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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Kokosöl (Kokosnussöl, Kokosfett, bio?, roh?)

Kokosöl (Kokosnussöl, Kokosfett) ist bei Raumtemperatur fest. Es besteht hauptsächlich aus Triglyceriden und hat 82 % gesättigte Fettsäuren! Bio? Roh?
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Kokosöl, auch Kokosnussöl oder Kokosfett genannt (Cocos nucifera), dient in erster Linie als hoch erhitzbares Speisefett. Es besteht zu 82 % aus gesättigten Fettsäuren und wirkt deshalb höchst ungesund, ist aber von der Industrie gross angepriesen.

Verwendung in der Küche:

Kokosfett ist bei niedriger Raumtemperatur meist fest, hat aber gleichzeitig einen sehr niedrigen Schmelzpunkt, weshalb es sich sehr schnell verflüssigt. Was kann man mit Kokosöl braten? Kokosöl ist wegen des hohen Anteils an gesättigten Fettsäuren hoch erhitzbar und eignet sich zum Kochen, Braten, Backen, Frittieren - also für jeden Fall der Anwendung.

Im Mund erzeugt Kokosöl einen Kühleffekt, weil es beim Schmelzen Schmelzwärme aufnimmt. Industriell verarbeitet ist flüssiges Kokosnussöl bzw. Kokosfett auch preislich ideal für die Herstellung von Margarinen und Süsswaren (Eiskonfekt). Vorsicht: Kokosfett ist oft gehärtet und enthält trans-Fettsäuren, man kann jedoch auch ungehärtetes Kokosfett kaufen (siehe unten).

Vegane Rezepte mit Kokosöl:

Rezepte mit Kokosöl gibt es genug, einige Vorschläge finden Sie auch in (wenigen) unveränderten Rezepten bei uns (aus veganen Rezeptbüchern). Unter "Alternative Zubereitung" zeigen wir jeweils gesündere Varianten mit konkreten Verbesserungsvorschlägen.

Einkauf - wo kaufen?

Beim Kauf ist naturbelassenes (unbehandeltes, natives), wenn möglich biologisch produziertes, Kokosöl zu bevorzugen. Kaltgepresst kann es auch in Rohkostqualität vorkommen und hat den typischen Kokosgeschmack. Supermärkte und Grossverteiler wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer etc. haben meist verschiedene Arten von Kokosöl in den Regalen. Kaufen Sie Bio-Qualität, z.B. in Bio-Läden, und möglichst natives Öl.

Kokosfett ist nicht flüssig und unterscheidet sich von Kokosöl vor allem durch die Härtung, bei der auch Transfette entstehen können. Kokosfett (Plattenfett) wirkt neutral, hat also keinen Kokosgeschmack. Dafür enthält Plattenfett Transfette. Es gibt aber Fett aus der Kokosnuss, das nicht gehärtet, sondern schonend desodoriert ist, damit es geschmacksneutral wirkt (fragen Sie nach Bio-Speisefett oder nach ungehärtetem Kokosfett).

Was bedeutet nativ bei Kokosöl? Für alle nativen Speiseöle gilt, dass sie naturbelassen und ohne Wärmezufuhr gepresst sind. Trotzdem erwärmt sich das Pressgut auch bei der Kaltpressung. Man verzichtet aber auf Nachbehandlungen wie Raffination, Dämpfung oder Röstung der Saat. Das ergibt einen deutlichen Frucht- oder Saatgeschmack und eine intensivere Farbe.

CLICK FOR: Kaltgepresste Öle (Gesetze, Rohkost)

In der Schweiz spricht man von einem kaltgepressten Öl, wenn die Ölsaat nicht erhitzt war, die Presstemperatur 50 °C nicht überschritten hat und keine problematische Nachbehandlung stattgefunden hat.

Laut dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) gilt ein Speiseöl als kaltgepresst (oder darf mit Synonymen wie (extra) nativ, unraffiniert, kaltgeschlagen oder naturbelassen bezeichnet sein), wenn es durch Pressung oder Zentrifugierung aus zuvor nicht erhitzten Rohstoffen gewonnen wurde, die Temperatur bei der Pressung 50 °C nicht überstiegen hat und es keiner Raffination, d. h. keiner Neutralisation, keiner Behandlung mit Adsorbentien, Bleicherde und keiner Ausdämpfung unterworfen wurde.

Das Prädikat «schonend gedämpft» darf ein Öl tragen, wenn sich die Raffination ausschliesslich auf eine Ausdämpfung beschränkt hat und dabei 130 °C nicht überschritten worden sind.16

In der EU und den USA scheint für kaltgepresste Öle keine allgemeingültige Temperaturgrenze gesetzlich festgelegt zu sein. Beispielsweise sind die Leitsätze für Speisefette und Speiseöle des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (D) ähnlich verfasst wie die Verordnung des EDI, sie geben aber keine zulässige Höchsttemperatur für die generelle Kaltpressung an – da sie nur für Erzeugnisse gelten, deren Kennzeichnung und Zusammensetzung nicht abschliessend rechtlich festgelegt ist (also z.B. nicht für Olivenöl, Kakaobutter, Milchfette, Streichfette).17

Hingegen sehen sowohl die EU-Richtlinien als auch die Änderung der Verordnung des EDI über Speiseöl eine Sonderregelung für die Kennzeichnung von Olivenölen vor.18,19

Dies sind selektive Vermarktungsregeln, in welchen der Begriff Rohkost nicht definiert ist. Bei "Rohkost" und "roh" handelt es sich also nicht um staatlich geschützte Begriffe (wie es bei der Bezeichnung "bio" der Fall ist), was viel Raum für Interpretationen zulässt. Obwohl man sich einig ist, dass bei der rein mechanischen Kaltpressung die Presstemperaturen in der Regel 40 °C nicht überschreiten, darf man bei Speiseölen nicht leichtgläubig von Rohkostqualität ausgehen. Denn es besteht der Verdacht, dass die praktizierte Messmethode nicht die Temperatur im Presszylinder angibt (wo die Erwärmung am höchsten ist), sondern nur die Auslauftemperatur im Ölschlauch. Bei den wassergekühlten Olivenöl-Pressen (sogenannte "watercooled 37°"-Ölpressen) kann man vermutlich nicht einmal mit Bestimmtheit sagen, welche Hitze genau im Innern des Presszylinders herrscht, weil der gesamte Presszylinder von Kühlmanschetten umgeben ist.

Ausserdem beeinflussen sowohl Pressdruck und Pressgeschwindigkeit als auch der Feuchtigkeitsgehalt der Ölsaat die Presstemperatur. Wenn z.B. der Feuchtigkeitsgehalt zu niedrig ist, steigt bei der Pressung die Temperatur an und es gestaltet sich schwierig, sogar unter der Höchstgrenze von 50 °C zu bleiben.20

Lagerung:

Wie lange hält sich geöffnetes Kokosöl? Erfolgt die Lagerung von Kokosöl kühl, gut verschlossen und dunkel, ist es über mehrere Jahre haltbar. Das ganz im Gegensatz zu gesundem Öl mit mehr ungesättigten Fettsäuren, die Sauerstoff nicht so lange vertragen.

Inhaltsstoffe - Nährwert - Kalorien:

Kokosöl besteht hauptsächlich aus Triglyceriden, die zu 82 % gesättigte Fettsäuren enthalten. Diese leiten sich von Caprylsäure, Laurinsäure, Caprinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure und Myristinsäure ab. Wegen der Laurinsäure, eigentlich nach IUPAC Dodecansäure genannt, mit Summenformel C12H24O2, hatte man früher Palmfett aus Palmkernöl hochgejubelt und nannte das industrielle Palmfett Konditorfett.

Von den über 10% an ungesättigten Fettsäuren macht die Ölsäure den Hauptanteil aus (5-8 %). Daneben findet man noch kleine Spuren von Vitamin K, Vitamin E, Calcium und Eisen sowie Aminosäuren und Lactone. Magnesium, Kalium, Natrium, Kupfer und Phosphor sind zu weniger als 0,1 % enthalten und kaum nennenswert.11

Bei raffiniertem Öl geht das Vitamin E verloren. Kokosöl besteht praktisch nur aus Fettsäuren (99+ %), genauer aus mittelkettiger Laurinsäure, die einige Gesundheitswerte zeigt - obwohl Kokosöl ein gesättigtes Öl ist: Und mit dem versucht man, alles wieder gut aussehen zu lassen. Wenn Sie das mit dem Pulitzer-Preis und weiteren Preisen ausgezeichnete Buch "Salt Sugar Fat" von Michael Moss kennen oder unsere Buchbesprechung (bzw. eine Art Abstrakt dazu), dann wissen Sie, was wir damit meinen. Bitte öffnen Sie den Link dazu! Sie ersehen auch aus den Inhaltsstofftabellen, dass Öl fast nur Kalorien liefert - mit praktisch keinen wichtigen Begleitstoffen, die natürliche Lebensmittel sonst mitbringen.

Die gesamten Inhaltsstoffe, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen im CLICK FOR vor dem Text.

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Die Ernährungsmedizinerin Marie-Pierre St-Onge zeigte in Studien, dass mittelkettige Triglyceride Erwachsenen bei der Gewichtsreduktion helfen können.4,5,6 Hierfür stellte man aber ein spezielles Kokosnussöl her, das sich zu 100 % aus diesen Fettsäuren zusammensetzte. Das handelsübliche Kokosöl enthält diese mittelkettigen Triglyceride nur zu 13-14 %.7 Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat diesen Test und Trend widerrufen, da neuere Studien keinen Effekt auf Thermogenese oder Fettverbrennung feststellen konnten.8

Die Industrie hat Kokosöl jahrelang als Superfood hochstilisiert. Dies widerlegte jedoch die American Heart Association (AHA) 2017 in einer Studie gründlich. Denn Kokosöl enthält viel mehr gesättigte Fettsäuren als z.B. Palmöl mit 49 % bzw. Palmkernöl mit 55 %. Kokosöl schlägt mit seinen Nachteilen sogar manch tierisches Fett. Trotzdem schreibt eine studierte, sog. "ärztlich geprüfte" Ernährungsberaterin auf ihrer Website (August 2018): Das einzige Öl in meiner Küche stammt aus einer Kokosnuss. Ob unser Versuch, sie aufzuklären, nutzt?

Wir haben bei uns ein Video von Frau Prof. Dr. Dr. Karin Michels, Direktorin des Instituts für Prävention und Tumorepidemiologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Professorin an der Harvard T.H. Chan School of Public Health, eingebettet. Es führt den Titel "Essen Sie sich gesund" und dauert 55 Minuten. Verfolgen Sie diesen Vortrag aufmerksam, denn er kann tausende von Stunden ihres Lebens verbessern. Karin Michels verwendet bewusst die Aussage: Kokosöl ist das reinste Gift!.

Auch wenn wir das Urteil übertrieben finden und nicht teilen: Diese Provokation befand sie wohl für nötig, um der Übermacht von am Umsatz Interessierten etwas entgegenzustellen. Kokosöl verkauft man sehr häufig als Superfood: Das Label Superfood entsteht praktisch nur durch Gewinnsucht. Kokosöl ist das pure Gegenteil eines Superfoods, es schädigt die Herzkranzgefässe enorm und führt schliesslich zum Herzinfarkt oder zu anderen oft entstehenden schweren Krankheiten.

Beim Verzehr von Kokosfett oder Kokosöl erhöht sich das unerwünschte LDL-Cholesterin im Blut, was Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördert. Allerdings erhöht sich dabei das gesunde HDL noch etwas mehr, was dann das Gesamt/HDL-Serumcholesterinverhältnis verbessert. Nur an diesem Verhältnis gemessen und unter Ausblendung der zahlreichen Nachteile kann man behaupten, das atherosklerotische Risiko (Arterienverkalkung, Atherosklerose, Arteriosklerose, atherosklerotische Plaques) sei kleiner. Listig, aber legal.

Eine Studie von 2016 hat 21 Forschungsarbeiten analysiert, darunter 8 klinische Studien und 13 Beobachtungsstudien, und kommt zum Schluss (orig. auf Englisch): Insgesamt deutet das Gewicht der Beweise aus den bisherigen Interventionsstudien darauf hin, dass ein Ersatz von Kokosnussöl durch ungesättigte Cis-Fette die Blutlipidprofile in einer Weise verändern würde, die mit einer Verringerung der Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Einklang steht. Mit anderen Worten heisst das, man solle Kokosöl durch ein gesünderes Öl ersetzen.10

Welches Öl ist gesund? Ein gutes Ersatzprodukt ist Rapsöl, das einen hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren aufweist.2 Raffiniertes Rapsöl oder HOLL-Öl eignet sich auch zum Braten, nicht aber kaltgepresstes Rapsöl, kaltgepresstes Sonnenblumenöl, Distelöl, Traubenkernöl, Sojaöl, Kürbisöl, Walnussöl oder gar Leinsamenöl, weil diese Öle viel mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, die sich bei Hitze eher in Transfette wandeln. Nachteile: Einige dieser Öle haben ein schlechtes Verhältnis zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren. Oben im Kästchen (Link) finden Sie eine lange Tabelle der Eigenschaften aller gängigen Öle.

Welches ist das gesündeste Öl? Auf Anhieb würden wir schreiben: Leinsamenöl, doch eignet es sich nur für Salate und man muss es nach dem Öffnen in Kürze verbrauchen. Ausser, man füllt es nach dem Kauf z.B. in dunkle 10-ml-Fläschchen (gefüllt) und lagert es im (dunklen) Kühlschrank. So ist der Kontakt mit Sauerstoff nicht über längere Zeit und in Menge gegeben. Qualität ist immer mit einem höheren Aufwand verbunden.

Eine Studie hatte 2014 gezeigt, dass ein Ersatz der gesättigten Fette nichts nutzt. Doch bestand in dieser Studie der Ersatz aus Junk-Food. Dr. med. Franklin Sacks, ein Professor für Herz-Kreislauferkrankungen, hatte das herausgefunden. Der Ersatz bestand vorwiegend aus künstlichen Süssgetränken und Donuts. Man nützt so die Wissenschaftsgläubigkeit der Konsumenten aus, meint Sacks bei heart.org am 17.7.2018.

Professor Dr. Rachel Johnson, Ernährungswissenschaftlerin (R.D.) an der University of Vermont, fasst die Gesamtheit der Studien zusammen als: Ersetzung von gesättigtem Fett durch gesünderes Fett senkt das kardiovaskuläre Krankheitsrisiko so stark wie cholesterinsenkende Statinmittel.

Verschiedene amerikanische Ärzte und Buchautoren gehen aber so weit, dass sie Öl prinzipiell ablehnen und dafür Samen und Nüsse für den Fettbedarf anführen. Doctors Dean Ornish, T. Colin Campbell, John A. McDougall, Michael Klaper, Caldwell Esselstyn, Michael Greger, Joel Fuhrman, and Neal D. Barnard claim that high animal fat and protein diets, such as the standard American diet, are detrimental to health. Details siehe im "Kästchen-Link" oben.

Wie kann ich mit Kokosöl abnehmen? Falsch informierte KonsumentInnen trinken sogar Kokosöl und schädigen damit längerfristig ihren Körper, aber Industrie und Händler sehen da ein Geschäft mit dem Abnehmen. Gesund an Gewicht verlieren geht ganz anders, nicht mit Zuführung von puren Kalorien.

Was macht Kokosöl so gesund? oder - Ist Kokosöl wirklich so gesund? - sind oft gestellte Fragen, denn es ist für jedes Nahrungsmittel einfach, etwas zu behaupten, indem man nur die gesunden Stoffe darin beschreibt - und sei es nur die kleinste Menge, ohne die grossen Nachteile zu erwähnen. Welch grosse Verunsicherung herrscht, zeigt die obige Aussage einer studierten, geprüften Ernährungsberaterin.

Es ist nie gut, nur in eine Richtung zu schauen. Gehen Sie mal den Argumenten der (seriösen) Kritiker nach. Lernen Sie die Zusammensetzung eines Öls und deren Wirkung kennen - nicht von Leuten, die es Ihnen schmackhaft machen wollen, sondern von Kritikern: Sie benötigen danach nicht viel an Abwägung der Vor- und Nachteile. Ein Zitat aus Wikipedia zeigt immerhin, dass die meisten ErnährungsberaterInnen doch Bescheid wissen im Vergleich zu den KonsumentInnen: Eine Umfrage der New York Times aus dem Jahr 2016 ergab, dass 72 % der Öffentlichkeit Kokosnussöl als „gesund“ bezeichnen, verglichen mit 37 % der Ernährungswissenschaftler. Aber auch, wie gut die Industrie so etwas ungestraft als gesund verkaufen kann.

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Da Kokosöl praktisch nur aus Fett, also Fettsäuren besteht, und diese in besonders hohem Anteil an gesättigten Fetten vorkommen, kann man ganzheitlich gesehen weder Heilwirkungen noch direkte Gefahren aufzählen. Abgesehen von den oben beschriebenen langfristigen (und manchmal lebensbedrohlichen) negativen Folgen von intensivem oder lang andauerndem Verzehr in grösseren Mengen. Isst man sonst allgemein gesund, sind hin und wieder als besonderer Genuss kleine Mengen an allenfalls geliebten Ölen kein Problem - auch wenn wir das nicht empfehlen.

Allergien gegen Kokosprodukte kommen vor, jedoch sehr selten.

Vorkommen - Herkunft - Ökologie:

Kokospalmen wachsen hauptsächlich an der Äquatorialzone, also in tropischen Gebieten. Optimale Standorte sind Küstenbereiche, Flussufernähe oder das tropische Tiefland. Das sind ähnliche Bedingungen, wie sie auch Ölpalmen für Palmöl benötigen. Gelegentlich gedeihen Kokospalmen auch in 1600 m Meereshöhe (im afrikanischen Inland am Kiwu-See oder im östlichen Peru).9

Anbau - Ernte:

Heutzutage findet der Anbau in Indonesien, auf den Philippinen und in Indien statt; auch Brasilien, Sri Lanka, Vietnam, Papua-Neuguinea und Mexiko liefern beachtliche Mengen.

Hochstamm-Kokospalmen bilden ab dem 6. oder 7. Standjahr Früchte. Sie tragen das ganze Jahr über Früchte und können bis zu 60 Jahre den vollen Ertrag an Kokosnüssen produzieren. Je älter und höher die Palmen sind, umso schwieriger und unrentabler verläuft die Ernte. Nach ca. 80 Jahren stellen sie die Fruchtproduktion ein. Die Ernte erfolgt im grünen, unreifen Zustand der Frucht, welche dreieckig und etwas grösser als ein menschlicher Kopf ist.

Ökologische Aspekte:

Häufig müssen Regenwälder Kokospalmen für den Plantagenanbau zur Herstellung von Kokosöl weichen. Bei gleichem Ertrag benötigt der Anbau für Kokosöl mehr Platz als für Palmöl. Der Ertrag ist deutlich geringer (0,7 t/ha) als bei Palmölplantagen (3,3 t/ha) und es besteht der Verdacht auf Menschenrechtsverletzungen und illegale Rodungen.3

Tierschutz - Artenschutz - Tierwohl:

1977 berichtete Prof. Dr. Heinz Brücher im Buch Tropische Nutzpflanzen, dass man zur Ernte auch dressierte Affen (Langschwanz-Affen, Makaken) einsetzt. Er sah das als spielerischen Aspekt und nicht als Tierquälerei, dabei muss man diese Tiere brutal während ca. 5 Jahren für diese harte Arbeit dressieren. Sie sind dann etwa zehnmal schneller als ein Mensch bei dieser Arbeit. PETA veröffentlichte wohl erste Bilder und auf YouTube finden sich seit Jahren Videos. Das scheint den Konsumenten und der Industrie egal zu sein - Ihnen auch?

Man muss die Tiere gewaltsam fangen und jahrelang dressieren, damit sie Kokosnüsse um ihre eigene Achse drehen, bis sie zu Boden fallen - und sie an Befehle gewöhnen, damit sie sich nicht in der Leine verfangen, an der man sie dauernd hält. Aufgrund der komplizierten Ernte der Kokosnüsse findet man vor allem im karibischen Raum auch Kurzstamm-Kokospalmen; sie tragen nach 3-4 Jahren die ersten Früchte.9

Gefangene Makaken für die Abrichtung zur Kokosnussernte.© Public Domain
Gefangene Makaken für die Abrichtung zur Kokosnussernte.

Herstellung des Öls:

Für die Herstellung von Kokosöl gibt es verschiedene Methoden. Bei der Expeller-Methode (Trockenmethode) trocknet man das Fruchtfleisch (Kopra) der Kokosnuss und zerkleinert die Kopra. Durch industrielle Trocknung (jedoch meist bei ca. 60 °C) verringert sich der Wassergehalt auf 5 % und Bakterien oder Pilze finden kein Nährmedium mehr.9 Danach erfolgt die Pressung in Ölmühlen (Expeller), bei Kaltpressung unter 38 °C.

Bei der Nassmethode muss eine zügige Verarbeitung stattfinden, da man frische Kokosnüsse verwendet. Wartet man zu lange, können enzymatische Prozesse stattfinden und das Fett spalten, es entsteht ein ranziger Geschmack. Die im Fruchtfleisch enthaltene Kokosmilch muss man herauspressen und danach vom Öl separieren.

Dazu gibt es z.B. die Kochtechnik, bei der man die Milch so lange kocht, bis nur noch Öl verbleibt. Die Fermentationstechnik hingegen ist eine sehr schonende, traditionelle Art, bei der man absolut keine Hitze benötigt (ANH-Methode, absolutely no heat). Hier lässt man die Kokosmilch so lange gären, bis sich Milch und Öl voneinander trennen. Ähnlich ist auch das enzymatische Verfahren, bei dem man Enzyme beimengt, um die Trennung zu beschleunigen. Bei der Zentrifugentechnik gibt man die Kokosmilch in eine mechanische Zentrifuge, die mithilfe von Schleuderkraft die Milch vom Kokosöl separiert.12

Für reines Speisefett oder Fett für Kosmetik und Industrie benötigt es noch weitere Prozesse wie Raffination und Desodorierung. Dieses Öl nennt man auch RBD-Kokosöl (Refined-Bleached-Deodorized). Hier verwendet man ältere, getrocknete Kokosnüsse, die zwar einen höheren Ölgehalt haben, aber kaum mehr Geschmack. Mechanische Ölpressen mit starker Erhitzung erzeugen das Öl, dem man am Ende noch chemische Mittel beimengt. Natürliche Aromen oder Nährstoffe sind nicht mehr oder nur noch in Spuren vorhanden.12

Verwechslungsgefahr:

Ist Kokosfett und Palmfett das Gleiche? Palmöl oder Palmfett ist sowohl für die Umwelt als auch für die Konsumenten eher besser als Kokosöl, denn es hat weniger gesättigte Fettsäuren und benötigt weniger Rodung von Urwäldern etc.

Was ist der Unterschied zwischen Palmin und Kokosfett? Palmin entsteht aus den Ölpalmen (Elaeis guineensis), ursprünglich aus Afrika. Kokosfett hingegen aus den Früchten der Kokospalmen (Cocos nucifera). Deren Ursprungsgebiet vermutet man gemäss Wikipedia im kontinentalen Südostasien bis Indonesien oder im Bereich des Sunda-Archipels, also in Melanesien. Beide Produkte bestehen vor allem aus gesättigtem, ungesundem Fett.

Dazu ist zu wissen, dass sich gewisse Völker, z.B. in Polynesien, seit Jahrtausenden stark von Kokosnüssen - und vor allem von Fischen ernähren. Die Kokosnuss wächst in der Nähe von Meer und Flüssen. Diese Völker wussten aber, dass Kokoswasser von jungen Nüssen gesund ist, im Gegensatz zum alten Fleisch, aus dem man Kokosöl presst. So quasi das Gegenteil ist Fisch mit den vielen ungesättigten Fettsäuren, was sich gegenseitig ergänzt. Das Wichtigste: Diese Menschen arbeiteten meist hart - und erlebten wohl selten unser Alter.

Allgemeine Informationen:

Kokosnusspalmen (Cocos nucifera) kommen als bildliche Darstellung in Eurasien auf einem ca. 2750 Jahre alten Teller der phönizischen Kulturepoche des Mittelmeers vor.9 Diese Pflanze ist die einzige Art dieser Gattung, doch gibt es viele verschiedene Sorten.

Die Kokosnuss gehört nicht zu den Nüssen, sondern ist eine einsamige Steinfrucht. Sie besteht aus drei miteinander verwachsenen Karpellen, was auch zu ihrer oft leicht dreieckigen Form führt. Die drei Augen, die man auf einer Seite sieht, sind die drei Keimlöcher, wobei immer nur ein Keim zu wachsen beginnt.

Ab dem 19. Jahrhundert erlangten Kokosnüsse - mit dem Anbau auf Plantagen durch Holländer auf Ceylon - wirtschaftliche Bedeutung. Seit 1961 hat sich die weltweite Produktion von Kokosöl (Oleum cocos) verdoppelt.

Kokosöl ist für Menschen in den tropischen Regionen (mit niedriger Lebenserwartung) eine wichtige Fett- und Eiweissquelle.9 Den Pressrest vom Fruchtfleisch verwendet man aufgrund des hohen Eiweissgehalts (20 %) auch als Viehfutter. Neben dem Lebensmittelbereich findet das Kokosöl auch in der Kosmetik Anwendung, wo es vor allem wegen der enthaltenen Laurinsäure als Basis von Shampoos, Seifen, Cremes oder Bade- bzw. Massageöle gilt.

Wie gut ist Kokosöl für die Haut? Auf der Haut wirkt Kokosöl kühlend und es soll als natürliches Mittel gegen Mücken helfen. Die weiteren Versprechen treffen auf jedes Öl zu. Ist Kokosöl gut für das Gesicht? Da Kokosöl kaum Nährstoffe und überwiegend Fett aufweist, ist jede Anpreisung zur Anwendung im Gesicht oder für die Haare Unfug. Besser eine speziell für die Haut gemischte Salbe oder Öl verwenden. Auch gibt es spezielle Öle für die Haare.

Kokosöl hält Zecken fern, weil die reichlich enthaltene Laurinsäure die Tiere abschreckt. Wenn man Kokosöl bei Menschen oder Tieren auf die Haut aufträgt, wirkt es - als natürliche Variante - wie ein Zeckenspray. Das hat auch das Interesse der Wissenschaft geweckt.13-15

Im pharmazeutischen Bereich dient Kokosöl zur Herstellung von Arzneimitteln und Insektiziden. In Kunstharzen oder Kerzen ist Kokosöl ebenfalls ein wichtiger Bestandteil. Auf den Philippinen verwendet man Kokosöl, umgeestert mit Methanol, als Biodiesel oder als Beimischung zum Dieselkraftstoff.

Die faserige Hülle der Kokosnuss, das Mesokarp, verwertet man weiter zur Produktion von Seilen, Matten, Flechtwerk, Teppichen oder Wandverkleidungen. Die Fasern reifer Früchte dienen als Füllungen von Matratzen, Polstern oder als Wärmedämmung.

Literatur - Quellen:

CLICK FOR: 20 Quellenangaben

  1. Wikipedia Kokosöl.
  2. Ahajournals.org Dietary Fats and Cardiovascular Disease: A Presidential Advisory From the American Heart Association.
  3. Regenwald.org Kokosöl - keine gute Alternative zu Palmöl.
  4. Wosen J. How coconut oil got a reputation for being healthy in the first place. STAT. Boston Globe Media. 2017.
  5. St-Onge M, Ross R, Parsons W et al. Medium-Chain Triglycerides Increase Energy Expenditure and Decrease Adiposity in Overweight Men. Obesity Research. 2002;11(3).
  6. St-Onge M, Bourque C, Jones P et al. Medium-versus long-chain triglycerides for 27 days increases fat oxidation and energy expenditure without resulting in changes in body composition in overweight women. International Journal of Obesity and Related Metabolic Disorders. 2003;27(1).
  7. American Heart Association News. Saturated fats: Why all the hubbub over coconuts? 2017.
  8. DGE Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Mittelkettige Triglyceride für die Adipositastherapie nicht empfehlenswert. DGEinfo. 2011.
  9. Brücher H. Tropische Nutzpflanzen. Ursprung, Evolution und Domestikation. Springer Verlag: Berlin. 1977.
  10. Eyres L et al. Coconut oil consumption and cardiovascular risk factors in humans. Oxford academic Nutrition Reviews. 2016.
  11. USDA United States Department of Agriculture.
  12. Drgoerg.com Qualitätsfaktoren Kokosöl.
  13. stern.de Kokosöl gegen Zecken: Natürliches Abwehrmittel für Mensch und Tier.
  14. Schwantes U., Dautel H. & Jung G. Prevention of infectious tick-borne diseases in humans: Comparative studies of the repellency of different dodecanoic acid-formulations against Ixodes ricinus ticks (Acari: Ixodidae). Parasites Vectors 1, 8 (2008). doi: 10.1186/1756-3305-1-8.
  15. Junwei J. Zhu et al. Better than DEET Repellent Compounds Derived from Coconut Oil. Sci Rep. 2018; 8: 14053. doi: 10.1038/s41598-018-32373-7.
  16. Verordnung des EDI über Speiseöl, Speisefett und daraus hergestellte Erzeugnisse vom 23. November 2005 (Stand am 1. April 2008), Art. 3a und 3b.
  17. bmel.de Leitsätze für Speisefette und Speiseöle. Neufassung vom 02.07.2020 (BAnz AT 18.08.2020 B3, GMBl 2020 S. 530).
  18. Amtsblatt der Europäischen Union. Durchführungsverordnung (EU) Nr. 29/2012 der Kommission vom 13. Januar 2012 mit Vermarktungsvorschriften für Olivenöl. Artikel 5 a) und b). 14.1.2012.
  19. Verordnung des EDI über Speiseöl, Speisefett und daraus hergestellte Erzeugnisse. Änderung vom 25. November 2013. Art. 2b.
  20. Schaufler D. Oilseed Fact Sheet: Oilseed Presses. Dept. of Agricultural and Biological Engineering, Penn State College of Agricultural Sciences.
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