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Kokosmehl, roh? bio?

Entdecken Sie vielseitige Verwendungsmöglichkeiten von Kokosmehl in der Küche, die allfällige Saison, Preise und gesundheitliche Vorteile. Erfahren Sie mehr über wichtige Nährstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Anbau und Ökobilanz.

Die von uns zusammengetragenen Informationen zu der Zutat entsprechen dem Standard der USDA Datenbank.
8%Wasser 61Makronährstoff Kohlenhydrate 61.11%/23Makronährstoff Proteine 23.33%/16Makronährstoff Fette 15.56% 

Die drei Verhältniszahlen zeigen den prozentualen Gewichtsanteil der Makronährstoffe (Kohlenhydrate / Proteine / Fette) der Trockensubstanz (exkl. Wasser).  In der Sprache Englisch sind Ballaststoffe als Bestandteil des Kohlenhydrat-Anteils gerechnet. Die Umrechnung von Gewicht in kcal erfolgt nach dem von der USDA verwendeten "Atwater system". 

Davor ersehen Sie den Wasseranteil, gerundet auf ganze %.

Ω-6 (LA, 0.1g)Omega-6-Fettsäuren wie Linolsäure (LA) : Ω-3 (ALA, <0.1g)Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure (ALA) = 0:0 

Verhältnis Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren soll insgesamt 5:1 nicht überschreiten. Link zu Erklärungstext.

Werte sind zu klein, um relevant zu sein.

Wir bieten wissenschaftlich fundierte Informationen zu Gesundheit, Ernährung und Nachhaltigkeit – unabhängig von Sponsoren, Lebensmittelindustrie oder Herstellern von Nahrungsergänzungsmitteln. Hier erfahren Sie mehr: unsere Mission.

Kokosmehl besteht aus gemahlenem und getrocknetem Fruchtfleisch von Kokosnüssen (Cocos nucifera). Das Mehl ist im Handel in Bio-Qualität sowie teilweise auch roh erhältlich.

Verwendung in der Küche

Kokosmehl zeigt ein feines, helles, leicht cremefarbenes Pulver mit weicher, gleichmässiger Textur. Es entsteht aus dem Trester (ausgepresstes Kokosnussfleisch), der bei der Produktion von Kokosmilch, Kokossahne oder Kokosöl übrigbleibt. Das Mehl enthält durch die Extraktion des Öls weniger Fett als etwa Kokos-Chips oder Kokosraspeln.

Kokosmehl ist eine glutenfreie Alternative zu Weizenmehl und findet Verwendung bei der Zubereitung von Süssspeisen und Backwaren. Es hat im Vergleich zu anderen Mehlen einen verhältnismässig hohen Anteil an Ballaststoffen und schmeckt leicht süsslich-nussig.17 Bei ausschliesslicher Verwendung genügt etwa ein Drittel der im Rezept angegebenen Mehlmenge. Gleichzeitig braucht es mehr Flüssigkeit als bei anderen Mehlsorten, da Kokosmehl viel Flüssigkeit bindet. Durch die Fähigkeit, Wasser zu absorbieren, ist es auch als Bindemittel für Sossen (Saucen), Crèmes, Eintöpfe und Suppen geeignet.

Auch unter Druck erzeugte (extrudierte) Produkte, wie Pasta, Nudeln oder Snacks bestehen zum Teil aus Kokosmehl.17

Kokosmehl ist nicht dasselbe wie Kokosnusspulver. Letzteres ist dehydrierte Kokosmilch, die anschliessend fein vermahlen vorliegt. Es enthält viel mehr Fett als Kokosmehl und man verwendet es für Shakes oder zur Herstellung von Kokosmilch oder Kokossahne, indem man es mit Wasser verrührt.

Ist Kokosmehl roh essbar? Kokosmehl ist auch ohne vorherige Erhitzung verzehrbar und schmeckt als Zusatz zu Joghurt, Smoothies oder Müesli. Das konventionell produzierte Mehl weist meist keine Rohkost-Qualität auf, ist streng genommen also nicht "roh". Teilweise ist jedoch auch Kokosmehl in Rohkostqualität erhältlich, was häufig auf schonende Verarbeitung hindeutet.

Eigene Zubereitung von Kokosmehl

Vier Teile Wasser aufkochen und zu einem Teil Kokosraspeln oder Kokosnussfleisch geben und dieses etwa 20 Minuten quellen lassen. Anschliessend alles etwa 2 Minuten lang mixen. Die Masse durch ein Sieb oder ein Passiertuch pressen. Dabei die Flüssigkeit (Kokosmilch) auffangen, um diese als Getränk oder zum Kochen verwenden zu können. Den Trester auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und bei 60 °C für im Ofen bei leicht geöffneter Türe mindestens 2-3 Stunden trocknen lassen. Den getrockneten Trester in einer Küchenmaschine oder Mühle bis zur erwünschten Feinheit mahlen. In einem Einmachglas hält das Kokosmehl bei dunkler, kühler Lagerung für etwa 4 Wochen.

Veganes Rezept für Bananen-Kokos-Kekse ohne Backen

Zutaten (für 4 Personen): 1 sehr reife Banane, 1 EL Zitronensaft, 100 g Haferflocken, 50 g Kokosmehl, 1 EL Agavensirup, ggf. etwas Hafermilch.

Zubereitung: Die Bananen schälen und zusammen mit dem Zitronensaft mit einer Gabel zerdrücken. Haferflocken, Kokosmehl und Agavensirup darunter mischen und so lange kneten, bis ein fester Teig entsteht. Falls der Teig zu trocken sein sollte, etwas Hafermilch dazugeben. Teig in Bällchen formen und auf einem Teller flachdrücken. Kekse vor dem Verzehr für 2 Stunden in den Kühlschrank stellen. Im Kühlschrank halten die Kekse in einem verschlossenen Gefäss bis zu 3 Tage.

Veganes Rezept für Zucchini-Kokos-Bratlinge

Zutaten (für 5 Stück): 2 Zucchinis, 4 EL Kokosmehl (gehäuft), 4 EL Leinsamenmehl + 6 EL Wasser, 1 TL Knoblauchpulver, 1 TL Zwiebelpulver, ½ TL Salz, ½ TL Pfeffer, 1 EL gehackte frische Minze, 2 EL Rapsöl (raffiniert).

Zubereitung: Zucchini grob raspeln, leicht salzen und einige Minuten ruhen lassen, damit sie Wasser ziehen. Anschliessend die Raspel in ein sauberes Küchentuch geben und vorsichtig ausdrücken, um überschüssige Flüssigkeit zu entfernen – so bleiben die Bratlinge schön fest.

In einer Schüssel die übrigen Zutaten vermengen und nach und nach die ausgedrückten Zucchini unterheben. Die Masse am besten mit den Händen gut durchkneten. Falls sie zu fest ist, einfach einen kleinen Schluck Pflanzenmilch hinzufügen.

Aus der Mischung gleichmässige Bratlinge formen und in einer Pfanne mit etwas Öl bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldbraun braten. Die Zubereitung der Bratlinge im Ofen ist eine mögliche Alternative.

Vegane Rezepte mit Kokosmehl finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".

Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen:
Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler
.

Einkauf - Lagerung

Bei Grossverteilern wie Coop, Migros, Edeka, Billa, Rewe und Spar gehört Kokosmehl ganzjährig zum Sortiment, teilweise auch in Bio-Qualität. Bei Denner, Volg, Hofer, Aldi und Lidl gibt es dieses Mehl kaum oder gelegentlich als Sonderangebot. Bio-Supermärkte wie Denn's Biomarkt und Alnatura führen Kokosmehl ebenfalls häufig. Auch Online-Shops bieten Kokosmehl an.

Kokosmehl ist im Handel teilweise auch in sogenannter Rohkost-Qualität erhältlich. Der Begriff "Rohkost" besitzt jedoch - anders als "bio" - keine gesetzliche Definition. Für Hersteller gelten die oft genannten Temperaturgrenzen (z.B. 42 °C für "echte" Rohkost) nicht als verbindliche Vorgabe, sondern eher als Orientierung für eine besonders schonende Verarbeitung.

Die Verfügbarkeit von Kokosmehl ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.

Tipps zur Lagerung

Kokosmehl sollten Sie in einem luftdichten Gefäss, trocken und vor Wärme und Licht geschützt lagern. Ungeöffnet ist es bis zu einem Jahr haltbar.

Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien

Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.

Wie viele Kalorien hat Kokosmehl? Kokosmehl (bio) enthält 290 kcal pro 100 g. Der Fettgehalt beträgt 14 g/100g, der Kohlenhydratanteil 55 g/100g (davon 18 g Zucker). Zudem ist es sehr ballaststoffreich (35 g/100g) und enthält viel Protein (21 g/100g).1

Kokosmehl ist reich an Mangan. Die 2,1 mg/100g entsprechen 105 % des Tagesbedarfs. Kokos-Chips haben den gleichen Gehalt und Kokosraspeln einen leicht höheren Gehalt (2,7 mg/100g). Die beiden haben jedoch höhere Fettgehalte (69 g bzw. 65 g/100g), weshalb Sie nur kleine Mengen essen sollten. Quinoa und Amarant weisen ähnlich viel Mangan (2 bzw. 2,3 mg/100g) auf, haben aber deutlich weniger Fett.1,7 Kokosmehl liefert zudem grössere Mengen an Kupfer, Kalium, Phosphor, Eisen und Magnesium.1

Das eiweissreiche Kokosmehl enthält grössere Mengen der beiden essenziellen Aminosäuren Threonin und Lysin. Der Gehalt an Threonin beträgt 0,70 g/100g, was 75 % des Tagesbedarfs entspricht. Lysin ist mit 0,91 g/100g enthalten. Dies deckt 49 % des Tagesbedarfs ab.1 Noch höhere Gehalte weist Lupinenmehl auf. Dieses hat 1,4 g Threonin und 2 g Lysin pro 100 g.7 Kokosmehl enthält auch grössere Mengen der Aminosäuren Valin und Tryptophan.1

Die gesamten Inhaltsstoffe von Kokosmehl, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.

Wirkungen auf die Gesundheit

Ist Kokosmehl gesund? Kokosmehl ist reich an Ballaststoffen und Protein, wobei die Zusammensetzung vom Herstellungsverfahren abhängt. Nassverarbeitung liefert mehr Ballaststoffe, Trockenverarbeitung mehr Protein. Dank seines hohen Ballaststoffgehalts senkt Kokosmehl den glykämischen Index von Lebensmitteln und kann den Blutzuckeranstieg nach den Mahlzeiten verringern. Kokosmehl ist glutenfrei und gilt deshalb als Alternative für Menschen mit Zöliakie. Die Fermentation der Ballaststoffe durch die Darmmikrobiota bildet kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat, die Darmgesundheit und Stoffwechsel fördern. Experimentelle Studien zeigen zudem, dass Kokosmehl-Extrakte das Wachstum von Dickdarmkrebszellen hemmen und die Aktivität antioxidativer Enzyme steigern können.11,17,18

Kokosfleisch ist reich an gesättigten Fettsäuren, je nach Reifegrad zwischen ca. 82-93 %. Auch Kokosöl besteht überwiegend aus gesättigten Fettsäuren. Die dominierende Fettsäure der Kokosnuss ist die mittelkettige Laurinsäure. Experimentelle Studien beschreiben ihr Potenzial zur Senkung von Blutfett- und Cholesterinspiegeln sowie entzündungshemmende und krebshemmende Effekte. Eine ausreichende wissenschaftliche Evidenz für gesundheitliche Vorteile von Kokosprodukten beim Menschen fehlt jedoch bislang. Aufgrund des hohen Gehalts an gesättigten Fettsäuren empfehlen Fachgesellschaften einen massvollen Verzehr von Kokosnussprodukten.20,21 Ungesättigte Fettsäuren sind zwar vorhanden, jedoch ist das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren mit 85:1 deutlich über der Empfehlung von max. 5:1 (Linolsäure, LA, zu Alpha-Linolensäure, ALA).

Detaillierte Informationen zum Fettsäure- und Lipidprofil finden sich in den Beiträgen zu Kokosöl (Kokosnussöl, Kokosfett), Kokoswasser, Kokosmehl, Kokosmilch und Kokosblütenzucker nachlesen.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Viele gesundheitliche Wirkungen von Kokosmehl kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.

Kokosmehl enthält u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:18

  • Polyphenole: Phenolsäuren; Flavonoide

Kokosmehl auf Basis von Kokosfleisch enthält Phenolverbindungen und Flavonoide, die zur antioxidativen Aktivität beitragen. Einzelne phenolische Verbindungen im Kokosmehl sind bisher nicht ausreichend charakterisiert. Experimentelle Studien zeigen antioxidative sowie potenziell krebshemmende Eigenschaften. Extrakte aus Kokosmehl hemmen in Zellkultur das Wachstum von Dickdarmkrebszellen und steigern die Aktivität antioxidativer Enzyme. Klinische Studien zur Bestätigung dieser Wirkungen fehlen bislang.18

Ergänzende Informationen zum Profil der sekundären Pflanzenstoffe können Sie unter den Zutaten Junges Kokosnussfleisch und Kokosfleisch, roh nachlesen.

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen

Kokosmehl enthält viel Protein und Zucker. Während des Backens reagieren die Aminosäuren (Bestandteile von Proteinen) mit dem Zucker, was zu einer Bräunung führt und zur Entstehung von neuen Verbindungen (sogenannte Melanoidine). Diese nicht-enzymatische Bräunungsreaktion heisst Maillard-Reaktion. Die neuen Verbindungen sind für die Geschmacksintensivierung verantwortlich. Es können jedoch auch mehrere potenziell mutagen und karzinogen wirkende Verbindungen entstehen, wie beispielsweise Acrylamid.9,10

Eine Kokosnuss-Allergie tritt selten auf. Dennoch gibt es mit der Verbreitung des Konsums immer mehr Fälle von allergischen Reaktionen. Besonders betroffen sind Kinder, die Kokosmilch als Kuhmilchersatz erhalten oder Kokosöl als Hautpflegeprodukt verwenden. Dabei entsteht teilweise eine Kreuzallergie mit Walnuss, Sesam, Macadamia, Mandeln und Cashew.12,13

Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl

Der ökologische Fussabdruck von Kokosmehl hängt von verschiedenen Faktoren ab, so unter anderem der Anbauweise der Kokosnüsse, der Verarbeitung, des Transports und der Verpackung. Trotz umfangreicher Recherche konnten wir keine genauen Zahlen zum ökologischen Fussabdruck von Kokosmehl finden. Für Kokosmilch liegt dieser laut einer aktuellen Studie bei 1,1-2,5 kg CO2eq/kg14, für Kokosöl bei 2,3 kg CO2eq/kg.15 Da Kokosmehl ein "Abfallprodukt" bei der Herstellung von Kokosmilch und -öl ist, liegt die produzierte Emissionsmenge vermutlich auch in diesem Rahmen.

Trotz intensiver Recherche fanden wir keine Daten zum Wasserfussabdruck von Kokosmehl. Der globale durchschnittliche Wasserfussabdruck von Kokosnüssen liegt bei 2687 Liter/kg.19

Kokosnüsse sind aufgrund zahlreicher nützlicher Eigenschaften und geschickter Vermarktung nahezu weltweit gefragt - als Lebensmittel, aber auch zur Energiegewinnung oder zur Herstellung von Dekoration, Möbeln oder Medizin. In den tropischen Anbauländern schafft dies wichtige Arbeitsplätze. In den Philippinen hängen bis zu 3,5 Millionen Menschen direkt oder indirekt von der Kokosindustrie ab.16 Allerdings ist die Kokosindustrie äusserst kritisch zu betrachten, denn häufig bewirtschaften Kleinbauern die Kokosplantagen für den westlichen Markt, den Preis diktieren aber grosse Handelskonzerne. Die Landwirte können von dieser Entlohnung kaum leben. Bewirtschaften Tagelöhner firmeneigene Plantagen, erscheinen die dortigen Bedingungen meist menschenunwürdig.4 Zertifizierte Ware ist seit Jahren vorhanden, ist jedoch selten gefragt.6 Zusätzlich ist zu bedenken, dass Kokosnüsse für unseren Konsum lange Transportwege haben und demnach mit hohen Emissionswerten einhergehen.

Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?

Tierschutz - Artenschutz

Hinter dem wachsenden Konsum von Kokosprodukten stehen oft schwerwiegende ökologische und ethische Probleme.

Die für den Anbau von Kokospalmen benötigte Fläche ist oftmals mit Landraub, Waldrodungen und der Vernichtung der lokalen Biodiversität verbunden. Um die grosse Nachfrage zu decken, setzen Produzenten kaum auf Mischkulturen, sondern bevorzugen Monokulturen. Kokosöl ersetzt zudem immer mehr das umstrittene Palmöl. Jedoch liegt der Ertrag der Ölpalmen mit durchschnittlich etwa 3,8 Tonnen Öl pro Hektar weit über dem von Kokosöl mit 0,7 Tonnen Öl pro Hektar.4 Betrachtet man die Menge an bedrohten Arten pro Millionen Tonnen produzierten Öls, schneidet Kokosöl sogar schlechter ab als Palmöl.6

Eine Studie der Universität Exeter zeigt, dass dadurch durchschnittlich 60 Arten bedroht sind, die auf der Roten Liste der IUCN stehen.5 Für die Ernte setzen Produzenten teilweise dressierte Affen ein, was direkt zu erheblichem Tierleid führt. Die Affen erfahren mehrere Jahre lang gewaltsames Training, bis sie in der Lage sind, die Kokosnüsse von den hohen Palmen zu pflücken, was sie angeseilt bis zum Tod ausführen müssen.5

Weltweites Vorkommen - Anbau

Kokosmehl entsteht aus dem Fruchtfleisch der Kokosnuss. Kokospalmen wachsen hauptsächlich an der Äquatorzone, also in tropischen Gebieten. Der Mensch nutzt die Kokospalme seit mindestens 3000 Jahren. Ihr Ursprung liegt vermutlich in Polynesien (pazifische Inselregion). Ab dem 19. Jahrhundert erlangten Kokosnüsse - mit dem Anbau auf Plantagen durch Niederländer auf Ceylon - wirtschaftliche Bedeutung.3

FAOSTAT-Daten zeigen für 2023 eine weltweite Produktion von Kokosnüssen (in der Schale) von etwa 65 Millionen Tonnen. Indonesien, Philippinen und Indien produzieren zusammen etwa drei Viertel davon.2

Weitere Informationen zum Anbau und zur Ernte von Kokosnuss finden Sie unter Kokosfleisch, roh (Kokosnussfleisch, bio?)

Industrielle Herstellung

Für die kommerzielle Produktion von Kokosmehl dient das ausgepresste Fruchtfleisch (Trester), das bei der Herstellung von Kokosöl und Kokosnussmilch als "Abfallprodukt" entsteht. Zuerst erfolgt eine Sterilisation des Tresters mit Dampf oder kochendem Wasser. Danach folgen eine Trocknung bei 75–85 °C sowie eine erneute Pressung, um den Ölgehalt zu reduzieren. Dies ist wichtig, um die Haltbarkeit des Kokosmehls zu erhöhen. Die entölten Kokosflocken trocknet man erneut und mahlt sie danach zu einem feinen Mehl. Früher entstand Kokosmehl auch aus Kokosraspeln (desiccated coconut). Dies führt jedoch zu negativen Auswirkungen auf die Farbe des Mehls. Zudem sind Kokosraspeln selbst ein beliebtes Produkt. Daher dienen sie heute nicht mehr als Rohmaterial für Kokosmehl.8

Weiterführende Informationen

Die Kokospalme (Cocos nucifera), auch Kokosnusspalme genannt, ist die einzige wissenschaftlich anerkannte Art dieser Gattung und gehört zur Familie der Palmengewächse (Arecaceae). Sie zählt zu den zehn nützlichsten Bäumen der Welt und gilt aufgrund ihrer vielseitigen Verwendung in Ernährung, Medizin und Kosmetik als "Baum des Lebens", "Baum des Himmels" oder "Baum des Überflusses".17 Die Kokosnuss gehört nicht zu den Nüssen, sondern ist eine einsamige Steinfrucht. Sie besteht aus drei miteinander verwachsenen Karpellen, was auch zu ihrer oft leicht dreieckigen Form führt. Die drei Augen auf einer Seite heissen Keimlöcher, wobei immer nur ein Keim zu wachsen beginnt.

Alternative Namen

Teilweise existieren auch die Schreibweisen Cocosmehl oder Kokosnussmehl. Auf Englisch heissen Frucht, Baum oder Samen coconut oder cocoanut; die Palme coconut tree. Kokosmehl trägt dort den Namen coconut flour.

1.●

Website

ÖNWT Die Österreichische Nährwerttabelle. Kokosmehl. 2026.

2.●

Seed cotton (unginned) and coconuts (in shell) showed similar and stable production levels over the
past decade, with a total of 74 and 65 million tonnes in 2023, respectively (growing by 6–7 percent).

Coconuts were mostly produced in Asia, with Indonesia,
the Philippines and India as the top producers and accounting for nearly three-quarters of the global production.

Website

FAOSTAT Food and Agriculture Organization of the United Nations. Production Quantity. Coconuts, in shell. 2023.

3.●

Book: moderate evidence

Brücher H. Tropische Nutzpflanzen. Ursprung, Evolution und Domestikation. Springer Verlag: Berlin, Heidelberg, New York. 1977.

4.●

Website

WWF-Report Speiseeis: Like Ice in the Sunshine. Kokosfett aus den Tropen - "heimischer" Raps aus Übersee.

5.●

Website

PETA de: Missbrauch von Affen für Kokosmilch und Co. - helfen Sie jetzt! 2025.

6.*

We used the number of
threatened species per million
tons of oil produced to assess the
environmental impacts from coconut
and other oil crops. This measure
indicated that coconut has greater
relative impact than, for example,
oil palm

Narratives Review

DOI: 10.1016/j.cub.2020.05.059

Meijaard E, Abrams JF, et al. Coconut oil, conservation and the conscientious consumer. Curr Biol. 2020;30(13):R757-R758.

7.●

Website

USDA United States Department of Agriculture.

8.*

However, these coconut flour production processes did not generate interest for commercialization because of high production cost since they wee based on fresh coconut meat/desiccated coconut as raw material input. Furthermore, it can be surmised that since desiccated coconut was already an established and high value product at that time, it was found to be impractical from the economic point of view to further process the meat into another new product with undeveloped market

Coconut flour produced from the old processes varies in color from light to chocolate brown depending on the method used. The new process produces a uniform cream colored coconut flour which is slightly darker in color than wheat flour

Production of coconut flour from coconut residue or “sapal” involves the following steps as shown in the attached flow chart (Figure 1):

Blanching – can be done through the injection of live steam at a minimum temperature of 85oC for about seven minutes or immersion in boiling water for 1 1⁄2 minutes. This is done to kill salmonella organisms which are food poisoning agents.

Drying – the wet residue is dried to a specified moisture content using a tray type mechanical dryer which could either be gas fired, electrically heated or steam heated. For large scale operation, the conveyor type dryer similar to the one used in desiccated coconut plant is more practical to use.

Expelling – the dried coconut residue is passed through a special type of screw press under a specified expeller setting to reduce oil content of the flour to as minimum a level as possible without too much change in color. The by-product of this process is a very high quality oil. It is important to reduce the oil content to as low a level as possible to prolong the shelf-life.

It should be noted that conventional designs of oil expellers used in the coconut industry are not suitable for coconut flour production. Conventional expellers generate too much heat during operation which destroys the nutritive value and affects the color of the flakes.

Re-drying – the defatted coconut flakes are redried to reduce its moisture content to 2.5% to 3.0%. Grinding – the dried coconut flakes are then ground to reduce particle size to a fine mesh.

ökonomische und technologische Übersichts-/Entwicklungsstudie

DOI: 10.37833/cord.v16i01.338

Divina D. Bawalan. The economics of production, utilization and marketing of coconut flour from milk residue. CORD 1. 2000;16(01):34.

9.*

experimentelle Lebensmittelentwicklungsstudie

DOI: 10.15680/IJIRSET.2015.0408116

Study: weak evidence

Sujirtha N, Mahendran T. Use of Defatted Coconut Flour as a Source of Protein and Dietary Fibre in Wheat Biscuits. IJIRSET 2015;4(8):7344-7352.

10.*

The Maillard Reaction(MR)is a non-enzymatic chemical reactionwhich results in the linkagebetween the amino group of amino acids and the carbonyl group of reduced sugars. MR products (MRPs) are common componentsofprocessed foods, mainlyas a result of heating,especially in the Western diet.

 

Acrylamide, which is generatedin intermediate stageof Maillard reaction, results frominteraction between asparagine and reducing sugars such as fructose and glucose in heat treated bakery products and starchy foods (HODGE. 1953)

the formation of acrylamide is dependent on the type and concentrations of sugars, amino acids, temperature, and time. A positive correlation has been found between acrylamide levels and heating-time during baking of biscuits at 200 degrees C° and in potato chips that were fried at more than 248 °F.

Narratives Review

DOI: 10.1080/10408398.2017.1378865

Study: weak evidence

ALjahdali N, Carbonero F. Impact of Maillard reaction products on nutrition and health: Current knowledge and need to understand their fate in the human digestive system. Crit Rev Food Sci Nutr. 2019;59(3):474-487.

11.*

Different components of the coconut are being looked into and used as a potential substitute to create or substitute animal feed components. Different coconut products and by-products—such as coconut water, milk, copra, testa, flour, raw kernels, oil, and desiccated coconut—are used with livestock, especially ruminants and aquaculture industries. However, the use of coconut in animal feed may be limited by several things that make it less nutritious. There is a possibility to research new technologies, such as pre-treating coconut to reduce the effects of anti-nutritional substances before they can be used to feed the animals. This review article describes a few important discoveries, which gives a somewhat hopeful view of the future. Different parts of the coconut can and should be used more in animal feed. Coconut in animal feed makes it much cheaper to feed animals and helps them in the digestion process, growth, and health. However, innovative methods of processing, extracting, and treating coconut need to be encouraged to improve nutritional quality and make coconut products function efficiently in feed.

Narrativer Review

DOI: 10.3390/ani12162107

Study: weak evidence

Mat K, Abdul Kari Z, Rusli ND, Che Harun H, Wei LS, Rahman MM. Coconut Palm: Food, Feed, and Nutraceutical Properties. Animals. 2022;12(16):2107.

12.*

retrospektive Beobachtungsstudie

DOI: 10.1016/j.anai.2021.01.027

Study: moderate evidence

Kruse L, Lor J, et al. Coconut allergy: Characteristics of reactions and diagnostic predictors in a pediatric tertiary care center. Ann Allergy Asthma Immunol. 2021;126(5):562-568.e1.

13.*

klinische Beobachtungsstudie

DOI: 10.1111/pai.13874

Study: moderate evidence

Wongnate J, Piboonpocanun S, et al. Clinical features of children with coconut allergy and its sIgE profiling using immunoblot analysis. Pediatr Allergy Immunol. 2022;33(11):e13874.

14.*

Comprehensive analysis reveals coconut milk’s total carbon footprint ranges from 1.1 to 2.5 kg CO2-eq per liter, representing 50–75% lower emissions than dairy milk across comparable production systems.

Narratives Review

DOI: 10.1007/s44187-025-00707-w

Darsana K, Bashir O, et al. Coconut milk as a plant-based dairy alternative: developmental trends and assessing carbon footprint impact. Discov Food. 2026;6(1):25.

15.●

Website

Reinhardt G, Gärtner S, et al. Ökologische Fussabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. IFEU Institut für Energie - und Umweltforschung Heidelberg. 2020.

16.*

Coconut is one of the most useful palms in the
world; every part of the coconut tree has its
usefulness. Coconut provides almost of the
basic needs of humankind such as food,
shelter, medicines, fuel, drink, furniture,
decorative materials, cosmetics, and many
others. Hence, it is popularly known as "Tree of Life," from the roots to the leaves of the
tree are potential raw materials for almost
everything. Coconut
symbolizes the farming life of the Filipino
farmers were over 3.5 million coconut
producers depend on coconut farming directly
or indirectly [8].

Querschnittsstudie

Study: moderate evidence

Gurbuz IB, Manaros M. Impact of coconut production on the environment and the problems faced by coconut producers in Lanao del Norte Province, Philippines. Scientific Papers Series Management, Economic Engineering in Agriculture and Rural Development. 2019;19(3).

17.*

Extruded products such as pasta, noodles, and ready
to-eat snacks can also be made using coconut flour.

Coconut flour is a useful product  for gluten-allergic people because it is gluten-free. It can be used as a wheat flour substitute for preparing various dishes.

Coconut (Cocos nucifera L.) palm is a monocotyledon 
belonging to Arecaceae or Palmae family. Coconut 
is among the ten most useful trees in the world and 
is referred to as ‘tree of life’, ‘tree of heaven’, ‘tree of 
abundance’ due to its multi-utilisation in nutrition, 
medicine, cosmetics, etc.

Narratives Review

DOI: 10.21603/2308-4057-2019-2-419-4

Study: weak evidence

Kaur K, Chhikara N, et al. Coconut meal: Nutraceutical importance and food industry application. Foods and Raw Materials. 2019;419–427.

18.*

The results for the antioxidant and detoxification enzymes yielded: Glutathione-S-Transferase (GST) 2.12±0.32 nmol min–1 mL–1, catalase (CAT) 24.65±0.40 U mg–1, Glutathione Peroxidase (GPx) 30.4±0 nmol min–1 mL–1, superoxide dismutase (SOD) 305.90±3.89 U mL–1 and glutathione (GSH) 24.4±0 nmol mL–1. Results of this study revealed high phenolic and flavonoid content and suggested cytotoxic and antioxidative potential of coconut flour extracts.

in vitro Zellkultur- und Laborstudie

DOI: 10.3923/ijcr.2016.29.39

Study: weak evidence

Smith LF, Patterson J, et al. Antioxidant Potential of Coconut Flour in Caco-2 Colon Cancer Cells. International J of Cancer Research. 2015;12(1):29–39.

19.*

Untersuchung zum Wasserverbrauch von Lebensmitteln

DOI: 10.5194/hess-15-1577-2011

Mekonnen MM, Hoekstra AY. The green, blue and grey water footprint of crops and derived crop products. Hydrol. Earth Syst. Sci. 2011;15:1577-1600.

20.*

Coconut milk is a widely consumed plant-based milk alternative, valued for its creamy texture and functional properties. This study systematically evaluated the fatty acid and phenolic profiles of coconut meat and water at tender and mature stages to inform coconut milk production. Fatty acid analysis revealed that mature coconut meat (MCM) contained 299.7 g/kg total fatty acids, predominantly lauric acid (C12:0, 142.97 g/kg, 48%), myristic acid (C14:0, 57.39 g/kg, 19%), and palmitic acid (C16:0, 29.79 g/kg, 10%), whereas tender coconut meat (TCM) contained 90.87 g/kg total fatty acids. Tender coconut water (TCW) exhibited the highest total phenolic content (TPC) and DPPH radical scavenging activity. UHPLC-Q-Orbitrap-MS identified 1065 phytochemicals, including 96 phenolics, with multivariate analyses showing distinct profiles between tissues and developmental stages. Notably, tender samples contained higher levels of bioactive phenolics, such as catechin, epicatechin, and astilbin. Collectively, these results demonstrate that tissue type and developmental stage jointly shape the nutritional and functional attributes of coconuts. Mature coconut meat provides lipid-rich nutrition for coconut milk, while tender coconut water offers antioxidant-rich bioactivity. Integrating these raw materials can enhance the nutritional and functional properties of coconut milk, enhancing its role as a versatile plant-based alternative for functional food and beverages.

Experimentelle Laborstudie

DOI: 10.3390/foods14234023

Study: weak evidence

Jiang R, Xue D, Chen Y, Lv X, Ni L, Liu Z. Comparative Study of the Fatty Acid and Phenolic Profiles of Tender and Mature Coconut for Coconut Milk Production. Foods. 2025;14(23):4023. 

21.*

Tender coconut water is a beverage distinguished from mature coconut water as it’s harvested during the early stages of coconut development. It’s a well-liked natural drink in tropical regions where coconut trees are abundant. This study aimed to characterize the physicochemical, nutritional and antioxidant properties of different varieties of tender coconut water such as tall, dwarf, intermediate and hybrid varieties with a maturity stage of 5–7 months old. Standard assays assessed nutritional and antioxidant properties. The results of this study showed that the King coconut (Intermediate variety), had significantly higher total protein (0.59 mg BSA/ ml), Total soluble solids (5.0◦ Brix) and Total sugar content (63.58 mg/ml). The coconut water of Ran thembili (Tall variety) showed significantly higher antiradical activity (DPPH) (82.75 %), total tannin content (22.32 µg TE/ml) and reducing sugar content (43.80 mg/ml). Nawasi (Tall variety) showed significantly higher total flavonoid content (1.23 µg QE/ ml). Total phenolic content and total antioxidant activity were significantly higher for Ran thembili and King coconut. In essence, our findings illuminated the diverse and appealing attributes of tender coconut water. Importantly, the distinct coconut varieties examined in this study exerted a noticeable impact on the composition and properties of tender coconut water.

Narrativer Review 

DOI: 10.1007/s44187-025-00746-3

Study: weak evidence

Ajibola OO. Nutritional composition and bioactive properties of tropical coconut palm fruit with functional food applications. Discov Food. Dezember 2025;6(1):21. 

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