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Labkraut (Wiesen-Labkraut, roh, bio?)

Entdecken Sie vielseitige Verwendungsmöglichkeiten von Wiesen-Labkraut in der Küche, die allfällige Saison, Preise und gesundheitliche Vorteile. Erfahren Sie mehr über wichtige Nährstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Anbau und Ökobilanz.

Aufgrund fehlender Informationen zu den Nährstoffen haben wir die Zutat nicht in die Berechnung der Nährwerttabelle miteinbezogen.
 00Makronährstoff Kohlenhydrate 0%/00Makronährstoff Proteine 0%/00Makronährstoff Fette 0% 

Die drei Verhältniszahlen zeigen den prozentualen Gewichtsanteil der Makronährstoffe (Kohlenhydrate / Proteine / Fette) der Trockensubstanz (exkl. Wasser).  In der Sprache Englisch sind Ballaststoffe als Bestandteil des Kohlenhydrat-Anteils gerechnet. Die Umrechnung von Gewicht in kcal erfolgt nach dem von der USDA verwendeten "Atwater system". 

Davor ersehen Sie den Wasseranteil, gerundet auf ganze %.

Ω-6 (LA, <0.1g)Omega-6-Fettsäuren wie Linolsäure (LA) : Ω-3 (ALA, <0.1g)Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure (ALA) = 0:0

Verhältnis Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren soll insgesamt 5:1 nicht überschreiten. Link zu Erklärungstext.

Werte sind zu klein, um relevant zu sein.

Das Wiesen-Labkraut (Galium mollugo) ist eine beliebte und in der Küche vielseitig, auch roh verwendbare Wildpflanze. Als Heilpflanze spielt es heute eine untergeordnete Rolle. Bio?

Verwendung in der Küche

Frisches Wiesen-Labkraut hat schmale, glatte, lanzettliche, sternförmig angeordnete Blätter. Es bereichert viele Gerichte mit feinen, kreativen Akzenten. Die jungen Blätter entfalten ein Aroma, das an eine Mischung aus mildem Kopfsalat und Grünkohl erinnert.1

Die jungen Triebspitzen und Blüten des Wiesen-Labkrauts verfeinern Suppen, rohe Pestos, Rohkost-Smoothies, Saucen, Hackkräutermischungen, Blattgemüsegerichte und Spinat oder dienen als nussige Salatgrundlage.1

Die süsslichen, honigartig duftenden Blüten aromatisieren Getränke und Kräuterlimonaden und setzen dekorative Akzente auf Speisen. Zudem bereichern sie Gelees, Sirupe, Blütenpudding und andere Desserts.1

Aus den Samen des Wiesen-Labkrauts können Sie im Winter Sprossen ziehen. Geröstet ergeben die kleinen Samen einen interessanten Kaffee-Ersatz.1

Auch in einem Wildkräutersmoothie wie z.B. einem Gojibeeren-Kräutersmoothie schmeckt Wiesenlabkraut, gerne kombiniert mit Vogelmiere, Brennnessel und Barbarakraut (Winterkresse) oder alternativ Brunnenkresse oder Kapuzinerkresse.

Einen aromatischen Wildpflanzen-Salat können Sie z.B. aus Äpfeln, Nüssen, Spitzwegerich, Löwenzahn und Wiesen-Labkraut zubereiten.3

Veganes Rezept für Wiesenlabkraut-Smoothie

Zutaten (für 2 Personen): 5 g frisches Wiesenlabkraut, 1 reife Banane, 1 Apfel (ungeschält), 1 Handvoll frischer Spinat, 1 Tasse pflanzliche Milch (z.B. Hafermilch), 1 EL Chiasamen, 1 TL Agavendicksaft, 1 Prise Zimt.

Zubereitung: Für den Kräutersmoothie, den Apfel sowie die Banane in grobe Stücke schneiden und zusammen mit dem Spinat, der pflanzlichen Milch, Chiasamen, Wiesenlabkraut, Agavendicksaft und Zimt pürieren. Mit zusätzlichem Trinkwasser können Sie die gewünschte Konsistenz erreichen. Den veganen Labkraut-Smoothie sofort geniessen.

Rezept für frischen Labkraut-Tee

Für die Zubereitung eines Labkraut-Tees 4-5 g fein geschnittenes Labkraut (2 gehäufte TL; 1 TL = ca. 1,7 g) mit kochendem Wasser übergiessen. Nach einer Ziehzeit von 10 Min. den Aufguss durch ein Sieb geben. Das Labkraut können Sie alternativ auch mit kaltem Wasser ansetzen und anschliessend aufkochen.4

Vegane Rezepte mit Wiesen-Labkraut finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".

Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen:
Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler
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Einkauf - Lagerung

Bei Grossverteilern wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer, Billa etc. sowie in Bio-Supermärkten Denn's Biomarkt und Alnatura haben wir bisher keine Produkte mit Wiesen-Labkraut gefunden.

Wiesen-Labkraut (Galium mollugo und Galium album = Galium mollugo agg.) können Sie entweder wild sammeln oder als Samen oder Setzling im Fachhandel sowie online kaufen.

Labkraut-Tee ist als lose Ware erhältlich. Vielfach ist es nicht Wiesen-Labkraut, sondern das Echte Labkraut (Galium verum). Im Handel gibt es u.a. eine Salbe (keine näheren Angaben zur Labkraut-Art), eine Labkraut-Tinktur (Galium verum) und einen flüssigen Extrakt mit Klett-Labkraut (Galium aparine).

Wild zu finden

Wo finden Sie Wiesen-Labkraut? Wiesen-Labkraut wächst an Wald- und Gebüschrändern, auf Wiesen sowie in Auenwäldern auf nährstoffreichen, lehmigen und tonigen Böden. Es ist bis auf etwa 1700 m ü.M. anzutreffen.5

Das bis zu 80 cm hohe Wiesenlabkraut ist eine sommergrüne und krautige Wildpflanze. Die kantigen Stängel haben Blattquirle, von denen Nebenäste abzweigen. Die Blattquirle bestehen meist aus acht lanzettförmigen Einzelblättern und erscheinen wie ein Stern angeordnet. An den Spitzen der Hauptstängel und Nebenstängel liegen die traubenförmigen Blütenstände. Die mattweissen Blüten des Wiesen-Labkrauts haben einen Durchmesser von etwa 3 mm.5

Saison: Im Frühjahr können Sie die gerade austreibenden, dicken, saftigen und sehr milden Triebspitzen ernten, von Mai bis September die Blüten und Blütenknospen abzupfen und im August und September die kleinen Samen am Kraut sammeln. Im Winter können Sie kleine, saftige Triebspitzen unter der Schneedecke finden.1

Das Wiesenlabkraut ist leicht mit dem Waldmeister (Galium odoratum), dem Klettenlabkraut (Galium aparine) oder vor der Blüte mit dem Echten Labkraut (Galium verum) zu verwechseln.3,6 Eine echte Verwechslungsgefahr besteht dabei nicht, da diese Labkrautarten als essbar und ähnlich verwendbar gelten. Um Verwechslungen zu vermeiden, arbeiten Sie am besten mit Steckbriefen, Bildern und Zeichnungen der Labkraut-Arten.

Tipps zur Lagerung

Zum Trocknen hängen Sie frisches Labkraut, in kleinen Büscheln zusammengebunden, an einem trockenen und luftigen Ort auf. Die fertig getrockneten Blüten und Blätter können Sie vom Stängel abziehen und in Aromaschutztüten, dunklen Gläsern oder Metalldosen aufbewahren.

Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien

Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.

Als wichtige Inhaltsstoffe in Galium mollugo gelten insbesondere Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Magnesium.8

Wirkungen auf die Gesundheit

Viele gesundheitliche Wirkungen von Galium mollugo kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.

Wiesen-Labkraut enthält u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:7,8,9

  • Isoprenoide: Iridoide: Iridoidglykoside (Asperulosid, Loganin, Monotropein, Scandosid, Mollugosid), Secoiridosidglykoside (Secogaliosid); Sesquiterpene (β-Caryophyllen, Germacren); Triterpene: Steroide (Beta-Sitosterol, Campesterol); Triterpene Saponine
  • Polyphenole: Phenolsäuren: Hydroxybenzoesäuren (Gallussäure), Hydroxyzimtsäuren (Cumarsäure, Ferulasäure, Chlorogensäure, Neochlorogensäure, Kaffeesäure); Flavonoide: Flavanole (Catechin, Epicatechin); Flavonole (Isorhamnetin, Kaempferol, Quercetin, Fisetin, Astragalin, Rutin, Hyperosid), Falvanone (Hesperidin), Flavone (Apigenin, Luteolin, Diosmetin, Hispidulin); Tannine
  • Weitere organische Verbindungen: Carbonsäuren (Hexansäuren), Aldehyde (Hexanal, Nonanal), Ketone; Phenylpropanoide (Anethol); Chinone (Anthrachinon)

Galium mollugo zeigt ein breites pharmakologisches Potenzial, das v.a. auf phenolischen Verbindungen, Iridoiden und Steroiden beruht. Galium mollugo hat eine antioxidative Aktivität in wässrig-ethanolischen Extrakten, deren Wirkung deutlich von der Extraktionsmethode abhängt. Im Vergleich mehrerer Galium-Arten weist G. mollugo eine geringere antioxidative Wirkung auf als Galium verum.7,8

Zu den wichtigsten bioaktiven Inhaltsstoffen zählen Iridoidglykoside wie Asperulosid, Monotropein, Scandosid sowie weitere Secoiridoid-Derivate. Asperulosid trägt insbesondere zu blutdrucksenkenden, entzündungshemmenden und antitumoralen Wirkungen bei.7 Asperulosid und Secogaliosid haben sedative Wirkungen und Hispidulin zeigt krampflösende Effekte.7,8

Iridoide und Steroide in Galium-Arten besitzen antikanzerogene Eigenschaften, insbesondere gegen Darmkrebs, da sie Apoptose auslösen und verschiedene Signalwege beeinflussen. Sie verstärken zudem die Immunerkennung von Tumorzellen, beeinflussen hormonabhängige Tumoren und hemmen Zellzyklus und Metastasierung. Studien zeigen zudem ein reduziertes Risiko bestimmter Krebsarten bei der Aufnahme von Stigmasterol und Beta-Sitosterol.7

Die flüchtigen Komponenten Anethol und β-Caryophyllen wirken potenziell antibakteriell und antimykotisch, v.a. bei gram-positiven Bakterien wie Staphylococcus aureus und Listeria monocytogenes.7,8,9 Die Literatur beschreibt zudem die Behandlung von chronisch-entzündlichen Hautkrankheiten (Psoriasis) und Wundheilung.8 Insgesamt ist die Datenlage zu den gesundheitlichen Wirkungen von G. mollugo jedoch begrenzt und erfordert weitere Studien.

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen

Ist Wiesenlabkraut giftig? Labkraut (Galium) enthält variable Mengen an Asperulosid. In manchen Arten entsteht daraus Cumarin.2 Für Wiesenlabkraut konnten wir keine Belege zu Cumarin finden. Nachweislich findet dieser Prozess in Waldmeister (Galium odoratum), der auch zur Gattung Labkraut gehört, statt. Auch in Steinklee (Melilotus) und Tonkabohnen kommt Cumarin vor.10

Cumarin ist ein in zahlreichen Pflanzenarten natürlich vorkommender sekundärer Pflanzeninhaltsstoff. Geringe Mengen enthalten Lebensmittel wie Aprikosen, Brombeeren, Erdbeeren, Datteln, Kirschen sowie manche Gartenkräuter (u.a. Salbei, Dill und Kamille). Cassia-Zimt ist wegen seines hohen Gehalts an Cumarin in Verruf geraten. Ceylon-Zimt dagegen ist eine Cumarin-arme Alternative.10

Lebensmittel dürfen kein zugesetztes, isoliertes Cumarin enthalten. Der Grenzwert liegt bei 2 mg/kg Lebensmittel.10

Klinische Daten zeigen, dass unter der Behandlung mit cumarinhaltigen Präparaten in Einzelfällen Leberfunktionsstörungen auftreten können. Die Wirkung einer hohen Cumarin-Aufnahme ist jedoch reversibel; die Leber benötigt ein paar Wochen zur Erholung. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) hat deshalb einen TDI-Wert (Tolerable Daily Intake) von 0,1 mg/kg Körpergewicht abgeleitet. Für eine erwachsene Person liegt die Höchstmenge bei 6 mg pro Tag, ein Leben lang, ohne gesundheitlich negative Auswirkungen zu erfahren.10

Aufgrund unzureichender Datenlage sollten Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren die Anwendung von (Wiesen-)Labkraut mit einer Fachperson abklären.11

Verwendung als anerkannte Heilpflanze

Wofür ist Labkraut gut? Bisher gibt es keine Monografien zum Wiesen-Labkraut vom Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC / Committee on Herbal Medicinal Products), vom Dachverband nationaler europäischer Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP / European Scientific Cooperative on Phytotherapy) oder von der Kommission E (selbstständige, wissenschaftliche Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel des heutigen Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Deutschland).

Auch das Echte Labkraut (Galium verum) hat bisher keine anerkannten medizinischen Anwendungsgebiete. Lediglich die Qualität des Echten Labkrauts ist im Deutschen Arzneimittel-Codex (DAC) festgelegt.4,11

Die Heilwirkung von Wiesen-Labkraut ist bis anhin nicht belegt. Eine medizinische Anwendung aus Sicht der modernen Kräuterheilkunde ist deshalb aktuell nicht empfohlen.12

Volksmedizin - Naturheilkunde

In der Volksheilkunde ist Wiesenlabkraut dafür bekannt, die Tätigkeit von Nieren und Lymphen anzuregen. Zudem soll die Anwendung eine blutreinigende und harntreibende Wirkung sowie Linderung bei Nierensteinleiden zeigen.1 Galium mollugo findet in der traditionellen Medizin Anwendung als Wundheilmittel sowie zur Behandlung von Hysterie und Epilepsie.9

Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl

Zur Einschätzung der Klimafreundlichkeit eines Lebensmittels dient in erster Linie der CO2-Fussabdruck. Dieser hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Die Art der landwirtschaftlichen Produktion (konventionell vs. ökologisch), saisonale, regionale oder inländische Produktion bzw. Import per Lkw, Schiff oder Flugzeug, Verpackungsarten sowie der Unterschied zwischen Frisch- und Tiefkühlwaren spielen dabei eine entscheidende Rolle.13 Da frisches Wiesen-Labkraut ausschliesslich wild zu finden ist, können wir an dieser Stelle keine Angaben zum CO2-Fussabdruck oder Wasserfussabdruck machen.

Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?

Tierschutz - Artenschutz

Die Bestäubung der Blüten vom Wiesen-Labkraut erfolgt durch Fliegen und Käfer. Das Wiesen-Labkraut ist eine beliebte Futterpflanze für viele Schmetterlingsraupen wie Taubenschwänzchen, Weinschwärmer, Purpurbär, Labkrautschwärmer, verschiedene Spanner und Eulenfalter.14

Weltweites Vorkommen - Anbau

Wiesen-Labkraut ist in Europa sowie im nördlichen Afrika und im westlichen Teil des asiatischen Kontinents heimisch. Heute ist G. mollugo jedoch auch in Nordamerika, in den kanadischen Bundesstaaten am Pazifik und Atlantik sowie im Nordwesten und an der Ostküste der USA verbreitet.15

Eigener Anbau

Wiesenlabkraut können Sie im Garten oder als Topfpflanze anbauen. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig und der Boden nährstoffreich, frisch und lehmhaltig sein. Vermehren können Sie die Pflanze durch Teilung oder Selbstaussaat. Die oberirdischen Pflanzenteile sterben meist im Spätwinter ab, das Kraut kann jedoch auch grün bleiben. Die Wurzel ist frosthart. Wiesen-Labkraut benötigt keine Pflege.14

Weiterführende Informationen

Wiesen-Labkraut (Galium mollugo) ist eine Pflanzenart der Labkräuter (Galium) und gehört zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). In Europa verbreitete Arten: Echtes Labkraut (Galium verum) und Kletten-Labkraut (Galium aparine).1

Galium-Arten enthalten ein Enzym, das zum Teil noch heute bei der traditionellen Käseherstellung Verwendung findet und ähnlich wie das Lab aus dem Magen der Kälber, die Milch zum Gerinnen bringt. Daher rührt auch die Bezeichnung "Lab"-Kraut. Echtes Labkraut (Galium verum) diente in England als Färbemittel für Chesterkäse. Ebenfalls kam die Pflanze zum Brauen von Bier zum Einsatz.3

Alternative Namen

Für das Wiesen-Labkraut bestehen regional gebräuchliche alternative Bezeichnungen und Schreibweisen wie Wiesenlabkraut, Labkraut, Klein-Wiesen-Labkraut, Gemeines Labkraut, Megerkraut, Weisses Waldstroh, Butterstiel (Tübingen), Liebfrauenstroh (Kärnten), Sternmegerkraut, Oarkreutl (Tirol im Pinzgau), Littgängche (Eifel), Gliedekraut (Schlesien), Grasstern, wilde Röte, soite Klei (Göttingen) oder Schmalstern.

Auf Englisch ist Wiesenlabkraut als false baby's breath oder hedge bedstraw bekannt. Die Drogenbezeichnung lautet Galii veri herba.

1.

"Die im Frühjahr gerade austreibenden, dicken, saftigen, sehr milden Triebe des verbreiteten Wiesen-Labkrauts können als Hauptbestandteil und als Beigabe zu jeglichen Blattgemüsegerichten oder als Spinat verwendet werden. Die zart-saftigen Triebspitzen haben breite Stängel und noch kleine, weiche Blätter im Quirl. Sie ergeben eine ausgezeichnete nussige Salatgrundlage auch nur mit einem Dressing aus Sauerrahm und etwas Salz. Des Weiteren gibt man sie in Hackkräutermischungen, Pesto und in Saft- und Vitalgetränke. Noch im Winter findet man kleine, saftige Wiesen-Labkrauttriebe unter der Schneedecke."

"Aus dem Saft ausgetrockneter Blüten kann ein süsser Blütenpudding bereitet werden. Man nutzt die Blüten auch generell als Aroma z.B. für Kräuterlimonade und andere Getränke."

"Im August und September findet man am Wiesen-Labkraut die kleinen Samen. Sie können, in dunklen Gefässen aufbewahrt, im Winter mit etwas Geduld als frische Keimsaat oder geröstet als Kaffeeersatz genutzt werden. Der Grundgeschmack der Pflanze erinnert im Frühjahr an eine Mischung aus mildem Kopfsalat und Grünkohl."

"Inhaltsstoffe und Wirkung: Die Naturheilkunde verwendet das Wiesen-Labkraut zur Anregung der Nierentätigkeit und zur Entschlackung über die Lymphe. Darüber hinaus soll die Pflanze die Lebensgeister wecken. Inhaltsstoffe und weitere Einsatzmöglichkeiten siehe Galium aparine."

"Das Kletten-Labkraut enthält Glykoside wie Asperulosid, geringe Mengen Alkaloide; Gerbstoffe und ätherisches Öl."

Book: strong evidence

Fleischhauer SG, Guthmann J, Spiegelberger R. Enzyklopädie. Essbare Wildpflanzen. 2000 Pflanzen Mitteleuropas. 4. Auflage. Aarau: AT Verlag; 2018.

2.

Gallium (Labkraut, Klebkraut) - Rubiaceae

Von den etwa 400 Arten Ein- und Mehrjähriger, die in dieser kosmopolitischen Gattung versammelt sind, werden einige als Gartenpflanzen gezogen. Labkraut enthält Asperulosid, aus dem Cumarin entsteht, das für den süsslichen Heugeruch der trockenen Blätter verantwortlich ist. Interessant für die pharmazeutische Industrie ist, dass Asperulosid in Prostaglandine umgewandelt werden kann, hormonartige Verbindungen, die die Uterusfunktion anregen und auf die Blutgefässe wirken. In den Wurzeln einiger Larkautarten findet sich ein roter Farbstoff, ähnlich dem der eng verwandten Rubia tinctorum...

Book: weak evidence

Bown D. Kräuter. Die grosse Enzyklopädie. Anbau und Verwendung. 2. Auflage. München: Dorling Kindersly; 2015.

3.

"Sie sind eine beliebte Basis für Salate, etwa in Kombination mit Löwenzahn, Spitzwegerich, Äpfeln und Nüssen."

"Vor der Blüte kann es leicht mit dem gelbblühenden Echten Labkraut (Galium verum) verwechselt werden, das aber ähnlich vielseitig verwendbar ist."

"Der Name Labkraut ist darauf zurückzuführen, dass die Pflanze ein Enzym enthält, dass bei der Käseherstellung eingesetzt wird. Es bringt die Milch zur Gerinnung – ähnlich wie das Lab aus dem Magen von Kälbern. In England setzte man das goldgelbe Echte Labkraut zum Färben von Chesterkäse ein. Früher wurde die Pflanze auch zum Bierbrauen verwendet."

Website

Bundeszentrum für Ernährung. Wiesenlabkraut: Für Pesto, Sossen und süsse Desserts. 2020.

4.

Quelle bestand bereits. Keinen Zugriff darauf.

Book: strong evidence

Blaschek W, Hrsg. Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka: Ein Handbuch für die Praxis. 6. Auflage. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH; 2016.

5.

"An Wald- und Gebüschsäumen, auf Wiesen und in Auenwäldern auf nährstoffreichen Lehm- und Tonböden bis etwa 1700 m Höhe."

Siehe Bild, S. 14.

"Der Stengel ist kantig. Die Blätter bestehen aus schmalen Teilblättchen, die zu mehreren rund um den Stengel angeordnet sind. Das längliche Teilblättchen ist etwa fünfmal so lang wie breit. Die Blüten bestehen aus mehreren Blütenästen, die jeweils eine grössere Anzahl mattweisser Einzelblüten hervorbringen, die nur etwa 3 mm gross werden. Die Einzelblüte hat 4 Blütenblätter und 4 Staubbeutel."

Book: strong evidence

Fleischhauer SG, Guthmann J, Spiegelberger R. Essbare Wildpflanzen. 200 Arten bestimmen und verwenden. 1. Auflage. Baden und München: AT Verlag; 2009.

6.

"Man kann das Wiesenlabkraut sehr schnell verwechseln mit ihren Geschwistern wie Waldmeister (riecht nach Lakritze), Klettenlabkraut (klebt an den Kleidern) oder das echte Labkraut (gelbe Blüten). Diese drei können aber alle auch gegessen werden."

Website

SRF Schweizer Radio und Fernsehen. Österliche Wildkräuter: Das Wiesenlabkraut. 2022.

7.*

Medicinal plants are a rich source of phytochemical constituents of diverse structures that are behind their various pharmacological effects. Plants of genus Galium named Bedstraws, family Rubiaceae, are distributed throughout North and South America, Europe, the northern U.S., southern Canada, and tropical Asia. More than 600 species have been used in traditional medicine for treating different ailments. Owing to the valuable published uses of these plant species, and the versatility of their bioactive metabolites such as Galium verum, Galium aparine, Galium mollugo, and G. odoratum, it was deemed interesting to summarize the previous studies done on this genus to discuss the pharmacological profile of all isolated classes of metabolites. The search was adopted using some essential keywords such as Galium, phytochemistry, pharmacology, and biological activity from journals and books in databases such as Scopus, Elton B. Stephens CO, ScienceDirect, Embase, security identifier, and Medline from 1995 to 2024. The results showed that species belonging to Galium have various pharmacological activities including antimicrobial, antioxidant, anti-cancer, immunomodulatory, and anti-inflammatory effects because they are rich in phenolic compounds, iridoid glycosides, anthraquinones, phytosterols, saponins, and essential oils. Accordingly, this review will stimulate the scientific community for further research and boost the discovery of novel bioactive compounds from various species belonging to this genus distributed worldwide.

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.7324/JAPS.2024.195572

Study: weak evidence

Ali Kanso M, Ali Hijazi M, El-Lakany A, Aboul-Ela M. Review on phytochemical constituents and pharmacological activities of genus Galium. J Appl Pharm Sci. 2024.

8.*

"A significant chemical compounds identified in white lady’s bedstraw are certainly minerals such as potassium, calcium and magnesium."

"Antioxidant activity of aqueous-ethanolic G. mollugo extracts was revealed as well."

"There is an evidence that G. mollugo is used as a nerve relaxant."

"It’s been reported that both G. verum and G. mollugo may be useful in the treatment of skin disorders, exogenous treatment of psoriasis or wound healing."

 

"Schon seit den 1950er-Jahren sind die hepatotoxischen Eigenschaften des Cumarins bekannt. Dennoch wurde die Substanz in manchen Ländern als Arzneimittel, unter anderem zur Behandlung von Ödemen, zugelassen. Bei so behandelten Patienten traten Zeichen von Hepatotoxizität auf, die von erhöhten Transaminase-Werten über Leberentzündung bis zu Leberversagen reichten. Dabei war keine exakte Dosis-Wirkungs-Beziehung zu beobachten. Vielmehr scheint ein kleiner Anteil der Bevölkerung besonders empfindlich gegenüber Cumarin zu sein. Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht bekannt. Die Wirkung ist aber reversibel, die Leber erholt sich innerhalb weniger Wochen."

"Aus Tierversuchen ist seit den 1970er-Jahren bekannt, dass Cumarin Krebs auslösen kann. Bei Ratten führte die Exposition zu Tumoren der Leber, Gallengänge und Niere. Für Menschen gibt es keine Hinweise, dass Cumarin krebserregend wirkt. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse lassen ausserdem vermuten, dass der Kanzerogenität nicht (wie lange vermutet) ein genotoxischer Wirkmechanismus zugrunde liegt. Die Substanz verändert die DNA also nicht. Daher hat die Europäische Kommission vorgeschlagen, die bestehende Einschränkung für Cumarin aufzuheben. Hintergrund hierfür ist, dass die Aromarichtlinie nur genotoxische Substanzen berücksichtigt, die in jeder Menge schädlich sind. Kanzerogene Stoffe, die nicht genotoxisch sind, zeigen erst ab einer bestimmten Menge eine schädliche Wirkung. »Es besteht eine reelle Chance, dass man, selbst wenn Cumarin aus der Aromarichtlinie herausgenommen wird, eine rechtliche Regelung für eine Höchstmenge finden wird«, erklärte Dr. Irene Lukassowitz vom BfR gegenüber der PZ."

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.1515/sjecr-2017-0057

Study: weak evidence

Bradic J, Petkovic A, Tomovic M. Phytochemical and Pharmacological Properties of Some Species of the Genus Galium L. (Galium verum and mollugo). EABR. 2021;22(3):187–193.

9.*

"Estonian Galium species are rich in polyphenolics, mainly chlorogenic acid and rutin, known for their antioxidant properties. Volatile phytochemicals anethole and β-caryophyllene that were found in all extracts have previously shown potential as antibacterial and antifungal agents."

Experimentelle Studie in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.3390/molecules28062867

Study: weak evidence

Laanet PR, Saar-Reismaa P et al. Phytochemical Screening and Antioxidant Activity of Selected Estonian Galium Species. Molecules. 2023;28(6):2867.

10.

"Man kann grob zwischen zwei Zimtsorten unterscheiden: Ceylon-Zimt enthält nur geringe Mengen an Cumarin, die aus Sicht des BfR gesundheitlich unbedenklich sind. Cassia-Zimt weist höhere Gehalte an Cumarin auf und sollte deshalb nicht über einen längeren Zeitraum in grösseren Mengen verzehrt werden."

"Cumarin ist ein natürlicher Aroma- und Duftstoff, den viele Pflanzen enthalten. In höheren Konzentrationen kommt er in Zimtsorten vor, die unter dem Begriff „Cassia-Zimt“ zusammengefasst werden, aber zum Beispiel auch in Waldmeister, Tonka-Bohnen und Steinkleekraut."

"Nach dem alten europäischen Aromenrecht von 1988 galt für Lebensmittel allgemein ein strengerer Höchstwert von 2 mg pro kg Lebensmittel."

"Aus dem Einsatz von Cumarin im Medizinbereich ist bekannt, dass es schon bei relativ niedrigen Dosierungen bei einer kleinen Gruppe besonders empfindlicher Personen zu Leberschäden kommen kann, wenn das Medikament über wenige Wochen verabreicht wird. Dabei kommt es in leichten Fällen zu einer Erhöhung der Leberenzyme im Blut, in schweren Fällen zu einer Entzündung der Leber, die sich als Gelbsucht bemerkbar machen kann. Der genaue Wirkmechanismus ist nicht bekannt, die Wirkung war aber in der Regel reversibel."

"Das BfR hat das gesundheitliche Risiko, das von Cumarin in Lebensmitteln ausgehen kann, bewertet. Es hatte sich gezeigt, dass Cumarin im Tierversuch oder als Arzneimittel bei empfindlichen Personen die Leber schädigen kann. Das BfR hat deshalb eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge abgeleitet. Diese Menge kann ein Leben lang aufgenommen werden, ohne dass ein gesundheitliches Risiko zu erwarten ist. Sie liegt bei 0,1 mg (Milligramm) Cumarin pro kg Körpergewicht und Tag und gilt auch für besonders empfindliche Verbraucher. Ein Erwachsener mit 60 kg Körpergewicht kann folglich ein Leben lang täglich 6 mg Cumarin aufnehmen, ohne dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung zu erwarten ist. Denselben Wert hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit in ihrer Bewertung von Cumarin ermittelt. Wird dieser Wert kurzzeitig überschritten, ist keine Gefährdung der Gesundheit zu erwarten."

Website

BfR Bundesamt für Risikobewertung. Fragen und Antworten zu Cumarin in Zimt und anderen Lebensmitteln. 2012.

11.

"Für die Anwendung von Labkraut während der Schwangerschaft und Stillzeit liegen noch keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor; von einer Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren wird wegen mangelnder Erkenntnisse abgeraten."

"Die Qualität des Labkrauts (Galii veri herba) ist im Deutschen Arzneimittel-Codex (DAC) festgelegt."

Website

Arzneipflanzenlexikon info. Labkraut.

12.

"Die Wirksamkeit des Labkrautes ist nicht belegt, so dass eine Anwendung aus der Sicht der moderenen Kräuterheilkunde nicht mehr empfohlen werden kann."

Book: moderate evidence

Niederegger O, Mayr C. Heilpflanzen der Alpen. Gesundheit aus der Natur von A bis Z. Innsbruck-Wien: Tyrolia-Verlag; 2006.

13.

"Schwerpunkt 1 thematisiert den Einfluss unterschiedlicher Lebensmittel Bereitstellungsprozesse auf die Umweltauswirkungen, einschliesslich einer Betrachtung von Teilaspekten wie Verpackung, Transporte, usw. Dadurch sollen Leser*innen oder Anwender*innen in die Lage versetzt werden zu erkennen, dass es
nicht einen einzigen CO2-Fussabdruck eines Lebensmittels geben kann, sondern dass dieser von unterschiedlichen Randbedingungen abhängen kann: zum Beispiel von der Art der landwirtschaftlichen Produktion (konventioneller oder ökologischer Landbau), der gewählten Systemgrenze (Lebensmittel an der Supermarktkasse oder fertig zubereitet auf dem Teller), der Verpackungsart (Glas oder Verbundkarton)
und vielem mehr. Dazu werden für knapp 200 Lebensmittel insbesondere folgende Teilaspekte des CO2-Fussabdrucks im Einzelnen betrachtet:

  • Konventioneller bzw. ökologischer Landbau
  • Durchschnittliche bzw. saisonale / regionale Produktion
  • Inländische Produktion bzw. Import per Lkw, Schiff oder Flugzeug
  • Unterschiedliche Lebensmittelverpackungen
  • Frischware bzw. Tiefkühlware."

Website

Reinhardt G, Gärtner S, Wagner T. Ökologische Fussabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg ifeu. 2020:1-22.

14.

"Bestäubung durch Fliegen und Käfer, Futterpflanze für viele Schmetterlingsraupen (Taubenschwänzchen, Weinschwärmer, Purpurbär, Labkrautschwärmer, verschiedene Spanner und Eulenfalter)"

"sonnig bis halbschattig, nahrhafter Boden"

"durch Teilung, Selbstaussaat"

"meist im Spätwinter absterbend, teilweise aber auch grün bleibend, Wurzel frosthart"

"keine Pflege nötig"

Website

Susanna Komischke de. Pflanzenwiki: Wiesenlabkraut (Galium mollugo). 2020.

15.

"Galium mollugo is native to northern Africa, Europe and western parts of temperate Asia, and introduced to North America (USDA-ARS 2022). In the United States, it is present in northwestern and northeastern states as far south as California and Georgia (Mersereau and DiTommaso 2003; USDA-NRCS 2022). In Canada, the species occurs in Alberta, British Columbia, New Brunswick, Newfoundland, Nova Scotia, Ontario, Prince Edward Island and Quebec (Mersereau and DiTomasso 2003; Brouillet et al. 2010+)."

Website

International Seed Morphology Association: Galium mollugo L.

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