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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Zimtapfel, roh (Rahmapfel, Süsssack)

Den Zimtapfel (Annona squamosa) verwechselt man oft mit der Cherimoya. Man nennt ihn auch Schuppenannone, Rahmapfel oder Süsssack.
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Der Zimtapfel (Annona squamosa) oder die Schuppenannone ist auch unter dem Namen Rahmapfel oder Süsssack bekannt. Die Frucht sieht einem grossen Pinien-Tannenzapfen ähnlich und hat ein wunderbares, süsses Fruchtfleisch.

Verwendung in der Küche:

Der Zimtapfel ist kein Weihnachtsapfel, wie man vermuten könnte. Der Name dieser Annonen-Art kommt vom Aroma der Fruchtschale, das an Zimt erinnert. Die Konsistenz des creme-weissen Fruchtfleisches ist feinkörnig, breiig und weich und schmeckt sahnig, etwas nach Vanillecreme. Hat die verwendete Sorte Samen, sind diese im reifen Zustand der Frucht dunkel, länglich und hart.

Die giftigen Kerne sind, wie bei den meisten Annonenarten, nicht für den Verzehr geeignet. Bricht die schuppenartige Schale der Frucht auf, ist der Zimtapfel reif. Wie bei der Cherimoya kann man die gut gewaschene Fruchtschale mitessen. Wenn man die Frucht für den Verzehr vorbereitet, zerfällt die Schale samt Fruchtfleisch meist in viele kleine Stücke. Die Schalenstücke sind Brotcroutons ähnlich und verleihen dem Zimtapfel einen herzhaften Geschmack.2

Am besten schmeckt die Schuppenannone pur als Dessert. Man kann die nahrhafte Frucht (ohne Samen!) sehr gut mit etwas Wasser zu Smoothies verarbeiten und gekühlt servieren. Die exotische Frucht macht sich auch rein optisch in jeder Obstschale sehr gut.

Einkauf - wo kaufen?

Die Zimtapfel-Früchte sind oval oder rund und haben einen Durchmesser von etwa 8 cm. Ihr Gewicht liegt zwischen 100 und 400 g pro Frucht. Sie sind also wesentlich kleiner als die artverwandte Netzannone. Die Schuppenannone hat eiförmige Schuppen. Die Früchte bleiben in reifem Zustand grün oder weisen eine gelb-grüne, manchmal sogar violettfarbene Schale auf. Am besten kauft man den Zimtapfel noch nicht ganz reif und lässt ihn bei Raumtemperatur nachreifen.

Den Zimtapfel findet man kaum in Europa. Bei Grossverteilern wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer etc. haben wir keine Hinweise auf ein Angebot gefunden. Bestenfalls erhält man ihn in einem Asia- oder spezialisierten Onlineshop. Eventuell bietet auch ein Bioladen oder ein spezialisierter Obsthändler die Frucht an.

Wild zu finden:

Die Wildfrüchte in Sri Lanka sind kleiner, trockener und konzentrierter als die kultivierten Früchte. Diese noch ursprünglichen Früchte haben relativ viele ungeniessbare Samen. Sie kleben sehr stark am Fruchtfleisch bzw. den Fruchtfleischtaschen. Um in den vollen Genuss der Früchte zu kommen, lohnt es sich, das Fruchtfleisch vorsichtig zu kauen und dabei die Samen auszusortieren.

Lagerung:

Die Zimtäpfel sollte man nicht im Kühlschrank lagern. Sie verlieren sonst an Geschmack und wirken glasig. In einem speziellen Kühlbereich kann man die Haltbarkeit der Früchte bei 10 °C verlängern. Trotzdem sind sie nicht lange haltbar.2

Inhaltsstoffe - Nährwert - Kalorien:

Der Süsssack hat, wie sein schon Name sagt, einen hohen Glucosegehalt. Er enthält kaum Fett, dafür aber Ballaststoffe. Sein Nährwert ist vergleichbar mit dem einer Banane.

Die säurearme Cremefrucht ist reich an Vitamin C und Vitamin B-Komplexen wie Pyridoxin (B6), Niacin (B3)​​​, Thiamin (B1) und Riboflavin (B2). Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Phosphor, Calcium, Eisen und Zink sind vorhanden.3 Siehe die Inhaltsstofftabellen nach dem Text.

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Die Vitamine im Zimtapfel stärken das Immunsystem und die Nerven. Die Antioxidantien wirken gegen freie Radikale und helfen den Cholesterinwert des schlechten LDLs zu senken. Die Frucht enthält auch Stoffe wie Acetogenine und Alkaloide. Diese wirken entzündungs- und schmerzhemmend. Zudem sollen diese Inhaltsstoffe das Risiko von Krebs und Nierenversagen minimieren. Die Wirkung gegen Krebs ist jedoch sehr umstritten und wissenschaftlich nicht erwiesen. Ähnlich wie bei der Stachelannone.

Die Riboflavine (Vitamin B2) sind am Stoffwechsel im Auge beteiligt und schützen vor grauem Star. Der Magnesiumgehalt im Zimtapfel gleicht den Wasserhaushalt im Körper aus und entfernt Säuren aus den Gelenken, was Symptome bei Arthritis und Rheuma reduzieren kann. Die enthaltenen Ballaststoffe sorgen für ein reibungsloses Funktionieren des Darms und verbessern die Darmflora. Sie sind auch hilfreich bei Verdauungsstörungen.4
Ansonsten sind die gesundheitlichen Eigenschaften des Zimtapfels ähnlich denen der Cherimoya.

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Die ungeniessbaren Kerne enthalten Annonacin, ein giftiges Alkaloid. Zerkaut man die Samen, verursachen sie Darmbeschwerden. Unzerkaut sind sie harmlos und der Körper scheidet sie unverdaut wieder aus.

Volksmedizin - Naturheilkunde:

In der Volksmedizin ist die Schuppenannone bekannt für ihre positive Wirkung auf Haut und Haare. Bei regelmässigem Verzehr löst der Körper Giftstoffe aus dem Darm, was das Hautbild verbessern soll. Zudem empfiehlt man das fettarme, aber sehr kohlenhydratreiche Fruchtfleisch des Zimtapfels bei Anämie (Blutarmut), Schwäche und als Diätkost bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen.1

Traditionell setzt man den Zimtapfel in El Salvador bei Durchfall ein. Breiumschläge aus den Blättern der Schuppenannone finden Anwendung bei Wunden, Geschwüren aber auch bei Epilepsie.9

Vorkommen:

Der Rahmapfel kommt ursprünglich aus dem tropischen Zentralamerika (Peru, Mexiko) und von den Westindischen Inseln (Antillen, Bahamas). Auch in Florida, Hawaii, Ägypten, Australien, Indien, Südchina und im gesamten südostasiatischen Raum sind grosse Anbaugebiete der Schuppenannone zu finden.

Anbau - Ernte:

Der Strauch oder Baum erreicht eine Höhe von ca. 6-8 Metern. Die Blätter sind bis zu 17 cm lang.5 Die Schuppenannone öffnet ihre Blüten nur für wenige Stunden, weshalb sie sich nur spärlich durch natürliche Bestäubung durch Käfer entwickelt. Durch künstliche Befruchtung kann man den Ertrag von natürlich 20-50 auf 100 Früchte pro Baum und Jahr steigern. Die Erntesaison in den Anbauregionen in Südostasien und Südamerika ist zwischen Juni und September.6

Verwechslungsgefahr:

Zur Familie der Annonengewächse gehören einige äusserst ähnlich aussehende Früchte, die man leicht verwechselt: Sehr ähnlich dem Zimtapfel ist die Cherimoya, doch die Schale des Zimtapfels weist gewölbte Schuppen auf, die sich bei Reife leicht voneinander lösen.

Allgemeine Informationen:

Der Zimtapfel (Annona squamosa) gehört zur Gattung Annona. In der Gattung der Annonen gibt es etwa 80 Arten. Ausser den vier Arten Cherimoya, Netzannone, Stachelannone und Zimtapfel (Schuppenannone, Süsssack, Rahmapfel, Puddingapfel) gibt es einige weitere essbare Früchte aus der Gattung Annona. Ursprünglich nannten die Ureinwohner alle Früchte „Anon“, was Rahmapfel bedeutet. Erst der Botaniker Linné latinisierte den volkstümlichen Namen und änderte ihn zu Annona.2 Jede Art hat ihr eigenes, spezielles Aroma.

Einige Sorten der Schuppenannone:1
Pinks Mammut: ist eine riesige Frucht mit hervorragendem Geschmack und ohne Samen. Die beliebteste Annonen-Sorte kann bis zu 3 kg wiegen und kommt aus Australien (Mr. Pink).
African Pride: hat kleine, herzförmige Früchte mit sehr vielen Samen und dicker Schale. Diese früh reifenden Früchte wiegen zwischen 550 und 800 g.
Late Gold: ist eine goldbraune Frucht mit weicher Haut. Diese Sorte ist selten, z.B. in Northern Rivers (Australien) erhältlich.
Geffner: stammt aus Israel. Mit aussergewöhnlichem Geschmack.
Hilary Weiss: schmeckt wie die anderen Sorten der Schuppenannone. Hat aber eine relativ glatte Haut und ist durchschnittlich gross.

Wirtschaftlich von Bedeutung sind folgende Annonen-Arten: Cherimoya (Annona cherimola), Netzannone (Annona reticulata), Stachelannone (Annona muricata, Sauersack, Graviola) und die Atemoya. Die Atemoya ist eine Kreuzung (Hybrid) der Annona cherimola und Annona squamosa, die 1958 in Indien gelang. Bei der Weitervermehrung verringerte sich die Samenzahl und eine noch wohlschmeckendere Frucht entstand.5,7 Die Netzannone und die Stachelannone sind in Europa oft nur in Fruchtsäften vertreten.

Weniger bekannt sind z.B. die Ilama (Annona macroprophyllata), die Schmalkronige Annone (Annona stenopetala) und der Schleimapfel (Annona mucosa Jacq.).

Die Samen (gemahlen oder das Öl) des Zimtapfels nutzt man als Insektizid. Es gibt auch Verwendungen der Samen gegen parasitäre Hautkrankheiten oder als starkes Brech- und Abführmittel.7

Wiss. N. Englisch Deutsch Trivialnamen* Kunstnamen**
Annona cherimola Cherimoya, Custard apple Cherimoya Jamaika-, Rahm-, Zuckerapfel, Süsssack Annona (bei allen falsch!)
Annona reticulata Wild-sweetsop, Bull's heart, Bullock's-heart, Ox-heart Netzannone Ochsenherz, Süssapfel, Buddhafrucht, Sharifa Custard apple, Cachiman
Annona squamosa Sugar apple, Sweetsop Schuppenannone Zimtapfel Rahmapfel, Süsssack, Puddingapfel
Annona muricata Soursop, Graviola, Guyabano Stachelannone Sauersack, Graviola, Guanabana, Corossol
Annona mucosa J Wild sugar apple Schleimapfel Rollinia mucosa Biribá, Wild sweetsop
Annona senegalensis African custard-apple, Wild custard apple, Wild soursop Senegalesische Annone Affenspeise, Senegalapfel
Annona purpurea Soncoya Annona purpurea Annona manicote
Annona macro-prophyllata Ilama Ilama Annona diversifolia
cherimola x squamosa Atemoya Atemoya
Die Bezeichnung Annone oder Anone (anón) ist der Gattungsname, weshalb man ihn bei jeder Art fälschlicherweise als Name nennt. Dieser Name ist nicht spezifisch. Bei vielen Bildersammlungen wie fotolia, Adobe, pixabay etc. sind Arten mit Cherimoya oder mit anderen Namen verwechselt.
*Trivialnamen sind Begriffe, die lt. Wikipedia aus der Alltagssprache kommen und leichter verständlich sind. **Kunstnamen sind neue künstliche Namen, die sich manchmal von echten Trivialnamen ableiten, oft sind es auch Phantasienamen.

Literatur - Quellen:

  1. Natur-hilft.info von Michael Klee
  2. Rohkostwiki.de Zimtapfel
  3. United States Department of Agriculture (USDA)
  4. Burgerstein: Handbuch Nährstoffe. Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung: Alles über Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe. 10. Aufl. Stuttgart 2010: 95–97.
  5. Brücher H. Tropische Nutzpflanzen. Berlin:Springer-Verlag;1977 ISBN 3-540-08185-2.
  6. Pflanzen-lexikon.com Zimtapfel
  7. Rehm Rehm S, Espig G. Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen. Stuttgart:Verlag Eugen Ulmer; 1976. ISBN3-8001-4108-6.
  8. Morton JF. Fruits of warm climates. Cherimoya. Miami: Distributed by Ceative Resouces Systems; 1987: 65-69.
  9. Deutschsprachige Wikipedia Zimtapfel.

Zutat mit Nährstofftabellen


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