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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Kaktusfeige, roh (Stachelfrucht)

Die rohe Kaktusfeige (Stachelfrucht, Kaktusbirne, Stachelfeige, Stachelbirne) ist eine süsse, exotische Frucht.
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Die Kaktusfeige, auch Kaktusbirne oder Stachelfrucht genannt, wächst auf der nutzbaren Opuntia ficus-indica, also auf der Opuntien-Kaktuspflanze. Trotz ihres stacheligen Aussehens ist sie eine süsse Delikatesse, besonders als Rohkost.

Verwendung in der Küche:

Was ist eine Kaktusfeige? Die Kaktusfeige ist eine etwa 5-8 Zentimeter grosse, ovale Frucht. Die warzenartige Schale ist, je nach Sorte oder Varietät, in reifem Zustand grün, gelblich, lachsfarben bis rot-braun. Die Farbe des Fleisches ist oft nicht dieselbe wie jene der ungeniessbaren, mit 3-5 mm relativ dicken Schale.

Der Geschmack der Kaktusfeige ist süsslich mit leicht säuerlichen Anklängen. Das weiche Fruchtfleisch ist ähnlich beschaffen wie das der Melone und sehr erfrischend. Die Farbe des Fruchtfleisches ist leuchtend gelb, orange oder rot und lässt sich von Kleidern schwer entfernen. Kaktusfeigen schmecken nach einer Kombination aus Melone, Birne und Feige, erinnern aber auch an Gurke. Das Fruchtfleisch der Stachelfrucht enthält pfefferkorngrosse, geniessbare Kerne.

Die Schale ist nicht giftig, hat aber feine, kaum sichtbare Stacheln mit Widerhaken. Ungeschützt sollte man die nicht behandelte Schale nicht berühren, denn die ganz feinen Stacheln können tagelang unangenehm in der Haut verbleiben. Pinzette und Geduld können helfen - oder das leichte Abstreichen mit einem Klebeband.

Wie kann man den Kontakt mit den Stacheln vermeiden? Für die Zubereitung ist es am einfachsten, wenn Sie die Stachelfrucht auf eine Gabel stechen. Das obere und untere Ende der Frucht abschneiden, einen weiteren Schnitt quer bis zum Fleisch vornehmen und dann die weiche Schale mit dem Messer abrollen. Etwas umständlicher geht es so: Man kann die Kaktusbirne auch aufstellen und die dicke Schale von oben nach unten mit dem Messer entfernen.

Sie können auch Handschuhe anziehen, um die Frucht zu bearbeiten. Es ist ratsam, die Kaktusfeige mit einer Bürste von den Widerhaken zu befreien. Das ist eine mühsame Arbeit, deshalb sollten Sie schon beim Einkauf darauf achten, dass Sie die Früchte ohne Glochidien (Stacheln mit Widerhaken) kaufen.

Nach Entfernung der Schale hat man nur noch das wunderbare Fruchtfleisch der Kaktusbirne zur Verfügung, kann es in Würfel schneiden und weiterverarbeiten - oder gerade so mit Gabel und Messer essen.

Das Fruchtfleisch der Stachelfrucht ist roh, püriert, blanchiert oder eingekocht geniessbar. Das rohe Fruchtfleisch, in Würfel geschnitten, gibt einem frischen Fruchtsalat eine exotische Note. Eingekochtes Fruchtfleisch ergibt feine Chutneys oder Konfitüren. Kocht man den Saft zusammen mit dem Saft von Zitrusfrüchten ein, bekommt man eine noch aromatischere, süsssäuerliche Sauce, die man für eine Vinaigrette oder für spezielle Salatsaucen verwenden kann.

Der Saft der Frucht eignet sich auch zur Herstellung von durstlöschenden Drinks. Er aromatisiert viele Süss- und Nachspeisen, Cocktails und Cremes. Die Kaktusfeige kann fast überall anstelle von Gurken zur Anwendung kommen. So auch in Salaten.1 Am Grill lassen sich die Kaktusfeigen wie Kartoffeln zubereiten. Man legt sie an den Rand der Glut und lässt die Schale verkohlen. Das Fruchtfleisch bekommt so ein wunderbares, karamellisiertes Aroma.

Pflanzensegmente, besonders Jungtriebe, kann man jederzeit ernten, doch sind diese roh nicht essbar, sondern man muss sie garen.

Rezepte mit Kaktusfeigen:

In Mexiko und Zentralamerika kocht man auch die Blätter des Kaktus und verspeist diese als Gemüse (Nopalitos). Rezept für Nopalitos: Man entfernt die Stacheln, schneidet die Triebe in Streifen und dünstet sie in Salzwasser.

Rumtopf mit Kaktusfeigen ist in als Rezept in Südamerika beliebt. Dort mischt man die Kaktusfeige z.B. mit exotischen Früchten wie Ananas, Mango, Litschi oder Kumquat (Zwergorange). In Europa verwendet man z.B. auch Birnen.

Rezept für Kaktusfeigen-Marmelade:

Besonders in Gegenden, wo man Kaktusfeigen einfach so ernten darf, lohnt es sich, eine wohlschmeckende Marmelade daraus zu kochen, wenn man sie roh nicht innerhalb nützlicher Frist verzehren kann. Auf 3 kg Kaktusfeigen nimmt man 1 kg Gelierzucker und den Saft aus zwei Zitronen oder, noch besser, aus drei bis vier Limetten. Der Gelierzucker darf nicht im Datum verfallen sein, wenn er die Garzeit verkürzen soll. Einmachzucker enthält keine Geliermittel.

Nach dem Entfernen der Stacheln (Glochidien oder Glochiden) und dem Schälen zerdrückt man reife Früchte mit der Gabel oder schneidet härtere Kaktusfeigen in kleine Würfel. Den Gelierzucker beigeben, gut vermischen und mindestens zwei Stunden (bis eine Nacht hindurch) ziehen lassen. Danach gibt man den Zitronen- oder Limettensaft zu und kocht das Ganze während 3 Minuten sprudelnd. Die Masse durch ein Sieb von den Kernen trennen, denn in einer Marmelade sind sie nicht gerne gesehen.

Die Marmelade sofort in vorher heiss ausgespülte Einmachgläser bzw. Marmeladengläser geben, schliessen und während fünf Minuten auf den Kopf stellen. Länger bringt nichts, weil dann der Inhalt am Deckel kleben könnte. Man tötet damit allenfalls noch vorhandene Keime am oberen Glasrand und am Deckel ab durch die Hitze des Fruchtmuses. Jedoch ist dies bei richtiger Vorbehandlung nicht nötig. Vorbehandeln kann man z.B. durch Erhitzen im Backofen oder im Einkochtopf, wobei die verschlossenen Gläser aufrecht stehen und während einer Stunde 80 °C ausgesetzt sind.


Einkauf - wo kaufen?

Kaktusfeigen sind fast ganzjährig in Nordamerika und Europa bei spezialisierten Obsthändlern, Delikatessläden und Asia-Shops erhältlich. Supermärkte und Grossverteiler wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer etc. verkaufen Kaktusfeigen zumindest in der Hochsaison. Vergleichen Sie die Qualität in Bio-Läden und Reformhäusern. Achten Sie darauf, dass keine Verletzungen oder gar faulige Stellen bei der Bruchstelle auftreten, denn die Frucht muss man beim Pflücken abdrehen.

Dort oder in Drogerien gibt es auch Kaktusfeigensaft zu kaufen. Dies ist ein feines Getränk mit einer vitalisierenden Wirkung. Auch als Likör ist der Saft zu kaufen. Man findet auch getrocknete, chipsähnliche Kaktusfeigen, die sich gut als Snack eignen. Aus den Blüten kann man zudem Tee zubereiten.

Saison hat die Kaktusfrucht in der nördlichen Hemisphäre je nach Zone ganz unterschiedlich. Diese kann in Italien und in Tunesien im Juli beginnen und dauert in Spanien von August bis Dezember. In Peru hingegen gibt es die reife Frucht ab November bis April und in Brasilien, Kolumbien und Mexiko verkauft man es ganzjährig reife Früchte.

Wie sieht eine reife Kaktusfeige aus? Die Farbe der Kaktusfeige hängt nicht vom Reifegrad der Frucht ab. Da die Kaktusbirne nicht nachreift, sollte diese schon beim Kauf etwas weich sein. Wenn das Fruchtfleisch auf feinen Druck nachgibt und die Frucht aromatisch duftet, ist sie reif. Zu früh geerntete Früchte schmecken fade.

Wie schwer ist eine Kaktusfrucht im Durchschnitt? Die Früchte sind recht unterschiedlich in der Grösse und das Fruchtfleisch wiegt etwa 100 bis 150 g pro Frucht.

Wild zu finden:

Der Gewöhnliche Feigenkaktus ist wild in wärmeren Gegenden und in den Subtropen weltweit verbreitet. In Europa findet man ihn am Mittelmeer und in Trockengebieten. Wie die meisten Kakteen gedeiht er unter extremer Sonneneinstrahlung auf nährstoffarmen Böden. Er hält 2 bis 3 Jahre Trockenheit problemlos aus und kann dennoch Früchte bilden. Schon seit Jahrtausenden dient der Feigenkaktus als Nahrung.2 Durch sein ausgedehntes Wurzelsystem hält er den Boden fest. Als Windschutzhecken wirken die tellerförmigen Kakteen der Bodenerosion entgegen. Der Feigenkaktus hilft, die Wüstenrandzonen zu schützen.

Lagerung:

Die reifen Kaktusfrüchte kann man nicht zu lange lagern. Sie halten ein paar Tage im Kühlschrank. Damit sich ihr Aroma gut entwickeln kann, ist es wichtig, sie etwa eine Stunde vor dem Verspeisen herauszunehmen. Sie schmecken dann wegen des hohen Wassergehalts auch nicht eisig.

Inhaltsstoffe - Nährwert - Kalorien:

Welche Vitamine sind in der Kaktusfeige? Im Fruchtfleisch der Kaktusfeige stecken nicht viele Vitamine: vor allem Vitamin C, doch mit 14 mg/100g etwa viermal weniger als bei Erdbeeren mit 59 mg (Zitronen enthalten etwa 50 mg). Andere, gerade noch nennenswerte Vitamine sind Riboflavin (Vitamin B2), Pyridoxin (Vitamin B6), Niacin (ex. Vitamin B3) und Folsäure. Höchstens Spuren von Vitamin E und Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A) sind enthalten.

Magnesium ist mit 85 mg/100g vorhanden und damit im Mittelfeld, denn man würde mit 400 bis 500 g erst den Tagesbedarf decken. Geschälte Hanfsamen aber beinhalten neunmal mehr davon. Vom Mineralstoff Kalium (220 mg) hätten Bohnen achtmal mehr. Der Anteil an Calcium (56 mg) deckt 7 % des Tagesbedarfs pro 100 g und an Phosphor (24 mg) lediglich 3 %. Hingegen ist die Menge an Ballaststoffen in der Stachelfrucht beträchtlich. Sie enthält praktisch kein Fett und nur ungefähr 40 Kalorien pro 100 Gramm.

Wenn man die Inhaltsstoffe mit der Energie vergleicht, ergibt sich ein wesentlich besseres Bild: 100 g Kaktusfeigen decken 2 % der täglichen Kalorienmenge - die Zitrone aber nur 1.4 %. Sie wäre also noch überlegener beim Vitamin C.

Gesundheitliche Aspekte - Wirkungen:

Wie gesund ist die Kaktusfeige? Wenn man andere Websites liest, könnte man die Kaktusfeige als Superfood bezeichnen - im Original tönt das etwa so: Der hohe Vitamin C Gehalt der Kaktusfeige schützt in roher Form gegessen das Immunsystem. Bereits eine Frucht deckt rund ein Viertel unseres Tagesbedarfs an Vitamin C ab. Das Beta-Carotin ist wichtig für die Augen3 und das Immunsystem. Vitamin E ist ein Zellschutzvitamin und hat eine antioxidative Wirkung. Die Realität ist aber anders - wie beim Vitamin C oben erwähnt.

Die Ballaststoffe verbessern die Darmflora und fördern den Darmtransit, ja. Doch liest man dann immer wieder Binsenwahrheiten wie: Kalium hilft, den Blutdruck zu regulieren und ist vor allem für die Herz- und Herzkranzgefässe wichtig. Zudem hilft Kalium, den Mineralstoffgehalt im Körper wieder aufzufüllen, wenn man rekonvaleszent ist. Magnesium ist ebenfalls für die Herztätigkeit unerlässlich und hilft, die Muskeln und Nerven zu steuern. Die Mineralstoffe Phosphor und Calcium sind zusammen ein sehr wichtiger Bestandteil der Knochen und Zähne.

Folat ist im Körper am Wachstumsprozess, an der Zellteilung und Blutbildung beteiligt.4 Den Antioxidantien in der Kaktusbirne spricht man eine krebsvorbeugende Wirkung zu. Zudem kann man bei dieser Exotin eine Blutverdünnung nachweisen.5

Der hohe Fruchtzuckeranteil (Fruktose und Glukose zu gleichen Teilen) verbessert die Aufnahme von Nährstoffen im Körper. Die Kaktusfeige gehört zu den Obstsorten, denen man eine Regulierung des Zuckerstoffwechsels nachsagt. Die Frucht hat einen niedrigen glykämischen Wert und ist gleichzeitig sehr ballaststoffreich, was die Absorption von Zucker verlangsamt.6

Kann man mit Kaktusfeigen abnehmen? Zu Gewichtsverlust kann die Kaktusfeige nur wenig beitragen, doch fördert sie naturnahes Essen. Gesichert ist, dass der Extrakt aus dem Nopal-Kaktus eine blutzuckersenkende Wirkung hat. Das heisst konkret, dass er zu hohe Blutzuckerwerte bei Diabetes Typ-1 senken kann. Das ist eine chronische Störung des Zuckerstoffwechsels, die den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Erwiesenermassen funktioniert Nopal auch bei Diabetes Typ-2.7,8 Der Gattungsname Nopalea ist ein Synonym für Opuntia: Ein Nopal-Kaktus ist also dasselbe wie eine Opuntie.

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Menschen, die Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen, sollten beim Verzehr von Kaktusfeigen vorsichtig sein, da diese nachweislich eine blutverdünnende Wirkung haben. Durch die Oxalat-Kristalle kann es bei manchen Menschen zu einem leichten Brennen auf der Zunge kommen oder der Urin kann sich rötlich färben. Das ist nicht schlimm und geht wieder vorüber.9

Verwendung als Heilpflanze:

Der Feigenkaktus war schon immer eine Heilpflanze der Indianer. Er verfügt über einen hohen Anteil an Pektin. Dieses zerstört das schädliche LDL-Cholesterin und stärkt das schützende, gute HDL-Cholesterin. Das berichten Ernährungswissenschaftler der Universität Arizona. Sie haben auch nachgewiesen, dass der Kaktus zu hohe Triglyzerid-Werte (Blutfette) senken kann.10

Alpha-1-Blocker der Pflanze (nicht der Frucht) docken an die Alpha-1-Rezeptoren der Blase an und können sie so entkrampfen, um Blasenschwäche zu beheben. Zudem gibt es zumindest bei der Opuntia vulgaris Phytosterine, z.B. Beta-Sitosterin, in der Pflanze. Dieser Stoff kommt unter anderem bei benigner Prostatahyperplasie (gutartiger Vergrösserung der Prostata) zum Einsatz.

Volksmedizin - Naturheilkunde:

Heute noch gilt die Wirkung des Feigenkaktus in der volksmedizinischen Anwendung gegen Diabetes. Sein Extrakt senkt zu hohen Blutzuckerwert und kann eine gute Unterstützung bei einer ärztlichen Behandlung darstellen. Neuerdings erlangen Kaktusfeigen dank ihrer bemerkenswerten Inhaltsstoffe auch in Europa zunehmende Aufmerksamkeit als moderne und vielversprechende Nahrungsergänzungsmittel.11 Die Azteken verwendeten eine Rezeptur mit Opuntiensaft zur Behandlung von Brandwunden.

Vorkommen:

Der Feigenkaktus (Opuntia ficus-indica) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Kakteengewächse. Es sind wuchernde Wasserspeicher, die strauchartig eine Höhe von 4 bis 8 Metern erreichen. Auf ihren Areolen (Kurztrieben) wachsen aus befruchteten Blüten die Kaktusfeigen. Der Feigenkaktus gedeiht im gesamten tropischen und subtropischen Klima, einige Kakteen auch im gemässigten Klima.

Seefahrer brachten im 16. Jahrhundert die tropische Kaktusfeige in den Mittelmeerraum. So findet man heute rund um den Vulkan Ätna auf Sizilien angeblich die zweitgrösste Produktionsstätte. Hier züchtet man vorwiegend die gelblich-orange Frucht. Ihr folgen Südafrika, Chile und Argentinien.12,13 Weitere Länder liefern diese Exoten zu unterschiedlichen Zeiten in alle Welt aus.

Anbau im Garten oder als Topfpflanze:

Vor dem Zweiten Weltkrieg war in Westeuropa der Feigenkaktus eine beliebte Topfpflanze (nicht in Deutschland), denn er ist einfach zu halten. Die Pflanze benötigt viel Sonnenschein und kann im Sommer auch draussen gut gedeihen, z.B. auf Balkon oder Terrasse. Man sollte sie jedoch nicht im Regen stehen lassen.

Die Wintertemperatur sollte nicht über 6 °C steigen und nicht unter den Gefrierpunkt fallen. Dann genügt auch ein Keller. Der Boden sollte vor allem unten sandig sein und es darf keine Stehnässe entstehen. Loch im Topf ist zwingend. Beim Gartenfachhandel erhalten Sie Beratung - auch im Internet. Früchte trägt die Opuntia ficus-indica erst ab einer Grösse von ca. 150 cm.

Anbau - Ernte:

Die Kaktusfeigen haben je nach Sorte unterschiedliche Aromen.14 Die Ernte der Früchte findet in verschiedenen Reifezonen zu unterschiedlichen Zeiten statt. Die Fruchtpflücker haben eine harte Aufgabe, denn sie drehen die Früchte von den teilweise baumgrossen Kakteen ab. Dabei leidet die Frucht, wenn die Bruchstelle Risse bekommt, und kann schneller verderben.

Verwechslungsgefahr:

Die Opuntia humifusa kann man leicht mit der Kaktusfeigenpflanze (Opuntia ficus-indica) verwechseln. Dabei handelt es sich um eine fast liegende Opuntienart mit essbaren Kaktusfeigen und mit elf verschiedenen Synonymen. Sie wächst sowohl mit und ohne (lange) Dornen. Die Pflanzen blühen mit meist gelben Blüten von Juni bis Juli und geben später rötliche Früchte ab. In Amerika kommt die Opuntia humifusa von der kanadischen Grenze bis nach Nordmexiko vor und die Prärie-Indianer der Stämme Dakota und Pawnee verwenden deren geschälte Triebe zur Wundbehandlung. Gemäss Wikipedia benutzen die Lakota sie, um Schlangenbisse zu behandeln und die Nanticoke setzen sie zur Heilung von Warzen ein. In Europa eingebürgert wächst die Opuntia humifusa winterhart sogar bis in den Schweizer Alpen, wo der Winter nicht zu feucht ist, an sonnigen Standorten mit durchlässigem Boden, wobei sie bis -30 °C erträgt.18

Im Wachstum ähnlich ist auch die Opuntia fragilis, die noch etwas weiter nördlich vorkommen kann. Wikipedia: Die Okanagan und die Secwepemc stellen aus Opuntia fragilis einen Breiumschlag her, um damit Halsschmerzen und andere Schmerzen zu behandeln. Sie essen die Triebabschnitte als harntreibendes Mittel.

Tierschutz - Artenschutz - Tierwohl:

Gemäss dem Fachjournal Environmental Science & Technology soll der Einsatz von Feigenkaktusfleisch wirksam helfen, arsenhaltiges Trinkwasser zu reinigen - mit gleicher Wirkung wie chemische Zusätze. Das ist z.B. wesentlich effizienter als mit Eisensalz alleine. Aufgepasst: Als Zimmerpflanze gilt der Feigenkaktus für gewisse Haustiere als Fresspflanze, z.B. für gewisse Schildkröten. Meistens bestäuben Bienen die Opuntien (auch andere Hautflügler oder Käfer).

Allgemeine Informationen:

Kaktusfeigen (Opuntia ficus-indica) sind keine Feigen, sondern gehören zu den Kakteengewächsen (Cactaceae). Feigen hingegen gehören zu den Maulbeergewächsen (Moraceae). Die Opuntia ficus-indica ist die einzige Opuntienart, die im Mittelmeerraum kultiviert Nutzung findet.15 Die Frucht ist eine Beere. Ursprünglich stammt der Feigenkaktus gemäss Wikipedia wohl aus Mexiko (Mexico).19

In Marokko produziert man Kaktusfeigenöl in sehr aufwendiger Herstellung. Das aus den Samen der Kaktusfeigen gepresste Öl ist von edler, goldgelber Farbe. Für die Gewinnung von einem Liter Öl braucht es eine Tonne Feigenfrüchte.16 Es ist also ein sehr teures Öl.

Die Kakteengesellschaft der drei deutschsprachigen Länder Deutschland, Österreich und Schweiz wählte die Kaktusfeige zum Kaktus des Jahres 2019.19 Kaktusfeigen lassen sich übrigens auch sehr gut vegetativ vermehren.

Alternative Namen:

Die Kaktusfeige nennt man nicht nur Kaktusbirne, Stachelfeige, Stachelbirne oder Stachelfrucht, sondern auch Opuntie und Nopal-Kaktus - und zum lateinischen Namen gibt es zahlreiche Synonyme. Englisch nennt man die Früchte prickly pears (Indian fig opuntia, Barbary fig, cactus pear, and spineless cactus), auf Spanisch heisst die Frucht tuna (auch higo chumbo), die Pflanze nopal. Doch auf den Kanarischen Inseln nennt man die Frucht higo pico.

Den Kaktus hat man zumindest früher vor allem auf den Kanarischen Inseln zwecks Züchtung der Scharlach- oder Nopal-Schildlaus (Cochenillelaus) angebaut. Auch ist er wild überall anzutreffen. Die weisse Schildlaus verwendete man oft zur Herstellung der roten Farbe Karmin für Lippenstifte. Es gibt das Karminrot (meist aus Peru) unter E 120 als zugelassenen Lebensmittelfarbstoff. Aber auch für die Verarbeitung in farbigen Getränken (Campari) oder in Süssigkeiten ist Karmin wichtig.17 Die Züchtung der Cochenilleschildlaus gelingt auf den Arten Opuntia atropes, Opuntia cochenillifera, Opuntia ficus-indica, Opuntia hyptiacantha, Opuntia jaliscana, Opuntia megacantha, Opuntia pilifera und Opuntia tomentosa.20

Literatur - Quellen:

  1. Vilgis TA, Vierich TA. Aroma Gemüse. Der Weg zum perfekten Geschmack. Stiftung Warentest;2017.
  2. Brücher H. Tropische Nutzpflanzen. Berlin:Springer-Verlag;1977.
  3. pro-retina.de /forschungsfoerderung /wissenschaftliche-beratungsgremien /empfehlungen/
  4. Apotheken Umschau Kaktursfeige.
  5. Wolfram R, Budinky A, Efthimiou Y, Stomatopoulos J, Oguogho A, Sinzinger H. Daily prickly pear consumption improves platelet function. PubMed. Jul;2003. PMID 12878452.
  6. gesundheit.com Kaktusfeige.
  7. heilpflanzen.ch feigenkaktus.
  8. diabetesschweiz.ch diabetes.
  9. exotenfrucht.de kaktusfeige.
  10. heilpflanze.ch nopal.
  11. biochemie.de von Stefanie Goldscheider.
  12. Linné C. Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm:1753. S. 468.
  13. Miller P. Gardeners Dictionary. 8. Auflage, London:1768.
  14. rohkostwiki.de Kaktusfeige.
  15. Carmen Sáenz et al. Agro-industrial utilization of cactus pear. Food and Agriculture Organization of the United Nations. Rom:2013; S. 21.
  16. t-online.de Kaktusfeige - alles zur gesunden Pflanze.
  17. wir-essen-gesund.de Karmin Farbstoff aus Läusen.
  18. Wikipedia Opuntia humifusa.
  19. Wikipedia Opuntia ficus-indica.
  20. Wikipedia Cochenilleschildlaus.

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