Inhaltsverzeichnis
Was ist Galanga oder Galangal? Der rohe Thai-Ingwer, auch bekannt als Grosser Galgant (Alpinia galanga), ist in der thailändischen Küche ein beliebtes und beinahe unverzichtbares Gewürz. Der Grosse Galgant ist weder mit dem verwandten Echten Galgant (Alpinia officinarum) noch mit dem Ingwer (Zingiber officinale) zu verwechseln. Thai-Ingwer kann man roh essen. Bio-Qualität findet man nur selten im Angebot.
Verwendung in der Küche
Vom thailändischen Ingwer nutzt man hauptsächlich das gelbliche, holzige Rhizom mit den roséfarbenen Seitensprossen und den jungen Stielen. Auch die essbaren und aromatischen Blätter des Grossen Galgants kann man verwenden und die Samen dienen als Kardamom-Ersatz.
Wie schmeckt Galgant? Das Aroma des frischen Grossen Galgants erinnert an Tannennadeln und weist dezent bittere, scharfe und zitronenartige Komponenten auf. Getrocknet besitzt Thai-Ingwer einen süsslichen und zimtartigen Geruch. Für seinen Geschmack sind ätherische Öle und Harze (Galganol, Alpinol) verantwortlich. Die unterschiedliche Geschmacksausprägung von frischem und getrocknetem Thai-Ingwer lässt sich durch die veränderte Ölzusammensetzung erklären. Thai-Ingwer erinnert geschmacklich nur entfernt an Ingwer.
Thai-Ingwer findet als Gewürz Verwendung. In der arabischen und südostasiatischen Küche bereichert er viele typische indonesische und thailändische Zubereitungen. In Thailand verwendet man das Rhizom meist roh, da es getrocknet einen völlig anderen Geschmack aufweist.
Manchmal ist der Grosse Galgant ein zusätzlicher Bestandteil des chinesischen Fünf-Gewürze-Pulvers, das Nelken, Sternanis, Fenchelsamen, Szechuanpfeffer (Sichuanpfeffer) und Cassia-Zimt enthält. Während thailändischer Ingwer im Mittelalter in westlichen Ländern sehr beliebt war, nutzt man ihn heute in der europäischen Küche nur noch selten.
Vor der Verwendung schält man das rohe Rhizom (umgangssprachlich Knolle, Wurzel) und zerkleinert es. Aufgrund seiner holzigen Konsistenz dient thailändischer Ingwer (Siam-Ingwer) in manchen Gerichten nur als Aromageber. Gerieben fällt sein hoher Faseranteil kaum auf und ist problemlos mitzuessen. In dünne Scheiben geschnitten, fein gehackt oder gerieben, verwendet man Thai-Ingwer als Gewürz in Currys, Suppen, Salaten, im Wok, für Reisgerichte, Gebratenes, in Saucen, exotischen Drinks, Smoothies oder Tees. Fein gerieben, püriert oder gemörsert ist das Rhizom Hauptbestandteil von thailändischen roten und grünen Curry-Pasten.
Thailändischer Ingwer passt gut zu Kartoffeln, Kürbis oder Kokosmilch. Wie der verwandte Ingwer (Zingiber officinale) harmoniert auch der Grosse Galgant gut mit Knoblauch.
Galanga-Gewürz, das man in Europa meist getrocknet und in Scheiben erhält, kann man vor der Verwendung in warmes Wasser legen. Dadurch mildert sich die Schärfe ab und ähnelt mehr dem Geschmack frischer Produkte.
Extrakte aus dem Rhizom finden bei der Aromatisierung von Magenbitter, Likören wie Chartreuse, alkoholarmen Getränken und Lebkuchen Verwendung.
Was ist der Unterschied zwischen Galgant und Ingwer? Thai-Ingwer Unterschied zu Ingwer: Alpinia galanga ist ein ingwerähnliches Gewürz und eine Heilpflanze. Die beiden verwandten Pflanzen sind Ingwergewächse, gehören aber unterschiedlichen Gattungen an. In der Küche kann man die Rhizome ähnlich verwenden. Die Inhaltsstoffe und Geschmacksstoffe unterscheiden sich aber deutlich voneinander. Thai-Ingwer schmeckt harziger, weniger scharf und milder, während Ingwer schärfer und zitroniger schmeckt und wärmend wirkt.
Veganes Rezept für Gemüse-Curry mit Thai-Ingwer
Zutaten: 4 EL Rapsöl, 3 EL grüne Currypaste, 2 Knoblauchzehen (fein gewürfelt), 1 EL Kokosblütenzucker, 10 Kaffirlimettenblätter (Asia-Shop), 2 Karotten (in dünnen Scheiben), 1 kleine Aubergine (gewürfelt), 300 g Hokkaidokürbis (gewürfelt), 1 Chili (eingeritzt), 40 g Thai-Ingwer (geschält und in Scheiben geschnitten, alternativ: Echter Galgant), 3 Stiele Zitronengras (in Stücken), 350 ml Gemüsebrühe, 400 ml Kokosmilch, 100 g Champignons (geviertelt), 6 Frühlingszwiebeln (in Stücken), 10 Cherry-Tomaten (halbiert), 50 g Cashewkerne (gehackt, oder gesünder: Macadamianüsse), 4 EL Limettensaft und 10 Stiele Koriandergrün (gehackt).
Zubereitung: Zunächst Rapsöl erhitzen und die Currypaste und den Knoblauch anrösten. Dann Zucker, Kaffirlimettenblätter, Karotten, Aubergine, Kürbis, Chili, Galgant-Ingwer (Alpinia galanga) und Zitronengras hinzugeben und alle Zutaten ebenfalls kurz andünsten. Anschliessend das Curry mit Gemüsebrühe und Kokosmilch aufgiessen und 10 Min. köcheln lassen. Nun die Champignons dazugeben und das Curry weitere 5 Min. garen. Danach die Frühlingszwiebeln und die Tomaten während 3 weiterer Min. mitköcheln. Zuletzt das Curry mit dem Limettensaft abschmecken und vor dem Servieren mit Korianderblättern und Nüssen bestreuen. Wer eine gesündere Variante bevorzugt, verzichtet auf Kokosprodukte und Cashewkerne.
Rezept für frischen Thai-Ingwer-Tee
Aus der frischen und geriebenen Galangawurzel kann man Tee zubereiten. Dafür kocht man die Wurzelstücke mit Trinkwasser auf (ca. 2 TL/250 ml) und lässt den Sud, je nach Gusto, einige oder bis zu 30 Min. lang köcheln. Die Feststoffe seiht man anschliessend ab und gibt etwas Zitronensaft dazu. Verfeinern kann man den Tee mit Honig, Agavensirup oder Ahornsirup.
Auch die Kombination aus Thai-Ingwer, Ingwer, Kurkuma und Echtem Galgant eignet sich für eine Tee-Variation, z.B. zusammen mit etwas Zimtrinde.
Vegane Rezepte mit Thai-Ingwer finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".
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Einkauf - Lagerung
Frischen Thai-Ingwer kann man in Rohkostqualität (Rohqualität) in vielen Asia-Läden ganzjährig kaufen. In einigen Supermärkten (z.B. Rewe, Edeka, Coop vitality) und im gut sortierten Bio-Laden bekommt man manchmal getrocknete Galgantscheiben oder Galgantpulver, das man häufig auch als 'Laos Pulver' bezeichnet. Bei Supermarktketten wie Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl oder Hofer und in den Bio-Supermärkten Denn's Biomarkt und Alnatura haben wir bislang keinen Thai-Ingwer gefunden. Im Online-Handel hat man eine grosse Auswahl an Thai-Ingwer, teilweise auch aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA, bio).
Thai-Ingwer (auch Ingwer Thailand, Thaiingwer, thailänd. Ingwer, Thai. Ingwer, Thai-Siam) ist nicht mit dem Echten Galgant (Alpinia officinarum), dem Ingwer (Zingiber officinale), dem Chinesischen Ingwer (Boesenbergia rotunda), der Gewürzlilie (Kaempferia galanga) oder mit Kurkuma (Curcuma longa) zu verwechseln.
Wild zu finden
Galgant-Thai (Alpinia galanga) findet man in Südostasien als bis zu zwei Meter hohe Staude mit ingwerartig duftenden Rhizomen, lanzettförmigen Blättern (bis 50 cm lang) und blassgrünen, Orchideen-ähnlichen Blüten mit weisser, rosa gestreifter Lippe.1
Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Die Fruchtbildung erfolgt ab dem dritten Pflanzjahr von September bis November. Thai-Ingwer wächst in feuchten Wäldern, in Schluchten, in Dickichten und Büschen in Höhenlagen von 100 bis 1300 m. Die Rhizome kann man an ihren natürlichen Standorten das ganze Jahr über ausgraben.1
Tipps zur Lagerung
Frische Knollen halten, in Küchenpapier und einen Plastikbeutel eingewickelt, im Gemüsefach vom Kühlschrank ca. 2-3 Wochen. Bei offener Lagerung trocknet er rasch aus. Kontrollieren Sie die Wurzel regelmässig, damit sich kein Schimmel bildet.
Die Haltbarkeit von Thai-Ingwer erhöht sich durch Trocknen. Dafür schält man die Galangawurzel, schneidet sie in dünne Scheiben und legt sie auf Backpapier zum Lufttrocknen. Vor der Verwendung weicht man die getrockneten Galgantscheibchen, ähnlich wie getrocknete Pilze, ein bis zwei Stunden in lauwarmem Wasser ein. Gemahlen ('Laos Pulver') verliert der Grosse Galgant schnell sein Aroma, dafür nimmt die Schärfe aufgrund der Dehydratisierung zu. Getrocknete Galangawurzeln lagert man am besten dunkel, kühl und luftdicht.
Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien
Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.
Bei Thai-Ingwer sind uns nur die Makronährstoffe bekannt. Er hat pro 100 g ca. 59 kcal, kaum Fett (0,9 g/100g), 12 g/100g Kohlenhydrate (davon 0,2 g Ballaststoffe) und 2,3 g/100g Proteine.
Die gesamten Inhaltsstoffe von frischem Thai-Ingwer, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.
Wirkungen auf die Gesundheit
Viele gesundheitliche Wirkungen von Galgant kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen.
Sekundäre Pflanzenstoffe
Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.
Galgant enthält u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:3,23
- Isoprenoide: Monoterpene (Linalool, Eukalyptol, Beta-Pinen, Alpha-Bergamotten), Monoterpenoide (Terpinenol); Sesquiterpene (Nerolidol, Beta-Bisabolen, Beta-Santalen, Beta-Farnesen); Triterpene: Steroidsaponine (Beta-Sitosterol-Diglucosid)
- Polyphenole: Flavonoide: Flavone (Galangin), Flavonole (Kaempferol)
- Weitere organische Verbindungen: Phenylpropanoid-Derivate (Aceteugenol, Eugenol, Methyleugenol, Isoeugenol), Ester (Galangalacetat, Fenchylacetat, Acetoxychavicolacetat, Phenylacetat, Bornylacetat, Geranylacetat, Chavicolacetat)
Alpinia galanga enthält in allen Pflanzenteilen, insbesondere im frischen Rhizom, zahlreiche phenolische Verbindungen und bis zu 1,5 % ätherisches Öl mit therapeutischem Potenzial. Darunter sind die wichtigsten: Beta-Santalen, Eukalyptol, Fenchylacetat, Beta-Farnesen, Beta-Bisabolen, Alpha-Bergamotten, Beta-Pinen, Galangin, Beta-Sitosterol-Diglucosid und Phenylpropanoide. Diese Stoffe wirken antioxidativ, indem sie freie Radikale neutralisieren. Weitere Inhaltsstoffe sind u.a. das scharf schmeckende Galangalacetat und Chavicolacetat.3,23 Im getrockneten Zustand sind die ätherischen Öle deutlich reduziert, wobei insbesondere Eukalyptol und Farnesen enthalten bleiben.3
Der Ethanol-Extrakt des Rhizoms von Alpinia galanga reduziert Entzündungen, senkt das Volumen von Pleuraflüssigkeit und hemmt die Leukozytenzahl bei durch Carrageenan (Polysaccharid) induzierter Pleuritis (Brustfellentzündung) bei Ratten. Der Extrakt kann auch die Expression von Wachstumsfaktoren in peripheren Blutzellen während akuter Entzündungen aktivieren und so das entzündliche Milieu positiv beeinflussen.23
Die traditionelle Medizin kennt Galgant als Mittel bei Gelenkbeschwerden. Extrakte der Pflanze können entzündungsfördernde Prozesse in Gelenkzellen hemmen. Sie reduzieren bestimmte Enzyme (MMPs), die am Abbau von Knorpel beteiligt sind, sowie entzündungsfördernde Botenstoffe. Der genaue Wirkmechanismus des Extrakts ist noch nicht vollständig geklärt.6
Rhizomextrakte haben in vitro starke antikanzerogene Effekte. Ethanol- und Wasserextrakte hemmen Brust-, Lungen- und Gebärmutterhalskrebszellen, stabilisieren normale Zellen und verhindern deren Transformation in maligne Zellen.23
Studien an diabetischen Ratten zeigen eine senkende Wirkung auf den Blutzucker und eine Verbesserung des Lipidprofils (Triglyzeride, Cholesterin) durch Methanol-Extrakte von Galanga. Ätherisches Rhizomöl hemmt die Alpha-Glucosidase (enzymatisches Verdauungsenzym), schützt die Leber und fördert die Regeneration der Leberzellen. Aussagen über die Wirkung beim Menschen erfordern noch Bestätigung.23
Rhizomextrakte zeigen antimikrobielle Aktivität bei verschiedenen Bakterien, darunter Staphylococcus aureus und S. epidermidis, sowie gegen Hefepilze wie Candida albicans, C. tropicalis und C. glabrata. Die enthaltenen Metaboliten schädigen die zytoplasmatische Membran, stören die Membranstruktur und erhöhen die Permeabilität.23
In einer Tierstudie reduzierte Rhizomextrakt von Alpinia galanga die Zahl der Malariaparasiten im Frühstadium der Infektion dosisabhängig um bis zu 65 %. Der Extrakt zeigte neben kurativen auch präventive Wirkungen, die bei höheren Dosierungen (200–400 mg/kg/Tag) signifikant waren. In-vitro-Daten bestätigen die antiparasitäre Aktivität, die vorwiegend auf die Flavonoide und Terpenoide zurückgeht.23
Acetoxychavicolacetat aus Alpinia galanga wirkt stark antiallergisch, indem es die Freisetzung von Signalproteinen (Zytokinen) und Enzymen hemmt. Darüber hinaus besitzt es entzündungshemmende, antifungale, antioxidative und antikanzerogene Eigenschaften. Ein Nachteil ist seine Instabilität, insbesondere in saurer Umgebung. Stabilere Analoga, wie bestimmte Ester, zeigen ähnliche hemmende Effekte auf allergische Reaktionen.4,23
Erste Studien am Menschen beschreiben eine Steigerung der geistigen Wachheit und Konzentration durch Alpinia-galanga-Pflanzenextrakt ähnlich wie Koffein, jedoch länger anhaltend und ohne den typischen "Koffeinabsturz". Damit hat der Pflanzenextrakt Potenzial als natürlicher Energie-Booster im Alltag.5 Jüngste Forschungen an Mäusen zeigen positive Effekte bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Alzheimer.3
Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen
Hat Galgant-Ingwer Nebenwirkungen? Eine zu hohe Dosierung des Thai-Ingwers kann zu Magenbeschwerden führen. Fühlt man sich nach der Einnahme nicht wohl, ist unbedingt ärztlicher Rat hinzuzuziehen. Eine Selbstbehandlung bei Herzbeschwerden ist mit einem Arzt abzusprechen.
"Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka" beschreibt zumindest für den verwandten Echten Galgant (Alpinia officinarum) auch keine Nebenwirkungen.7
Verwendung als anerkannte Heilpflanze
HMPC (Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel), ESCOP (Dachverband nationaler europäischer Gesellschaften für Phytotherapie) und Kommission E (Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel) haben bislang keine Pflanzenmonographien über den Thai-Ingwer verfasst. Der Echte Galgant ist eine von der Kommission E anerkannte Heilpflanze bei dyspeptischen Beschwerden (Verdauungsstörungen) und Appetitlosigkeit.7
Volksmedizin - Naturheilkunde
Für (alternativ-)medizinische Anwendungen sind die Rhizome und das ätherische Öl von Thai-Ingwer geeignet.1
Neben der Verwendung in der Küche nutzt man Thai-Ingwer im asiatischen Raum als traditionelles Arzneimittel. Dort kommt es zur Behandlung von Koliken, Verdauungsstörungen, Durchfallerkrankungen, Magenkrebs, Diabetes mellitus, Inkontinenz und Fieber zum Einsatz sowie bei Rheumatismus, Bronchialkatarrh (Bronchitis), Herzerkrankungen, chronischer Enteritis, Nierenerkrankungen und Zahnstein.3,8
Im Süden Thailands sind Kräutergetränke mit Galgant-Ingwer, sogenannte Jamu-Getränke, zur Erhaltung der Gesundheit verbreitet. Gegen Magenschmerzen trinkt man den Saft aus einer Mischung der geriebenen Galangawurzel und Zitronensaft. Gegen Hautausschläge können Umschläge mit Galgantpulver helfen.9
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) dienen die Wirkstoffe des Thai-Ingwers zur Verwendung als Verdauungshilfe, gegen Blähungen und Magen-Schmerzen, als Hustenlöser und gegen Entzündungen.2
Vom Galangal verwendete man in der Unani-Medizin (graeco-arabische Medizin bzw. alte Medizin des Orients und des Okzidents) hauptsächlich das Kraut der roten Sorten als Herzstärkungsmittel sowie bei Asthma, Husten, Halsschmerzen und anderen Krankheiten.10,11
Während man in westlichen Ländern den Grossen Galgant heute nur selten verwendet, gewann er in Europa im Mittelalter an Bedeutung, insbesondere bei der oberen Gesellschaftsschicht. Man setzte ihn als Gewürz und teilweise auch als Heilmittel bei Magen- und Darmerkrankungen, aber auch bei Herzschwäche, Angstzuständen und anderen psychischen Unruhen ein.13
Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl
'All you can eat for climate', ein Kooperationsprojekt von verschiedenen Forschungs- und Umweltorganisationen, hat den CO2-Fussabdruck von Galgant (Alpinia officinarum) und Ingwer (Zingiber officinale) berechnet und in Verhältnis zum jeweiligen Nährwert gesetzt. Da diese Pflanzen der gleichen Familie (Ingwergewächse) wie Thai-Ingwer angehören, gehen wir davon aus, auch aus Mangel anderer Daten, dass der Thai-Ingwer einen ähnlichen CO2-Fussabdruck verursacht: Ingwer und Galgant kamen dieser Studie nach auf 0,54 kg CO2eq/kg. Das ist ein kleiner Fussabdruck, ähnlich dem von anderem Gemüse oder Obst. Auch im Verhältnis zum Nährwert zeigen sich diese Zutaten als besonders klimafreundlich und haben das Prädikat "Im Ziel der klimafreundlichen Ernährung (50 % besser als der Durchschnitt)". CONCITO, eine dänische Klimadatenbank, kam für Ingwer auf 1,11 kg CO2eq/kg; den Grossteil machte die Landwirtschaft aus (0,73 kg CO2eq/kg). Obwohl höher als der zuvor genannte Wert, ist dieser Fussabdruck immer noch relativ klein und vergleichbar mit Knoblauch. Aber doch weit entfernt von z.B. Kohl (0,29 kg CO2eq/kg).17,18,19
Zum Wasser-Fussabdruck von Thai-Ingwer konnten wir keine spezifischen Daten finden. Daher nennen wir wieder den Vergleich mit seinem nahen Verwandten, dem Ingwer: Mekonnen und Hoekstra berechneten dafür einen Fussabdruck von 1657 l/kg. Das ist ein Vielfaches vom Wasserverbrauch von Gemüse oder Obst und entspricht ca. dem durchschnittlichen Wasserverbrauch von Getreide (1644 l/kg). Nüsse (9063 l/kg) und Gewürze (7048 l/kg) verbrauchen deutlich mehr Wasser.20
Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?
Tierschutz - Artenschutz
Der Pestizideinsatz ist weltweit sehr unterschiedlich. Die in der Landwirtschaft eingesetzten Schädlingsbekämpfungsmittel sind aber mittlerweile mehr oder weniger überall zu finden - mit dramatischen Folgen für Ökosysteme.21 Biologische Pflanzenschutzmittel und ökologische Anbauweisen sind eine Alternative. Diese Form ist aber nur tragfähig, wenn wir weniger tierische Produkte essen und weniger Lebensmittel verschwenden.22
Weltweites Vorkommen - Anbau
Der Ursprung von Alpinia galanga liegt vermutlich in Südostasien. Es gibt Hinweise darauf, dass in Ostbengalen und Südindien ihre ersten Kultivierungsversuche stattfanden. Frühe Quellen aus der Kolonialzeit nennen Java als grössten Exporteur von Thai-Ingwer.11
Zur Gruppe Alpinia galanga gehören vier Arten, die von einer gemeinsamen Urform abstammen. Für diese Gruppe sind die verzweigten Infloreszenzen mit kleinen Blüten, die offenen Hochblätter, eine zipfelige Blütenlippe und die dünnwandigen Früchte besonders charakteristisch. Ursprungsgebiet des Thai-Ingwers ist der Süden Chinas. Die Vertreter der Gruppe sind vor allem im kontinentalen Asien verbreitet.14,15
Eigener Anbau im Wintergarten oder als Topfpflanze
Galgant kann man als Topfpflanze nur im Haus, Wintergarten oder im beheizten Gewächshaus anbauen. Dafür benötigt man ein frisches Rhizom bzw. ein Teilstück davon. Beim spezialisierten Pflanzenhändler erhält man fertige Pflanzen.
Für den eigenen Anbau verwendet man einen Topf mit nährstoffreicher und lockerer Erde. Wichtig ist eine gute Drainage, da Galgant-Ingwer keine Staunässe verträgt. Trotzdem hat die Pflanze einen hohen Wasserbedarf und benötigt regelmässige Bewässerung. Um den hohen Nährstoffbedarf auszugleichen, muss man regelmässig düngen, z.B. mit einem flüssigen Universal-Gemüsedünger. Galgant benötigt eine umfassende Pflege, ganzjährig viel Sonne, eine gleichbleibende Wärme (ideal 20-22 °C) und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die Pflanze sollte man täglich mit warmem, kalkfreiem Wasser aus einer Sprühflasche besprühen.16
In einem feucht-tropischen Klimagebiet wächst die mehrjährige krautige Galgant-Pflanze im Freien immergrün. Die gelblich-weissen, holzigen Alpinia-Wurzeln mit den roséfarbigen Seitensprossen kann man nach mehreren Monaten Wachstum ernten bzw. ausgraben.
Der Grosse Galgant ist nicht winterhart. Je nach Standort muss 'Galanga Thai' an einem wärmeren Platz überwintern. Die Mindesttemperatur liegt bei 15-18 °C.1
Anbau - Ernte
Anbaugebiete von Thai-Ingwer sind Thailand, Assam, Bangladesch, Kambodscha, Vietnam, Myanmar, Sumatra, Java, Borneo und die Philippinen,6 aber auch Indien und China. Im Gegensatz zum Echten Galgant (Alpinia officinarum) nutzt man bei Alpinia galanga (L.) Willd. nicht nur die Rhizome, sondern auch die Samen als Gewürz.3
Verwechslungsgefahr
Aufgrund ihrer Ähnlichkeit kann man den Grossen Galgant sehr leicht mit dem Echten Galgant (Alpinia officinarum) verwechseln. Der Echte Galgant ist nicht giftig und eine Verwechslung stellt keine Gefahr dar. Diese Information dient lediglich als Hinweis. Der Echte Galgant schmeckt schärfer und bitterer als der Grosse Galgant. Alpinia officinarum findet hauptsächlich in der chinesischen Medizin Anwendung, weniger in der Küche, wo man aufgrund seines etwas milderen Geschmacks überwiegend den Grossen Galgant einsetzt. Die Unterscheidung ist nicht immer eindeutig. Oft bezeichnet man beide als Galgant und unterscheidet nicht in Texten.
Bis in die 80er-Jahre war mit der Gewürzlilie (Kaempferia galanga) eine weitere ingwerartige Pflanze in Deutschland in Apotheken und in Gewürzhandlungen erhältlich. Es gab durchaus Verwechslungen, weil auch die Gewürzlilie als Galangan bekannt ist. In Südostasien ist die Wurzel der Gewürzlilie als Gewürz und Rauschmittel bekannt, da das Rhizom auch Halluzinationen hervorrufen kann.13
Weiterführende Informationen
Der Grosse Galgant, Alpinia galanga (L.) Willd., ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) gehört. Die Bezeichnungen sind nicht immer ganz eindeutig und es gibt sowohl im Deutschen als auch im Englischen Namensgleichheiten. So spricht man mitunter von Galgant oder Galangawurzel, selten auch von Alpinia.
Der Thai-Ingwer (Alpinia galanga, auch Languas galanga) ist neben dem Echten Galgant (Alpinia officinarum, auch Languas officinarum), dem Chinesischen Ingwer (Boesenbergia rotunda) und der Gewürzlilie (Kaempferia galanga) eine von vier ingwerartigen Pflanzen, die man gelegentlich einfach nur als Galgant bezeichnet und für die man identische Namen verwendet.
Alternative Namen
Weitere botanische Namen und Alternativnamen für Thai-Ingwer sind: Amomum galanga (L.) Lour, Galanga major Rumph, Languas galanga (L.) Stuntz, Languas galanga (L.) Stunz, Languas vulgare (L.) Stuntz, Languas vulgare Koenig, Maranta galanga L., Galanga, Languas, Siam-Ingwer, Siamesische Ingwerlilie, Calanga, Garengal, Java Galangal oder Galangal deutsch: Galgant. Folgende Schreibweisen sind häufig: Thai-Ingwer (Thai Ingwer), Galgant-Ingwer, Galgant-Thai oder Galgant-Thai-Ingwer.
Englische Bezeichnungen sind Galanga, Lesser Galangal, Greater Galangal, Greater Galanga, Chinese Ginger, Lesser Galingale, Lesser Galangal, Small Galangal, False Ginger, Maraba, Galangale, Siamese Ginger, Galanga Root, Laos Root, Spice Ginger, East Indian Root, Longwas und viele andere.10,12
In Indonesien heisst die Galangawurzel auch Langkuas oder Laos. Der thailändische Name ist Kha (ข่า) und der chinesische gao liang jiang. Als Hong dou kou (Fructus galangae) bezeichnet man die Früchte von Alpinia galanga. In weiteren Sprachen nennt man das Rhizom Grand Galanga, Galanga de l'Inde, Galanga Maggiore, Grote Galanga, Galigaan oder Lengoewas.
Die pharmazeutische Bezeichnung des Galgant-Rhizoms lautet Rhizoma galangae.
Literaturverzeichnis - 23 Quellen (Link zur Evidenz)
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To date, ACA, the main component of the crude ethanolic extract of rhizomes, has exhibited diverse medicinal properties like anticancer effects, gastroprotective effects, xenobiotic protection, antiallergic activity, antimicrobial activity, and antidementia effects. In this review, we aimed to summarize the diverse bioactivities of ACA, which are presented in Tables 1 and 2, the efficacy of combined treatment with ACA and other substances (Table 3), and discuss the relationships between structure and pharmacological activities of ACA and the involvement of AMPactivated protein kinase (AMPK) activation in its different pharmacological functions. Narratives Review DOI: 10.1089/jmf.2019.4490 Study: weak evidence | Kojima-Yuasa A, Matsui-Yuasa I. Pharmacological Effects of 1'-Acetoxychavicol Acetate, a Major Constituent in the Rhizomes of Alpinia galanga and Alpinia conchigera. J Med Food. 2020;23(5):465-475. |
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Most botanists infer a Southeast Asian origin of the galangal, but the plant may have been cultivated in East Bengal and Southern India for a long time. Early colonial sources mention Java as the greatest exporter of the plant. Book | Hoogervorst T. If Only Plants Could talk. Reconstructing Pre-Modern Biological Translocations in the Indian Ocean. In: Chandra, Satish PR, Himanshu (eds.). The Sea, Identity and History: From the Bay of Bengal to the South China Sea. New Delhi: Manohar; 2013:67–92. |
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| 19. | ● 19 Brokkoli, frisch 0,3 20 Brokkoli, gefroren 0,7 21 Champignons, frisch, hell oder dunkel 1,3 22 Champignons, Dose 2,4 23 Erbsen, frisch, grün, in Schoten 0,4 24 Erbsen, getrocknet 2,3 25 Erbsen, gefroren 1,2 26 Erbsen, grün, Dose 1,7 27 Erbsen, grün, Glas 1,7 28 Erdbeeren, frisch, Durchschnitt 0,3 29 Erdbeeren, frisch, aus der Region, saisonal 0,3 30 Erdbeeren, frisch, aus Spanien 0,4 ... Website | Reinhardt G, Gärtner S, Wagner T. Ökologische Fussabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. IFEU Institut für Energie - und Umweltforschung Heidelberg. 2020. |
| 20. | 🞽 720 Ginger 1525 40 92 1657 table 2: Rootsandtubers 327 16 43 387 Cereals 1232 228 184 1644 Spices 5872 744 432 7048 Nuts 7016 1367 680 9063 DOI: 10.5194/hess-15-1577-2011 | Mekonnen MM, Hoekstra AY. The green, blue and grey water footprint of crops and derived crop products. Hydrol Earth Syst Sci. 2011;15(5):1577–1600. |
| 21. | 🞽 However, in the last half of the DOI: 10.1007/s42452-019-1485-1 | Sharma A, Kumar V et al. Worldwide pesticide usage and its impacts on ecosystem. SN Applied Sciences. 2019;1:1446. |
| 22. | 🞽 Organic agriculture is one concrete, but controversial, suggestion for improving the sustainability of food systems. It refrains from using synthetic fertilizers and pesticides, promotes crop rotations and focuses on soil fertility and closed nutrient cycles4, 12. The positive performance of organic agriculture when measured against a range of environmental indicators has been widely reported13–16. However, organic systems produce lower yields17 and thus require larger land areas to produce the same output as conventional production systems. In consequence, environmental benefits of organic agriculture are less pronounced or even absent if measured per unit of product than per unit of area14, 18. Furthermore, abandoning synthetic N-fertilizers could lead to nutrient undersupply, even with increased legume cropping19. As a consequence, the ability of organic agriculture to feed the world sustainably has been challenged19, 20. Some authors contribute to the discussion on lower yields in organic agriculture by considering nutrient availability, but none of these provide a robust analysis of nutrient availability in organic production systems19–21 Organic agriculture can only contribute to providing sufficient food for the 2050 population and simultaneously reducing environmental impacts from agriculture, if it is implemented in a well-designed food system in which animal feeding rations, and as a consequence reduced animal numbers and animal product consumption, and food wastage are addressed. DOI: 10.1038/s41467-017-01410-w | Muller A, Schader C et al. Strategies for feeding the world more sustainably with organic agriculture. Nat Commun. 2017;8(1):1290. |
| 23. | 🞽 Exploration of the utilization of plant-based natural materials as raw materials for medicines is still being carried out today. Various secondary metabolite compounds from plants have been found in recent decades, one of which is Alpinia galanga L. (greater galangal). The world community has long recognized the Alpinia galanga L. plant as a raw material for traditional medicinal herbs that can help cure several diseases, such as ulcers, headaches, rheumatism, migraines, and diabetes mellitus. Knowledge of the potential of medicinal ingredients from derivatives of metabolite compounds in Alpinia galanga L. has continued in this modern era by researchers through the science of herbal medicine. Researchers have found that all parts of this plant, including leaves, roots, stems, flowers, and rhizomes, have secondary metabolite compounds that have the potential to be developed for medicine. One part that contains an abundance of secondary metabolites, such as 1,8-cineole, α-fenchyl acetate, β-farnesene, β-bisabolene, α-bergamotene, β-pinene, 1′-acetoxychavicol acetate (ACE), galangin, phenylpropanoid, and β-sitosterol diglucoside (AG-7), is the rhizome. Research related to the bioactivity test of these secondary metabolite compounds is still being conducted by researchers to reveal other amazing potentials of Alpinia galanga L. Therefore, this review article provides information related to the ethnomedicinal profile, phytochemicals, and various medical potentials of Alpinia galanga L.
Narratives Review DOI: 10.15212/bioi-2024-0032 Study: weak evidence | Priyono QAP, Yusniasari PA, Alifiansyah MRT, Suryanto GY, Widyowati R, Herdiansyah MA et al. Ethnomedical potentials, phytochemicals, and medicinal profile of Alpinia galanga l. : a comprehensive review. BIOI. 2024;5(1). |
| Wir haben Studien und Bücher zu Ernährung und Gesundheit nach folgenden 3 Evidenz-Kategorien markiert: grün=starke Beweiskraft, gelb=mittlere, violett=schwache. Die restlichen Quellen sind grau markiert. Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Beitrag: Wissenschaft oder Glaube? So prüfen Sie Publikationen. | ||










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