung zu den CO2-Fussabdrücken von Obst und Gemüse aus Deutschland aus dem Jahre 2020 berechneten ForscherInnen für Zucchini einen Wert von 0,2 kg CO2eq/kg. Bei der Produktion von 1 kg Zwiebeln oder Kürbissen entstehen ähnliche Emissionsmengen.23 Werte aus den Niederlanden sind höher angegeben und liegen bei etwa 2,63 kg CO2eq/kg; was ca. dem Treibhausgasausstoss einer 10 km langen Autofahrt entspricht.24 Eine mögliche Begründung für diesen erhöhten Wert liegt in der Anbauweise (Gewächshaus).
Die benötigte Wassermenge, für die Produktion von 1 kg dieser niederländischen Zucchini liegt bei 125 Litern.24 Mekonnen und Hoekstra, zwei bedeutende Wissenschaftler in diesem Forschungsbereich, berechneten den global durchschnittlichen Wasser-Fussabdruck von Gemüse – 322 l/kg – und für Kürbisgewächse – 336 l/kg.10 Für Länder, die dank klimatischer Bedingungen bereits mit Wasserknappheit zu kämpfen haben, ist eine effiziente Wassernutzung besonders wichtig. ForscherInnen suchen deshalb ideale Wachstumsbedingungen für Gewächshauszucchini, beispielsweise durch die Verwendung von Mulch oder Tröpfchenbewässerung.25
In der konventionellen Landwirtschaft kommen oftmals synthetische Pestizide und Herbizide zum Einsatz, welche sich nicht nur negativ auf die Umwelt auswirken, sondern auch potenzielle Gesundheitsrisiken für Menschen darstellen.26 Diese Pestizide finden sich auch teilweise im Endprodukt, so auch in Zucchini.27 Idealerweise sollten Sie auf Ware aus biologischer Produktion zurückgreifen, da hier die Nutzung von synthetischen Dünge- und Spritzmitteln verboten ist.
Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?
Weltweites Vorkommen - Anbau
Der Ursprung der Zucchini (Cucurbita pepo) liegt in Amerika. Archäologische Funde weisen auf zwei unabhängige Domestizierungsereignisse hin: eines in Mexiko (C. pepo ssp. pepo) und das andere im Südosten der USA (C. pepo ssp. ovifera). Die ältesten archäologischen Überreste deuten auf eine 10'000 Jahre alte Kulturgeschichte hin.19
Während des 16. Jahrhunderts kam Curcurbita pepo zusammen mit anderen Kürbisarten nach Europa. Die klassische längliche Kürbisart Zucchini, eine beliebte Varietät/Subspezies von Curcurbita pepo, hat ihren Ursprung in Europa und entstand als Ergebnis einer spontanen Mutation. WissenschaftlerInnen glauben, dass dies im späten 19. Jahrhundert in Italien geschah.21 Der Begriff 'Zucchini' ist der diminutive Plural des italienischen Wortes 'zucca' für Kürbis.3
Heutzutage gedeiht die anspruchslose Zucchini in den verschiedensten Ländern.2 Ihre Vielseitigkeit in der Zubereitung, ihr milder Geschmack und ihr Nährstoffgehalt haben sie zu einem Grundnahrungsmittel in zahlreichen Küchen der ganzen Welt gemacht.
Anbau - Ernte
Die Zucchini ist eine relativ anspruchslose Kulturpflanze. Zu Staunässe neigende schwere Böden, welche sich nur schwer erwärmen, sind jedoch hinderlich für ein gutes Gedeihen. Da Zucchini zweigeschlechtlich sind, sollten Sie mindestens zwei Pflanzen setzen, um Befruchtung und einen regelmässigen Fruchtansatz zu gewährleisten. Die Direktsaat ist erst ab Mitte Mai möglich.20
Im gewerblichen Anbau ist es üblich, bis zu dreimal pro Jahr im Abstand von ca. 4 Wochen zu säen. Die jungen Pflanzen sollten nicht unmittelbar neben den älteren stehen, um die Übertragung von Krankheiten (vorwiegend echter Mehltau) zu verhindern.20
Wie alle Kürbisgewächse ist auch die Zucchini frostempfindlich. Schon unter 10 °C stellen die Zucchini das Wachstum ein. Für einen guten Ertrag sind Temperaturen um die 18–24 °C optimal.20
Zucchini vertragen frischen Stallmist und sind für eine ausreichende Versorgung mit Gartenkompost dankbar (3–5 kg/m² pro Pflanze); da sie zu den Starkzehrern gehören und einen hohen Nährstoffbedarf haben. Den grössten Nährstoffbedarf hat die Zucchini in der Phase des Fruchtwachstums.20
Zucchini benötigen eine regelmässige Wasserversorgung. Wassermangel kann die Produktion der giftigen Bitterstoffe stimulieren und führt häufig zu verformten Früchten. Eine Mulchschicht schützt die Pflanze vor übermässiger Verdunstung und unterdrückt konkurrierende Unkräuter. Ideale Grösse zur Ernte der Früchte sind 12–25 cm, doch kleiner für Baby-Zucchini. Zucchini können Sie im Idealfall 2–3 Mal wöchentlich beernten, später in der Saison 1–2 Mal wöchentlich.20
Falls Sie keinen Garten, aber einen Balkon zur Verfügung haben: Zucchini lassen sich auch als Kübelpflanze ziehen.20
Im Erwerbsgartenbau legen BäuerInnen grossen Wert auf Unkrautfreiheit. Im biologischen Anbau bedeutet das, mechanische oder händische Regulierung. Mulchfolien zur Unterdrückung des Unkrauts sind ebenfalls üblich. Diese Folien haben zusätzlich den Vorteil, dass die Früchte nicht mit der feuchten Erde in Kontakt kommen. Unkräuter, z.B. Hirtentäschel und Tiere wie die Blattlaus, können Wirte für Virosen sein.20
Weiterführende Informationen
Die etwas verwirrende botanische Klassifizierung von Cucurbita pepo rührt unter anderem daher, dass der Art-Begriff in der Biologie dadurch definiert ist, dass sich eine Art untereinander fortpflanzen und fruchtbare Nachkommen hervorbringen kann. Die Art Curcurbita pepo hat durch Züchtung die unterschiedlichsten Formen, diese können sich aber miteinander verkreuzen.
Zucchini sieht zwar anders aus, ist aber die gleiche Art wie etwa der steirische Ölkürbis. Der bekannte steirische Kürbis (Cucurbita pepo ssp. pepo var. styriaca), aus dessen Samen das klassische Kürbiskernöl besteht, gehören zur gleichen Art; und sogar zur gleichen Subspezies wie Zucchini (z.B. Cucubita pepo ssp. pepo var. Black Zucchini).8
Alternative Namen
Die Baby-Zucchini nennt sich auch Mini-Zucchini. Im Englischen sind die Namen 'baby/mini-zucchini' und 'baby-courgette' gebräuchlich.
Literaturverzeichnis - 27 Quellen
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