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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Netzannone (Ochsenherz, Buddhafrucht, Sharifa, Süssapfel)

Die Netzannone (Ochsenherz, Buddhafrucht, Sharifa, Süssapfel) ist eine exotische Frucht, die vorwiegend zur Herstellung von Erfrischungsgetränken dient.
Wasser 71,5%  92/06/02  LA : ALA
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Die Netzannone (Annona reticulata), auch Ochsenherz, Süssapfel, Buddhafrucht oder Sharifa genannt, ist eine grosse, süsse tropische Frucht. Ochsenherz ist aber auch der Name einer bestimmten Tomate!

Verwendung in der Küche:

Die exotische Netzannone hat viel Vitamine, ist sehr nährstoffreich und dient vorwiegend zur Herstellung von erfrischenden Fruchtgetränken. In der dünnen, aber zähen Fruchtschale liegt eine dicke Schicht Fruchtfleisch. Das Fruchtfleisch ist cremefarben und umschliesst mehrere längliche, schwarze, giftige Kerne.

Die Netzannone ist reif, wenn das Fruchtfleisch auf leichten Druck nachgibt. Dieses ist cremig und süss, aber eher fad. Der Geschmack und das Aroma erinnern zwar an die verwandte Cherimoya, das Ochsenherz ist aber nicht so lecker. Deshalb gewinnt man aus diesem Obst vor allem den Saft für Erfrischungsgetränke oder aromatisiert damit Eiscremes.

Halbiert man die Netzannone der Länge nach, kann man das Fruchtfleisch direkt aus der Schale herauslöffeln. Auch bei der Netzannone sortiert man die Kerne aus und isst sie nicht mit. Möchte man aus dieser Frucht einen Drink zubereiten, drückt man das Fruchtfleisch am besten durch ein Sieb oder gibt es kernlos (wichtig!) in den Mixer. Alle Annonen-Arten lassen sich gut mit Orangen oder Limetten kombinieren.1 So erhalten Sie eine gesunde, nährstoffreiche Zwischenmahlzeit.

Rezepte mit der Netzannone bzw. auch Cherimoya:

Für einen Cocktail mixen Sie pro Portion nach dem Entfernen aller Steine das Fruchtfleisch einer halben Annone zusammen mit dem Saft einer Limette und 40 ml (0,4 dl) weissem Rum. Um die Steine zu finden, eignet sich das Zerhacken mit der Gabel, denn zerkleinerte Steine wären giftig im Essen und im Getränk.

Stellen Sie den Mix für zwei Stunden in den Kühlschrank und geniessen Sie ihn danach. Natürlich können Sie den Cocktail auch ohne Alkohol, dafür z.B. mit etwas Honig herstellen. Probieren Sie noch mit weiteren natürlichen Aromagebern je nach Geschmack.

Einkauf - wo kaufen?

Die Netzannone ist eine herzförmige Frucht mit einem Durchmesser von ungefähr 10 cm. Unreif ist sie grüngrau mit einer glatten Hautschale, die mit einem feinen Netzmuster bezogen scheint. Ist das Reifestadium der Frucht erreicht, erscheint die Schale rot bis rotbräunlich.

In Europa ist die Netzannone nicht von grosser Bedeutung. Man findet sie selten im Supermarktregal und meist nur zur Hauptsaison im Winter. Für die spanische Produktion liegt die Erntezeit zwischen Oktober und Februar, in Israel beginnt sie im November, in Taiwan im Dezember und in Australien erntet man zwischen Januar und Mai. Anders als ihre Verwandten reift die Netzannone auch im Frühling.9 Sie ist praktisch nur bei spezialisierten Obsthändlern, in Bioläden, in Asia- oder spezialisierten Onlineshops erhältlich. Grossverteiler wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer etc. konzentrieren sich, wenn überhaupt, eher auf die Cherimoya, die sie zwischen November und Februar anbieten. In Ostasien jedoch ist sie die kommerziell wichtigste Annonen-Frucht.2

Kombiniert mit anderen Fruchtsäften ist der Saft der Netzannone in Europa und Nordamerika gut vertreten. Im Saft kann man das aussergewöhnliche Aroma dieser Frucht ganzjährig geniessen.

Lagerung:

Die Lagerung der Netzannone ist ähnlich wie diejenige der Cherimoya. Sie ist noch etwas empfindlicher gegen Beschädigungen und verdirbt schneller.2 Die Netzannone ist auch eine klimakterische Frucht und reift nach. Zu kühle Temperaturen verderben den Geschmack (nicht unter 13 °C, ähnlich wie Bananen). Am besten, Sie verbrauchen Netzannonen so rasch wie möglich.

Inhaltsstoffe - Nährwert - Kalorien:

Annonen enthalten viel Zucker (Glucose). Der Vitamin C-Gehalt der Netzannone ist noch höher als jener der Cherimoya. Zudem hat sie auch mehr Kalorien: 100 g haben zwischen 80 und 101 Kalorien. Im Vergleich dazu hat die Cherimoya 50-70 Kalorien auf 100 g Frucht. Das Calcium ist dreimal höher als bei der Cherimoya, dafür hat sie weniger Natrium und Folsäure (Folat). Die weitere Zusammensetzung der Vitamine (Pyridoxin (B6), Thiamin (B1), Riboflavin (B2) und Niacin (B3)) und Mineralstoffe (Kalium, Eisen, Magnesium, Calcium und Phosphor) ist ähnlich wie bei der Cherimoya. Genaue Informationen finden Sie in den Inhaltsstofftabellen nach dem Text.10

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Die Acetogenine und Alkaloide, die in fast allen Annonen vorkommen, geben den Pflanzen heilwirksame Eigenschaften. Erwiesenermassen unterstützen die Antioxidantien die Körperzellen als natürlicher Abwehrstoff gegen Infektionskrankheiten.

Der hohe Calciumgehalt ist gut für die Erhaltung der Knochen und Zähne. Nicht nur für schwangere Frauen bedeutet er eine natürliche Mineralstoffzufuhr. Niacin (Nikotinsäure) spielt bei der Energieversorgung im Körper eine bedeutende Rolle. Unter anderem fördert Niacin im Gehirn die Bildung von Botenstoffen. Diese transportieren Informationen von Nervenzelle zu Nervenzelle. Ein eventueller Niacinmangel kann zu Reizbarkeit oder gar zu depressiven Verstimmungen führen. In geeigneten Mengen wirkt sich das Niacin positiv auf die Gesundheit aus. So hilft es etwa bei Arteriosklerose. Für die Regeneration der Muskeln, Nerven, DNA und der Haut ist der Glukoseanteil verantwortlich.

Die Netzannone birgt zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften. Trotzdem sollte man bei ihrem Genuss wegen des hohen Zuckeranteils massvoll bleiben.

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Hat man versehentlich 2-3 Kerne verschluckt, sind noch keine Vergiftungssymptome zu erwarten. Zerkaut oder zerhackt man die Samen aber, kommt es zur Freisetzung der toxischen Alkaloide, die zu vorübergehenden Magen-Darm-Beschwerden führen können. Innerhalb von 30 Minuten bis 1,5 Stunden nach der Einnahme treten Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall und Schwindel auf. Dann müssen Sie auf eine genügende Flüssigkeitszufuhr achten.3

Diabetiker sollten diese Frucht wegen des hohen Traubenzuckergehalts (Glucose) nur mit Vorsicht geniessen.

Verwendung als Heilpflanze:

Wissenschaftlich sind die vielen positiven Eigenschaften der Netzannone nicht erwiesen. Es gilt die Überlieferung der Volksstämme, die seit jeher mit den Heilkräften der Pflanzen leben. Vereinzelt haben pharmakologische Studien eine antioxidative und anticancerogene Wirkung nachgewiesen, namentlich gegen Blasenkrebs. Bei Mäusen wirkten Pflanzenextrakte im Test schmerzstillend.9 Weitere Forschung ist jedoch notwendig.

Volksmedizin - Naturheilkunde:

Die Menschen in den Anbaugebieten nützen den Süssapfel sehr vielseitig als Heilpflanze und versprechen sich von ihm viele gesundheitsfördernde Eigenschaften. Für sie ist die Frucht so bekannt wie bei uns der Apfel. Aber auch ihre sättigende Wirkung ist für viele Menschen von grosser Wichtigkeit. In Gebieten, in denen diese Sammelfrucht wächst und der Bevölkerung als Nahrung dient, umsorgt man die Bäume gut.

Die Menschen nutzen dort die gesamte Pflanze. Sogar für die giftigen alkaloidhaltigen Samen finden sie Verwendung. Zu Pulver verarbeitet stellt man in Südamerika aus den Kernen der Netzannonen ein starkes Brech- und Abführmittel her.3 Das Pulver dient auch gegen Ungeziefer. So besagt ein alter Mythos der einheimischen Bevölkerung, dass unter das Kopfkissen gelegte Annonenblätter Kopfläuse fernhalten können.4

Das Fruchtfleisch des Ochsenherzens kann eine fiebersenkende Wirkung haben. Es soll auch gegen Durchfall und Koliken wirken. Man sagt, es könne sogar gegen Malaria helfen. Die Baumblätter wirken zu Pulver zerstampft und erhitzt gegen Hautverletzungen. Äusserlich angewendet sollen sie auch entzündungshemmend und schmerzlindernd sein. Zudem spricht man dem Pulver eine antiparasitäre Wirkung (vor allem gegen Würmer) zu.4 Die Substanzen in den Blättern der Pflanzen helfen in einem Tee bei Verdauungs- und Kreislaufproblemen. Der Annonen-Blätterextrakt soll bei Hautverletzungen oder Abszessen helfen. Auch aufgeweichte Blätter können Gelenkschmerzen und Entzündungen lindern.

Vorkommen:

Die Netzannone stammt ursprünglich aus der Karibik und hat sich nach Mittelamerika und Mexiko ausgebreitet. In vielen tropischen Gebieten der Welt ist sie inzwischen eingebürgert und kultiviert. Sie braucht ein wesentlich wärmeres Klima als ihre Verwandte, die Cherimoya, wächst aber noch in den subtropischen Sommerregengebieten. Sie ist auch verwildert zu finden. Am häufigsten ist sie heute inzwischen in Südostasien und Afrika anzutreffen. Auch in den Ländern des Indischen Ozeans ist sie bekannt. In Indien, Malaysia, Thailand, auf den Philippinen, in China und anderen Ländern ist die Schleimfrucht auf den lokalen Märkten überall in grossen Mengen erhältlich.

Anbau - Ernte:

Was die Bodennährstoffgehalte und den Wasserbedarf anbelangt, sind die Bäume der Netzannonen anspruchslos. Dafür sind aber die Netzannonen-Früchte umso empfindlicher gegen Verletzungen. Da sie klimakterisch sind, d.h. sie reifen nach, erfolgt ihre Ernte im noch unreifen Stadium. So kommen die 800 Gramm bis 1 Kilogramm schweren Sammelfrüchte möglichst unbeschadet von den Plantagen zu den Verkaufsdomizilen.

Verwechslungsgefahr:

Die Netzannone und die Cherimoya sind sich optisch sehr ähnlich: Beide Früchte sind herzförmig und haben fast die gleiche Grösse. Eine äusserliche Verwechslungsgefahr besteht durchaus.5

Zur Familie der Annonengewächse gehören einige sehr ähnlich aussehende Früchte. Auch der Zimtapfel (Annona squamosa, Zuckerapfel, Schuppenannone) gleicht der Netzannone, doch die Schale des Zimtapfels weist gewölbte Schuppen auf, die sich bei Reife leicht voneinander lösen.

Ausser den vier Arten Cherimoya, Netzannone, Stachelannone und Schuppenannone gibt es einige weitere essbare Früchte aus der Gattung Annona.

Allgemeine Informationen:

Die Netzannone ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Annonengewächse (Annonaceae). Der Baum und die Frucht haben den gleichen Namen: Annona reticulata.

In der Gattung der Annonen gibt es etwa 80 Arten. Sie entwickeln sich nur spärlich durch freie Bestäubung. Jede Art hat ihr spezielles Aroma. Wirtschaftlich von Bedeutung sind die Cherimoya (Annona cherimola), die Stachelannone (Annona muricata, Sauersack, Graviola), der Zimtapfel (Annona squamosa, Schuppenannone) und die Atemoya. Die Atemoya ist eine Kreuzung (Hybrid) der Annona cherimola und der Annona squamosa.2 Die Netzannone und die Stachelannone sind in Europa oft nur in Fruchtsäften vertreten.

Weniger bekannt sind z.B. die Ilama (Annona macroprophyllata), die Schmalkronige Annone (Annona stenopetala) und der Schleimapfel (Annona mucosa Jacq.).

​​​​Die Pflanzen bilden Sammelbeeren, die wie apfelgrosse Einzelfrüchte aussehen. Die Oberflächen der meisten Annonen-Sorten zeigen klar, dass es sich um eine Sammelbeere handelt. Eine gemeinsame Fruchtschale umhüllt jeweils die Teilfrüchte (Synkarpie).

Die kleine Baumart der Netzannone erreicht nur eine Höhe von maximal 8-10 Metern. Ihre Blätter sind lanzenartig und haben eine Länge von fast 20 Zentimetern. Ein botanisches Synonym für den Baum ist: Annona longifolia.6

Süssapfel nennt sich auch der Sortenname einer schweizerischen Apfel-Sorte und Ochsenherz-Tomate steht für eine Tomatensorte. Sharifa steht für einen weiblichen Vornamen arabischen Ursprungs (geehrt). Wikipedia führt die Buddhafrucht als Zitronatzitrone (medischer Apfel), weil diese anscheinend wie Buddhas Hand aussehen kann.

Alternative Namen:

Die Grösse und die Farbe der reifen Netzannone geben ihr auch den Namen Ochsenherz. So gibt es noch andere volkstümliche Namen für diese Frucht: Schleimapfel (ist aber eigentlich die Annona mucosa Jacq.), Bullock's heart, Cachiman, Custard apple [englisch], Anona colorada, Corazón [spanisch], Coeur de boeuf, Corossol [französisch].

Die Netzannonen-Frucht bzw. Buddhafrucht oder Süssapfel ist in verschiedenen Ländern unter sehr unterschiedlichen Namen bekannt. So heisst sie etwa in Sambia mtopa, in Kenia und Tansania mchekwa (Swahili).4 In Surinam (Kleinstaat in Südamerika) nennt man sie kasjoema. In den Ländern des Indischen Ozeans ist sie auch unter dem Namen Buddha fruit oder Sharifa bekannt.7

Im 16. Jahrhundert nannten die Ureinwohner aus Haiti die verschiedenen Früchte ursprünglich alle „Anon“, was Rahmapfel bedeutet. Der Botaniker Linné latinisierte den volkstümlichen Namen und änderte ihn zu Annona.8

In der Annonaceae-Gruppe kommen vierzig natürliche, sogenannte Annonacen-Acetogenine vor. Die Verbindungen sind in den Blättern, Stängeln, der Rinde, den Früchten und den Samen vorhanden.

Wiss. N. Englisch Deutsch Trivialnamen* Kunstnamen**
Annona cherimola Cherimoya, Custard apple Cherimoya Jamaika-, Rahm-, Zuckerapfel, Süsssack Annona (bei allen falsch!)
Annona reticulata Wild-sweetsop, Bull's heart, Bullock's-heart, Ox-heart Netzannone Ochsenherz, Süssapfel, Buddhafrucht, Sharifa Custard apple, Cachiman
Annona squamosa Sugar apple, Sweetsop Schuppenannone Zimtapfel Rahmapfel, Süsssack, Puddingapfel
Annona muricata Soursop, Graviola, Guyabano Stachelannone Sauersack, Graviola, Guanabana, Corossol
Annona mucosa J Wild sugar apple Schleimapfel Rollinia mucosa Biribá, Wild sweetsop
Annona senegalensis African custard-apple, Wild custard apple, Wild soursop Senegalesische Annone Affenspeise, Senegalapfel
Annona purpurea Soncoya Annona purpurea Annona manicote
Annona macro-prophyllata Ilama Ilama Annona diversifolia
cherimola x squamosa Atemoya Atemoya
Die Bezeichnung Annone oder Anone (anón) ist der Gattungsname, weshalb man ihn bei jeder Art fälschlicherweise als Name nennt. Dieser Name ist nicht spezifisch. Bei vielen Bildersammlungen wie fotolia, Adobe, pixabay etc. sind Arten mit Cherimoya oder mit anderen Namen verwechselt.
*Trivialnamen sind Begriffe, die lt. Wikipedia aus der Alltagssprache kommen und leichter verständlich sind. **Kunstnamen sind neue künstliche Namen, die sich manchmal von echten Trivialnamen ableiten, oft sind es auch Phantasienamen.

Literatur - Quellen:

  1. Pamplona Roger J.D. Heilkräfte der Nahrung. Ein Praxishandbuch. Zürich: Advent Verlag; 2006: 71.
  2. Rehm S, Espig G. Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen. Stuttgart: Verlag Eugen Ulmer; 1976.
  3. Tox Info Suisse: toxinfo.ch/545/archiv
  4. SouthWorld southworld.net/annona-reticulata-a-powerful-fruit-plant/
  5. Brücher H. Tropische Nutzpflanzen: Ursprung, Evolution und Domestikation. Berlin: Springer-Verlag. 1977: 345.
  6. Englischsprachige Wikipedia: Annona reticulata.
  7. Deutschsprachige Wikipedia: Netzannone.
  8. rohkostwiki.de: Netzannone.
  9. International Journal of Pharmaceutical Sciences and Research ijpsr.com/bft-article/a-comprehensive-review-on-annona-reticulata
  10. US Department of Agriculture (USDA)

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