Inhaltsverzeichnis
Palmöl, Palmfett oder Palmfruchtöl gewinnt man aus dem Fruchtfleisch der Palmfrüchte der Ölpalme (Elaeis guineensis). Dieses Öl besteht zu ca. 49 % aus gesättigten Fetten und gilt auch daher als ungesund, doch Kokosöl ist mit 82 % noch ungesünder. Die billige Produktion begünstigt den viel zu häufigen Einsatz von Palmöl. Es ist vom Palmkernöl zu unterscheiden.
Verwendung in der Küche
In Asien und Afrika verwendet man Palmöl als Margarine, Salat- oder Kochöl. Zudem verzehrt man die Früchte als Gemüse oder man stellt daraus Palmwein her. Vor allem wegen der hohen Hitze- und Oxidationsstabilität kocht, brät und frittiert man mit Palmfett.
Palmöl ist in vielen industriell hergestellten Produkten, wie Backwaren, Schokoladen, Pralinen, Kekse, Schokocremes, Fertiggerichte, Brotaufstriche und auch Babynahrung (inklusive Babymilch) enthalten. Häufig ersetzt man natürlich enthaltenes Fett durch billiges Palmfett (wie z.B. bei Schokolade, die Kakaobutter enthält). Für die Haltbarkeit vieler Süsswaren scheint Palmöl in der Industrie unersetzlich. Auch macht man sich den Kühleffekt zunutze, den Palmöl beim Schmelzen auf der Zunge mit sich bringt (z.B. für Eiskonfekt, Schokoladenüberzüge, Toffees, Cremes etc.).17
Ist Palmöl und Kokosöl das Gleiche? Palmöl stammt aus den roten Früchten der Ölpalmen, Kokosöl hingegen aus den Früchten (Kokosnüssen) der Kokospalme. Beide tropischen Öle liegen bei Raumtemperatur in fester Form vor, schmelzen jodoch bereits bei relativ niedrigen Termperaturen. Im Unterschied zu den meisten anderen pflanzlichen Ölen zeichnen sie sich durch einen sehr hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren aus, der bei regelmässigem Verzehr mit gesundheitlichen Risiken in Verbindung steht.
Wir empfehlen, beim Kauf alle Inhaltsstofflisten der Produkte durchzulesen und Palmöl sowie Kokosöl oder Kokosfett zu vermeiden.
Vegane Rezepte mit Palmöl
Wegen des hohen Anteils an gesättigten Fettsäuren und des schlechten LA-ALA-Verhältnisses (46:1)3 raten wir von einem Konsum ab und schlagen deshalb kein Rezept vor.
| Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen: Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler. |
Einkauf - Lagerung
Supermarktketten wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Billa, Hofer führen zum Teil raffiniertes Palmöl.
In europäischen Ländern findet man unbehandeltes, reines Palmöl meist in Asia-Shops als "Unrefined Palm Oil". Im Internet oder in Reformhäusern gibt es auch biologisches Palmöl. Dieses ist nicht komplett raffiniert, sondern bei niedrigen Temperaturen desodoriert. Bei naturreinem Palmfett steht auf der Verpackung explizit "unraffiniert, ungehärtet und ungebleicht" drauf. Sie finden es auch als rotes (rohes, kaltgepresstes) Palmöl deklariert.
Achten Sie beim Kauf immer auf biologische und faire Produktion, denn Gütesiegel ohne Bio-Zertifizierung nutzen Labels häufig als sogenanntes "Greenwashing" aus. Die Naturschutz- und Sozialstandards sind hier aber leider kaum besser als bei grossen, konventionellen Plantagen.2
Die Lebensmittelindustrie verwendet in zahlreichen Fertigprodukten Palmöl als billige Fettzutat. Lesen Sie beim Einkauf immer die Zutatenliste und versuchen Sie so, unnötig zugesetztes Palmöl zu vermeiden.
Die Verfügbarkeit von Palmöl ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.
Kaltgepresste Öle (Gesetze, Rohkost)
In der Schweiz spricht man von einem kaltgepressten Öl, wenn die Ölsaat nicht erhitzt war, die Presstemperatur 50 °C nicht überschritten hat und keine problematische Nachbehandlung stattgefunden hat.
Laut dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) gilt ein Speiseöl als kaltgepresst (oder darf mit Synonymen wie (extra) nativ, unraffiniert, kaltgeschlagen oder naturbelassen bezeichnet sein), wenn es durch Pressung oder Zentrifugierung aus zuvor nicht erhitzten Rohstoffen gewonnen wurde, die Temperatur bei der Pressung 50 °C nicht überstiegen hat und es keiner Raffination, d. h. keiner Neutralisation, keiner Behandlung mit Adsorbentien, Bleicherde und keiner Ausdämpfung unterworfen wurde.
Das Prädikat «schonend gedämpft» darf ein Öl tragen, wenn sich die Raffination ausschliesslich auf eine Ausdämpfung beschränkt hat und dabei 130 °C nicht überschritten worden sind.23
In der EU und den USA scheint für kaltgepresste Öle keine allgemeingültige Temperaturgrenze gesetzlich festgelegt zu sein. Beispielsweise sind die Leitsätze für Speisefette und Speiseöle des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (D) ähnlich verfasst wie die Verordnung des EDI, sie geben aber keine zulässige Höchsttemperatur für die generelle Kaltpressung an – da sie nur für Erzeugnisse gelten, deren Kennzeichnung und Zusammensetzung nicht abschliessend rechtlich festgelegt ist (also z.B. nicht für Olivenöl, Kakaobutter, Milchfette, Streichfette).24
Hingegen sehen sowohl die EU-Richtlinien als auch die Änderung der Verordnung des EDI über Lebensmittel pflanzlicher Herkunft, Pilze und Speisesalz (sowie deren Änderung) eine Sonderregelung für die Kennzeichnung von Olivenölen vor.25,26
Dies sind selektive Vermarktungsregeln, in welchen der Begriff Rohkost nicht definiert ist. Bei "Rohkost" und "roh" handelt es sich also nicht um staatlich geschützte Begriffe (wie es bei der Bezeichnung "bio" der Fall ist), was viel Raum für Interpretationen zulässt. Obwohl man sich einig ist, dass bei der rein mechanischen Kaltpressung die Presstemperaturen in der Regel 40 °C nicht überschreiten, darf man bei Speiseölen nicht leichtgläubig von Rohkostqualität ausgehen. Denn es besteht der Verdacht, dass die praktizierte Messmethode nicht die Temperatur im Presszylinder angibt (wo die Erwärmung am höchsten ist), sondern nur die Auslauftemperatur im Ölschlauch. Bei den wassergekühlten Olivenöl-Pressen (sogenannte "watercooled 37°"-Ölpressen) kann man vermutlich nicht einmal mit Bestimmtheit sagen, welche Hitze genau im Innern des Presszylinders herrscht, weil der gesamte Presszylinder von Kühlmanschetten umgeben ist.
Ausserdem beeinflussen sowohl Pressdruck und Pressgeschwindigkeit als auch der Feuchtigkeitsgehalt der Ölsaat die Presstemperatur. Wenn z.B. der Feuchtigkeitsgehalt zu niedrig ist, steigt bei der Pressung die Temperatur an und es gestaltet sich schwierig, sogar unter der Höchstgrenze von 50 °C zu bleiben.27
Tipps zur Lagerung
Palmöl sollte man wie andere Speiseöle und Kokosfett an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahren. Gut verschlossen oder im Kühlschrank gelagert, hält es sich bis zu einem Jahr.
Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien
Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.
100 g Palmfett haben einen Energiegehalt von 884 kcal. Es besteht zu 100 % aus Fett, wobei 49 % gesättigte Fettsäuren sind.3
Erwähnenswert ist Vitamin E, das in Palmöl mit 16 mg/100g enthalten ist. Jedoch enthalten viele pflanzliche Speiseöle Vitamin E. Das wesentlich gesündere kaltgepresste Rapsöl weist einen ähnlich hohen Gehalt auf.3
Die gesamten Inhaltsstoffe von Palmöl, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.
Wirkungen auf die Gesundheit
Herzerkrankungen sind zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Haupttodesursache weltweit. Zahlreiche Studien belegen hinsichtlich der Qualität der Nahrungsfette, dass eine Ernährung mit einem relativ hohen Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren positive Effekte auf Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht und Diabetes zeigt. Dagegen sind Diäten mit hohem Gehalt an gesättigten Fettsäuren mit erhöhten Cholesterinwerten im Blut und einem höheren Risiko für diese Erkrankungen verbunden.4,5 Palmöl steht wegen seines hohen Gehalts an gesättigten Fettsäuren, insbesondere Palmitinsäure (ca. 44,3 %), seit langem in der Kritik. In den letzten Jahren gab es intensive Diskussionen über die potenzielle Rolle gesättigter Fettsäuren bei der Entstehung von Atherosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wodurch sich ein komplexeres Bild der Risikofaktoren ergeben hat.4
Ist Palmöl ungesund für Menschen? Für die ernährungsphysiologische Bewertung von Pflanzenölen als "gesund" oder "ungesund" gilt das Verhältnis der mehrfach ungesättigten Fettsäuren Linolsäure (LA, Omega-6) zu Alpha-Linolensäure (ALA, Omega-3) als zentrales Kriterium. Neben Linolsäure umfassen die Omega-6-Fettsäuren u.a. Gamma-Linolensäure, Dihomo-Gamma-Linolensäure und Arachidonsäure. Alpha-Linolensäure stellt die wichtigste Omega-3-Fettsäure pflanzlicher Herkunft dar; aus ihr entstehen die langkettigen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure. Das häufig zitierte ideale Verhältnis von 1:1 (LA:ALA) bezieht sich spezifisch auf LA und ALA, da beide essenziell sind und im Fettsäurestoffwechsel um dieselben Enzymsysteme konkurrieren. Die Eidgenössische Ernährungskommission (EEK) empfahl bereits 2006, das Verhältnis in der Ernährung auf höchstens 5:1 zu senken.29 Palmöl weist ein Verhältnis von 46:1 auf.3
Palmöl zählt zu den weltweit am häufigsten verwendeten pflanzlichen Ölen und ist in rund der Hälfte aller gängigen Lebensmittel- und Konsumprodukte enthalten, von Snacks bis hin zu Kosmetika. Schätzungen zufolge fliessen mehr als zwei Drittel des produzierten Palmöls in Lebensmittel, wodurch die Beziehung zwischen der Palmöl- und der verarbeiteten Lebensmittelindustrie von zentraler Bedeutung ist. Grossindustrien agieren nicht isoliert, sondern beeinflussen die menschliche und planetare Gesundheit in konkreter Weise. Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Palmöl kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen. Einige Arbeiten berichten über erhöhte Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, andere finden keine oder sogar positive Effekte. Ein Teil der positiven Studien stammt aus industrienahen Quellen, was Zweifel an deren Unabhängigkeit aufwirft. Auch wenn die negativen gesundheitlichen Auswirkungen umstritten bleiben, zeigt eine Meta-Analyse zu erhöhtem Palmölkonsum in 23 Ländern einen signifikanten Zusammenhang mit einer höheren Mortalität durch ischämische Herzerkrankungen. Eine weitere systematische Übersichtsarbeit beschreibt, dass der Konsum von Palmöl die Blutspiegel atherogener Low-Density-Lipoprotein-(LDL)-Cholesterine erhöht.5
Nicht alle Untersuchungen bestätigen jedoch die negativen Wirkungen. In einer Studie von 2016 nahmen 160 Teilnehmende drei Monate lang täglich entweder 25 ml Hybrid-Palmöl (Elaeis oleifera × E. guineensis) oder 25 ml natives Olivenöl extra zu sich. Blutproben zeigten, dass beide Öle ähnliche Effekte auf die Blutfettwerte (Cholesterin und Triglyzeride) hatten. Insgesamt sank das Gesamt- und LDL-Cholesterin in beiden Gruppen etwas, Unterschiede zwischen den beiden Gruppen zeigen keine Signifikanz. Das verwendete Hybrid-Palmöl entstammt einer Farm in Kolumbien, während das Olivenöl aus einem italienischen Supermarkt kommt. Die Studie zeigt ernährungsphysiologisch ähnliche Eigenschaften der beiden Öle.4
Es gibt weitaus gesündere Öle, wie z.B: Leinöl oder Rapsöl. Und bedenken Sie: noch gesünder ist es, mehrfach ungesättigte Fettsäuren direkt aus Nüssen (Walnüsse, Macadamianüsse) und Samen (Leinsamen, Chiasamen, Hanfsamen) zu konsumieren und auf Öl weitgehend zu verzichten.
Insgesamt bleibt die Evidenz umstritten und zeigt den Bedarf an unabhängigen, umfassenden Untersuchungen.5 Lesen Sie vertiefend dazu den Beitrag Wissenschaft oder Glaube? So prüfen Sie Publikationen.
Sekundäre Pflanzenstoffe
Für das Nährstoffprofil von raffiniertem Palmöl sind die sekundären Pflanzenstoffe wenig relevant. Erfahren Sie mehr über Bedeutung und Einteilung dieser bioaktiven Stoffe in Lebensmitteln im Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe.
Unraffiniertes Palmöl enthält u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:21
- Isoprenoide: Triterpene: Squalen; Steroide (Beta-Sitosterol, Campesterol, Stigmasterol); Tetraterpene: Carotinoide: Carotine (Beta-Carotin, Phytoen, Lycopin)
Raffiniertes Palmöl entsteht durch Bleichung und Desodorierung von rohem Palmöl. Während des Raffinationsprozesses zersetzen sich die Carotinoide, die dem rohen Palmöl seine rot-orange Farbe verleihen. Rotes Palmöl hingegen entsteht durch innovative Verfahren wie Vorbehandlung, Entsäuerung und Desodorierung mittels Molekulardestillation. Rotes Palmöl ist reich an Carotinoiden, darunter Beta-Carotin, der Vorstufe von Vitamin A. Es enthält Vitamin E, Steroide und Squalen.21
Vitamin A ist ein essenzieller Nährstoff, der Wachstum, Entwicklung, Immunfunktion und Sehvermögen beim Menschen unterstützt. Ein Mangel an Vitamin A zählt insbesondere in Ländern mit niedrigem Einkommen, vor allem in Afrika und Asien, zu den dringlichsten ernährungsbedingten Problemen. Die gesundheitlichen Folgen reichen von einem erhöhten Risiko für Augenerkrankungen bis hin zu höherer Kindersterblichkeit, besonders bei Kleinkindern. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass rotes Palmöl zur Prävention von Vitamin-A-Mangel beitragen kann.18,19,20,21 Eine Meta-Analyse (2017) von neun randomisierten kontrollierten Studien bestätigt diese Ergebnisse. Die Analyse weist jedoch darauf hin, dass eine Aufnahme von bis zu 8 g rotem Palmöl pro Tag genügt, um den Serum-Retinolspiegel zu steigern, höhere Mengen bringen keinen zusätzlichen Nutzen.22
Weitere gesundheitliche Vorteile umfassen u.a. kardioprotektive Effekte bei ischämischer Herzkrankheit, Arteriosklerose sowie blutdrucksenkende und antikanzerogene Eigenschaften. Basierend auf den bisher gesammelten Daten scheinen weitere Untersuchungen von rotem Palmöl in grossangelegten klinischen Studien am Menschen gerechtfertigt.21
Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen
Raffiniertes Palmöl enthält im Vergleich zu anderen gängigen pflanzlichen Ölen unerwünschte Stoffe, die bei der industriellen Verarbeitung entstehen. Durch das starke Erhitzen pflanzlicher Öle können Schadstoffe wie Glycidyl-Fettsäureester (GE), 3-MCPD-Fettsäureester und 2-MCPD-Fettsäureester entstehen. In vitro zeigen 3-MCPD-Fettsäureester eine genotoxische Wirkung bei Ratten.6 Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft 3-MCPD seit 2011 deshalb als mögliches Humankarzinogen ein.7 Für 2-MCPD-Fettsäureester liegen bisher keine belastbaren Daten vor. Gesunde Erwachsene haben meist ein geringes Risiko, während Säuglinge und Kleinkinder stärker betroffen sein können. Vielseitige, überwiegend unverarbeitete Ernährung kann die Aufnahme dieser Schadstoffe reduzieren.6
Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl
Zur Einschätzung der Klimafreundlichkeit eines Lebensmittels dient in erster Linie der CO2-Fussabdruck. Dieser hängt von unterschiedlichen Aspekten ab wie Anbauweise (konventionell/biologisch), Saisonalität, Herkunftsland, Verarbeitung, Transport und gegebenenfalls Verpackung. Carbon Cloud nennt einen CO2-Fussabdruck für malaysisches Palmöl von 6,66 kg CO2eq/kg und für brasilianisches Palmöl 3,62 kg CO2eq/kg.1 Der Wasserfussabdruck von Palmöl beträgt 4971 l/kg und für Palmkernöl 5401 l/kg. Dies ist vergleichbar mit dem Wasserabdruck von Kokosöl (4490 l/kg).9
Die ökologischen und sozialen Probleme, die der Palmölanbau mit sich bringt, sollte man nicht unterschätzen. Die steigende Nachfrage nach Palmöl als Rohprodukt ist für die vermehrte Abholzung der Regenwälder mitverantwortlich. Mit Zertifizierungssystemen versucht man, zu nachhaltigen Palmöl-Anbaumethoden zu verpflichten. Davon sind jedoch die Kosmetik- und Lebensmittelindustrie ausgenommen. Durch falsche Rodungsmethoden belastet man das Klima unnötig: Häufig erscheinen Berichte über gezielte Brandstiftungen, welche die Rodungen schneller vorwärtstreiben möchten. Dadurch entweichen pro Jahr über 3000 Tonnen Methan.10,11 Zudem zeigt sich ein soziales Problem des Palmölanbaus in der Zwangs- und Kinderarbeit.13
Bio-Palmöl ist ebenfalls in Anbau und Herstellung nicht wirklich nachhaltiger. Man kultiviert nur sehr wenig Bio-Palmöl in afrikanischen Kooperationen, der grosse Rest stammt auch aus grossen Plantagen. Der Bio-Anteil am Weltmarkt macht weniger als 1 % aus.2
Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?
Tierschutz - Artenschutz
Die Palmölproduktion bringt neben dem Verlust von natürlichen Wäldern und Torfmooren auch einen enormen Biodiversitätsverlust mit sich: Tiere wie z.B. Orang-Utans verlieren ihren Lebensraum, was ihre Artenpopulation deutlich verringert.12
Weltweites Vorkommen - Anbau
Der Ursprung der Ölpalme (Elaeis guineensis) liegt im Golf von Guinea, dort wächst auch heute noch die wilde Verwandte Elaeis ubanghensis, die bestachelte Blätter trägt. Seit 1466 kennt man die afrikanische Ölpalme auch in Europa.8
Heute kultiviert man die wirtschaftlich bedeutendste Palmenart auch im tropischen Amerika und vor allem in Südostasien, wofür man riesige Flächen an Urwald abholzt. Palmöl war 2020 das häufigste produzierte Pflanzenöl weltweit (76 Mio. t). Danach folgen Sojaöl (59 Mio. t), Rapsöl (25,18 Mio. t) und Sonnenblumenöl (20,5 Mio. t). Hauptproduzenten waren 2020 Indonesien (44,75 Mio. t), Malaysia (19,14 Mio. t) und Thailand (2,69 Mio. t).16
Anbau - Ernte
Die Ernte von Palmfrüchten erfolgt in den meisten Fällen händisch, wobei die Arbeiter die Bündel mit den reifen Früchten mit einer Sichel oder einem grossen Messer von der Palme abschneiden. Einzelne, heruntergefallene Früchte sammelt man ebenfalls auf, da sie einen besonders hohen Ölanteil aufweisen. Die Bündel sammelt man ein und transportiert sie so schnell wie möglich zur weiteren Verarbeitung in die Ölmühle.28
Industrielle Verarbeitung
Ölmühlen zur Verarbeitung der Palmfrüchte befinden sich in der Nähe der Plantagen. Durch Sterilisation (Bedampfung) der Palmfrüchte stoppt man die Bildung von unerwünschten Fettsäuren. Zudem fördert die Hitze das Abtrennen der Früchte vom Stiel. In grossen Dreschtrommeln trennt man maschinell die Palmfrüchte vom Bündel. Die leeren Fruchtbündel verwendet man als Mulchmaterial oder zur Herstellung von Dünger.13
Die Früchte befördert man in einen grossen Kocher, wo man sie unter ständigem Rühren mit Frischdampf erhitzt. Dadurch löst sich das Mesokarp (Hülle) von den Kernen und die Ölzellen brechen auf. Anschliessend erfolgt die Pressung in einer Schneckenpresse, um das Öl zu gewinnen. Das Rohöl mischt man mit heissem Wasser, bevor man es mithilfe von Sieben von Fasern und Feststoffen reinigt. In einem Klärtank trennt man das Rohöl von Wasser und kleineren Feststoffen. Das geklärte Öl reinigt man in Hochgeschwindigkeitsreinigern weiter und raffiniert es anschliessend, d.h. man reinigt es mithilfe von mehreren "Veredelungsverfahren". Dies verlängert die Haltbarkeit des Öls, jedoch zulasten von wertvollen Inhaltsstoffen. Raffiniertes Palmöl ist entschleimt, entsäuern, gebleicht und bedampft (desodoriert).13
Die Gesamteffizienz der Palmölmüllerei in Bezug auf die Ölgewinnung liegt in der Regel bei 90-93 %.13
Weiterführende Informationen
Die Ölpalme (Elaeis guineensis) kommt ursprünglich aus Afrika und gehört zur Familie der Palmengewächse (Arecaceae).
Sind Palmöl und Palmkernöl das Gleiche? Palmöl stellt man aus dem Fruchtfleisch und Palmkernöl (Palmkernfett) aus den Kernen der Ölfrüchte her. Palmkernöl produziert man meist aus der Art Elaeis oleifera, der Amerikanischen Ölpalme. Diese Ölpalme findet man hauptsächlich in Süd- und Mittelamerika, von Honduras bis Nord-Brasilien. Aus deren getrockneten, gemahlenen Kernen, presst man das Öl heraus. Auch dieses tropische Öl hat einen sehr hohen Anteil (bis zu 55 %) an gesättigten Fettsäuren (Laurinsäure).15
Alternative Namen
Im Englischen heisst Palmöl palm oil und Palmkernöl findet man als palm kernel oil.
Sonstige Anwendungen
Aus Palmöl stellt man Biodiesel her. Einheimische Alternativen wären Biotreibstoffe aus z.B. Raps- und Sonnenblumenöl.12,14
Neben der Verwendung als Nahrungsmittel und Biotreibstoff dient das Palmöl zur Gewinnung von Laurinsäure, die ein Grundstoff für verschiedene Tenside ist. Das sind waschaktive Stoffe für Reinigungsmittel.14 Dieses ist auf Wasch- und Reinigungsmitteln jedoch nicht deklarationspflichtig. Palmkernöl ist aus Reinigungsmitteln beinahe nicht mehr wegzudenken, da sich europäische Öle technisch gesehen nicht gut für die Tensidproduktion eignen. Es gibt nur wenige Reinigungs- und Waschmittel auf Basis europäischer Öle.
Die Kosmetikindustrie verwendet Palmöl in Hautcremes, Seifen, Bodylotions und Shampoos.14,17
Literaturverzeichnis - 29 Quellen (Link zur Evidenz)
| 1. | ● Website | Carbon Cloud. Palm Oil Malaysia. Palm Oil Brazil. |
| 2. | ● Book | Pini U. Das Bio-Food Handbuch. Ullmann: Hamburg, Potsdam. 2014. |
| 3. | ● Website | USDA United States Department of Agriculture. |
| 4. | 🞽 Randomisierte, kontrollierte klinische Studie in wissenschaftlichem Journal One hundred sixty eligible participants were randomized and assigned to one of the two treatments: 25 mL hybrid palm oil (HPO group) or 25 mL extra virgin olive oil (EVOO group) daily for 3 months.
Although there was an overall reduction in TC (7.4%, p < 0.001) and in LDL-C (15.6%, p < 0.001), no significant differences were found between the treatment groups in a repeated measures analysis of variance for TC (p = 0.0525), LDL-C (p = 0.2356), HDL-C (p = 0.8293) or TAGs (p = 0.3749). Furthermore, HPO consumption had similar effects on plasma lipids to EVOO, thus providing additional support for the concept that hybrid Elaeis oleifera × E. guineensis palm oil can be seen as a "tropical equivalent of olive oil". DOI: 10.1039/c5fo01083g Study: strong evidence | Lucci P, Borrero M et al. Palm oil and cardiovascular disease: a randomized trial of the effects of hybrid palm oil supplementation on human plasma lipid patterns. Food Funct. 2016 Jan;7(1):347-354. |
| 5. | 🞽 Narratives Review There is also a mutual benefit for the palm oil and processed food industry, with the latter targeting advertisements for ultra-processed foods towards children (similar to efforts by the tobacco and alcohol industries in targeting children and adolescents and the palm oil refining industry benefiting from the corresponding increase in sales of foods containing palm oil. DOI: 10.2471/BLT.18.220434 Study: weak evidence | Kadandale S, Marten R, Smith R. The palm oil industry and noncommunicable diseases. Bull World Health Organ. 2019;97(2):118-128. |
| 6. | ● Behördliche Risikoeinschätzung The highest occurrence values were found in the food group ‘Fats and oils’, with ‘Palm oil/fat’ showing a mean middle bound (MB) level of 2,912 µg/kg for 3-MCPD (from esters), 1,565 µg/kg for 2-MCPD (from esters) and 3,955 µg/kg for glycidol (from esters). Lower mean MB levels were calculated for other oils, ranging between 48 and 608 µg/kg for 3-MCPD (from esters), between 86 and 270 µg/kg for 2-MCPD (from esters) and between 15 and 650 µg/kg for glycidol (from esters).
DOI: 10.2903/j.efsa.2016.4426 Website | EFSA European Food Safety Authority. Risks for human health related to the presence of 3- and 2- monochloropropanediol (MCPD), and their fatty acid esters, and glycidyl fatty acid esters in food. EFSA Journal. 2016;14(5):e04426. |
| 7. | ● Behördliche Risikoeinschätzung 3-MCPD wurde 2011 von der International Agency for Research on Cancer (IARC) als „mögliches Humankarzinogen“ eingestuft Website | Bundesinstitut für Risikobewertung. 3-MCPD-Fettsäureester in Lebensmitteln. 2012. |
| 8. | ● Book | Brücher H. Tropische Nutzpflanzen. Ursprung, Evolution und Domestikation. Springer: Berlin, Heidelberg, New York. 1977. |
| 9. | 🞽 Palm oil, refined 4971 Palm kernel/babassu oil, refined 5401 Coconut (copra) oil , refined 4490 Palm nuts and kernels 2868 DOI: 10.5194/hess-15-1577-2011 | Mekonnen MM, Hoekstra AY. The green, blue and grey water footprint of crops and derived crop products. Hydrol Earth Syst Sci. 2011;15(5):1577-1600. |
| 10. | ● Book | Fuchs H. Sumatras Wälder brennen. DW. 2014. |
| 11. | 🞽 | Taylor PG, Bilinsky TM et al. Palm oil wastewater methane emissions and bioenergy potential. Nature Climate Change. 2014;4:151-152. |
| 12. | ● Website | Schlatzer M, Lindenthal T. Österreichische und europäische Alternativen zu Palmöl und Soja aus Tropenregionen. Möglichkeiten und Auswirkungen. FIBL Forschungsinstitut für biologischen Landbau. 2019. |
| 13. | ● The FFB are transported to palm oil mills that are usually located within the oil palm plantation for processing In simple terms, it involves the “sterilization” or steaming of FFB to arrest the rise of FFA and facilitate stripping of the fruits from the bunch stalk as well as conditioning the palm fruit mesocarp for oil extraction. The FFB received by the mill are loaded into sterilizers and steamed at pressures up to 3 bars for periods of sixty to ninety minutes (PORIM, 1985). The sterilized bunches are then stripped of the fruits in a rotating thresher drum. The empty fruit bunches (EFB) are either transported to the plantation for mulching or composting as organic fertilizer. The stripped fruits are conveyed into the digester where the fruits are heated using live steam and continuously stirred to loosen the mesocarp from the nuts as well as to break open the oil cells and release the crude oil before being pressed in continuous screw presses. The liquor ex-screw press is diluted with hot water before being screened, using double deck vibrating screens to remove remaining fibers and coarse contaminants. The diluted oil is pumped to a clarifier tank where crude oil is separated from the water/solid fraction. The clarified oil is further cleaned in high speed purifiers to remove the remaining dirt and some moisture before being dried further in a vacuum drier. The clean and dry oil is ready for storage and despatch. The sludge from the clarifier still contains residual oil which is recovered using bowl centrifuges or decanters. The recovered oil is recycled to the clarifier while the sludge and solids are discharged as palm oil mill effluent (POME) for waste water treatment. The press cake, made up of pressed mesocarp fiber and nuts then undergoes a winnowing process to separate the nuts from the fiber. The fiber is sent to the boiler as fuel. The nuts are cleaned in the depericarper to remove remaining fiber before being cracked to release the kernels. The kernels and shells are separated in a multi-stage winnowing system, followed by claybath or hydrocylone. Palm kernels are dried prior to storage while shells are sent to the boiler as fuel. The overall palm oil milling efficiency in terms of oil recovery is typically about 90–93%, depending on plant machinery and process control. The typical crude palm oil extraction rate (OER) during the milling process is in the region of 18–23% by weight to FFB, while the palm kernel extraction rate (KER) ranges between 4 and 6%. DOI: 10.1016/B978-0-9818936-9-3.50011-3 Book | Hashim K, Tahiruddin S, Asis AJ. 8 - Palm and Palm Kernel Oil Production and Processing in Malaysia and Indonesia. In: Lai OM, Tan CP, Akoh CC (Ed.) Palm Oil. Academic Press and AOCS Press: 2012; 235-250. |
| 14. | ● Einer Diskussion der Verwendung von Palmölen insbesondere im Bereich der Wasch-, Reinigungs- und Körperpflegemittel ist vorauszuschicken, dass diese Öle vor allem über Tenside und nicht als Palmöl bzw. Palmkernöl eingesetzt werden. Zum grössten Teil handelt es bei den heute eingesetzten Tensiden in der Tat um sogenannte biobasierte Tenside bzw. Tenside mit entsprechenden Mischanteilen. Biobasierte Tenside und der biobasierte Anteil bei Mischtensiden sind vor allem sogenannte Laurylalkohole, die aus pflanzlichen Laurinölen gewonnen werden (FNR, 2014c). Laurinöle können dabei aus Palmölen oder Kokosnussöl extrahiert werden, wobei sich aus einer Mengeneinheit Öl jeweils genau eine Mengeneinheit Tensid herstellen lässt. Website | Noleppa S, Cartsburg M. Auf der Ölspur: Berechnungen zu einer palmölfreien Welt. WWF Deutschland. Berlin 2016. |
| 15. | ● Book | Von Bruchhausen F (Hrsg.). Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. Drogen A-K. Springer-Verlag: Berlin, Heidelberg, New York. 1998. |
| 16. | ● Website | FAO Food and Agriculture Organization of the United Nations. Crops and livestock products. Production Quantity 2020. |
| 17. | ● Industriell kann es zur Herstellung von Seifen und Kerzen oder zur Gewinnung von Laurinsäure, welche als Grundstoff für verschiedene Tenside (Natriumlaurylsulfat, Sorbitanmonolaureat etc.) dient, verwendet werden Neuerdings wird Palmöl auch zur Herstellung von „Biotreibstoff“ herangezogen. Die Herstellung dieses vermeintlich umweltfreundlichen Produktes führt in Indonesien aber mittlerweile zu einer massiven Umweltzerstörung. DOI: 10.1007/978-3-7091-1005-8_87 Book | Krist S. Palmkernöl/Palmöl. In: Krist S, Buchbauer G, Klausberger C. Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. Springer Verlag: Wien. 2008. |
| 18. | 🞽 Narratives Review Vitamin A deficiency is one of the most widespread nutritional deficiencies worldwide. Hundreds of millions of children and tens of millions of women living in Sub-Saharan Africa and Southeast Asia are at particularly high risk of the adverse health consequences associated with this largely preventable condition. Red palm oil comes from oil palms that are traditionally grown in tropical regions of West Africa and are now cultivated on a large-scale commercial basis in Southeast Asia. Red palm oil is the richest naturally occurring source of beta-carotene, a carotenoid that the human body can convert into usable vitamin A (retinol). This paper reviews a series of key intervention studies designed to investigate the impact of using red palm oil–based interventions to improve vitamin A status. These included studies from Africa, Asia, and Latin America in which red palm oil was used (or proposed for use) (1) as a dietary supplement, (2) as an in-home fortificant, (3) to fortify foods used for distribution in targeted supplementary feeding programs, and (4) to fortify staple food products. Overall, the results suggest that red palm oil is highly efficacious in improving vitamin A status among populations at risk of vitamin A deficiency. The time has come to move beyond trials of biological efficacy and focus on conducting operational research projects, effectiveness trials, and cost-benefit analyses that will help expand the use of red palm oil in areas where it is likely to be well accepted but remains underutilized as a dietary source of provitamin A. DOI: 10.1080/07315724.2010.10719845 Study: weak evidence | Rice AM, Burns JB. Moving from efficacy to effectiveness: red palm oil's role in preventing vitamin A deficiency. J Am Coll Nutr. 2010 Jun; 29(3 Suppl):302S-313S. |
| 19. | 🞽 Narratives Review in wissenschaftlichem Journal Vitamin A deficiency continues to be an international public health problem with several important health consequences including blindness and overall increased rates of morbidity and mortality. To address this widespread issue, a series of strategies have been put into place from dietary diversification to supplementation and fortification programs. Retinyl palmitate has been used successfully for decades as a supplement as well as a way to fortify numerous foods, including vegetable oil, rice, monosodium glutamate, cereal flours and sugar. Recently, there has been rising interest in using a natural source of carotenoids, β-carotene from red palm oil (RPO), for fortification. Although RPO interventions have also been shown to effectively prevent Vitamin A deficiency, there are numerous challenges in using beta-carotene from RPO as a fortification technique. β-Carotene can induce significant changes in appearance and taste of the fortified product. Moreover, costs of fortifying with beta-carotene are higher than with retinyl palmitate. Therefore, RPO should only be used as a source of Vitamin A if it is produced and used in its crude form and regularly consumed without frying. Furthermore, refined RPO should be fortified with retinyl palmitate, not β-carotene, to ensure that there is adequate Vitamin A content. DOI: 10.3390/nu5083257 Study: weak evidence | Sougadinis E, Laillou A et al. A Comparison of Retinyl Palmitate and Red Palm Oil β-Carotene as Strategies to Address Vitamin A Deficiency. Nutrients. 2013;5(8):3257–3271. |
| 20. | 🞽 Narratives Review in wissenschaftlichem Journal The link between dietary fats and cardiovascular disease has created a growing interest in dietary red palm oil research. Also, the link between nutrition and health, oxidative stress and the severity or progression of disease has stimulated further interest in the potential role of red palm oil (a natural antioxidant product) to improve oxidative status by reducing oxidative stress in patients with cardiovascular disease, cancer and other chronic diseases. In spite of its level of saturated fatty acid content (50%), red palm oil has not been found to promote atherosclerosis and/or arterial thrombosis. This is probably due to the ratio of its saturated fatty acid to unsaturated fatty acid content and its high concentration of antioxidants such as β-carotene, tocotrienols, tocopherols and vitamin E. It has also been reported that the consumption of red palm oil reduces the level of endogenous cholesterol, and this seems to be due to the presence of the tocotrienols and the peculiar isomeric position of its fatty acids. The benefits of red palm oil to health include a reduction in the risk of arterial thrombosis and/or atherosclerosis, inhibition of endogenous cholesterol biosynthesis, platelet aggregation, a reduction in oxidative stress and a reduction in blood pressure. It has also been shown that dietary red palm oil, taken in moderation in animals and humans, promotes the efficient utilisation of nutrients, activates hepatic drug metabolising enzymes, facilitates the haemoglobinisation of red blood cells and improves immune function. This review provides a comprehensive overview of the nutritional, physiological and biochemical roles of red palm oil in improving wellbeing and quality of life. DOI: 10.1080/ 09674845.2009.11730279 Study: weak evidence | Oguntibeju OO, Esterhuyse A et al. Red palm oil: nutritional, physiological and therapeutic roles in improving human wellbeing and quality of life. Br J Biomed Sci. 2009;66(4):216-222. |
| 21. | 🞽 Narratives Review in wissenschaftlichem Journal The fruit of the oil palm tree (Elaeis guineesis) is the source of antioxidant-rich red palm oil. Red palm oil is a rich source of phytonutrients such as tocotrienols, tocopherols, carotenoids, phytosterols, squalene, and coenzyme Q10, all of which exhibit nutritional properties and oxidative stability. Mutagenic, nutritional, and toxicological studies have shown that red palm oil contains highly bioavailable β-carotene and vitamin A and is reasonably stable to heat without any adverse effects. This review provides a comprehensive overview of the nutritional properties of red palm oil. The possible antiatherogenic, antihemorrhagic, antihypertensive, anticancer, and anti-infective properties of red palm oil are examined. Moreover, evidence supporting the potential effectiveness of red palm oil to overcome vitamin A deficiency in children and pregnant women, to improve ocular complications of vitamin A deficiency, to protect against ischemic heart disease, to promote normal reproduction in males and females, to aid in the management of diabetes, to ameliorate the adverse effects of chemotherapy, and to aid in managing hypobaric conditions is presented. DOI: 10.1093/nutrit/nuw054 Study: weak evidence | Loganathan R, Subramaniam KM et al. Health-promoting effects of red palm oil: evidence from animal and human studies. Nutr Rev. 2017 Feb 1;75(2):98-113. |
| 22. | 🞽 Meta-Analyse in wissenschaftlichem Journal Red palm oil (RPO) has been investigated for preventing or alleviating vitamin A deficiency (VAD). Previous data has offered inconclusive and inconsistent results about the effects of RPO in patients with VAD. Our objective was to undertake a meta-analysis to assess the effects of RPO in preventing VAD in the population. After conducting a comprehensive literature search, nine randomized controlled trials (RCTs) were included. Overall, when trial results were pooled, the results indicated that RPO reduced the risk of VAD (relative risk (RR) (95% confidence interval (CI)) = 0.55 (0.37, 0.82), p = 0.003), increasedserum retinol levels in both children (p < 0.00001) and adults (p = 0.002), and increased β-carotene levels (p = 0.01). However, RPO supplementation did not have a significant overall effect on serum α-carotene levels (p = 0.06), body weight (p = 0.45), and haemoglobin levels (p = 0.72). The results also showed that low level of PRO intake (≤8 g RPO) could increase serum retinol concentrations whereas PRO intake above 8 g did not lead to further increase of serum retinol concentrations. This meta-analysis demonstrated that RPO might be effective for preventing or alleviating VAD. DOI: 10.3390/nu9121281 Study: strong evidence | Dong S, Xia H et al. The Effect of Red Palm Oil on Vitamin A Deficiency: A Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Nutrients. 2017;9(12):1281. |
| 23. | ● Website | Eidgenössisches Departement des Inneren. Verordnung des EDI über Speiseöl, Speisefett und daraus hergestellte Erzeugnisse vom 23. November 2005 (Stand am 9. April 2015). |
| 24. | ● Website | Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Leitsätze für Speisefette und Speiseöle. Neufassung vom 02.07.2020 (BAnz AT 18.08.2020 B3, GMBl 2020 S. 530). |
| 25. | ● Website | Amtsblatt der Europäischen Union. Durchführungsverordnung (EU) Nr. 29/2012 der Kommission vom 13. Januar 2012 mit Vermarktungsvorschriften für Olivenöl. Artikel 5 a) und b). 14.1.2012. |
| 26. | ● Website | Eidgenössisches Departement des Innern. Verordnung des EDI über Lebensmittel pflanzlicher Herkunft, Pilze und Speisesalz (VLpH). Änderung vom 8. Dezember 2023. Inkrafttreten: 1. Februar 2024. |
| 27. | ● Website | Schaufler D. Oilseed Fact Sheet: Oilseed Presses. Dept. of Agricultural and Biological Engineering, Penn State College of Agricultural Sciences. |
| 28. | ● bunches are presently harvested manually using a variety of tools to cut the bunch stalk; either a chisel for young palms, or a “pruning” hook attached to a long pole for palms too tall for use of a chisel (Fig. 5.10). Palms as tall as 15 m can be harvested using appropriate extensible poles. In the palm groves of West Africa (Harley, 1988), the cutter may climb the palm and chop off bunches using a machete, but this is very slow and inefficient, as well being hazardous. The collection of loose fruits (Fig. 5.11) is usually a separate operation from the cutting of the bunch itself, and is very important for maximizing oil yield, partly because the loose fruits and outer fruits in general have the highest oil contents. free fatty acids = FFA Oil palm bunches can undergo quite rapid changes after harvesting, the least desirable and most common of which is the accumulation of FFA. This is promoted by damage to fruits, incurred as they fall to the ground and during subsequently handling both before reaching the mill and after at the mill unloading bay. Book | Henson IE. 5 - Ripening, Harvesting, and Transport of Oil Palm Bunches. In: Lai OM, Tan CP, Akoh CC (Ed.) Palm Oil. Academic Press and AOCS Press: 2012; 137-162. |
| 29. | ● Behördliche Risikoeinschätzung Website | Schweizerische Eidgenossenschaft EKK Eidgenössische Ernährungskommission. Bericht: Fette in der Ernährung. 2006. |
| Wir haben Studien und Bücher zu Ernährung und Gesundheit nach folgenden 3 Evidenz-Kategorien markiert: grün=starke Beweiskraft, gelb=mittlere, violett=schwache. Die restlichen Quellen sind grau markiert. Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Beitrag: Wissenschaft oder Glaube? So prüfen Sie Publikationen. | ||








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