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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Rote und weisse Johannisbeeren, roh (Ribisel)

Rohe rote und weisse Johannisbeeren haben einen leicht säuerlich Geschmack und bieten zahlreiche gesundheitliche Vorteile.
Wasser 84,0%  90/09/01  LA : ALA
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Rote Johannisbeeren (Ribes rubrum var. domesticum) kennt man auch als Garten-Johannisbeere oder Rote Ribisel. Die Weisse Johannisbeere ist lediglich eine Farbvariante der Roten.

Verwendung in der Küche:

Rohe Johannisbeeren sind als vitaminreichen Snack für Zwischendurch zur Saison sehr beliebt. Sie machen sich auch gut in einem erfrischenden Wasser mit Zitronen und Minze oder peppen durch ihren säuerlichen Geschmack das morgendliche Müesli (Erb-Müesli) oder einen Salat auf.

Aufgrund ihres hohen Saftanteils kann man beide Varianten gut zu Konfitüre, Gelee, Saft oder Grütze verarbeiten, wobei die Roten durch ihre intensive Farbe weitaus beliebter sind. Ihr hoher Pektingehalt lässt die verarbeiteten Früchte gut gelieren. Rote Johannisbeeren eigene sich hervorragend für Kuchen, Fruchtschnitten oder Chutneys.

Die Schwarzen Johannisbeeren (Ribes nigrum) kennt man häufig als Grundlage für den Cassis-Sirup.

Rezepte für Smoothie mit Roten Johannisbeeren:

Gewaschene 200 g Rote Johannisbeeren mit geschnittenen 100 g Aprikosen und 200 g frisch gepressten Orangensaft in einem Hochleistungsmixer oder Smoothie-Maker fein mixen. Je nach Geschmack einen Spritzer Zitronensaft oder Süssungsmittel (Agavensirup, Honig oder Rohzucker) hinzufügen.

Smoothies kann man je nach Verfügbarkeit mit saisonalen Früchten gut variieren. Oder man mischt Smooties mit Reis- oder Haferdrinks, was sie etwas cremiger macht.

Teezubereitung:

Getrocknete Johannisbeeren kann man im Winter sehr gut als Tee aufgiessen. Als Tee eignen sich auch die Johannisbeerblätter.

Einkauf - wo kaufen?

Zur Saison bekommt man vor allem Rote Johannisbeeren bei Supermarktketten wie Coop, Migros, Denner, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer etc. Kleinere Dorfläden (z.B. Volg) oder Supermärkte mit regionalem Bezug bieten Johannisbeeren aus den umliegenden Gegenden an, so besteht auch die Möglichkeit an Weisse Johannisbeeren zu kommen.

Wild zu finden:

Eine Wildforme der Roten Johannisbeere (Ribes rubrum L. var. rubrum) gibt es in Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Österreich, Italien und Polen. Sie vermehrt sich über Kriechsprossen. Die Blätter sind auf der Oberseite glänzend und netzrunzelig, ihre Beeren sind sehr klein.1

Findet man die Johannisbeere im Rest Europas wild, handelt es sich meist um eine verwilderte Kulturform (Ribes rubrum var. domesticum WALLR.). Eher selten wachsen sie in Auwäldern, Schluchten, Gebüschen und an Bächen.2

Lagerung:

Sind die Johannisbeeren mal gepflückt, kann man sie nicht lange lagern. Im Kühlschrank halten sie oft wenige Tage. Man erhält sie meist in kleinen Tassen oder Behältern, so sind sie jedoch sehr anfällig für Schimmelbefall. Allerdings halten die Beeren sehr lange am Strauch. Hat man einen Johannisbeerstrauch, dann pflückt man sie am besten nur wenn man sie braucht. So hat man eine lange Zeit frische Johannisbeeren zur Hand. Gewaschen und gut abgetupft kann man sie auch einfrieren und bei Gelegenheit zum Weiterverarbeiten auftauen lassen.

Inhaltsstoffe - Nährwert - Kalorien:

Johannisbeeren haben einen Kaloriengehalt von 56 kcal/100g. Der Hauptanteil liegt bei den Kohlenhydraten und Ballastastoffen, sie haben kaum Fett und auch nur wenig Eiweiss.3

Der Vitamin C-Anteil ist mit 41 mg/100g beinahe so viel wie bei der Zitrone, die 51 mg/100g hat. Schwarze Johannisbeeren haben im Vergleich viel mehr: 181 mg/100g.3

Vitamin K, ein fettlösliches Vitamin, das für die Blutgerinnung und den Knochenstoffwechsel zuständig ist, findet man vor allem in grünem Gemüse und Salaten. So ist der Anteil bei den Johannisbeeren mit 11 µg nicht sehr hoch, aber dennoch erwähnenswert. Frische Petersilie hat z.B. 1640 µg und Mangold 830 µg/100g Vitamin K1.3

Bei den Vitaminen in Roten und Weissen Johannisbeeren sind noch Vitamin B6 (Pyridoxin) und Folat als Folsäure-aktive Stoffgruppe zu nennen.3

Ein wichtiger Makro-Mineralstoff ist Kalium, 275 mg sind in den Roten Johannisbeeren pro 100 g enthalten. Die besten Kalium-Quellen sind getrocknete Kräuter, Hülsenfrüchte und Nüsse. Z.B. getrocknete Petersilie enthält 2680 mg, weisse Bohnen 1795 mg und Mandeln 730 mg (/100g). Im Vergleich dazu hat die "kaliumreiche" Banane nur 360 mg/100g.3

In den Roten und Weissen Johannisbeeren findet man noch Phosphor, Calcium und Magnesium sowie Spuren von Mangan, Eisen und Zink. Weitere Informationen zu den Inhaltsstoffen lesen Sie in der Tabelle ganz unten nach dem Text.

Neben den wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen enthalten die Beeren Schleimstoffe, Gerbstoffe, Pektin, Fruchtsäuren und Flavonoide.4

Verhältnis Omega-6 (LA) zu Omega-3-Fettsäure (ALA) in Beeren:

Beeren und Wildbeeren haben meistens ein sehr gutes Verhältnis von LA (Linolsäure) zu ALA (Alpha-Linolensäure). Allgemein haben Beeren einen tiefen Fettgehalt und entsprechend sind die Mengen an Omega-3 und Omega-6 auch gering. Im Verhältnis zum Gesamtfettgehalt machen die mehrfach ungesättigten Fettsäuren aber einen hohen Anteil aus.

Aus der Alpha-Linolensäure bildet der Körper weitere Omega-3 Fettsäuren (EPA und DHA), die entzündungshemmend wirken, aus der Linolsäure hingegen die entzündungsfördernde Arachidonsäure. Das gute Verhältnis Omega-6 zu Omega-3 ist ein weiterer Grund dafür, dass die Beeren als sehr gesundes Nahrungsmittel gelten.

Angaben zu einzelnen Werten ALA und LA (Quellen: USDA, Önwt, Debinet)

Beere (roh)

LA (g/100g)

ALA (g/100g)

Verhältnis LA:ALA

Gesamtfett (g/100g)

Quelle

Sanddornbeere

2,6

1,8

1,5:1

7,1

Önwt

Holunderbeere

0,6

0,5

1:1

1,7

Önwt

Brombeere

0,19

0,4

0,36

0,09

0,3

0,26

2:1

1,25:1

1,3:1

0,34

1,0

1,0

USDA

Önwt

Debinet

Wald Brombeere

0,4

0,3

1,25:1

1,0

Önwt

Preiselbeere

0,2

0,2

1:1

0,5

Önwt

Cranberry

0,3

0,2

1,5:1

0,7

Önwt

Heidelbeere

0,2

0,22

0,2

0,15

1:1

1,5:1

0,6

0,6

Önwt

Debinet

Himbeere

0,25

0,1

0,13

0,1

2:1

1:1

0,46

0,3

USDA

Önwt

Wald Erdbeere

0,1

0,1

1:1

0,4

Önwt

Wald Himbeere

0,1

0,1

1:1

0,3

Önwt

Boysenbeere

0,11

0,08

1,5:1

0,3

Debinet

Schwarze Johannisbeere

0,11

0,07

1,5:1

0,26

USDA

Erdbeere

0,09

0,06

1,5:1

0,21

0,4

USDA

Debinet

Stachelbeere

0,27

0,05

5:1

0,4

USDA

Rote Johannisbeere

0,05

0,04

0,04

0,03

1:1

1,25:1

0,13

0,2

USDA

Debinet

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Rote Johannisbeeren haben eine leicht abführende, harntreibende, blutreinigende und verdauungsfördernde Wirkung. Die enthaltenen Gerbstoffe wirken adstringierend (zusammenziehend) und schützen so die Schleimhäute und das Zahnfleisch. Mineralsalze und Vitamin C sind für die Aktivierung des Stoffwechsels und die Stärkung des Immunsystems verantwortlich.4

Flavonoide und Phenolsäuren wirken gemeinsam mit dem enthaltenen Vitamin C vorbeugend gegen eine Ablagerung von Cholesterin an den Arterienwänden. Das Risiko an Bluthochdruck zu leiden oder einen Herzinfarkt zu bekommen ist bei einem regelmässigen Verzehr geringer.

Volksmedizin - Naturheilkunde:

Den frisch gepressten Saft von Johannisbeeren setzt man als Erste Hilfe bei leichten Verbrennungen ein.4

Vorkommen - Herkunft:

Seit dem 15. Jahrhundert kultiviert man Johannisbeeren. Sie kommen in den gemässigten Klimagebieten der Nordhalbkugel vor. Laut Wikipedia hatten Russland, Nord- und Mitteleuropa die grösste Welternte 2016.

Heute kreuzt man die Sorten mit der Felsen-Johannisbeere (Ribes petraeum), der Ährigen Johannisbeere (Ribes spicatum) und der Troddel-Johannisbeere (Ribes multiflorum). Um veredelte Exemplare zu erhalten pfropft man sie auch auf Gold-Johannisbeeren (Ribes aureum), ähnlich wie bei den Stachelbeeren (Ribes uva-crispa).

Anbau im Garten oder als Topfpflanze:

Johannisbeeren sind sehr anspruchslose Sträucher. Sie können eine Höhe von 1 - 2 m erreichen und je nach Schnitt eine dementsprechende Breite.

Aufgrund ihrer Triebigkeit, ist für eine reiche Ernte mit grösseren Beeren ein sorgfältiger jährlicher Schnitt wichtig.

Zudem sollte man einen sonnigen, windgeschützten Standort wählen. Johannisbeeren lieben einen lockeren und nährstoffhaltigen Boden ohne Staunässe.

Johannisbeeren kann man sehr einfach selbst vermehren. Für eine Vermehrung durch Stecklinge schneidet man im Winter Stecklinge von einjährigen Trieben und steckt sie in Anzuchterde. Die 4-5 herausstehenden "Augen" treiben im nächsten Frühjahr aus.

Eine andere Möglichkeit ist junge Triebe zum Absenken auf den Boden biegen und dort mit Erde zu bedecken und zu verankern. Die Augen unter der Erde bilden neue Pflanzen, welche man im nächsten Jahr von der Mutterpflanze trennen kann.5

Tierschutz - Artenschutz - Tierwohl:

Imker verwenden Rote Johannisbeeren aufgrund ihres hohen Zuckergehaltes im Nektar (16-31 %) und in der Blüte (0,7 mg Zucker / Tag / Blüte) als wichtige Nebentracht. Als Tracht bezeichnet man in der Imkerei das gesamte Nektarangebot.2

Allgemeine Informationen:

Obwohl die Roten und Weissen Johannisbeeren (Ribes rubrum domesticum) zu der Familie der Stachelbeergewächse (Grossulariaceae) gehören, trägt die Gattung der Johannisbeeren (Ribes) keine Stacheln. Die Ernte der roten und weissen Johannisbeeren beginnt ca. am 24. Juni dem Johannistag, daher haben sie ihren Namen.

Gärtnerische Züchtungen ergaben die Jostabeere (Josta- oder Jochelbeere). Dieser Hybrid ergab sich aus der Kreuzung von Ribes nigrum x Ribes divarcatum x Ribes uva-crispa ( = Schwarze Johannisbeere x Oregon-Stachelbeere x Stachelbeere).

Alternative Namen:

Trivialnamen für Johannisbeeren sind in Deutschland umgangsprachlich Ahlbeere, Gichtbeere, Träuble, Kanstraube oder Gehonstraube. Die Schweizer kennen sie als Trübeli oder Meertrübeli und die Österreicher sagen: Ribiseln.

Im Englischen kennt man Ribes rubrum als red currant.

Literatur - Quellen:

  1. Oberdorfer E. Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Eugen Ulmer Verlag: Stuttgart. 2001.
  2. Wikipedia Rote Johannisbeeren.
  3. USDA United States Department of Agriculture.
  4. Fleischhauer G, Guthmann J, Spiegelberger R. Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen. AT Verlag: Aarau, München. 2018.
  5. Gartenjournal.net Johannisbeere pflanzen.

Zutat mit Nährstofftabellen


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