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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Stachelbeeren, roh (Chrosle, Ogrosl, Klosterbeeren)

Stachelbeeren, roh (Chrosle, Ogrosl, Klosterbeeren) haben je nach Sorte eine behaarte Schale oder nicht und schmecken süss-säuerlich.
Wasser 87,9%  87/08/05  LA : ALA
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Die rohe Stachelbeere (Ribes uva-crispa, Syn. Ribes grossularia) ist in fast ganz Europa verbreitet. Im Juli und August sind in Mitteleuropa die, je nach Sorte, grünen, gelben bis dunkelroten Früchte reif.

Verwendung in der Küche:

Stachelbeeren eignen sich sehr gut zum Roh essen. Ab Mitte Juli geerntet schmecken die reifen Beeren aromatisch süss, egal ob grün, gelb oder rot. Vor dem Essen entfernt man oft den Stängel und meist auch den Blütenrest, da beide relativ hart sein können. Manchmal ist die Aussenschale noch etwas säuerlich, was sie aber sehr erfrischend macht. Jede Beere enthält viele kleine essbare Kerne. Manche Sorten haben eine leichte Behaarung, andere wiederum sind glattschalig. Je reifer die Frucht, umso dünner die Aussenhaut und zarter die kleinen Härchen.

Stachelbeeren schmecken im Obstsalat, im morgendlichen Müesli oder als Snack zwischendurch. Im Kompott oder auf Kuchen geben sie eine leicht säuerliche Note. Kocht man sie zu Konfitüre, Gelee oder Chutney ein, kann man sie auch schon etwas früher ernten. So ist der Säure- und Pektingehalt noch etwas höher und sie gelieren besser.

Rezept für Stachelbeeren-Chutney:

Zutaten: 500 g grüne Stachelbeeren, 250 g rote Stachelbeeren, 150 g Zwiebeln, 1 grüne Chilischote (ohne Kerne), 5 Pimentkörner, 1 EL schwarze Pfefferkörner, 1 EL Senfkörner, 1 TL Fenchelsamen, 1 TL Zimtpuvler, Salz, 175 g Zucker, 75 g Akazienhonig, 150 ml Rotweinessig, 1 frischer Rosmarinzweig.

Für das Chutney wäscht und putzt man die Stachelbeeren gut ab. Danach gibt man sie gemeinsam mit den klein gewürfelten Zwiebeln, fein gehacktem Chili, Gewürze, Zucker, Salz, Honig und Essig in einen Topf. Diese Masse lässt man bei mittlerer Hitze für ca. 1,5 h einkochen bis sie zähflüssig ist. Am Ende der Garzeit gibt man den grob zerteilten Rosmarinzweig dazu. Das Chutney füllt man noch heiss in kleine Einmachgläser ein und lässt es abkühlen. Gut verschlossen, dunkel und kühl gelagert hält das Chutney einige Monate. Geöffnete Gläser kann man im Kühlschrank ca. 2 Wochen lagern.

Einkauf - wo kaufen?

Stachelbeeren findet man weniger in Supermarktketten wie Denner, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer etc. Wenn dann führen Spar, Coop, Migros, Volg, oder andere kleinere Supermärkte mit Bezug zu regionalen Produzenten Stachelbeeren zur Saison im Sortiment. In Europa kauft man sie im Sommer (Juli, August) auch auf Wochenmärkten oder direkt beim Landwirt. Somit kann man sicher sein, dass Stachelbeeren eine niedrige CO2-Bilanz haben und der Transportweg im Toleranzbereich liegt.

Wild zu finden:

Die bekannte Wildform ist Ribes uva-crispa var. uva-crispa, sie hat deutlich kleinere Früchte und eine kurze, weiche und drüsenlose Behaarung. Die kultivierte Gartenstachelbeere (Ribes uva-crispa var. sativum) ist drüsenborstig oder kahl. Beide Varietäten sind sehr schwierig voneinander zu unterscheiden.1

Lagerung:

Geerntete Stachelbeeren (Chrosle, Ogrosl, Klosterbeeren) halten mit dem Stängel bis zu einer Woche im Kühlschrank. Ohne Stängel beginnen die Früchte leichter zu faulen. Die Ernte muss für eine Weiterverarbeitung nicht auf den Tag erfolgen, denn Stachelbeeren sind klimakterisch, sie reifen nach. Für den Rohverzehr empfiehlt man aber frisch geerntete, so schmecken sie aromatischer. Wenn sie zu lange nachreifen, verlieren sie stark an Fruchtsäure, die man meist mag und wirken fade. Andere Menschen finden dieses Stadium aber gerade als richtig.

Inhaltsstoffe - Nährwert - Kalorien:

Stachelbeeren haben pro 100 g einen Kaloriengehalt von 44 kcal. Der Vitamin C Gehalt beträgt 28 mg/100g, gleich viel wie Gemüsespinat. Eine Limette hat 29 mg/100g und Erdbeeren 59 mg/100g. Zudem enthalten Stachelbeeren Spuren von B-Vitaminen.2

Kalium, ein essentielles Mengenelement, ist in Stachelbeeren zu 198 mg/100g enthalten. Um einen Vergleich zu haben: Bananen, die man häufig als Kalium-Quelle anpreist, haben "nur" 358 mg/100g. Wirklich gute Kalium-Quellen hingegen sind getrocknete Kräuter, Hülsenfrüchte und Nüsse (Getrocknete Petersilie: 2683 mg oder weisse Bohnen: 1795 mg).2

Stachelbeeren weisen auch Spuren von Calcium, Mangan und Phosphor auf. Mehr Details zu den Inhaltsstoffen finden Sie in der Tabelle unten nach dem Text.

Verhältnis Omega-6 (LA) zu Omega-3-Fettsäure (ALA) in Beeren:

Beeren und Wildbeeren haben meistens ein sehr gutes Verhältnis von LA (Linolsäure) zu ALA (Alpha-Linolensäure). Allgemein haben Beeren einen tiefen Fettgehalt und entsprechend sind die Mengen an Omega-3 und Omega-6 auch gering. Im Verhältnis zum Gesamtfettgehalt machen die mehrfach ungesättigten Fettsäuren aber einen hohen Anteil aus.

Aus der Alpha-Linolensäure bildet unser Körper weitere Omega-3 Fettsäuren (EPA und DHA), die entzündungshemmend wirken, aus der Linolsäure hingegen die entzündungsfördernde Arachidonsäure. Das gute Verhältnis Omega-6 zu Omega-3 ist ein weiterer Grund dafür, dass die Beeren als sehr gesundes Nahrungsmittel gelten.

Angaben zu einzelnen Werten ALA und LA (Quelle: USDA, Önwt, Debinet)

Beere (roh)

ALA (g/100g)

LA (g/100g)

Verhältnis LA:ALA

Gesamtfett (g/100g)

Quelle

Sanddornbeere

1,8

2,6

1,5:1

7,1

Önwt

Holunderbeere

0,5

0,6

1:1

1,7

Önwt

Brombeere

0,09

0,3

0,26

0,19

0,4

0,36

2:1

1,25:1

1,3:1

0,34

1,0

1,0

USDA

Önwt

Debinet

Wald Brombeere

0,3

0,4

1,25:1

1,0

Önwt

Preiselbeere

0,2

0,2

1:1

0,5

Önwt

Cranberry

0,2

0,3

1,5:1

0,7

Önwt

Heidelbeere

0,2

0,15

0,2

0,22

1:1

1,5:1

0,6

0,6

Önwt

Debinet

Himbeere

0,13

0,1

0,25

0,1

2:1

1:1

0,46

0,3

USDA

Önwt

Wald Erdbeere

0,1

0,1

1:1

0,4

Önwt

Wald Himbeere

0,1

0,1

1:1

0,3

Önwt

Boysenbeere

0,08

0,11

1,5:1

0,3

Debinet

Schwarze Johannisbeere

0,07

0,11

1,5:1

0,26

USDA

Erdbeere

0,06

0,09

1,5:1

0,21

0,4

USDA

Debinet

Stachelbeere

0,05

0,27

5:1

0,4

USDA

Rote Johannisbeere

0,04

0,03

0,05

0,04

1:1

1,25:1

0,13

0,2

USDA

Debinet

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Nimmt man genug Kalium zu sich, wirkt dies entwässernd. So kann der Körper überflüssige Giftstoffe aus dem Körper ausspülen. Die enthaltenen Ballaststoffe in Kernen und Haut der Stachelbeere haben eine verdauungsfördernde Wirkung. Das enthaltene Pektin hilft den Cholesterinspiegel zu senken.

Stachelbeeren enthalten viele sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe wie Flavonoide, Anthocyane, aromatische und organische Säuren. Diese wirken antioxidativ und gegen freie Radikale. Freie Radikale verursachen im Körper oxidativen Stress, der mit vielen Krankheiten und frühzeitiger Alterung verbunden ist.3,4

Reagenzglas-Studien zeigten, dass der Extrakt von Stachelbeeren bei Diabetes Typ-2 positiv wirkt, weil er Alpha-Glucosidase-Inhibitoren enthält. Diese vermindern die Passage von Zucker aus dem Dünndarm in den Blutkreislauf.5

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Isst man zu viele unreife oder nicht ganz reife Stachelbeeren, können sie sich negativ auf den Magen auswirken. Die enthaltene Säure baut sich mit zunehmendem Reifegrad ab. Reife Stachelbeeren sind viel bekömmlicher.

Volksmedizin - Naturheilkunde:

Die Blätter der Stachelbeeren verwendet man gegen Entzündungen im Mundraum.

Vorkommen - Herkunft:

Stachelbeeren findet man fast in ganz Europa, Nordafrika, Kaukasus, Kleinasien und in Himalaya. Ob es die echten Wildformen oder verwilderte Formen der Gartenstachelbeere sind, ist leider nicht mehr feststellbar. Laut Wikipedia waren 2016 Deutschland, Russland, Polen und die Ukraine die weltweit grössten Stachelbeerproduzenten.6

Anbau im Garten:

Stachelbeeren sind als Strauch, Spindel oder Halbstamm erhältlich. Sträucher sind wurzelecht, Stämme veredelt. Je nach Erziehungsart muss man den richtigen Platz im Garten für die Pflanze wählen. Nach einigen Jahren können Sträucher eine Breite bis zu 2 Metern erreichen. Deshalb benötigen Stachelbeeren einen regelmässigen Schnitt im Frühjahr.

Die Pflanze bevorzugt sonnige oder halbschattige Standorte und verträgt keinen Spätfrost. Der Boden sollte humos und nährstoffreich sein, Staunässe und zu lange Trockenperioden sollte man vermeiden.7

Normal tragen Stachelbeeren Dornen (keine Stacheln), es gibt aber auch Züchtungen, die dornenlose Pflanzen hervorbringen. Dies erleichtert die Ernte und den Schnitt. Stachelbeeren können sich vegetativ über Absenker selbst vermehren. Schneidet man im Herbst einen einjährigen Trieb mit 30 cm ab und steckt ihn bis auf 4 Knospen in eine Anzuchterde, kann man ihn im darauffolgenden Herbst als Steckling verpflanzen. Bei veredelten Stachelbeeren verwendet man häufig die Gold-Johannisbeere (Ribes aureum) als Unterlage (Wurzler).

Jede Farbe schmeckt etwas anders. Bei den roten Sorten ist das beerenartige Aroma am besten ausgeprägt. Gelbe Sorten sind häufig etwas grösser.

Für den eigenen Garten gibt es mehltauresistente Sorten, die man auf jeden Fall bevorzugen soll. Bei Befall des Amerikanischen Stachelbeermehltaus (Sphaerotheca mors-uvae) muss man alle befallenen Triebe abschneiden und vernichten.

Allgemeine Informationen:

Die Stachelbeere zählt zu den Stachelbeergewächsen (Grossulariaceae) innerhalb der Gattung der Johannisbeeren (Ribes).

Kreuzungen zwischen Stachelbeere (Ribes uva-crispa) und Schwarzen Johannisbeeren (Ribes nigrum) ergeben die Jostabeere (Ribes × nigridolaria).

Alternative Namen:

In Teilen Österreichs nennt man die Stachelbeere Ogrosl, Agrasl, Meischgale, Mauchale, Mungatzen. In der Schweiz kennt man sie als Chrosle oder Chruselbeeri. Im Deutschen ist sie je nach Region als Ägrisch, Druscheln, Heckenbeere, Krausbeere, Krusebeere oder Krusle bekannt. Früher nannte man sie Klosterbeere.6

Der Englische Name ist gooseberry.

Literatur - Quellen:

  1. Floraweb.de Stachelbeere.
  2. USDA United States Department of Agriculture.
  3. Liguori I, Russo G, Curcio F, et al. Oxidative stress, aging, and diseases. Clin Interv Aging. 2018;13.
  4. Nile SH, Park SW. Edible berries: bioactive components and their effect on human health. Nutrition. 2014;30(2).
  5. Da Silva Pinto M, Kwon Y, Apostolidis E, et al. Evaluation of red currants (Ribes Rubrum L.), black currants (Ribes Nigrum L.), Red and Green Gooseberries (Ribes Uva-Crispa) for potential management of type 2 diabetes and hypertension using in vitro models. Journal of Food Biochemistry. 2010.
  6. Wikipedia Stachelbeere.
  7. Gartenratgeber.de Stachelbeeren-garten-pflanzen-pfelgen.

Zutat mit Nährstofftabellen


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