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Hanföl

Hanföl hat je nach Herstellungsart andere Farben und schmeckt nussig. Es enthält einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren, darunter auch Gamma-Linolensäure.
  Wasser 0,2%  00/00/100  LA (54.3g) 3:1 (19.6g) ALA
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Hanföl besteht aus gepressten Hanfsamen und enthält keine nennenswerten Mengen des psychoaktiven Wirkstoffes Tetrahydrocannabinol (THC). Es findet vielseitige Verwendung in der Küche und sein Fettsäurespektrum enthält alle für den Menschen wichtigen essentiellen Fettsäuren.

Verwendung in der Küche:

Das Hanföl schmeckt hervorragen nussig und wird vor allem als Speiseöl zu Salaten in Dressings, Marinaden, Saucen oder Brotaufstrichen verwendet. Wird es aus ungeschälten Hanfsamen hergestellt, kann es einen leicht bitteren Beigeschmack haben. Zum Dünsten und Dämpfen ist es noch geeignet, sollte aber auf keinen Fall zum Braten oder Frittieren verwendet werden. Denn bei höheren Temperaturen (Rauchpunkt liegt bei 165 °C) zersetzen sich die Fettsäuren und würden so den Geschmack des Öls verändern.

Einkauf:

Hanföl "extra vergine" ist kaltgepresst und unraffiniert, dies sollte man als Speiseöl verwenden. Je dunkler die Farbe, desto intensiver schmeckt es nach Hanf. Um eine Belastung mit Pestiziden zu vermeiden sollte stets darauf geachtet werden, biologisches Hanföl zu verwenden.

CLICK FOR: Kaltgepresste Öle (Gesetze, Rohkost)

In der Schweiz spricht man von einem kaltgepressten Öl, wenn die Ölsaat nicht erhitzt war, die Presstemperatur 50 °C nicht überschritten hat und keine problematische Nachbehandlung stattgefunden hat.

Laut dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) gilt ein Speiseöl als kaltgepresst (oder darf mit Synonymen wie (extra) nativ, unraffiniert, kaltgeschlagen oder naturbelassen bezeichnet sein), wenn es durch Pressung oder Zentrifugierung aus zuvor nicht erhitzten Rohstoffen gewonnen wurde, die Temperatur bei der Pressung 50 °C nicht überstiegen hat und es keiner Raffination, d. h. keiner Neutralisation, keiner Behandlung mit Adsorbentien, Bleicherde und keiner Ausdämpfung unterworfen wurde.

Das Prädikat «schonend gedämpft» darf ein Öl tragen, wenn sich die Raffination ausschliesslich auf eine Ausdämpfung beschränkt hat und dabei 130 °C nicht überschritten worden sind.3

In der EU und den USA scheint für kaltgepresste Öle keine allgemeingültige Temperaturgrenze gesetzlich festgelegt zu sein. Beispielsweise sind die Leitsätze für Speisefette und Speiseöle des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (D) ähnlich verfasst wie die Verordnung des EDI, sie geben aber keine zulässige Höchsttemperatur für die generelle Kaltpressung an – da sie nur für Erzeugnisse gelten, deren Kennzeichnung und Zusammensetzung nicht abschliessend rechtlich festgelegt ist (also z.B. nicht für Olivenöl, Kakaobutter, Milchfette, Streichfette).4

Hingegen sehen sowohl die EU-Richtlinien als auch die Änderung der Verordnung des EDI über Speiseöl eine Sonderregelung für die Kennzeichnung von Olivenölen vor.5,6

Dies sind selektive Vermarktungsregeln, in welchen der Begriff Rohkost nicht definiert ist. Bei "Rohkost" und "roh" handelt es sich also nicht um staatlich geschützte Begriffe (wie es bei der Bezeichnung "bio" der Fall ist), was viel Raum für Interpretationen zulässt. Obwohl man sich einig ist, dass bei der rein mechanischen Kaltpressung die Presstemperaturen in der Regel 40 °C nicht überschreiten, darf man bei Speiseölen nicht leichtgläubig von Rohkostqualität ausgehen. Denn es besteht der Verdacht, dass die praktizierte Messmethode nicht die Temperatur im Presszylinder angibt (wo die Erwärmung am höchsten ist), sondern nur die Auslauftemperatur im Ölschlauch. Bei den wassergekühlten Olivenöl-Pressen (sogenannte "watercooled 37°"-Ölpressen) kann man vermutlich nicht einmal mit Bestimmtheit sagen, welche Hitze genau im Innern des Presszylinders herrscht, weil der gesamte Presszylinder von Kühlmanschetten umgeben ist.

Ausserdem beeinflussen sowohl Pressdruck und Pressgeschwindigkeit als auch der Feuchtigkeitsgehalt der Ölsaat die Presstemperatur. Wenn z.B. der Feuchtigkeitsgehalt zu niedrig ist, steigt bei der Pressung die Temperatur an und es gestaltet sich schwierig, sogar unter der Höchstgrenze von 50 °C zu bleiben.7

Lagerung:

Wegen seines hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren, muss es kühl, dunkel und gut verschlossen gelagert werden, am besten im Kühlschrank, dann ist es bis zu einem Jahr haltbar.

Inhaltsstoffe:

Die Hanfsamen enthalten Vitamin E, Kalzium, Magnesium, Kalium und Eisen. Der Anteil an Vitamin B, vor allem B1, B2 ist relativ hoch. Die Samen enthalten für den Menschen alle acht essentiellen Aminosäuren, somit sind sie als Proteinquelle besonders geeignet. Vor allem Proteine wie das Globulin Edestin ist enthalten und sehr leicht verdaulich, allerdings schränkt der niedrige Lysinanteil die Proteinwertigkeit wieder ein.1

Das Hanföl ist äusserst hochwertig, da es ca. 80 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält, vor allem die essentiellen Linol- und Alpha-Linolensäure. Weiters enthält es γ-Linolensäure, Ölsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure, Gadoleinsäure und Stearidonsäure. Durch das Pressverfahren werden Chlorophylle und Carotinoide herausgelöst, die auch für die Farbe mitverantwortlich sind. Auch relativ grosse Mengen an Tocopherol und Phytosterinen sind enthalten.

Das Verhältnis der mehrfach ungesättigten Fettsäuren Omega-6 und Omega-3 beträgt ca. 2.8:1. Wobei hier vor allem von der essentiellen Linolsäure (Omega-6) und Alpha-Linolensäure (Omega-3) die Rede ist. Zum Vergleich: kaltgepresstes Leinöl hat ein Verhältnis von 1:3.7, kaltgepresstes Rapsöl 2:1 und Olivenöl 11.5:1. Dazu mehr im Artikel: Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler.

Unabhängig von der Sorte enthalten Hanfsamen kein THC (Tetrahydrocannabinol) oder andere rauschwirksame Inhaltsstoffe.

Die gesamten Inhaltsstoffe, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen im CLICK FOR vor dem Text.

Verwendung als Heilpflanze:

Im allgemeinen hat es eine entzündungshemmende Wirkung und wird deshalb in der Medizin zur Behandlung von Ohr-, Nasen- und Rachenentzündungen und bei entündlichen Hauterkrankungen angewendet.

Allgemeine Informationen:

Das Hanföl ist ein fettes Pflanzenöl, welches aus den Samen des Industrie- oder Nutzhanf (Cannabis sativa) gepresst wird. Es darf nicht verwechselt werden mit dem ätherischen Hanföl, welches aus Blättern und Blüten destilliert wird. Daneben gibt es noch das Haschischöl, ein Harzextrakt aus dem Harz des Hanfs, welches sehr stark THC-haltig ist.

Die Hanfsamen werden nach der Ernte gereinigt und in einer Ölmühle zu Hanföl gepresst. Bei einer Kaltpressung liegt die Presstemperatur zwischen 40 und 60 °C, welche am schonensten für die enthaltenen Inhaltsstoffe ist. Die Farbe des Öls ist dann grün-gelblich, ist es warm gepresst kann die Farbe bis ins dunkelgrün gehen.

Hanföl ist auch in der Kosmetikindustrie sehr wichtig, es ist in Massageölen, Salben, Cremes, Seifen und Schampoos enthalten. Ausserdem wird es im Orient bis heute als Lampenöl verwendet, weil es besonders hell brennt. Da sie als biologisch leicht abbaubar gelten, werden aus Hanföl auch Reinigungsmitteln hergestellt.

Pressreste der Ölgewinnung werden auch als hochwertiges Tierfutter eingesetzt.

Literatur - Quellen:

CLICK FOR: 7 Quellenangaben

In der Wissenschaft ist Wikipedia (wiki) als Quelle umstritten, auch weil bei Wikipedia Angaben zur zitierten Literatur bzw. zu Autoren häufig fehlen oder nicht verlässlich sind. Unsere Piktogramme für Nährwerte enthalten kcal.

  1. House J, Neufeld J, Leson G. Evaluation the quality of protein from hem seed (Cannabis sativa L.) products through the use of the protein digestibility-corrected amino acid score method. Journal of Agricultural and Food Chemistry. 2010 November 58; (22):24. doi:10.1021/jf102636b. PMID 20977230.
  2. Grigoriev O. Application of hempseed (Cannabis sativa L.)oil in the treatment of ear, nose and throat (ENT) disorders. J.Ind.Hemp. 2002 7; (5-15). doi: 10.1300/J237v07n02_02
  3. Verordnung des EDI über Speiseöl, Speisefett und daraus hergestellte Erzeugnisse vom 23. November 2005 (Stand am 1. April 2008), Art. 3a und 3b.
  4. bmel.de Leitsätze für Speisefette und Speiseöle. Neufassung vom 02.07.2020 (BAnz AT 18.08.2020 B3, GMBl 2020 S. 530).
  5. Amtsblatt der Europäischen Union. Durchführungsverordnung (EU) Nr. 29/2012 der Kommission vom 13. Januar 2012 mit Vermarktungsvorschriften für Olivenöl. Artikel 5 a) und b). 14.1.2012.
  6. Verordnung des EDI über Speiseöl, Speisefett und daraus hergestellte Erzeugnisse. Änderung vom 25. November 2013. Art. 2b.
  7. Schaufler D. Oilseed Fact Sheet: Oilseed Presses. Dept. of Agricultural and Biological Engineering, Penn State College of Agricultural Sciences.
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