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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Palmöl (Palmfett, bio?)

Für Palmöl bzw. Palmfett (bio?) muss man nahezu so viel Urwald abholzen wie für Kokosöl. Mit 49 % gesättigten Fetten ist es ungesund, Kokosöl noch ungesünder.
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Palmöl, Palmfett oder Palmfruchtöl gewinnt man aus dem Fruchtfleisch der Palmfrüchte der Ölpalme (Elaeis guineensis). Dieses Öl besteht zu ca. 49 % aus gesättigten Fetten und gilt auch daher als ungesund, doch Kokosöl ist mit 82 % noch ungesünder. Die billige Produktion begünstigt den viel zu häufigen Einsatz von Palmöl. Es ist vom Palmkernöl zu unterscheiden.

Verwendung in der Küche:

In Asien und Afrika verwendet man Palmöl als Margarine, Salat- oder Kochöl. Zudem verwendet man die Früchte als Gemüse oder man stellt daraus Palmwein her. Vor allem wegen der hohen Hitze- und Oxidationsstabilität kocht, brät und frittiert man mit Palmfett.

Wo ist alles Palmöl drin? In den westlichen Ländern ist Palmöl in beinahe jedem zweiten industriell verarbeiteten Produkt enthalten1. Backwaren, Schokoladen, Pralinen, Kekse, Schokocremes, Fertiggerichte, Brotaufstriche und auch Babynahrung inklusive Babymilch enthalten Palmöl. Häufig ersetzt man natürlich enthaltenes Fett (wie z.B. bei der Schokolade, die Kakaobutter enthält) mit billigem Palmfett. Für die Haltbarkeit vieler Süsswaren scheint Palmöl in der Industrie unersetzlich. Auch macht man sich den Kühleffekt zu Nutze, den Palmöl beim Schmelzen auf der Zunge mit sich bringt (z.B. für Eiskonfekt, Schokoladenüberzügen, Toffees, Cremes, etc.).

Ist Palmöl und Kokosöl das gleiche? Palmöl stammt von den roten Früchten der Ölpalmen, Kokosöl hingegen kommt von den Früchten der Kokospalme, den Kokosnüssen. Diese tropischen Öle haben aber gemeinsam, dass sie bei Raumtemperatur fest sind, jedoch einen sehr niedrigen Schmelzpunkt haben. Zudem enthalten sie im Gegensatz zu anderen pflanzlichen Ölen einen hohen Anteil an gesättigten Fetten, die sich bei regelmässigem Verzehr schwerwiegend auf die menschliche Gesundheit auswirken.

Wir empfehlen die Inhaltsstofflisten durchzulesen und Palmöl sowie Kokosöl oder Kokosfett zu vermeiden.

Einkauf - wo kaufen?

In europäischen Ländern findet man unbehandeltes reines Palmöl meist in Asia-Shops als "Unrefined Palmoil". Im Internet oder Reformhäuser gibt es auch biologisches Palmöl. Dieses ist nicht komplett raffiniert, sondern bei niedrigen Temperaturen desodoriert. Was aber auch keinen guten Ruf hat. Bei reinem Palmfett steht auf der Verpackung explizit "unraffiniert, ungehärtet und ungebleicht" drauf. Achten Sie beim Kauf immer auf biologische und faire Produktion, denn Gütesiegel ohne Bio-Zertifizierung nutzen diese Labels häufig als sogenanntes "Greenwashing" aus. Die Naturschutz- und Sozialstandards sind aber kaum besser als bei grossen konventionellen Plantagen.2

Supermarktketten wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer etc. führen zum Teil raffiniertes Palmöl.

Lesen Sie beim Einkauf immer die Zutatenliste und versuchen Sie so unnötig verwendetes Palmöl zu meiden.

Inhaltsstoffe - Nährwert - Kalorien:

Das orangefarbene Fruchtfleisch der Steinfrüchte der Ölpalme besteht zu 45 bis 50 % aus Öl. Reines Palmöl besteht zu 100 % aus Fett, davon sind ca. 49 %3 gesättigt.

Rotes, unraffiniertes Palmöl hat einen hohen Anteil an Carotinoiden und Vitamin E (α-Tocopheol und Tocotrienol). Ein Esslöffel rohes Palmöl soll laut Herstellerangaben mehr als den täglichen Bedarf an Vitamin A, Beta-Carotin und Vitamin E decken.

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Der negative Ruf von Palmöl überwiegt in den meisten Fällen, nicht nur wegen der gesundheitlichen Auswirkungen, sondern auch aufgrund der negativen Auswirkungen auf die Umwelt.

Allerdings findet man auch immer wieder Studien zu Palmöl, die die negativen Wirkungen von Palmöl nicht bestätigen können. Hier ist anzumerken, dass z.B. bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht nur die gesättigten Fettsäuren (v.a. Palmitinsäure), sondern auch die Triglyceridstruktur eine Rolle bei hohen Cholesterinwerten spielt. Zudem konnte man die Entstehung von Krebs nicht direkt auf das Palmöl beziehen.4 Ernähre man sich generell gesund, vertrage der menschliche Körper kleine Mengen an Palmöl sehr gut.5

Ob bei derartigen Studien die Lebensmittelindustrie und die Palmölindustrie mitwirken oder unterstützen, ist kritisch zu hinterfragen. Man sollte auch folgendes beachten:

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Ist Palmöl schädlich für Menschen? Raffiniertes Palmöl enthält unerwünschte Stoffe, die bei der industriellen Verarbeitung entstehen. Durch das starke Erhitzen pflanzlicher Öle können Schadstoffe wie: Glycidyl-Fettsäureester (GE), 3-MCPD-Fettsäureester und 2-MCPD-Fettsäureester entstehen. Enthaltene chlorhaltige Pestizide begünstigen deren Entstehung.2 Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) warnt vor diesen Schadstoffen.6

Bei der Raffination von pflanzlichen Speiseölen können sich Glycidol-Fettsäureester bilden (Wikipedia unter Glycidol). Eine Risikostudie ergab, dass Palmöl oder Palmfett einen Mittelwert von 3'955 μg/kg Glycidol enthält (Im Vergleich enthält Sonnenblumenöl 269 μg/kg, Rapsöl 166 μg/kg und Olivenöl 15 μg/kg). Glycidol hat laut Internationale Argentur für Krebsforschung (IARC) und Weltgesundheitsorganisation (WHO) erbgutverändernde und krebserzeugende Eigenschaften. 3-MCPD stufte die IARC als genotoxisch ein.7

Vorkommen - Herkunft:

Der Ursprung der Ölpalme (Elaeis guineensis) liegt im Golf von Guinea, dort wächst auch heute noch die wilde Verwandte Elaeis ubanghesis, die bestachelte Blätter trägt. Seit 1466 kennt man die afrikanische Ölpalme auch in Europa.8

Die wichtigsten Anbauländer für Ölpalmen sind die Regenwaldgebiete in Indonesien und Malaysia. Seit 1990 haben sich die Anbauflächen in Malaysia versechsfacht. Für den Anbau muss vorwiegend Regenwald weichen, was neben der Belastung für den Boden auch den dortigen Tieren den Lebensraum nimmt. Noch mehr Regenwald holzt man aber für die gleiche Menge Kokosöl ab, denn die Industrie hat es dem Konsumenten als "gutes Öl" verkauft, obwohl es 82 bis 92 % gesättigte Fettsäuren enthält, statt 49 % des Palmöl.

Anbau, Ernte:

Die Palmen erreichen eine Höhe von bis zu 30 Metern. Die Steinfrüchte sind 3 - 6 cm lang und 2 - 4 cm breit. Die Früchte benötigen ca. 5 - 9 Monate bis zur Reifung. Einen Monat vor der Reife bilden sich im Fruchtfleisch Öltröpfchen und Carotinoide. Die sehr schnell verderblichen Früchte muss man sofort nach der Ernte verarbeiten. Die Fruchtstände behandelt man mit Wasserdampf um ein fettspaltendes Enzym zu zerstören. Danach quetscht man die Früchte aus und trennt die Steinkerne ab.

Das orangefarbene Fruchtfleisch liefert das rohe Palmöl (CPO Crude Palm Oil). Durch die Raffination entfernt man die orangegelbe bis braunrote Färbung. Frisches, rohes Palmöl hat einen süsslichen Veilchengeruch, älteres hingegen kann durch eine von Mikroorganismen verursachte Fermentation eher unangenehm riechen. Der Schmelzpunkt vom Palmfett liegt bei ca. 27-42 °C.9

Der Ertrag ist sehr unterschiedlich, vereinzelt produzieren Ölpalmen Fruchtstände mit einem Gewicht von bis zu 50 kg. Afrikanische Dura-Palmen tragen ca. 18 kg Früchte, ostasiatische Deli-Palmen bringen ca. 25 kg Ertrag pro Palme.

Auswirkungen auf Natur und Umwelt:

Die ökologischen und sozialen Probleme, die der Palmölanbau mit sich bringt, sollte man nicht unterschätzen. Die steigende Nachfrage nach Palmöl als Rohprodukt für z.B. Biokraftstoffe, Kerzen und Waschmitteln ist für die vermehrte Abholzung der Regenwälder mitverantwortlich. Mit Zertifizierungssystemen versucht man zu nachhaltigen Palmöl-Anbaumethoden zu verpflichten. Davon sind jedoch die Kosmetik- und Lebensmittelindustrie ausgenommen. Durch falsche Rodungsmethoden belastet man das Klima unnötig: Häufig erscheinen Berichte über gezielte Brandstiftungen um die Rodungen schneller vorwärts zu treiben. Dadurch entweichen pro Jahr über 3'000 Tonnen Methan.10,11

Die Palmölproduktion bringt neben dem Verlust von natürlichen Wäldern und Torfmooren auch einen enormen Biodiversitätsverlust mit sich: Tiere wie z.B. Orang-Utans verlieren ihren Lebensraum, was ihre Artenpopulation deutlich verringert.12

Zudem stellt ein soziales Problem des Palmöl-Anbaus die Zwangs- und Kinderarbeit dar.13 Indigene Bevölkerungen vertreibt man aus den Urwäldern. Und der Einsatz des Herbizids Paraquat führt jährlich bei tausenden von Arbeitern zu extremen Vergiftungsfällen. Dieses Herbizid ist aus gesundheitlichen Gründen in der EU, der Schweiz und einigen anderen Ländern verboten.

Ölpalmen bringen leider einen sehr hohen Ertrag. Mit 3,3 t Rohöl pro ha und Jahr ist Palmöl sehr produktiv. Palmöl könnte man aufgrund der ähnlichen Eigenschaften und Einsatzgebiete nur durch Kokosöl ersetzen. Der Flächenverbrauch stiege dann jedoch um das 5-fache und die Treibhausgas-Emissionen um ca. 308 Millionen Tonnen an.

Man könnte jedoch ca. 50 % des in Deutschland verwendeten Palmöls einsparen, wenn man es nicht mehr als Grundstoff für Biodiesel verwendet. Nicht nur die geringeren Kosten sprechen in diesem Fall für Palmöl, sondern auch der Partikel- und Stickoxid-Ausstoss ist deutlich geringer ist als bei Dieselkraftstoff. Allerdings könnte man es durch Öle aus nationaler Landwirtschaft ersetzen.13 Einheimische Alternativen wären Biotreibstoffe aus z.B. Raps- und Sonnenblumenöl.12

Bio-Palmöl ist ebenfalls in Anbau und Herstellung nicht wirklich nachhaltiger. Man kultiviert nur sehr wenig Bio-Palmöl in afrikanischen Kooperationen, das meiste stammt auch aus grossen Plantagen. Der Bio-Anteil am Weltmarkt macht weniger als 1 % aus.2

Verwechslungsgefahr:

Palmöl ist vom Palmkernöl zu unterscheiden. Das Palmkernöl stellt man aus den Kernen der Ölfrüchte her. Meist aus der Art Elaeis oleifera, die Amerikanische Ölpalme. Diese Ölpalme findet man hauptsächlich in Süd- und Mittelamerika, von Honduras bis Nord-Brasilien. Aus deren getrockneten, gemahlenen Kernen, presst man das Öl heraus. Auch dieses tropische Öl enthält einen sehr hohen Anteil (bis zu 55 %) an gesättigten Fettsäuren (Laurinsäure).15 Palmkernöl hat einen Schmelzbereich von 23-30 °C. Die Farbe des Rohöls ist hell- bis orange-gelb, nach dem Raffinieren erscheint es fast weiss bis leicht gelblich. Aufgrund des kühlenden Effekts bei Körpertemperatur, verwendet man es in Kakaoglasuren, Eiskonfekt und Eiscremeüberzügen. Auch in der Margarineherstellung, in der Kosmetik- und Reinigungsindustrie und in der Aluminiumindustrie hat es Verwendung.9

Allgemeine Informationen:

Die Ölpalme (Elaeis guineensis) kommt ursprünglich aus Afrika und gehört zur Familie der Palmengewächse (Arecaceae). Grossplantagen legte man ca. ab 1900 an. Ab diesem Zeitpunkt war eine industrielle Aufbereitung des Öls möglich. Heut kultiviert man die wirtschaftlich bedeutendste Palmenart auch im tropischen Amerika und vor allem in Südostasien.

Im Englischen heisst Palmöl palm oil und Palmkernöl findet man als palm kernel oil.

Weitere Verwendung:

Neben der Verwendung als Nahrungsmittel und Biotreibstoff, dient das Palmöl zur Gewinnung von Laurinsäure, die ein Grundstoff für verschiedene Tenside ist. Das sind waschaktive Stoffe für konventionelle und ökologische Reinigungsmittel. Alle Waschmittel enthalten 3-30 % Tenside, diese stellt man entweder aus Erdöl oder aus Palmkernöl her. Dieses ist auf Wasch- und Reinigungsmitteln jedoch nicht deklarationspflichtig. Palmkernöl ist bei Reinigungsmitteln beinahe nicht mehr wegzudenken, da sich europäische Öle technisch gesehen nicht gut für die Tensidproduktion eignen. Es gibt nur wenige Reinigungs- und Waschmittel auf Basis europäischer Öle.16

Literatur / Quellen:

Die Kosmetikindustrie verwendet Palmöl in Hautcremes, Seifen, Bodylotions und Shampoos.17

CLICK FOR: 17 Quellenangaben:

  1. Schadwinkel A. Die Welt braucht neues Öl. Zeit Online. 2015.
  2. Pini U. Das Bio-Food Handbuch. Ullmann: Hamburg, Potsdam. 2014.
  3. USDA United States Department of Agriculture.
  4. Fattore E, Fanelli R. Palm oil and palmitic acid: a review on cardiovascular effects and carcinogenicity. International Journal of Food Sciences and Nutrition. 2013;64(5).
  5. Mukherjee S, Mitra A. Health Effects of Palm Oil. Journal of Human Ecology. 2017;26(3).
  6. EFSA European Food Safety Authority. Risks for human health related to the presence of 3- and 2- monochloropropanediol (MCPD), and their fatty acid esters, and glycidyl fatty acid esters in food. EFSA Journal. 2016;14(5).
  7. European Commission. Risks for human health related to the presence of 3- and 2- monochloropropandediol (MCPD), and their fatty acid esters, and glycidyl fatty esters in food. EFSA Journal. May;2016:14. doi: 10.2903/j.efsa.2016.4426.
  8. Brücher H. Tropische Nutzpflanzen. Ursprung, Evolution und Domestikation. Springer: Berlin, Heidelberg, New York. 1977.
  9. Wikipedia Palmöl.
  10. Fuchs H. Sumatras Wälder brennen. DW. 2014.
  11. Taylor PG, Bilinsky TM et al. Palm oil wastewater methane emissions and bioenergy potential. Nature Climate Change. 2014;4.
  12. Schlatzer M, Lindenthal T. Österreichische und europäische Alternativen zu Palmöl und Soja aus Tropenregionen. Möglichkeiten und Auswirkungen. FIBL Forschungsinstitut für biologischen Landbau. 2019.
  13. Skinner EB. Indonesia's Palm Oil Industry Rife With Human-Rights Abuses. Bloomberg. July 2013.
  14. Noleppa S, Cartsburg M. Auf der Ölspur: Berechnungen zu einer palmölfreien Welt. WWF Deutschland. Berlin 2016.
  15. Von Bruchhausen F (Hrsg.). Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. Drogen A-K. Springer-Verlag: Berlin, Heidelberg, New York. 1998.
  16. Good-soaps.ch
  17. Krist S, Buchbauer G, Klausberger C. Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. Springer Verlag: Wien. 2008.
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