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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Iod, I (Jod, J)

Iod (Jod) ist ein essentielles Spurenelement und kommt im Meerwasser und im Boden vor. Seine Funktion: Teil von Schilddrüsenhormonen.
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Fazit:Alle Menschen sollten auf eine ausreichende Iodversorgung achten z.B. über den gelegentlichen Genuss von Meeresalgen mit moderatem Iodgehalt.

Das ist dann nicht nötig, wenn man in einem Land mit Iodierung des Salzes lebt und dieses Salz oder mit Meeresalgen versetztes Meersalz mit definiertem Iodgehalt regelmässig verwendet.

Das Zuviel bei Salz und Iod ist dann eher die Gefahr.

Vorkommen:Grössere Mengen finden sich in den Meerwasser entstammenden Produkten, wie Algen, z.B. die Kelp Algen oder Nori, in Seetang und Seefische. In Spuren kommt Iod je nach Iodgehalt der Böden auch in anderen Lebensmitteln vor wie Brokkoli, Radieschen, Endivien, Karotten, Kopfsalat, Erdnüssen und Hülsenfrüchten.

Häufig ist Salz mit Iod angereichert zur Vorbeugung eines Iodmangels. Iod kommt in der Natur aufgrund seiner Reaktionsfreudigkeit nicht in freier sondern in kationisch gebundener Form vor. So gelangt es als Iodid, Iodat oder organisch gebunden über die Nahrung in den Organismus.

Lager- und Zubereitungsverluste:Einige Nahrungsmittel enthalten sogenannte Goitrogene (kropferzeugende Substanzen), die die Aufnahme von Jod stören. Diese Substanzen kommen in Hirse sowie in Kreuzblütlern wie den Kohlsorten vor. Die meisten dieser Goitrogene sind erst in grossen Mengen aufgenommen oder bei gleichzeitig bereits vorliegendem Jodmangel von klinischer Bedeutung.

Die Sojabohnen-Isoflavone, Genistein und Daidzein, können die Synthese der Schilddrüsenhormone ebenfalls hemmen. Die genannten Substanzen haben aber gleichzeitig als Phytoöstrogene auch positive Wirkungen auf den Körper.3-5

Ernährung / Gesundheit:Iod (I), umgangssprachlich und früher Jod (J), ist ein essentielles Spurenelement und zählt zu den Halogenen. Iod spielt hauptsächlich eine Rolle für die Produktion der Schilddrüsenhormone und steht in engem Funktionszusammenhang mit Selen.

Tagesbedarf auf lange Sicht: Der Nutrient Reference Value (NRV) liegt bei 150 µg. Dies ist die Menge an Iod, die ein durchschnittlicher Mensch täglich zu sich nehmen sollte, um seinen Bedarf zu decken. Schwangere und Stillende haben einen höheren Jodbedarf von 200 µg.

Mangelsymptome: Die WHO zählt den Iodmangel zu den weltweit grössten Gesundheitsproblemen. Die Schilddrüsenvergrösserung (der sogenannte Kropf) ist eines der frühesten Zeichen eines Jodmangels. Die Schilddrüse vergrössert sich aufgrund der kontinuierlichen Anregung durch TSH Schilddrüsenhormone zu produzieren, was jedoch nicht möglich ist, weil hierfür das Iod fehlt. Der Kropf kann zu folgenden Beschwerden führen: Zunahme des Halsumfangs, das Gefühl einen "Kloss" im Hals zu haben, Atembeschwerden, Schluckbeschwerden, Stauung in den sichtbaren Halsvenen.3-5

Bei schweren Fällen von Jodmangel, kann der Körper nicht genügend Hormone herstellen und es kommt zu einer Unterfunktion der Schilddrüse, mit den – je nach Schwere des Mangels – klassischen Symptomen einer Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion): Müdigkeit, Erhöhung der Reaktionszeit, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Kälteempfindlichkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtszunahme, trockene und kühle Haut, heisere und tiefe Stimme, Bradykardie (Verlangsamung des Herzschlages), erhöhte Cholesterin-Serumspiegel.3-5

Bei Kindern können Schilddrüsenprobleme zum Nachlassen der schulischen Leistungen und zu einer verlangsamten körperlichen und geistigen Entwicklung führen. Ein Jodmangel hat die ungünstigsten Auswirkungen in den jungen Lebensjahren, wo die Entwicklung des Gehirnes stattfindet.

Bei älteren Menschen ist Leistungsschwäche oft das einzige Symptom und wird daher oft verkannt und leicht mit allgemeinen altersbedingten Veränderungen verwechselt. Es kann aber auch vorkommen, dass ältere Menschen durch mangelnde Schilddrüsenhormone eine Demenz entwickeln, die – im Gegensatz zur Altersdemenz – durch Jod-Supplementation reversibel ist.

Ein Jodmangel während der Schwangerschaft kann schwerwiegende Auswirkungen auf die geistige Entwicklung des Ungeborenen haben – in den schwersten Fällen kann sich die kongenitale Hypothyreose (Kretinismus) entwickeln.3-5

Überversorgung:Eine Iodaufnahme von durchschnittlich mehr als 1000 µg am Tag kann zu verschiedenen Krankheitsbildern führen. So etwa zu einer Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion), einer Immunthyreopathie (Basedow-Krankheit; eine Autoimmunerkrankung, die zu einer Schilddrüsenüberfunktion führt), einer Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunerkrankung, die zu einer chronischen Schilddrüsenentzündung führt) oder einer akuten Blockade der Iodaufnahme in der Schilddrüse sowie in seltenen Fällen Überempfindlichkeitsreaktionen.

Funktionen im Körper etc.: Iod ist für die Synthese der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) verantwortlich. Die Hormone T4 und T3 regulieren zahlreiche wichtige Stoffwechselprozesse, wie:1-5

  • Thermogenese (Wärmehaushalt)
  • Grundumsatz – eine Hyperthyreose führt zur Erhöhung des Grundumsatzes und eine Hypothyreose zur Erniedrigung des Grundumsatzes.
  • Körperwachstum
  • RNA- und Proteinbiosynthese – zur Zelldifferenzierung und Zellteilung
  • Organentwicklung
  • Knochenbildung
  • Protein-, Kohlenhydrat- und Lipidstoffwechsel – T4 und T3 stimulieren unter anderem die Glukoneogenese (Zuckerneubildung), Glykolyse (Zuckerabbau) sowie die Liponeogenese und beeinflussen verschiedene Enzyme.
  • Differenzierungsvorgänge, zum Beispiel die Hirnentwicklung von Neugeborenen durch Förderung der Dendritenbildung und Myelinisierung (Ummantelung der Nerven durch Markscheidenbildung).

Aufnahme und Stoffwechsel:Der Körper resorbiert Iod im Dünndarm nahezu vollständig. Ein spezifischer, Natrium-abhängiger Iodidtransporter transportiert Iodid über die Blutbahnen in die Schilddrüse sowie in andere Gewebe, wie Speicheldrüse, Brustdrüse und Magen. Eine zu hohe Aufnahme von Nitrat durch die Nahrung – beispielsweise über Spinat und Mangold – und das Trinkwasser (> 50 ml/l) hemmt den aktiven Iodidtransport in der Schilddrüse und im Gastrointestinaltrakt.

Das in der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) gebildete Thyreoidea-stimulierenden Hormon (TSH) fördert den Transport von Iodid in die Thyreozyten der Schilddrüse. Im Anschluss der Oxidation von Iodid durch die Thyreoperoxidase folgt die Bindung an Thyroxin. Die Thyreoperoxidase ist ein Hämenzym, dessen Aktivität und damit die Synthese von Thyroxin bei einem Eisendefizit eingeschränkt sein können.

Die Thyreoperoxidase veranlasst im weiteren Verlauf die Reaktion zu L-Thyroxin (T4) sowie die Bildung von Trijodthyronin (T3). Für die Biosynthese benötigt der Körper zudem die Aminosäure Tyrosin. Die Schilddrüsenhormone T4 und T3 sind im Plasma zu über 99 % an Transporteiweisse gebunden. Nur ein geringfügiger Anteil dieser Hormone liegt in freier und damit in ungebundener Form vor. Stoffwechselaktiv sind ausschliesslich die freien Hormone, also freies T3 und freies T4. Die Umwandlung von T4 zum biologisch aktiven T3 unter anderem in Leber und Niere erfolgt durch die Selen-haltigen Thyroxin-5-Dejodasen.1-5

Speicherung, Verbrauch, Verluste:Den Gesamtkörperbestand von Erwachsenen schätzt man auf 10-20 mg. Davon befinden sich etwa 70 bis 80 % in der Schilddrüse. Eine hohe Iodkonzentration findet man auch im Thymusgewebe, was auf eine wichtige Funktion des Iods im Immunsystem schliessen lässt. Die Ausscheidung des Spurenelements erfolgt zu 89 % mit dem Urin. Bei ausreichender Zufuhr sollte die Ausscheidung zwischen 20 und 70 µg/Tag betragen.3-5

Strukturen:Iod gehört zu den Halogenalkanen. Es kommt im Meerwasser in Form von Iodid (I) und Iodat (IO3) vor.

Literatur / Quellen:

  1. Leitzmann Claus und Keller Markus: Vegetarische Ernährung; 3. Auflage (2013); Verlag Eugen Ulmer KG, Stuttgart.
  2. Biesalski Hans Konrad und Grimm Peter: Taschenatlas der Ernährung; 3. Auflage (2004); Georg Thieme Verlag, Stuttgart und New York.
  3. Elmadfa Ibrahim und Leitzmann Claus: Ernährung des Menschen; 5. Auflage (2015); Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.
  4. Kasper Heinrich und Burghardt Walter: Ernährungsmedizin und Diätetik; 11. Auflage (2009); Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, München.
  5. De Groot Hilka und Farhadi Jutta: Ernährungswissenschaft; 6. Auflage (2015); Verlag Europa-Lehrmittel, Haan-Gruiten.


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