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Linsen, rot, roh (Bio?)

Entdecken Sie vielseitige Verwendungsmöglichkeiten von rohen roten Linsen in der Küche, die allfällige Saison, Preise und gesundheitliche Vorteile. Erfahren Sie mehr über wichtige Nährstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Anbau und Ökobilanz.

8%Wasser 71Makronährstoff Kohlenhydrate 70.76%/27Makronährstoff Proteine 26.81%/02Makronährstoff Fette 2.43% 

Die drei Verhältniszahlen zeigen den prozentualen Gewichtsanteil der Makronährstoffe (Kohlenhydrate / Proteine / Fette) der Trockensubstanz (exkl. Wasser).  In der Sprache Englisch sind Ballaststoffe als Bestandteil des Kohlenhydrat-Anteils gerechnet. Die Umrechnung von Gewicht in kcal erfolgt nach dem von der USDA verwendeten "Atwater system". 

Davor ersehen Sie den Wasseranteil, gerundet auf ganze %.

Ω-6 (LA, 0.9g)Omega-6-Fettsäuren wie Linolsäure (LA) : Ω-3 (ALA, 0.3g)Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure (ALA) = 4:1

Verhältnis Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren soll insgesamt 5:1 nicht überschreiten. Link zu Erklärungstext.

Hier essenzielle Linolsäure (LA) 0.89 g zu essenzieller Alpha-Linolensäure (ALA) 0.25 g = 3.54:1.
Verhältnis Total Omega-6- = 0.89 g zu Omega-3-Fettsäuren Total = 0.25 g = 3.54:1.
Im Durchschnitt benötigen wir pro Tag je ca. 2 g LA und ALA, aus denen ein gesunder Körper auch EPA und DHA etc. herstellt.

Rote rohe Linsen (Lens culinaris ssp. culinaris, Erve, Küchen-Linse) sind geschälte braune Linsen, die nach dem Kochen besonders weich und cremig sind. Die rohen roten Linsen sind nicht mehr keimfähig und daher nur gekocht essbar.

Verwendung in der Küche

Dieser Artikel handelt von rohen roten Linsen und davon, warum man sie kochen muss. Mehr zu gekochten Linsen finden Sie in unseren Artikeln gekochte rote Linsen und gekochte Linsen.

Obwohl Linsen eine hervorragende Nährstoffqualität haben, enthalten sie auch bestimmte antinutritive Bestandteile wie Trypsin-Inhibitoren, Phytinsäure und Tannine. Diese Stoffe schränken die Verwertbarkeit der in Linsen enthaltenen Proteine und Kohlenhydrate sowie die Bioverfügbarkeit von Mineralien ein (dazu mehr im Abschnitt Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen). Traditionelle Verarbeitungsmethoden von Hülsenfrüchten wie Einweichen, Schälen und Keimen sind wichtig, um die antinutritiven Stoffe zu reduzieren oder zu eliminieren. Die Samenschale (Hülse) von Hülsenfrüchten ist oft unverdaulich und kann einen bitteren Geschmack haben. Das Schälen verbessert den Geschmack von Linsen und reduziert Tannin- aber auch Polyphenolgehalt. Das Keimen ist eine der einfachsten, gebräuchlichsten und effektivsten Methoden zur Verbesserung der Nährstoffqualität von Hülsenfrüchten, da es die antinutritiven Verbindungen verringert und die Gehalte an freien Aminosäuren, verfügbaren Kohlenhydraten, Ballaststoffen und anderen Komponenten erhöht. Gekochte Linsen schmecken nicht nur besser, sondern das Kochen beeinflusst ebenfalls die Bioverfügbarkeit der Nährstoffe.15

Die einzige Möglichkeit, Linsen roh zu essen, ist es, sie keimen zu lassen (siehe gekeimte rohe Linsen). Da die roten Linsen aber (grösstenteils) geschält sind,16 können sie nicht mehr keimen. Daher müssen Sie die rohen roten Linsen kochen.9,17 Die Zugabe von organischen Säuren, wie etwa Vitamin C, soll ebenfalls helfen, die Antinährstoffe zu verringern und die Bekömmlichkeit zu erhöhen.10 Aber fügen Sie Säure erst zu den Linsen hinzu, wenn sie schon weich gekocht sind. Für die Verwendung in der Küche verweisen wir Sie auf die Zutat gekochte rote Linsen.

Das Einweichen von Hülsenfrüchten in Wasser verringert den Phytatgehalt.10 Phytate sind unter anderem in der Schale, die man bei roten Linsen ohnehin meist entfernt.9

Das Kochen und Dämpfen von Hülsenfrüchten reduziert weitere Antinährstoffe wie Protease-Inhibitoren, Lektine und Saponine. Diese Methoden sind wirksam bei der Verringerung des gesamten Phenolgehalts und der Verbesserung der antioxidativen Aktivität von Hülsenfrüchten. Neben Keimung kann auch Fermentation die Nährstoffqualität von Hülsenfrüchten verbessern, indem sich Phytate abbauen und die Bioverfügbarkeit von Mineralien erhöht.11

Vegane Rezepte mit roten Linsen finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".

Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen:
Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler
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Einkauf - Lagerung

Bevorzugen Sie Linsen aus biologischem Anbau sowie aus regionaler Herkunft. Im Biofachhandel finden Sie gute Linsen, aber auch in einigen gut sortierten Supermärkten wie Denn's, Alnatura, Coop, Migros, Spar, Rewe, Edeka, Billa oder Hofer, seltener bei gängigen Grossverteilern wie Denner, Volg, Aldi oder Lidl. Rohe Linsensamen sind als "getrocknete Linsen" im Verkauf.

Linsen unterscheidet man nicht nur nach geschält oder ungeschält oder nach Farben, sondern auch nach Grösse: Die kleinsten, bekannt als Zuckerlinsen, messen 4-5 mm. Mittellinsen haben einen Durchmesser von 5-6 mm und Tellerlinsen eine Grösse zwischen 6 und 7 mm. Noch grössere Exemplare nennt man Riesenlinsen. Rote Linsen gehören zu den eher kleineren Linsen.

Grob teilt man Linsen in grüne und rote Linsen ein. Die grünen Linsen haben eine grüne Samenschale und einen gelben Kern, rote Linsen dagegen haben eine dunklere lila bis braunfarbene Schale (je nach Ursprungsland) und orangen bis roten Kern.2,17 Daher bezeichnet sie der Handel auch gerne als "Braune" oder "Schwarze Linsen" und nur die geschälten, roten oder orangen Kerne als "Rote Linsen".

LandwirtInnen ernten die Linsen in trockenem Zustand. Daher sind Linsen ganzjährig erhältlich. Linsen sind in milderem Klima auch im Winter kultivierbar. In den D-A-CH-Ländern kommen die Linsensamen im April in den Acker. Die Ernte findet in etwa 100 Tagen danach statt, meist Ende Juli bis Anfang August.1,17,18

Die Verfügbarkeit von rohen roten Linsen ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.

Tipps zur Lagerung

Bei optimalen Lagerungsbedingungen sind rohe rote Linsen sehr lange (fast ein Jahr) haltbar. Sie bedürfen einer trockenen, wenn möglich, lichtgeschützten sowie kühlen Lagerung.

Optimale Lagerbedingungen wären 14 % Feuchtigkeit und 15 °C. So halten die Linsen ohne Qualitätseinbussen jedenfalls 40 Wochen.16

Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien

Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.

Rohe rote Linsen bieten 358 kcal. Fett ist zu 2,2 g/100g, Ballaststoffe zu 24 g/100g und Proteine zu 24 g/100g enthalten.7

Mengenmässig ist unter anderem Folat in den rohen roten Linsen interessant, mit 204 µg/100g. Dieser Wert übersteigt sogar den empfohlenen Tagesbedarf an Folat. Damit sind Linsen unter den Folat-Spitzenreitern. Einen ähnlichen Gehalt haben andere Hülsenfrüchte wie Kichererbsen oder Mungobohnen. Noch mehr ist in Algen (z.B. Nori) oder Hefe (z.B. Hefeextrakt) enthalten – davon isst man aber nur wenige Gramm.7

Ausserdem ist reichlich Threonin enthalten. 100 g decken mit 0,90 g zu 96 % den Tagesbedarf an diesem essenziellen Protein. Ähnliche Werte weisen Sonnenblumenkerne oder schwarze Bohnen auf. Weit mehr Threonin ist in Sojabohnen enthalten. Eine besonders hohe Konzentration hat Spirulina; man isst aber nur wenige Gramm täglich davon.7

Ein weiteres der acht essenziellen Proteine ist in hohen Mengen enthalten – Lysin. 100 g rohe Linsen enthalten 1,7 g Lysin, was zu 94 % den Tagesbedarf deckt. Ähnliche Mengen bieten Ackerbohnen, viel mehr kann man mit Sojabohnen aufnehmen.7

Die gesamten Inhaltsstoffe von rohen roten Linsen, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.

Wirkungen auf die Gesundheit

Linsen sind eine kostengünstige Quelle für Proteine (25 %), Kohlenhydrate (63 %), Vitamine und Mineralstoffe wie Phosphor, KaliumMagnesium und Eisen.8 Für schwangere Frauen ist Folat besonders wichtig für die normale Entwicklung des Fötus und zur Vermeidung von Neuralrohrdefekten. Der hohe Kaliumgehalt von Linsen kann dazu beitragen die Auswirkungen von Salz (Natrium) auszugleichen und dadurch den Blutdruck zu senken. Eine erhöhte Kaliumzufuhr reduziert sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck bei Erwachsenen. Der Körper benötigt Eisen für die Bildung roter Blutkörperchen, die Sauerstoff von der Lunge zu den Körperzellen transportieren, wo er für die Energiegewinnung dient. Dadurch trägt Eisen dazu bei, Müdigkeit und Erschöpfung vorzubeugen.14

Der hohe Protein- und Ballaststoffanteil von Linsen führt zu einer langsameren Verdauung der Kohlenhydrate und damit zu einer geringeren glykämischen Reaktion. Daher haben Linsen einen niedrigen Glykämischen Index (GI=29) und geben kontinuierlich Energie. Dieser Effekt ist insbesondere für Menschen mit Diabetes mellitus von Interesse. Eine Portion bzw. eine Tasse gekochter Linsen enthält etwa 15,6 g Ballaststoffe und deckt damit ungefähr 60 % des täglichen Bedarfs.10 Neben den Ballaststoffen enthalten Linsen die Oligosaccharide Raffinose und Stachyose. Diese unverdaulichen Kohlenhydrate können als präbiotische Substrate das Wachstum bestimmter nützlicher Darmmikroorganismen fördern und zur Regulierung der Darmtätigkeit beitragen. Eine hohe Ballaststoffaufnahme im frühen Erwachsenenalter senkt gemäss einer Humanstudie das Risiko für Brustkrebs.10,13,14

Linsen enthalten etwa 20–30 % Protein (bezogen auf die Trockensubstanz). Ihre Proteine bestehen vor allem aus Globulinen und Albuminen. Durch Keimung, Kochen oder Fermentation können daraus bioaktive Peptide entstehen, die entzündungshemmend und immunmodulierend wirken. Das Aminosäureprofil ist v.a. durch Lysin und Leucin geprägt, während die schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein sowie Tryptophan begrenzt enthalten sind. Durch die Kombination mit Getreideprodukten, die reich an schwefelhaltigen Aminosäuren sind, lässt sich die Proteinqualität der Mahlzeit verbessern. Keimen kann den Proteinanteil erhöhen und die Proteinverfügbarkeit verbessern. Eine erhöhte Aufnahme von pflanzlichem Protein, statt tierischem, ist mit einer Reduzierung von kardiovaskulär bedingten Todesfällen und der Gesamtsterblichkeit verbunden. Daher empfehlen Gesundheitsbehörden, Hülsenfrüchte wie Linsen in den Speiseplan aufzunehmen.8,9,14

Vertiefende Informationen können Sie im Artikel zur Zutat Linsen, gekocht und Linsen, gekeimt nachlesen.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Viele gesundheitliche Wirkungen von rohen roten Linsen kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.

Rote rohe Linsen enthalten u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:8,10,12,14

  • Isoprenoide: Triterpene: Saponine (Soyasaponin I und VI); Tetraterpene: Carotinoide (Carotine: Beta-Carotin, Xanthophylle: Lutein, Zeaxanthin)
  • Polyphenole: Phenolsäuren: Hydroxybenzoesäuren (Gallussäure, Syringinsäure), Hydroxyzimtsäuren (Kaffeesäure, p-Cumarsäure, Ferulasäure); Flavonoide: Flavanole (Catechin), Flavonole (Quercetin, Kaempferol, Rutin); Stilbene (Resveratrol); Kondensierte Tannine
  • Weitere organische Verbindungen: Dicarbonsäuren (Oxalsäure)
  • Sonstige Pflanzenstoffe (inkl. Protease-Inhibitoren): Phytinsäure, Lektine

Linsen wirken aufgrund ihres hohen Gehalts an phenolischen Verbindungen in experimentellen Studien antioxidativ und entzündungshemmend. Linsen enthalten ausserdem Carotinoide, insbesondere Lutein und Zeaxanthin, die die Augengesundheit unterstützen. Schwarze und rote Sorten enthalten höhere Mengen an Anthocyanen als viele andere Hülsenfrüchte darunter Garten-, Kuh- und Sojabohnen.8

Wie andere Hülsenfrüchte stehen Linsen mit möglichen positiven Effekten auf den Cholesterin- und Fettstoffwechsel sowie einem geringeren Risiko für Darmkrebs und Typ-2-Diabetes in Verbindung.9,10,12

Zu den antinutritiven Faktoren in Linsen zählen u.a. Phytinsäure, Protease-Inhibitoren, Lektine und Tannine. Phytinsäure kann die Aufnahme von Mineralstoffen wie Eisen, Zink, Calcium und Magnesium verringern. Protease- und Amylase-Inhibitoren können die Verdauung von Proteinen und Kohlenhydraten beeinträchtigen.8,10,11,23 Kochen reduziert Trypsininhibitoren, Tannine und Phytinsäure deutlich und verbessert die Verdauung. Fermentation mindert Phytinsäure und Lektine, kann die Verfügbarkeit von Mineralstoffen verbessern und phenolische Verbindungen freisetzen. Schälen (Entfernen der Samenschale) verringert Tannine und Trypsininhibitoren, reduziert aber auch einen Teil der Ballaststoffe, phenolischen Verbindungen und damit der antioxidativen Kapazität. Neben potenziell nachteiligen Eigenschaften können die genannten Antinutritiva auch positive gesundheitliche Effekte zeigen.8,11,13

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen

Neben Makro- und Mikronährstoffen enthalten Linsen eben auch die sogenannten Antinährstoffe. Der Verzehr von unbehandelten oder unzureichend verarbeiteten Linsensamen in ausreichenden Mengen führt bei monogastrischen Tieren, einschliesslich Menschen, Geflügel und Schweinen, zu Verdauungsbeschwerden und Übelkeit. Der Grund dafür ist, dass Linsen antinutritive Faktoren (ANFs) wie Trypsin-Inhibitoren, Phytinsäure und verschiedene Arten von Tanninen enthalten. ANFs sind bioaktive Verbindungen in Lebensmitteln, die die Nährstoffaufnahme oder -verwertung verringern können, was zu einer Schwächung der Verdauungs- und Stoffwechselprozesse führt. Es braucht Verarbeitungstechniken (Hitzebehandlungen, Extrusion, Keimung oder Sprossung und Fermentation), um die ANFs zu inaktivieren bzw. zu minimieren.8

Die Existenz von unerwünschten Aromaverbindungen, Oligosacchariden, antinutritiven Faktoren sowie allergenen Proteinen führt zu einem "bohnigen Geschmack", gastrointestinalen Beschwerden und Blähungen, nachteiligen ernährungsphysiologischen Effekten (z. B. verringerte Proteinverdaulichkeit und Nährstoffaufnahme) und allergischen Reaktionen.13

Rohe Linsen weisen, ähnlich wie andere Hülsenfrüchte, einen hohen Phytinsäuregehalt auf. Dieser befindet sich grösstenteils im Inneren des Endosperms. Für den Keimling ist die Phytinsäure notwendig, für uns Menschen jedoch weniger. Die Aufnahme von Phytinsäure und ihren Salzen kann potenziell das Risiko von Herzkrankheiten, Darmkrebs und Nierensteinbildung verringern. Sie bindet aber leider Mineralstoffe und Spurenelemente, wie z.B. Calcium, Zink, Eisen, Magnesium und Mangan.23 Phytinsäure bildet unlösliche, also nicht verdauliche Komplexe mit Nahrungsproteinen. Sie hemmt auch bestimmte Verdauungsenzyme. Weitere Informationen finden Sie im folgenden Artikel: Phytinsäure bzw. Phytat und das Einweichen oder Keimen.

Die Antinährstoffe in rohen Linsen führen zu einer Hemmung der Mineralstoffaufnahme. Phytate in Linsen können die Aufnahme essenzieller Mineralstoffe wie Zink und Eisen hemmen und möglicherweise zu Mängeln führen. Phytate bilden Komplexe mit Nahrungsmineralien und verringern deren Bioverfügbarkeit.11

Protease-Inhibitoren in Linsen können die Proteinverdaulichkeit durch die Hemmung von Verdauungsenzymen wie Trypsin reduzieren. Amylase-Inhibitoren in Linsen können die Kohlenhydratverdauung beeinträchtigen und möglicherweise zu Magen-Darm-Beschwerden führen.11

Lektine in Linsen können ebenfalls die Nährstoffaufnahme und -verwertung beeinträchtigen. Dies kann bei hohem Verzehr zu Wachstumshemmungen und anderen gesundheitlichen Problemen führen. Wobei Linsen auch Lektine enthalten, die nicht giftig sind.11

Raffinose-Oligosaccharide in Linsen sind dafür bekannt, Blähungen und Verdauungsbeschwerden auszulösen, verursacht durch die Fermentationsaktivität der Darmbakterien.11

Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl

Insgesamt sind Linsen ideal, um die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung zu erfüllen. Dank ihrer ernährungsphysiologischen, gesundheitlichen und ökologischen Vorteile.14

Rote Linsen kommen laut der dänischen Fussabdruck-Datenbank Concito auf einen CO2-Fussabdruck von 2,46 kg CO2eq/kg. Im Vergleich dazu verursacht Tofu weniger Treibhausgase mit 1,91 kg CO2eq/kg. Fleisch als Proteinquelle, kommt je nach Art und Herkunft auf einen etwas grösseren Fussabdruck bis zu einem vielfach grösseren; z.B. durchschnittliches Rindfleisch mit 61 kg CO2eq/kg.21 Im Verhältnis zu ihrem Nährwert sind die Linsen ein Lebensmittel, das im Ziel einer klimafreundlichen Ernährung liegt, im Gegensatz zu den meisten Fleischprodukten.6

Der Wasser-Fussabdruck von Linsen liegt bei 5874 l/kg.22 Das ist ein verhältnismässig grosser Fussabdruck und ist durchaus mit jenem von tierischen Eiweiss-Produkten vergleichbar; braucht es im globalen Durchschnitt zur Produktion von einem Liter Milch 1024 l Wasser, Eier brauchen 3265 l/kg und Rindfleisch deftige 15'415 l/kg. Im Verhältnis zu Kalorien- und Proteingehalt sind Hülsenfrüchte aber doch wassersparender in der Produktion.5

Eine Studie von Chaudhary und Tremorin (2020) ergab, dass das Ersetzen eines Drittels eines mageren Rindfleisch-Pattys durch pürierte, gekochte Linsen zu einem Burger führt, der nachhaltiger, nährstoffreicher und kostengünstiger ist. Der gemischte Burger reduzierte den ökologischen Fussabdruck um etwa 33 % und die Produktionskosten um 26 %. Die Studie zeigte zudem, dass der gemischte Burger pro Portion (ca. 113 g) 3 g zusätzliche Ballaststoffe, 12 % weniger Kalorien, 32 % weniger gesättigte und Gesamtfette, sowie 32 % weniger Cholesterin enthielt.3

Hülsenfrüchte wie Linsen, bieten zahlreiche Vorteile für das Ökosystem und tragen zu nachhaltigen Anbausystemen bei, vor allem durch (1) ihre Fähigkeit, dem System Stickstoff (N) durch biologische Fixierung von N₂ zuzuführen; (2) die Diversifizierung von Anbausystemen (Fruchtwechsel), was die Häufigkeit von Krankheiten, Schädlingen und Unkräutern verringert und somit potenziell die Biodiversität steigert; und (3) einen deutlich reduzierten Einsatz fossiler Energien bei Pflanzenbau- und Pflanzenschutzmassnahmen.10

Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?

Tierschutz - Artenschutz

Der Anbau von Hülsenfrüchten in kleinstrukturierten Anbausystemen nahm in den letzten Jahren ab, während der Anbau in Grossbetrieben zunahm. Ein Grossteil der Linsenproduktion basiert auf gentechnisch veränderten, pestizidresistenten Linsensorten. Damit könnte wichtiges genetisches Material verschiedener Linsensorten verloren gehen und damit die Anpassungsfähigkeit einer bedeutungsvollen Proteinquelle.19,20

Weltweites Vorkommen - Anbau

Die Geschichte der Linse ist so alt wie die Landwirtschaft selbst. Die verkohlten Überreste von Linsen, die auf 11'000 v. Chr. datiert sind und aus der Höhle von Franchthiin in Griechenland stammen, sind die ältesten bekannten Funde.2

Archäologische Funde deuten auf den Anbau von Linsen in verschiedenen Regionen der Welt hin: in Griechenland, in Syrien, im Iran, in der Türkei, in Mazedonien, in Ägypten, in Jordanien und im Irak. Obwohl Linsen in verschiedenen Regionen vorkamen, nehmen Historiker an, dass ihr Ursprung tatsächlich in Zentralasien und dem Nahen Osten liegt und sie sich von dort aus nach Europa, Afrika und später auch nach Lateinamerika verbreiteten.16 Linsen haben eine lange Geschichte als Kulturpflanze der Alten Welt.1

Die Linse ist eine der wichtigsten Hülsenfrüchte – weltweit konsumiert. In verschiedenen Regionen finden sich Linsen in der Agrarlandschaft: darunter Asien, Nord- und Südamerika, Afrika und Ozeanien. In den letzten zwei Jahrzehnten (2001–2020) stieg die weltweite Linsenproduktion um 107 %, von 3,15 auf 6,54 Millionen Tonnen. Kanada führt die linsenproduzierenden Länder an (mit einem Anteil von 44 % an der weltweiten Produktion), gefolgt von Indien mit 18 % und Australien mit 8 %.10

Anbau - Ernte

Ein Grossteil auf dem Markt erhältlicher Linsen stammt aus der kanadischen Provinz Saskatchewan, wo Landwirte hauptsächlich herbizidresistente Sorten konventionell anbauen. Ohne den Einsatz von Pestiziden würden die Produktionskosten deutlich steigen, da Unkräuter und Krankheiten die Ernteerträge mindern. Diese Abhängigkeit von einer einzigen Züchtung verdrängt jedoch zunehmend scheinbar teurere Bio-Alternativen und birgt Risiken. Dr. Vandana Shiva warnt in ihrem Buch "Pulse of Life: The Rich Biodiversity of Edible Legumes", dass Einheitlichkeit ein Rezept für Misserfolg ist und Vielfalt in der Landwirtschaft unerlässlich bleibt.19,20

Im Jahr 2020 erreichte die globale Linsenproduktion mit 6,54 Millionen Tonnen ihren Höhepunkt, ging jedoch im Jahr 2021 signifikant auf 5,59 Millionen Tonnen zurück. Linsen finden sich in über 45 Ländern am Acker, wobei die Top-10-Länder etwa 95 % der weltweiten Produktion ausmachen.16 Kanada, Indien und Australien sind die Top 3.10

Die vor der Ernte durchgeführte Bewirtschaftung der Kulturen, einschliesslich des Einsatzes von Chemikalien zur gleichmässigen Abreife und Herbiziden, beeinflusst die Qualität der Linsen erheblich. Industrieländer wie Kanada, Australien und die USA verwenden diese Praktiken häufig, um eine gleichmässige Reife und maximale Erträge zu gewährleisten.16

Landwirtinnen und Landwirte trocknen Linsen in der Regel auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 13 bis 14 %, bevor sie diese nach der Ernte lagern.16

Das Schälen ist eine gängige Methode zur Verarbeitung von gespaltenen oder Dhal-Linsen. Dazu weicht man die Linsen in Wasser ein. So löst sich die Schale leichter.16

In kleinen Massstäben gestaltet sich der Anbau von Linsen in der Regel einfach. Ideale Bedingungen bieten sandige oder kiesige Böden; Düngung oder Kompost sind nicht erforderlich. Linsen bevorzugen trockenes Wetter, besonders zur Erntezeit. Eine windige, sonnige Lage sorgt dafür, dass die Pflanzen nach Regen schneller abtrocknen. Die im April gesäten Linsen benötigen kein Angiessen. Für die Pflanzen können Sie etwa 40 cm lange Holzstäbchen oder kleine Äste als Rankhilfe verwenden. Im Sommer müssen Sie (meist) nicht giessen, und auch die Unkrautarbeit hält sich in Grenzen. Zeitintensiv ist die Ernte Ende Juli. Sie können jede Hülse von Hand einzeln ernten in mehreren Erntegängen (Abstände von 10 Tagen), oder Sie ernten Anfang August die gesamte Pflanze und dreschen diese.1

Weiterführende Informationen

Die Gattung Lens gehört zur Familie Fabaceae (Leguminosae), Unterfamilie Faboideae, Tribe Vicieae und ist in der Klade Hologalegina zusammen mit anderen Kaltjahres-Hülsenfrüchten wie Medicago, Pisum, Trifolium, Lathyrus und Vicia gruppiert. Lens culinaris spp. culinaris, allgemein als Linse bekannt, ist die einzige kultivierte Art unter den sieben Arten der Gattung: L. culinaris ssp. culinaris, L. culinaris ssp. orientalis, L. odemensis, L. ervoides, L. nigricans, L. tomentosus und L. lamottei.4

Alternative Namen

Auf Deutsch verwendet man hauptsächlich den einen Namen – Linse. Im Kontext von Rezepten spricht man auch von Dal, Masoor Dal, Dhal oder Küchen-Linse.

Neben dem wissenschaftlichen Synonym Ervum lens L. findet man auch die Bezeichnung Vicia lens für die Linse.

Auf Englisch heisst die Linse lentil.

1.

Heistinger A, Noah VA. Handbuch Bio-Gemüse: Sortenvielfalt für den eigenen Garten. Löwenzahn Verlag; 2020:220-223.

2.

Yadav S, McNeil D, Stevenson PC. Lentil: An Ancient Crop for Modern Times. Berlin: Springer Science & Business Media. 2007: 96-97; 384.

3.

Samaranayaka A, Khazaei H. Lentil: Revival of Poor Man's Meat. In: Nadathur SR, Wanasundara J et al. Sustainable Protein Sources, Elsevier. 2016:201-212.

4.

Chahota RK, Sharma TR, Sharma SK. Conventional Genetic Manipulations. In: Singh M. Lentils: Potential Resources for Enhancing Genetic Gains. Elsevier. 2019.

5.

Mekonnen MM, Hoekstra AY. A Global Assessment of the Water Footprint of Farm Animal Products. Ecosystems. 2012;15(3):401–415.

6.

Greenpeace Schweiz, Stadt Zürich, Planted Foods AG, Branding Cuisine, Tinkerbelle, Inge, myblueplanet, ProVeg International, Dr. Earth, FightBack und Eaternity. All You Can Eat for Climate - Poster. ayce.earth. 2022.

7.

USDA United States Department of Agriculture. Lentils, pink or red, raw. 2019.

8.*

TABLE 1 | Bioactive and antinutrients effects of phytochemicals commonly found in food legumes.

Lentil, one of the oldest food crops, was domesticated in south-
ern Asia as early as 7000 bc (Samaranayaka 2017). Along with
peas, chickpeas, and common beans, it is the most widely eaten
leguminous seed in the world (Harlen and Jati 2018). 

In addition to a richness of macro and micronutrients, lentils also contain a number of bioactive phytochemicals, including phenolics, flavonoids, saponins, carotenoids, phytic acid, tocopherols, and phytosterols

 Along with macronutrients and micronutrients, it provides a range of non-nutritional constituents, which are categorized as bioactive compounds. These compounds have immense roles in maintaining biological functions in plants and animal kingdom. Some of these compounds are regarded as antinutritional factors (ANFs) because they prevent nutrients from being absorbed. Processing methods such as cooking, germination, fermentation, dehulling, milling, and extrusion can drastically reduce the amount of ANFs contained in lentils. The primary objective of dehulling and milling is not to reduce or eliminate the ANFs of lentils but to increase their feasibility for using in various food applications. 
 The dark-colored (black and red) lentils contain higher amount of anthocyanin than many other common legumes such as peanut black, common bean, cowpea, and soybean (Harlen and Jati 2018).

Eating unprocessed or inadequately processed mature lentil seeds in sufficient amounts would cause digestive discomfort or sickness to the monogastric animals including humans, poultry and pigs (Sparvoli, Bollini, and Cominelli 2015). The reason for this is that lentils contain antinutritional factors (ANFs) such as trypsin inhibitors, phytic acid, and several types of tannins. ANFs are biological elements found in food materials that may lower nutrient intake or utilization, resulting in weakened digestive and metabolic processes. Different processing techniques (heat treatments, extrusion, germination or sprouting, and fermentation) are used to inactivate the ANFs (Stefaniak and McPhee 2015).

the processing of lentils has certain benefits as regards consumption and digestion as well availability of bioactive constituents, which are also discussed in this review article.

 

Lentils have a total saponin concentration between 654 and 1269 mg/kg (DW basis) with the primary saponins being soyasaponin I and VI (Ruiz et al. 1996). According to different research, soyasaponin I and soyasaponin βg (also known as VI) levels in 32 Italian lentils ranged from 28 to 407 mg/kg and 110 to 1242 mg/kg, respectively (Sagratini et al. 2009). The phytic acid (or inositol hexaphosphate) in lentils has been found to be 4.91 mg/g, inositol pentaphosphate 0.72 mg/g, and inositol tetraphosphate 0.09 mg/g (Ayet et al. 1997). Tannin–protein complexes result in limited protein digestibility and amino acid availability. Similarly, trypsin inhibitors take part in inactivating the digestive enzyme trypsin. 

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal 

DOI: 10.1002/leg3.253

Study: weak evidence

Dewan MdF, Shams S, Haque MA. Impact of Processing on the Bioactive Compounds and Antinutritional Factors of Lentil (Lens culinaris l.)—A Review. Legume Science. 2024;6(3):e253.

9.*

in vitro protein digestability: Soaked flours: 85.5%
Soaked and cooked flours: 91.7%
Soaked, cooked and dehydrated flours: 95.5%
Germinated seed: 75.1%
Dehulled germinated seed: 78.8%

However, it should be bear in mind that one of the main issues related to pulse consumption is related with inadequate diets; in a well-balanced diet, the level of bioactive compounds may contribute to reduce the risk of chronic diseases, but in an unbalanced diet, ANF's may decrease the nutritional quality of pulses (Margier et al., 2018).

More recently, some reports showed that, depending on the dose, some ANF (e.g., lectins, protease inhibitors, and ACE inhibitors) also display positive bioactivities, namely antioxidant, hypolipidemic, hypoglycaemic, and antitumor effects (Luna-Vital & de Mejía, 2018; Luna-Vital et al., 2015; Sánchez-Chino et al., 2015). In addition, epidemiological studies demonstrated that countries with a high consumption of pulses presented a reduced risk of several types of chronic diseases, lower incidence of colorectal cancer, type-2 diabetes, and cardiovascular diseases (Campos-Vega, Loarca-Piña, & Oomah, 2010; Champ, 2002; Sánchez-Chino et al., 2015).

Moreover, some protein ANF such as lectins have been linked to the activation of innate defence mechanisms, cancer prevention, and potential therapeutic action on prevention and control of obesity. Furthermore, lectins were reported as one of the most potent naturally occurring insecticidal proteins. In fact, various transgenic plants have been developed using lectin genes. Protease inhibitors, in turn, have shown potent anti-inflammatory properties, whereas ACE inhibitors were associated to hypertension reduction (Campos-Vega et al., 2010; Champ, 2002; Muzquiz et al., 2012; Pusztai et al., 2004; Roy et al., 2010).

In turn, dietary saponins (non-protein ANF), can lower plasma cholesterol levels by formation of insoluble cholesterol-complexes, reducing the risk of cardiovascular diseases (Muzquiz et al., 2012). Furthermore, phenolic compounds such as phenolic acids, flavonoids (anthocyanins included), and tannins, which display important functions in pulse seeds pigmentation, have been attracting interest due to their strong antioxidant activity (Giusti et al., 2017).

s observed with other pulses, lentils were reported as having positive physiologic activity, such as cholesterol and lipid lowering effects and reduced incidence of colon cancer and type-2 diabetes (Boye et al., 2010; Hefnawy, 2011; Roy et al., 2010; Shaheen et al., 2016). Considering its metabolomic profile, the dark-coloured lentil cultivars “verte du Puy” and “Black Beluga” should be highlighted, particularly considering their high content of peptides, triterpenes (mainly, α-amyrin), flavonoids, saponins, phenolics, fatty acids, and sphingolipids (Farag, Khattab, Maamoun, Kropf, & Heiss, 2019), high antioxidant and anti-inflammatory activity and lack of alkaloids (Farag et al., 2018).

The seed tegument is normally indigestible, besides having a bitter taste. As previously indicated, dehulling represents an effective way of improving the palatability and taste of some pulses, besides reducing tannins and phytic acid content (which are mainly present in the seed tegument). Likewise, the digestibility of dehulled components is significantly higher than that of the whole seed. The dehulling process has also technological advantages, as it reduces cooking (the seed tegument is impermeable), since it improves water uptake during cooking. 

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

DOI: https://doi.org/10.1016/j.tifs.2019.08.022

Study: weak evidence

Bessada SMF, Barreira JCM, Oliveira MBPP. Pulses and Food Security: Dietary Protein, Digestibility, Bioactive and Functional Properties. Trends in Food Science & Technology. 2019;93:53–68.

10.*

Lentil is one of the most important food legumes consumed widely throughout the world. Lentils are produced in diverse agroecological regions, such as Asia, North and South America, Africa, and Oceania. During the last two decades (2001–2020), world production of lentils increased by 107%, from 3.15 to 6.54 million metric tons. Canada leads lentil producing countries (with 44% share of the global output), followed by India and Australia having 18% and 8% share, respectively.

Lentils, like other pulses, contain numerous bioactive compounds, which have been generally classified as antinutritional factors (ANFs), due mainly to their adverse effect on nutrient digestibility and bioaccessibility if pulses are not fully cooked (Nosworthy et al., 2018; Sathe, 2012). These ANFs are trypsin, chymotrypsin and α-amylase inhibitors, total phenolics, tannins, flavonoids, saponins, lectins, phytic, and oxalic acid (Ganesan & Xu, 2017; Mirali et al., 2016; Roy et al., 2010; Ruiz et al., 1996; Sagratini et al., 2009). Many of these ANFs, once considered to have negative impact on health, are being recognized now as having significant health benefits, for example, possessing antioxidant activity and anti-inflammatory activity besides promoting the bioavailability of micronutrients, for example, zinc and iron (Campos-Vega et al., 2010; Sathe, 2012; Wiesinger et al., 2022). Alphonce et al. (2020) reported that optimized processing, especially, the application of heat and addition of organic acids (e.g., ascorbic acid) decreases the ANFs contents significantly.

The use of raw lentil flour should be avoided due to potential the development of rancid off-flavors produced through lipid oxidation and also intrinsic food safety implications considering the presence of ANFs.

Soaking in water is shown to effect substantial reduction in the phytate content, while the adding of sodium bicarbonate (NaHCO3) in soak water reduces phenolics and tannins (Dhull et al., 2020; Joshi et al., 2017; Martín-Cabrejas et al., 2009). Different processing methods (autoclaving, extrusion, germination or sprouting, roasting, and fermentation) have variable impacts on compositional and nutritional profile of lentils and can also reduce antinutrients' effects. Autoclaving improves digestibility due to interference of protein structure and gelatinization of starch (Dhull et al., 2022; Rehman & Shah, 2005). Extrusion processing is also reported to be effective in improving nutritional composition of lentils with optimum flavor and texture (Pasqualone et al., 2020). Ghumman et al. (2016) reported that germination/sprouting of lentil seeds has significant effect on compositional and nutritional quality, for example, an increase in crude proteins and a reduction in lipid, carbohydrates, phytic acid, and tannins contents.c

Legumes, including lentils, provide a number of numerous ecosystem benefits while also contributing to a sustainable cropping systems primarily via (1) their ability to contribute nitrogen (N) to the system by biological N2 fixation; (2) diversification of cropping systems (including crop rotation) that results in reduced incidence of disease, pest, and weed, thus, potentially increasing biodiversity; and (3) a significantly reduced fossil energy use in plant production/protection practices ..

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.1016/j.tifs.2019.08.022

Study: weak evidence

Kaale LD, Siddiq M, Hooper S. Lentil (Lens culinaris medik) as Nutrient‐rich and Versatile Food Legume: A Review. Legume Science. 2023;5(2):e169.

11.*

As phytate is water-soluble, a substantial
quantity is removed during soaking. Moreover,
this process also facilitates the action of natu-
rally occurring phytase in legumes and cereals
grains. 

Several cereal and legume lectins may inhibit
the growth of experimental animals due to reduc-
tion in the digestibility and biological value of
dietary proteins. They may impair the integrity of
the intestinal epithelium and so alter the absorp-
tion and utilization of nutrients. Dietary lectins
are therefore usually considered to be toxic and
antinutritional factors. However, many lectins
are non-toxic, such as those extracted from len-
tils, peas, faba beans, chickpeas, tomatoes and
other foods (Grant et al., 2000; Radberg et al.,
2001; Reynoso-Camacho et al., 2003).

Plant-derived toxins and allergens are abundantly
present and fundamentally unavoidable com-
pounds of our diet. Legumes and cereals contain
numerous deleterious compounds such as enzyme
inhibitors, lectins, phytates, oligosaccharides, and
phenolic compounds. Enzyme inhibitors may
reduce protein digestibility, while lectins may
reduce nutrient absorption. Phytic acid reduces the
bioavailability of minerals. Some phenolic com-
pounds diminish protein digestibility and bioavail-
ability of minerals, and galactooligosaccharides
cause flatulence. However, these compounds may
have protective and health benefits. Phytic acid has
antioxidant properties and protects against DNA
damage while phenolic compounds have antioxi-
dant as well as other important physiological and
biological properties. The Galactooligosaccharides
may encourage prebiotic activity in the human
body. Moreover, these compounds play a key role
in stimulation of the immune system, detoxifying
enzymes, regulation of lipid and hormone metabo-
lism, have antimutagen, antioxidant and antiangio-
genic effects, and can reduce the incidence of colon
cancer and tumor initiation. Lectin from kidney
bean seeds is known to inhibit HIV-1 reverse tran-
scriptase, an enzyme crucial for HIV replication.

The human body has developed built-in mech-
anisms through which most intrinsic or other
toxic substances are either converted into harm-
less compounds or excreted from the body.
However, plant-derived food sources must be
heat-treated before consumption in order to
diminish their toxic factors. These have little
influence after cooking.
Considering the health benefits of secondary
metabolites, these may be marketed as functional
and nutraceutical ingredients. Future research
should be focused on isolation, characterization,
immunological responses and their heath benefit
issues.

Several cereal and legume lectins may inhibit the growth of experimental animals due to reduction in the digestibility and biological value of

dietary proteins. They may impair the integrity of the intestinal epithelium and so alter the absorption and utilization of nutrients. Dietary lectins

are therefore usually considered to be toxic and antinutritional factors. However, many lectins are non-toxic, such as those extracted from len-

tils, peas, faba beans, chickpeas, tomatoes and other foods (Grant et al., 2000; Radberg et al.,2001; Reynoso-Camacho et al., 2003).

Narrativer Review

DOI: 10.1002/9781118474563.ch16

Study: weak evidence

Salim‐ur‐Rehman, Awan JA et al. Antinutrients and Toxicity in Plant‐Based Foods: Cereals and Pulses. In: Bhat R, Gómez‐López VM, Herausgeber. Practical Food Safety [Internet]. 1. Aufl. Wiley; 2014. S. 311–339. 

12.*

 In a previous study, the proteome profile of low molecular weight (<50 kDa) proteins of seven different lentil cultivars developed by Bangladesh Agricultural Research Institute was demonstrated, and a total of 2873 peptides were identified, corresponding to 180 unique proteins. Of these, >24% were reported to be identified as lentil allergens (Shaheen et al., 2019). World health authorities recommend that people maximize their protein intake from plant sources (such as legumes) and reduce protein intake from animal sources, as increased vegetable protein intake is positively associated with reduced both cardiovascular disease-related deaths and all-cause mortality (Chelladurai & Erkinbaev, 2020). 
 
 Germination plays an important role in reducing nonnutritive compounds in legumes and increasing the levels of available carbohydrates, dietary fiber, and other components, and germination is one of the most common and effective processes to improve the nutritional quality of legumes (Vidal-Valverde et al., 2002). Cooking lentils by boiling improves taste and flavor, and also increases the bioavailability of nutrients (Pal et al., 2017; Xu & Chang, 2008).
 The presence of high levels of dietary trypsin inhibitors from legumes has been reported to cause reductions of up to 50% in protein and amino acid digestibility in living systems (Gilani et al., 2005). It has been reported that the majority of the toxic and antinutrient effects of harmful compounds can be prevented by germination, sprouting, boiling, autoclaving, fermentation, genetic manipulation, and other processing methods (Siddhuraju et al., 2002; Soetan, 2008).
 Epidemiological studies have shown that pulse consumption is inversely proportional to the incidence of various chronic diseases such as coronary heart disease, type II diabetes mellitus, cardiovascular diseases, cancer, and aging (Villegas et al., 2008). It has been stated that the prevention and treatment of degenerative diseases are related to the antioxidant compounds in lentil sprouts (Salas-Perez et al., 2018; Zou et al., 2011). In addition, it has been reported that germinating lentils have properties against arterial hypertension (Torres-Acosta & Calvo-Araujo, 2011). With the fresh consumption of lentil sprouts, carbohydrates, fibers, vitamins, minerals, and high amounts of phytochemicals with antidiabetic, anti-inflammatory, anticancer, antihypertensive, and antioxidant activities are taken into the body (Dziki et al., 2015). Limited studies were carried out on physicochemical and bioactive properties, fatty acids, phenolic compounds, and mineral contents of raw, germinated, and boiled lentil seeds. The aim of this study was to investigate the effect of germination and boiling on oil content, total phenol, flavonoid, antioxidant activity, phenolic compounds, fatty acids, and mineral contents of raw, germinated, and boiled lentil seeds
 
 The protein content of germinated and boiled lentils increased compared to the control sample.
  The total phenol and flavonoid contents of the lentils of the control samples were higher than those of the germinated and boiled ones. Enzyme activity and applied temperature during germination and boiling, respectively, caused a decrease in the amount of bioactive components of lentil seeds. 
  
  Since lentils have high phenolic content, antioxidant activity is also high. Therefore, it has been reported that there is a linear relationship between the phenolic component and antioxidant activity values of lentil seeds (Xu & Chang, 2007). 
  
Laborstudie in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.1111/1750-3841.16099

Study: weak evidence

Alkaltham MS, Musa Özcan M et al. Changes in Antioxidant Activity, Phenolic Compounds, Fatty Acids, and Mineral Contents of Raw, Germinated, and Boiled Lentil Seeds. Journal of Food Science. 2022;87(4):1639–1649.

13.*

(Chaudhary and Tremorin 2020). It has been reported in a recent study by Chaudhary and Tremorin (2020) that when cooked lentil puree was used in the lean beef burger formulation, ~33% and 26% reductions in environmental food print and cost were observed, respectively.

However, the existence of unwanted flavor compounds, raffinose family oligosaccharides, antinutritional factors (ANFs) (e.g., saponins, phytic acid, tannins, lectins, and protease inhibitors), and the allergenic proteins, respectively, results in a “beany flavor,” gastrointestinal discomfort and flatulence, adverse nutritional effects (e.g., reduced protein digestibility and nutrient absorption), and allergenic reactions.

The EAA contents of lentil proteins were found to be comparable to those of dairy proteins, and it has been stated that the EAA contents of lentil proteins exceed the recommended daily intake of FAO/WHO (FAO/WHO 1991) for healthy adults (except cysteine and methionine amino acids) (Alrosan et al. 2022). Bioactive peptides, another functional component in lentils, have health-promoting abilities such as reducing inflammation and blood pressure and supporting the immune system (Faris, Takruri, and Issa 2013).

In addition, the dietary fiber, resistant starch, and oligosaccharides of lentils have proven health benefits (e.g., hypocholesterolemic, anticancerogenic, antitumor, hypoglycemic, and antimicrobial effects in human body) associated with their significant contribution to gastrointestinal health (Ganesan and Xu 2017). They can regulate bowel function and modulate the structure and activities of the gut microbiota, which stimulates the growth of probiotic bacteria (Ganesan and Xu 2017).

Saponins, the bioactive compounds of lentils, have hypocholesterolemic, hypoglycemic, anti-inflammatory, and antimicrobial effects that positively affect human health (Ganesan and Xu 2017; Del Hierro et al. 2020; Mustafa et al. 2022). The hypocholesterolemic effect of saponins can be explained by two mechanisms. One of them is the prevention of cholesterol absorption from the small intestine by forming an insoluble saponin-cholesterol complex, and the second mechanism is the solubilization of cholesterol in the small intestine (Mustafa et al. 2022). Saponins inhibit the production of proinflammatory cytokines and inflammatory enzymes and the degradation of IκB-α, which results in anti-inflammatory effect (Conti et al. 2021). Del Hierro et al. (2020) stated that fermentation of saponin-rich fractions from red lentils by human gut microbiota modulated the growth of specific intestinal bacteria, mainly lactic acid bacteria and Lactobacillus spp., via the transformation of saponins into sapogenins (soyasapogenol B), resulting in antimicrobial activity.

Additionally, the phenolic compounds in lentils have antioxidant activity which can potentially reduce the incidence of various cancers.

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.1002/leg3.70000

Study: weak evidence

Keskin SO, Sumnu G. Versatile Functions of Raw and Modified Lentils/Lentil Components in Food Applications: A Review. Legume Science. 2024;6(3):e70000.

14.*

Grain legumes or pulses, including lentil (Lens culinaris Medik), have gained increasing popularity among consumers and food processors in recent years. This trend has been driven by the consumers opting for plant-based proteins and environmentally sustainable food sources. Global production of lentils has more than doubled since 2001 (from 3.15 to 6.58 million metric tons in 2020), which signifies the commercial importance of this nutrient-dense legume. As per the USDA's nutrients data (2022), lentil contains 24.6% protein, 63.4% carbohydrates, 2.7% ash content, and 1.1% total fat. High amount of dietary fiber, slowly digestible starch and potassium, and low sodium in lentil align well with consumer choices for healthy foods. Many studies have reported on the health benefits of consuming lentils, especially being effective in reducing various health conditions, such as hypertension, cardiovascular diseases, diabetes mellitus, and cancer. The relatively higher protein and lower carbohydrates content of lentil compared with cereal grains can help in expanding the utilization of lentils and lentil-based ingredients to develop new products. Combined with high dietary fiber, resistant starch, and bioactive polyphenolic content, the demonstrated nutritional benefits can fill the ever-increasing demand for plant-based proteins well beyond traditional consumption of lentils in developing countries. This article reviews the composition and nutrient profile of raw and processed lentils, effect of various processing methods on composition and nutrient profile, and health benefits of lentils.

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.1002/leg3.156

Study: weak evidence

Dhull SB, Kinabo J, Uebersax MA. Nutrient Profile and Effect of Processing Methods on the Composition and Functional Properties of Lentils (lens culinaris medik): A Review. Legume Science. 2023;5(1):e156.

15.

Pal RS, Bhartiya A et al. Effect of Dehulling, Germination and Cooking on Nutrients, Anti-nutrients, Fatty Acid Composition and Antioxidant Properties in Lentil (Lens culinaris). Journal of Food Science and Technology. 2016;54(4):909.

16.

Ahmed J, Siddiq M, Uebersax MA. Lentils: Production, Processing Technologies, Products, and Nutritional Profile. John Wiley & Sons; 2023:6-10; 57.

17.

AGES Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit. Hülsenfrucht im Fokus - Linse. 2023.

18.

USA Pulses. Lentils. 

19.

Mehring F. Lentils - Food For The Future [Video]. 20.03.2019.

20.

Shiva V, Goburdhun M, Balsavar R. Pulse of Life: The Rich Biodiversity of Edible Legumes. 1. Auflage. New Delhi: Navdanya/RFSTE, 2016:6.

21.

CONCITO. The big climate database. Climate footprint. Red lentils, dried.

22.

Mekonnen MM, Hoekstra AY. The green, blue and grey water footprint of crops and derived crop products. Hydrol Earth Syst Sci. 2011;15(5):1577–1600.  

23.*

Although phytic acid and its mineral salts have
beneficial effects on human health such as decreasing the risk
of heart disease, colon cancer, and renal stone formation, its
role as a food antinutrient has been a major concern for
mineral bioavailability for human populations that are mainly
dependent on cereals and legumes. 

Lebensmittelanalytische Studie in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.1021/jf901636p

Study: weak evidence

Thavarajah P, Thavarajah D, Vandenberg A. Low Phytic Acid Lentils (Lens culinaris L.): A Potential Solution for Increased Micronutrient Bioavailability. J Agric Food Chem. 2009;57(19):9044–9049.

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