Inhaltsverzeichnis
Beim Rosenwasser handelt es sich um gelöste ätherische Öle von bestimmten Rosenarten, die hauptsächlich zum Aromatisieren von Gebäck und Süssigkeiten Verwendung finden. Daneben kommt Rosenwasser auch für kosmetische Zwecke zum Einsatz. Handelsübliches Rosenwasser ist nicht roh. Achten Sie auf Bio-Qualität.
Verwendung in der Küche
Rosenwasser oder Rosenblütenwasser verfügen über einen samtig-blumig-rosigen Duft. Eignet sich Rosenwasser zum Trinken? Zum direkten Trinken eignet es sich nicht. In der orientalischen Küche dient es vor allem zur Aromatisierung von Backwaren, Süssspeisen, Desserts und Speiseeis. So ist Rosenwasser eine wesentliche Zutat des indischen Griessbreis "Halwa", des israelischen Desserts "Malabi" oder der türkischen Nachspeise "Güllac". Diese enthalten traditionell zwar tierische Milch, lassen sich aber alle auch in einer geschmackvollen veganen Variante zubereiten.
Rosenwasser passt dabei wunderbar zu Gewürzen und Früchten aus seiner Heimatregion, wie Zimt, Kardamom, Pistazien, Feigen, Mandeln und Honig. Auch in Sorbets oder als Zutat eines Zuckergusses auf veganem Kuchen, wie z. B. dem Rohkost-Happy Birthday Carrot Cake mit Pistazie-Orange-Kokos-Belag verleiht Rosenwasser das gewisse Extra. Als Zugabe von Fruchtsäften, wie Apfelsaft, Pfirsichsaft, Aprikosensaft oder in Smoothies kann Rosenwasser sein blumiges Aroma elegant entfalten. Auch der in Indien berühmte Gulabi Lassi verdankt seinen Geschmack dem Rosenwasser. Eine vegane Variante ist z.B. mit Soja-Joghurt möglich (siehe Rezept).
Im Rosenwasser eingefrorene Rosenblätter lassen sich zudem für verschiedene Getränke verwenden, wie z.B. einen Rosenlimonade-Spritzer. Als eine der drei Hauptzutaten des Getränks "Warrd" - einem alkoholfreien Champagner-Ersatz aus Granatäpfeln, bitteren Orangen und Rosenwasser, der bei Formel-1-Rennen in Bahrain zum Einsatz kommt - hat das Rosenwasser zusätzliche Bekanntheit erlangt. In europäischen Breitengraden ist die Verwendung von Rosenwasser als Lebensmittel seltener, jedoch ein wichtiger Bestandteil bestimmter Marzipan-Sorten.
Ist es möglich, Rosenwasser zu Hause herzustellen? Rosenwasser destillieren erfordert besonderes Equipment, auf das man in den meisten Fällen nicht zugreifen kann. Einfacher lässt sich deshalb ein Rosenblüten-Mazerat (Auszug) mit Wasser herstellen. Echtes Rosenwasser ist also nicht roh, sondern destilliert, also erhitzt, doch Rosenblüten-Mazerat ist in Rohkostqualität verfügbar, überwiegend aber wohl auch erhitzt, da schneller herstellbar.
Eigene Zubereitung von Rosenblüten-Mazerat
Echtes Rosenwasser ist nicht dasselbe wie ein Mazerat aus Rosenblüten. Es ist geschmacklich jedoch sehr ähnlich. Wir führen hier zwei einfache Möglichkeiten auf, dieses herzustellen. Beide haben gemeinsam, dass sowohl die weissen Stellen der Rosenblätter als auch deren Blütenböden zu entfernen sind, da sie Bitterstoffe beinhalten können. Für beide Verfahren benötigen Sie ca. 45-50 g Rosenblätter:
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Schonende, langsame (rohe) Variante: Bei dieser Variante verwenden Sie nebst den Rosen 2 bis 2,5 dl Wasser. Entfernen Sie die oben genannten Bestandteile von 50 % der Rosen und geben Sie diese mit lauwarmem Wasser in ein Behältnis, welches Sie abgedeckt 2-3 Tage stehen lassen. Anschliessend entnehmen Sie die alten Rosenblätter und präparieren die restlichen 50 %. Diese geben Sie für weitere 2-3 Tage im geschlossenen Behältnis ins Wasser.
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Schnellere Variante: Wasser aufkochen, ein Drittel der Rosenblätter in eine Schale geben und mit dem Wasser übergiessen und den Aufguss 1-2 Stunden ziehen lassen. Rosen entfernen, das Wasser erneut aufkochen und über einen weiteren Drittel der Rosen giessen. Ebenfalls ziehen lassen. Das Wasser zuletzt zum letzten Drittel geben. Bei dieser Variante können Sie auch mehr Wasser verwenden (300 ml bzw. 3 dl), da durch das Erhitzen ein Teil des Wassers verdunstet.
Veganes Rezept für Rosenwasser-Gurken-Suppe
Zutaten (für 4 Personen): 2 grosse Gurken, ½ Tasse Rosenwasser, ¼ Tasse frischer Zitronensaft, ¼ Tasse Rapsöl (kaltgepresst), 1 Knoblauchzehe (gehackt), Salz und Pfeffer nach Geschmack, frische grüne Minzblätter zum Garnieren.
Zubereitung: Gurken schälen und in kleine Stücke schneiden. Gurkenstücke zusammen mit dem Rosenwasser, Zitronensaft, Rapsöl und Knoblauch in einen Mixer geben. Alles gut mixen, bis eine glatte Konsistenz erreicht ist. Die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken und für mindestens eine Stunde im Kühlschrank kaltstellen. Vor dem Servieren die Suppe in Schüsseln giessen und mit frischen Minzblättern garnieren.
Veganes Rezept für Gulabi Lassi
Zutaten (für 2 Portionen): 300 g Soja-Joghurt, 100 ml Wasser, 1-2 EL Rosenwasser, 2 EL Agavensirup, Rosenblätter (optional), Eiswürfel (optional).
Zubereitung: Soja-Joghurt und Wasser zusammen mit dem Rosenwasser und Agavensirup in einen Mixer geben und miteinander mixen, bis eine cremige Konsistenz entsteht. Falls gewünscht, ein paar Eiswürfel hinzufügen und erneut mixen, um den Lassi kühl zu halten. Lassi in vier Gläser giessen, allenfalls Rosenblätter zur Dekoration verwenden. Sofort servieren und geniessen.
Vegane Rezepte mit Rosenwasser finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".
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Einkauf - Lagerung
Bei Grossverteilern wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer, Billa oder Bio-Supermärkten wie Denn's Biomarkt und Alnatura ist Rosenwasser in der Regel nicht im Angebot.
Wo kann ich Rosenwasser kaufen? Neben Onlineshops ist Rosenwasser ganzjährig auch in Apotheken, Drogerien sowie in türkischen oder persischen Lebensmittelgeschäften erhältlich. Eher selten in der Schweiz, häufiger in Deutschland und Österreich, kann ein bulgarischer Lebensmittelladen ebenfalls eine gute Anlaufstelle sein. Wichtig ist, darauf zu achten, dass es sich um Rosenwasser handelt, das durch Destillation aus Rosenblüten entsteht. Oft findet sich Rosenwasser im Angebot, das nur aus Verschüttelung von ätherischem oder künstlichem Rosenwasser besteht.1
Die Verfügbarkeit von Rosenwasser ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.
Tipps zur Lagerung
Nach dem Öffnen empfiehlt es sich, Rosenwasser im Kühlschrank oder mindestens an einem trockenen und kühlen Ort aufzubewahren. Wie lange ist Rosenwasser haltbar? Nach Anbruch bleibt Rosenwasser bis zu zwei Jahre haltbar.1
Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien
Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.
Die blumig-rosige Duftwirkung von Rosenwasser lässt sich hauptsächlich auf den Inhaltsstoff Phenylethanol zurückführen. Dieses ist auch für die leicht schmerzstillende Wirkung verantwortlich. Zudem enthält es Phenylester, Citronellol, Geraniol und Nerol (Golgemma).1 Ein anderer im Rosenwasser enthaltener Nährstoff ist Natrium, das jedoch nur in geringen Mengen vorkommt.2
Die gesamten Inhaltsstoffe von Rosenwasser, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.
Wirkungen auf die Gesundheit
Die gesundheitlichen Effekte von Rosenwasser sind auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückzuführen.
Sekundäre Pflanzenstoffe
Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.
Rosenwasser enthält u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:11
- Isoprenoide: Monoterpene und -terpenoide (Limonen, Linalool, Citronellol, Geraniol, Nerol, Alpha-Terpineol), Sesquiterpene und -terpenoide (Farnesol)
- Polyphenole: Flavonoide: Flavonole (Quercetin, Kaempferol, Rutin), Flavanole (Epicatechin), Anthocyane (Cyanidin, Pelargonidin, Peonidin, Malvidin, Cyanidin-3-O-Glucosid, Peonidin-3-0-glucosid, Pelargonidin-3-0-glucosid), Phenolsäuren: Hydroxyzimtsäuren (Chlorogensäure, Kaffeesäure, p-Cumarsäure), Hydroxybenzoesäuren (Gallussäure)
- Weitere organische Verbindungen: Phenylpropanoide (Eugenol, Methyleugenol)
Pflanzen aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) sind reich an natürlichen Molekülen, deren vorteilhafte biologischen Eigenschaften vielseitig Anwendung finden.3 Aufgrund ihres Reichtums an sekundären Pflanzenstoffen, wie Flavonoiden (z.B. Flavone, Flavonole, Anthocyane), duftenden Bestandteilen (ätherische Öle, z.B. Monoterpene, Sesquiterpene) und hydrolysierbaren und kondensierten Tanninen, verfügen Rosen über wertvolle Heileigenschaften. Die ätherischen Öle und Extrakte wirken als Antiseptika für die Atemwege, als Entzündungshemmer, Schleimlöser, Abschwellungsmittel und Antioxidantien. Dadurch eignen sie sich sowohl zur Vorbeugung als auch zur unterstützenden Behandlung verschiedener Beschwerden.3
Zudem deuten Übersichtsarbeiten darauf hin, dass die bioaktiven Pflanzenstoffe der Rosa damascena antivirale und antimikrobielle Eigenschaften besitzen. In Lebensmitteln können Extrakte aus Rosa damascena zur Verlängerung der Haltbarkeit beitragen und gleichzeitig den Nährwert erhöhen. Im Gesundheitsbereich zeigen sie Potenzial bei oxidativem Stress und entzündlichen Prozessen.11
Weitere mögliche gesundheitliche Wirkungen von Rosenextrakten umfassen unter anderem die Linderung von Depressionen, geistige Entspannung, Muskelentspannung, Unterstützung bei Magenbeschwerden sowie potenziell krebshemmende Effekte.11
Eine Studie wies darauf hin, dass die Anwendung von Rosenwasser in Kombination mit Lavendelöl positive Effekte bei der Behandlung von Wochenbettdepressionen haben kann.4 Im Gegensatz zum Rosenöl, existieren jedoch nur wenige verwertbare wissenschaftliche Studien, die sich mit der Wirkung von Rosenwasser auseinandergesetzt haben. Hingegen findet Rosenwasser in der Naturheilkunde und Volksmedizin eine breite Anwendung bei unterschiedlichen Symptomen.
Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen
Rosenwasser zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Verträglichkeit aus, weshalb bei einer angemessenen Dosierung keinerlei Nebenwirkungen oder Nachteile für die Gesundheit bekannt sind.1
Volksmedizin - Naturheilkunde
Ist Rosenwasser gesund? Rosenwasser ist in der Volksmedizin und der Naturheilkunde ein vielseitig einsetzbares Heilmittel. Als Spray eingesetzt (auch gut mit Zedernholzwasser kombinierbar) wirkt es auf die menschliche Psyche unter anderem ausgleichend, tröstend, stressreduzierend, besänftigend und entspannend. Es unterstützt beim Abbau von Spannungen und lindert Gefühle von Angst und Unsicherheit, daher nutzen Schwangere, Schwerkranke oder Sterbende es häufig.1
Die physischen Wirkungen lassen sich unter anderem als abschwellend, kühlend, entzündungshemmend und schmerzlindernd beschreiben. In der Aromatherapie kommt es deshalb auch als Heilmittel gegen entzündete oder überreizte Augen zum Einsatz. Dabei legt man das Rosenwasser entweder in Form einer kühlen Kompresse auf die geschlossenen Augen oder besprüht diese mit dem Hydrolat. Alkohol- oder konservierungsmittelhaltiges Rosenwasser eignet sich dafür nicht.1
Dank des enthaltenen Phenylethanols, das eine schmerzlindernde Wirkung zeigt, kommt Rosenwasser auch als Pflegeprodukt bei Hauterkrankungen und Hautjucken zum Einsatz. Ob als Wundspray bei kleineren Schürfwunden und Insektenstichen, bei überhitzter Haut durch Verbrennungen, wie Sonnenbrand oder als desensibilisierendes Mittel bei Hautallergien. Bei Halsentzündungen, Soorpilzbefall (Candida albicans) der Mund- und Rachenschleimhaut oder bei Vaginalpilz kann Rosenwasser als Spülung zur Anwendung kommen. Es spendet rissiger oder geröteter Haut wieder Feuchtigkeit und eignet sich auch für die Pflege von aknebetroffenen Hautstellen.1
In Form von Wadenwickeln kann Rosenwasser durch seine kühlende Wirkung zur Fiebersenkung speziell bei Kindern beitragen und in Kombination mit Salbeiwasser oder Pfefferminzwasser Hitzegefühl oder Hitzewallungen reduzieren. Bei Herzschwäche oder nervösen Herzbeschwerden kommt Rosenwasser therapiebegleitend in Kombination mit Melissenwasser äusserlich als Einreibung in der Herzgegend zum Einsatz. Ausserdem fördert Rosenwasser den Aufbau einer gesunden Darmflora, zum Beispiel nach einer Antibiotikabehandlung.1
Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl
Der ökologische Fussabdruck von Rosenwasser hängt von zahlreichen Faktoren ab. So spielen die Art der landwirtschaftlichen Produktion (konventionell vs. ökologisch), die Verarbeitungsmethode, aber auch unterschiedliche Verpackungsarten eine entscheidende Rolle.5 In einer Untersuchung zu Umwelteinflüssen der Rosenöl- und Rosenwasserproduktion im Iran zeigte sich, dass der Verbrauch von Erdgas und Rosenblüten bei der Destillation neben der Beschaffung der Rosenblüten die grösste Belastung für die Umwelt ausmacht.7
Trotz umfangreicher Recherche konnten wir jedoch keine genauen Zahlen zum CO2-Fussabdruck und Wasserfussabdruck von Rosenwasser finden. Als grösste Produzenten von Rosenöl im Jahre 2012 galten Bulgarien, die Türkei, Marokko und der Iran.8 Rosenöl oder -wasser aus diesen Ländern verursachen lange Transportwege und hohe Emissionen. Idealerweise empfiehlt sich der Einkauf regionaler Produkte, sofern verfügbar. Zusätzlich gilt es, Produkte auf faire Produktion und nachhaltigen Anbau gegenüber Produkten mit minderem Standard zu bevorzugen.
Die industrielle Dampfdestillation gilt als die am häufigsten genutzte Methode zur Gewinnung von Rosenöl. Dieser Prozess benötigt grosse Mengen an Rosenblättern und erzeugt erhebliche Abfallmengen. Pro Kilogramm destillierter Rosenblätter fallen etwa 4 Liter Abwasser und 2 kg feuchte Blütenreste an. Eine einzelne Destillationscharge umfasst meist zwischen 500 und 1000 kg Blütenblätter. Da für die Herstellung von 1 kg Rosenöl rund 3000 kg Blütenblätter erforderlich sind, entstehen weltweit jährlich schätzungsweise 48 Millionen Liter Abwasser aus der Rosenöl-Destillation.9 Viele Produzenten entsorgen diese Abfälle einfach in der Natur, obwohl umweltfreundliche Alternativen wie Kompostierung, Verwendung als Tierfutter oder Biogasproduktion möglich sind.10
Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?
Tierschutz - Artenschutz
Die wachsende Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Naturprodukten durch die steigende Weltbevölkerung belastet die Umwelt stark, da Landwirtschaft weltweit die dominierende Landnutzung darstellt. Konventionelle Landwirtschaft breitet sich auf neue Gebiete aus, zerstört Lebensräume und reduziert die Tier- und Pflanzenvielfalt. Biodiversität ist aber essenziell für Nahrungsmittelproduktion, gesunde Ökosysteme und menschliches Wohlbefinden.15
Intensive Landwirtschaft, Monokulturen und Pestizide haben zur Folge, dass die Insektenzahlen massiv zurückgegangen sind. Auch die Bodenqualität leidet, was den Kohlenstoff- und Stickstoffkreislauf beeinträchtigt und somit die Funktionsfähigkeit der Ökosysteme schwächt.
Die Kultivierung von Rosen, besonders von Rosa damascena (Damaszenerrose), geht wegen ihrer Schönheit und medizinischen Nutzung bis in die Antike zurück. Heute konzentriert sich der Anbau wegen der Ölproduktion vor allem auf Bulgarien, die Türkei und Marokko. In Bulgarien spielt der Anbau ölttragender Rosen eine wichtige Rolle für die Wirtschaft.15
Eine Studie untersuchte, wie verschiedene Anbauarten (konventionell, biologisch, Pflügen, Mähen) die Pflanzenvielfalt in Rosenfeldern beeinflussen. Dabei zeigte sich, dass die Art der Bewirtschaftung von Feldstreifen zwischen Rosenreihen einen starken Einfluss auf die Vegetation hat. Mähen fördert die Vegetationsdichte, die Artenvielfalt und bietet Lebensraum für Insekten, während Pflügen den Boden schädigt und Unkraut dominiert. Organischer Anbau unterstützt besonders viele Pflanzenarten, erhält Arten aus angrenzenden Wiesen und reduziert chemische Belastungen. Mineraldünger fördert das Wachstum, aber auch Ruderalpflanzen, während organischer Dünger die Artenvielfalt langfristig schützt. Nachhaltige, chemikalienarme Bewirtschaftung in Rosenfeldern ist daher gut für die Biodiversität und gleichzeitig vorteilhaft für die Produktion von hochwertigem Rosenöl.15
Weltweites Vorkommen - Anbau
Die Familie der Rosengewächse ist eine sehr alte Pflanzenfamilie. In Amerika entdeckten Forscher Rosenfossilien, die rund 30 Millionen Jahre alt sind. Die bekannte Damascena-Rose stammt aus dem Nahen Osten.14
Zahlreiche Belege deuten darauf hin, dass der Anbau und die Nutzung von Rosa damascena im Iran eine lange Tradition besitzen und der Iran zu den Ursprungsregionen gehört. Die erste grobe Destillation von Rosen zur Ölgewinnung entstand vermutlich im späten 7. Jahrhundert n. Chr. und verbreitete sich im 14. Jahrhundert auf weitere Provinzen. Bis zum 16. Jahrhundert galt der Iran als wichtigste Produktionsregion für Rosenöl und exportierte es in die ganze Welt.14
Heute ist der Anbau von Rosen in den gemässigten Klimazonen weitverbreitet. Sie dienen neben ihrer Rolle als Zierblumen vor allem als Industrieprodukt. Die meisten Rosenarten stammen aus Westasien, insbesondere aus Damaskus, Hama, Aleppo und Homs in Syrien sowie aus dem Iran. In Europa wachsen sie vor allem in Frankreich, Italien, Zentralbulgarien (im Rosental von Kazanlak), der Türkei und Russland. Weitere wichtige Anbaugebiete liegen in Nordamerika, Nordwestafrika (Marokko) sowie in China, Japan, Korea und Indien (Kaschmir, Bihar, Uttar Pradesh und Punjab).1
Für die Herstellung von Rosenwasser nutzen Produzenten verschiedene Rosenarten, vor allem die Damaszenerrose (Rosa damascena). Ausserdem dienen die Apothekerrose (Rosa gallica officinalis) sowie die Heckenrose (Rosa corymbifera) häufig als Rohstoff für Extraktionen. Die Hauptanbaugebiete der Damaszenerrose liegen in Bulgarien. Handelsübliches Rosenwasser stammt meist von der Damaszenerrose und kommt aus der Türkei, Nordafrika, dem Iran ('Gole Mohammadi')14 oder Bulgarien. Aus der Türkei und Frankreich stammt Rosenwasser aus der Rosa centifolia.1
90 % der angebauten Rosenblüten dienen der Produktion von Rosenöl, während nur 3–4 % für die Herstellung von Rosenwasser zum Einsatz kommen.9
Industrielle Herstellung
Woraus besteht Rosenwasser? Rosenwasser besteht hauptsächlich aus Wasser und enthält eine minimale Menge Öl (ca. 0,02-0,09 %), dessen Zusammensetzung sich von der des normalen Rosenöls durch den hohen Gehalt an Phenylethylalkohol unterscheidet.3
Enthält Rosenwasser Alkohol? Der enthaltene Phenylethylalkohol zählt zwar als chemische Verbindung zu den Alkoholen. Er gilt jedoch als flüchtiger Aromastoff und nicht als Alkohol. Reiner Alkohol kann bei einem selbst hergestellten Mazerat als Zusatz die Haltbarkeit verlängern, ist in der Regel jedoch kein Bestandteil von im Handel erhältlichem Rosenwasser.
Wie läuft die Herstellung von Rosenwasser ab? Rosenwasser ist ein Nebenprodukt, das man bei der Destillation von Rosenöl gewinnt. Rosenöl entsteht durch Wasserdestillation aus frischen Blüten, z.B. der Rosa damascena Mill. Die Ernte der Blüten erfolgt am frühen Morgen, wenn der Gehalt an flüchtigem Öl am höchsten ist. Der komplexe, eineinhalb bis zwei Stunden andauernde Destillierprozess durchläuft mehrere Destillierkolben aus verzinntem Kupfer oder rostfreiem Stahl. Die Zuführung von Frischdampf kann den Prozess zusätzlich beschleunigen. Das zum Schluss übrig gebliebene Destillat dient nach Entfernung des eigentlichen Rosenöls als Rosenwasser.6
Weiterführende Informationen
Die Rose stammt vom lateinischen Wort "Rosa", gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und ist ein blühender Strauch.12 Die heute ca. 20'000 verschiedenen Rosenarten stammen alle von den Wildrosen ab.1
Welche Rosen duften am intensivsten? Als Rosen mit dem intensivsten Duft dienen unter anderem die Sorten Rosa damascena Mill., Rosa alba L., Rosa centifolia L. und Rosa gallica L. für die Herstellung ätherischer Öle, Hydrolate und Extrakte. Diese sind insbesondere auch in der Kosmetikbranche und Parfümindustrie sehr beliebt.3 Alle diese Sorten verfügen über einen starken, süssen und blumigen Duft. Für Rosenwasser kommen keine Rosen mit Zitronenduft zum Einsatz. Rosen mit diesem Merkmal, wie die Kletterrose "Golden Showers", sind jedoch als Zierrose im eigenen Garten sehr beliebt.
Als "Königin der Blumen" symbolisiert die Rosa damascena Mill. seit jeher Liebe, Reinheit, Treue und Schönheit12 und unterstützt zudem Meditation und Gebet. Traditionell streute man Rosenwasser bei Hochzeiten, um Glück in der Ehe zu bringen.14
Alternative Namen
Rosenwasser, manchmal auch Rosenblütenwasser genannt, heisst auf Englisch "rosewater" oder "rose water".
Sonstige Anwendungen
Rosenwasser, ein destilliertes Blütenwasser, eignet sich als wertvolle Zutat für Gesichtswasser, Lotionen, Cremes, Gele oder Heilerdenmasken.1 Es dient auch als Basis für selbst hergestellte Naturparfüms.
Als klare, wässrige Flüssigkeit hat Rosenwasser einen pH-Wert ähnlich der natürlichen Haut und einen sanften, blumig-süsslichen Honigduft, der milder ist als der von ätherischem Öl. Es verträgt sich gut mit empfindlicher Haut und lässt sich unverdünnt als Tonikum oder pflegender Spray anwenden.13
Aromatherapeutisch wirkt Rosenwasser beruhigend, reduziert Stress und Spannungen und fördert die Entspannung vor dem Schlafengehen. Es hat eine beruhigende und antiseptische Wirkung. Es unterstützt die Hautregeneration, bekämpft Verfärbungen, verzögert Hautalterung und erhöht die Elastizität sowie die Glätte der Haut. Kompressen mit Rosenwasser lindern Irritationen, Rötungen und Schwellungen und fördern die Durchblutung.13
Dank seiner vielseitigen Eigenschaften ist Rosenwasser für alle Hauttypen geeignet, besonders für reife, trockene, empfindliche oder gerötete Haut sowie bei Rosazea. Empfindliche Haut reagiert leicht auf Allergien, Umwelt, Stress, Ernährung und Kosmetikprodukte. Deshalb ist bei empfindlicher Haut sanfte Kosmetik mit möglichst natürlichen Inhaltsstoffen am besten geeignet.13
Literaturverzeichnis - 15 Quellen (Link zur Evidenz)
| 1. | ● Book | Fischer-Rizzi S. Das grosse Buch der Pflanzenwässer: Pflegen, heilen, gesund bleiben mit Hydrolaten. 5. Auflage. AT Verlag: Aarau und München. 2014;247-261. |
| 2. | ● Nährstofftabelle Website | USDA United States Department of Agriculture. |
| 3. | 🞽 Narratives Review "Roses have beneficial healing properties due to their richness of beneficial components, the secondary metabolites as flavonoids (e.g., flavones, flavonols, anthocyanins), fragrant components (essential oils, e.g., monoterpenes, sesquiterpenes), and hydrolysable and condensed tannins. Rose essential oils and extracts with their therapeutic properties—as respiratory antiseptics, anti-inflammatories, mucolytics, expectorants, decongestants, and antioxidants—are able to act as symptomatic prophylactics and drugs, and in this way alleviate dramatic sufferings during severe diseases." "The cultivation of roses has been widespread in temperate climates throughout the world. They are best known for their beauty as ornamental flowers, but roses are an industrial product as well. Most of the rose species are native to Asia, (Middle Eastern locations including Damascus, Hama, Aleppo, Homs in Syria; Iran). Roses are cultivated in Europe (France, Italy, Central Bulgaria at the Rose Valley of Kazanlak, Turkey, and Russia), North America, and Northwest Africa (Morocco), and in China, Japan, Korea, and India (Kashmir, Bihar, Uttar Pradesh, and Punjab States)." "2.4. Rosa centifolia L. - A Rose with a Hundred Leaves. As the content of essential oil in its flowers is very low (three times less than that of R. damascena), R. centifolia L. is used mainly for the production of concrete and absolute (France and Morocco, Italy), dried fruits with high therapeutic value and content of vitamin C, dried flowers, and rose water." "At the beginning of the 19th century, due to the growing needs of the perfume industry in Western Europe, attempts were made to introduce R. damascena Mill. in countries such as France and Germany." "Rose water is a by-product in the distillation of rose oil or is obtained by using less raw material. It contains a minimum amount of oil (about 0.02–0.09%), the composition of which differs from regular oil in its high content of phenylethyl alcohol." "Plants from the Rosacea family are rich in natural molecules with beneficial biological properties, and they are widely appreciated and used in the food industry, perfumery, and cosmetics. In this review, we are considering Rosa damascena Mill., Rosa alba L., Rosa centifolia L., and Rosa gallica L. as raw materials important for producing commercial products, analyzing and comparing the main biological activities of their essential oils, hydrolates, and extracts." DOI: 10.3390/biom11010127 Study: weak evidence | Mileva M, Ilieva Y, et al. Rose flowers - A delicate perfume or a natural healer? Biomolecules. 2021;11(1):127. |
| 4. | 🞽 Randomisierte, kontrollierte, doppelblinde klinische Studie DOI: 10.4103/ijnmr.IJNMR_116_16 Study: strong evidence | Kianpour M, Moshirenia F, et al. The effects of inhalation aromatherapy with rose and lavender at week 38 and postpartum period on postpartum depression in high-risk women referred to selected health centers of Yazd, Iran in 2015. Iranian J Nursing Midwifery Res. 2018;23(5):395. |
| 5. | ● Website | Reinhardt G, Gärtner S et al. Ökologische Fussabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. IFEU Institut für Energie - und Umweltforschung Heidelberg. 2020. |
| 6. | 🞽 "Rose oil is produced by water distillation of fresh Rosa damascena Mill. flowers. The flowers are harvested early in the morning DOI: 10.1080/13102818.2000.10819079 | Agaoglu YS. Rose oil industry and the production of oil rose (rosa damascena mill.) in turkey. Biotechnology & Biotechnological Equipment. 2000;14(2):8-15. |
| 7. | 🞽 Natural gas and rose petal consumptions during hydro-distillation were the hotspots in the traditional and commercial systems, respectively, with a share of 66.4% in the case of traditional first rose water for the former and a share of 41% in the case of commercial second rose water for the latter. Moreover, raw material acquisition was the main cause behind the majority of environmental impacts categories for all products in both systems. DOI: 10.1007/s13762-023-04821-z | Fereidani BM, Üçtuğ FG. Life cycle assessment of rose oil and rose water production: a case study in Iran. International Journal of Environmental Science and Technology. 2023;3831–3848. |
| 8. | 🞽 Rose oil production is mainly performed in four countries which are Bulgaria, Turkey, Morocco and Iran. DOI: 10.1016/j.apcbee.2012.03.012 | Tsanaktsidis CG, Tamoutsidis E, et al. Preliminary Results on Attributes of Distillation Products of the Rose Rosa damascene as a Dynamic and Friendly to the Environment Rural Crop. APCBEE Procedia. 2012;1:66–73. |
| 9. | 🞽 Experimentelle Laborstudie + In‑vitro‑Pflanzenstudie Rose essential oil is a premium product primarily consumed by major cosmetics and perfumery brands such as Chanel, Dior, Kenzo and others, with global annual consumption ranging from 3000 to 4500 kg. Approximately 90% of cultivated rose flowers are processed into essential oil, while 5–6% go into rose concrete and 3–4% into rose water. Bulgaria and Turkey dominate global production, supplying 80–90% of rose oil, largely due to favorable climatic conditions and long-standing cultivation traditions. Other contributors include Morocco, Iran, Mexico, France, Italy and Lebanon [3,4,5]. The most common method for extracting rose oil is industrial steam distillation, which uses large volumes of rose petals and generates substantial amounts of waste. For every kilogram of rose petals distilled, about 4 L of wastewater and 2 kg of wet petal residue are produced. A single distillation batch may use between 500 and 1000 kg of petals. Considering that it takes around 3000 kg of petals to produce just 1 kg of rose essential oil, global production results in an estimated 48 million liters of rose oil distillation wastewater (RDW) annually [6,7]. This by-product presents a significant environmental challenge and increases the overall cost of production. DOI: 10.3390/antiox14101252 | Živanović N, Danilov I, et al. Rose Oil Distillation Wastewater: By-Products of Essential Oil Extraction as Circular Biostimulants for Tomato Growth. Antioxidants. 2025;14(10):1252. |
| 10. | 🞽 Every year, the rose oil industry gen- DOI: 10.1007/s11157-017-9430-5 | Slavov A, Vasileva I et al. Valorization of wastes from the rose oil industry. Rev Environ Sci Biotechnol. 2017;16(2):309–325. |
| 11. | 🞽 Narratives Review "2. Phytochemical composition of REOs": Researchers have claimed a broad range of potential health benefits for extracts isolated from roses, including reducing depression, promoting mental relaxation, overcoming sexual disorders, muscle relaxation, fat-reduction, anti-ulcer, and anticancer effects. The literature review reveals that rosa damascena is a rich source of bioactive phytochemicals, including flavonoids (e.g., quercetin, kaempferol), essential oils (e.g., geraniol, citronellol), and phenolic compounds, which exhibit significant antiviral, antioxidant, anti-inflammatory, and antimicrobial properties. In food applications, rosa damascena extract enhances shelf-life and nutritional value as natural preservatives and functional ingredients. In healthcare, rosa damascena show potential as therapeutic agents for viral infections, oxidative stress-related diseases, and inflammation. DOI: 10.1016/j.fochx.2025.103202 Study: weak evidence | Khezerlou A, Mohammadi K, et al. Phytochemicals and bioactive functional ingredients from rosa damascena: from extraction to application in the food and healthcare sectors. Food Chem X. 2025;31:103202. |
| 12. | 🞽 Narratives Review The rose, derived from the Latin word Rosa and belonging to the Rosaceae family, is classified as a flowering shrub. As the king of flowers, Rosa damascene has long symbolized love, purity, faith, and beauty throughout history. DOI: 10.1016/j.heliyon.2023.e23530 Study: weak evidence | Wang H. Beneficial medicinal effects and material applications of rose. Heliyon. 2023;10(1):e23530. |
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| 14. | 🞽 Narratives Review Rosa damascena mill L, commonly known as Damask rose (1), is known as Gole Mohammadi in Iran. However, R. damascena is mainly known for its perfuming effects (7). The rose water were scattered at weddings to ensure a happy marriage and are symbol of love and purity and are also used to aid meditation and prayer. There are evidences that Rosaceae family is an ancient plant (8, 9,15). Some fossils of rose are found in America that are 30 million years old. This plant is cultivated in all over the world including Iran, Europe, Bulgaria, Turkey and India. There are many evidences that cultivation and consumption of R. damascena in Iran has a long history and Iran is one of its origins (18). It is believed that the crude distillation of roses for the oil was originated from in the late 7th century AD, and spread to the provinces of later in 14th century. Iran was the main producer of rose oil until the 16th century and exported it to all around the world. DOI: - Study: weak evidence | Boskabady MH, Shafei MN, et al. Pharmacological effects of rosa damascena. Iran J Basic Med Sci. 2011;14(4):295-307. |
| 15. | 🞽 empirische Feldstudie DOI: 10.3986/hacq-2025-0002 | Velev N, Apostolova I et al. Plant biodiversity of Rosa damascena fields from Bulgaria’s Rose Valley. Hacquetia. 2025;24(1):15–24. |
| Wir haben Studien und Bücher zu Ernährung und Gesundheit nach folgenden 3 Evidenz-Kategorien markiert: grün=starke Beweiskraft, gelb=mittlere, violett=schwache. Die restlichen Quellen sind grau markiert. Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Beitrag: Wissenschaft oder Glaube? So prüfen Sie Publikationen. | ||







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