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Spirulina (immer erhitzt!)

Spirulina gehört zu den Cyanobakterien und ist reich an vielen Nährstoffen. Wegen ihres blauen Farbstoffes Phycocyanin zählte man sie früher zu den Blaualgen.
Wasser 4,7%  27/65/09  LA (1.3g) 2:1 (0.8g) ALA
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Spirulina (korrekter Arthrospira) ist eine Gattung der Cyanobakterien (früher als Blaualgen bezeichnet).

Verwendung in der Küche:

Spirulina kein Superfood (super food) oder Detox-Mittel. Schon bei der Züchtung von Spirulina spp. können Belastungen und Verunreinigungen vorkommen, so z.B. mit Microcystinen, Giftstoffen, die aus anderen Algen stammen. Das kann die Leber dauerhaft schädigen und ist alles andere als Detox bzw. Entgiftung oder Ausleitungsmethode, die Hersteller und Händler anpreisen. Die Zucht kann in verschmutzen Gewässern erfolgen, das Schwermetalle und andere Bakterien enthält, manchmal auch Amöben oder Pilze.

Spirulina beinhaltet etwa 60 % Protein - nicht gerade gut für unsere westliche Essweise mit schon zu viel Protein! Es ist ungut, dass bei Wikipedia die Verkäufer "das Sagen haben", wie wir unten im Vergleich für verschiedene Inhaltsstoffe beweisen.

Spirulina findet man im Handel auch unter der Bezeichnung „Mikroalgen“ als Nahrungsergänzungsmittel. Die einzelnen Bakterien sind ca. 0,15 mm (150 μm) lang. Man züchtet sie in Fabriken (Glasröhrensystem als Monokultur) oder in offenen Gewässern und trocknet sie dann mit Heissluft von ca. 135 oder mehr Grad Celsius, um sie danach zu Pulver oder Tabletten zu verarbeiten. Sonnentrocknung ist möglich aber selten.

Ein gutes Geschäft: Industrie bzw. Händler verkaufen jährlich etwa 3000 Tonnen Rohmasse an Spirulina platensis aus kommerziellem Anbau als Nahrungsergänzungsmittel. Auch Bioläden verkaufen Spirulina - sowie die Süsswasseralge Chlorella in Form von Pulver oder Tabletten. Beide verarbeitet man auch in (Bio-)Lebensmitteln als nährstoffreiche Zutat (Nudeln, Fruchtriegel, Getränkepulver etc.).1,2

Nur ist es alles andere als ein gesundes Lebensmittel, weil wir die Inhaltsstoffe schon in genügender Menge einnehmen. Auch sonnengetrocknet ist das kein natürliches Produkt.

Inhaltsstoffe:

Trockenpräparate, sei es als Pulver oder in Tablettenform, enthalten durchschnittlich: 59,78 % Proteine, 20,2 % Kohlenhydrate, 4,06 % Fette und 5,47 % Mineralstoffe. In den Proteinen sind alle essentiellen Aminosäuren enthalten. Außerdem sind β-Carotin – eine Vorstufe des Vitamin A –, B-Vitamine und Vitamin E enthalten sowie in hohen Konzentrationen Calcium, Eisen und Magnesium.1 Weit gefehlt!

Die Inhaltsstofftabellen als Link oder unterhalb dieses Textes zeigen, dass man mit 100 g Spirulina weit mehr als den Tagesbedarf an Proteinen einnimmt, obwohl man in der westlichen Ernährung meist zu viel Protein einnimmt. Dazu bekommt man damit auch zu viel Salz, ebenfalls mehr als den Tagesbedarf. Kupfer, auch ein Element, von dem man zu viel bekommt, bringt Spirulina sogar das 6fache eines Tagesbedarfs. Bei Jod ist es der dreifache Bedarf.3

Wir wissen, dass für viele frühe Völker Proteinmangel herrschte und auch heute in Entwicklungsländern herrschen kann. Dafür ist Spirulina eine sehr gute Antwort.

Das bei Wikipedia erwähnte "viele Calcium"1,2 deckt aber bei der unwahrscheinlichen Menge von 100 g (120 mg Calcium) gerade 15 % des Tagesbedarfs. Ein Vergleich zeigt die unwahre Behauptung vieler Verkäufer: Die getrockneten Kräuter enthalten x-Mal mehr Calcium, wie Basilikum (2240 mg), Majoran (1990 mg), Echter Thymian (1890 mg), Dillkraut (1784), Oregano (1597 mg), Grüne Minze (1488 mg), Echter Kerbel (1346 mg), Rosmarin (1280 mg), Echter Koriander (Blatt getr. 1246 mg) etc.3

Etwa acht Mal mehr an Calcium (Kalzium) bringen Fenchelsamen, getrocknete Petersilie, Zimt, Sesam, Tahin, Echter Schwarzkümmel, Kreuzkümmel, Echter Lorbeer etc. Fünf bis sechs Mal mehr Calcium haben Koriandersamen, Kümmelsamen, Piment, Steinanis, Anisfrucht, Gewürznelken, Chiasamen. Immer noch viermal mehr haben Senfkörner, Brennnessel, Pfeffer. Sogar Leinsamen, Sojabohnen, Mandeln, weisse Bohnen oder Blattkohl haben das Doppelte an Calcium.

Spirulina ist mit 28,5 mg ein relativ guter Eisenlieferant, doch getrocknete Kräuter wie Echter Thymian (123 mg), Basilikum (641 mg), Grüne Minze (87,5 mg) oder Majoran (82,7 mg) bringen ein Mehrfaches an Eisen (Ferrum, Fe). Aber auch Samen von Kreuzkümmel (66 mg) oder Wilde Malve (78 mg) enthalten etwa das Doppelte. Kurkuma hat 55 mg. Praktisch alle Gewürze liefern mehr Eisen.3

Für Magnesium kommt Spirulina (195 mg/100g) erst auf die 64ste Stelle. Reiskleie (781 mg), Hanfsamen (700 mg), Weizenkleie (611 mg) und einige getrocknete Gewürzpflanzen wie Basilikum, Koriander oder Minze weisen das Dreifache auf. Fast alle Samen haben das Doppelte oder zumindest wesentlich mehr an Magnesium.3

Die Vergleiche bestätigen, dass das Kochen mit natürlichen Gewürzen sehr grosse Vorteile bringt, denn zu den reichen Inhaltsstoffen gesellt sich noch ein überaus gesundes Verhältnis an Omega-3-Fettsäuren (ALA) ein, gemessen an der Linolsäure (Omega-6 bzw. LA).

Dr. Brian R. Clement nennt 34 Zutaten als besonders gesund, wobei er 10 davon als Super Foods bezeichnet: Algen, Knoblauch, Curcumin in Kurkuma, Resveratrol in Trauben und Beeren. Weiter Zwiebeln, Äpfel, Blaubeeren, Granatäpfel, Cranberries, also die Grossfrüchtigen Moosbeeren und Erdbeeren. Die Cranberries sind aus der Gattung der Heidelbeeren. Bei den Algen erwähnt er öfters auch Spirulina, manchmal zusammen mit Chlorella oder der Heidelbeere (der USA). Es sind einfach die bekannten Studien akribisch zusammengetragen, doch ohne Unterschied, ob von Relevanz oder nicht. Bei einigen gibt es Gegenstudien mit Placebo als Alternativgruppen, die dann keinen Unterschied zeigen.4

Siehe Wikipedia bei Chlorella oder der Grossfrüchtigen Moosbeere (Cranberries, Cranberry, Kranbeere) als Beispiel.

Verwendung in der Medizin:

Weitere Spekulationen bei Wikipedia, die aber entsprechend formuliert sind: In der Alternativmedizin werden Spirulinapräparaten mögliche Effekte gegen Krebs, Viren und Allergien nachgesagt. Die Anwendung von Spirulina-Präparaten senkt möglicherweise die Cholesterin-Konzentration im Blut. Bei den durchgeführten Studien traten jedoch nur geringe Effekte zu Tage, die jeweilige Anzahl der Probanden bei den Studien war zu gering oder das Studiendesign schlecht, so dass bislang wenig verwertbare Ergebnisse vorliegen. ... Dokumentiert ist auch die immunmodulierende Wirkung von Spirulina u. a. bei Allergien als Mastzellinhibitor – Spirulina hemmt die Freisetzung von Histamin aus Mastzellen.1

Vorkommen:

In der Natur kommt Spirulina in stark alkalischen Salzseen (pH-Wert zwischen 9 und 11) vor, aber auch in Süsswasser. Spirulina besiedelt flache, subtropische bis tropische Gewässer mit hohem Salzgehalt, vor allem in Mittelamerika, Südostasien, Afrika und Australien. Seit alters her nutzen von den an diesen Gewässern wohnenden Menschen Spirulina als Nahrung. Beispiel verwendet das Volk der Kanembu am afrikanischen Tschadsee Spirulina in Form von Dihe. Das ist kuchenförmiges Nahrungsmittel aus Massen des Bakteriums. Am mexikanischen Texcoco-See (als Tecuitatl von den Azteken) verwendet man Spirulina ebenfalls.1

Anbau, Ernte:

Spirulina-Biomasse produziert man in Aquakulturen bei einer Wassertemperatur von bis zu 37 °C. Das optimale Wachstum von Spirulina hängt wesentlich von der vorhandenen Menge an Kohlenstoffdioxid (CO2) ab. Daher bringt man in Aquakulturen neben dem Kohlenstoffdioxid der Luft zusätzlich CO2 aus verschiedenen Quellen ein. So wächst Spirulina schneller und produziert zudem wesentlich mehr Sauerstoff. Zur Ernte pumpt man die Kultur durch einen Filter oder eine Durchlaufzentrifuge und trocknet anschließend die so gewonnene Biomasse mit Heißluft oder an der Sonne. Die getrocknete Biomasse presst man zum Vertrieb meist zu Tabletten, pulverisiert es oder schliesst es in Kapseln ein.1

Allgemeine Information:

Man unterscheidet bis zu 35 Arten (zum Beispiel Spirulina platensis, Spirulina fusiformis, Spirulina maxima). Es ist jedoch unklar, ob diese 35 Arten nicht doch derselben Art angehören, da Spirulina die Gestalt in Abhängigkeit vom Nährstoffgehalt und pH-Wert des Wassers ändert.1

Cyanobakterien haben im Gegensatz zu anderen Bakterien die Fähigkeit zur oxygenen Photosynthese. Früher hat man sie zu den Phycophyta (Algen) gerechnet und als Klasse Cyanophyceae (Blaualgen) geführt. Einige Cyanobakterien enthalten neben anderen Photosynthese-Farbstoffen blaues Phycocyanin. Ihre Farbe ist deshalb blaugrün.2

Im Zusammenhang mit Spirulina Produkten ist oft die Rede von Vitamin B12-Quelle. Verschiedene Studien konnten aber aufzeigen, dass in Spirulina hauptsächlich B12-Analoga zu finden sind, die keine biologische Wirkung erzielen, sondern unsere Rezeptoren für Vitamin B12 besetzen und uns damit eher schaden. Die Auslobung von Vitamin B12 gilt als irreführende Werbung, wenn mit krankheitslindernden Effekten geworben wird.1

Literatur / Quellen:

  1. Wikipedia. Cyanobakterien. [Internet]
  2. Wikipedia. Spirulina. [Internet]
  3. USDA Nährstofftabellen.
  4. Clement Prian R.; Food Is Medicine; Hippocrates Publlications ISBN 978-1-57067-300-9; 2013.

Zutat mit Nährstofftabellen


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