Was ist dran an der „gesunden Süsse“? Wir räumen mit gängigen Mythen auf und zeigen, worauf Sie wirklich achten sollten.
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Zucker prägt unsere Ernährung auf vielfältige Weise – sei es in natürlicher Form in Früchten, Gemüse und Milch (zur Problematik von Milch) oder als zugesetzter Zucker in verarbeiteten Produkten.13
Die Verdreifachung des weltweiten Zuckerkonsums zwischen 1970 und 2020 stellt eine besorgniserregende Entwicklung dar. Ein hoher Zuckerkonsum, besonders durch gezuckerte Getränke, steht im Zusammenhang mit Übergewicht, Zahnkaries, Krebs, dem metabolischen Syndrom, Herzkrankheiten und Typ-2-Diabetes.13 Im Bemühen, den Zuckerkonsum zu reduzieren, greifen zahlreiche Personen zu Zuckeralternativen – darunter synthetische Süssstoffe, Zuckeralkohole und vermeintlich "natürliche" Varianten wie Honig oder Agavensirup. Doch wie gesund sind diese Alternativen tatsächlich? Welche Wirkung haben sie auf unseren Körper und Stoffwechsel?
Um diese Fragen zu beantworten, müssen wir zuerst klären, was Zucker überhaupt ist und welche Bedeutung er für unseren Stoffwechsel hat. Dann können wir besser verstehen, warum es einigen so schwerfällt, süssen Lebensmitteln zu widerstehen – trotz gesundheitlicher Risiken.
Zucker umfasst verschiedene chemische Verbindungen innerhalb der Gruppe der Kohlenhydrate. Diese Moleküle – sogenannte Saccharide – haben eine unterschiedliche Struktur und Kettenlänge. Kohlenhydrate bilden die zentrale Energiequelle für den menschlichen Körper und übernehmen essenzielle Funktionen im Stoffwechsel.
Umgangssprachlich verwendet man den Begriff "Zucker" lediglich für Einfach- und Zweifachzucker (kurzkettige Kohlenhydrate), weil sie einen mehr oder weniger süssen Geschmack aufweisen:13,42
Einfach- und Zweifachzucker kommen natürlich in Früchten oder Gemüse vor, dort sind sie jedoch in die Zellstruktur eingebunden bzw. "eingeschlossen". Daneben können Einfach- und Zweifachzucker als "freier Zucker" vorliegen: in Form von Traubenzucker, Haushaltszucker, freiem Fruchtzucker, Malzzucker sowie in Honig, Sirup oder Fruchtsäften.
Mehrfachzucker und Vielfachzucker kommen vorwiegend in Getreide, Gemüse und Obst vor, in geringeren Mengen auch in Samen und Nüssen. In der Regel sind sie nicht süss, sondern haben einen neutralen Geschmack.
Die Abgrenzung zwischen Oligosacchariden und Polysacchariden ist nicht exakt festgelegt – je nach Quelle gelten unterschiedliche Grenzwerte. Obwohl die Grenze fliessend ist, gilt jedoch in der Regel: für Oligosaccharide 3-10 Einzelzucker und für Polysaccharide ab 10 Einzelzucker.
Ballaststoffe gehören ebenfalls zu den Kohlenhydraten. Ein Grossteil der Ballaststoffe (auch Nahrungsfasern genannt) gehört zu den Polysacchariden.42 Stärke, ein verdauliches Polysaccharid, ist dagegen kein Ballaststoff. Als Beispiele für Ballaststoffe gelten Zellulose (Cellulose), Pektine, Hydrokolloide und Fructo-Oligosaccharide. Mehr Informationen finden Sie im verlinkten Artikel Ballaststoffe.
Länge und Struktur der Zuckermoleküle beeinflussen die Geschwindigkeit der Verdauung, die Blutzuckerregulation und die Insulinausschüttung. Insulin reguliert die Aufnahme von Glukose in die Zellen und unterstützt die Glykogenspeicherung in Leber und Muskeln.42
Einfachzucker wie Glukose und Fruktose gelangen direkt durch die Darmwand ins Blut und sorgen für einen raschen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Dies löst eine starke Insulinausschüttung aus, um Glukose in Körperzellen zu transportieren. Zweifachzucker, etwa Saccharose oder Laktose, unterliegen zunächst einer enzymatischen Spaltung im Dünndarm, bevor die Aufnahme erfolgen kann. Der Blutzucker steigt ebenfalls schnell an, jedoch leicht verzögert im Vergleich zu Monosacchariden. Mehrfachzucker und Vielfachzucker bestehen aus langen Ketten von Zuckermolekülen. Ihr enzymatischer Abbau geschieht schrittweise, was einen gleichmässigen Anstieg des Blutzuckers ermöglicht. Die Insulinantwort verläuft moderat. Als besonders vorteilhaft gelten komplexe Kohlenhydrate wie Ballaststoffe, da diese die Glukoseaufnahme zusätzlich verlangsamen, die Darmgesundheit fördern und langfristig die Insulinsensitivität verbessern.16,42
Die glykämische Reaktion – also Tempo und Ausmass des Blutzuckeranstiegs nach dem Verzehr – hängen stark von der Zusammensetzung, der Menge und dem Ballaststoffgehalt der Nahrung ab.
Eine Bewertung kohlenhydrathaltiger Lebensmittel hinsichtlich ihres Einflusses auf den Blutzuckerspiegel erfolgt vielfach anhand des glykämischen Indexes (GI) und der glykämischen Last (GL).
Lebensmittel mit niedrigem GI und GL gelten als "stoffwechselfreundlich". GI und GL geben jedoch nicht an, wie gesund ein Lebensmittel ist. Denn sie ignorieren etwa die Nährstoffzusammensetzung. Zudem beeinflussen Lebensmittel mit hohem Fruktoseanteil den Blutzucker kaum, weshalb sie einen niedrigen GI und GL haben. Zu viel Fruktose hat aber einen negativen Einfluss auf Leber, Insulinsensitivität und Lipidstoffwechsel.30
Ein dauerhaft hoher Konsum von Einfach- und Zweifachzuckern erhöht das Risiko für Insulinresistenz. Dabei verlieren Körperzellen die Fähigkeit, angemessen auf Insulin zu reagieren. Insulin dockt normalerweise an Rezeptoren auf der Zelloberfläche an und aktiviert Transportkanäle für Glukose. Bei Insulinresistenz bleibt diese Signalwirkung abgeschwächt. Obwohl Insulin vorhanden ist, kann die Zelle die Glukose nicht aufnehmen. Dies führt zur Verminderung der ATP-Produktion, was die Zellleistung und Regeneration beeinträchtigt. Besonders Muskelzellen verlieren an Leistungsfähigkeit und Regenerationspotenzial. Die Zelle reagiert mit oxidativem Stress, Entzündungsprozessen und veränderter Genexpression – z.B. im Fettstoffwechsel. Zellalterung und Apoptose (programmierter Zelltod) nehmen zu. Zudem sinkt der Blutzucker nur noch langsam, was weitere körperliche Probleme verursacht.42
Ein hoher Zuckerkonsum ist mit Gewichtszunahme, Fettleibigkeit und hohen Triglycerid-Werten verbunden, was zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Stoffwechselkrankheiten führen kann.10
Besonders problematisch ist zugesetzter Zucker, den wir bei der Herstellung, Verarbeitung oder Zubereitung von Lebensmitteln hinzufügen und der in Süssigkeiten, Getränken, aber auch in vielen verarbeiteten Nahrungsmitteln steckt. Zugesetzter Zucker, wie Haushaltszucker (Saccharose), süsst Lebensmittel, ohne essenzielle Nährstoffe zu liefern. Neben seiner süssenden Wirkung erfüllt Zucker auch zahlreiche technologische Aufgaben und dient als Konservierungsmittel, Feuchthaltemittel, Lösungsmittel, Stabilisator und Geschmacksträger.6,13
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, die Aufnahme von freiem Zucker auf höchstens 10 % der Gesamtenergiezufuhr zu begrenzen. Noch besser wäre eine Gesamtzufuhr von unter 5 %.43
Unter freiem Zucker versteht man, wie oben erwähnt, zugesetzten Zucker (Traubenzucker, Haushaltszucker, Fruchtzucker, Malzzucker) sowie nicht in Zellstrukturen eingebundenen Zucker, wie er in Honig, Sirup oder Fruchtsäften vorliegt. Die Höchstmenge von 5-10 % bei 2000 kcal bedeutet 25-50 g Zucker. Dies entspricht 330 ml Cola, 1 EL Agavensirup, 2 EL Honig (jeweils ca. 25 g) oder 14 Würfelzuckern (50 g).
Es sind keinerlei gesundheitliche Schäden damit verbunden, keinen oder wenig freien Zucker zu konsumieren, da der Körper aus Mehrfachzucker Glukose herstellen kann.43 Zudem enthalten auch Früchte und Gemüse Einfach- und Zweifachzucker. Diese sind in der Regel in die Zellstruktur "eingebunden" – also nicht "frei". Der Verdauungsvorgang löst den Zucker heraus und steht dem Körper als Energiequelle zur Verfügung.
Die Vorliebe der Menschen für süsse Lebensmittel ist kulturübergreifend verbreitet und durchläuft im Lauf des Lebens Veränderungen. Ein süsser Geschmack ist oft mit positiven Emotionen wie Zuneigung und Belohnung verbunden. Der Genuss von Süssem gilt deshalb als eine "universelle menschliche Schwäche".7
Nicht selten greifen Menschen aus Gewohnheit oder emotionalem Bedürfnis zu süssen Lebensmitteln – oft unbewusst. Doch was liegt diesem Verlangen nach Süssem zugrunde? Die Einflüsse dafür umfassen vielfältige Faktoren und beruhen auf biologischen sowie sozio-psychologischen Gründen.
Süsse Moleküle wie Zucker, die hauptsächlich in Pflanzen vorkommen (z. B. Fruktose, Saccharose und Glukose), sowie Laktose aus der Milch vieler Tierarten dienen als Energiequelle und Geschmacksträger. Die Vorliebe für süsse Geschmacksrichtungen erleichtert die Identifikation energiereicher Lebensmittel – insbesondere solcher mit Glukose, die essenziell für den Gehirnstoffwechsel ist.5 Vermutlich geht diese angeborene Präferenz darauf zurück, dass sie unseren Vorfahren half, Glukosequellen in Pflanzen zu erkennen und so ihren Energiebedarf zu decken.3
Der süsse Geschmack hilft zudem, essbare Lebensmittel zu identifizieren. Ungeniessbare Beeren haben oft einen bitteren Geschmack. Jedoch gibt es auch Ausnahmen, wie Tollkirschen, Eibenfrüchte und Beeren des Aronstabs, die süss, aber giftig sind.
Warum können wir süchtig nach Zucker sein? Wenn wir etwas Süsses essen, aktiviert dies zwei Bereiche im Gehirn, welche mit dem Belohnungssystem (Dopaminausschüttung) verknüpft sind. Das mesolimbische System reagiert auf Zucker im Mund und Darm. Es steigert unser Verlangen nach Süssem und erhöht die Motivation, gezielt süsse Lebensmittel auszuwählen. Das nigrostriatale System reagiert auf Zucker im Darm. Die Aktivierung dieses Bereichs führt zur Konditionierung und wir greifen routinemässig zum süssen Snack. Die gleichzeitige Aktivierung beider Systeme sorgt dafür, dass wir Zucker als wohlschmeckend empfinden und er uns nachhaltig im Gedächtnis bleibt. Studien an Mäusen legen nahe, dass eine Dopaminausschüttung nicht nötig ist, um Zucker zu mögen, jedoch das Verlangen danach steigert und die gelernten Assoziationen steuert (positive Emotionen auslösend).4
Warum konsumiert der Mensch ungesunde Dinge? Wie das Beispiel Zucker zeigt, löst dieser eine Dopaminausschüttung aus, welche dazu führt, dass wir ein Verlangen danach entwickeln. Dies ist derselbe Mechanismus wie bei Alkohol und Drogen. Zucker, Alkohol und Drogen aktivieren alle das mesolimbische System, was bei wiederholtem Konsum zu gelernten "positiven Assoziationen" führt und das Verlangen nach diesen Substanzen stärkt. Alkohol und Drogen stimulieren noch weitere Systeme und die Dopaminausschüttung ist stärker als bei Zucker, weshalb sie schnellere und stärkere Abhängigkeiten verursachen. Das Belohnungssystem war evolutionsbiologisch äusserst sinnvoll und ist auch heute noch wichtig. Jedoch ist es wegen der schnellen Verfügbarkeit und des Übermasses an dopaminauslösenden Substanzen und Handlungen zum Problem geworden. Glücklicherweise ist eine Sucht ein erlerntes Muster, weshalb sie therapierbar ist – oft benötigt der Körper jedoch sehr lange, bis er die Konditionierung überwindet.
Körperliche Aktivität beeinflusst ebenfalls die Vorliebe für süssen Geschmack. Kurzfristige Bewegung kann die Wahrnehmung von Süsse sowie die Vorliebe für süsse Lebensmittel erhöhen. Im Gegensatz dazu führt regelmässige, lang anhaltende körperliche Aktivität zu einer verminderten Vorliebe für Süsses. Das bedeutet, dass Menschen mit regelmässiger, körperlicher Aktivität tendenziell seltener süsse Lebensmittel bevorzugen als weniger aktive Personen.2,5 Auch bei Personen mit Diabetes fand eine Studie heraus, dass regelmässige aerobe Übungen die Empfindlichkeit gegenüber süssem Geschmack, insbesondere bei höheren Zuckerkonzentrationen, verstärken und gleichzeitig die Vorliebe für süsse Speisen verringern. Diese Veränderungen tragen wahrscheinlich zu einer besseren Blutzuckerkontrolle bei.36 Das ist ein faszinierendes Paradox – mehr Bewegung erhöht den Energiebedarf, und doch sinkt oft das Verlangen nach Süssem. Wir nehmen den süssen Geschmack intensiver wahr, was die Lust darauf vermindert.5
Das Alter spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Vorliebe für Süsses. Untersuchungen zufolge mögen Kinder und Jugendliche mehr Süsses als junge Erwachsene. Auch ältere Menschen bevorzugen Süsses wieder stärker, hauptsächlich ältere Männer. Der höhere Energiebedarf in der Wachstumsphase und die biologische Notwendigkeit, kalorienreiche Lebensmittel zu erkennen, könnten diese ausgeprägte Vorliebe bei Kindern erklären. Mit zunehmendem Alter lässt die Geschmacksempfindung nach, weshalb es zu einer Bevorzugung des süssen Geschmacks kommt. Zudem könnten psychosoziale Faktoren wie Einsamkeit oder eingeschränkte Auswahlmöglichkeiten beim Essen eine Rolle spielen, weshalb ältere Personen süsse Lebensmittel bevorzugen.
Weitere biologische Einflussfaktoren auf die Präferenz für süsse Lebensmittel sind chronischer Stress, ein erhöhter Nüchternblutzucker, ein gesteigerter Grundumsatz und ein höherer Body-Mass-Index (BMI).5
Süsser Geschmack steht in vielen Sprachen für Liebe und Romantik. Studien belegen, dass diese Verbindung unser Verhalten und unsere Wahrnehmung beeinflusst. So bewerteten Personen, die an romantische Liebe dachten, Wasser als süsser als Personen, die an Eifersucht dachten. Ausserdem bewirkte der Verzehr von süssen Snacks, dass Menschen Beziehungen positiver einschätzten und mehr Interesse an neuen Liebesbeziehungen zeigten. Süsser Geschmack kann also die Wahrnehmung von Romantik und Anziehungskraft verstärken.3
Die Vorliebe für süsse Lebensmittel ist kulturell und regional geprägt. Menschen aus westlichen Ländern wie Australien, Europa oder den USA bevorzugen im Allgemeinen süssere Speisen und Getränke als viele AsiatInnen. Auch innerhalb Asiens gibt es Unterschiede: In südasiatischen Ländern wie Malaysia oder Indien ist die Vorliebe für Süsses oft stärker als in ostasiatischen Ländern wie China, Japan oder Korea. Zum Beispiel bevorzugen malaysische und indische Kinder süssere Getränke als chinesische Kinder. Die kulturellen Essgewohnheiten und wie vertraut bestimmte Lebensmittel sind, spielen dabei eine zentrale Rolle. Je einfacher der Zugang zu süssen Lebensmitteln ist, desto stärker ist die Vorliebe für Süsses. Die "Lust" auf Süsses ist eine Gewohnheit.5
Medien spielen zudem eine zentrale Rolle bei der Beeinflussung unseres Essverhaltens – besonders bei Kindern. Eine US-Studie aus dem Jahr 2022 weist nach, dass etwa zwei Drittel der Lebensmittel- und Getränkewerbung im Fernsehen Produkte mit hohem Zuckergehalt bewerben. Besonders häufig betroffen sind Frühstücksflocken und Süsswaren. Kalorienarme Süssstoffe, Zuckeralkohole und natürliche kalorienarme Süssstoffe wie Stevia kommen in der Werbung ebenfalls vor, allerdings deutlich seltener. Kinder im Alter von 2 bis 11 Jahren sehen besonders oft Werbung für Produkte mit viel Zucker. Diese ständige Werbepräsenz beeinflusst nachweislich ihre Vorlieben, Essgewohnheiten und Kaufentscheidungen. Fachleute fordern deshalb eine stärkere Kontrolle solcher Werbeinhalte – nicht nur im Fernsehen, sondern auch in sozialen Netzwerken und anderen digitalen Kanälen, die heute eine zentrale Rolle spielen.6
Haushaltszucker (Saccharose) besteht zu 99 % aus Saccharose, welche man aus Rohrzucker oder Zuckerrüben gewinnt.13 Im 16. Jahrhundert begann der koloniale Zuckeranbau auf Plantagen in der Karibik, in Südamerika und in Afrika. Ab dem 19. Jahrhundert gewann der Zuckerrübenanbau in Europa an Bedeutung. Die industrielle Raffination machte Zucker erschwinglich und dadurch massentauglich – er verlor seinen Luxusstatus und fand Einzug in den täglichen Speiseplan. Im 20. Jahrhundert stieg der Konsum rapide, da er nicht nur als direktes Süssungsmittel, sondern vermehrt in der industriellen Nahrungsmittelproduktion Verwendung fand.
Durch die zunehmende Kritik an Haushaltszucker stieg das Interesse an Zuckeralternativen. Dies führte zur Entwicklung von synthetischen Süssstoffen und Zuckeraustauschstoffen sowie zur breiten Vermarktung von "natürlichen" Süssungsmitteln wie Kokosblütenzucker, Maissirup, Agavensirup und Ahornsirup.
Künstliche Süssstoffe gewannen als Alternative zu industriellem Haushaltszucker (Saccharose) rasch an Bedeutung. Ihr süsser Geschmack und der niedrigere Kaloriengehalt stiessen bei vielen VerbraucherInnen auf breite Zustimmung.9
Während des 19. Jahrhunderts kamen künstliche Süssstoffe auf den Markt, doch erst in den 1990er-Jahren gewannen sie rasant an Popularität – parallel zum Anstieg von Fettleibigkeit und der zunehmenden Sorge über den hohen Zuckerkonsum. Aufgrund ihres geringen Kaloriengehalts gewannen sie schnell an Beliebtheit. Als die Forschung immer deutlicher zeigte, wie sehr übermässiger Zuckerkonsum mit chronischen Erkrankungen zusammenhängt, setzten immer mehr Lebensmittelproduzenten künstliche Süssstoffe als Zutat in ihren Produkten ein. Die Hersteller präsentierten sie als gesündere Alternative, vor allem für Diabetiker und Menschen, die ihr Gewicht im Griff behalten wollten.8,35
Bei den synthetisch hergestellten Ersatzstoffen unterscheidet man zwischen Süssstoffen und Zuckeraustauschstoffen.13 Süssstoffe liefern kaum oder gar keine Kalorien, schmecken dafür aber um ein Vielfaches süsser als Zucker. Zuckeraustauschstoffe ähneln in ihrer chemischen Struktur dem Zucker, enthalten aber weniger Kalorien. Sie süssen weniger stark als Zucker und fördern keine Karies. In grösseren Mengen können sie allerdings Blähungen, Krämpfe oder Durchfall verursachen.1,41 Um Geschmack und Süsskraft zu verbessern, kombinieren Hersteller häufig beide Typen.13 Manche Süssstoffe, wie Aspartam oder Sucralose, schmecken deutlich süsser als Haushaltszucker.
Ihre Herstellung erfolgt auf unterschiedliche Weise: aus Pflanzen (z.B. Stevia), aus pflanzlichen Stoffen (z.B. Neohesperidin aus Zitrusfrüchten), synthetisch (z.B. Saccharin) oder mithilfe von Mikroorganismen (z.B. Erythrit).17
Süssstoffe und Zuckeraustauschstoffe gelten als Lebensmittelzusatzstoffe und dienen als kalorienfreie oder kalorienreduzierte Alternative zu Zucker. Sie sind in zahlreichen verarbeiteten Produkten enthalten, etwa in Getränken, Süsswaren und Milchprodukten, und müssen auf den Lebensmittelverpackungen aufgeführt sein.1 Heutzutage stecken Zuckeralternativen nicht nur in Lebensmitteln, sondern auch in Zahnpflegeprodukten und Arzneimitteln - beispielsweise in Zahnpasta, Kariespräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln.35
Folgende Süssstoffe und Zuckeraustauschstoffe sind in Europa offiziell erlaubt (Stand 2023):1
| Süssstoffe (Nicht-nutritive Süssstoffe) | Zuckeraustauschstoffe/ Zuckeralkohole (Polyole) |
| Acesulfam K Aspartam Aspartam-Acesulfamsalz Cyclamat Saccharin Sucralose Thaumatin Neohesperidin Steviolglycoside (Stevia) Neotam Advantam | Sorbit Mannit Isomalt Polyglycitolsirup Maltit Lactit Xylit Erythrit |
Künstliche Süssstoffe sind vor allem deshalb beliebt, weil sie kaum Kalorien enthalten und den Blutzuckerspiegel nicht direkt beeinflussen. Gerade im Kampf gegen Übergewicht und Diabetes galten sie lange als harmlose Alternative zu Zucker. Daher greifen viele Menschen zu kalorienarmen oder als "zuckerfrei" und "Diätkost" beworbenen Produkten – die fast immer künstliche Süssstoffe enthalten. Doch inzwischen zeigen immer mehr Studien, dass diese Stoffe nicht so unbedenklich sind, wie es die Werbung vermuten lässt. Zwar liefern sie kaum Kalorien, können aber trotzdem den Appetit anregen, das Essverhalten beeinflussen und langfristig zu Gewichtszunahme und Glukoseintoleranz beitragen.8,9,10
Zahlreiche weltweit bekannte Marken enthalten diese Lebensmittelzusatzstoffe, insbesondere hochverarbeitete Lebensmittel wie künstlich gesüsste Getränke, Snacks, kalorienarme Fertiggerichte oder Milchprodukte.
Im Jahr 2020 kamen künstliche Süssstoffe schätzungsweise in über 23'000 Produkten zum Einsatz. Sie sind auch als Streusüsse für Kaffee und Tee beliebt. Der weltweite Markt dafür wächst stetig und soll bis 2028 fast 10 Milliarden US-Dollar erreichen.9
Die aggressive Vermarktung führte zu einer Übernutzung. Gleichzeitig trug die Zunahme von Krankheiten wie Fettleibigkeit, metabolischem Syndrom und Diabetes dazu bei, dass Menschen häufiger zu zuckerfreien Alternativen und damit zu Produkten mit künstlichen Süssstoffen griffen.10
Künstliche Süssstoffe können den Insulinspiegel im Körper ansteigen lassen – obwohl sie selbst keinen Zucker enthalten. Das liegt daran, dass unser Körper auf den süssen Geschmack reagiert. Er "denkt", dass gleich Zucker ins Blut kommt, und schüttet vorsorglich Insulin aus. Theoretisch könnte durch diesen Effekt der Blutzuckerspiegel zu stark absinken, sodass es zu Heisshunger (starkem Drang, sofortigem Bedarf nach Süssem) kommt.13 Humanstudien konnten diese Theorie bislang nicht eindeutig bestätigen oder widerlegen. Die Wirkung von Süssstoffen auf die Insulinausschüttung fällt je nach Substanz unterschiedlich aus. Saccharin und Sucralose lösten eine geringe und Aspartam, Steviolglycoside und Cyclamate keine Insulinausschüttung aus. Was jedoch belegt ist: Süssstoffe aktivieren weder die Freisetzung von Sättigungshormonen noch hemmen sie die Ausschüttung von appetitanregenden Hormonen. Erste Studien deuten darauf hin, dass einzelne Süssstoffe – im Vergleich zu Zucker – das Belohnungssystem im Gehirn nur abgeschwächt ansprechen, was das Verlangen nach "echter" süsser Energie begünstigen könnte.44,45,46
Der regelmässige Konsum von intensiv süssen Zero-Produkten hält unseren Gaumen und Geschmackssinn an eine hohe Süssintensität gewöhnt. Dies kann dazu führen, dass uns die natürliche Süsse in Früchten als weniger süss und damit weniger befriedigend erscheint. Die Folge: Man verzehrt weiterhin stark gesüsste Produkte oder sucht nach noch süsseren Alternativen, um die gewünschte Geschmacksintensität zu erreichen. Wie auch beim Salzkonsum kann man den Geschmackssinn für Süsses wieder auf ein normales Niveau bringen, indem man sukzessiv den Zuckerkonsum reduziert.
Nicht-nutritive Süssstoffe können in kleinen Mengen nachweislich die Zusammensetzung unserer Darmflora verändern. Das Mikrobiom, das aus den Gemeinschaften von Bakterien, Viren und Pilzen im Darm besteht, spielt eine zentrale Rolle für unsere Gesundheit. Diese Mikroben helfen, die Nahrung in Enzyme, Hormone und Vitamine umzuwandeln. Wenn wir ballaststoffreiche Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Nüsse essen, entstehen bei deren Verdauung Verbindungen, die Entzündungen verringern und unsere Gesundheit fördern. Der regelmässige Verzehr von Süssstoffen hingegen kann das Mikrobiom in einer Art verändern, die den Stoffwechsel beeinträchtigt.14
Obwohl die Gesundheitsbehörden, wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) oder die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA), Grenzwerte für den Konsum festlegten, bleiben diese Stoffe trotzdem umstritten. Immer mehr Studien weisen auf mögliche gesundheitliche Risiken hin.9 Sie bringen den regelmässigen Konsum künstlicher Süssstoffe mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes, vorzeitige Sterblichkeit und Veränderungen des Magen-Darm-Trakts in Verbindung – sowie mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einem ungünstigen Verhältnis von Gesamt- zu HDL-Cholesterin, Bluthochdruck und Schlaganfall.8,9
Auch im Zusammenhang mit Krebs gibt es neue Erkenntnisse. Der regelmässige Verzehr künstlicher Süssstoffe wie Aspartam und Acesulfam-K - weit verbreitet in vielen Lebensmitteln und Getränken - geht mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs sowie übergewichtsbedingte Krebserkrankungen einher.11
In einigen Ländern wie den USA sind gewisse Süssstoffe wegen möglicher Gesundheitsrisiken wie Krebsverdacht verboten, in der EU jedoch weiterhin zugelassen.13
Infolge der vermehrten Kritik an Süssstoffen und Zuckeraustauschstoffen setzen immer mehr Menschen auf sogenannte "natürliche" Süssungsmittel wie Kokosblütenzucker, Honig, Dattelsirup, Agavensirup, Maissirup, Ahornsirup und Apfeldicksaft bzw. Birnendicksaft. Sie wirken auf den ersten Blick gesünder, nachhaltiger und harmloser. Doch der natürliche Ursprung allein macht sie nicht automatisch unbedenklich.
Viele dieser Produkte sind ebenso stark verarbeitet wie herkömmlicher Haushaltszucker und liefern kaum relevante Nährstoffe. Häufig locken Hersteller mit irreführenden Gesundheitsversprechen, obwohl die Auswirkungen auf Blutzuckerspiegel, Zahngesundheit (Karies) und Umwelt genauso bedenklich sind. Deshalb lohnt ein kritischer Blick auf vermeintlich "natürliche" Zuckeralternativen - mit dem Ziel, den Konsum bewusst zu begrenzen oder ganz zu vermeiden.
Kokosblütenzucker liegt meist in Form eines braunen, körnigen Pulvers vor, daneben existiert auch Kokosblütensirup. Er schmeckt karamellartig und nicht nach Kokosnuss. Hergestellt ist er aus dem erhitzten Nektar der Kokospalme. In der Küche kommt Kokoszucker vor allem bei Torten, Kuchen und Keksen mit braunem Teig zum Einsatz und ersetzt weissen Kristallzucker.
Der Kaloriengehalt ist jedoch praktisch identisch: Haushaltszucker hat 387 kcal und Kokosblütenzucker 388 kcal pro 100 g.23 Auch die Zusammensetzung ist ähnlich: Eine Untersuchung des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit belegt, dass Kokosblütenzucker im Schnitt zu 90 % aus Saccharose besteht. Damit gleicht Kokosblütenzucker in seiner Zuckerstruktur nahezu dem klassischen Haushaltszucker.24
Trotzdem preisen Hersteller Kokoszucker gerne als "gesünder" an. Ein beliebtes Verkaufsargument ist der sogenannte glykämische Index (GI). Kokoszucker soll mit einem GI von 3526 den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen lassen als weisser Zucker (GI 68).25 Dieser Wert lässt keine eindeutige Festlegung zu – er hängt vom Herstellungsverfahren, von der Palmenart und vom Alter der Bäume ab. Studien zeigen GI-Werte zwischen 35 und 54.27 Aus Werbegründen betonen Anbieter meist nur den niedrigsten Wert.
Besonders problematisch ist, dass manche Marken Kokoszucker sogar für Diabetiker empfehlen. Eine wissenschaftliche Untersuchung verglich den Blutzuckeranstieg nach dem Verzehr von 50 g Kokoszucker, Haushaltszucker und braunem Zucker. Das Ergebnis: Alle drei Zuckerarten führten zu einem vergleichbar starken Anstieg des Blutzuckerspiegels. Kokosblütenzucker ist daher keine gesündere Wahl und für Diabetiker keine geeignete Alternative zu Haushaltszucker.28
Die für den Anbau von Kokospalmen benötigte Fläche ist zusätzlich oftmals mit Landraub, Waldrodungen und der Vernichtung der lokalen Biodiversität verbunden. Um die grosse Nachfrage zu stillen, pflanzt man kaum Mischkulturen, sondern bevorzugt Monokulturen. Eine Studie der Universität Exeter zeigt, dass durch die Kokosindustrie durchschnittlich 60 Arten bedroht sind, die auf der Roten Liste der IUCN stehen.40
Honig ist eine süsse Substanz, die Bienen aus dem Nektar von Pflanzen, aus Sekreten lebender Pflanzenteile oder aus Ausscheidungen pflanzensaugender Insekten erzeugen,20 sodass er für den menschlichen Verzehr geeignet ist. Seit langer Zeit nutzen Menschen Honig als Nahrungsmittel sowie gegen Husten, Erkältungen, Halsschmerzen, als Anti-Aging-Mittel und zur Stärkung des Immunsystems.
Honig gilt oft als gesundes Naturprodukt und als Alternative zu Zucker. Man spricht ihm zahlreiche positive Wirkungen auf die Gesundheit zu, wie entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften sowie die Unterstützung bei der Behandlung verschiedener Krankheiten.19
Allerdings gibt es bei Honig auch Probleme, die viele Menschen nicht kennen. Mit dem schnellen Wachstum der Lebensmittelindustrie hat zugleich auch die Zahl der Produktfälschungen zugenommen. Entweder erfolgt die Verfälschung direkt durch die Mischung von Honig mit billigem Zuckersirup, um Kosten zu sparen, oder indirekt durch die Überfütterung der Bienen mit Zuckersirup, um die Ernte zu steigern. Häufigste Zuckersirupe für die Honigverfälschung sind Maissirup, High Fructose Corn Syrup (HFCS), invertierter Zuckersirup und Rohrzuckersirup.19
Durch den Zusatz von Zucker und anderen Stoffen verliert Honig nicht nur seine wertvollen Eigenschaften wie seinen Proteingehalt und die Antioxidantien, sondern kann auch ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen, darunter Bluthochdruck, Fettleber, Nierenprobleme, Fettleibigkeit und Diabetes Typ 2.19
Eine aktuelle Übersichtsarbeit zeigt, dass der Verzehr von Honig bei gesunden, nicht-diabetischen Menschen keine nennenswert positiven Effekte auf den Stoffwechsel hat. Bei Typ-2-Diabetikern erhöht ein hoher Honigkonsum nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern verschlechtert auch andere Stoffwechselwerte.18 So verliert Honig, der lange als gesundes Naturprodukt galt, schnell seinen guten Ruf.
Neben gesundheitlichen Aspekten spielt auch das Wohl der Bienen eine zentrale Rolle. Honigbienen sind für über 80 % der Bestäubung von Pflanzen verantwortlich. Ohne ihre Arbeit blieben das Wachstum sowie die Fortpflanzung zahlreicher Pflanzen aus. Dadurch sind sie entscheidend für unsere Nahrungsmittelproduktion und ihre Gesundheit ist eng verbunden mit der Gesundheit unseres Ökosystems.20
Zudem nimmt man den Bienen mit dem Honig ihr Nahrungsmittel weg. Honig ist besonders in den kalten Wintermonaten überlebenswichtig für die kleinen Tiere und dient ihnen als Schutz vor Krankheiten. Die künstliche Ersatznahrung, meist nährstofffreies Zuckerwasser, kann die Insekten jedoch krank machen und ihren normalen Zellstoffwechsel blockieren (mehr dazu im Artikel über Honig). Daher sollten wir bewusster mit dem Konsum von Honig umgehen - zum Schutz unserer Gesundheit und zum Wohl der Bienen.
Dattelsirup findet zunehmend Verwendung in Süssigkeiten, Snacks und Backwaren – häufig beworben als gesündere Alternative zu Haushaltszucker.
Trotz seines natürlichen Ursprungs ist die Herstellung alles andere als schonend: Für die Sirupherstellung vermischt man die Datteln mit Wasser und erhitzt diese Mischung rund eine Stunde lang bei 70 °C, um den Zucker herauszulösen. Durch diesen Prozess gehen viele hitzeempfindliche Nährstoffe verloren – übrig bleibt in erster Linie ein Zuckerkonzentrat mit dunkler Farbe, vergleichbar mit anderen industriell verarbeiteten Sirupen.21
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Umweltbelastung. Auch aus ökologischer Sicht ist Dattelsirup kein unbedenkliches Naturprodukt, sondern ein stark verarbeitetes Lebensmittel mit relevantem Energieaufwand. Die Verarbeitung von Datteln zu Sirup verbraucht sehr viel Energie. Während der ökologische Fussabdruck von Datteln bei etwa 0,54 kg CO2eq/kg liegt, steigt dieser Wert für Dattelsirup auf 1,40 kg CO2eq/kg.22
Agavensirup, auch bekannt als Agavendicksaft, ist eine süsse Substanz, die man aus der Agavenpflanze (Agave spp.) gewinnt, hauptsächlich aus der blauen Agave (Agave tequilana), die vor allem in Mexiko wächst. In der Lebensmittelindustrie kommt er als natürlicher Zuckerersatz etwa in Keksen, glutenfreien Kuchen und Müsliriegeln zum Einsatz.29
Er besteht zu einem grossen Teil aus Fruktose (bis zu 90 %), was ihn sehr süss macht. Geringe Mengen genügen, um eine ähnliche Süsse wie bei anderen Sirupen zu erreichen. Der Kaloriengehalt pro 100 g ist jedoch vergleichbar: Agavensirup hat 310 kcal pro 100 g und Haushaltszucker 387 kcal pro 100 g. Die Bezeichnung "kalorienarmer Süssstoff" ist deshalb irreführend.30
In einigen Regionen ist Agavensirup wegen seines niedrigen glykämischen Indexes (10–27) beliebt. Dieser Wert ist deutlich geringer als der von Honig oder Haushaltszucker. Zum Teil gilt er für Diabetiker als besser geeignet, da ein niedriger glykämischer Index den Blutzuckerspiegel weniger stark ansteigen lässt. Doch der glykämische Index kann je nach Zusammensetzung eines Lebensmittels stark schwanken. Zum Beispiel hängt viel davon ab, welche Zuckerarten und Nährstoffe ein Lebensmittel enthält und wie es verarbeitet oder zubereitet ist. Auch die verzehrte Menge spielt eine Rolle. Deswegen reicht der glykämische Index allein nicht aus, um die gesundheitlichen Auswirkungen eines Lebensmittels – und speziell eines Süssungsmittels – zu beurteilen. Es ist sinnvoller, auch die gesamte Ernährung und andere Nährstoffe zu berücksichtigen. Wer nur auf den glykämischen Index vertraut, unterliegt leicht einer Täuschung und glaubt, Süssungsmittel mit niedrigem Index in grösseren Mengen als normalen Zucker konsumieren zu dürfen.30
Besonders problematisch ist der regelmässige Verzehr stark verarbeiteter, fructosereicher Sirupe. Zu viel Fruktose kann zu einer Fettansammlung in der Leber führen, was mit Insulinresistenz, erhöhten Triglyzerid- und Cholesterinwerten sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung steht. Hinsichtlich des Körpergewichts wirkt der Zuckeranteil ähnlich wie andere Zuckerarten. Eine Kalorie bleibt eine Kalorie – unabhängig davon, ob sie aus Agavensirup oder Haushaltszucker stammt. Deshalb sollten Hersteller verantwortungsvoll kommunizieren und nicht den Eindruck erwecken, Agavensirup sei per se eine bessere Wahl.30
Maissirup mit hohem Fruchtzuckergehalt, auch HFCS genannt, ist ein industriell erzeugter Zuckersirup aus Mais. Ein mehrstufiger chemischer Prozess ermöglicht die Verarbeitung von Mais zu Maisstärke, von Maisstärke zu Glukose - und danach die teilweise Umwandlung von Glukose zu Fruktose. Heute steckt HFCS in zahlreichen Produkten wie Getränken, Backwaren, konservierten Früchten, Saucen, Suppen und Milchprodukten – vor allem in den USA.31,32,34 Maissirup hat trotz seines hohen Fruktoseanteils auch einen sehr hohen GI (115) und GL (89).48
Seit den 1970er-Jahren nutzt die Lebensmittelindustrie HFCS als Ersatz für Haushaltszucker in vielen Lebensmitteln und Getränken. Der Sirup enthält 42–55 % Fruktose. Fruktose schmeckt süsser als normaler Zucker, daher genügt oft eine kleinere Menge, um die gleiche Süsse zu erreichen. Trotzdem gilt HFCS nicht als gesünderes Süssungsmittel.34 Das Problem liegt vor allem im hohen Fruktoseanteil: Der Körper speichert bis zu 20 % der Fruktose in der Leber und verarbeitet einen grossen Teil davon zu ungünstigen Lipoproteinen (LDL). Ein hoher Konsum kann nichtalkoholische Fettlebererkrankungen begünstigen.32 Parallel zur vermehrten Verwendung von HFCS in den USA ist auch die Zahl der Fettleibigen deutlich gestiegen. Forscher vermuten, dass dieser Zusammenhang eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Adipositas-Epidemie spielt. Zwischen 1970 und 2000 nahm die Fruktosezufuhr in den USA insgesamt um fast 30 % zu.34
Studien zeigen auch, dass der Zusatz von Zucker und Maissirup in Getränken mit verschiedenen Stoffwechselstörungen und Herzkrankheiten zusammenhängt. Gleichzeitig steigt das Risiko für einen frühzeitigen Tod. HFCS gilt daher als gesundheitsschädliches Süssungsmittel. Der Körper verarbeitet Haushaltszucker und HFCS auf fast identische Weise. Folglich bestehen keine bedeutenden Unterschiede bei Blutzuckerwerten, Kalorienaufnahme, Fettstoffwechsel oder Entzündungsmarkern. Insgesamt stellt HFCS keine gesündere Alternative zu Haushaltszucker dar.32,33
Wer unter Fruktose-Intoleranz oder -Malabsorption leidet, sollte also auf Maissirup verzichten, da dieser zu Blähungen oder Durchfall führen kann.
Ahornsirup ist ein durch Kochen eingedickter Saft, den man aus verschiedenen Ahorn-Arten (Acer ssp.), hauptsächlich aber aus Zuckerahorn (Acer saccharum Marsh.) gewinnt. Kanada ist der weltweit grösste Produzent von Ahornprodukten und für fast 71 % der globalen Ahornsiruperzeugung verantwortlich.37
Ahornsirup gilt oft als natürliches Süssungsmittel und bessere Alternative zu Haushaltszucker. Doch seine Herstellung belastet die Umwelt mehr, als viele denken. Für eine Dose Ahornsirup entstehen ca. 600 g CO2-Emissionen, das entspricht etwa einer Autofahrt von 1,7 Kilometern. Mehr als die Hälfte des CO2-Fussabdrucks von Ahornsirup entfällt auf den Verarbeitungsprozess. Die Herstellung von ca. 50 % des Ahornsirups erfolgt mithilfe eines ölbefeuerten Verdampfers, der bei der Verbrennung von Öl zur Wärmeerzeugung erhebliche Treibhausgasemissionen verursacht.38
Auch aus gesundheitlicher Sicht ist Vorsicht geboten, da Ahornsirup mit 260 kcal pro 100 g relativ kalorienreich ist. Er besteht zu etwa 67 % aus Kohlenhydraten, mit rund 60 g Zucker pro 100 g.23
Der glykämische Index und die glykämische Last von Ahornsirup betragen 65 bzw. 43.48 Diese hohen Werte stehen für eine starke Insulinausschüttung. Aufgrund des hohen Zuckergehalts führt eine übermässige Aufnahme von Ahornsirup zu ernährungsbedingten Erkrankungen wie Übergewicht und Diabetes.39 Aus ökologischen und gesundheitlichen Gründen ist Ahornsirup daher keine bessere Wahl als Zucker.
Apfeldicksaft und Birnendicksaft entstehen aus stundenlangem Einkochen bzw. Eindicken von Apfelsaft und Birnensaft. Diese zähe, sirupähnliche Flüssigkeit besitzt ein sehr süsses, intensives Aroma. Obwohl sie aus Früchten stammen, sind Apfel- und Birnendicksaft keine vollwertigen Fruchtprodukte. Vitamine, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe sind nur in Spuren vorhanden, da sie durch Verarbeitung grösstenteils verloren gehen.
Wir konnten keine Zahlen zum GI und GL von Apfeldicksaft und Birnendicksaft (Birnel) finden. Diese Werte sind nicht mit jenen von Apfel- und Birnensaft zu verwechseln, welche wesentlich dünnflüssiger sind.
Apfelsaft enthält ca. 5,7 g Fruktose pro 100 g23 und Apfeldicksaft hat ca. 46,9 g pro 100 g.47 Je nach Produzent kann der Fruktose-Anteil auch mehr betragen. Ein übermässiger Konsum von Fruktose kann zu einer Leberbelastung und Fettstoffwechselstörungen führen.30 Wer unter Fruktose-Intoleranz oder -Malabsorption leidet, sollte auf Apfel- und Birnendicksaft verzichten, da diese zu Blähungen oder Durchfall führen können.
Süsses aus unverarbeiteten Lebensmitteln ist deutlich umweltfreundlicher, da die Verarbeitung, etwa von Apfel zu Apfeldicksaft, weitere Ressourcen verbraucht und mehr Emissionen verursacht.
Laut unserer Recherche sind die zahlreichen Alternativen kaum gesünder als Haushaltszucker. Jedes Süssungsmittel hat Vor- und Nachteile. Wer Haushaltszucker durch andere hochverarbeitete Nahrungsmittel wie Agavensirup oder Kokosblütenzucker ersetzt, konsumiert ebenfalls freien Zucker - einfach in einer anderen Form. Künstliche Süssstoffe und Zuckeraustauschstoffe haben ihre eigene Problematik. Sie entstehen ausschliesslich durch industrielle Syntheseprozesse und sind keine natürlichen Bestandteile. Aufgrund ihrer potenziell negativen Auswirkungen auf die Gesundheit ist ein vollständiger Verzicht für die meisten Menschen aus präventivmedizinischer Sicht empfehlenswert.
Wichtig ist: Zuckeralternativen sind und bleiben Zucker. Verwenden Sie diese im Alltag ebenso zurückhaltend wie raffinierten Haushaltszucker. Wenn Sie keinen Haushaltszucker über das Müesli oder den Smoothie streuen würden, greifen Sie bitte auch nicht zu Agavensirup, Xylit oder Kokosblütenzucker. Denn die eigentliche Gefahr vieler Zuckeralternativen liegt in ihrem positiven Image. Viele Menschen konsumieren sie deshalb sorglos – und oft in übermässigen Mengen. Wer Zuckeralternativen verwendet, sollte sie wie Haushaltszucker behandeln und nur gelegentlich und in kleinen Mengen verzehren.
Das Image, dass "natürliche" Süssungsmittel gesünder seien als herkömmlicher Haushaltszucker, beruht auf Marketingstrategien, kulturell geprägten Wahrnehmungen und oberflächlichem Wissen – weniger auf belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Dies ist höchst problematisch: Unter der Annahme, ein "gesundes Süssungsmittel" zu verwenden, essen KonsumentInnen mehr davon.
Gleichwohl existieren Einzelfälle, in denen Industrieinteressen die Arbeit von WissenschaftlerInnen steuern. In einem konkreten Fall hat ein Forscher über viele Jahre hinweg Studien veröffentlicht, in denen er Ahornsirup als besonders gesund darstellte. Er bezeichnete ihn als ein "Spitzenlebensmittel" und schrieb dem Produkt Eigenschaften zu, die bei der Vorbeugung von Krankheiten wie Krebs, Alzheimer und Diabetes helfen könnten. Doch seine Aussagen basierten auf Laborversuchen mit konzentrierten Ahornextrakten – nicht auf dem tatsächlichen Verzehr von handelsüblichem Sirup. Gleichzeitig trat der Forscher selbst als Berater und Werbeträger für die Branche auf und bezog dafür Honorare.15
Dieser Fall verdeutlicht, wie wichtig es ist, Studienergebnisse nicht isoliert zu betrachten, sondern im Kontext zu verstehen: Sind wissenschaftliche Ergebnisse aus dem Zusammenhang gerissen oder zu Marketingzwecken verzerrt, verliert die Forschung ihre Aussagekraft. Wissenschaft muss unabhängig bleiben. Gleichzeitig sollten wir lernen, wissenschaftliche Aussagen kritisch zu hinterfragen – insbesondere solche, die auf Laborbedingungen oder isolierten Extrakten beruhen, um sie im Rahmen der tatsächlichen Ernährungspraxis richtig einordnen zu können.
Wer Lust auf Süsses hat, sollte deshalb in erster Linie zu frischem Obst (u.a. Apfel, Birne, Beeren) und gelegentlich zu getrockneten Früchten greifen. Sie sind nicht nur süss und liefern Energie, sondern auch Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe - und besonders wichtig in diesem Kontext – Ballaststoffe. Auch wenn frisches Obst wertvolle Nährstoffe liefert, sollte es Teil einer ausgewogenen Ernährung sein – jedoch nicht deren Hauptbestandteil.
Im Gegensatz zu freiem Zucker (z.B. Haushaltszucker oder im Sirup) ist der Einfach- und Zweifachzucker im Obst in einer komplexen Zellstruktur eingebettet. Beispielsweise sind Fruktose, Glukose und Saccharose eines Apfels von Zellulose umgeben. Kauen und Zerkleinerungsprozesse im Magen lösen Einfach- und Zweifachzucker aus der Zellulose heraus. Im Dünndarm erfolgen die Spaltung von Saccharose und die Aufnahme der Einfachzucker (Glukose und Fruktose) ins Blut. Lösliche Ballaststoffe im Apfel verzögern die Aufnahme der Einfachzucker ins Blut zusätzlich, da sie die Magenentleerung verlangsamen und den Zugang der Verdauungsenzyme zu den Zwei- und Vielfachzuckern einschränken. Dadurch kommt es zu einem moderateren Anstieg des Blutzuckers und einer geringeren Insulinausschüttung. Diese Wirkung trägt zur Entlastung der Bauchspeicheldrüse bei und kann langfristig die Insulinsensitivität verbessern, was das Risiko für Typ-2-Diabetes senkt. Ballaststoffe haben auch eine positive Wirkung auf den Fettstoffwechsel, insbesondere auf den Cholesterinmetabolismus: Sowohl das ungünstige LDL-Cholesterin als auch die Triglyzeridkonzentration im Blut sinken.42
Vorgänge wie mechanisches Zerkleinern und Erhitzen brechen Zellstrukturen von Früchten auf. Beim Kochen oder Pürieren von Beeren tritt ein Teil des Zuckers aus der Zellstruktur und ist schneller verwertbar – was zu einem rascheren Anstieg des Blutzuckerspiegels führt. Das Zerkleinern und Erhitzen verändert auch die physikalische Struktur der Ballaststoffe – sie erhalten eine weichere und löslichere Textur, was sie zwar leichter verdaulich macht, aber auch ihre verdauungsfördernde Wirkung herabsetzt. Für Menschen mit empfindlicher Verdauung profitieren von gekochtem Obst, sofern Verträglichkeit besteht. Gesunde Personen sollten rohe Früchte bevorzugen.
Ungesüsste (bestenfalls ungeschwefelte) Trockenfrüchte können sein: Datteln, Aprikosen, Pflaumen, Pfirsiche, Rosinen, Feigen oder Mango, aber auch Apfelringe oder Birnenstücke.
Zudem ist es wichtig, nicht zu viele Trockenfrüchte zu essen, da sie trotz der Ballaststoffe auch viel Zucker enthalten. Eine Portion Trockenfrüchte von 30-40 g pro Tag ist verhältnismässig, sofern sie Teil der täglichen Gesamtaufnahme ist und man sie nicht zusätzlich verzehrt. Dies sind ca. 3-4 Datteln Deglet Nour, 2 Datteln Medjool, 4-5 getrocknete Aprikosen, 1 gehäufter Esslöffel Rosinen, 2 getrocknete Feigen oder 4-6 Mangostreifen. Diese weisen im Durchschnitt rund 90-120 kcal auf.
Sind Trockenfrüchte schlecht für die Zähne? Massvoller Konsum - am besten zusammen mit einer Mahlzeit oder als Dessert direkt danach - bleibt ebenso ratsam wie eine konsequente Mundhygiene (Zähneputzen, Zahnseide und Ausspülen mit Wasser). Trockenfrüchte sollten Sie nicht über den Tag verteilt "snacken". Wer sie dennoch als Zwischenmahlzeiten geniesst, spült den Mund danach gründlich mit Wasser aus. Als Snack für Zwischendurch bleiben frische Früchte und Nüsse die bessere Wahl.
Ältere Studien stuften Rosinen aufgrund ihres Zucker- und Stärkegehalts als kariesfördernd ein. Direkte Messungen am Menschen widerlegten jedoch die vermutete Ursache: Trockenfrüchte haften nicht länger an den Zähnen als viele andere Snacks wie Chips, Kekse oder Cracker.49
Auch aktuelle klinische Daten zur Plaque-Azidität zeigen nach dem Verzehr von Trockenfrüchten wie Datteln, Rosinen und Aprikosen: Der Plaque-pH-Wert sinkt in den ersten Minuten ähnlich stark wie nach Haushaltszucker, bleibt aber zu jedem gemessenen Zeitpunkt über der kritischen Schwelle für eine Zahnschmelz-Demineralisierung.50 Laboruntersuchungen liefern zudem Hinweise auf einen möglichen Schutzmechanismus: Sekundäre Pflanzenstoffe aus Rosinen, Cranberrys und Kirschen hemmten in vitro dosisabhängig das Wachstum von Streptococcus mutans, dem Hauptverursacher von Karies.51
Diese Befunde erlauben dennoch keine vollständige Entwarnung: Eine aktuelle In-vitro-Studie exponierte Zahnschmelz direkt gegenüber Dattel-, Rosinen- und Aprikosen-Suspensionen (wässriges Püree der Früchte) und mass dabei eine signifikante Abnahme der Schmelz-Mikrohärte – ein Hinweis darauf, dass häufiger, lang anhaltender Kontakt mit Trockenfrüchten den Zahnschmelz auch ohne kritischen pH-Abfall beeinträchtigen kann.52
Trockenfrüchte bieten eine Möglichkeit, Müesli, Smoothies und Porridge zu süssen. Als Süssungsmittel zum Backen sind besonders Datteln beliebt, welche man zuvor mit Wasser bedeckt und einige Stunden eingeweicht hat. Danach kann man sie mit einem Stabmixer pürieren und das Dattelpüree zum Teig für Brownies, Kuchen oder Kekse geben. Probieren Sie als Beispiel den roh-veganen Karottenkuchen mit Roter Bete. Zum Backen dienen auch reife Bananen. Aus ihnen entsteht zudem sogenannte "Nicecream", d.h. Eis (Glace) ohne Zuckerzusatz. Dafür frieren Sie reife Bananen während 1-2 Stunden im Tiefkühler ein und pürieren sie in einer Küchenmaschine mit gefrorenen oder frischen Beeren.
Reifes Obst, leicht eingekocht oder roh püriert, liefert als Mus die nötige Süsse für Desserts und Süssspeisen. Wir verwenden im roh-veganen Erb-Resveratrol-Dessert keine zusätzlichen Süssungsmittel – da die erhaltenen Weintrauben genügend Süsse mitbringen. Auch der Erb-Pudding setzt auf natürliche Süsse aus Banane, Orange und Erdbeeren.
Gezuckerte Getränke machen einen grossen Anteil am zugesetzten Zucker in der Ernährung aus. Ein Glas (250 ml) Eistee, Limonade oder Cola enthält rund 15-30 g Zucker, was 5–10 Würfelzuckern entspricht.
Reines Wasser ohne Zusätze ist die beste Wahl für die tägliche Flüssigkeitszufuhr. Die nachfolgenden Alternativen dienen als sinnvolle Übergangslösung bei der Umstellung von Süssgetränken. Sie sind auch geeignet für "Wassertrinker", welche Lust auf etwas Geschmack haben.
Beliebt und einfach herzustellen ist selbstgemachter Eistee. Wichtig ist hier, dass man den Tee zuerst regulär aufbrüht und danach abkühlt. Fertigmischungen für Eistee hingegen enthalten zu viel Zucker. Besonders geeignet zur Herstellung von Eistee sind Minze, Hagebutte, Hibiskus, Weisstee und Grüntee. Zur Aromatisierung dient ein Spritzer frisch gepresster Zitronen- oder Orangensaft im kalten Tee. Alternativ ergänzen einige Beeren oder Apfelstücken das Getränk.
Probieren Sie anstelle von gekauften Limonaden unsere roh-vegane Ingwerlimonade. Lecker ist auch selbst gemachte Fruchtschorle, welche man aus frisch gepresstem Orangensaft und Wasser (Mineralwasser) (gelegentlich auch mit Kohlensäure) herstellt. Auch Zitronenwasser schmeckt im richtigen Verhältnis leicht süsslich und fruchtig. Alternativ können Sie Limettensaft verwenden. Immer beliebter ist auch aromatisiertes Wasser: Hier verwenden Sie Gurkenscheiben, frische Minze oder Zitronenmelisse und Fruchtstücke, um das Wasser zu aromatisieren, ohne Zuckerzusatz.
Frucht- und Gemüsesäfte sollten Sie nicht als Durstlöscher verwenden, sondern als gelegentliche Quelle für wertvolle Nährstoffe im Rahmen einer gesunden Ernährung einsetzen.
Von dem zusätzlichen Süssen von Getränken mit Honig, Agavensirup oder anderen Sirupen raten wir ab. Wer jedoch sehr süsse Getränke gewöhnt ist, kann zur Entwöhnung anfangs diese Süssungsmittel verwenden. Wichtig ist jedoch, die Dosis regelmässig zu senken und schlussendlich auch auf diese Süssstoffe zu verzichten.
Zwischen Mythos und Wirklichkeit liegen bei Zuckeralternativen oft Welten. Süssungsmittel wie Agavensirup, Ahornsirup oder Kokosblütenzucker haben durch kulturelle Traditionen und geschicktes Marketing ein positives Image – doch auch diese enthalten freien Zucker und Sie sollten sie im Alltag ebenso sparsam verwenden wie Haushaltszucker.
Gesünder ist es, auf jeglichen freien Zucker zu verzichten und stattdessen frisches Obst und getrocknete Früchte zu essen. Diese nährstoff- und ballaststoffreichen Alternativen enthalten Zucker in gebundener Form. Der Körper nimmt ihn langsamer auf, wodurch Blutzuckerspitzen abgeschwächt und verzögert auftreten – ein Effekt, der eine angemessene Insulinausschüttung und somit eine langfristig stabile Blutzuckerregulation fördert. Dennoch gilt: Selbst frisches Obst sollte nur ein Teil einer ausgewogenen Ernährung sein und nicht deren Hauptbestandteil.
Eine informierte Wahl, kritisches Hinterfragen von Gesundheitsversprechen und ein bewusster Umgang mit Süssem bilden die Grundlage für eine Ernährung, die Genuss und Gesundheit wirklich vereint.
| 1. | ● Süssungsmittel sind Lebensmittelzusatzstoffe. Sie sind als kalorienfreie oder kalorienreduzierte Alternativen für Zucker in vielen verarbeiteten Lebensmitteln wie Erfrischungsgetränken, Süsswaren und Milchprodukten enthalten. Welche Süssungsmittel sind derzeit in Europa zugelassen? Website | BfR Bundesinstitut für Risikobewertung. Süssungsmittel in Lebensmitteln – Ausgewählte Fragen und Antworten. 2023. |
| 2. | * Systematisches Review The effect of physical exercise on nutrition has gained substantial interest in the last decade. Meaningful results have been produced concerning the effect of physical exercise on different appetite hormones and food choice/preference. While it is well known that taste and nutrition are related, the relation between taste and physical activity has not yet been fully explored. This systematic review aims to provide a detailed view of the literature on physical exercise and its effect on taste perceptions. Five tastes were included in this review: sweet, salty, bitter, sour, and umami. Sweet taste intensity, sensitivity, and preference were increased by acute physical exercise, but sweet preference was reduced by chronic physical activity. Perceived intensity and sensitivity decreased overall for salty taste, but an increased preference was noted during/following exercise. Sour taste intensity ratings were decreased following exercise and preference was enhanced. Umami taste intensity and sensitivity increased following exercise and preference was decreased. No significant results were obtained for bitter taste. While evidence regarding the effect of exercise on taste has arisen from this review, the pre-testing nutrition, testing conditions, type of test, and exercise modality must be standardized in order to produce meaningful and reproducible results in the future. DOI: 10.3390/nu12092741 Study: strong evidence | Gauthier AC, Guimarães R de F et al. Effect of physical exercise on taste perceptions: a systematic review. Nutrients. 2020;12(9):2741. |
| 3. | * Narratives Review The liking of sweet taste seems to be very powerful in many individuals. Some researchers argue that the preference of sweet taste is innate to all of us, and important, because it enables us to detect plants with available glucose [27]. Thus, sweet taste preferences seem to be logical from an evolutionary perspective because it offers a primary energy source. While the above-mentioned studies rely on behavioral data, a recent study used imaging data to examine the psychological sweet effect. This approach promises an understanding of the underlying mechanisms of the reported effects. While recording their brain activity with electroencephalography (EEG), Wang et al. exposed their participants to sweet taste or control conditions and subsequently asked them to perform a lexical decision task, including romantic and control items. They found an enhanced N400 component for romantic words in the sweet taste condition, suggesting that sweet taste facilitates the semantic processing of romantic cognitions [19,20], thereby supporting the above mentioned behavioral research. DOI: 10.3390/app112411967 Study: weak evidence | Schaefer M, Garbow E. Psychological effects of sweet taste and sweet taste preference. Applied Sciences. 2021;11(24):11967. |
| 4. | * Narratives Review Dopaminergic reward circuits. Reward and reinforcement learning are linked to dopaminergic circuits that facilitate goal-directed behaviours and promote the ‘wanting’ of food rewards134,135. These circuits are conceptualized to mediate subconscious aspects of food reward and selection4. Eliminating dopaminergic signalling in mice does not prevent sugar consumption, and mice can still discriminate sugar from water136. This deficiency did reduce the total number of consumption bouts[G], but the rate of licking and bout size were greater136, suggesting that dopamine is not required to detect sucrose palatability[G]. By contrast, pharmacological inhibition of dopamine D1 receptors in the striatum during training sessions but not during testing sessions prevented flavour preference conditioning137. Thus, dopamine signalling underlies the learned associations between food value and environmental cues rather than intrinsic sugar preferences. Two independent dopaminergic circuits arise in the midbrain: the mesolimbic[G] system projecting from the ventral tegmental area (VTA) to the ventral striatum, and the nigrostriatal[G] system projecting from the substantia nigra pars compacta (SNPc) to the dorsal striatum (Fig. 3). Outputs from these two basal ganglia regions project to motor feeding circuits to control behaviour. Oral and intra-intestinal infusion of sucrose shows increased activation of neurons and dopamine release in both pathways77,138–141. However, in sham-fed rats, in which the oral cavity is exclusively stimulated, sucrose only induces dopamine release in the ventral striatum139. Thus, while the mesolimbic system receives signals from oral and post-ingestive sites, the nigrostriatal system only receives input from the intestine and post-absorptive sensors. DOI: 10.1038/s41583-022-00613-5 Study: weak evidence | Liu WW, Bohórquez DV. The neural basis of sugar preference. Nat Rev Neurosci. 2022;23(10):584-595. |
| 5. | * Scoping Review Human preference for sweet foods is universal, with hedonic responses changing over a person’s lifetime [1]. Sweet molecules in nature are sugars found primarily in plants (i.e., fructose, sucrose, and glucose), in addition to lactose found in many species’ milk, all of which provide a source of energy and sweetness. It has been hypothesized that sweetness preference may exist to identify energy-rich foods (i.e., containing readily available glucose) [2], which provides necessary metabolic fuel for the brain. Age and Sweetness Preference 3.4.9. Ethnicity and Lifestyle and Sweetness Preference 3.4.12. Other Factors and Sweetness Preference DOI: 10.3390/nu12030718 Study: weak evidence | Venditti C, Musa-Veloso K et al. Determinants of sweetness preference: a scoping review of human studies. Nutrients. 2020;12(3):718. |
| 6. | * querschnittliche Beobachtungsstudie (Cross-Sectional Study) The 2020–2025 Dietary Guidelines for Americans recommend that less than 10% of total calories come from added sugars. Yet, added sugars account for more than 13% of the average American’s calorie intake [1]. While adding sweeteners like sugar or honey to a food or beverage is an obvious added sugar, most people consume added sugars from processed and packaged food and beverage products like sugar-sweetened beverages, sweets and desserts, sweetened coffee and tea, and candy. Background/Objectives: The Dietary Guidelines for Americans recommend consuming less than 10% of total calories from added sugars. Low-calorie sweeteners, sugar alcohols, and natural low-calorie sweeteners are used to reduce added sugar intake, but there are concerns about their long-term health impacts, especially for children. This paper describes the food and beverage television advertising landscape as it pertains to sweeteners. Methods: This cross-sectional study uses television ratings data licensed from The Nielsen Company for the United States in 2022. Nutrition facts panels and ingredient lists were collected for food and beverage product advertisements seen on television and assessed for the presence of added sugars, low-calorie sweeteners, sugar alcohols, and natural low-calorie sweeteners (forms of stevia and monk fruit), as well as whether products were high in added sugars based on federal Interagency Working Group guidelines for advertising to children. Results: Of the sweeteners examined, added sugars were most commonly found in food and beverage product advertisements seen on television (60–68% of advertisements seen across age groups), followed by low-calorie sweeteners (6–10%), sugar alcohols (2–4%), and natural low-calorie sweeteners (2%). About one-third (32–33%) of advertisements seen by 2–5- and 6–11-year-olds were high in added sugars, similar to the percentage seen by 12–17- and 18+-year-olds (34–35%). Advertisements seen for cereal (86–95%) and sweets (92–93%) were most likely to have added sugars, while those for sweets (89–90%) were most likely to be high in added sugars. Conclusions: Sweeteners are common in food and beverage product advertisements seen on television, including alternatives to added sugars for which there are concerns about long-term impacts on health. Continued monitoring and additional research on other advertising media platforms used by food and beverage companies (e.g., digital media) is needed. DOI: 10.3390/nu16233981 Study: moderate evidence | Schermbeck RM, Leider J, et al. The presence of added sugars and other sweeteners in food and beverage products advertised on television in the United States, 2022. Nutrients. 2024;16(23):3981. |
| 7. | * Narratives Review Sweetness is the taste that is strongly identified with affection and reward. Indulgence in sweets has been described as a ‘universal human weakness.’ Carious lesions were sparse in ancient times but increased dramatically in the industrialised world. Epidemiological studies in many parts of the world support the hypotheses that increase in dental caries was associated with dietary changes. DOI: 10.3889/oamjms.2018.336 Study: weak evidence | Gupta M. Sugar Substitutes: Mechanism, Availability, Current Use and Safety Concerns-An Update. Open Access Maced J Med Sci. 2018;6(10):1888-1894. |
| 8. | * Cross-sectional study (Querschnittsstudie) Although artificial sweeteners were introduced into the food industry in the 1800s, their widespread use surged in the 1990s, coinciding with the rise in obesity and increasing concerns over excessive sugar consumption [2,3]. Initially marketed as a healthier alternative, particularly for individuals with diabetes or those managing their weight, artificial sweeteners gained popularity due to their low-calorie nature. As scientific research increasingly linked high sugar intake to chronic diseases, artificial sweeteners became a common ingredient in various food products. Today, commonly used artificial sweeteners include acesulfame-K, aspartame, cyclamate, saccharin, sucralose, and neotame, often used alone or in combination. Regulatory agencies consider most artificial sweeteners safe with no harmful effects, as they are either not metabolized by the human body or broken down into naturally occurring components [4]. However, emerging evidence suggests potential adverse metabolic effects, including an increased risk of weight gain, insulin resistance, and cardiovascular disease [5,6]. Some studies indicate that artificial sweeteners may trigger cravings for sugar by stimulating appetite due to reduced caloric value, potentially leading to higher overall food consumption, weight gain, and glucose intolerance [7,8]. Furthermore, artificial sweeteners have been associated with an increased risk of type 2 diabetes, premature mortality, and gastrointestinal tract alterations [3,9,10,11], as well as a risk of cardiovascular disease, hypertension, and stroke. DOI: 10.3390/nu17050814 Study: moderate evidence | Jurcevic Zidar B, Knezovic Z, et al. Consumer perceptions of artificial sweeteners in food products, consumption frequency, and body mass index: a multivariate analysis. Nutrients. 2025;17(5):814. |
| 9. | * prospektive Kohortenstudie The harmful effects of added sugars on various health outcomes including cardiometabolic disorders have been extensively studied, meta-analysed1 2 and are currently recognised as major risk factors by public health authorities. In particular, the World Health Organization recommends that less than 5% daily energy intake should come from free sugar.3 Artificial sweeteners emerged as an alternative to added sugar that enabled the sweet taste to be reproduced without using sugar and therefore reduced calorie content from free sugar, which was highly appreciated by consumers. One of these studies was performed in the NutriNet-Santé cohort28 and found that sugary drinks and artificially sweetened beverages were associated with increased CVD risk. Systematic reviews and meta-analyses35 36 have suggested direct associations between artificially sweetened beverages and CVD risk. The WHO 2022 report on the health effects of artificial sweeteners notably observed associations between consumption of beverages with artificial sweeteners (used as a proxy) and some intermediate markers of CVD,8 including a modest increase in the unfavourable total cholesterol to HDL cholesterol ratio (meta-analysis of four randomised control trials), and an increased risk of hypertension (meta-analysis of four prospective studies). The international health authority also identified an increase in CVD mortality, and in the incidence of cardiovascular events and strokes associated with greater intake of soft drinks containing artificial sweeteners (meta-analysis of four randomised control trials). However, prospective studies remain limited and the level of evidence for these associations is still considered low by WHO.8 Additionally, because artificially sweetened beverages only represent part of the total artificial sweetener intake, it is crucial to consider all dietary sources in causal studies. Artificial sweeteners emerged as an alternative to added sugar that enabled the sweet taste to be reproduced without using sugar and therefore reduced calorie content from free sugar, which was highly appreciated by consumers.4 Artificial sweeteners currently represent a $7200m (£5900m; €7000m) market globally, with a 5% annual growth projected to attain $9700m by 2028.5 An extensive number of brands worldwide contain these food additives, especially ultra-processed foods such as artificially sweetened beverages, some snacks, and low calorie ready-to-go meals or dairy products; overall more than 23'000 products worldwide contain artificial sweeteners.6 Artificial sweeteners are also directly used by consumers as table top sweeteners instead of sugar. Acceptable daily intakes for each artificial sweetener have been set by the European Food Safety Authority (EFSA), the United States Food and Drug Administration, or the Joint Expert Committee on Food Additives. Nonetheless, they remain a topic of controversy and are currently undergoing a re-evaluation by several health authorities, including the EFSA7 and WHO. DOI: 10.1136/bmj-2022-071204 Study: moderate evidence | Debras C, Chazelas E et al. Artificial sweeteners and risk of cardiovascular diseases: results from the prospective NutriNet-Santé cohort. BMJ. 2022;378:e071204. |
| 10. | * Narratives Review High sugar intake is associated with weight gain, obesity, and hypertriglyceridemia, which can lead to Cardiovascular disease(CVD), diabetes, and other metabolic diseases. Increased sugar intake leads to well-established adverse health outcomes such as weight gain, dental caries, diabetes, and cardiometabolic disorders. Thus, the World Health Organization (WHO) has suggested keeping total sugar intake to less than 10% of the total daily calorie intake. As a result, people are opting for low-calorie and sugar-free products; any food marketed as “ Sugar-free” or “ Diet food” contains artificial sweeteners. They are used in a variety of food and drinks and are heavily marketed as better alternatives to table sugar by the food industry. They produce more pronounced sweetness and have zero to a few calories per gram. The aggressive marketing of these sugar substitutes by their makers has resulted in their overuse. Additionally, the increased prevalence of conditions such as obesity, metabolic syndrome, and diabetes, in addition to increased consumer knowledge, has resulted in a continuous radical shift in favor of using artificial sweeteners. DOI: 10.1186/s43162-023-00232-1 Study: weak evidence | Singh S, Kohli A et al. The contentious relationship between artificial sweeteners and cardiovascular health. Egypt J Intern Med. 2023;35(1):43. |
| 11. | * prospektive Kohortenstudie In this large cohort study, artificial sweeteners (especially aspartame and acesulfame-K), which are used in many food and beverage brands worldwide, were associated with increased cancer risk. These findings provide important and novel insights for the ongoing re-evaluation of food additive sweeteners by the European Food Safety Authority and other health agencies globally. DOI: 10.1371/journal.pmed.1003950 Study: moderate evidence | Debras C, Chazelas E et al. Artificial sweeteners and cancer risk: Results from the NutriNet-Santé population-based cohort study. PLoS Med. 2022;19(3):e1003950. |
| 12. | ● Für einen durchschnittlichen Erwachsenen (bei einer Kalorienzufuhr von 2.000 kcal) entsprechen 10 Energieprozent nicht mehr als 50 Gramm Zucker pro Tag (ca. 10 Teelöffel bzw. 14 Stück Würfelzucker). Bei Kindern ist die maximal empfohlene Aufnahme an freiem Zucker – je nach Alter und Geschlecht – geringer. Bei Jugendlichen und sportlich Aktiven kann es auch mehr sein. Für ein- bis dreijährige Kinder entsprechen 10 Energieprozent ungefähr 30 Gramm Zucker pro Tag (ca. 6 Teelöffel) (berechnet auf Basis der D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr). Um das Risiko einer ungesunden Gewichtszunahme und Karies zu verringern, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Aufnahme an freiem Zucker in sämtlichen Lebensphasen auf unter 10 Energieprozent zu reduzieren. Unter „freie Zucker“ werden hier alle Zuckerarten verstanden, die Speisen und Getränken beigefügt werden. Aber auch jener Zucker, der natürlich in Honig, Sirup, Fruchtsaftkonzentraten und Fruchtsäften vorkommt. Website | Ages: WHO Zucker Empfehlungen. 2025. |
| 13. | * Narratives Review In recent years strong concerns have been raised about excessive sugar intake and its effect on health. During the last fifty years, the consumption of sugar has tripled around the world. Sugar intake is a major public health problem that has gained popularity in recent years among people of all ages. Dietary sugar in excess raises the risk of metabolic conditions including obesity and diabetes as well as cardiovascular disorders (Alkhaldi et al., 2021). In many countries, different epidemiological studies and trials have associated a high consumption of sugar-sweetened beverages (one of the main dietary sugar sources) with weight gain, poor dental health, cancer, metabolic syndrome, heart disease and type 2 diabetes mellitus. Sugar has become an inseparable part of many food cultures. Besides being an imperative element in the production of various sweets, sugar has many beneficial properties in foods such as preservatives, bulking agents, texturizers, moisturizers, dispersants, stabilizers, fermentation substrates, flavor carriers, and browning and decorative agents (Manickvasagan et al., 2017). The term “sugars” refers to mono- and di-saccharides in terms of chemical categorization. Glucose, fructose, and galactose are the three main monosaccharides – hexoses (six-carbon sugars) that makeup naturally occurring di-, oligo-, and polysaccharides (Fidler Mis et al., 2017), while “Sugar” is referred to as sucrose also known as table sugar, which is made up from fructose and glucose units. The WHO recommends reducing the intake of added sugar to <10% of the total energy (Organization, 2003). The U.S. Department of Agriculture's (USDA) food guide recommends consuming added sugar within the range of 6–10% of total energy. Artificial sweeteners are synthetically produced substitutes for sugar, whose sweetening power of sucrose is significantly higher per unit of weight (up to 4000 times sweeter, depending on the type) (Dhartiben and Aparnathi, 2017). They have very few or no calories and are not carbohydrates (Saraiva et al., 2020). Acesulfame K, advantame, aspartame, cyclamate, neotame, saccharin, and sucralose, are to be distinguished from sugar substitutes such as sorbitol, maltitol or xylitol, which have a much lower sweetening power and are modified sugars (sugar alcohols) (Carocho et al., 2017). In practice, artificial sweeteners are usually mixed with sugar substitutes to make the sweetness of the products more pleasant and in particular to mask the often slightly bitter aftertaste of some artificial sweeteners. Artificial sweeteners are controversial, and the health authorities of different countries have different opinions. Some are banned in the United States due to suspected cancer risks, however, are permitted in the European Union. Artificial sweeteners are controversial, and the health authorities of different countries have different opinions. Some are banned in the United States due to suspected cancer risks, however, are permitted in the European Union (Landrigan and Straif, 2021). Several studies have shown that artificial sweeteners raise insulin levels because the body responds to sugar when the signal “sweet” is received. If the “sweet” signal comes from an artificial sweetener rather than sugar, the blood sugar level drops as a result of the insulin secreted by the body as a precaution, resulting in hunger attacks. The public's growing interest in health and wellbeing has raised demand for low-calorie goods (Manickvasagan et al., 2017). That’s why many inventions have focused on the replacement of refined sugar (table sugar) with sugars from natural sources that can be used in solid, semi-solid and liquid food applications. Sugars from natural sources (unrefined sugar) include a variety of bioactive compounds, minerals, fibers, antioxidants, and.. DOI: 10.1016/j.heliyon.2022.e10711 Study: weak evidence | Arshad S, Rehman T et al. Replacement of refined sugar by natural sweeteners: focus on potential health benefits. Heliyon. 2022;8(9):e10711. |
| 14. | * randomisierte kontrollierte Studie (RCT) mit zusätzlicher translationaler Forschung in Tiermodellen. Non-nutritive sweeteners (NNS) are commonly integrated into human diet and presumed to be inert; however, animal studies suggest that they may impact the microbiome and downstream glycemic responses. We causally assessed NNS impacts in humans and their microbiomes in a randomized-controlled trial encompassing 120 healthy adults, administered saccharin, sucralose, aspartame, and stevia sachets for 2 weeks in doses lower than the acceptable daily intake, compared with controls receiving sachet-contained vehicle glucose or no supplement. As groups, each administered NNS distinctly altered stool and oral microbiome and plasma metabolome, whereas saccharin and sucralose significantly impaired glycemic responses. Importantly, gnotobiotic mice conventionalized with microbiomes from multiple top and bottom responders of each of the four NNS-supplemented groups featured glycemic responses largely reflecting those noted in respective human donors, which were preempted by distinct microbial signals, as exemplified by sucralose. Collectively, human NNS consumption may induce person-specific, microbiome-dependent glycemic alterations, necessitating future assessment of clinical implications. DOI: 10.1016/j.cell.2022.07.016 Study: strong evidence | Suez J, Cohen Y et al. Personalized microbiome-driven effects of non-nutritive sweeteners on human glucose tolerance. Cell. 2022;185(18):3307-3328.e19. |
| 15. | ● Website | Evans W, Gabler E et al. A scientist is paid to study maple syrup. He’s also paid to promote it. The New York Times. April 15, 2025. |
| 16. | * Narratives Review Carbohydrates (=saccharides) are groups of chemical compounds that include sugars, starch, and cellulose [1]. Saccharides are divided into four chemical subgroups according to the degree of polymerization by indication of the length of the carbohydrate chain: monosaccharides (with only 1 sugar unit), disaccharides (with 2 sugar units), oligosaccharides (containing 3–9 sugar units), and polysaccharides (with ≥10 sugar units). 1.3. Carbohydrate ADME Processes Table 1. Classification of dietary carbohydrates. DOI: 10.3390/nu14142940 Study: weak evidence | Witek K, Wydra K et al. A high-sugar diet consumption, metabolism and health impacts with a focus on the development of substance use disorder: a narrative review. Nutrients. 2022;14(14):2940. |
| 17. | ● Süssungsmittel oder Zuckeraustauschstoffe sind Lebensmittelzusatzstoffe, die Lebensmitteln und Getränken wie Erfrischungsgetränken, Desserts, Molkereiprodukten, Süssigkeiten, Kaugummi, kalorienarmen Produkten sowie Produkten für eine gewichtskontrollierende Ernährung einen süssen Geschmack verleihen. Einige Süssungsmittel, wie etwa Aspartam oder Sucralose, sind um ein Vielfaches süsser als Zucker. Süssungsmittel können auf unterschiedliche Weise hergestellt werden, beispielsweise durch Extraktion aus Pflanzen (z. B. Steviolglykoside oder Thaumatin) oder aus anderen Materialien pflanzlichen Ursprungs (z. B. Neohesperidin DC, das aus Zitrusfrüchten gewonnen wird). Darüber hinaus können sie synthetisch (z. B. Saccharin) oder durch den Einsatz von Mikroorganismen im Produktionsprozess hergestellt werden (z. B. Erythrit). Website | EFSA. Süssungsmittel. 2025. |
| 18. | * Systematisches Review Of the 7769 possible relevant studies (including 3547 duplicates) identified in the initial search, finally, 13 clinical trials were included in the systematic review. All studies except three had a parallel design. Of 13 studies, 8 trials did not have placebo/control groups. The included studies examined the impact of oral consumption of honey on glycemic status (n = 12), anthropometric indices (n = 6), lipid profiles (n = 10), and blood pressure (n = 3). Based on the Jadad scale, 5 studies had acceptable methodological quality, and the remaining (n = 8) had low methodological quality. The current systematic review showed that oral consumption of honey might have no significant effects on the modulation of metabolic profiles in nondiabetic subjects. In addition, a high intake of honey might increase glucose levels and worsen other metabolic parameters in patients with T2DM. Due to substantial heterogeneity in study design and limited clinical trials, results, however, should be interpreted with great caution. DOI: 10.1155/2021/6666832 Study: strong evidence | Akhbari M, Jabbari M et al. The Effects of Oral Consumption of Honey on Key Metabolic Profiles in Adult Patients with Type 2 Diabetes Mellitus and Nondiabetic Individuals: A Systematic Review of Clinical Trials. Evid Based Complement Alternat Med. 2021;2021:6666832. |
| 19. | * Narratives Review Honey, traditionally, is used for its anti-aging properties, enhancing the immune system, killing bacteria, treatment of bronchial phlegm, and relieving a sore throat, cough, and cold [2]. Moreover, according to literature, honey represents various pharmacological properties such as anti-inflammatory [3], antioxidant [4], anti-cancer activities against breast and cervical cancer [5], prostate cancer [6], and osteosarcoma [7]. The therapeutic effect of honey on human health can be either oral administration or topical application. The food industry is one of the critical and fast developing industries worldwide, owing to the tremendous growth of the human population and increased interest of consumers toward the consumption of high-quality products. Moreover, it has been proven that low-quality food products and junk foods may have an adverse impact on consumers’ health [10]. Food adulteration will multiple this risk since the nature of food has been altered. “Food adulteration” is described as the act of intentionally decreasing the quality of food either by adding or swapping low-quality materials or eliminating various important integrant. When the cheaper and low-grade elements are added to an original product threaten the consumer’s health, it is considered and declared “adulterated.” Honey, as one of the most common foods worldwide, also has been subjected to adulteration. Although honey is recognized as high-quality food, it is more vulnerable to adulteration, mislabeling, and unethical mixing with cheaper and low-grade honey, sugars, and other substances. Moreover, due to its limited availability, proved therapeutic and healing properties, and the increased population concerns regarding their health, there is a rising demand for the natural food product. This increased economic value would make honey a vulnerable adulteration target [12]. Moreover, while honey is a well-known high nutritional value food, it can also be toxic naturally by transferring plant toxins such as pyrrolizidine alkaloids, or because of adulterants that are added into the pure honey by mankind to gain economic profits [13]. Food adulteration has been a major concern for consumers, as it does not only decrease the quality of food products but also results in several adverse health effects. Authentic testing of food and the toxicology of adulterants is required for a value assessment to assure consumer protection against fraudulent activities. According to the regulation set by Alimentarius. Reference [15] mentioned that sugars could be used in two different ways as adulterants; direct adulteration and indirect adulteration. During direct adulteration, a certain ratio of syrups is added to harvested honey to increase its sweet taste, while in indirect adulteration the bees were overfed with sugar syrups to increase the honey yield in hives. According to Se et al. [13], the most frequent sugar syrups for honey adulteration are high fructose corn syrup (HFCS), corn sugar syrup (COSS), inverted sugar syrup (ISS), and cane sugar syrup (CASS); there is a high preference towards HFCS (from simple isomerization of COSS) according to Se et al. Honey can be adulterated directly (addition of adulterants) [28], indirectly (bee-feeding) [26,29], or by blending it with other cheap honey [30,31], which will be discussed further below. The quality of honey is closely related to its impurities and adulterants. DOI: 10.3390/foods9111538 Study: weak evidence | Fakhlaei R, Selamat J et al. The toxic impact of honey adulteration: a review. Foods. 2020;9(11):1538. |
| 20. | * Narratives Review Honey is defined as “the natural sweet substance produced by Apis mellifera bees from the nectar of plants or from secretions of living parts of plants or excretions of plant-sucking insects on the living parts of plants, which the bees collect, transform by combining with specific substances of their own, deposit, dehydrate, store and leave in honeycombs to ripen and mature”. The welfare of honey bees (Apis mellifera) has received significant attention due to their crucial roles in agroecosystems, such as pollination, serving as bioindicators, producing hive products, and their use in Api tourism and apitherapy [1,2,3,4,5,6,7,8]. Food production is heavily reliant on bees, as more than 80% of plants are pollinated by honeybees, and some plants cannot reproduce without their pollination. Additionally, the well-being of bees is directly linked to improved honey production, highlighting the importance of maintaining their health [1,2,3,4,5,6,7,8]. DOI: 10.3390/molecules25020374 Study: weak evidence | Machado AM, Miguel MG et al. Honey volatiles as a fingerprint for botanical origin—a review on their occurrence on monofloral honeys. Molecules. 2020;25(2):374. |
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