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Malve, Wilde (Malva sylvestris)

Blätter und Blüten der Wilden Malve (Malva sylvestris) haben eine vielseitige Verwendung in der Küche. Sie helfen bei Entzündungen der Schleimhäute.
    71/26/03  LA : ALA
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Die rohe Wilde Malve (Malva sylvestris) bzw. Käsepappel zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Schleimstoffen aus. Bio?

Wilde Malve: Verwendung in der Küche:

Ist die Wilde Malve essbar? Blätter und Blüten der Wilden Malve zeichnen sich durch einen milden Geschmack und eine gute Verträglichkeit aus. Aufgrund ihrer Bindeeigenschaft eignet sich die Wildpflanze für grüne Smoothies oder als Grundlage für Suppen und Saucen.

Wie kann man Malven essen? Junge Blätter schmecken frisch im Salat, als Rohkost oder sauer eingelegt (ähnlich wie Sauerkraut). Erhitzt schmecken die Blätter in Bratlingen, auf Pizzen, in Lasagnen, als Gemüsefüllung in Teigtaschen oder als gedünstetes Wildgemüse.

Käsepappel-Verwendung von weiteren Pflanzenbestandteilen: Die sehr jungen, faserarmen und feingeschnittenen Wurzeln isst man meistens erhitzt, selten roh. Wie die Blätter, verfügen auch die Wurzeln über eine andickende Wirkung. Die grüne, unreife Malven-Frucht kann man schwach sauer einlegen, ähnlich wie Oliven.

Kann man Malvenblüten essen? Da Malvenblüten essbar sind, eignen sie sich als rohe Dekoration, z.B. auf veganen oder vegetarischen Gerichten. Aus den Blüten kann man Sirup oder Wildpflanzenlimonade herstellen.

Wilde Malve: Tee-Rezept für frischen Aufguss:

Für einen Malven-Tee setzt man 3-5 g (1 TL = 1,8 g) feingeschnittene Pflanzenbestandteile (Blätter, Blüten, Kraut) mit kaltem Wasser an, bringt es zum Kochen und gibt es nach einer Ziehzeit von 5-10 Min. durch ein Teesieb. Empfehlenswert ist ein Kaltauszug (Mazerat) über 5-10 h, den man vor dem Trinken oder Gurgeln kurz aufkocht. Dadurch lösen sich die enthaltenen Schleimstoffe besser. Als Bronchialtee trinkt man mehrmals täglich eine Tasse Malva Sylvestris-Tee mit Honig gesüsst.1,2

Vegane Wilde Malven-Rezepte finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben" (ganz unten oder nebenan).

Einkauf - wo Malven kaufen?

Getrocknet und geschnitten kann man Malvenblätter und Malvenblüten als Tee in konventioneller oder kontrolliert biologischer Qualität kaufen. Sortenrein oder als Teemischung erhält man die Kräuter in Teebeuteln oder lose abgepackt, z.B. in Supermärkten wie Coop, Migros, Spar oder Edeka. Getrocknete Malve gibt es online, in Reformhäusern, Bio-Läden oder Tee-Läden. Bei Supermarktketten wie Aldi, Lidl, Denner, Volg, Hofer, Denn’s Biomarkt oder Alnatura (bio) haben wir bislang keine Produkte mit Malven gefunden. Mit etwas Glück kann man Wilde Malven auf dem Wochenmarkt, direkt beim Bauern oder über eine Abo-Kiste (Saison-Kiste, Grüne Kiste) als Wildgemüse kaufen.

Apotheken und Drogerien führen, neben malvenhaltigen Hustentees oder Bronchialtees, weitere Phytopharmaka-Produkte, z.B. Gurgellösungen, Kosmetikprodukte, Hustensaft. Die Qualität der Malvenblätter und Malvenblüten ist im Europäischen Arzneibuch (Ph.Eur.) festgelegt.5

Wilde Malven-Samen findet man im Fachhandel oder in Gärtnereien. Rohe Malven kann man als Topfpflanze (Rohkostqualität bzw. Rohqualität) kaufen.

Wild zu finden - Saison:

Aus der spindelförmigen Wurzel der Wilden Malve entspringen mehrere verästelte, rauhhaarige Stängel, die aufrecht aufsteigend oder niederliegend sind. Die wechselständigen, behaarten Blätter sind langgestielt, meist fünflappig und am Rand gekerbt. Besitzt die Malve große Blätter? Mit einer Länge von ca. 7 cm und einer Breite von ca. 6 cm sind sie kleiner als faustgross. Die ebenfalls behaarten Blütenstiele entspringen in den Blattachseln und tragen am Ende blau-violette bis rosarote Blüten mit fünf Kronblättern. Diese sind tief ausgerandet und mit je drei Längsstreifen versehen. Die Käsepappel-Früchte sind vielsamige, scheibenförmige Kapseln, die an einen Käselaib erinnern.2,6

Wo kann man Wilde Malve sammeln? Die Wilde Malve (Höhe ca. 30-100 cm) besiedelt Schuttstellen, Brachen, Wegränder, Böschungen, Mauern, Gärten, Feld- und Wiesenränder, sonnige Hänge, ödes Land und lichte Wälder. Die Käsepappel-Pflanze benötigt nährstoffreiche, kalkhaltige und trockene Böden.2,3,7,8

Malve: Blütezeit und Saison: Malvenblätter und Malvenblüten sammelt man während der Blütezeit vom Frühsommer an bis in den Herbst. Die Hauptsammelmonate sind von Juni bis August. Die Blüten pflückt man mit Kelch, aber ohne Stiel.2,9Wann kann man Wilde Malven-Samen sammeln? Die grünen Käsepappel-Samen kann man im Sommer ernten, die ausgereiften im Herbst. Die Wurzeln von maximal einjährigen Malven-Pflanzen gräbt man im Frühjahr oder Herbst aus.

Lagerung von Malven:

Rohe Malvenblätter mit Stiel kann man für wenige Tage in einem Glas mit Wasser aufbewahren oder in einer Plastiktüte. Frische Malvenblätter lassen sich blanchieren und einfrieren. Möchte man rohe Blätter trocknen, legt man sie an einen luftigen Ort im Schatten. Ausreichend getrocknete Blätter lassen sich leicht verreiben. Man lagert die gerebelten Blätter in einem dunklen und gut verschliessbaren Glas oder einer Metalldose.

Wilde Malve: Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien:

100 g rohe Wilde Malven enthalten 2,7 g Fette, 55 g Kohlenhydrate (davon 27 g Ballaststoffe) und 20 g Proteine (Eiweiss). Der Kaloriengehalt beträgt 272 kcal/100g. Im Vergleich zu den nahrhaften Malvenblättern besitzt Kopfsalat eine sehr geringe Nährstoffdichte von 13 kcal/100g.10,11

Wilde Malven sind reich an Eisen (78 mg/100g), Fluor (7000 µg/100g) und essentiellen Aminosäuren. Tryptophan deckt mit 0,25 g/100g 99 % des Tagesbedarfs und Methionin ist mit 0,37 g/100g (40 % vom Tagesbedarf) limitierend.10,11

Wilde Malven enthalten, im Vergleich zu anderen essbaren Pflanzen, sehr hohe Mengen an Fluor. Das Element kommt in weitaus geringerer Konzentration in rohem Sauerampfer (70 µg/100g) oder in rohem Bärlauch (49 µg/100g) vor. Reich an Eisen sind Bockshornkleeblätter (18 mg/100g) oder rohe Morcheln (12 mg/100g).10,11

Ebenfalls viel Tryptophan findet man in rohen, geschälten Hanfsamen (0,61 g/100g) oder in rohen Weizenkeimen (0,32 g/100g). Um das limitierende Methionin auszugleichen, kann man Wilde Malven mit roher Kapuzinerkresse kombinieren.10,11

Enthält die Wilde Malve Schleimstoffe? Wirksamkeitsmitbestimmende Inhaltsstoffe der Wilden Malve sind ca. 5-12 % Schleimstoffe. Die Blüten enthalten mehr Schleimstoffe als die Blätter. Zusätzliche Malvenblüten-Inhaltsstoffe sind 6-7 % Anthocyane, also wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe (Flavonoide), mit der Hauptkomponente Malvin.1,6,12,13,14

Weitere Inhaltsstoffe sind Vitamine, Cumarine, Gerbstoffe, Sterole, Kaffeesäure, Chlorogensäure und Spuren an flüchtigen aromatischen Komponenten (Sesquiterpene, Diterpene).1,6

Die gesamten Inhaltsstoffe von Wilden Malven, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen im CLICK FOR unter dem Zutatenbild.

Wilde Malve: Wirkungen - Gesundheitliche Aspekte:

Der reizmildernde Wirkmechanismus von Malvenblättern und -Blüten beruht auf den enthaltenen Pflanzenschleimstoffen, die zusammen mit Wasser eine viskose Lösung bilden. Diese legen sich als Schutzfilm auf die Oberfläche der Bronchialschleimhaut ab und wirken so reizlindernd und hustenstillend (antitussiv). Entzündungen klingen insgesamt schneller ab.1,12,13,15

Zudem haben Schleimstoffe eine schützende Wirkung bei stressbedingten Magenschleimhautläsionen, da sie Schleimhautschädigungen des Magens abdecken und eine Pufferwirkung bei vermehrter Bildung von Magensäure haben.12 Ergebnisse von pharmakologischen Untersuchungen der Wilden Malve haben eine antimikrobielle Wirkung gegen Helicobacter pylori gezeigt.1

Die Vagina ist, ähnlich wie die Mundhöhle, mit einem mehrschichtig verhornten Plattenepithel ausgekleidet. Somit ist ein positiver Effekt bei einer Entzündung im Genitalbereich hypothetisch denkbar. Der Behandlungsansatz für diese Indikationen mit Malvenblüten ist plausibel, allerdings noch nicht durch klinische Studien unterstützt.13

Eine randomisierte, doppelblinde klinische Studie (2020) mit 51 Kindern mit atopischer Dermatitis zeigte signifikante Verbesserungen der Symptome durch die Behandlung mit Wilder Malve im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Die äusserliche Anwendung von Malva sylvestris-Extrakt-Creme ist bei Kindern mit atopischen Dermatitis-Symptomen wirksam.16 Jedoch schränkt die Anzahl an Studienteilnehmer/innen die Aussagekraft ein.

Ein wissenschaftliches Review (2019) über verschiedene Heilpflanzenextrakte und ihre Verwendung zur Wundbehandlung bestätigt, dass (wilde) Malva sylvestris die Bildung von gesundem (fibrosefreiem) Granulationsgewebe fördert.17

Eine placebokontrollierte klinische Studie (2015) an Erwachsenen mit funktioneller Verstopfung kam zu dem Ergebnis, dass der wässrige Extrakt von Malva sylvestris L. flowers wirksam und sicher für die Behandlung ist.18 Schleimstoffe haben quellende und füllende Eigenschaften, wodurch sie die Darmbewegung (Peristaltik) anregen.12

Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte klinische Studie (2021) untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit eines Sirups mit Malva sylvestris-Extrakt (KalobaTUSS®) zur Behandlung von Husten bei 106 Kindern mit akutem Husten. Als Fazit ergeben sich die gute Verträglichkeit sowie die Reduzierung der Schwere und Dauer des Hustens bei Kindern.19

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Kontraindikationen, Nebenwirkungen oder andere Interaktionen sind nicht bekannt, genauso wenig wie Risiken oder kritische Inhaltsstoffe.5,12,20

Eine mögliche Wechselwirkung der Wilden Malve, aufgrund des hohen Gehalts an Schleimstoffen, kann die verzögerte Aufnahme von Medikamenten sein. Bei der Verwendung von Arzneimitteln sollte man mindestens eine Stunde zwischen der Aufnahme von Malvenblättern oder Malvenblüten und Medikamenten einplanen.3

Es liegen keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit von Anwendungen mit Malve während Schwangerschaft und Stillzeit vor.

Verwendung als Heilpflanze:

Ist die Wilde Malve eine Heilpflanze? Die Blüten (Malvae sylvestris flos) und Blätter (Malvae folium) der beiden Unterarten Malva subsp. sylvestris und subsp. mauritiana dienen als Stammpflanzen für die arzneiliche Nutzung,5 ebenso die getrockneten Blüten von kultivierten Varietäten.14

Das HMPC (Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel) hat Malvenblüten und Malvenblätter als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft. Die Anwendungsgebiete beruhen auf langjähriger Erfahrung. Die Pflanzenbestandteile dienen als reizlinderndes Mittel bei Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum und damit verbundenem trockenem Reizhusten sowie zur Linderung leichter gastrointestinaler Beschwerden.5

Die ESCOP-Monographie (Dachverband nationaler europäischer Gesellschaften für Phytotherapie) nennt als Indikationen trockener Reizhusten sowie Reizungen der Mund-, Rachen- und Magenschleimhaut20 und die Kommission E (Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel) Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum und damit verbundener Reizhusten.1,12

Die Dosierungen liegen bei 1,5-2 g Heilpflanzendroge/Tag nach ESCOP und 5 g nach Kommission E über entsprechende Zubereitungen.12,20 Nach ärztlicher Absprache liegt die Dosierung bei Kindern und Jugendlichen von 0-1 Jahr bei 1 g, von 1-4 Jahren bei 1-2 g, von 4-10 Jahren bei 2-4 g und von 10-16 Jahren bei 4-5 g pro Tag.4

Volksmedizin - Naturheilkunde:

Im 15. Jahrhundert kam Malve bei Husten und Heiserkeit bei "Fäule im Mund" und "Schwindsucht" (Tuberkulose) zum Einsatz.1 Im späten Mittelalter (16. Jahrhundert) nannte man sie 'omnimorbia' was 'Allesheilerin' bedeutet.

Heute verwendet man die Heilpflanze volksmedizinisch zur Wundbehandlung in Form von Breiumschlägen oder Bädern.6 Eine unsachgemässe Handhabung, wie das Auflegen von frischen Blättern, birgt jedoch die Gefahr von Sekundärinfektionen.2 Nässende Ekzeme, Furunkel, Abszesse und Insektenstiche behandelt man äusserlich mit Malvenextrakt, ebenso Beschwerden durch Hämorrhoiden.6,9

Innerlich kommen Malven in der Erfahrungsheilkunde bei Erkältungskrankheiten wie Husten, Heiserkeit, Halsweh, Rachenentzündungen oder Bronchitis sowie bei Asthma, Magenbeschwerden, Durchfall, Reizmagen, Blasenleiden, Gebärmutterleiden oder Rheuma zum Einsatz. Zum Teil fehlen Nachweise zur Wirksamkeit bei den genannten Erkrankungsbildern.2,6,9,12,14

Vorkommen - Herkunft:

Ursprünglich stammt die Wilde Malve wahrscheinlich aus dem südlichen Eurasien. Seit der jüngeren Steinzeit ist sie als Kulturbegleiter in der ganzen damals bekannten Welt aufgetreten. Mit der Römerzeit begann die Kultivierung der Wildpflanze. Heute ist die Wilde Malve durch Einschleppung weltweit in den subtropischen und gemässigten Zonen beider Hemisphären verbreitet.3,5,9,14

Anbau im Garten oder als Topfpflanze:

Wo sollte man Wilde Malve pflanzen? Malven benötigen sonnige bis vollsonnige Standorte mit nährstoffreichen, humusreichen und eher kalkhaltigen Böden. Die Pflanzen bevorzugen lehmhaltiges bzw. schweres Land, wachsen aber auch in leicht sandigem Untergrund.21

Die Vermehrung erfolgt im zeitigen Frühling von März bis Mai durch Aussaat sowie durch Grundstecklinge direkt im Freiland oder in einem tieferen Pflanzenkübel als Topfpflanze.9,21

Im Freiland sollte man die Pflanzen in einem Abstand von ca. 40 cm anbauen. Als Dunkelkeimer drückt man die Malva sylvestris-Samen ca. 1 cm tief in den Boden und bedeckt sie mit Erde. Die Keimdauer beträgt ca. 10-14 Tage. Die Pflanzen benötigen einen hohen Nährstoffgehalt und gelten als Starkzehrer. Optimal ist eine stickstoffbetonte Düngung. Malven sind winterhart und tolerieren Fröste bis zu -18 °C.21

Malvenrost (Puccinia malvacearum) ist eine typische Pflanzenkrankheit von Malven. Die Sporen machen sich durch bräunliche bis rostbraune Pusteln auf der Unterseite der Blätter bemerkbar. Mit einer Brühe (Jauche) aus Schachtelhalm kann man die Pflanzen vorbeugend behandeln. Befallene Pflanzenteil schneidet man ab und entsorgt sie im Hausmüll.1,3,21

Für Löcher in Malvenblättern ist der Malvenflohkäfer (Gewöhnlicher Malven-Erdfloh, Podagrica fuscicornis) verantwortlich. Bei zu hoher Vermehrung kann man biologische Massnahmen mit Kieselgurpulver oder Neem ergreifen.21

Anbau - Ernte:

Die im Handel erhältlichen Malven (Malva sylvestris und ssp. mauritiana) stammen überwiegend aus Wildsammlung, geringe Mengen aus konventionellem oder kontrolliert biologischem Anbau. Die Hauptanbauländer sind Bulgarien, Albanien und Marokko (Blattdroge) sowie Ungarn, Tschechien und einige Balkanländer (Blütendroge).5,14

Tierschutz - Artenschutz - Tierwohl:

Die Hauptblütezeit fällt in die Sommermonate von Juni bis September, weshalb man von Sommertracht spricht. Tracht umschliesst das gesamte Nahrungsangebot einer Blüte für Insekten, also Nektar, Pollen und Honigtau. Der Nektarwert der Wilden Malve ist hoch und der Pollenwert gering bis mittel (Skala Nektarwert und Pollenwert: kein, gering, mittel, hoch, sehr hoch). Hautflügler und Schwebfliegen besuchen gerne die Malvenblüten. Wildbienen nutzen die Blüten als Schlafplatz.8

Verwechslungsmöglichkeiten:

Die Wilde Malve kann man mit anderen Malvenarten oder Malven-Sorten verwechseln. Dabei besteht keine Gefahr, da alle 20-30 Malven-Arten aus der Gattung Malva ungiftig sind. Buschmalven, Bechermalven oder Hibiskusblüten (Hibiscus sabdariffa), letztere bezeichnet man umgangssprachlich als Rote Malven, gehören jedoch anderen Gattungen an. Auch in ihren Wirkstoffen unterscheiden sie sich von den Echten Malven (Malva).2

Allgemeine Informationen:

Malva sylvestris (deutsch: Wilde Malve, Käsepappel) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Malven (Malva) und gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae).

Was bedeutet Malve auf Deutsch? Malve kommt vom altenglischen malwe (weich) und bezieht sich auf den reizmildernden Schleim.9 Den Namen übernahm man direkt aus dem Lateinischen Malva. Das Artepitheton sylvestris heisst auf Deutsch "wildwachsend" (lat. Silva = Wald).5

Alternative Namen:

Im Mittelalter nannte man die Wilde Malve (Malve, Wilde) irreführenderweise Pappel bzw. römische Pappel. Mit dem Weidegewächs Pappel (Populus) hat die Bezeichnung allerdings nichts zu tun. Der alternative Name könnte sich auf einen essbaren Brei ('Papp' oder 'Pappe') beziehen, den man aus den schleimhaltigen Früchten zubereitete. Mit Käse (Käsepappel) hat die Pflanze nur so viel gemeinsam, dass die Früchte in ihrer Form an einen Käselaib erinnern.

Wie nennt man die wilde Malve oft? Bekannte Trivialnamen, welche die Popularität und Nutzung dieser Pflanze widerspiegeln, sind Hasenpappel, Gänsepappel, Hanfpappel, Johannispappel, Rosspappel, Roßpappel, Rosenpappel, Pappelrose, Waldpappel, Weberpappel oder Pappel. Die Wilde Malve nennt man oft Käsepappel, Käspappel, Grosse Käsepappel (Große Käsepappel), Pappelkäs, Katzenkäse, Holländer Käs, Kaskraut, Käsekraut, Käsli, Käslikraut, Chäslichrut, Keeske, Möppekees, Zigerli, Zigbli, Nüsserli, Himmelsbrot oder Semmeln. Die Wilde Malve nennt man auch Gänselatschen, Halsblume, Schwellkraut, Stoppelkraut, Krallen, Krallenblume, Pissblume, Mohrenmalve, Ross-Malve, Feldmalve, Wegmalve, Algiermalve, Wesing oder Blaue Malve (Malve blau, Blaue Malven).

Hasenpappel, anderer Name? Ähnliche Bezeichnungen sind Hasenbrot oder Hasenkeese.

Arzneimittelbezeichnungen (Heildrogenbezeichnungen) für die Malvenblätter sind Malvae folium (syn. Folia Malvae, Malvae folia) und für die Malvenblüten Malvae flos (syn. Flores Malvae, Flos Malvae, Malvae flores). Synonyme Drogenbezeichnungen (volksmedizinische Bezeichnungen) für die Malvenblüten sind Blaue Pappelblumen, Käsepappelblüten, Rossmalvenblüten, Rosspappelblüten, Waldmalvenblüten, Stockmalvenblüten oder Wilde Malvenblüten und für die Malvenblätter Käsepappelblätter oder Hasenpappelblätter bzw. Käsepappeltee.

Englische Bezeichnungen und Alternativnamen lauten common mallow, mallow flowers, mallow leaf, high mallow, tall mallow, blue mallow, dwarf mallow, roundleaf mallow, malva, wild malva, maule, hollyhock, buttonweed, cheeseplant, cheeseweed oder cheeses. Auf weiteren Sprachen nennt man die Wilde Malve auch Malva pianta, Malva biljka oder Malva bloemen.

Lateinische Synonyme sind Malva ambigua GUSS., Malva elata SALISB., Malva erecta C. PRESL; Malva glabra DESR., Malva mauritiana L., Malva obtusa MOENCH, Malva ruderalis SALISB., Malva sylvestris var. incanescens GRISEB. oder Malva vulgaris S. F. GRAY. Falsche Schreibweisen sind Malva silvestris, Malvas, Malva selvatica. Malva silvestre, Malve sylvestris, Malvas silvestres oder Sylvestris malva.

Literatur - Quellen:

CLICK FOR: 21 Quellenangaben

In der Wissenschaft ist Wikipedia (wiki) als Quelle umstritten, auch weil bei Wikipedia Angaben zur zitierten Literatur bzw. zu Autoren häufig fehlen oder nicht verlässlich sind. Unsere Piktogramme für Nährwerte enthalten kcal.

  1. Blaschek W. (Herausgeber). Wichtl –Teedrogen und Phytopharmaka. Ein Handbuch für die Praxis. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH; 6. Auflage. 2016.
  2. Pahlow M. Das grosse Buch der Heilpflanzen. Gesund durch die Heilkräfte der Natur. Hamburg: Nikol Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 8. Auflage. 2019.
  3. Niederegger O, Mayr C. Heilpflanzen der Alpen. Gesundheit aus der Natur von A bis Z. Innsbruck: Tyrolia-Verlag; 2006.
  4. Lüdi-Rinderknecht GM. Pgytotherapie in der Kinderheilkunde. Aktueller Stand der Dosierung. Zürich: Zurich Open Repository and Archive. University of Zurich; 2008.
  5. Arzenipflanzenlexikon.info Malve.
  6. Fleischhauer SG, Guthmann J, Spiegelberger R. Enzyklopädie essbare Wildpflanzen. 1. Auflage. Aarau: AT Verlag; 2013.
  7. Oberdorfer E, Schwabe A, Müller, T. Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart (Hohenheim): Eugen Ulmer Verlag; 2001.
  8. Kremer BP. Mein Garten – Ein Bienenparadies. Bern: Haupt Verlag; 2. Auflage. 2018.
  9. Bown D. Kräuter. Die grosse Enzyklopädie. Anbau und Verwendung. München: Dorling Kindersly; 2. Auflage. 2015.
  10. Diet-health.info Nährstofftabellen.
  11. USDA (United States Department of Agriculture). Nährstofftabellen.
  12. Schilcher H, Kammerer S, Wegener T. Leitfaden Phytotherapie. München: Elsevier GmbH; 3. Auflage. 2007.
  13. Vogel S. Phytotherapie bei gynäkologischen Infektionen. München: 2014.
  14. Medizinalpflanzen.de Malvenblüten – Malvae sylvestrae flos (Ph. Eur. 7.0 01/2011:1541).
  15. Reichling, Müller-Jahncke, Borchardt (Hrsg.). Arzneimittel der komplementären Medizin. Eschborn: Govi-Verlag; 2001.
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  20. Bvl.bund.de Stoffliste des Bundes und der Bundesländer Kategorie ‚Pflanzen und Pflanzenteile‘. Berlin: BVL-Report 8.4.; 2014.
  21. Kraeuter-buch.de Malve Malva sylvestris. Purle T. 2018.
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