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Brotfrucht, roh (Brotbaumfrucht, Breadfruit)

Die Brotfrucht (Brotbaumfrucht, Breadfruit) ist eine kopfgrosse, tropische Frucht die ausgereift sehr roh gut schmeckt. Unreif gart man sie.
Wasser 70,6%  95/04/01  LA : ALA
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Die Brotfrucht ist auch unter dem Namen Breadfruit oder Brotbaumfrucht bekannt.

Verwendung in der Küche:

Das Fruchtfleisch der unreifen Brotfrucht (Artocarpus altilis) ist weiss bis gelblich, saftig und von feinen Fäden durchzogen. Der Geschmack ist mild und neutral. In den Ursprungsländern geniesst man die unreife Frucht als Gemüseersatz, gekocht, gebraten oder frittiert.

Der Nussfruchtverband weist einen hohen Stärkeanteil auf, ist sehr sättigend und ähnlich vielseitig verwendbar wie die Kartoffel, z.B. in Gratins, Curries oder Salaten.

Bei Vollreife ist das Fruchtfleisch goldgelb. Dann ist es auch roh verzehrbar und schmeckt fruchtig süss. Das Aroma erinnert in reifem Zustand an Mango oder Ananas und die Konsistenz ist cremig, ähnlich wie Pudding.

Püriert man das Fruchtfleisch der Breadfruit, ergeben sich dadurch viele Verwendungsmöglichkeiten. Es lassen sich daraus z.B. Suppen, Brei, Sirup, Konfitüren oder Süssspeisen herstellen. Geröstetet Brotfrüchte haben ein Aroma wie frisch gebackenes Brot.

Die Früchte der Brotfruchtbäume enthalten kastaniengrosse Samen, die sogenannten Breadnuts. Diese schmecken geröstet wie Edelkastanien.1,2

Aus dem getrockneten Fruchtfleisch stellt man in den Ursprungsländern Mehl her, das mit Getreidemehl vermischt zum Brotbacken dient. In den tropischen Ländern ist die Brotfrucht zusammen mit eiweissreichen Nahrungsmitteln wie Bohnen oder Hülsenfrüchten ein wichtiger Bestandteil der Ernährung.3

Einkauf:

Die Brotfrucht ist eine etwa menschenkopfgrosse Frucht mit einer grünen, warzenähnlichen Schale. Diese ist relativ dünn und reif essbar. Eine Frucht kann bis zu 4 kg wiegen. Je reifer die Brotfrucht ist, desto weicher fühlt sie sich an.1,4

Die Brotfrucht ist wegen ihrer Grösse und Druckempfindlichkeit nicht besonders transportfähig. Deshalb erhält man die frische Frucht nicht überall. In Frankreich, England und den Niederlanden findet man die Brotfrucht relativ einfach, in Deutschland erhält man sie kaum frisch.1,2 In Dosen eingelegt oder getrocknet gibt es die Fruchtteile allerdings in Delikatessengeschäften, Asia- oder Online-Shops auch in anderen europäischen Ländern zu kaufen. In den USA ist die Breadfruit leichter zu bekommen.

Wild zu finden:

Der wildwachsende Vorfahre des Brotfruchtbaums (Artocarpus integer oder champeden) sieht dem kultivierten Baum (Artocarpus altilis, ehemals communis) sehr ähnlich. Die Früchte sind etwas kleiner und die Blätter weisen eine starke, braune Behaarung auf. Zudem hat das Fruchtfleisch der wildwachsenden Breadfruits einen aufdringlichen, beinahe abstossenden Geruch und mehr Kerne als die kultivierten Früchte.5

Lagerung:

Eine angeschnittene Brotfrucht können Sie mit Zitronen- oder Limettensaft beträufeln, um der Oxidation entgegenzuwirken. Frische Breadfruits sind nur wenige Tage haltbar, auch wenn man sie im Kühlschrank aufbewahrt. In den Herkunftsländern sind sie deshalb sehr oft nur getrocknet erhältlich.1

Inhaltsstoffe:

Die Brotfrucht setzt sich vor allem aus Kohlenhydraten (27 %), etwas Eiweiss (1-2 %) und kaum Fett (0,2 %) zusammen. Da man die Schale mitisst, ist der Ballaststoffanteil bei der Brotfrucht mit ca. 5 g/100g etwas höher als bei der Jackfrucht (1,5 g/100g). Die Brotfrucht ist eine gute Vitamin C- und Kalium-Quelle. Vitamin B1, Vitamin B5 und Folat (Folsäure) sind auch enthalten. Zudem enthält die Breadfruit das Spurenelement Kupfer und den Mineralstoff Magnesium.9 Genaue Informationen finden Sie in den Inhaltsstofftabellen nach dem Text.

Gesundheitliche Aspekte:

Die Brotfrucht dient als eines der Hauptnahrungsmittel für die Menschen in den Tropen. Die Stärke in der Brotfrucht wandelt sich während der Verdauung langsam in Glukose um und ergibt die Hauptenergiequelle für die Körperzellen. Die enthaltenen Ballaststoffe halten den Darm gesund und fördern die Verdauung. Das Vitamin C stärkt das Immunsystem, das Vitamin B1 ist wichtig für die Schilddrüsenfunktion und für die Nerven. Der Mineralstoff Kalium reguliert den Wasserhaushalt in den Zellen und hilft bei Magen-Darmerkrankungen.

In den Anbaugebieten gleicht die Frucht den Mangel an Getreide aus. Sie ist nahrhaft und gesund.3

Gefahren / Unverträglichkeiten:

Der milchige Saft, der aus dem Brotfruchtbaum, dem Fruchtstiel und auch aus der unreifen Fruchtschale fliesst, kann zu Hautreizungen führen.6

Die Samen des Brotfruchtbaums enthalten Toxine, die sich mit einem Erhitzungsvorgang neutralisieren.

Vorkommen:

Ursprünglich stammt der Baum aus der Südsee. Die polynesischen Bewohner brachten ihn auf ihren Seereisen in den gesamten pazifischen Raum und bis nach Hawaii. Heute ist die Baumart überall in den Tropen verbreitet. Die Breadfruit gilt auf Jamaika als eine der populärsten Früchte bzw. Gemüse. Sie gehört bei jedem Essen dazu.4,7
Der Baum kann bis zu 20 m hoch wachsen. Er trägt eine grosse, schattenspendende Krone mit bis zu einem Meter langen Blättern. Diese sind stark glänzend und gelappt. Die Bäume sind nicht nur für die Nahrungsproduktion von Nutzen, sondern sie festigen auch den Boden und schützen ihn so vor Erosion.1 Ein Brotfruchtbaum kann einen Stammdurchmesser von bis zu einem Meter erreichen. Die Pflanzen haben oft sogenannte Brettwurzeln, die den hohen Bäumen im tropischen Regenwald eine bessere Standfestigkeit geben. In den Monsun-Ländern oder in Regionen mit Trockenzeiten wirft der Baum seine Blätter ab.5,6

Anbau, Ernte:

Brotfruchtbäume (Artocarpus altilis) tragen das ganze Jahr hindurch Blüten und Früchte. Oft sind viele kleine, gelbliche bis bräunliche Blüten vorhanden. Der Baum ist getrenntgeschlechtlich (monözisch), d.h. jeder Baum hat männliche und weibliche Blüten, die sich optisch voneinander unterscheiden. Die weiblichen Blüten entwickeln sich nach der Bestäubung zu kugeligen Sammelfrüchten (Synkarpie). Ein Brotfruchtbaum entwickelt pro Jahr bis zu dreimal Früchte.6 Unter den kultiviert entstandenen Lokalsorten der Brotfrucht gibt es inzwischen auch samenloses Obst.5

Wegen des hautreizenden Milchsafts erfolgt die Ernte der noch grünen Früchte in den hohen Bäumen oft durch Abbrechen mit einer Stange.1,6

Verwechslungsgefahr:

Die Brotfrucht könnte man mit einer klein geratenen Jackfrucht verwechseln. Doch nicht nur die Grösse, sondern auch die Schalen sind unterschiedlich. Die Jackfrucht hat eine Noppenschale.

Eine Verwechslung mit der Durian Frucht (Durio zibethinus) aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae) ist ebenfalls möglich. Wenn man die Hülle aufschneidet, riecht diese Frucht aber sehr streng. Deshalb heisst die Durian auch Stinkfrucht oder Kotzfrucht.7

Man könnte die Brotfrucht auch mit der Baobab-Frucht verwechseln. Diese 25-40 cm lange, geniessbare Frucht hängt an langen Stielen aus der Baumkrone des afrikanischen Affenbrotbaums (Adansonia digitata) herunter. Der Baum gehört auch der Familie der Malvengewächse (Malvaceae) an und ist einer der bekanntesten und charakteristischsten Bäume Afrikas.

Allgemeine Informationen:

Brotfruchtbäume (Artocarpus) gehören zur Familie der Maulbeergewächse (Moraceae). Die Bezeichnungen Artocarpus altilis (Parkins), Artocarpus communis (Forst) oder Artocarpus incisus (Thunb.) verwendet man als Synonym.

Es gibt viele nutzbare Arten von Brotfruchtbäumen. Mehrere Dutzend Arten kommen auf den Südostasiatischen Inseln vor. Die Eingeborenen nutzen das gute Holz, den Milchsaft und vor allem die Sammelfrüchte. Für die tropische Kulturpflanzenforschung sind zwei Arten von besonderer Wichtigkeit: Der polynesische echte Brotfruchtbaum (Artocarpus communis Forst.) und der indische Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus Lam).5 Bekannte Brotfruchtbaumarten sind auch Cempedak (Artocarpus chempedak) und Marang (Artocarpus odoratissima).

Der unter der Borke liegende Rindenbast des Brotfruchtbaums dient den einheimischen Menschen als Flecht- und Bindematerial. Daraus flechten sie Schuhe, Handtaschen, Stoffe oder Wohnutensilien.5

Der Name Brotfruchtbaum stammt vermutlich von den ersten Europäern, welche die Frucht auf Tahiti als Backwarenprodukt kennenlernten. Die 'polynesischen Kekse' schmeckten wie Weizenbrot. Die Brotfruchtbäume brauchen praktisch keine Pflege und gedeihen überall auf Tahiti. So kam den Europäern die Idee, diese Pflanzen in die englischen Kolonien zu exportieren, wo die Brotfrüchte den Sklaven als Nahrung dienen sollten.

Wegen 1‘000 Brotfruchtbäumchen kam es zur legendären Meuterei auf der Bounty. 1792 transportiere das britische Schiff Bounty unter Kapitän Bligh die Setzlinge von Tahiti in die englischen Kolonien in der Karibik. Um die kostbaren Bäumchen zu retten, ordnete der Kapitän an, das Trinkwasser der Mannschaft zu rationieren. Das führte aber zu einer Meuterei. Die Besatzungsmitglieder setzten ihren Kapitän auf offenem Meer aus, warfen alle Bäume über Bord und reisten wieder nach Tahiti zurück. Der Versuch, die Brotfrucht zu exportieren, scheiterte und Kapitän Blighs Reise endete auf einer einsamen Insel im Südpazifik. Doch Kapitän Bligh unternahm nach seiner Rettung eine erneute Brotfruchtbaum-Expedition. Mit dem Schiff Providence kamen unzählige Setzlinge nach Westindien, wo unverzüglich auch der Anbau erfolgte. Trotz Mangelernährung weigerte sich die Sklavenbevölkerung aber, die Brotfrucht als Nahrungsmittel anzunehmen.5 Die Sklaven litten nach dem Essen der Frucht unter heftigen Winden, die lange und weitherum rochen. Das zur Freude der Farmerbesitzer und Aufseher, welche die Flüchtigen dadurch immer wieder auffinden konnten. Mit dem kulturellen und sozialen Wandel ging auch der Status der Frucht vom 'food of paradise' zum Arme-Leute-Essen einher.8,5

Literatur / Quellen:

  1. Biothemen.de Brotfrucht.
  2. Gemüsekorb.info Brotfrucht.
  3. Pamplona-Roger J. Heilkräfte der Nahrung. Advent-Verlag: Zürich 2006.
  4. Jamaikashop.de Brotfrucht.
  5. Brücher H. Tropische Nutzpflanzen. Ursprung, Evolution und Domestikation.Springer Verlag: Berlin. 1977:351-353.
  6. Wikipedia Brotfruchtbaum.
  7. Springlane.de Jackfrucht Unterschied Durian.
  8. DeLoughrey EM. Globalizing the Routes of Breadfruit and Other Bounties.Journal of Colonialism and Colonial History 8:3. Johns Hopkins University Press. Winter 2007.
  9. USDA United States Department of Agriculture.

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