Stiftung für Gesundheit & Ernährung

Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

Hanfsame, ungeschält, roh

Rohe Hanfsamen haben einen leicht nussigen Geschmack und enthalten alle essentiellen Aminosäuren. Die ungeschälte Variante zieht man für Salate vor.
10/35/55  LA3:1ALA
Kommentare Drucken
Klick Inhaltsstofftabellen

Hanf zählt zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt. Man unterscheidet zwischen Nutzhanf und Hanf, dessen Anbau zur Gewinnung von Rauschmittel oder als Arzneimittel erfolgt. Hanf war ursprünglich vermutlich in Zentralasien beheimatet. Heute findet man ihn weltweit in gemässigten bis tropischen Zonen kultiviert oder auch verwildert. Hanf ist eine zumeist einjährige krautige Pflanze, deren Blätter gesägt und handförmig zusammengesetzt sind.

Verwendung in der Küche:Ungeschälte Hanfsamen sind sehr knusprig und verfeinern, geröstet oder ungeröstet, vor allem Salate durch den nussig-öligen Eigengeschmack. Man verwendent sie, ähnlich wie andere Samen, auch im Müsli, Smoothies, Pesto, Brot oder in anderen Gerichten. Um die ungeschälten Hanfsamen besser zu verdauen, hilft es, sie vor der Verwendung einige Stunden im Wasser einzuweichen. Die geschälten Hanfsamen schmecken noch etwas feiner und finden eine ähnliche Verwendung. Aus den ungeschälten Samen lässt sich auch Hanfmehl, Hanfbutter oder Hanfsuppe herstellen. Auch das Öl, welches man durch Kaltpressverfahren gewinnt, schmeckt ausgezeichnet und ist sehr gesund, sollte aber nicht für Bratprozesse zum Einsatz kommen, da es nicht hitzestabil ist.

Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das Lesen:
Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler.

Inhaltsstoffe:anfsamen sind auch unter dem Namen "Hanfnüsse" bekannt, sie sind 3 - 4 mm gross und haben eine braun bis grüngraue Farbe. Sie enthalten Vitamin E, Calcium, Magnesium, Kalium und Eisen. Der Anteil an B-Vitaminen, vor allem B1 (Thiamin) und B2 (Riboflavin) ist relativ hoch. Die Samen enthalten alle acht für den Menschen essentiellen Aminosäuren, somit sind sie als Proteinquelle besonders geeignet. Vor allem Proteine wie das Globulin Edestin ist enthalten und sehr leicht verdaulich, allerdings schränkt der niedrige Lysinanteil die Proteinwertigkeit wieder ein.1

Da der Fettgehalt mit 20 - 35 % sehr hoch ist, lässt sich daraus hochwertiges Hanföl herstellen. Öl aus ungeschälten Hanfsamen weist es eine grünliche Farbe auf, da die Schale Chlorophyll enthält. Es sind auch Bitterstoffe und Ballaststoffe enthalten. Das Öl ist äusserst hochwertig, da es ca. 80 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren beinhaltet, vor allem die essentiellen Fettsäuren Linol- (Omega-6) und Alpha-Linolensäure (Omega-3). Mit einem Verhältnis von 3.3 : 1 dieser beiden Fettsäuren, gelten Hanfsamen als sehr gesund. Im Vergleich haben Leinsamen ein Verhältnis von 1 : 3.7, Chiasamen 1 : 3.3 und Lupinensamen 4.4 : 1.

Weitere Informationen finden sich durch ein Klick auf den verlinkten Artikel im weiter oben angebrachten Kästchen.

Unabhängig von der Sorte enthalten Hanfsamen kein THC (Tetrahydrocannabinol) oder andere rauschwirksame Inhaltsstoffe.

Gesundheitliche AspekteHanfsamen bezeichnet man als Superfood, weil sie neben dem hohen Nährstoffanteil und den wichtigen essentiellen Aminosäuren auch noch viele Antioxidatien enthalten. Der regelmässige Verzehr soll den Alterungsprozess verlangsamen, das Immunsystem stärken und vor der Entstehung neuer Krankheiten schützen. Vor allem ungeschälte Hanfsamen haben einen sehr hohen Ballaststoffanteil, welcher die Verdauung unterstützt und zur Darmreinigung beiträgt.

Vorkommen:Ursprünglich aus West- und Zentralasien stammend, baut man Hanf seit tausenden Jahren im Orient an. Bis ins 19. Jahrhundert wurde Hanf in Europa als wichtigste Textilfaser verwendet.2 Seit den 80er Jahren nimmt der Anbau von Nutzhanf wieder verstärkt in Europa zu und in den 90ern wurde der Anbau sehr intensiv subventioniert. Verwendung finden die Fasern heutzutage vor allem in der Textilproduktion und auch als Dämmmaterial.

Anbau / Ernte:Die Aussaat findet zwischen Mitte April und Mai mithilfe von Getreidedrillmaschinen statt, es sind keine Unkrautbekämpfung oder Pflanzenschutzmassnahmen notwendig. Die Ernte der Samen vollzieht sich zwischen September und Oktober, durchgeführt mit modifizierten Mähdreschern und mit einem Verfahren der Niedrigtemperaturtrocknung, um die restliche Feuchtigkeit zu entziehen.

Verwechslungsgefahr:Eine Verwechslung mit dem Indischen Hanf (Cannabis indica), welcher als Drogen- und Medizinpflanze eine Rolle spielt, ist am ehesten möglich. Die Blüten und blütennahen Blätter der weiblichen Pflanze des Indischen Hanfes wurden früh von Chinesen und Ägyptern als krampflösendes, beruhigendes Mittel eingesetzt.2 Der Anbau dieser Hanfart ist gesetzlich verboten.

Allgemeine Informationen:Als Nutzhanf oder Industriehanf bezeichnet man alle Sorten des Hanf (Gattung Cannabis), die man für die kommerzielle Nutzung abseits der Verwendung als Rauschmittel oder Arzneimittel anbaut. Es handelt sich vor allem um Sorten der Hanfart Cannabis sativa und dessen Kulturform Cannabis sativa var. sativa, während der Indische Hanf (Cannabis indica) nur als Drogen- und Medizinpflanze eine Rolle spielt.

In erster Linie erfolgt der Anbau von Nutzhanf zur Gewinnung von Hanffasern, neben den Hanfsamen und dem daraus gewonnenen Öl gibt es aber auch noch Verwendungsmöglichkeiten für die Blüten und Blätter, beispielsweise für die Herstellung des ätherischen Hanföls. Dieses ätherische Öl findet Anwendung bei der Aromatisierung von Eistees, Hustenbonbons, Hanfbier und Schokoladen. In Kosmetikartikeln kommt es vor allem für Parfums zum Einsatz. In Massageölen soll das ätherische Hanföl eine entzündungshemmende Wirkung haben, Verspannungen lösen, Krämpfe, Schwellungen und Phantomschmerzen lindern. In der Aromatherapie eingesetzt, wirkt es entspannend, ausgleichend und reinigt die Atemwege.

Für die Tiere nutzt man Hanfschäben als Einstreu. Es handelt sich hierbei um relativ gleichmässig gebrochenen, holzähnlichen Teilchen, die bei der Erzeugung von Bastfasern, in diesem Falle von Hanffasern, im maschinellen Prozess der Entholzung (Dekortikation) des Pflanzenstängels anfallen. Des Weiteren lassen sich Samen sowie Pressreste der Ölgewinnung als hochwertiges Tierfutter einsetzen. Das Hanföl findet man ebenfalls in der Kosmetikindustrie, vor allem in der Naturkosmetik wieder, im Orien nutzt man es auch noch heute als Lampenöl verwendet.

In der EU sind derzeit 42 Sorten mit niedrigen Gehalten an THC für den Anbau zertifiziert. Der THC Anteil liegt hier bei weniger als 0,2 % und daher sind sie als Rauschmittel ungeeignet.

Literatur / Quellen:

  1. House J, Neufeld J, Leson G. Evaluation the quality of protein from hem seed (Cannabis sativa L.) products through the use of the protein digestibility-corrected amino acid score method. Journal of Agricultural and Food Chemistry. 2010 November 58 (22):24. doi:10.1021/jf102636b. PMID 20977230.
  2. Delaveau P, Lorrain M, Mortier F, Rivolier C, Schweitzer A. Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Zürich: Das Beste; 1978.

Zutat mit Nährstofftabellen


Kommentieren (als Gast) oder anmelden
/ 60 Zeichen

/ 4000 Zeichen

Kommentare Drucken