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Thai-Ingwer (Grosser Galgant, Galanga, Siam)

Thai-Ingwer (Grosser Galgant, Galanga, Siam) ist nur verwandt mit dem Ingwer und ähnelt ihm sehr, hat aber andere Wirkstoffe.
  79/15/06  LA:ALA
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Thai-Ingwer, auch bekannt als Grosser Galgant, dient vor allem in der thailändischen Küche als beliebtes beinahe unverzichtbares Gewürz und ist auch ein Arzneimittel.

Verwendung in der Küche:Das gelblich holzige Rhizom des Thai-Ingwers verwendet man geschält und zerkleinert als Gewürz für Wok- und Reisgerichte, exotische Drinks, Suppen, Smoothies oder auch Süssspeisen. In Thailand ist frischer "Grosser Galgant" wichtiger Bestandteil in der roten und grünen Currypaste. Für die Verwendung in einer Gewürzpaste püriert man die Knolle. Für eine Suppe schneidet man den Thai-Ingwer in dünne Scheiben. Thai-Ingwer verleiht auch verschieden Kräuterlikören und auch Lebkuchen ein typisches Aroma. Die geriebene Galangawurzel kann man auch als Tee geniessen. Dafür kocht man Wurzelstücke in Wasser auf und gibt anschliessend etwas Zitronensaft hinzu. Dieses Heissgetränk hilft, schluckweise getrunken, z.B. gegen Magenbeschwerden und Halsschmerzen. Der frische Grosse Galgant hat ein Tannenaroma mit etwas bitteren, scharfen und zitronenartigen Komponenten. Getrocknet riecht Thai-Ingwer süsslich und zimtartig.3 Der Geschmack ähnelt nur entfernt dem des Ingwers.

Grosser Galgant ist auch roh geniessbar. Grosser Galgant ist nicht zu verwechseln mit "Echter Galgant". Aufgrund seiner holzigen Konsistenz, isst man Thai-Ingwer (Siam-Ingwer) in gestückelter Form nicht zwingend mit. Gerieben fällt sein hoher Faseranteil kaum auf und er ist problemlos mitzuessen.

Einkauf:In der asiatischen Küche verwendet man hauptsächlich frischen Thai-Ingwer. Dieser ist in vielen Asia-Läden verfügbar oder man bestellt ihn im Internet. Im Supermarkt bekommt man teilweise getrocknete Galgantscheiben oder Galgantpulver, welches man häufig auch als "Laos Pulver" bezeichnet. Gemahlener Galgant verliert allerdings sehr schnell an Aroma.

Lagerung:Um eine frische Knolle länger zu lagern, wickelt man sie in Frischhaltefolie und bewahrt sie im Gemüsefach auf. So hält sie ca. 2-3 Wochen und trocknet nicht so schnell aus. Die Haltbarkeit des Thai-Ingwers erhöht man deutlich durch gezieltes Trocknen. Dafür schält man die Wurzel, schneidet sie in dünne Scheiben und legt sie auf Backpapier zum Trocknen an der Luft auf. Vor der Verwendung weicht man die Galgantscheibchen, ähnlich wie bei getrockneten Pilzen, 1 - 2 Stunden in lauwarmes Wasser ein.

Inhaltsstoffe:Der Grosse Galgant enthält im Rhizom 1,5 % ätherische Öle. Hauptbestandteile sind 1,8-Cineol, α-Pinen, Eugenol, Kampfer, Methylcinnamat und verschiedene Sesquiterpene. Weitere Inhaltsstoffe sind: α-Pinen, 1,8-Cineol, α-Bergamoten, trans-β-Farnesen und β-Bisabolen. Die enthaltenen Harze (Galganol, Alpinol) sind für den typischen scharfen Geschmack verantwortlich. Das Rhizom des Grossen Galgants weist noch grössere Mengen an Stärke, Phoblaphenes, Sulfate und Cholide auf.3

Die Intensität der ätherischen Öle nimmt mit zunehmender Lagerung ab und die Schärfe bei getrocknetem Galgant aufgrund der Dehydratisierung zu.

Gesundheitliche Aspekte:Dem Thai-Ingwer (Alpinia galanga) spricht man eine verdauungsfördernde, appetitanregende Wirkung zu, da er die Magensäfte anregt. Er ist auch Bestandteil der Kräuterarznei Schwedenbitter. Umschläge mit Galgantpulver können bei Hautausschlägen helfen.1

Aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung findet die Galangawurzel ein breites Einsatzgebiet als Heilmittel. Galgant hilft, vor allem frisch verwendet, gegen Rheuma, Bronchitis, Mundgeruch, Geschwüre, Keuchhusten bei Kindern, Rachen-Infektionen, Inkontinenz, Fieber und Pilzerkrankungen. Auch AIDS-Patienten empfiehlt man ihn. Positive Wirkungen hat der Galgant bei See-Krankheit, Bauchschmerzen, bei Menstruationsbeschwerden, als Aphrodisiakum, bei Herzerkrankungen, chronischen Darmentzündungen durch Infektionen, Nierensteinen und bei Diabetes.3

Im Süden Thailands trinkt man "Jamu", Kräutergetränke mit Galgant als Inhaltsstoff, zur Stärkung der Potenz, zur Verjüngung und Erhaltung der Gesundheit.4

Gefahren / UnverträglichkeitenEine Selbstbehandlung ist bei Herzbeschwerden mit einem Arzt abzusprechen. Eine zu hohe Dosierung des Thai-Ingwers kann auch zu Magenbeschwerden führen. Fühlt man sich nach der Einnahme nicht wohl, ist unbedingt ärztlicher Rat hinzuzuziehen.

Vorkommen:Ursprungsgebiet des Thai-Ingwers ist der Süden Chinas, typische Anbaugebiete sind nach wie vor Thailand, Assam, Bangladesch, Kambodscha, Vietnam, Myanmar, Sumatra, Java, Borneo und die Philippinen.6

Anbau, Ernte:Feucht-tropisches Klimagebiet und lockerer, nährstoffreicher Boden, sind ideale Anbaubedingungen für den Grossen Galgant. Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von bis zu 2 m und bildet ca. 2 cm dicke, stark verzweigte, knollenförmige Wurzelstöcke (Rhizome) aus. Diese gelblich-weissen, holzigen Rhizome mit den roséfarbigen Seitensprossen gräbt man nach mehreren Monaten Wachstum aus und verwendet sie hauptsächlich als Gewürz.

Auch die Blätter des Grossen Galgants schmecken aromatisch, finden aber selten Verwendung. So ist es auch bei den Samen, die als Kardamom-Ersatz verwendbar sind.3

Nachdem die Vermehrung über die Wurzelstöcke erfolgt, ist der Grosse Galgant sehr einfach selbst zu pflanzen. Einfach die Wurzelknollen in einen Topf mit nährstoffreicher, feuchter Erde geben und bald wächst daraus eine schöne Gewürzpflanze. An einem warmen, nicht allzu sonnigen Ort mit hoher Luftfeuchtigkeit, wie beispielsweise in einem Gewächshaus, gedeiht der Thai-Ingwer am besten. Die Rhizome überdauern Winter und Trockenheit sehr gut, sie treiben immer wieder aus, sofern noch Überreste im Boden vorhanden sind.

Verwechslungsgefahr:Der Grosse Galgant wird sehr leicht mit dem Echten Galgant (Alpinia officinarum) verwechselt, dem er auch sehr ähnlich ist, auch im Aussehen. Eine Verwechslung stellt keine "Gefahr" dar. Diese Information dient lediglich als Hinweis. Der Echte Galgant schmeckt schärfer und bitterer als der Grosse Galgant. Alpinia officianarum findet hauptsächlich in der chinesischen Medizin Anwendung, weniger in der Küche, wo man aufgrund seines etwas milderen Geschmacks überwiegend den Grossen Galgant einsetzt. Die Unterscheidung ist nicht immer eindeutig. Oft bezeichnet man beide als Galgant und unterscheidet nicht in Texten.

Allgemeine Informationen:Der Grosse Galgant (Alpinia galanga) ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) gehört. Die Bezeichnung ist nicht immer ganz eindeutig. So spricht man mitunter von Galgant oder Galangawurzel, selten auch von "Alpinia". In Indonesien heisst die Wurzel auch "Langkuas" oder "Laos". Der thailändische Name ist Kha (ข่า).

Weitere botanische Namen und Trivialnamen sind: Amomum galanga (L) Lour., Languas galanga (L.) Stuntz , Languas vulgare (L) Stuntz, Maranta galanga L., Hong dou kou, Da gao liang jiang, Galanga, Galanga major, Galangal, Greater galanga, Languas, Laos root, Siamese ginger, Spice ginger, Galanga de l'Inde, Grand galanga, Alinia Languas, Siam-Ingwer, Siamesische Ingwerlilie, Galanga maggiore, Calanga, Garengal, Grote galanga, Galigaan, Lengoewas, Rhizoma Galangae.3

In den asiatischen Ländern ist der Thai-Ingwer seit Jahrhunderten eine wohlbekannte Heilpflanze. In Europa fand sie erst im Mittelalter an Bedeutung. Hildegard von Bingen, eine deutsche Mystikerin des Mittelalters, setzte den Galgant bei Magen- und Darmerkrankungen aber auch bei Herzschwäche, Angstzuständen und anderen psychischen Unruhen ein. Laut Hildegard von Bingen setzt man fälschlicherweise anstatt von Galgant beim Pulver oft die "Gewürzlilie" ein. Man kennt sie auch unter dem namen "Kleiner Galgant" (Kaempferia galanga). Auch sie ist ein Ingwergewächs. Höhere Dosen wirken, bei manchen Menschen bereits ab 2 Teelöffeln, halluzinogen.7

Literatur / Quellen:

  1. Deutschsprachiges Wikipedia. Thai-Ingwer.
  2. Englischsprachiges Wikipedia. Alpinia galanga.
  3. Siamberba.net: Heilkräuter und Heilpflanzen. Alpinia galanga. Zuletzt abgerufen am 31.10.2018.
  4. thai-thaifood.de: Galgant. Zuletzt abgerufen am 02.11.2018.
  5. t-online.de: Galgant Pikantes Gewürz und Heilpflanze aus Südostasien. Zuletzt abgerufen am 02.11.2018.
  6. Govaerts R. Alpinia - Wold Checklist of Selection Plant Families. Royal botanic Gardens. Kew Science. Zuletzt abgerufen am 02.11.2018.
  7. hildegard.center: Galgant - original oder nicht original, der besagte Hildegard Galgant. Zuletzt abgerufen am 02.11.2018.

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