Inhaltsverzeichnis
| Wir bieten wissenschaftlich fundierte Informationen zu Gesundheit, Ernährung und Nachhaltigkeit – unabhängig von Sponsoren, Lebensmittelindustrie oder Herstellern von Nahrungsergänzungsmitteln. Hier erfahren Sie mehr: unsere Mission. |
Färberdistelöl stammt aus den Samen der Färberdistel (Carthamus tinctorius). Ob kaltgepresstes Öl wirklich roh ist, bleibt meist unklar. Auch in Bio-Qualität erhältlich.
Verwendung in der Küche
Das Färberdistelöl weist eine goldgelbe bis leicht rötliche Farbe auf. Es schmeckt und riecht kaltgepresst (roh) zart nussig, ähnlich wie Sonnenblumenöl.
Kaltgepresstes Färberdistelöl eignet sich aufgrund seines vergleichsweise niedrigen Rauchpunkts von etwa 107 °C33 vor allem für kalte Speisen, zum Verfeinern von Rohkost und zum Abschmecken am Ende der Garzeit. Zum Braten oder Frittieren dient es kaltgepresst nicht, da durchs Überhitzen gesundheitsschädliche Stoffe entstehen können. Allerdings existiert mittlerweile eine Variante von Färberdistelöl, die anstelle des hohen Anteils an Linolsäure (mehrfach ungesättigte Fettsäure) mehr Ölsäure (einfach ungesättigte Fettsäure, high-oleic oil) besitzt, womit sich auch frittieren lässt.4 Öle mit vergleichbarer Fettsäurekettenlänge, aber einem niedrigeren Ungesättigungsgrad weisen tendenziell höhere Rauchpunkte auf.32 Bei raffiniertem Färberdistelöl befindet sich der Rauchpunkt zwischen 230 °C (linolsäurereich) und 242 °C (ölsäurereich).31 Die Konsistenz von Färberdistelöl bleibt bis -12 °C erhalten, weshalb es sich auch für gekühlte oder gefrorene Produkte eignet.7
Linolsäurereiches Färberdistelöl dient als Dressing in Salaten und passt hervorragend zu Gemüse, wie Wurzelgemüse, Kohlrabi oder Zucchini. Zudem verfeinert dieses Öl Nudelgerichte, Suppen oder andere Getreidegerichte, sofern es erst nach dem Garprozess dazukommt. Weiter findet Färberdistelöl in Currys (wie Erbsen in Kokoscurry) oder Sossen (Saucen) (wie vegane Makhani-Sauce mit Garam Masala) Verwendung. Auch Margarine entsteht unter anderem aus Distelöl. Ölsäurereiches Färberdistelöl kommt bei Vorgängen wie Kochen oder Braten zum Einsatz, bei denen das Erhitzen des Öls erforderlich ist.
Die Blütenfäden der Färberdistel dienen als Ersatz für den kostspieligen Safran, da sie sich mit blossem Auge kaum unterscheiden. Die Färberdistel heisst daher auch falscher Safran (siehe Alternative Namen).
Veganes Rezept für Taboulé mit Granatapfel und Färberdistelöl
Zutaten (für 4 Personen): 90 g Bulgur/Hirse (bio), 100 g Cherrytomaten (roh, bio), 1 Frühlingszwiebel, 4 Stängel Grüne Minze (roh, bio), 1 Bund frische Petersilie, 4 EL Färberdistelöl, 1 Bio-Zitrone, 4 EL Granatapfelkerne (roh, bio), Salz.
Zubereitung: Bulgur oder Hirse nach Packungsanleitung in Salzwasser kochen. Cherrytomaten und Frühlingszwiebeln klein schneiden. Minze und Petersilie waschen und klein hacken. Den Bulgur mit den restlichen Zutaten in eine Schüssel geben. Mit Färberdistelöl, Zitronensaft und Salz abschmecken und abschliessend mit Granatapfelkernen garnieren.
Vegane Rezepte mit Färberdistelöl finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".
| Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen: Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler. |
Einkauf - Lagerung
In Supermärkten (wie Coop, Migros, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer, Billa) ist kaltgepresstes Färberdistelöl ganzjährig vorwiegend in konventioneller Qualität erhältlich. In Bio-Supermärkten (wie Denn's Biomarkt und Alnatura), Drogerien sowie traditionellen Ölmühlen und im Online-Shop ist es das ganze Jahr über in Bio-Qualität verfügbar. Kleinere Supermarktketten wie Denner und Volg bieten das Öl zu ausgewählten Aktionen an.
Den Geschmack von kaltgepresstem, nativem Färberdistelöl kann die Zunge als kratzend wahrnehmen, weshalb manche Personen teilraffiniertes Öl bevorzugen. Allerdings ändert sich bei einer (Teil-)Raffination nicht nur der Geschmack, sondern es vermindert auch den Gehalt an gesunden Inhaltsstoffen des Färberdistelöls.14
Die Verfügbarkeit von Färberdistelöl ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.
Kaltgepresste Öle (Gesetze)
In der Schweiz gilt ein Öl als kaltgepresst, wenn die Ölsaat nicht erhitzt blieb, die Presstemperatur 50 °C nicht überschritt und keine problematische Nachbehandlung stattfand. Laut dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) gilt ein Speiseöl als kaltgepresst (oder darf Synonyme wie (extra) nativ, unraffiniert, kaltgeschlagen oder naturbelassen enthalten), wenn es durch Pressung oder Zentrifugierung aus zuvor nicht erhitzten Rohstoffen stammt, die Temperatur bei der Pressung 50 °C nicht überstieg und es zu keiner Raffination, d. h. keiner Neutralisation, keiner Behandlung mit Adsorbentien, Bleicherde und keiner Ausdämpfung kam.
Schonend gedämpft darf ein Öl heissen, wenn sich die Raffination ausschliesslich auf eine Ausdämpfung beschränkte und dabei 130 °C nicht überschritt.23
In der EU und den USA scheint für kaltgepresste Öle keine allgemeingültige Temperaturgrenze gesetzlich festgelegt zu sein. In Deutschland gelten ähnliche Werte wie in der EDI Verordnung der Schweiz. Allerdings geben die Leitsätze in Deutschland keine zulässige Höchsttemperatur für die generelle Kaltpressung an. Sie beziehen sich nur auf Erzeugnisse, deren Kennzeichnung und Zusammensetzung nicht abschliessend rechtlich festgelegt ist (z.B. nicht für Olivenöl, Streichfette).24
Hingegen sehen sowohl die EU-Richtlinien als auch die Änderung der Verordnung des EDI über Speiseöl eine Sonderregelung für die Kennzeichnung von Olivenölen vor.23,25
Die Begriffe "Rohkost" und "roh" sind keine staatlich geschützten Begriffe, wie z.B. "bio". Obwohl die Presstemperaturen in der rein mechanischen Kaltpressung in der Regel 40 °C nicht überschreiten, lässt sich bei Speiseölen nicht leichtgläubig von Rohkostqualität ausgehen. Es besteht der Verdacht, dass die praktizierte Messmethode nicht die Temperatur im Presszylinder angibt, wo die Erwärmung am höchsten ist. Zudem beeinflussen sowohl der Pressdruck, die Pressgeschwindigkeit als auch der Feuchtigkeitsgehalt der Ölsaat die Presstemperatur. Bei einem zu niedrigen Feuchtigkeitsgehalt steigt die Temperatur während der Pressung an und kann sogar die Höchstgrenze von 50 °C überschreiten.
Bei den wassergekühlten Olivenöl-Pressen (sogenannte "watercooled 37°"-Ölpressen) lässt sich vermutlich nicht einmal mit Bestimmtheit feststellen, welche Hitze genau im Innern des Presszylinders herrscht, weil der gesamte Presszylinder von Kühlmanschetten umgeben ist.27
Tipps zur Lagerung
In kaltgepressten Ölen, wie dem Färberdistelöl, reagieren die enthaltenen ungesättigten Fettsäuren mit Sauerstoff (Luft), wodurch sich die Haltbarkeit verringert.2 Demnach empfiehlt sich eine gut verschlossene Aufbewahrung. Neben Sauerstoff beeinflusst die Temperatur die Haltbarkeit des Färberdistelöls, weshalb eine kühle und lichtgeschützte Aufbewahrung vorzuziehen ist.19 Ungeöffnet hält sich das Öl bei kühler, dunkler Lagerung ca. ein Jahr. Angebrochene Flaschen am besten innerhalb von neun Monaten verbrauchen, da das Öl sonst einen ranzigen Charakter bekommt.2
Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien
Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.
Färberdistelöl enthält 884 kcal pro 100 g, die ausschliesslich aus Fetten stammen. Kohlenhydrate und Eiweiss sind im Öl nicht enthalten. Von 100 g Fett belaufen sich 7,5 g auf gesättigten Fettsäuren, was 37,7 % des Tagesbedarfs entspricht. Auf eine Portionsgrösse von 10 g ergeben sich 88,4 kcal.1
Welche Sorten Färberdistelöls gibt es? Grundsätzlich lassen sich zwei Sorten des Färberdistelöls unterscheiden: das traditionelle mit einem hohen Gehalt an Linolsäure (mehrfach ungesättigt) und das mit einem hohen Gehalt an Ölsäure (einfach ungesättigt, MUFA). Kommerzielles Färberdistelöl, das reich an Linolsäure ist, besteht zu 72-78 % aus Linolsäure und 15-20 % aus Ölsäure. Nach dem Fund von Färberdistelsamen in Indien, die einen höheren Ölsäurewert aufweisen, produzieren Hersteller nun auch Distelöl mit 77-81 % Ölsäure und 10-15 % Linolsäure.4 Dies wirkt sich auf die Eigenschaften des Öls aus (siehe auch Verwendung in der Küche, Wirkungen auf die Gesundheit).
Auf 100 g weist ölsäurereiches Färberdistelöl 13 g Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) auf, das entspricht 127 % des Tagesbedarfs. Eine vergleichbare Menge zeigen Avocadoöl und weisses Mandelmus. Beide besitzen ebenfalls 13 g Linolsäure (LA) auf 100 g. Traubenkernöl enthält mit 70 g/100g mehr als das 5-fache an LA.1 Diese Werte stammen aus der Analyse eines Färberdistelöls mit hohem Ölsäureanteil. Bei einem Färberdistelöl mit hohem LA-Anteil liegt der Gehalt an Linolsäure am höchsten (72-78 % = 72-78 g pro 100 g).3,4
Im Gegensatz zur Linolsäure erweist sich der Anteil an Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure) mit 0,1 g/100g, wodurch 5 % des Tagesbedarfs gedeckt sind, als gering. Traubenkernöl und Haferflocken (roh, bio) enthalten ebenfalls 0,1 g Alpha-Linolensäure (ALA) auf 100g. Leinöl besitzt mit 53 g/100g das 530-fache. Es ergibt sich im Färberdistelöl ein LA:ALA-Verhältnis von ca. 130:1.1 Idealerweise liegt das durch die Ernährung angestrebte Verhältnis bei 1:1 bzw. 2-4:1, um die Gesundheit zu schützen.10 Ein besseres Verhältnis zeigt sich daher in kaltgepresstem Leinsamenöl (1:4), kaltgepresstem Rapsöl (2:1) oder in Hanföl (4:1), weshalb diese Öle auch zu bevorzugen sind.1
Das Färberdistelöl hat 34 mg Vitamin-E (Alpha-Tocopherol) pro 100 g. Das macht 284 % des Tagesbedarfs aus. Dieser Gehalt ist mit Sonnenblumenöl und Traubenkernöl vergleichbar. Haselnussöl enthält mit 47 mg/100g fast das 1,5-fache an Vitamin-E.1
Der Vitamin-K-Gehalt des Färberdistelöls beläuft sich auf 7,1 µg/100g, was 9 % des Tagesbedarfs entspricht. Einen ähnlichen Wert weisen Palmöl und Leinöl auf. Dagegen enthält kaltgepresstes Rapsöl mit 71 µg/100g das 10-fache an Vitamin K. Lebensmittel, die am meisten Vitamin K bieten, sind häufig Gewürze oder Kräuter (z.B. getrockneter Basilikum: 1714 µg/100g). Davon nehmen Menschen jedoch stets nur kleine Mengen zu sich.1
Die gesamten Inhaltsstoffe von Färberdistelöl, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.
Wirkungen auf die Gesundheit
Linolsäurereiches Färberdistelöl wirkt sich positiv auf das LDL-Cholesterin und Gesamtcholesterin aus, wodurch sich das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung verringert.3,6 Es zeigt sich hepatoprotektiv und scheint in der Diabetesernährung den Blutzuckerspiegel, Entzündungen und Blutfette zu verbessern.6 Als Folge davon reduziert sich wiederum das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.3 Färberdistelöl kann ausserdem Meningitissymptome und Akne positiv beeinflussen.6 Zudem hilft es bei der Prävention und Behandlung einer Hyperlipidämie, Hypercholesterinämie, Arteriosklerose, hohem Blutdruck, Osteoporose, Krebs und dem Mineralstoffwechsel.7 Aufgrund der phenolischen Verbindungen (siehe sekundäre Pflanzenstoffe) und des hohen Vitamin-E (Tocopherol)-Gehalts besitzt Färberdistelöl antioxidative Eigenschaften.14
Ölsäurereiches Färberdistelöl kann die Sekretionsaktivität von Leber und Bauchspeicheldrüse verbessern und das Risiko für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre senken. Zudem spielt Ölsäure eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks.7 Studien zeigten auch, dass ölsäurereiches Färberdistelöl als Ersatz für Öle mit hohem Gehalt an gesättigten Fettsäuren (wie Kokosöl) Triglyceride und LDL-Cholesterin senken.8
Diese Ergebnisse basieren teilweise auf Tierstudien, weshalb sie nicht 1:1 auf den Menschen übertragbar sind. Weitere Forschung ist notwendig.
Färberdistelöl stellt eine gute Quelle für Ölsäure und Linolsäure dar. Allerdings empfiehlt sich das Einbauen von Ölen, Nüssen oder Samen in den Speiseplan, die reich an Alpha-Linolensäure sind (Leinöl, Walnüsse etc.). Denn nur aus diesen synthetisiert unser Körper DHA und EPA.5 Zudem gelingt dadurch das angestrebte Verhältnis von LA zu ALA (siehe Inhaltsstoffe). Ein erhöhter Konsum an Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) steht im Verdacht, unter anderem Entzündungen im Körper zu fördern.9 Ölsäure ist im Gegensatz zu LA oder ALA nicht essenziell, da unser Körper diese selbst herstellt.
Allgemein gilt: Unverarbeitete Lebensmittel wie Nüsse oder Samen als Fettquelle anstelle von Ölen zu bevorzugen. Manche Autoren gehen sogar so weit, dass sie Öl prinzipiell ablehnen und dafür Nüsse und Samen für den Fettbedarf anführen. Doctors Dean Ornish, T. Colin Campbell, John A. McDougall, Michael Klaper, Caldwell Esselstyn, Michael Greger, Joel Fuhrman, and Neal D. Barnard claim that high animal fat and protein diets, such as the standard American diet, are detrimental to health. Details finden Sie im Artikel Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler.
Sekundäre Pflanzenstoffe
Viele gesundheitliche Wirkungen von Färberdistelöl kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.
Färberdistelöl enthält u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:14
- Isoprenoide: Tetraterpene und -terpenoide: Carotinoide: Xanthophylle (Lutein, Zeaxanthin); Sterole (Beta-Sitosterol, Campesterol, Stigmasterol)
- Polyphenole: Flavonoide: Flavone (Apigenin, Luteolin), Lignane (Pinoresinol), Flavonole (Rutin), Flavonone (Naringin), Flavanole (Epigallocatechin, Gallocatechin); Phenolsäuren: Hydroxyzimtsäuren (p-Cumarsäure (4-Hydroxyzimtsäure), Ferulasäure, Sinapinsäure, Kaffeesäure, Zimtsäure), Hydroxybenzoesäuren (Vanillinsäure, Syringinsäure)
- Weitere organische Verbindungen: Carbonsäuren (Veratrinsäure), Aldehyde (Vanillin), Alkohole (Tyrosol)
Kaltgepresstes Färberdistelöl enthält Phenole wie Apigenin und Luteolin, welche antioxidative Eigenschaften besitzen. Weitere biologisch aktive Bestandteile des Öls sind Phytosterine wie Campesterol. In kleinen Mengen sind auch Carotinoide wie Lutein oder Zeaxanthin zu finden. Abhängig vom Herstellungsprozess weist kaltgepresstes Färberdistelöl noch andere sekundäre Pflanzenstoffe auf. Im Allgemeinen weisen kaltgepresste Öle höhere Gehalte an sekundären Pflanzenstoffen auf als raffinierte Öle. Sie behalten zudem ihr natürliches Aroma und ihren Geschmack.14
Darüber hinaus enthalten Färberdistelsamen Lignane und Flavonoide, die im Körper ähnlich wie Östrogene wirken und deshalb zu den Phytoöstrogenen zählen. Diese pflanzlichen Stoffe bringen vielfältige gesundheitliche Vorteile mit sich: Sie schützen vor Krebs, stärken die Knochen, wirken antioxidativ und regulieren den Cholesterinspiegel im Blut. Ergänzend zeigten Extrakte aus entfettetem Färberdistelöl in Tierstudien eine Verbesserung der Blutfettwerte und eine erhöhte Cholesterinausscheidung, ohne dabei unerwünschte östrogene Wirkungen auf die Gebärmutter auszuüben.14
Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen
Färberdistelöl gilt als nicht allergen. Tests erfolgten aufgrund der Verwandtschaft von Färberdisteln zu Ragweed, da dieses ein häufiges Allergen darstellt.11 Allerdings rufen Färberdistel-Injektionen, die aus Färberdistelblüten hergestellt sind, allergische Reaktionen hervor.17 Diese Injektionen gelten in China und Taiwan unter anderem als helfend bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen.18 Symptome der Allergie zeigen sich in Haut- und Atemwegsreaktionen sowie in Herzrhythmusstörungen. Dabei lässt sich nicht ausschliessen, dass die unerwünschten Wirkungen auf die Qualitätsstandards der Injektionen zurückzuführen sind.17,18
Volksmedizin - Naturheilkunde
In der Theorie der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) besitzt die Färberdistel eine durchblutungsfördernde Wirkung, wodurch sie Blutstauungen und Schmerzen lindert und die Menstruation fördert.12 Zudem gilt sie als nützlich bei Magentumoren und Wunden im Inneren oder Äusseren. In Indien kommt die Färberdistel traditionell bei Krätze, Arthritis und Mastalgie zum Einsatz. Weiter findet sie in anderen Kulturen bei Hautflecken, Kahlheit, Koliken, Diabetes, Melancholie und Wassersucht sowie zu Abtreibungszwecken Verwendung. Ein Wasserextrakt aus der Färberdistel scheint bei schmerzhafter Menstruation, als Abführmittel sowie als entzündungshemmendes Mittel zu helfen. Die getrocknete Blüte dient der Anwendung bei koronaren Herzerkrankungen, Angina pectoris, gynäkologischen Erkrankungen, Schlaganfall sowie bei Bluthochdruck. Das Färberdistelöl selbst nutzen Menschen in Persien traditionell bei rheumatologischen Erkrankungen und Lähmungen.13
Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl
Färberdistelöl weist einen CO2-Fussabdruck von ca. 2,3 kg CO2eq/kg auf. Das transportbedingte CO2 beläuft sich auf ungefähr 0,3 kg CO2eq/kg. Damit schneidet das Öl ökologisch besser ab als Olivenöl (4,4 kg CO2eq/kg) und Sonnenblumenöl (2,7 kg CO2eq/kg).20 Rapsöl in Europa weist dagegen mit 1,71 kg CO2eq/kg eine noch geringere Bilanz auf.26 Bei der Herstellung von Färberdistelöl kommen zunehmend klimafreundlichere Alternativen sowie Methoden zur Effizienzsteigerung zum Einsatz, wie z.B. die Supercritical Fluid Extraction (SFE).6
Der Wasserfussabdruck von Färberdistelsamen beträgt 7221 L pro kg.15 Je nach Weiterverarbeitung, Transport, Verpackung und Anbaustil verändert sich die Grösse des Wasserfussabdrucks. Regional aus heimischen Samen hergestelltes Distelöl ist zu bevorzugen.
Färberdisteln weisen aufgrund ihres Wurzelsystems eine hohe Beständigkeit gegen Trockenheit und Hitze auf (siehe Anbau-Ernte), was hinsichtlich des fortschreitenden Klimawandels von Vorteil ist. Allerdings erfolgt bisher keine vollständige Nutzung aufgrund ihres geringen Ertrags, ihrer Stacheln und ihrer Krankheitsanfälligkeit.21 Wie unter Vorkommen - Anbau beschrieben, zeigt sich in den letzten Jahren jedoch der Trend, vermehrt Färberdisteln anzubauen und das volle Potenzial der Pflanze auszunutzen.
Der Einsatz von biologischem im Vergleich zu chemischem Dünger fördert einen höheren Gehalt an ungesättigten Fettsäuren sowie einen geringeren Gehalt an gesättigten Fettsäuren in den Samen der Färberdistel. Dadurch steigt letztendlich auch die Fettqualität des Färberdistelöls.22
Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?
Tierschutz - Artenschutz
Färberdistelöl findet nicht nur in der menschlichen Ernährung seinen Einsatz, sondern auch in der Tierernährung.16
Studien untersuchen dabei mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit und das Verhalten von Tieren. So zeigte eine Fütterungsstudie mit Masthühnern, dass die Zugabe von Färberdistelöl und Vitamin C positive Effekte auf verschiedene tierwohlrelevante Parameter haben kann. Dazu gehörten unter anderem das Fress-, Ruhe- und Gefiederpflegeverhalten sowie die Darmgesundheit und der Immunstatus.28
Weltweites Vorkommen - Anbau
Verschiedene Orte kommen als Ursprungsort der Färberdistel infrage. Dazu zählen Zentralasien, der Nahe Osten und Ägypten, wo Menschen bereits 2000 v. Chr. die Färberdistel anbauten. Neben Carthamus tinctorius, der einzigen kultivierten Art der Färberdistel, gibt es noch 15 weitere.4 Über die letzten Jahre zeigt sich ein Trend hin zu einem verstärkten Anbau von Färberdisteln. Sie wächst in über 60 Ländern, wobei Indien, Kasachstan, Mexiko, USA und Argentinien die Hauptanbaugebiete darstellen. Amerika und Asien machen zusammen 93 % der Produktion aus. Aber auch in den restlichen Teilen der Welt (Europa, Afrika oder Ozeanien) herrschen die richtigen Bedingungen für den Färberdistelanbau. Aktuell läuft die Entwicklung neuer Sorten, die einen höheren Ölgehalt in den Samen aufweisen, um schlussendlich auch den Ölertrag zu maximieren.6
Anbau - Ernte
Die Färberdistel gedeiht in unterschiedlichen Umgebungen, da sie Trockenheit, starken Winden, Hagelstürmen und Überschwemmungen standhält. Sie weist ein Pfahlwurzelsystem auf, wodurch sie in trockenen Gebieten und Regionen mit saisonalen Regenfällen überleben kann.6 Die Färberdistel ist eine distelartige Pflanze mit gelben, orangen, roten oder weissen Blüten. Je nach vorhandenem Platz wächst sie buschartig oder aufrecht. Buschartige Pflanzen tragen mehr Blüten und daher mehr Samen, was im Endeffekt zu einem höheren Ölertrag führt. Die Ernte der Samen beginnt in der Regel 30 Tage nach der Reife, wobei die erwünschte Feuchtigkeit der Samen bei max. 8 % liegt.4 Die Anbaubedingungen, der Bodentyp und die angebaute Sorte beeinflussen die Zusammensetzung des Distelöls und verändern das Nährwertprofil.6
Industrielle Herstellung
Färberdistelöl lässt sich mithilfe verschiedener Pressmethoden, Lösungsmittelextraktionen oder einer Kombination aus beidem herstellen. Je nach Herstellungsart verbleibt mehr oder weniger Öl im Presskuchen. Bei einer Kaltpressung besitzt der Presskuchen mehr Ölrückstände, als bei einer Lösungsmittelextraktion.14
Für eine Kaltpressung erfolgt zunächst die Trocknung der Samen nach der Ernte. Anschliessend schält und presst die Maschine sie ohne Hitze. Die Samen müssen hier einen hohen Qualitätsstandard erfüllen. Das entstandene Öl erfährt eine Zentrifugierung oder Filtration. Eine Raffination ist nicht notwendig. Durch diese Technik entsteht ein nährstoffreiches, sensorisch akzeptables, kaltgepresstes, natives Öl.6,14
Manche Personen empfinden das unraffinierte Färberdistelöl als kratzig. Deshalb erfolgt teilweise nach der Filtration noch eine Raffination oder Teilraffination. Eine Raffination entfernt gewisse Bestandteile des Öls. Dadurch neutralisieren sich der Geschmack sowie der Geruch. Die Haltbarkeit verlängert sich ebenfalls.30
Zur Erhöhung des Ölertrags der Färberdistelsamen finden zum Teil Vorbehandlungen vor der mechanischen Pressung Anwendung. Dazu zählen unter anderem eine Behandlung mit Enzymen, Dämpfen oder Rösten.14 Sowohl bei der Raffination als auch bei einzelnen Vorbehandlungen ist darauf zu achten, dass es die Eigenschaften des Öls verändert und es sich um kein kaltgepresstes (rohes) Öl mehr handelt.
Die meisten Färberdistelöle entstehen durch die Lösungsmittelextraktion und/oder die Expeller-Pressung. Wirklich kaltgepresste Öle stellen eine Minderheit dar.14 Bei der Expeller-Pressung gelangen die gereinigten Färberdistelsamen in eine Presskammer. Eine rotierende Pressschnecke verdichtet die Samen und presst das Öl heraus. Durch den zunehmenden Druck fliesst das Öl durch Öffnungen im Presszylinder in einen Auffangbehälter. Die Druckverteilung in der Schneckenpresse beeinflusst dabei die Ölausbeute und die Effizienz des Pressvorgangs.29
Weiterführende Informationen
Das Färberdistelöl entsteht aus den Samen der Färberdistel (Carthamus tinctorius). Diese gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und zur Gattung der Carthamus.4 In den USA stieg der Ölgehalt der Samen über die letzten Jahrzehnte von 15 % auf 48–50 %. Für diese Steigerung erfolgte unter anderem eine Reduktion der Samenschale.3
Alternative Namen
Alternative Bezeichnungen für das Färberdistelöl sind Safloröl oder Distelöl. Die Färberdistel selbst trägt auch die Bezeichnungen falscher bzw. wilder Safran und Öldistel sowie auf Persisch Kafesheh.13 Im Englischen lautet die Bezeichnung für die Färberdistel "safflower", für das Öl "safflower oil". Die lat. Drogenbezeichnung für das Öl: Carthami oleum, raffiniert: Carthami oleum raffinatum, nativ: Carthami oleum virginale. Falsche Schreibweisen des Färberdistelöls zeigen sich in Färberdistel öl und Färber distelöl.
Sonstige Anwendungen
Färberdistelöl findet neben der menschlichen Ernährung weitere Anwendungsmöglichkeiten. In Kombination mit anderen Ölen dient es beispielsweise als Biodiesel. Zusammen mit Rizinusöl entsteht etwa Biodiesel mit geringer Viskosität.14 Distelöl eignet sich auch in der Lackindustrie.16
Der hohe Gehalt an Linolsäure im Färberdistelöl verbessert die Qualität und das Erscheinungsbild der Haut, weshalb es häufig in Hautpflegeprodukten und anderen kosmetischen Formulierungen zur Behandlung von Akne (Acne vulgaris) zum Einsatz kommt.14 Da es zudem sehr gut verträglich ist, zieht es leicht in die Kopfhaut ein und gilt als wachstumsfördernd für die Haare.6 Die Blüten der Färberdistel stellen ein Färbemittel für Kleidung, Lebensmittel und Kosmetik dar.4 Diese Eigenschaft verleiht der Pflanze auch den Beinamen tinctorius.
Literaturverzeichnis - 33 Quellen (Link zur Evidenz)
| 1. | ● Website | USDA United States Department of Agriculture. |
| 2. | ● Book: moderate evidence | Krist S. Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. Vienna: Springer Vienna; 2013. |
| 3. | ● The development of safflower with high oleic content (which enhanced the shelf life of safflower oil and was suitable for deep and refrying with all the advantages of polyunsaturated fatty acid oil) in the United States further widened its utilization and hence sustainability. Safflower oil is the richest in polyunsaturated fatty acid (linoleic acid, 77%). The medicinal properties of linoleic acid were first reported in the United States in the 1960s indicating its usefulness in lowering serum cholesterol levels in laboratory tests on animals and humans and reducing the risk of heart attacks. Weiterführende Infos: Over a period of 30 years, the oil content was increased from 15% to 48–50% (Nutrasaff developed by J. W. Bergman’s Montana State University Safflower Breeding Program) thus achieving a 45% increase in oil levels (Mundel, 2008). The increase in oil content in the United States was attained incrementally by reducing hull content and using single genes such as those associated with striped hull, reduced hull, and partial hull (Mundel, 2008). Buchkapitel Book: moderate evidence | Singh V, Nimbkar N. Safflower. In: Breeding Oilseed Crops for Sustainable Production. Elsevier; 2016. S. 149–167. |
| 4. | ● Most commercial safflower oil consists of 72–78% linoleic acid and represents cultivar and environmental effects on oil composition. Oleic acid is the second most common fatty acid and accounts for 15–20% of the fatty acids in safflower oil. In contrast, by happenstance, a high-oleic acid safflower was identified in 1957 from seeds grown in India. The seed composition was 77–81% oleic acid and 10–15% linoleic, the opposite of traditional safflower. High-oleic acid safflower is available today due to commercial production of this cultivar Anbau, Gattung: A number of locations have been proposed as the center of origin for safflower. These include Central Asia and the Middle East. Weiss provided an excellent historical perspective of safflower, which dates to 2000 BC in Egypt. The height of safflower production occurred shortly after World War II and has since been replaced with other oilseed crops. Safflower production ranks eighth among oilseeds. The evolutionary history of safflower has been documented to approximately 1753. Although C. tinctorius L. is the only cultivated species, there were as many as 25 species linked to the genus Carthamus. However, clarification over the last two decades supports the presence of approximately 15 species in the genus Carthamus. Much of the confusion around this genus was due to limited morphological observation such as spiny leaves or cypselas. The advent of molecular biology allowed for the differentiation of Carthamus species A number of factors contribute to the growth characteristics of Carthamus species. However, much of the plant breeding efforts have focused on C. tinctorius L. Therefore, only this commercially relevant species will be presented in the remaining part of this article. Safflower is a thistle-like (Figure 1) plant with yellow, orange, red, or white flowers. Leaves of the mature plants are spiny in nature and thus compared to a thistle, while the seeds resemble a small sunflower (Figure 2). Germination of seeds occurs readily (i.e., 3–4 days) above 60 F, but growth slows during the rosette (i.e., a circular pattern of growth) stage that lasts up to 3 weeks. The development of a tap root, which can reach lengths of 305 cm, occurs during the rosette stage. This stage of growth is followed by a profuse branching stage of growth. Overall growth behavior is dictated by the plant population, where bush-type plants result from greater spacing, while closer spacing results in an upright plant form. Typical C. tinctorius L. plant heights range from 42 to 113 cm. However, plants can reach heights of 251 cm in Asia. The plant growth behavior also impacts seed yield. Bush-type plants yield greater numbers of flowers as each branch typically has five flowers with up to 50 flower heads per plant. Harvesting of seeds usually begins 30 days after maturing and seed moisture should not exceed 8% moisture. Much of the current breeding focus has been directed at improving oil composition sonstige: In addition to their antioxidant activity, the pigments of the flowers have been used extensively as a food, cosmetic, and textile dye. Buchkapitel DOI: 10.1016/B978-0-12-394437-5.00030-9 Book: moderate evidence | Hall C. Overview of the oilseed safflower (Carthamus tinctorius L.). In: Encyclopedia of Food Grains. Elsevier; 2016. S. 254–258. |
| 5. | ● Many commonly used oils, including safflower, sunflower, soy, and corn oil are an important plant-based source of LA (n-6), whereas, ALA (n-3) is present in canola and soybean oil. ... Fresh seaweed is the only plant food that contains EPA or DHA. It is possible to get DHA and EPA from plant seed oils such as flaxseeds, since it contains ALA which is the precursor of DHA and EPA. Figures 5.6 & 5.7 represent the major source of n-3 PUFA in certain selected fish and vegetable oils (Alaswad et al., 2002). EPA and DHA are found higher in Mackeral followed by Albacore tuna. Among the plant source of ALA, flaxseed contained a higher amount (20.0 g/100 g) followed by butter nuts (dried, 8.7 g/100g) and English walnut (6.8 g/100g). Buchkapitel DOI: 10.1533/9781845696078.161 Book: moderate evidence | Guo M. Lipids and lipid related functional foods. In: Functional Foods. Elsevier; 2009. S. 161–196. |
| 6. | * The polyunsaturated fatty acids in safflower oil suppress the level of low density lipoproteins (LDL, bad cholesterol). Anbau: An increasing trend for safflower production has been observed over previous few years as evident from increasing crop land at the rate of 4.9% per annum. An average global yield of safflower seeds has varied from 805 to 872 kg ha−1 with an annual growth rate of 0.97% (Fig. 1a). Inspite being grown as a minor crop, production of safflower has gone upto 867,659 tonnes commercially at global level for year 2014 with an increasing rate of 5.6% per annum (Fig. 1a). Safflower is grown in more than 60 countries, however India, Kazakhstan, Mexico, USA and Argentina (Fig. 1b) are the leading countries for its production (FAOSTAT, 2015). The major production regions for this crop are America and Asia with a share of 93% cumulative production. There is a great potential in other regions to grow this crop especially Oceania and Africa (Fig. 1c) (FAOSTAT, 2015). It is cultivated in Asia, North America and South America (Mihaela, Josef, Monica, & Rudolf, 2013). It can be grown almost in every part of the world in diversified environments owing to its ability to withstand drought, strong winds, hail storms and flooding. Tap root system of this plant makes it an ideal crop for arid agricultural land or areas with seasonal rains. Safflower oil composition and nutritional profile changes with growing conditions, soil type and varieties. The future use of safflower oil in different food products depends upon the availability and screening of the high yielding varieties. Herstellung: Diagramm in der Quelle Öko: An innovative and modern extraction techniques is Supercritical Fluid Extraction (SFE) which is considered to be a green processing technique i.e., environment friendly technique (Crampon et al., 2017, Han et al., 2009). Han et al. (2009) used Supercritical CO2 (SC-CO2) to extract safflower oil by changing operational parameters such as flow rate, temperature, pressure and particle size on a bench size apparatus. ... Moreover, lower temperature and smaller particle size favours the extraction efficiency. Narratives Review DOI: 10.1016/j.tifs.2017.06.009 Study: weak evidence | Khalid N, Khan RS et al. A comprehensive characterisation of safflower oil for its potential applications as a bioactive food ingredient - A review. Trends in Food Science & Technology. 2017;66:176–186. |
| 7. | ● Safflower oil is an excellent health care product (Pongracz et al., 1995; Abidi, 2001; Arslan et al., 2003), with health benefits that include prevention and treatment of hyperlipidemia, arteriosclerosis, coronary heart disease, blood pressure, osteoporosis, diabetes, cancer, and mineral metabolism (Pongracz et al., 1995; Herbel et al., 1998; Abidi, 2001; Weiss et al., 2005; Fasina et al., 2006). Herbel et al. (1998) reported that safflower oil in human diets significantly lowered plasma total cholesterol and low-density lipoprotein (LDL) cholesterol concentrations. Ölsäurereiches: Consumption of safflower oil high in oleic fatty acid has been correlated with improved liver and pancreas secretory activity and reduced risk of gastric-duodenal ulcers (Bermudez et al., 2011). The role of oleic acid in the maintenance of normal blood pressure has been confirmed by EFSA (2011) and FDA (2021). Verwendung Küche: Safflower oil consistency remains the same at low temperatures (−12°C), making it suitable for frozen/chilled foods (Weiss, 2000). It is also used to prepare mayonnaise and salad dressings (Kleingarten, 1993; Nimbkar, 2002; Singh and Nimbkar, 2006). Safflower oil is also better suited to hydrogenation for margarine production than soy or canola oils (Kleingarten, 1993). DOI: 10.1016/B978-0-323-90537-4.00024-7 Book: moderate evidence | Emongor VE, Emongor RA. Safflower (Carthamus tinctorius L.). In: Neglected and Underutilized Crops. Elsevier; 2023. S. 683–731. |
| 8. | ● More recent research has shown substantial cholesterol lowering with HOSaO compared with extra virgin coconut oil. In a crossover supplemental feeding study of postmenopausal women, the addition of 30 mL of HOSaO to habitual intake lowered TC (− 1.6%) and LDL-C (− 3%) after 4 weeks, whereas intake of an isocaloric amount of virgin coconut oil increased TC (+ 8.3%) and LDL-C (+ 9.8%) from baseline. Thus, as expected, based on the fatty acid profiles of the fats/oils compared, the evidence to date shows that replacing fats high in SFAs (excluding stearic acid) with HOSaO decreases TC and LDL-C. DOI: 10.1016/B978-0-12-822912-5.00002-2 Book: moderate evidence | Riley T, Petersen K et al. Health aspects of high-oleic oils. In: High Oleic Oils. Elsevier; 2022. S. 201–243. |
| 9. | * Whilst inflammation is a normal process that is part of host defense, excessive or unresolved inflammation can lead to uncontrolled tissue damage, pathology and disease. In humans on a Western diet, the omega-6 PUFA ARA makes a significant contribution to the fatty acids present in the membrane phospholipids of cells involved in inflammation. ARA is a precursor to a number of potent pro-inflammatory mediators including well described PGs and LTs, which has led to the development of anti-inflammatory pharmaceuticals that target the ARA pathway to successfully control inflammation. Hence, it is commonly believed that increasing dietary intake of the omega-6 PUFAs ARA or its precursor LA will increase inflammation. However, studies in healthy human adults have found that increased intake of ARA or LA does not increase the concentrations of many inflammatory markers. Indeed, epidemiological studies have even suggested that ARA and LA may be linked to reduced inflammation. Contrastingly, there is also evidence that a high ARA diet inhibits the anti-inflammatory and inflammation-resolving effect of the omega-3 PUFAs EPA and DHA [57]. Narratives Review DOI: 10.1016/j.plefa.2018.03.004 Study: weak evidence | Innes JK, Calder PC. Omega-6 fatty acids and inflammation. Prostaglandins, Leukotrienes and Essential Fatty Acids. 2018;132:41–48. |
| 10. | * Besides the amount of PUFA, the ratio of ω6/ω3 is known to be of nutritional importance as it is the key index for balanced synthesis of eicosanoids in the body (Steffens 1997). For optimal infant nutrition, the ratio of n-6/n-3 must be not higher than 10 (Gerster 1998). In Coastal states where mothers consumed high amounts of fish rich in n-3 PUFA, n-6/n-3 ratios were significantly lower than that of other countries (6.5 and 8.5, respectively) (Kneebone et al. 1985; Boersma et al. 1991). High consumption of plant oils rich in n-6 PUFA and consumption of relatively low marine foods (as source of n-3 PUFA) increases the n-6/n-3 ratio. When one has a diet rich in ALA and lower LA consumption levels, EPA and DHA in muscle tissue increased due to reduced competition for Δ6 desaturase. In most Indian consumers, the n-6/n-3 intake ratio is equal to 1/30-70, but the ideal ratio is 1/5-10 to protect human health. Japanese are the only people who take an ideal ratio of 1/2-4 and this is due to their consumption of seafood (Aleksandra et al. 2009). In communities in the west, consumption of ω6 is much higher than that of ω3; such that in the United States, consumption of ω6 is 10–30 times more than that of ω3. Nutritional scientists suggest the 2:1 to 4:1 n-6/n-3 ratio, which indicates a high consumption of seafood (Aleksandra et al. 2009). Narratives Review DOI: 10.1002/fsn3.121 Study: weak evidence | Abedi E, Sahari MA. Long-chain polyunsaturated fatty acid sources and evaluation of their nutritional and functional properties. Food Sci Nutr. 2014;2(5):443–463. |
| 11. | * Safflower oil is nonallergenic. Testing with the water-soluble protein fraction of the seed should be performed first by the scratch or puncture method. The allergist’s increasing interest in safflower, aside from its nutritional import, lies in the fact that the safflower plant, as a, member of the composite family, is rela,ted to ragweed, the most important allergenic plant in the United States. Übersichtsarbeit DOI: 10.1016/0021-8707(64)90047-4 Study: weak evidence | Goodman DH. Safflower: Utilization and significance in nutrition and allergy. Journal of Allergy. 1964;35(1):38–42. |
| 12. | * In the theory of Traditional Chinese Medicine (TCM), safflower is considered to promote blood circulation to remove blood stasis, promote menstruation and alleviate pain. Narratives Review DOI: 10.1016/j.jep.2013.10.050 Study: weak evidence | Zhou X, Tang L et al. Towards a better understanding of medicinal uses of Carthamus tinctorius L. in traditional Chinese medicine: A phytochemical and pharmacological review. Journal of Ethnopharmacology. 2014;151(1):27–43. |
| 13. | * In Indian traditional medicine, safflower is typically used for scabies, arthritis, and mastalgia. Also, this plant species finds a usual application for the treatment of amenorrhea, gastric tumors, as well as wounds, with internal or external origins among Chinese folklore. Of note, skin patches, baldness, phlegm, and colic can be treated by using safflower based on Iranian traditional medicine (5). The traditional use of safflower among Persian folklore is presented in Table 1. C. tinctorius has been utilized in Persian folk medicine for the treatment of diabetes, phlegmatic fever, melancholia, and dropsy (6, 27, 28). Additionally, various plants from Compositae family are traditionally used as an abortion-promoting agent. The water extract of safflower is applied in painful menstruation for sedation, as a laxative for constipation as well as an anti-inflammatory remedy in traditional medicine (29). The dried floret of C. tinctorius named Carthami flos has found great popularity due to its wide use in treating coronary heart disease, angina pectoris, gynecologic disease, stroke, and hypertension (30). Seed oil Rheumatism and paralysis Name: Carthamus tinctorius L., known as Kafesheh (Persian) and safflower (English) is vastly utilized in Traditional Medicine Narratives Review DOI: 10.19082/6672 Study: weak evidence | Delshad E, Yousefi M et al. Medical uses of Carthamus tinctorius l. (Safflower): a comprehensive review from traditional medicine to modern medicine. Electron Physician. 2018;10(4):6672–6681. |
| 14. | * Cold pressed safflower oil has a relatively high phenolic content, particularly in terms of apigenin and luteolin. Additionally, this specialty oil contains significant amounts of a-tocopherol. The antioxidative characteristic of safflower oil is derived from phenolic compounds and tocopherol isomers. Other biologically active components of the oil are phytosterols such as b-sitosterol, d-7-stigmasterol, campesterol, stigmasterol, d-7-campesterol, d-7-avenasterol, and d-5-avenasterol. In general, cold pressed oils have higher phytochemical contents compared to refined oils, and retain their natural flavor and aroma. According to Franke, Frohlich, Werner, Bohm, and Schone (2010), the safflower oil contained trace amounts of carotenoids such as 0.08mg/100 g of lutein, and 0.15mg/100 g of zeaxanthine. Sonstige Anwendungen: Safflower oil has common applications in the food industry due to the high MUFA and PUFA content. It may also be used entirely or in combination with other oils as biodiesel. The utilization of safflower oil in combination with castor oil to produce lower viscosity biodiesel was reported (Thomas, Birney, & Auld, 2012). Safflower oil has a high nutritional value and many biological activities. The incorporation of safflower oil will increase the biological activities of the diet, thereby helping to reduce animal and human alimentations (Alizadeh et al., 2012). As a potential bioactive food ingredient, it can be integrated into various cosmetics, health supplements, pharmaceuticals, food products, and beverages, and used as a fortificant for feed. Because of the incidents of increase in ruminant body mass and milk yield, safflower seeds are used in ruminants’ diets in more than 60 countries (Alizadeh et al., 2012). Moreover, feeding safflower oil to lambs increased the content of unsaturated fatty acids in muscle tissues (Kott et al., 2003). Supplementation of 10–30 g safflower oil in goat diets has been shown to ameliorate the milk fat composition (Shi, Luo, Zhang, & Sheng, 2015). Furthermore, the combination of safflower oil and monensin increased the concentration of conjugated linoleic acid in bovine milk (Bell, Griinari, & Kennelly, 2006) Industrielle Herstellung: Vegetable oils can be obtained from oilseeds using different types of press systems, solvent extractors, or a combination of both...With mechanical pressing, which is a simple and safe technique, more oil remains in the meal than by solvent extraction. Heating is not applied to oilseeds during cold pressing; moreover, the oilseeds processed by this technique must be very clean, uniform, and have an appropriate moisture level (Aydeniz, G€uneser, & Yılmaz, 2014). By this technique a very pure yield of safe, nutritionally rich, and sensorially acceptable virgin oils can be obtained, which do not require refining and are consumable directly. Nevertheless, the oil yield is lower than with hot pressing and solvent extraction. In order to increase the oil yield of cold pressing systems, some pretreatments are applied to oil seeds before pressing, such as microwave treatment, steaming, enzyme application, and preroasting... On the other hand, cold press-produced virgin seed oils do not need expensive refining procedures. Only centrifugation or filtration is necessary to obtain edible quality oils. In addition, minor nutrients, which are mostly lost during chemical refining, are retained in cold pressed oils. A producer will prefer a production type depending on the aim of production, end uses of both oil and meal, and the amount of the seed that must be processed. Unquestionably, solvent extraction and/or full expeller pressing are the major oil production techniques wordwide. Cold pressed oils are produced only for unique uses and demands. "4 Minor bioactive lipids in cold pressed oil" The high content of linoleic acid in safflower oil improves the quality and appearance of skin. Therefore, it is frequently used in formulations of skin conditioners and other cosmetics for handled acne vulgaris (Toombs, 2005). Safflower oil also promotes hair and scalp health, wherein numerous patents describe the usage of safflower oil in combination with other oils or as a separate ingredient in the formulation of many cosmetics and herbal products. Übersichtsarbeit (Buchkapitel) DOI: 10.1016/b978-0-12-818188-1.00029-3 Study: weak evidence | Günç Ergönül P, Aksoylu Özbek Z. Cold pressed safflower (Carthamus tinctorius L.) seed oil. In: Cold Pressed Oils. Elsevier; 2020. S. 323–333. |
| 15. | * Safflower seeds 6000 938 283 7221 7221 Total Untersuchung zum Wasserverbrauch von Lebensmitteln DOI: 10.5194/hess-15-1577-2011 | Mekonnen MM, Hoekstra AY. The green, blue and grey water footprint of crops and derived crop products. Hydrol Earth Syst Sci. 2011;15(5):1577–1600. |
| 16. | ● Saflor-/Distelöl wird aus den Samen (ca. 50% Öl) von Carthamus tinctorius L. durch Pressung/Extraktion erhalten. Das goldgelbe bis rötliche Speiseöl (68–83% C18:2) wird auch in der Lackindustrie verwendet. Ölsäurereiche Sorten enthalten 70–83% Ölsäure DOI: 10.1007/978-3-642-01685-1 Book: moderate evidence | Frede W, Herausgeber. Handbuch für lebensmittelchemiker: Lebensmittel - Bedarfsgegenstände - Kosmetika - Futtermittel. 3., [vollst. überarb.] Auflage. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg; 2010. 1226 S. |
| 17. | * Safflower Injection Safflower injection is made from a Chinese materia medica, Carthami Flos (Honghua) and is commonly used to treat cardiovascular diseases. During 2012, the database of National Centre for ADR Monitoring in China had collected 3306 cases of adverse reactions associated with Safflower injection, mainly involving allergic reaction in the skin and respiratory system and its appendices, and arrhythmia. Among them, 154 cases (4.66%) were considered to be serious [11S]. It has been also reported to cause haematuria [12A]. Narratives Review DOI: 10.1016/B978-0-444-63407-8.00048-4 Study: weak evidence | Chan K, Zhang HW et al. Treatments used in complementary and alternative medicine. In: Side Effects of Drugs Annual. Elsevier; 2014. S. 717–724. |
| 18. | * Herbal injections are one kind of the modern preparations derived from traditional Chinese medicine. With their powerful therapeutic effects on specific diseases (e.g. cardiovascular disease, cancer), herbal injections are attracting more and more attention in mainland China, Hong Kong and Taiwan [1]. Currently, more than 130 types of herbal injections are used clinically among about 400 million patients annually with total sales over four billion US dollars per year [2]. However, there have been reports of herbal injections causing serious adverse drug reactions (ADR) [3,4]. Besides, data from China Food and Drug Administration (CFDA) showed that 127 thousand cases of ADR were induced by herbal injections, and it is estimated to account for 51.3% of ADR induced by traditional Chinese medicine [5]. Because a considerable number of adverse reactions could be attributed to the quality, CFDA has made an announcement to improve the quality standards of herbal injections [6]. Therefore, it is important to develop the quality standards of herbal injections to ensure their clinical safety. Experimentelle Laborstudie DOI: 10.1016/j.aca.2017.11.069 Study: weak evidence | Feng WW, Zhang Y et al. Combination of chemical fingerprinting with bioassay, a preferable approach for quality control of Safflower Injection. Analytica Chimica Acta. 2018;1003:56–63. |
| 19. | * In the case of safflower oil it was 8.65 and decreased with time to 8.47 (20 °C) and 8.23 (40 °C), because of lowering content of linoleic acid. These values indicate higher susceptibility to oxidation of safflower than pumpkin oil. Experimentelle Laborstudie DOI: 10.1007/s11694-019-00370-7 Study: weak evidence | Banaś J, Maciejaszek I et al. Temperature-induced storage quality changes in pumpkin and safflower cold-pressed oils. Food Measure. 2020;14(3):1213–1222. |
| 20. | ● Tabellen mit CO2-Emissionen Website | Greenpeace ch: Alles, was du fürs Klima essen kannst. 2022. |
| Wir haben Studien und Bücher zu Ernährung und Gesundheit nach folgenden 3 Evidenz-Kategorien markiert: grün=starke Beweiskraft, gelb=mittlere, violett=schwache. Die restlichen Quellen sind grau markiert. Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Beitrag: Wissenschaft oder Glaube? So prüfen Sie Publikationen. | ||
- Alina Dressel, BSc Ernährungswissenschaften (Hauptautor:in)
- Ranin Huemer BSc, Ernährungswissenschaftlerin (Autor:in)
- Michael Weber, Eidg. dipl. Apotheker, MSc Infektionsbiologie (Prüfer:in)
- Katharina Hofer, MSc Ökologische Landwirtschaft (Prüfer:in)











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