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Dattelsirup, roh?, bio?

Entdecken Sie vielseitige Verwendungsmöglichkeiten von Dattelsirup in der Küche, die allfällige Saison, Preise und gesundheitliche Vorteile. Erfahren Sie mehr über wichtige Nährstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Anbau und Ökobilanz.

 

Die Nährstoffe der Zutat entstammen einem unserer Rezepte und können von den handelsüblichen Produkten abweichen.
73%Wasser 97Makronährstoff Kohlenhydrate 96.92%/03Makronährstoff Proteine 2.75%/00Makronährstoff Fette 0.33% 

Die drei Verhältniszahlen zeigen den prozentualen Gewichtsanteil der Makronährstoffe (Kohlenhydrate / Proteine / Fette) der Trockensubstanz (exkl. Wasser).  In der Sprache Englisch sind Ballaststoffe als Bestandteil des Kohlenhydrat-Anteils gerechnet. Die Umrechnung von Gewicht in kcal erfolgt nach dem von der USDA verwendeten "Atwater system". 

Davor ersehen Sie den Wasseranteil, gerundet auf ganze %.

Ω-6 (LA, <0.1g)Omega-6-Fettsäuren wie Linolsäure (LA) : Ω-3 (ALA, <0.1g)Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure (ALA) = 0:0

Verhältnis Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren soll insgesamt 5:1 nicht überschreiten. Link zu Erklärungstext.

Werte sind zu klein, um relevant zu sein.

Dattelsirup ist ein zähflüssiges Süssungsmittel, bestehend aus pürierten Datteln (Phoenix dactylifera). Er ist in Bio-Qualität erhältlich und kann, unter bestimmten Umständen, roh sein.

Verwendung in der Küche

Dattelsirup hat eine dunkelbraune bis bernsteinfarbene Färbung und eine zähflüssige, sirupartige Konsistenz, ähnlich wie Honig. Im Geschmack ist er intensiv süss, mit einer malzigen, karamelligen Note und einem leicht fruchtigen Aroma, das an die Datteln erinnert, aus denen er hergestellt ist.

Im Orient ist Dattelsirup seit Jahrhunderten als naturnahes Süssungsmittel beliebt. Er eignet sich zum Süssen und Verfeinern von veganen Desserts, Eiscremes, Müsli, Smoothies oder Saucen. Zum Abrunden von herzhaften Gemüsegerichten oder Reisgerichten können Sie Dattelsirup ebenfalls verwenden. Sehr beliebt ist er als Zuckeralternative zum Backen. Möchten Sie Dattelsirup statt Zucker nehmen, können Sie vom Verhältnis 1:1 ausgehen - oder sogar etwas weniger Dattelsirup nehmen. Da Dattelsirup flüssig ist und zusätzlich Feuchtigkeit mitbringt, sollten Sie beim Backen die gesamte Flüssigkeitsmenge leicht reduzieren.

Obwohl als Sirup bezeichnet, ist er nicht als solcher verwendbar. Dafür eignet er sich hervorragend als vegane Alternative für Bienenhonig und schmeckt gut als Brotaufstrich.

Selbst hergestellter Dattelsirup enthält weniger Kalorien und Zucker als gekaufter Dattelsirup, Agavensirup, Ahornsirup, Reissirup und Kokosblütensirup.

Eigene Zubereitung von Dattelsirup

Dattelsirup selber machen ist einfach. Das Rezept von Dr. Michael Greger aus "Das How Not to Die - Kochbuch" benötigt lediglich drei Zutaten. Dazu brauchen Sie in erster Linie getrocknete, entsteinte, ungesüsste Datteln. Die Sorte Medjool eignet sich aufgrund ihres einzigartigen fruchtigen Geschmacks, ihrer Grösse und ihrer weichen Konsistenz ausgezeichnet. Auch die günstigeren Deglet-Nour-Datteln sind verwendbar, wenn Sie den Dattelsirup vor allem als Süssungsmittel für Dessert und Gebäck nutzen möchten. Im Rezept sind Wasser und eine ganze Zitrone (ohne Schale) für die Flüssigkeit angegeben. Eine Alternative ist frisch gepresster Orangensaft. Die Datteln weichen Sie eine Stunde in kochendem Wasser ein. Danach pürieren Sie das Ganze mit einem Hochleistungsmixer, bis es keine Stücke mehr enthält.

Für das Rezept als Rohkost empfehlen wir lauwarmes Wasser (< 40 °C). Verschliessen Sie die Schüssel zum Einweichen mit einem Deckel. Wichtig ist auch, dass die Datteln Rohkost-Qualität aufweisen.

Veganes Rezept für Hirse-Porridge mit Dattelsirup

Zutaten (für 4 Personen): 200 g Hirse, 150 ml Trinkwasser, 300 ml Haferdrink (alternativ Reisdrink, Mandeldrink), 1-2 TL Dattelsirup. Optional: Saisonales Obst als Topping.

Zubereitung: Für das Porridge Wasser und Haferdrink aufkochen. Hirse zufügen und umrühren. Alles bei schwacher Hitze ca. 15 Min. köcheln und dabei immer wieder umrühren, damit es nicht anbrennt. Falls der Hirsebrei zu trocken ist, etwas mehr Wasser zufügen. Zum Schluss Dattelsirup unter das Porridge mischen. Das fertige, vegane Porridge in Schüsseln füllen und mit frischem Obst garnieren.

Vegane Rezepte mit Dattelsirup finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".

Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen:
Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler
.

Einkauf - Lagerung

Bei Grossverteilern wie Coop, Migros, Rewe und Edeka finden Sie Dattelsirup meist ganzjährig im Angebot, teilweise auch in Bio-Qualität. Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Hofer und Billa haben Dattelsirup selten im Sortiment. Sie können Dattelsirup ebenfalls in Online-Shops, Reformhäusern und Bio-Supermärkten wie Denn's Biomarkt und Alnatura kaufen. Achten Sie beim Kauf von Dattelsirup auf eine natürliche Herstellung. Künstlich hergestellter Dattelsirup enthält lediglich verschiedene Zuckerarten und Aromen, aber keine Datteln als Inhaltsstoffe.

Die Verfügbarkeit von Dattelsirup ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder (oben unter dem Zutatenbild) finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.

Tipps zur Lagerung

Wie lange ist Dattelsirup haltbar? Die Haltbarkeit des selbstgemachten Dattelsirups hängt von der Zubereitungsart ab. Die gekochte Variante hält im Kühlschrank ca. 2-3 Wochen. Am besten füllen Sie den Dattelsirup in ein Einmachglas, aus dem Sie den Sirup gut mit einem sauberen Löffel entnehmen können. Vom Befüllen in Flaschen raten wir ab, da die Konsistenz des Dattelsirups sehr zäh ist. Die rohe Variante stellen Sie am besten in den Kühlschrank und achten auf einen raschen Verbrauch.

Kommerzieller Dattelsirup ist oft mehrere Monate bis Jahre haltbar. Sie sollten ihn kühl und trocken lagern.

Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien

Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.

Dattelsirup gemäss dem Rezept von Dr. Michael Greger aus "Das How Not to Die - Kochbuch" enthält 94 kcal pro 100 g. Der Anteil an Kohlenhydraten beträgt 26 g/100g, davon sind 22 g Zucker. Der hohe Zuckergehalt ist damit zu erklären, dass Datteln von Natur aus viel Zucker enthalten. Der Proteingehalt ist mit 0,73 g/100g und der Fettgehalt mit 0,09 g/100g gering. Ballaststoffe sind zu 2,5 g/100g enthalten.

Dattelsirup enthält unter anderem Kalium (245 mg/100g; 12 % des Tagesbedarfs) und dank der Zitrone Vitamin C (6,7 mg/100g; 8 % des Tagesbedarfs).1

Diese Angaben der Inhaltsstoffe beruhen auf Umrechnungen gemäss den Nährwerten der einzelnen Zutaten. Gekaufter Dattelsirup weicht von diesem Nährstoffprofil stark ab. Der Energiegehalt ist mit 310 kcal viel höher, ebenso wie der Zuckergehalt mit 71 g Zucker auf 100 g Sirup, und damit auch der Kohlenhydratgehalt (74,2 g/100g). Ballaststoffgehalt (2,7 g/100g) und Fettanteil (0,2 g/100g) sind ähnlich. Kommerzieller Dattelsirup enthält etwas mehr Protein (1,5 g/100 g).9

Die gesamten Inhaltsstoffe von Dattelsirup, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen unter dem Zutatenbild.

Wirkungen auf die Gesundheit

Ist Dattelsirup gesund? Der Ballaststoffgehalt von Datteln variiert je nach Sorte und Reifegrad. Er nimmt mit fortschreitender Fruchtreife ab und erreicht im vollreifen Tamer-Stadium die niedrigsten Werte. Der Grossteil der Ballaststoffe besteht aus unlöslichen Fraktionen (84–94 %), während lösliche Ballaststoffe nur einen geringen Anteil ausmachen (6–16 %). Eine ballaststoffreiche Ernährung geht mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher und kann zu einem längeren Sättigungsgefühl beitragen, was beim Gewichtsmanagement unterstützend wirkt.3,10

Vollreife Datteln enthalten sortenabhängig reichlich Kohlehydrate, mit einem Zuckergehalt bis zu 88 %. Im unreifen Khalal-Stadium liegt der Zucker überwiegend als Saccharose und spaltet sich während der Reifung in Glukose und Fruktose. Da Fruktose etwa doppelt so süss wie Glukose ist, prägt sie massgeblich den Geschmack reifer Datteln. Dattelsirup gilt als natürliche Alternative zu raffiniertem Zucker. Der vergleichsweise niedrige GI von Datteln geht auf den hohen Fruktose- und Ballaststoffanteil zurück und liegt unter dem von Kristallzucker (ca. 65). Dattelsirup kann den Blutzuckerspiegel daher etwas langsamer ansteigen lassen als Kristallzucker. Der glykämische Index (GI) von Datteln variiert je nach Sorte, Reifegrad und Verarbeitungsform deutlich. Internationale Tabellen geben für Datteln einen mittleren GI von 42 ± 4 an. Eine Ernährung mit überwiegend niedrigem glykämischem Index steht in Zusammenhang mit einer verbesserten Blutzuckerkontrolle, günstigeren Blutfettwerten und einem geringeren Risiko für koronare Herzkrankheit, Gallenblasenerkrankungen und Brustkrebs. Dennoch empfiehlt sich ein moderater Verzehr (2–3 Stück bzw. 60 g täglich).3,4

Auch Zuckeralternativen enthalten viel freien Zucker.
Warum das positive Image trügt und was wirklich gesund ist, erfahren Sie im Beitrag:
Gesunde Süsse? Zwischen Mythos und Wirklichkeit

Datteln liefern zudem relevante Mengen an Eisen und Kalium sowie moderate Mengen an Calcium, Kupfer, Magnesium und Schwefel und geringe Mengen an Phosphor. Zusätzlich liefern Datteln essenzielle Aminosäuren wie Phenylalanin, Leucin und Threonin.4,10

Sekundäre Pflanzenstoffe

Viele gesundheitliche Wirkungen von Dattelsirup kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.

Dattelsirup enthält u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:10,14,22

  • Isoprenoide: Tetraterpene: Carotinoide (Carotine: Alpha-Carotin, Beta-Carotin, Lycopin; Xanthophylle: Lutein, Neoxanthin)
  • Polyphenole: Phenolsäuren: Hydroxybenzoesäuren (Syringinsäure, Gallussäure), Hydroxyzimtsäuren (p-Cumarsäure, Kaffeesäure, Ferulasäure); Flavonoide: Flavanole (Catechin, Epicatechin), Flavonole (Rutin, Hyperosid, Quercetin-Derivate), Flavanone (Hesperidin), Flavone (Luteolin-Derivate), Flavonoid-Glycoside; Anthocyane; Tannine (Proanthocyanidine)
  • Weitere stickstoffhaltige Verbindungen: Biogene Amine (Serotonin)
  • Weitere organische Verbindungen: Hydroxycarbonsäuren (Caffeoylchinasäure, Chinasäure); Alkohole; Ester; Aldehyde; Lactone; Ketone

Datteln und auch Dattelsirup sind reich an Polyphenolen, Carotinoiden und Tanninen, die entzündungshemmend und als Antioxidantien wirken. Präklinische Studien deuten darauf hin, dass Dattel-Extrakte entzündungsrelevante Signalwege beeinflussen können, die auch bei neurodegenerativen, kardiovaskulären, und Typ-2-Diabetes-Erkrankungen eine Rolle spielen.10

Dattel-Extrakte hemmen in vitro angiogene Marker, wodurch sie krebsassoziierte Gefässneubildungen verlangsamen und Organe wie die Leber vor oxidativem Schaden schützen können.10

Carotine sind Pro-Vitamin-A-Carotinoide, die wichtig für das Immunsystem, die Sehkraft, die Zellkommunikation und die Fortpflanzung sind.10

Mehrere Studien zeigen, dass Extrakte aus Dattelfruchtfleisch und Dattelsirup antibakteriell wirken, vorrangig gegen grampositive Bakterien, darunter Streptococcus pyogenes, Staphylococcus aureus und Enterococcus faecalis, während gramnegative Bakterien wie E. coli widerstandsfähiger reagieren.5,10

Mehrere klinische Studien beschreiben den positiven Einfluss von Datteln oder Dattelsirup auf den Geburtsverlauf. In randomisierten Studien bewirken der Konsum von Dattelsirup und Honig-Safran-Sirup bei Erstgebärenden schnellere Geburtsfortschritte im Vergleich zu Placebo oder Standardversorgung. Datteln liefern schnell verfügbare Energie in Form von Glukose, stabilisieren den Elektrolythaushalt und verhindern Erschöpfung. In den letzten Schwangerschaftswochen fördern sie die Wehen, stärken die Gebärmuttermuskulatur und verbessern die Reaktion auf Oxytocin. Serotonin, Tannine, Calcium und Fettsäuren unterstützen die Kontraktionen der glatten Muskulatur und die Prostaglandinproduktion während der Geburt. Insgesamt beschleunigen Datteln den Geburtsprozess, erhöhen die antioxidative Kapazität und Schmerztoleranz und können den Bedarf an medizinischer Geburtseinleitung reduzieren. Weitere Studien sind jedoch nötig, um die positive Wirkung auf den Geburtsprozess besser zu verstehen.13,14,15

Ergänzende Informationen finden Sie unter den Zutaten Medjool-Datteln und Deglet-Nour-Datteln.

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen

Ist Dattelsirup ungesund? Gekaufter Dattelsirup ist teilweise künstlich hergestellt. Dieser enthält lediglich verschiedene Zuckerarten und Aromen, aber keine Polyphenole. Da der Energie- und Zuckergehalt um einiges höher ist, als beim selbst hergestellten Dattelsirup, lohnt sich die eigene Zubereitung, siehe dafür unser Dattelsirup-Rezept. Dennoch empfehlen wir aufgrund des hohen Gehalts an natürlichem Zucker einen massvollen Verzehr.

Aufgrund des hohen Fruktosegehalts, sollten Menschen mit einer Empfindlichkeit auf Fruktose Dattelsirup meiden.8

Allergien auf Datteln sind selten nachgewiesen.7

Volksmedizin - Naturheilkunde

Die gesundheitliche und medizinische Verwendung von Dattelfrüchten verbreitete sich ursprünglich vom Volksglauben des Nahen Ostens bis hin zur traditionellen indischen Medizin. Dattelfrüchte finden in Ländern wie Algerien, Ägypten, Indien, Iran und Irak als alternative Medizin Verwendung. Eine traditionelle indische Medizin verwendet Dattelfrüchte als Heilmittel zur Behandlung von Infektionen der unteren Atemwege, Ischias, Ödemen, mikrobiellen Infektionen und Alkoholvergiftungen.10

Im Nahen Osten und in Arabien verwenden die Menschen einen Sud aus Datteln mit Salz als Heilmittel gegen Dehydrierung in Verbindung mit Durchfall. Ebenso kommen Dattelprodukte wie Dattelsirup und Dattelpaste zur Behandlung von Entzündungen der Schleimhäute sowie Darmbeschwerden zum Einsatz.10 Solche Zubereitungen sind auch für die traditionelle Behandlung von Erkältungen, Halsschmerzen und Bronchialhusten bekannt.6

Dattelsirup ist eine tolle vegane Alternative zum ebenfalls antibakteriellen Bienenhonig. Eine tolle Kombination ist Dattelsirup im Spitzwegerich-Tee, der für seine schleimlösende Wirkung bei Husten bekannt ist.

Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl

Der CO2-Fussabdruck von Dattelsirup ist abhängig von der Anbauweise und dem Herkunftsland der Datteln, des entsprechenden Transports und der Verarbeitungsweise. Laut CarbonCloud verursacht die Produktion von 1 kg Dattelsirup rund 1,4 kg CO2eq.16

Dattelsirup ist im Handel meist in Kunststoffverpackungen oder Gläsern zu kaufen, welche einen Einfluss auf den CO2-Fussabdruck haben. Das Herstellen und Einschmelzen von Glas benötigt viel Energie und produziert entsprechend hohe CO2-Emissionen. Auch das Gewicht beim Transport wirkt sich negativ aus.17 Plastikpackungen sind leichter und ermöglichen portionsweise Entnahmen des Sirups, was einem schnellen Verderb vorbeugen kann. Aber auch bei der Plastikproduktion entstehen Emissionen. Zudem landet Plastik bei unsachgemässer Entsorgung oftmals in der Umwelt, wo es sich sehr langsam zersetzt, was wiederum zu anderen ökologischen Problemen führt. Um Verpackung einzusparen, empfehlen wir, Dattelsirup aus getrockneten Datteln selber zu machen.

Ein Grossteil der Umweltbelastung im Dattelanbau entsteht durch den Einsatz von Pestiziden, Stickstoffdünger sowie Motorenkraftstoff.18 Dattelpalmen sind jedoch besonders effizient im Speichern von Kohlenstoff, was ihren ökologischen Fussabdruck verringert.19 Ein grosses Problem beim Dattelanbau liegt aber in der Anbauweise. Dattelpalmen wachsen oft in Monokulturen, wo sie anfällig für Krankheiten und Schädlinge sind und LandwirtInnen auf synthetische Pestizide zurückgreifen, um diesen vorzubeugen. Eine Studie aus dem Iran wies Pestizid- und Schwermetallwerte über den sicheren Grenzwerten nach.20 Bevorzugen Sie Datteln und Dattelsirup, aus biologischem Anbau - der Umwelt und Ihrer Gesundheit zuliebe.

Die benötigte Wassermenge zur Produktion von 1 kg Datteln, also der Wasser-Fussabdruck, liegt bei 2277 Litern.22 In Anbetracht dessen, dass es sich bei den Hauptanbauländern um eher niederschlagsarme Gegenden handelt und künstliche Bewässerung zum Einsatz kommt, ist diese Menge erheblich. Die Wassermenge zur Herstellung von Dattelsirup ist aufgrund der zusätzlichen Produktionsschritte noch höher.

Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?

Weltweites Vorkommen - Anbau

Die Dattel ist eine der ältesten bekannten Obstkulturen. Seit mindestens 5000 Jahren bauen Menschen die Pflanze in Nordafrika und im Nahen Osten an. Aufgrund der langen Geschichte der Dattelkultur, der weiten Verbreitung und des Austauschs von Dattelsorten ist der genaue Ursprung (Genzentrum) der Dattel unbekannt. Höchstwahrscheinlich stammt sie aus dem alten Mesopotamien (Irak, Syrien) oder Westindien.4

Im internationalen Handel unterscheidet man nicht zwischen den einzelnen Dattelsorten. 2023 produzierten Ägypten, Saudi-Arabien, Algerien und Iran die grössten Mengen an Datteln.2

Mehr zum Anbau und zur Ernte von Datteln finden Sie bei Deglet-Nour-Datteln.

Industrielle Herstellung

Kommerzieller Dattelsirup ist oftmals aus Datteln mittlerer bis niedriger Qualität hergestellt. Zuerst sortiert man die Datteln und sondert schlechte Früchte aus. Anschliessend vermengt man die gereinigten Datteln mit Wasser und erhitzt das Dattel-Wasser-Gemisch (60 °C). Die Masse presst man und filtriert den Dattelsaft. Diesen erhitzt man nochmals, damit das überflüssige Wasser verdunsten kann und ein dickflüssiger Dattelsirup entsteht. Teilweise erfolgt nochmals eine Filtration. Schlussendlich erfolgt die Abfüllung bzw. Verpackung des Dattelsirups.12

Man verkauft Dattelsirup als Endprodukt oder benutzt ihn zur Herstellung von Eis, Getränken, Backwaren oder Konfitüre. Teilweise verwendet man ihn als natürlichen Lebensmittelfarbstoff oder Aroma.11

Weiterführende Informationen

Die Echte Dattelpalme (Phoenix dactylifera) ist eine Pflanzenart der Gattung Dattelpalmen (Phoenix) in der Familie der Palmengewächse (Arecaceae). Datteln lassen sich in drei Hauptgruppen teilen: weiche Datteln (u.a. Medjool), halbtrockene und trockene Datteln. Die meisten verkauften Datteln weltweit gehören zur halbtrockenen Variante. Die genaue Anzahl Dattelsorten ist unbekannt (wohl gegen 400). Es gibt alleine über 100 Sorten arabische Datteln.7 Bekannte Sorten sind: Medjool, Deglet Nour, Khidri Datteln, Ajwa, Yahidi, Hallawi und Mazafati Datteln.

Alternative Namen

Die englische Bezeichnung für Dattelsirup lautet date syrup. Die Bezeichnung Silan stammt aus dem Hebräischen und man verwendet sie für dickflüssigen Dattelsirup.

1.

USDA United States Department of Agriculture.

2.

FAOSTAT. Food and Agriculture Organization of the United Nations. Dates (2023).

3.🞽

Klinische Interventionsstudie in wissenschaftlichem Journal

"The range of GIs of the five types of dates assessed in our study was 46 to 55 for healthy subjects and 43 to 53 for the type 2 diabetic patients."

"A diet low in GI may decrease the risk of coronary heart disease, gallbladder disease and breast cancer. Furthermore, a low GI diet demonstrably improves HbA1c levels, body weight and the lipid profile [38,15-43]."

"The results show low glycemic indices for the five types of dates included in the study and that their consumption by diabetic individuals does not result in significant postprandial glucose excursions. These findings point to the potential benefits of dates for diabetic subjects when used in a healthy balanced diet."

DOI: 10.1186/1475-2891-10-59

Study: moderate evidence

Alkaabi JM, Al-Dabbagh B, et al. Glycemic indices of five varieties of dates in healthy and diabetic subjects. Nutrition Journal. 2011;10:59.

4.🞽

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

"Date palm (Phoenix dactylifera L.) is one of the oldest fruit crops grown in the arid regions of the Arabian Peninsula, North Africa, and the Middle East. The most probable area of origin of the date palm was in or near what is now the country of Iraq, but date cultivation spread to many countries starting in ancient times. Dates are a major food source and income source for local populations in the Middle East and North Africa, and play significant roles in the economy, society, and environment in these areas. "

"Date is one of the oldest known fruit crops and has been cultivated in North Africa and the Middle East for at least 5000 years (Zohary and Hopf, 2000). The earliest record from Iraq (Mesopotamia) shows that date culture was probably established as early as 3000 bce. Because of the long history of date culture and the wide distribution and exchange of date cultivars, the exact origin of the date is unknown, but it most likely originated from the ancient Mesopotamia area (southern Iraq) or western India (Wrigley, 1995). From its center of origin, date cultivation spread through out the Arabian Peninsula, North Africa, and the Middle East. Date culture had apparently spread into Egypt by the middle of the second millennium bce. The spread of date cultivation later accompanied the expansion of Islam and reached southern Spain and Pakistan. The Spanish were the first to introduce date palms outside the Arabian Peninsula, North Africa, and the Middle East/South Asia, carrying them to America"

"Date palm (Phoenix dactylifera L.) has long been one of the most important fruit crops in the arid regions of the Arabian Peninsula, North Africa, and the Middle East. During the past three centuries, dates were also introduced to new production areas in Australia, India/Pakistan, Mexico, southern Africa, South America, and the United States. Dates are a main income source and staple food for local populations in many countries in which they are cultivated, and have played significant roles in the economy, society, and environment of those countries."

DOI: 10.21273/HORTSCI.42.5.1077

Chao CT, Krueger RR. The Date Palm (Phoenix dactylifera L.): Overview of Biology, Uses, and Cultivation. HortScience horts. 2007;42(5):1077-1082.

5.🞽

Experimentelle Laborstudie in wissenschaftlichem Journal

"It has been demonstrated for the first time that DS and DS polyphenols are able to inhibit Gram negative E. coli and Gram positive S. aureus by generating H2O2, and that DS polyphenols are active intermediates directly involved in inducing oxidative stress in bacteria as a result of hydrogen peroxide generation. These results confirm the critical relationship between antioxidants and prooxidants of DS polyphenols in bacterial growth and bacterial inhibition. It has also been shown that the high content of naturally occurring sugars in DS do not significantly contribute to its antibacterial activity. These results confirm the critical role of the relationship of antioxidants and prooxidants of DS polyphenols in bacterial inhibition and as an antimicrobial agent."

DOI: 10.3389/fmicb.2016.00198

Study: weak evidence

Taleb H, Maddocks SE, et al. The Antibacterial Activity of Date Syrup Polyphenols against S. aureus and E. coli. Front Microbiol. 2016;7:198.

6.

El Hadrami A, Al-Khayri J. Socioeconomic and traditional importance of date palm. Emir J Food Agric. 2012;24(5):371-385.

7.

Kwaasi AA, Harfi HA, et al. Cultivar-specific IgE-epitopes in date (Phoenix dactylifera L.) fruit allergy. Correlation of skin test reactivity and ige-binding properties in selecting date cultivars for allergen standardization. Int Arch Allergy Immunol. 2000;123(2):137-144.

8.

Vayalil PK. Date fruits (Phoenix dactylifera Linn): an emerging medicinal food. Crit Rev Food Sci Nutr. 2012;52(3):249-271.

9.

ÖNWT Die Österreichische Nährwerttabelle. Dattelsirup.

10.🞽

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

"Date fruit and date syrup have therapeutic properties, which have the potential to be beneficial to health. However, more investigations are needed to quantify and validate these effects."

"The ethnomedical use of P. dactylifera in the treatment of inflammatory disease has been previously identified and reported. Furthermore, date fruit and date fruit co-products such as date syrup are rich sources of polyphenols, anthocyanins, sterols and carotenoids. In vitro studies have demonstrated that date fruit exhibits antibacterial, anti-inflammatory and anti-angiogenic activity."

"The following chapter summarises the three major phytochemicals characterized for date fruit: polyphenols, carotenoids and tannins."

"Phytochemical analyses on P. dactylifera have revealed the presence of various phytochemicals including phenolic acids, flavonoids, tannins, anthocyanins and carotenoids (Oni et al., 2015). The active constituents of P. dactylifera date fruit are volatile compounds (alcohols, esters, aldehydes, lactones, ketones and terpenoids) (Guido et al., 2011; El Arem et al., 2012), phenolic acids (cinnamic acid derivatives, caffeic acid, vanillic acid and protocatechuic acid) and flavonoids (proanthocyanidines, flavonoid glycosides and anthocyanins)"

"it is evident that both in vivo and in vitro, date fruit has anti-inflammatory activity, strongly linked to secondary metabolites and antioxidant behaviour."

"In addition to their synergistic effects, phenolic compounds and flavonoids, often exhibit pleiotropic effects that in combination may reduce the risk of chronic disease"

"The major carotenoids in date fruit include lutein, β-carotene and neoxanthin"

"The health and medicinal use of date fruit expanded originally from Middle Eastern folklore to Indian traditional medicine. P. dactylifera and date fruit are used as alternative medicine in countries such as Algeria, Egypt, India, Iran and Iraq (Table 1). Ayurveda medicine, a medicinal system with historical roots in the Indian subcontinent uses date fruit as a medicinal application for the treatment of lower respiratory tract infections, sciatica, oedema, microbial infections and alcohol intoxication"

"In the Middle East and across Arabia a decoction of dates with salt is used as a remedy for dehydration associated with diarrhoea (Al-Qarawi et al., 2005). Additionally date products such as date syrup and date paste are administered for treating sore throat and inflammation of the mucus membranes and intestinal disturbances (Souli et al., 2014)."

DOI: 10.1016/j.jep.2016.10.032

Study: weak evidence

Taleb H, Maddocks SE, Morris RK, Kanekanian AD. Chemical characterisation and the anti-inflammatory, anti-angiogenic and antibacterial properties of date fruit (Phoenix dactylifera L.). J Ethnopharmacol. 2016;194: 457-468.

11.

Najjar Z, Stathopoulos C, Chockchaisawasdee S. Utilization of Date By-Products in the Food Industry. Emirates Journal of Food and Agriculture 2020;32(11):808-815.

12.

Farahnaky A, Mardani M, et al. Some physicochemical properties of date syrup, concentrate, and liquid sugar in comparison with sucrose solutions. Journal of Agricultural Science and Technology. 2016;18(3):657-668.

13.🞽

Randomisierte klinische Studie in wissenschaftlichem Journal

"According to the results of this study, consuming dates in late pregnancy was effective in decreasing length of labor processes and reduced the need of oxytocin for labor acceleration. Thus, it is recommended to consume dates in women without contraindications."

"Moreover, tannin found in dates plays an important part in contractions of smooth muscles of the cervix."

DOI: 10.4103/ijnmr.IJNMR_213_15

Study: weak evidence

Kordi M, Meybodi FA, et al. Effect of Dates in Late Pregnancy on the Duration of Labor in Nulliparous Women. Iran J Nurs Midwifery Res. 2017;22(5):383-387.

14.🞽

Systematisches Review mit Meta-Analyse in wissenschaftlichem Journal

"Date can reduce the duration of active phase and improve the bishop score; however, due to from the low to mediate quality of the studies; it seems that the other studies are needed to prove these results better than this."

"Despite widespread utilizing of date palm, there is not enough clinical evidence to support the clinical effects, which were mentioned in review articles and traditional medical systems. Based on this study result, date fruit can reduce the duration of active phase and improve the bishop score. The growing trend of recent studies about date palm provides scientific rationale for date palm clinical abilities; however, due to from the low to mediate quality of the studies, it seems that the other studies are needed to prove these results better than this."

"Different mechanisms have been expressed on the effects of date palm on the labor process. Date palm fruit has high calorie, and is proposed as an energizer. The sugar in date fruit is glucose with simple digestion and absorption. Date fruit provides and maintains required energy for pregnant woman to prevent tiredness. It leads to normal progress of labor, due to providing continual glucose and preserving body electrolytes [2325]."

DOI: 10.1186/s12884-020-02915-x

Study: strong evidence

Bagherzadeh Karimi A, Elmi A, et al. Effects of date fruit (Phoenix dactylifera L.) on labor and delivery outcomes: a systematic review and meta-analysis. BMC Pregnancy Childbirth. 2020;20(1):210.

15.🞽

Randomisierte kontrollierte klinische Studie in wissenschaftlichem Journal

"Date syrup and saffron–honey syrup can be used as one of the safe and available herbal methods to facilitate labor."

DOI: 10.4103/ijnmr.ijnmr_282_21

Study: strong evidence

Sohrabi H, Shamsalizadeh N, et al. Comparison of the effects of Date Syrup with Saffron-Honey Syrup on the Progress of Labor in Nulliparous Women: A Single Blind Randomized Clinical Trial. Iran J Nurs Midwifery Res. 2022;27(4):301-307.

16.

CarbonCloud. Date Syrup. 2025.

17.

Ghenai C. Life Cycle Assessment of Packaging Materials for Milk and Dairy products. Int. J. of Thermal & Environmental Engineering. 2012;4:117-128.

18.

Hesampour R, Bastani A, Heidarbeigi K. Environmental assessment of date (Phoenix doctylifera) production in Iran by life cycle assessment. Information processing in Agriculture. 2018;5(3):388-393.

19.

Impactful Ninja: Meresereau T. The Environmental Impact of Dates: From Farm to Table.

20.

Jafarian AP, Niazmand R, et al. Monitoring of pesticide and some metal residues in Mazafati date fruit cultivar and risk assessment to the health. Journal of Food Composition and Analysis. 2023;115:104917.

22.🞽

Laboranalyse in wissenschaftlichem Journal

Date palm (Phoenix dactylifera L.), a strategic oasian species in most Mediterranean regions, is often known by the commercialized Deglet Nour variety. However, many other common varieties that might have high importance are neglected. The current study aims to evaluate the nutraceutical and functional properties of six common date palm cultivars, collected from three Tunisian oasian regions. The biochemical composition and antioxidant potential of these date cultivars were investigated. Total polyphenols (TPP), total favonoids (TF), and condensed tannins (CT) contents varied signifcantly between varieties. In particular, the Ftimi cultivar had the highest amounts of TPP, TF, and CT (204.04 ± 12.85 mg·GAE/100 g·FW, 117.35 ± 7.49 mg·RE/100 g·FW, and 147.93 ± 7.65 mg·CTE/100 g·FW, respectively). Similarly, this cultivar exhibited the highest antioxidant activity with 131.59 ± 11.54 mg·TE/100 g·FW and 106.57 ± 2.33 mg·TE/100 g·FW, respectively, for DPPH and ABTS+ assays. Contrary to the Deglet Nour variety, the six common dates contain a high amount of fructose and glucose (reducing sugars) and a low content of sucrose. LC-ESI-MS analysis showed that “Kenta” had the highest number of polyphenolic compounds (19 compounds) followed by “Ftimi” with 18 compounds, whereas “Deglet Nour” has only 15. Six major compounds (quinic acid, epicatechin, rutin, hyperoside, luteolin 7-O-glucoside, and kaempferol) were omnipresent. These fndings highlight the high potential of neglected date palm varieties and confirm their richness with nutraceuticals and natural antioxidants.

Study: weak evidence

Bettaieb I, Kilani A, Ben Othman K, Benabderrahim MA, Elfalleh W. Phenolic profile, sugar composition, and antioxidant capacities of some common date palm (Phoenix dactylifera L.) cultivars as a potential nutraceutical and functional food ingredients. Journal of Food Quality. Mai 2023;2023:1–10. 

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