Stiftung Gesundheit & Ernährung
S t i f t u n g
Gesundheit & Ernährung
Schweiz
Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

Limu Kohu (rote Hawaii-Alge), Asparagopsis taxiformis

Die wildwachsende Limu-Kohu-Alge (Asparagopsis taxiformis) ist eine vor allem auf Hawaii bekannte Rotalgen-Art - als beliebtes Würzmittel in der lokalen Küche.

Piktogramm Nährstofftabellen

Limu Kohu (Asparagopsis taxiformis) gehört zu den Rotalgen. Auf Hawaii ist die intensiv schmeckende rote Alge eine typische Zutat in vielen Gerichten.

Verwendung in der Küche:

Die Limu-Rotalgen sind seit jeher ein fester Bestandteil der traditionellen hawaiianischen Ernährung, wobei Limu Kohu zu den beliebtesten Limu-Arten zählt. Der rote Seetang findet in der hawaiianischen Küche hauptsächlich als Gewürz Verwendung und ist eine beliebte Zutat1 in Salaten, Eintöpfen, Brei, zu Fleisch und insbesondere in rohen Fleisch- oder Fischgerichten. Die Meeresalge hat einen pfeffrigen Geschmack sowie ein durchdringendes Jodaroma und passt gut zu Rohkost, Chutneys, Zuckermais oder selbsthergestellten Konserven.

Chili-Pfeffer-Wasser ist eine scharfe hawaiianische Würze mit Limu Kohu, die bei Verfügbarkeit von getrockneten Algenblättern leicht herzustellen ist. Weitere traditionelle und bekannte Gerichte sind Lomi Lomi (Salat mit Lachs, Tomaten, Zwiebeln, Limu Kohu), Poke (mit Limu Kohu, Salz, Chilis und Kukui-Nüssen marinierte rohe Fleischstreifen oder –würfel) oder Poi (fermentierte und mit Limu Kohu gewürzte Paste aus den stärkehaltigen Rhizomen der Taro-Pflanze).

Alternativ zu Limu Kohu kann man andere Arten der Rotalge verwenden, z.B. Dulse (Lappentang) oder Ogo-Algen, die eine weitere Limu-Art darstellen. Grundsätzlich ist der unterschiedliche Jodgehalt in getrockneten und frischen Algen zu beachten!

Veganes Rezept für Poke-Bowl mit Tofu und Limu Kohu:

Für vier Portionen schneidet man 2 Packungen neutralen Tofu in mundgerechte Würfel. Für die Marinade gibt man 5 EL Sojasauce (Tamari oder Shoyu), 1 EL Sesamöl (geröstet), 1 Prise Chiliflocken, 1 walnussgrosses Stück geriebenen Ingwer sowie 0,5 TL getrocknete und zerstossene Limu Kohu bzw. Dulse (Lappentang) in eine mittelgrosse Schüssel. Den Tofu mit der Marinade mischen und mit feingeschnittenen Frühlingszwiebelröllchen garnieren.

Veganes Rezept für Lomi-Lomi-Salat (Linsen, Avocado, Limu Kohu):

Zunächst mischt man für die Marinade folgende Zutaten: Saft einer halben Zitrone, 1 EL Sesamöl, 1 EL Rapsöl, 1 EL Sojasauce (Tamari oder Shoyu), 1 Messerspitze Chiliflocken sowie 1 TL getrocknete und zerstossene Limu Kohu bzw. Dulse (Lappentang). 2 Tomaten, 1 Avocado und 1 gelbe Paprika in Stückchen schneiden und zusammen mit lauwarmen oder kalten gekochten Tellerlinsen auf die Marinade geben. Dann fügt man grob zerkleinerte Korianderblätter und die Röllchen einer Frühlingszwiebel hinzu und mischt den veganen Lomi-Lomi-Salat mit der Marinade. Zuletzt den Salat auf vier Tellern anrichten und mit schwarzem und gelbem Sesam bestreuen.

Einkauf - wo kaufen?

Limu Kohu ist in europäischen Supermärkten wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka oder Hofer sowie in Bio-Supermärkten wie Denns oder Alnatura nicht verfügbar.

Da Limu Kohu meist aus wilder Ernte stammt, gestaltet sich der Kauf der frischen Rotalge selbst auf Hawaii als schwierig. Früher konnte man rohe Limu-Kohu-Algen auf Märkten kaufen, heute erhält man sie in lokalen Supermärkten als getrocknetes und gesalzenes Würzmittel oder in originalen hawaiianischen Zubereitungen.2

Im Online-Handel findet man Ogo Seaweed bzw. Ogo-Algen, die meist aus Kultivierung stammen. Ogo ist die japanische Bezeichnung für eine der Limu-Arten und eine preiswerte Alternative zu Limu Kohu.

Wild zu finden:

Limu Kohu kommt wildwachsend in den Gezeitenzonen rund um Hawaii sowie in tropischen und subtropischen Ozeanen vor, aber nicht in arktischen Gewässern. Mittlerweile ist die invasive Alge im Mittelmeer weit verbreitet. Die lichtbedürftige Limu-Art wächst an exponierten Standorten der Uferregionen, z.B. auf flachen Riffen, Riffkanten und felsigen Untergründen in Tiefen von bis zu 15 m.2,3,4

Beim Sammeln von Limu Kohu sollte man möglichst nachhaltig vorgehen und die Algen vorsichtig abbrechen, damit man die wurzelähnliche Basis nicht verletzt. Um die Sporen im Wasser freizusetzen und die Vermehrung der Algen zu sichern, reibt man die Stiele auf einer rauen Oberfläche. Dabei sollte das Riff unbeschadet bleiben.2

Die gesammelten blassroten bis rosa-grauen Limu-Kohu-Algen spült man vor der weiteren Verwendung gründlich mit Wasser und weicht sie über Nacht ein, um den starken Geschmack abzumildern. Anschliessend konserviert man die Algen mit Salz, trocknet sie, zerstösst sie im Mörser und rollt sie zur Aufbewahrung in walnussgrosse, nahezu unbegrenzt haltbare Kugeln.2,5

Lagerung:

Die durch Salzen und Trocknen haltbar gemachten Limu-Kohu-Algen sollte man lichtgeschützt und in einem gut verschliessbaren Gefäss aufbewahren. So verhindert man, dass das enthaltene Salz Feuchtigkeit aus der Luft zieht und es zu einem frühzeitigen Verderb kommt.

Inhaltsstoffe - Nährwert - Kalorien:

In diversen Studien untersuchte man den Gehalt an Gesamtphenolen sowie die Fettsäurenzusammensetzung von Asparagopsis taxiformis.

Der Gesamtfettgehalt in getrockneten Limu-Kohu-Algen beträgt 2,85 % des Trockengewichts. Im Gegensatz zu vielen Pflanzenölen sind die in Algen vorkommenden Öle reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. So enthalten Limu-Kohu-Algen etwa 23 % gesättigte und 68 % ungesättigte Fettsäuren. Weitere Analysen des Fettsäure-Profils ergaben, dass Docosahexaensäure (DHA) die am häufigsten vorkommende ungesättigte Fettsäure ist und fast die Hälfte der ungesättigten Fettsäuren ausmacht. Somit machen DHA 33 % vom Gesamtfett und EPA (Eicosapentaensäure) 1,3 % aus.6

In Lösungen aus Asparagopsis taxiformis konnte man antioxidativ wirksame Phenole nachweisen, die in wässrigen und methanolischen Extrakten am höchsten waren. In wissenschaftlichen Untersuchungen ermittelt man den Phenolgehalt mittels einer Gallussäure-Kalibriergeraden und gibt sie in "Gallic Acid Equivalents" (GAE) bzw. mg Gallussäure pro g Trockengewicht an.6,7 Die wissenschaftliche Forschung zu Asparagopsis taxiformis steht in den Anfängen, weshalb wir hier keine weiteren Details zur Höhe und Zusammensetzung des Gesamtphenolgehalts angeben.

Das ätherische Öl in Limu Kohu besteht zu 80 % aus Bromoform, einem halogenierten Kohlenwasserstoff. Zudem sind viele andere jodhaltige und bromhaltige organische Verbindungen wie Dibromchlormethan, Bromchloressigsäure und Dibromessigsäure enthalten.1,8 Insgesamt sind mehr als 100 halogenierte organische Substanzen in Limu Kohu bekannt.9

Limu Kohu könnte in Zukunft möglicherweise als Superfood gelten. Man sollte aber beachten, dass diese ungeschützte Bezeichnung in erster Linie reinen Marketingzwecken dient und keine Schlüsse zur Qualität der Nährstoffe zulässt.

Eine detaillierte Auflistung der enthaltenen Nährstoffe ist nach aktuellem Stand der Forschung noch nicht gegeben.

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Das in Limu Kohu enthaltene Bromoform beeinflusst die Verdauungsenzyme, die für die Methanproduktion verantwortlich sind. Von 20 getesteten Meeresalgen wies Asparagopsis taxiformis mit 79 bis 99 % den grössten Effekt auf die Reduzierung der Methanemissionen von Wiederkäuern auf. Die Alge ist somit ein potentieller Futtermittelzusatz in der Landwirtschaft. Ob die Alge auch bei Menschen die Gasbildung im Magen-Darm-Trakt reduziert, scheint noch nicht nachgewiesen zu sein.1,8

Die in Asparagopsis taxiformis enthaltenen Phenole sind ausgezeichnete Radikalfänger und weisen eine höhere antioxidative Aktivität als Ascorbinsäure (Vitamin C) auf. Freie Radikale wie Superoxidradikale oder Stickoxidradikale sind unerwünscht und können Zellschäden hervorrufen. In Studien stellte man fest, dass Asparagopsis taxiformis die Lipidperoxidation, also den oxidativen Abbau von Fettsäuren durch hochreaktive Radikale, hemmt. Das antioxidative Potenzial bestätigte sich zudem über die eisenreduzierende Kraft von Asparagopsis taxiformis. Alle untersuchten Extrakte wiesen ein Reduktionsvermögen von dreiwertigem zu zweiwertigem Eisen auf.6 Dadurch könnte die Alge theoretisch die Bioverfügbarkeit von pflanzlichem Eisen erhöhen.

Als Quelle natürlicher Antioxidantien könnte man Asparagopsis taxiformis Nahrungsmitteln (funktionellen Lebensmitteln) zugeben. Zudem könnte die Alge in der Pharmaindustrie als Alternative zu synthetischen Inhaltsstoffen Verwendung finden. Therapeutische Einsatzgebiete wären z.B. die Behandlung bzw. Vorbeugung von Krankheiten, die durch oxidativen Stress entstehen oder die Verwendung als Anti-Aging-Mittel.6

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Meeresalgen sind von Natur aus reich an Jod (Iod) und können bei übermässigem Verzehr zu Störungen der Schilddrüsenfunktion mit teilweise schweren Gesundheitsschäden führen. In getrockneten Algen- und Seetangprodukten sind grundsätzlich Gehalte zwischen 5 und 11'000 mg pro Kilogramm Trockengewicht möglich, deswegen empfiehlt das BfR (Bundesinstitut für Risikoforschung), in der EU (Europäischen Union) einheitliche Höchstmengen festzulegen. Auch Hersteller und Anbieter von Algenprodukten sollten obligatorische Angaben machen müssen. Getrocknete Algenprodukte mit einem Jodgehalt von 20 mg pro Kilogramm und höher hält das BfR für nicht verkehrsfähig, da sie die Gesundheit schädigen können.10 Der Jodgehalt in Asparagopsis taxiformis ist uns nicht bekannt.

Grundsätzlich ist die empfohlene Jodaufnahmemenge davon abhängig, ob es sich um Jodmangelländer wie Deutschland handelt oder um Gebiete, in denen die Bevölkerung ausreichend mit Jod versorgt ist, wie z.B. die USA oder den asiatischen Raum. In Deutschland gilt eine maximale tägliche Jodaufnahme von 500 µg als sicher, auch für Menschen, die auf eine Jodbelastung empfindlich reagieren. Eine "normale" Ernährung überschreitet diesen Wert nicht.10

Unbemerkte Schalentiere zwischen den Blättern von Limu Kohu können eine indirekte Allergenbelastung darstellen. Achten Sie auf eine gründliche Reinigung der Algen.

Das in Limu Kohu sowie allgemein in Rotalgen enthaltene Bromoform ist ein Toxin, das beim Erhitzen giftige Dämpfe bildet. Die in essbaren Algen vorkommenden geringen Mengen an Bromoform scheinen dem menschlichen Organismus jedoch nicht zu schaden. Für Asparagopsis taxiformis ist keine Vergiftungsgefahr bekannt.3,11

Volksmedizin - Naturheilkunde:

In alten Zeiten waren die Limu-Algenarten, neben Fisch und Poi (s.o.), der dritte Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung der Bewohner von Hawaii.2 Traditionell verwendet man diese Algen als Antimykotika zur Behandlung von Pilzinfektionen.3

Vorkommen - Herkunft:

Heute kommen Limu-Kohu-Algen fast weltweit vor, ausgenommen sind die arktischen Gewässer. Sie gelten als invasiv und kommen gut mit unterschiedlichen Salzgehalten und Wassertemperaturen zurecht.3 Zwischen 1798 und 1801 entdeckte man Limu Kohu zum ersten Mal in Ägypten. Vermutlich gelangten die Algen per Schiff sowie über den Suez-Kanal in den Mittelmeerraum, wo sie inzwischen weit verbreitet sind.3,4

Zucht im Aquarium:

Für die Nachzucht von Asparagopsis taxiformis verwendet man ein grosses, etwa 200 l umfassendes Riff-Aquarium. Die Alge kommt mit nährstoffarmen Bedingungen gut zurecht. Wie bei vielen anderen Makroalgen auch kann es durchaus zu starkem Wachstum und starker Ausläuferbildung kommen.3 Zudem können die Fäden der Algen das Gestein flächig überziehen und sind nur schwer entfernbar.3,12

Anbau - Ernte:

Das Angebot der aus Wildernte stammenden Limu-Kohu-Algen fällt bisher sehr gering aus und der kommerzielle Anbau befindet sich in den Anfängen. Laut Wikipedia versucht die Forschungsinitiative "Greener Grazing", ein Wachstum in Ozean-ähnlichen Bedingungen zu demonstrieren. Das Startup "Symbrosia" der Yale University arbeitet daran, die Alge mithilfe einer zum Patent angemeldeten Technologie symbiotisch mit Weissbein-Garnelen an Land anzubauen.1

Tierschutz - Artenschutz - Tierwohl:

Algen binden Nährstoffe und stellen eine wichtige Nahrungsquelle für Fische und andere Tiere, wie z.B. Wasserschnecken oder Krebse, dar.

Allgemeine Informationen:

Asparagopsis taxiformis ist eine in tropischen und warmen bis gemässigten Gewässern weltweit verbreitete Rotalgen-Art,1 während Braunalgen und Grünalgen in kalten Meeresbereichen überwiegen.13 Zur Gattung Asparagopsis gehören insgesamt zwei Arten: Asparagopsis taxiformis und Asparagopsis armata.12

In der hawaiianischen Sprache ist Asparagopsis taxiformis als Limu Kohu bekannt und bedeutet "angenehmer Seetang" oder "angenehme Meeresalge", auch "angenehmes Seegras" (wobei Limu Kohu kein Seegras, sondern eine Alge bzw. ein Tang ist).1

Alternative Namen:

Auf Hawaii gibt es über 100 Bezeichnungen für die verschiedenen Limu-Arten. Alternative Namen für Limu Kohu sind u.a. Limu Lipaakai, Kohu Lipeche, Kohu Koko, Kohu Lipehe oder Limu Nipaakai. Auf Japanisch ist diese Limu-Art als Kagikenori bekannt.4

Lateinische Synonyme und veraltete Bezeichnungen sind Asparagopsis delilei Montagne (1841), Asparagopsis sandfordiana (1855), Asparagopsis sanfordiana Harvey (1855), Dasya delilei Montagne (1841), Falkenbergia hillebrandii (Bornet) Falkenberg (1901), Fucus taxiformis (Delile) (1813), Lictoria taxiformis (Delile) J. Agardh (1841), Polysiphonia hillebrandii Bornet (1883),3Lictoria taxiformis Delile (1841) und Polysiphonia patentifurcata V. Schiffner (1929).4

Der englische Begriff für Limu Kohu lautet Red Sea Plume,3 Supreme Limu4 oder Limu Kohu.

Literatur - Quellen:

13 Quellenangaben

In der Wissenschaft ist Wikipedia (wiki) als Quelle umstritten, auch weil bei Wikipedia Angaben zur zitierten Literatur bzw. zu Autoren häufig fehlen oder nicht verlässlich sind. Unsere Piktogramme für Nährwerte enthalten kcal.

  1. Wikipedia Englisch Asparagopsis taxiformis.
  2. fondazioneslowfood.com Limu Kohu.
  3. meerwasser-lexikon.de Asparagopsis taxiformis. Rotalge.
  4. algaebase.org Asparagopsis taxiformis (Delile) Trevisan.
  5. hawaii.edu Edible Limu. Gifts from the sea.
  6. Mellou, Z., Benammar I., Krouf D. et al. Antioxidant properties of the red alga Asparagopsis taxiformis collected on the North West Algerian coast. EXPERIMENTAL AND THERAPEUTIC MEDICINE (2017) 13: 3281-3290. DOI: 10.3892/etm.2017.4413
  7. uni.giessen.de Untersuchungen zur Bioverfügbarkeit und antioxidativen Kapazität von antioxidativ wirksamen Substanzen ... beim Menschen.
  8. Machado L., Tomkins N., Magnusson M. et al. In Vitro Response of Rumen Microbiota to the Antimethanogenic Red Macroalga Asparagopsis taxiformis. Microb Ecol (2018) 75: 811. doi.org/10.1007/s00248-017-1086-8
  9. d-nb.info Halogenasen.
  10. 10. BfR (Bundesinstitut für Risikoforschung). Gesundheitliche Risiken durch zu hohen Jodgehalt in getrockneten Algen. Aktualisierte Stellungnahme Nr. 026/2007.
  11. haltenraum.com Organobromverbindungen.
  12. koralle-magazin.de Asparagopsis einmal anders – Entwicklung des Gametophyten im Aquarium.
  13. Wikipedia Rotalgen.

Kommentare