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Zitronenschale, roh (Zitronenschalenrezepte)

Die Zitronenschale hat roh ein köstliches Aroma. Hier auch ein paar Zitronenschalenrezepte. Nur die Schale unbehandelter Zitrusfrüchte (bio) benutzen!
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Wie kann man Zitronenschale verwenden, was kann man mit Zitronenschale herstellen und wie kann man sie aufbewahren? Kann man rohe Zitronenschale essen? Lesen Sie auch unsere Rezepte mit Zitronenschale (Schale der Zitrone, Citrus x limon).

Verwendung in der Küche:

Ist die Zitrone unbehandelt bzw. hat Bio-Qualität, dann lässt sich Zitronenschale als aromatisierende Zutat in der Küche oder als Duftstoff einsetzen. Die ätherischen Öle befinden sich in Drüsen der äusseren Schale und dienen zum Würzen und als Duftmittel. Damit verleiht die Zitronenschale Backwaren und Saucen eine köstlich fruchtige Note. In der arabischen Küche verwendet man auch getrocknete Limetten zum Würzen.

Zitronenschalen lassen sich vielfältig direkt benutzen oder konservieren. Ein Beispiel der Konservierung ist kandierte Zitronenschale, bekannt als Zitronat oder Sukkade. Zitronenschale findet man auch in Hausteemischungen bzw. in Früchtetees.

Bei der Verwendung der Schale von Zitrusfrüchten ist streng darauf zu achten, dass es sich um unbehandelte, also Bio-Zitrusfrüchte, handelt, da Zitruspflanzen normalerweise intensiv gegen Schädlinge besprüht sind. Wegen der dicken Schale darf man Zitrusfrüchte mit höheren Dosen an chemischen Mitteln behandeln. Zudem überzieht man konventionelle Zitrusfrüchte vor dem Transport oft mit einer wachsartigen Schutzschicht und besprüht sie mit Konservierungsmitteln wie Thiabendazol (E 233), Orthophenylphenol (E 231), Natrium-Orthophenylphenol (E 232), Biphenyl (E 230) und Imazalil.1 Sind diese Früchte als "unbehandelt" gekennzeichnet, bedeutet das nur, dass sie nach der Ernte nicht mit Pestiziden in Berührung kamen.

Obwohl Bio-Früchte gewaschen in den Handel kommen, sollte man die Zitronen trotzdem vor der Verarbeitung nochmal waschen und danach trockenreiben.2 Bei geriebenen, mit dem Zestenreisser oder Sparschäler geschälten Zitronenschalen verwendet man immer nur die erste, farbige Hautschicht, da die weisse Schicht bitter ist.

Es gibt aber Zitronensorten, deren weisse Schalenteile nicht bitter schmecken, wie z.B. die Sorte Amalfi oder Zedratzitronen (Zitronat-Zitronen mit ganz dicker weisser Schicht unter der farbigen Schale). Einfach ausprobieren durch Kosten. Vor allem dicke weisse Schalenanteile kann man in dünne Scheiben schneiden und dann mit etwas Salz und Salatöl, z.B. Rapsöl, Resten von Zitronenfleisch und mit etwas Zitronensaft marinieren.

Kann man Zitronenschale essen?

Natürlich kann man gewaschene Bio-Zitronenschalen roh direkt essen, doch kommt es sehr auf die Sorte und auf das eigene Geschmacksempfinden an. Siehe dazu die gesunden Inhaltsstoffe von rohen Zitronenschalen in den Tabellen ganz unten nach dem Text. Meist verzichtet man bei den Angaben auf den weissen Schalenanteil.

Wir empfehlen, bei Verwendung der Schale nur Bio-Qualität zu essen oder zu verarbeiten. Dafür sind auch in der EU die Vorschriften strenger.

Rezept für Salz-Zitronenschalen:

Zuerst wägen Sie die mit Sparschäler losgelösten Schalenteile von Bio-Zitronen. Dabei haben Sie nur den farbigen Teil verwendet, also dünn abgelöste Teile. Danach fügen Sie einen Drittel dieses Gewichts an Zitronensaft dazu und schichten das Gemisch in einem Glas. Dazwischen streuen Sie 12 % Salz im Verhältnis zum Gewicht des Gemischs. Danach füllen Sie Wasser ein, bis alle Zutaten mit Flüssigkeit bedeckt sind. Das Gemisch lagern Sie im Kühlschrank, wobei Sie jeden Tag oder jeden zweiten Tag die Mischung umdrehen, damit die Salzlake sich wieder gleichmässig verteilt. Nach einigen Tagen (bzw. spätestens einer Woche) haben die Schalen genügend Salz aufgenommen, um nicht mit der Zeit zu verderben. Danach lässt man sie trocknen. Das funktioniert einfacher, als Salzzitronen herzustellen. Diese salzigen Zitronenschalen halten getrocknet über Jahre und eignen sich z.B. für das Aromatisieren von Schmorgerichten.

Rezept für selbst gemachten Zitronenpfeffer:

Zur Herstellung von Zitronenpfeffer vermischt man hochwertige, geschrotete Pfefferkörner (Pfeffermühle) mit granulierter Zitronenschale und gibt Meersalz hinzu. Weiter oben ist die Entfernung der farbigen Schale mit Reibe oder Sparschäler beschrieben. Diesen Schalenanteil trocknet man bei max. 42 °C drei Stunden lang, um Rohkostqualität zu erreichen. An der Luft getrocknet dauert es ein paar Tage, aber man geht dabei sicher, dass die meisten Vitamine erhalten bleiben. Temperaturen bis 60 Grad sind in Ordnung, falls sich der Backofen nicht niedriger einstellen lässt. Die Schalenteile sollen leicht brechen können.

Nach dem Abkühlen zerstampft man Schalenteile, Pfeffer und Meersalz miteinander im Mörser und rührt danach gut durch. Das Mischverhältnis: Zitronenschale von zwei bis vier Bio-Zitronen zu 50 g Pfeffer und 10 g Meersalz. Je nach Geschmacksziel kann man mehr oder weniger oder gar kein Salz verwenden und auch das Verhältnis von Pfeffer zu Schale ändern.

Die Aufbewahrung im luftdichten Gewürzglas oder Gewürzstreuer an einem lichtgeschützten, kühlen und trockenen Ort hat sich bewährt. So kann man den selbst hergestellten Zitronenpfeffer bis zu einem halben Jahr lang geniessen. Die Mischung darf nicht klumpen. Zitronenpfeffer eignet sich zum Würzen am Tisch oder kurz vor der Fertigstellung eines Gerichts. Zitronenpfeffer kann man auch durch Beigabe von Knoblauch, Paprika und/oder Kräutern wie Thymian geschmacklich verändern.

Zitronenschale im Getränk:

Mit dem Sparschäler gelöste Zitronen-Schale lässt sich trocknen oder leicht bei niedrigster Temperatur dörren. So hält sie sich jahrelang. Diese Stücke eignen sich gut als Zutat im Kräutertee.

Für eine Limonade schnetzelt man eine Zitrone mit Schale und gibt sie in einen Mixer, nachdem man die Kerne entfernt und etwas Wasser dazugegeben hat. Für Zitronentee bzw. Zitronenschalentee verwendet man auf einen Liter Wasser Schale von zwei Zitronen in Stückchen, kocht das kurz auf und lässt es 15 Minuten ziehen. Danach giesst man den Zitronensaft ein und gibt je nach Geschmack etwas Honig oder andere Süssungsmittel (Süssmittel) dazu. Der Tee schmeckt warm oder kalt.

Zitronen-Aroma selbst herstellen:

Zitronenaroma gibt es zu kaufen. Doch, auch wenn ein Aroma als "natürliches Aroma" gehandelt ist, kann es z.B. aus Schimmelpilzkulturen (z.B. Aspergillus niger), Bakterien oder Enzymen hergestellt sein und nichts mit Zitrone zu tun haben. Leider sind auch Bio-Aromafläschchen erlaubt, in denen solcher "Naturgeschmack" steckt - im besten Fall auch von Zitrone.3

Zitronen-Aroma lässt sich sehr einfach selbst herstellen: Dazu trocknet man abgeriebene Zitronenschalen ohne weisse Haut einen Tag lang an der Luft und gibt sie in ein verschliessbares Glas, in das man zuerst Zucker gestreut hat. Darüber gibt man noch eine Lage Zucker und schüttelt das Ganze durch. Diesen Schüttelvorgang wiederholt man alle zwei Tage und nach ca. 14 Tagen hat man gut aromatisierten Zitronenzucker. Man kann aber auch dünne Zitronenschnitze (1 mm) hobeln, diese trocknen, bis sie knackig sind, in den Mixer geben und das Geschrotete in einem luftdichten Glas aufbewahren. Davor kann man sie mit Zucker bestreuen, wenn man es süss mag: Schalen von 3 Bio-Zitronen mit 3-4 TL Zucker bestreuen oder mischen.

Rezept für Zitronenextrakt:

Ein natürlicher Zitronenextrakt entsteht mit Stücken der farbigen Schale (das Weisse entfernen), die man in ein Gefäss mit Wodka (Vodka) gibt, weil dieser wenig Eigengeschmack hat. Das Gemisch soll mindestens zwei Wochen ziehen, besser sind sechs Wochen oder mehr. Man verwendet z.B. ein Einmachglas, das man verschliesst und an einen eher kühlen, dunklen Ort stellt (z.B. unten in einen Kasten), nicht aber in den Kühlschrank. Damit lassen sich Getränke oder Gerichte verfeinern, die Alkohol enthalten dürfen, z.B. eine Bowle. Es ist immer dafür zu sorgen, dass die Schalen mit Wodka bedeckt sind, ansonsten können sie schimmeln. Pro Bio-Zitrone rechnet man mit 125 ml (125 g) Wodka.

Rezept für Zitronenmarmelade:

Die Marmelade hat ihren Namen von der portugiesischen Bezeichnung für Quittenmus (marmelada, abgeleitet von port. marmelo = Honigapfel oder Quitte). Früher bedeutete Marmelade, dass man im eingekochten Fruchtmus keine Fruchtanteile sieht - im Gegensatz zu Konfitüre. Doch steht der Ausdruck Marmelade heute vor allem für Brotaufstriche aus Zitrusfrüchten, meist Bitterorangen (Grossbritannien ab 1669), und üblicherweise mit sichtbaren Teilen der Schale.

Für Zitronen-Marmelade verwendet man 7 Bio-Zitronen, 1 kg Gelierzucker und 300 ml Wasser.

Nur die farbige Schale ohne weisse Schicht abnehmen, in Streifen schneiden und mit dem Wasser aufkochen. 60 bis 90 Minuten bei geschlossenem Deckel sanft köcheln lassen. Den Saft der geschälten Zitronen gewinnen und wegstellen. Den Zitronenrest inkl. weisser Haut und Kernen in kleine Stücke zerschneiden und zwei Stunden in einem anderen Topf mit Wasser bedeckt leicht köcheln. Danach über einem Sieb die Fruchtreste mit einem Löffel ausdrücken und nur die Flüssigkeit sammeln.

Nun alle drei Teile, also Schalen samt ihrer Kochflüssigkeit, den Sud der Zitronenreste und den Zitronensaft zusammengiessen. Pro resultierenden Liter ein Kilogramm Gelierzucker dazugeben. Moderne Gelierzucker "extra" gibt es auch für kleinere Zuckeranteile (die Hälfte als 2:1 oder einen Drittel des Fruchtanteils, 3:1), sie enthalten aber oft zusätzliche Konservierungsmittel.

Gut aufkochen und unter Rühren vier Minuten sprudelnd kochen lassen. Heiss in sterilisierte Einmachgläser füllen. Man stellt die Schraubgläser für ca. zehn Minuten auf den Kopf, damit der noch heisse Fruchtbrei den oberen Rand innen auch sterilisiert. Dies gilt nicht für Weck-Einmachgläser.

Gelierzucker verkürzt Kochzeiten und besteht aus Raffinade, Pektin als Geliermittel sowie Zitronensäure oder Weinsäure als Säuerungsmittel. Er enthält teilweise auch Konservierungsstoffe. Pektin verliert mit der Zeit seine Gelierkraft, weshalb sich Gelierzucker nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit nicht mehr zum Einkochen eignet.

Rezept für Reinigungsmittel aus Zitronenschalen:

Wichtig zu wissen: Säurehaltige Reiniger sollte man nicht für Marmor und andere Kalkstein-Oberflächen verwenden, da die Säure mineralische Strukturen angreift. Zitronensäure (auch Citronensäure geschrieben) ist eine Carbonsäure. Die Säure zerfällt bei Hitze zu einem schwer löslichen Kalziumzitrat.

Zitrusreiniger sind effizient und gute Entkalker. Man kann sie einfach aus Zitronenschale (bzw. Schale von allen Zitrusfrüchten) und weissem Haushaltsessig herstellen. Dabei verwendet man wegen der Säure Glasbehälter. Gekaufte Zitrusreiniger sind auch mit Abbildung von Zitronen nicht aus Zitronen hergestellt, sondern über industrielle Prozesse aus Schimmelpilz oder aus genetisch veränderten Organismen und Zuckerquellen.

Herstellung: Schalen der Zitrusfrüchte dicht in ein Glas füllen. Mit Essig aufgiessen, bis die Schalen bedeckt sind, und für zwei bis drei Wochen stehen lassen. Die Schalen saugen den Essig auf und man sollte immer wieder Essig nachgiessen, da die Schalen immer bedeckt sein müssen, um nicht zu schimmeln. Es entsteht so ein herrlich zitronig duftender Haushaltsreiniger.

Der Essig sollte sich dunkel gefärbt haben und duften. Man kann ihn unverdünnt anwenden, indem man ihn durch ein Sieb in leere Sprühflaschen giesst. Ein Schuss Spülmittel oder Flüssigseife verringert die Oberflächenspannung, sodass der Reiniger auf glatten Oberflächen gut haftet, statt abzuperlen. Etwas Schütteln hilft, die Flüssigkeit zu vermengen. Will man den Reiniger über eine längere Zeit als 14 Tage gebrauchen, so gibt man zwei Esslöffel Bio-Spiritus zu.

Für Silikonfugen und Gummidichtungen sollte man nur Zitronensäure oder Natron - wieder mit ein wenig Spülmittel oder Flüssigseife - verwenden, also keinen Essig. Das gilt auch beim Entkalken. Das Auflösen von Kalk dauert mindestens 10 bis 15 Minuten. Manchmal legt man das zu reinigende Teil über Nacht ein.

Einkauf - wo kaufen?

Um frische Zitronenschalen zu erhalten, kauft man biologisch produzierte Zitronen. Diese sind bei allen Supermarktketten wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer etc. erhältlich. Getrocknete, geriebene Zitronenschalen sind dort auch häufig zu finden. Allerdings enthalten diese oft neben Zusätzen wie Zucker, Wasser und natürlichem Zitronenaroma auch Säuerungsmittel (Citronensäure / Zitronensäure E 330), Konservierungsstoffe (Kaliumsorbat E 202 und Natriummetabisulfit E 223) und manchmal sogar Farbstoffe (Beta-Carotin E 160 a). Bio-Supermärkte (Denn's Biomarkt) verfügen ebenfalls über abgepackte, geriebene Zitronenschalen in Bio-Qualität.

Eigene Zubereitung:

Zitronenschalen sind viel zu gehaltvoll zum Wegwerfen. Wie kann man Zitronenschalen essen? Hier beschreiben wir die Verwendung von Zitronenschalen und bringen einige Zitronenschalenrezepte in Kurzform:

Fein geriebene Zitronenschalen: Zitronen oder Zitrusfrüchte kann man mit einer feinen Reibe oder Raffel abreiben. Mit einer Küchenreibe oder Raspel erhält man besonders feine Teile der Zitronenschale. Legt man ein Backpapier bzw. Brotpapier (Pergamentpapier) zwischen Reibe und Frucht, bleibt die Reibe frei von hängengebliebenen Stückchen. Das Papier hält man einfach mit der Reibe zusammen. Die Sache greift erst beim zweiten oder dritten Reibvorgang richtig, denn die Zacken müssen zuerst durch das Papier durchdrücken. Frisch geriebene Zitronenschale in einem Gericht eingerührt gibt diesem einen ganz anderen, erfrischenderen Geschmack als ohne farbigen Schalenanteil. Probieren Sie es doch einmal beim Erb-Müesli (auch mit Haferflocken).

Zitruszesten: Zitruszesten sind das Produkt, das man mit einem Zestenreisser (Zesteur) erhält, also sehr dünne Streifen aus dem farbigen Teil der Zitronenschale. Das kleine Küchenwerkzeug besteht aus einer Klinge mit scharfkantigen Löchern. Auch mit einem Sparschneider lassen sich dünne Schalenstreifen abschälen, die man auf einem Schneidebrett mit einem Kochmesser in noch feinere Streifen schneidet.

Zesten stellt man auch aus Orangen her - oder man mischt die entstandenen Zesten. Während Zitruszesten häufig zur Dekoration von Desserts dienen, verwendet man Gemüsezesten zur Dekoration von Terrinen und Suppen. Da Zitronenzesten oder Orangenzesten frei von der bitterstoffhaltigen weissen Unterschale sind, eignen sie sich besonders zum Aromatisieren von Backwaren, Saucen und Getränken.

Grobe Zitronenschalenstücke: Für Gerichte, bei denen man Zitronenschale nach dem Garen entfernt oder für Dekorationszwecke verwendet, wünscht man grössere Streifen, die man mit einem Sparschäler erreicht. Auch hier schneidet man so dünn, dass kein weisser Anteil mitkommt.

Zitronen als Schnitze einfrieren und raspeln oder reiben: Zitronen lassen sich als Schnitze mit der Schale einfrieren, z.B. im Eiswürfelbehälter mit zwei Stück pro Abteil. Danach kann man sie samt Schale reiben und über Salate oder Desserts streuen sowie in Drinks oder Suppen mischen.

Lagerung:

Ganze Zitronen halten sich länger im Kühlschrank. Das gilt auch für aufgeschnittene Zitronen - doch selbst im Kühlschrank schimmeln vor allem angeschnittene Zitronen bald einmal. Wenn Sie Küchenpapier um jede Frucht wickeln, entweicht Feuchtigkeit nach aussen, sodass die Zitronen eher austrocknen, als zu schimmeln.

Braucht man nur einen kleinen Teil der Zitrone oder einen kleinen Teil der Schale, schneidet man ein entsprechend schmales Stück von der Zitrone ab, anstatt sie zu halbieren. Benötigt man sehr wenig Saft, kann man mit Gabel oder Zahnstocher einstechen und die Zitrone etwas pressen. Küchenpapier schützt auch diese Stelle.

Vor allem sollten Zitronen nicht mit Alufolie in Berührung kommen, da die Säure Aluminium löst und Aluminium im Verdacht steht, verschiedene Krankheiten zu verursachen, darunter Alzheimer und Krebs.

Inhaltsstoffe - Nährwert - Kalorien:

Erstaunlich, wie wenig bekannt ist, dass die Zitronenschale dem Zitronensaft in vielerlei Hinsicht überlegen ist. Zitronenschale hat viel mehr Geschmack als Saft und enthält viel mehr Nährstoffe (Inhaltsstoffe) - hier nur einige im Vergleich (pro 100 g)4:

Nährstoffe und Inhaltsstoffe Saft Schale
Ballaststoffe 2,8 g 11 g
Proteine 1,1 g 1,5 g
Calcium 26 mg 134 mg
Vitamin C 53 mg 129 mg
Vitamin B6 (Pyridoxin) 0,08 mg 0,17 mg
Riboflavin (Vitamin B2) 0,02 mg 0,08 mg
Pantothensäure (Vitamin B5) 0,19 mg 0,32 mg
Flavonoide, Pektine (sekundäre Pflanzenstoffe) durchschnittlich sehr viel

Zitronensaft hat die chemische Summenformel C6H8O7. Das ist 3-Carboxy-3-hydroxypentandisäure und kommt in zahlreichen Früchten vor. Auch unser Körper produziert Zitronensäure.

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Im Internet findet man dazu auch völlig überzogene Meinungen (statt Fakten): Hinzu kommt noch: In der Schale steckt fünf - bis zehnmal soviel Vitamin C, wie im Fruchtfleisch selbst. ist eine davon (vergleichen Sie mit der Tabelle). Richtig ist, dass die Zitrus-Flavonoide (nicht "Flavoide", ex Vitamin P) und Pektine vor allem in der Schale und der weissen Pelle (Mesokarp bzw. Albedo) stecken. So auch das Glycosid Hesperidin aus dem Flavanon Hesperetin (Aglykon des Hesperidins), vor allem in der weissen Schicht. Man setzt Hesperidin medizinisch in Form eines Kombipräparates gegen venöse Beinbeschwerden (z.B. Krampfadern) ein. Zudem ist es ein Mittel gegen Hämorrhoiden. Hesperidin wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend.5

Gemäss Prof. Dr. Bernhard Watzl zeigen epidemiologische Studien ein geringeres Risiko für verschiedene Krankheiten bei höherer Flavonoidaufnahme, auch bei Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Flavonoide wirken auf den Arachidonsäure-Stoffwechsel und die Blutgerinnung.6 Verschiedene Studien, darunter eine Dissertation von 2014, zeigen, dass Bioflavonoide wie Quercetin durch Erwirkung von zellmorphologischen Veränderungen auch direkt gegen Krebs wirksam sind (durch Wachstumshemmung bzw. Vorbeugung).7

Neohesperidin-Dihydrochalkon (NHDC, E 959) gewinnt man aus dem Flavonoid Neohesperidin der Zitrone oder aus dem Naringin der Grapefruit. Es dient zur Herstellung eines kalorienfreien Süssstoffs, dessen Süsskraft ca. 400- bis 600-mal stärker ist als diejenige von Zucker.8

Die sekundären Pflanzenstoffe (Phytonutriente) sowie verschiedene Säuren wie Zitronensäure, Apfelsäure und Ameisensäure wirken u.a. antioxidativ. Für den typischen Zitronenduft sorgt das ätherische Öl Citral, das Hauptbestandteil von Lemongrasöl (Zitronengrasöl) ist.

Eine Studie, die besagt, dass Zitronen gemeinsam mit Natron (oder Backpulver) als Puffer eine krebshemmende Wirkung haben sollen, hat eine ziemliche Flut von Reaktionen ausgelöst.9 Obwohl auch andere Studien zeigen, dass der pH-Wert das Wachstum von Metastasen beeinflussen kann,10,11 fehlen noch eindeutige klinische Studien dazu.

Pektine (E 440) sind jene Polysaccharide, die wir Menschen als Ballaststoffe bezeichnen und die für uns weitgehend unverdaulich sind. Viele Mikroorganismen können sie aber verwerten. Der Industrie dienen sie als Geliermittel, Verdickungsmittel und Stabilisierungsmittel. In der Medizin setzt man sie als Komplexbildner bei der Entgiftung nach Schwermetallvergiftungen ein und sie können den Cholesterinwert im Blut senken. Auch verwendet man sie in Medikamenten zur Behandlung von Durchfall.12

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Auch Zitrusfrüchte, also Zitronen oder Orangen etc., können Allergien auslösen. Häufig handelt es sich lediglich um orale Allergiesyndrome mit Unwohlsein im Mund- und Rachenbereich oder einem pelzigen Gefühl auf der Zunge. Bei Hautreaktionen können bis zu zwei Tage vergehen, bis sie erscheinen. Dann ist ein Epikutantest bzw. Allergietest bei einem Allergologen angesagt. Man muss vorher klären, ob es sich um eine Fruktoseintoleranz handelt oder ob Konservierungsstoffe die Auslöser sind.

Verwendung als Heilpflanze:

Zitronenöl bzw. das ätherische Öl aus den frischen Zitronenschalen oder die getrocknete bzw. frische, äussere Schicht der Fruchtwand dienen als Geschmacks- und Geruchskorrigens, in Einreibungen zuweilen auch als leichtes Hautreizmittel. Sie sind Heilmittel für verschiedene Krankheiten und Beschwerden. Isolierte Citrus-Flavonoide sind in Präparaten gegen Venenerkrankungen und in solchen gegen grippale Infekte enthalten.

Allgemeine Informationen:

Die Vorläufer der essbaren Zitrusfrüchte Citrus x limon vermutet man am Südosthang des Himalayas, etwa in der Gegend von Nordost-Indien, Myanmar und der chinesischen Provinz Yunnan. Yü Kung verzeichnet etwa um 2200 vor Christus Tributzahlungen mit Zitrusfrüchten an den chinesischen Herrscher Ta Yu.13 Erst 1805 hat man die Mandarine aus China nach Europa eingeführt.

Zitrusfrüchte entstanden aus einer Kreuzung zwischen Bitterorange (Citrus × aurantium) und Zitronatzitrone (Citrus medica), mit wahrscheinlich ursprünglicher Herkunft aus dem Norden Indiens.

Da verschiedene Schädlinge Zitruspflanzen angreifen, sind beim Erwerbsanbau (Plantagen mit Monokultur) zahlreiche Spritzmittel und Giftstoffe im Einsatz. Schädlinge sind z.B. der Zitrus-Blattfloh, die Schwarze Fliege, die Weisse Fliege, Schildläuse, Schmierläuse, Blattläuse, Spinnmilben, Mehltau, die Minierfliege, der Dickmaulrüssler, sogar Schnecken, Pilze (Fusarium), Bakterien und Viren. Dazu kommen Wurzelfäule und Vergilbungskrankheiten durch Bodenprobleme.

Alternative Namen:

Im Englischen kennt man die Zitronenschale als lemon peel oder lemon zest, geriebene Zitronenschale findet man auch als grated lemon peel oder chopped (gehackte) lemon rind.

Literatur - Quellen:

CLICK FOR: 13 Quellenangaben:

  1. Wikipedia Zitrone.
  2. Ndr.de Wie viel Chemie klebt an Zitrusfrüchten? Beitrag vom 4.1.2017.
  3. Wikipedia Natürliches Aroma.
  4. USDA United States Department of Agriculture.
  5. Galati, E. M. et al. Biological effects of hesperidin, a citrus flavonoid. (Note I): antiinflammatory and analgesic activity. Farmaco. 1994;40.
  6. Watzl B, Rechkemmer G. Basiswissen aktualisiert: Flavonoide. Ernährungs-Umschau. 2001;48:12.
  7. Klappan A. Einfluss des Flavonoids Quercetin auf den mTOR-Signalweg von Zervix- und Mammakarzinomzellen. München 2014.
  8. Zygler A, Wasik A et al. Determination of nine high-intensity sweeteners in various foods by high-performance liquid chromatography with mass spectrometric detection. Analytical and bioanalytical chemistry. 2011.
  9. Walton ZE, Patel CH et al. Acid suspends the circadian clock in hypoxia through inhibition of mTOR. Cell. 2018;174(1).
  10. Ibrahim-Hashim A, Abrahams D et al. Tris-base buffer: a promising new inhibitor for cancer progression and metastasis. Cancer Med. 2017;6(7).
  11. McIntyre A, Hulikova A et al. Disrupting Hypoxia-Induced Bicarbonate Transport Acidifies Tumor Cells and Suppresses Tumor "Growing". Cancer Res. 2016;76(13).
  12. Wikipedia Pektine.
  13. Legge J. Sacred Books of the East. Vol. 3: The Shoo King. Teil III, Buch I: The Tribute of Yu. London: Trübner. 1879:68.

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