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05.07.2003 22:36:00
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3 Warum Rohkost?

Gründe für und gegen Rohkost: Oft führen Krankheit oder Fettleibigkeit zu Rohkost. Dabei kann man ungesunde Irrwege begehen, wie bei jeder Kostform.
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Bei dieser Artikelfolge ist das Zurückgehen zum vorherigen Beitrag mit obigem Link möglich, z.B. falls Sie direkt per Suchmaschine hierher kamen. Siehe auch den Link zum nächsten Text. Diese zehn zusammenhängenden Texte bezüglich Rohkost überarbeitete ich 2014. Alle anderen Texte entstanden neu.

Zusammenfassung

Sie finden einige Argumente für den Einstieg in das Thema Rohkost. Dabei bespreche ich auch fragwürdige Gründe. So erkennen Sie, dass für allerlei Behauptungen Tür und Tor geöffnet sind. Eine systematische Untersuchung würde Bände füllen. Hier folgt das Wichtigste.

Für Rohkost sprechen gute Gründe, die analytisch herleitbar sind und solche, die als Synthese einfach vorliegen. Mit Analyse bezeichne ich z.B. die untersuchten Tatsachen von Maillard-Reaktionen, die zu Entzündungen innerhalb der Zellen führen und damit Krebs begünstigen. Nur eines davon ist das Acrylamid in erhitzten Lebensmitteln, besonders in stärkehaltigen, wie Pommes Frites oder Kartoffelchips.

Hamburger Sandwich. Bild: "Ericd" in der englischsprachigen Wikipedia.

Alleine in stark erhitzten Kartoffeln fand Maillard etwa 450 verschiedene Verbindungen von Molekülen und nur eines davon bekam 2002 allgemeine Bekanntheit als Acrylamid ... Gerade auch die Maillard-Moleküle verführen uns zum Gerösteten, was die Nahrungsmittelindustrie natürlich voll ausnutzt. Siehe Buchbesprechungen zu Salt Sugar Fat oder zu Lügen Lobbies Lebensmittel.

Alle Bilder sind auf gross klickbar, danach sind sie auch wechselbar.

Allerdings dürfen wir nicht alle Folgerungen übernehmen, die Rohkostkreise daraus schliessen. Oder doch? Analyse in unserem Sinn sind detaillierte Untersuchungen. Die Resultate bzw. Schlussfolgerungen daraus müssten dann aus praktischen Versuchen hergeleitet oder bewiesen sein. Eine negative Vorspannung gegenüber Rohkost, wie in der Giessener Rohkost-Studie, wäre ebenso falsch wie eine positive, z.B. die Behauptung "Rohkost ist das einzig Richtige".

Vor allem direkte Zusammenhänge zwischen Ernährungsform und Gesundheitszustand sind gefragt. Dazu gehört auch die Analyse der Inhaltsstoffe in Bezug zum Bedarf des Menschen. Überall dort, wo signifikante Unterschiede beliebig wiederholbar sind, gilt die Schlussfolgerung aus Analyse, Versuchsreihe und Synthese bzw. Erkenntnis daraus. Das ist oft ein schwieriges Unterfangen.

Alter Popkorn-Stand in New Ulm, USA, Photo Schulke, ca. 1975, flickr commons.

Alter Popkorn-Stand in New Ulm, USA.                                     

Photo Schulke, ca. 1975, flickr commons.

Nun zu meiner obigen Aussage: "kann als Synthese vorliegen". Damit will ich zeigen, dass nicht nur Analyse, sondern auch Logik gewisse Schlussfolgerungen zulassen. Beispielsweise ist klar, dass die nicht domestizierten Tiere Rohkost fressen. Auch wissen wir, dass die Vorgänger des Menschen (nicht die Urahnen) während Millionen von Jahren nur von Rohkost lebten.

Wir wissen zudem, dass eine vollzogene genetische Anpassung (evolutionäre Anpassung, Selektion, Evolution - siehe dazu auch Geochronologie) Hunderte von Jahrtausenden oder Millionen von Jahren dauert. Und wir wissen, dass wir das Feuer wohl vor einigen Hunderttausend Jahren entdeckten, doch erst seit relativ kürzerer Zeit regelmässig für die Zubereitung unserer Nahrung benutzen.

Auch für die Zusammensetzung der frühen gekochten Kost existieren falsche Vorstellungen. Weil die Anteile von Früchten und Gemüsen schneller verrotten, fanden Forscher nur Knochen an Feuerstellen früherer Zivilisationen. Das führte sie zu falschen Schlussfolgerungen, die z.T. heute noch gelten.

Das ist vergleichbar mit dem prähistorischen Riesen-Laufvogel Gastornis, den die Wissenschaft als 175 kg schweres Fleisch fressendes Monster oder Terrorvogel betrachtete. Erst 2013, mit der Feststellung der Isotopenverhältnisse, fand ein Umdenken statt. Aber trotz klarer Beweise winden sich die früheren Anhänger der Fleischtheorie - so wie beim Menschen.

Diese und andere Kenntnisse bestärken uns, dass Rohkost die "richtige Ernährungsform" auch für den Menschen wäre. Aber erst wenn wir die positiven Auswirkungen in der Praxis zeigen, ist diese "direkte Synthese" bzw. dieses "logische Wissen" vermittelbarer.

Mir scheint sehr wichtig, dass wir einerseits einzelne Gründe analysieren und andererseits das Vorbild Natur zuziehen. Wir erhalten dann ein Resultat, das "beiden Arten von Synthesen" entspricht. Nur damit bauen wir auf sehr festem Grund auf - auch wenn die ganze Gesellschaft das nicht mitträgt und gewisse Kreise aus Ignoranz, Tradition, Glauben oder wegen Interessenvertretung sich vehement dagegen stellen.

Die Idee, Rohkost sei gut und wichtig für den Menschen, bleibt so nicht nur These. Sie stammt dann nicht einfach aus Jumping to conclusions (engl.), sondern ist wahr und nachvollziehbar.

In den USA ist Rohkost für die Medizin nicht mehr ein grosses Angstthema. Grosse epidemiologische Untersuchungen zeigen Vorteile von Rohkost. Bücher von Ärzten kommen nun vereinzelt auch zu uns, die klar aufzeigen, dass eine radikale Ernährungsumstellung das Krebsrisiko stark vermindert und Heilungen ermöglicht. Dabei sind schulmedizinisch denkenden Ärzte gemeint. Darüber erfahren Sie in einem weiteren Kapitel mehr.

Hippokrates meinte: "Deine Nahrung soll deine Medizin sein."

Bei den meisten Medikamenten sind die ursächlichen Zusammenhänge zur Wirkung nicht vollständig klärbar. Es gibt zu viele Parameter bei einer Krankheit. Oft tritt eine Krankheit aus mehreren Gründen auf. Jeder Mensch ist genetisch anders und deshalb reagiert er auch individuell. Viele Medikamente dienen nur der Symptombekämpfung - z.B. Betablocker oder ACE-Hemmer bei Arterieller Hypertonie (Bluthochdruck, Hypertension). Besser ist es, solche Zustände durch richtige Ernährung zu vermeiden.

Medikamente führen auch zu Nebenwirkungen und Langzeitschäden. Bei Rohkost hingegen ist aufzeigbar, dass bei zahlreichen und klar definierbaren Beschwerden oder Krankheiten Rohkost nicht nur als Symptombekämpfung wirkt, sondern ursächlich. Speziell bei Bluthochdruck, "einer der vier grossen Risikofaktoren" für Hirnschlag, Herzkreislaufkrankheiten und frühzeitigen Tod, zeigt sich die grosse Wirkung veganer Rohkost innerhalb von 14 Tagen.

Medikamente in Kapseln und Nebenwirkungen von Medikamenten, Foto Tekke, Berlin, flickr.

Fragen Sie Ihre Eltern, an was sie leiden und was für Medikamente sie täglich nehmen ... Ist das auch Ihre Zukunft?

Medikamente in Kapseln und Nebenwirkungen von Medikamenten, Foto Tekke, Berlin, flickr.

Warum Rohkost?

Menschen steigen aus verschiedensten Gründen auf Rohkost um: Nebst Krankheiten stehen ökologische oder religiöse Gründe im Vordergrund. Die Umgebung "verzeiht" diese Kostform meist nur, wenn Krankheit oder Fettleibigkeit vorliegt und RohköstlerInnen damit auch Resultate zeigen. Hingegen Rohkost als Zwischenmahlzeit wäre "in", niemand müsste seine Ernährungsweise überdenken ...

So stellt sich wohl kaum jemand um, weil er oder sie sich fragt: "Warum kochen wir denn unsere Nahrung, wenn kein anderes Lebewesen das tut?" Es kommen sogar absurde Vorstellungen aus der Wissenschaft, dass das Kochen uns zum grossen Hirn verhalf. Dabei ist es umgekehrt: Erst das grosse Denkhirn vermochte die panische Angst vor dem Feuer zu relativieren.

Schliesslich lernte der Mensch ein Feuer zu entfachen und zu kontrollieren. Erst nach weiterer zufälliger Erfahrung lernte der Mensch das Feuer auch zum Kochen und Braten zu benutzen. Aber auch das ist nicht sicher, denn es ist möglich, dass der Mensch schon früher durch Busch- oder Waldbrand gestorbene Tiere verzehrte.

Wir alle sind gefangen von unserer Umgebung, unseren Mitmenschen. Wir tendieren von ganz klein an dazu, das anzunehmen, was wir vorgelebt bekommen - bis hin zu obskuren Ansichten und Lebensformen oder Extremismus.

Kurz: Wir verhalten uns ähnlich wie Herdentiere oder Lemminge (im Sinn von Walt Disney) und plappern gerne unkritisch nach, was uns die Regenbogenpresse, das Fernsehen oder das Radio vermittelt. Das führt als Positivum auch zu einer Verhaltensökologie.

Zuvor sind wir durch unsere Eltern vorgespurt. So ist nicht verwunderlich, wenn wir mit Rohkost als Ernährungsform (alternative Ernährung) bei den meisten Menschen auf Missbilligung stossen.

Ich höre schon den Einwand: "Ja woher erhältst du dann deine notwendige Kohlehydrate?" (Kohlenhydrate) oder "das Eiweiss?". Das vernehmen Sie nicht nur von Laien, obwohl die Antwort ganz einfach ist. Und: Besonders in "guten", sprich fetten Zeiten, sind wir mehr und mehr abhängig von unseren Trieben und damit auch von unserem Gaumen bzw. unserer gustatorischen Wahrnehmung - egal ob das dem Körper gut tut oder nicht.

Lesen Sie in der Buchbesprechung über Sugar Salt Fat oder in der Besprechung zu Lügen Lobbies Lebensmittel über die Hintergründe des Zusammenspiels von Nahrungsmittelindustrie und Politik.

Warum sollten wir etwas tun, was anscheinend weniger genussvoll ist? Die Medizin erlaubt uns ja ein um viele Jahre längeres Leben als früher. Dem ist zu entgegnen: viele Menschen ab 60 Jahren leben bereits beschwerlich. Zu oft und zu früh unterliegen sie gesundheitlich bedingten Einschränkungen. Diese zeigen sich aber selten für Aussenstehende.

Fettleibigkeit bzw. Adipositas heisst in 99% der Fälle falsche Ernährungsweise. Foto Jack Delano.

Fettleibigkeit bzw. Adipositas bedeutet in mehr als 99% einfach falsche Ernährungsweise und/oder viel Süssgetränke.

Photo: Jack Delano (1914-1997), Fotograf, flickr, commons. Poster for a side show at the Vermont state fair, Rutland (LOC), September 1941.

Ist das einfach Schicksal? Ist auch Übergewicht oder gar Adipositas schicksalsbedingt? Oder ist unser Körpergewicht konjunkturabhängig? Prüfen Sie Statistiken über die Todesursachen. Wenn Sie ein wenig weiter denken und diese Resultate mit den Todesursachen von "wilden" Tieren vergleichen, sind weitere Schlüsse angesagt.

Dazu kommt die Frage: "Warum erleben wir die zweite Lebenshälfte meist nicht als gesund und aktiv, also als wenig genussvoll?" Immerhin weiss die Wissenschaft, dass die genetische Lebenserwartung des Menschen um die 120 Jahre beträgt! Zunehmend vernehmen wir von grossen Untersuchungen in den USA.

In den USA veränderten einige führende Ärzte ihre eigene Ernährung radikal, um ihr Risiko für das Prostatakarzinom (Prostatakrebs) massiv zu verringern. Da schreibt z.B. Dr. med. Bob Arnot: "Ich sah ein grosses Geheimnis ans Licht kommen - die Ernährung als eine der wichtigsten Methoden, sich vor Prostatakrebs zu schützen." [252-14]

Dabei suchte er ursprünglich nur nach einer Methode, um seine mit hohem Brustkrebsrisiko lebende Frau zu schützen. Er und andere Ärzte in den USA, die sich sonst nicht für Alternativmedizin bzw. Komplementärmedizin interessieren, schreiben auch über Krebsheilungen bei radikaler Kostumstellung.

Sicher kann Rohkost nicht all Ihre Beschwerden wegzaubern. Beschwerden, die Sie vielleicht während 50 Jahren oder mehr erwarben. Also, was bringen Rohköstler für Argumente, wenn sie diese Kostform über längere Zeit und nicht nur als vorübergehende Diät befolgen?

Gesundheitliche Gründe

Meine eigenen Gründe ersehen Sie aus anderen Texten. Damit behaupte ich nicht, dass Krebs generell mit Rohkost heilbar ist. Allerdings erlangen mit Rohkost zahlreiche Personen die Gesundheit wieder. Entsprechend hoch ist darum der Anteil an Autoren, die für die Umstellung gesundheitliche Gründe nennen.

Rohkost vegan in einem Restaurant in Seattle:  Spaghetti aus Kelp Algen.

Ein rohes veganes Gericht, Restaurant in Seattle, Washington. Es nennt sich zwar nur "mostly raw". Foto von Rafael Järmann, "Rohkost-Coach", 27.1.2008. Bemerkung: "The "pasta" was made from kelp algae, topped with some carrot slices and the purple things are onions. It was quite yummy...especially with the curry sauce."

Auch aus der Giessener Rohkost-Studie ist zu entnehmen, dass Rohköstler vor allem Gesundheitsgründe als Motiv für ihre Kostform angaben, wie übrigens anders essende Vollwertköstler auch [217-66]. Bei dieser wissenschaftlichen Studie assen die Teilnehmer vorher immerhin im Durchschnitt während 3,5 Jahren Rohkost und sie sind noch immer der Ansicht, dass Rohkost ihnen mehr Gesundheit gab. Das ist kein Beweis, sondern kann eine Täuschung sein. Das anfängliche Motiv gab Ihnen Gewissheit.

Aber: Auch unsinnige Kostformen in jede Richtung kommen vor. Meist propagieren das Institute, Bücher oder Produkte - also ein Erwerbszweig. Es sind dann Gesundheitsberichte zu lesen, wie z.B. in [47] oder Abnehmberichte wie bei Atkins. Diese Fleischkost kann Personen mit zu viel oder falschen Pilzen im Darm durchaus Vorteile bringen. Oder erzielt Gewichtsverlust. Beides zu Lasten der langfristigen Gesundheit.

Somit sind einige "spezielle" Kostformen für einige Personen doch nicht unsinnig - sofern nur vorübergehend und mit Wissen gepflegt. Allerdings führen sowohl subjektive Betrachtungen des eigenen Gesundheitszustandes und Erwartungshaltungen zu positiven Antworten, als auch der "Glaube daran" zu objektiven Verbesserungen.

Was auch immer Sie glauben oder tun, wir dürfen den Placebo-Effekt nicht unterschätzen. Der Glaube an etwas hilft, auch wenn kein Wirkstoff vorkommt. Nach allem, was ich bei kritischer Betrachtung erfahren und sehen konnte, darf ich bestätigen, dass vegane Rohkost ganz gewaltig auf die Gesundheit wirkt. Glaube und Placebo-Effekt halten da nicht mit. Die Zellen sind von den Maillard-Molekülen verschont. Das alleine zeigt mit der Zeit schon zahlreiche Leistungsverbesserungen der Organe und des Körpers.

Weitere stichhaltige Gründe finden Sie später erklärt. Hier nur einige gute und einige zweifelhafte Gründe: Warum reagiert ein kranker Körper oft mit "Appetitlosigkeit"? Warum verursachen einige Krebsformen die instinktive Ablehnung von Produkten mit eher konzentrierten Maillard-Molekülen? Gemäss [224-6] wurden allein in der Villinger Schwarzwald-Klinik "in den Jahren 1984 bis 1991 über 5000 Patienten von schwersten Allergien befreit, und das hauptsächlich durch Fasten und lebendige Pflanzenkost.

"Viele dieser Patienten ernähren sich auch heute noch so. Sie sind gesund, glücklich und zufrieden." Weiter geht es: "Im Institut für Biologische Medizin, Villingen, wurden seit 1983 zahlreiche Krankengeschichten dokumentiert, die beweisen, dass vegane Rohkost viele chronische Krankheiten lindern, ja sogar heilen kann." [224-10]

Jede Kostform bringt Dankesbriefe und Erfolgsmeldungen. Die Glaubwürdigkeit müsste ein solches Institut mit einer alle Fälle umfassenden Statistik erbringen. Denn ohne ist das nur sehr bedingt als wahr oder glaubwürdig aufzunehmen.

Alte Packung natürliche Gewürze von Thomas Wood & Co, Boston, USA (Wood's). Bild Miami Uni.

Alte Packung pflanzlicher Gewürze importiert und verarbeitet durch Thomas Wood & Co, Boston, USA (Wood's).

Bild Miami Universitäts Bibliothek.

Die Klinik nennt folgende Nachteile bei Verzehr tierischer Produkte:
Fäulnisprozesse im Darm mit Bildung von Ammoniak, Schwefelwasserstoff, Indol, Skatol, Mercaptan (Thiole), Thioether (nicht Thioäther) mit Belastung der Leber durch obige Substanzen, Lympfbelastungen, Allergien, Entstehung von Krebs, Eiweisspeicherkrankheiten wie Arteriosklerose und Rheuma, Morbus Boeck (Sarkoidose), Diabetes, Herzinfarkt (Myokardinfarkt), Apoplexie (Schlaganfall), Bluthochdruck (arterielle Hypertonie), Gicht und Infektanfälligkeit. In diesem Zusammenhang ist Diabetes für mich fraglich.

An anderer Stelle gehe ich auf Faktoren ein, die im oft erwähnten Satz gipfeln: "Leben kann nur aus Leben entstehen, aus abgetöteter Nahrung kann nur Tod entstehen." Hier ist noch Prof. Dr. Eberhard Schmitt von der Universitäts-Kinderklinik Düsseldorf zitiert: "Bei Muttermilch gibt es keine Stoffwechselüberlastung der noch unreifen Stoffwechselorgane wie Leber oder Niere, wohl aber bei Kuhmilch ...".

Was entsteht wohl daraus?: Die meisten Menschen wissen heute nicht, dass Forscher die sogenannte "lebende Makromoleküle" (LM) postulieren oder evtl. vermeintlich entdeckten. Dies sind nach ihnen kleinste Zellen, chemisch verschieden strukturierter Bausteine pflanzlicher und tierischer Natur. Diese sollen sich nach deren Zerfall z.T. einer Mineralisation entziehen und das Lebensprinzip weiter aufrecht erhalten.

Schon 1675 meinte der französische Physiker Denis Papin dass das von verschiedenen Kollegen gesuchte "Lebenselixier" mit dem Dampf entweichen muss [G. Speicher: "Ihrer Zeit voraus", Düsseldorf 1967]. Der Arzt W. Harless formulierte das in seinem Buch von 1977 etwa so: "Ob bestimmte Stoffe als Urquell alles Lebendigen mit der Nahrung aufgenommen werden können, lässt sich wissenschaftlich noch nicht erfassen. Vieles spricht dafür, dass es so ist."

Das Thema LM popularisierte wohl W. Ostertag in [33]. Er erklärt, dass Dr. B.S. Frank 1979 mit seiner RNS und DNS-Diät als auch K. Allgeier mit seiner "Enzymtherapie" (1978) zu einer guten Anwendung gekommen seien. Bei seinen Beispielen weist Ostertag auf "unberührte Naturvölker" hin. Das sind die Eskimos (indigene Völker), Buschmänner bzw. San in Südafrika, Hunza bzw. richtig als Hunzukuc bezeichnet, Botokuden im brasilianischen Hochland und die Lappen (bzw. Samen) in Nordfinnland.

Diese sollen in ausgezeichneter Gesundheit und frei von Zivilisationskrankheiten leben oder gelebt haben. Allerdings vergisst er dabei, dass die Abgeschiedenheit diese Völker vor zahlreichen wohl lebensverkürzenden Infektionskrankheiten schützte. Dazu kommt, dass z.B. Eskimos mit ihrem grossen bzw. fast ausschliesslichen Verzehr tierischer Produkte ein sehr kurzes aktives Leben aufweisen.

Schmackhafte Rohkost fertig zum Kaufen: Foto Robert Lee, roboppy von 2005.

Schmackhafte Rohkost fertig zum Kaufen. Sieht zwar vielfältig und gekocht aus, ist aber roh und gleichzeitig so fein wie Delikatessen.

Klicken Sie die Fotos gross!

Foto Robert Lee, roboppy 2005 bei flickr.

Wandmaker meint wörtlich in [234-32]: "Ein Mensch, der nur Fleisch isst, stirbt nach 21 Tagen." - was sollen Sie nun glauben? Ostertag schreibt: "Für den Schulwissenschaftler ist Leben das Produkt bis jetzt noch nicht ganz geklärter chemischer Abläufe im Rahmen eins Zellverbandes, beginnend mit dem Elektronenaustausch zwischen Atomverbänden und gebunden an die Anwesenheit von Aminosäuren bzw. Eiweiss:

ohne Zelle und ihre chemisch definierbaren Informationsträger kein Leben. Wenn allerdings stimmen würde, dass LM nur im Zellverband gebildet werden können, dieser aber, wie niemand bezweifelt, sich aus LM zusammensetzt, dann wäre dies nach Prof. Eisenstein eine ebenso unsinnige Behauptung, wie die sinnlose Frage, wer zuerst da war: das Ei oder die Henne."

Vor allem für Esoteriker "ist alle tote und belebte Materie lediglich die Manifestation von Impulsen aus anderen Seinsebenen", also weder an Zellen, Moleküle oder Atome gebunden (Feinstofflichkeit, Feinstoff- oder Ätherkörper, Energiekörper). Für diese Arbeit distanziere ich mich hier vom Gedankengut verschiedener Esoteriker - ohne Werweissen zu wollen, wer im Recht ist. Ich würde mir gerne Sachen beweisen lassen, denn ich bevorzuge Fakten.

Und doch: Gerne gehe ich eine Wette ein und bezahle 25'000 Franken wenn jemand bei mir beweisen kann, dass er oder sie von Lichtnahrung lebt. Dazu biete ich Unterkunft, Gespräch, Bewegung etc. Der Einsatz der Person ist 2500 Fr., also 10 % der Wettsumme. Die Übernachtungen bei uns übernehme ich ohne Kostenfolge. Schizophrenie ist für mich hier die Ursache. Solche Personen sind dann der festen Überzeugung, dass sie so leben.

Auch wollte ich das Thema nicht verschweigen, sonst klinge ich für solche Anhänger unglaubwürdig, da sie annehmen würden, ich hätte keine Kenntnis über diese Themen.

So oder so falle ich natürlich bei Anhängern der Lichtnahrung durch. Für einige Anhänger von Rohkost bilden "Impulse aus anderen Seinsebenen" das wichtigste Kriterium für Rohkost. Das ist wieder eine ganz andere Sache.

Dass als Rohköstler wichtig sei, gewisse Teile von möglichst wild lebenden Pflanzen roh zu essen, ist grundsätzlich nachvollziehbar. Weil ich mehr für Breitensport als für Spitzensport plädiere, verweise ich Leute, die eine extreme Kost probieren wollen, auf entsprechende Literatur - z.B. auf Ann Wigmore. Sie zeigt einen gangbaren Weg.

Bananen: Inspektion 1940 in Baltimore, Maryland, USA. Gen Photo File, compiled 1885 - 1944 FDA

Bananen für die Inspektion in Baltimore, Maryland, USA.                

Foto Government: FDA Juni 1940.

Ich möchte einen etwas breiteren Weg aufzeigen, denn Rohkost ist schwierig genug. Meinen mehr generellen Überlegungen zu folgen, kann eine sehr grosse Herausforderung sein. Wenn Sie später der Überzeugung sind, eine eingeschränktere Kostform sei für Sie besser, lässt sich - mit dem hier erhaltenen Wissen und der praktischen Erfahrung - das immer noch realisieren.

Sie kennen nach der Lektüre auch die möglichen Fehlerquellen solcher Ernährung. Wohl befassen sich bis jetzt vor allem Esoteriker mit "lebenden Makromolekülen" (LM). Doch ist dies ein anderes Thema als das der "Feinstofflichkeit", das ich hier nicht aufnehme. Siehe aber unter Transport von Stoffen, Energie und Information im Körper inkl. der bekannten Makromoleküle.

Der Dozent Dr. H.P. Rusch suchte den eigentlichen Lebensprozess weder in einem noch nicht exakt nachweisbaren feinstofflichen oder subatomaren Bereich, noch erst ab Zellniveau, sondern dazwischen im makromolekularen Bereich und nennt diese Stoffe "Mikrosomen".

Interessanterweise kommen 1976/78 auch R. Dawkins [56] und andere Publizisten auf ähnliche Schlüsse. Auch wenn Ostertag einigen Irrtümern unterliegt, so etwa bei der Behauptung, dass "der menschliche Körper zwar Vorratslager für Zucker und Fett besitzt, aber keines für Eiweiss" [33-54], ist das kleine Buch doch gespickt mit einer Vielzahl guter Argumente, weshalb Rohkost ganz anders wirkt als erhitzte Nahrung. Diese Argumente sind anders als das Argument der Maillard-Moleküle (Maillard-Reaktion).

Zum angeblich "fehlenden Vorratslager für Eiweiss": Der Stickstoffpool (Schoenheimer 1939) an Proteinen ist eine Mischung der Komponenten, die teils aus der Nahrung, teils aus dem Gewebeabbau stammen und die der Organismus (Biomasse) als Material für den Gewebeaufbau (Gewebe) verwendet (Aminosäuren und wenig an Ammoniumsalzen). [31-259, Bd I/I]

Die Halbwertszeit der Körperproteine beträgt 80 Tage N-Pool oder 514mg pro kg Gewicht pro Tag. Bei einem Mann von 70 kg sind das 11 kg. Nötig sind 10 Tage Veränderung der Eiweisszufuhr, bis der Pool wieder im neuen Gleichgewicht ist. Auf die Argumente für möglichst naturnahe Bestandteile oder auf die von Prof. Schuphan 1960 und 1977 postulierten "Aktivzonen" näher einzugehen, führt hier zu weit.

Wichtig ist lediglich, zu verstehen, dass einige Menschen mit wahrscheinlich guten Argumenten weiter gehen als zu "gewöhnlicher Rohkost". Zudem bin ich der Meinung, dass Rohkost bei einer Lebensumstellung nur einer der Pfeiler ist. Unter dem Titel "Leben tanken" gehe ich an anderer Stelle näher auf das ein.

Buch-Titel: "Die Neue Salatekueche", Rohkost-Buch, Naturalis Verlag 1989. Buch-Titelseite: "Die neue Salateküche", Rohkost-Buch, Naturalis Verlag 1989.

Damit Sie in der Lage sind, sich womöglich später nach Ihrer "eigenen Philosophie" zu richten, finden Sie weiter unten eine kurze Beschreibung verschiedener gängiger Richtungen von Rohkost. Natürlich stimme ich grundsätzlich mit der Anforderung "Naturnah und Frisch" überein. Meine Empfehlungen: Bevorzugen Sie Lebensmittel aus kontrolliertem Bio-Anbau!

Nur ein Gedanke dazu: Pflanzliche Nahrungsmittel sind reich an bioaktiven Substanzen. Dazu zählen unter anderem die grosse Gruppe der sekundären Inhaltsstoffe (u. a. Farb-, Geruchs- und Geschmacksstoffe) und Ballaststoffe. Bioaktive Substanzen sind zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses gerückt, da sie - neben den primären Pflanzenstoffen sowie Vitaminen und Mineralstoffen - wesentlich die Qualität von Gemüse bestimmen.

Sie sind gemäss zahlreichen epidemiologischen Studien förderlich für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden des Menschen. Langsam erfährt das auch die Allgemeinheit: Bioaktive Substanzen bzw. Sekundäre Pflanzenstoffe aus dem regelmässigen Verzehr von Gemüse senken unter anderem das Risiko von Herz-Kreislauf-, Krebs- und Infektionserkrankungen.

Brokkoli als Beispiel

Eine EU-weite Verbraucherumfrage bei über 14'000 Personen ergab, dass das Entscheidungskriterium zum Kauf von Nahrungsmitteln bei 8 % der Befragten der Geschmack und bei 32 % der gesundheitliche Aspekt ausmacht.

Man schätzte damals, dass bis ins Jahr 2015 ca. 16 bis 18 % der jetzigen Arzneimittelausgaben für natürliche Heilmittel entfallen. In diesem Markt kann auch Gemüse eine Rolle spielen. Dazu ist notwendig, den Einfluss von Umwelt- und Anbaumassnahmen auf den Mineralstoff- und Vitamingehalt sowie die "sekundären Pflanzenstoffe" zu untersuchen.

Dies unternimmt z.B. das Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Grossbeeren/Erfurt e.V. (IGZ). Brokkoli ist besonders reich an verschiedenen bioaktiven Substanzen. Kultur-und Anbaumassnahmen wie Sortenwahl, Anbauzeitraum und Düngung sind wichtige Parameter. Diese Kriterien bestimmen Gehalte an bioaktiven Substanzen ohne gentechnische Verfahren. [bmvelforschung.de, Beitrag nicht mehr erreichbar]

Buch-Rückseite: "Die Neue Salateküche", Rohkost-Buch, Naturalis Verlag 1989. Buch-Rückseite: "Die Neue Salateküche", Rohkost-Buch, Naturalis Verlag 1989.

Ökologische Gründe

Man benötigt keine Energie für einen Kochprozess und verschmutzt die Umwelt weniger durch Abwaschmittel. Der persönliche Grundumsatz sinkt und die natürliche Barriere hindert den Menschen, sich zu "völlen". Vor allem essen Rohköstler oft kein oder sehr wenig Fleisch oder Fisch. Und wenn, dann roh. Sie teilen darum viel mit den Veganern.

Die ökologischen Gründe potenziert: Das Leiden der vom Menschen gehaltenen Tiere und das Verhältnis Anbaufläche zu Fleischertrag im Vergleich zu pflanzlicher Nahrungsproduktion. Was wir da tun, ist eigentlich ein Irrsinn. Die meisten Menschen schauen weg oder bleiben davon unberührt.

Nur auf Kosten der Natur (Ökologie) kommen wir zu billigerer Nahrung (Wirtschaft, Ökonomie). So gaben gemäss Evangelische Akademie Loccum bundesdeutsche Haushalte 1960 noch 33 % ihrer Einnahmen für die Ernährung aus - heute noch 16 %. Klar ist: Die Intensivtierhaltung (Massentierhaltung) und daraus folgende Massnahmen sind nicht alle Gründe für die Halbierung der Lebensmittelkosten.

Schliesslich benötigt die Mast der Tiere Unmengen an Getreide, die aufaddiert ein Mehrfaches an Kalorien liefern, als das Fleisch auf dem Teller. Die Umwandlung der Pflanzenenergie zu Fleisch leistet das Schwein besser als jedes andere Tier.

Im Lauf seines Lebens setzt das Schwein nämlich 35 % der mit der Nahrung zugeführten Energie in Fleisch um. Rinder bringen gerade mal 6,5 % und Schafe 13 %. Auch die Mastdauer beträgt bei Rindern mit 12 bis 14 Monaten einiges mehr als bei Schweinen, die nur 7 Monate benötigen. Ein trauriges, schmerzvolles und kurzes Leben. Gewisse Religionen verbieten das Essen von Schweinefleisch nicht ohne gute Gründe - aber nicht wegen des kurzen und schmerzvollen Lebens dieser Tiere heute.

Pietätsgründe

Durch die BSE-Krise und die Gefahr von Antibiotika-Resten im Fleisch und aus weiteren Gründen reduzierten Menschen ihren Fleischkonsum oder stellten ihn ein. Aber auch gewichtige, altruistisch erscheinende Gründe führen zur Ablehnung von tierischen Produkten. Pietätsgründe (Respekt) führen vor allem Veganer oder auch die weniger strengen Vegetarier an.

Rohkost Restaurant wahrscheinlich in California, Frühling 2013, unser Gericht. Leider schon angefangenes Essen in einem veganen Rohkostrestaurant in San Francisco, Frühling 2013. Die Idee kam mir zu spät, dieses köstliche Essen zu fotografieren. Nun sieht das nicht mehr so appetitlich aus, wie nach dem Servieren. Das Getränk ist ebenfalls pflanzlicher Natur.

Bei Rohköstlern stehen diese Gründe selten alleine da. Wer auch nur ein wenig Mitgefühl (Empathie) besitzt und bewusst lebt, dem muss langsam aber sicher auffallen, dass der Mensch mit Zuchttieren zu oft grausam umgeht. Vor allem die nicht artgerechte Haltung, der Transport und das Schlachten führen zu einem qualvollen Tierleben.

Das ist nicht vergleichbar mit der Jagd unserer Vorväter - auch nicht vergleichbar mit der extensiven Tierhaltung. Diese etwas natürlichere Tierhaltung überlebt heute zum grossen Teil in Drittweltländern; vor allem in Südamerika. Die Menschen verzehrten vor dem Zweiten Weltkrieg keinen so hohen Anteil an tierischen Produkten, wenn wir von Ausnahmen, wie z.B. den schnell alternden Eskimos, absehen.

Nicht ohne Grund sind allerlei mehr oder weniger militante Tierschutzorganisationen entstanden. So kann sich niemand mehr herausreden, er oder sie wüsste von all dem nichts. Auch im Internet zeigen sich lesenswerte Berichte zu diesem Thema. Beispielsweise würden Milchkühe natürlicherweise etwa 20 Jahre leben, doch erleiden diese hochgezüchteten Tiere im Alter von drei bis sieben Jahren wegen Krankheiten oder niedriger Milchleistung die Tötung. Natürlich finden Sie auf Wikipedia unter Hausrind nur eine Alpkuh auf einer schönen Weide und nicht die Wahrheit über die Kuhhaltung.

Damit EU-Subventionen fliessen, erfolgt die Tötung oft schon nach der Geburt - ironischerweise darf dieses Fleisch nicht für die menschliche Ernährung dienen. Eine Kuh ist immer wieder trächtig zu bringen, um Milch zu geben. So erfolgt bei drei von vier Kälbern die Tötung schon nach Wochen (Kalbfleisch) oder sie erhalten einige Monate Mast, um als Rindfleisch zu dienen. Zur Rinderproduktion dieser Link.

Die Milchrassen sind so hochgezüchtet, dass öfters Antibiotika einzusetzen sind. In den USA ist das sogar ein Dauerzustand für Schlachttiere. Die Zustände bei den Legebatterien (Geflügelproduktion) oder Hähnchenzuchten kennen Sie wohl - und auch die bei der Schweineproduktion. Gemäss einer TV-Sendung des wdr.de leben Hähnchen nahezu ausschliesslich in so genannter "intensiver Bodenhaltung" (Intensivtierhaltung).

Diese Hybridhühner sind für besonders schnelle Fleischproduktion gezüchtet und leben nur ca. 30 Tage

Aus Wikipedia: "Es ist in der Mast üblich, Ställe nur einmal vor der Einstallung einzustreuen. 'Dies bedeutet, dass sich der Kotanteil in der Einstreu im Laufe des Mastdurchgangs ständig erhöht und die Hühner gegen Ende der Mast vornehmlich auf ihren eigenen Ausscheidungen stehen bzw. liegen'."  Foto USDA, PD.

Das sind oft um die 30'000 Tiere in geschlossenen, fensterlosen Ställen, mit bis zu 24 Hähnchen pro Quadratmeter. Nach 35 Tagen endet das freudlose Leben der Tiere auf dem Schlachthof. Auch Eier und Eiprodukte sind immer beliebter geworden: Während das deutsche Durchschnittshuhn im Jahr 1951 nur rund 120 Eier pro Jahr legte, beträgt der Ertrag im kurzen Leben von ca. 18 Monaten heute etwa 300. Siehe Hybridhuhn.

Es ist nicht ganz einfach mit Kochkost reiner Vegetarier oder gar Veganer zu sein. In zahlreichen Fertigprodukten verbergen sich tierische Anteile. Aber auch andere Substanzen wie Geschmacksverstärker aus Mononatriumglutamat (keine Kritik bei Wikipedia) oder Gelatine in vielen Süssigkeiten, Puddings, Quarks, Joghurts und natürlich in Gummibärchen.

Religiöse Gründe

Viele Religionsstifter postulierten Rohkost. Und: Die natur- oder gottgewollte Sexualität war bei ihnen kein Negativthema. Soll der "Baum der Erkenntnis" gar nicht auf unsere Sexualität weisen, was uns alte, impotente Männer weismachten, sondern auf das Kochen und Braten von Lebensmitteln?

Wikipedia by NuageCafe: Rohkost vegan (ohne Fleisch) als Thanks-Giving-"Turkey", USA. Wikipedia by NuageCafe: Rohkost vegan (ohne Fleisch, Milch oder Ei) als Thanks-Giving-"Turkey", USA.

Schliesslich erfolgte gemäss Bibel die Vertreibung aus dem Paradies mit Bewachung durch das "lodernde Flammenschwert" von Cherub ... Der Theologe Herbert Haag schreibt im Buch Schön bist du und verlockend, Grosse Paare der Bibel (Herder Verlag) "Man muss sich fragen, ob ein erotisch verkümmerter Mensch religiös sein kann". Die Autoren zeigen, dass im Verlauf der Jahrhunderte die Bibel Umschreibungen erfuhr und belegen das anhand von Textstellen aus dem Hohelied der Liebe:

"Mit Küssen seines Mundes bedecke er mich. Süsser als Wein ist deine Liebe. Köstlich ist der Duft deiner Salben, dein Name hingegossenes Salböl; darum lieben dich die Mädchen. Schön bist du, meine Freundin, ja, du bist schön." Das Werk thematisiert die in der Bibel vorgestellten Paare Abraham und Hagar/Sara, Isaak und Rebekka, Jakob und Lea/Rahel, David und Batseba etc. Zum Teil dramatische Geschichten sprechen in der Bibel von erfüllter oder enttäuschter Liebe und von Sehnsucht.

Erst sogenannte Kirchenväter zogen eine Trennung zwischen einer Liebe von oben (göttlich) und einer Liebe von unten (irdisch). Vor allem das Johannesevangelium bringt "Liebesgeschichten" bzw. erzählt über die Art der Beziehungen von Jesus zu Maria, Marta, Lazarus und dem Lieblingsjünger Johannes - und zwar ohne Scheu vor erotischen Zügen.

Dorothee Sölle gipfelt in obigem Buch: "Es sind wunderbare Beispiele für die schöpferische Kraft, die dort aufleuchtet, wo das, was wir Eros und Agape nennen, eins geworden ist." So betont Haag denn auch, dass leibfeindliche Prüderie im Zusammenhang mit der Bibel keine Berechtigung besitzt, denn Liebe und Sexualität, Eros (siehe auch Eros im Sinn der Philosophie) und Religion seien dort keine unversöhnlichen Gegensätze.

Eros auf einer rotfigurigen Spule, Attische Malerei umd 450 vor Chr., Louvre, Paris. Foto Jastrow.

Foto Jastrow: Eros auf einer rotfigurigen Spule, Attische Malerei um 450 vor Chr., Louvre, Paris.

Wikipedia unter Eros: Bei Homer kommt Eros noch nicht vor. In der Theogonie des Dichters Hesiod gehört er zusammen mit Gaia, Nyx, Tartaros und Erebos zu den fünf ersten nach dem anfänglichen Chaos entstandenen Gottheiten.

Sogar die Sprache der Betenden würde an die Sprache von Liebenden erinnern. Das alles unterstreicht, dass der "Baum der Erkenntnis" und "die Vertreibung aus dem Paradies" aus ganz anderen Gründen vorkommt! Schliesslich kann die "von Gott gewollte" Fortpflanzung keine Sünde sein.

Eine Sünde kann aber die Tatsache bedeuten, dass erhitzte Speise wegen den Maillard-Molekülen so toll mundet, dass wir darum nicht mehr für den Körper, sondern für den Gaumen essen. Grosse Untersuchungen zeigen uns die Wirkungen verschiedener Kostformen ganz klar auf.

Schliesslich zeigt uns das Wort Zivilisationskrankheit, dass wir bei unserer Lebensführung gravierende Fehler begehen. Jedenfalls verwässerten die Nachfolger von Religionsstiftern alles um die Ernährung wieder und schoben das Körperliche in den Vordergrund. Einzig eine Einschränkung bezüglich Fleisch ist manchenorts geblieben.

In der Katholischen Kirche kennen wir nur noch das "Verbot" von Fleisch an Freitagen; Fisch kommt auf den Tisch. Die Meisten kennen diese Einschränkung gar nicht mehr. Tatsächlich ist schon bei Moses zu lesen, dass Schweinefleisch "unrein" sei. "... wer es anrührt wird unrein sein". [3. Mose 11,26]

Auch der Koran sagt Ähnliches aus und verbietet das Fleisch von verendeten Tieren, das Blut aller Tiere und Schweinefleisch im Besonderen. Im Laufe der Zeit stieg und fiel der Verzehr von Schweinefleisch. Der Konsum pendelte sich heute in Deutschland jedoch bei ca. 40 kg /Kopf und Jahr ein. [erzeugermarkt.de 1999-2009].

Zwischenmahlzeit: Mango, Ananas und Kiwi mit frisch gepresstem Blutorangensaft für mehrere Personen. Eigener Schnappschuss: Zwischenmahlzeit aus Mango, Ananas und Kiwi, mit frisch gepresstem Orangensaft aus den geliebten Blutorangen - für mehrere Personen. Besser ist es, die Orangen als Schnitze zu essen.

Auf die anderen Fleischarten kommen noch ganze 20 kg/Kopf pro Jahr, Babies und Vegetarier mit eingerechnet. Im Friedensevangelium der Essener sagt Jesus: "Tötet weder Mensch noch Tier, noch eure Nahrung, die der Mund aufnimmt. Denn, wenn ihr lebendige Nahrung esst, wird sie euch beleben, aber wenn ihr eure Nahrung tötet, wird euch die tote Nahrung ebenfalls töten. Denn Leben kommt nur vom Leben, und vom Tod kommt immer nur Tod. Denn alles, was eure Nahrung tötet, tötet auch euren Körper. Und was eure Körper tötet, tötet auch eure Seelen. Und Eure Körper werden, was eure Nahrung ist, so wie euer Geist das wird, was eure Gedanken sind. Denn wahrlich, ich sage euch, lebt nur durch das Feuer des Lebens, und bereitet eure Speise nicht mit dem Feuer des Todes, das eure Nahrung tötet, eure Körper und Seelen auch." [224-16]

Wenigen ist wohl heute bekannt, dass das damalige Brot auch "Sonnenkost" war, nicht gebackenes Brot. So teilt denn Jesus nicht "unser schädlich Brot", sondern "unser täglich Brot"!

Nachteile von Rohkost

Unter der Überschrift "Rohkost? Nein danke!" sind vor allem einige psychologische Nachteile erklärt. Sicher gilt als grosser Nachteil, dass Rohkost gemessen an der Bevölkerung einen sehr geringen Anteil einnimmt. Der Rohköstler ist quasi auf sich allein gestellt, war das zumindest, als noch kein Internet bestand.

Heute existieren zahlreiche Erfahrungsgruppen, die einem gerne helfen. Allerdings herrscht da viel Sektiererei über die verschiedenen Rohkostformen. Ganz allgemein gesehen wäre nichts mehr essbar, wenn wir jedem Spleen glaubten.

Rohkost in "Whole Food Markets", USA, Frühling 2013.

Die Auswahl für Rohkost kann riesig sein.

Eig. Foto in einem Whole Foods Market in den USA, Frühling 2013. Im Angebot sind auch fertige Gerichte zur Verpflegung vor Ort oder zum Mitnehmen. Alles ist da vorhanden: von der Fabrikkost bis zur veganen Rohkost aus lokalem Bio-Anbau.

So ist denn die Auswahl der "richtigen Rohkostrichtung" nicht leicht. Sie finden in weiteren Texten auch eine klare Einteilung mit den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Rohkostrichtungen,denn das sprengt diesen Einführungstext.

Natürlich sind in einem guten Restaurent gute Salate mit oder ohne Salatsauce erhältlich, zum Frühstück auch Früchte, nur meinen wir meist "nicht so gut bedient" zu sein wie die Tischgenossen. Die Restaurants kennen sich in dieser Beziehung meist nicht aus.

Das Auswärtsessen ist also nicht gerade ein Vergnügen - auch Einladungen sind problematisch, ausser der Gastgeber respektiert die Gründe. Eigentlich sind das aber die kleinsten Nachteile, denn ich empfinde den Faktor "Neuland" als gravierender. Die erste Aufgabe besteht darin, sich im neuen "Dschungel" auszukennen; das benötigt Zeit. Sie finden darum anschliessend wichtige Informationen über was sich bewährte und wo Gefahren liegen - z.B. bei ungekochten Bohnen.


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Autor
Ernst Erb, Schweiz
Mein Lebenslauf hat mich motiviert, die "Stiftung G+E, Gesundheit und Ernährung" zu gründen. Im Beitrag "Schicksalsschläge, tödliche Krankheit, Gesundheit, Leben!" schildere ich etwas davon. Ein ebenso wichtiger Punkt bildet die Erfahrung aus dem Aufbau von Radiomuseum.org: Es bekommen zu viele Männer bereits ab Alter 65 schwerwiegende Krankheiten. Das gilt sicher auch für Frauen - und ganz allgemein altern wir zu rasch. So lange wie möglich zu leben ist nicht das Ziel, sondern so aktiv, positiv und glücklich wie möglich. Der Weg des geringsten Widerstands führt nicht dazu. Ganz im Gegenteil: nur im Leid schafft man grössere persönliche Veränderungen. Im Alter von 41 Jahren brachte mich die Todesangst vor meinem Krebsleiden dazu, über mein Leben zu reflektieren und auch bezüglich Krankheit selbstverantwortlich zu handeln. Heute bin ich froh, dass ich durch sehr schwierige Lebensphasen gehen musste. Dadurch konnte ich meine Lebensführung so verändern, dass ich auch im achtzigsten Lebensjahr (2015) >60 Stunden pro Woche am PC arbeiten und dabei leistungsfähig bleiben kann. Es ist falsch, so viele Stunden sitzend zu verbringen (früher waren es mehr), doch versuche ich das durch Ausdauersportarten (schnelles Wandern, Bergwandern, seit 2014 auch durch Joggen) und leider nicht immer jeden Tag ausgeführte Übungen (7 Min Workout ab iPhone) auszugleichen. Ich darf aber annehmen, dass die langjährige (Pesci-)vegane Ernährung mit ca. 90% Rohkostanteil den Ausschlag für meine Gesundheit gibt. Leider sind es mit Sicherheit nicht meine Gene. Auch als Angestellter sah ich meine Arbeit nie als Job, sondern als Hobby, das mich interessierte. Als ich eigene (kleine) Firmen aufbaute, war mir das Wohlergehen der Mitarbeiter besonders wichtig. Erfolg oder Misserfolg hing zu einem grossen Teil von ihnen ab. Es war nie mein Ziel, reich zu werden, sondern etwas individuell und intelligent aufzubauen, so dass es vielleicht Erfolg haben kann. Trotzdem kann ich es mir nun erlauben, mit meiner Erfahrung und meinen Möglichkeiten etwas aufzubauen, das interessierten Menschen zugut kommen kann. Zum Glück geben mir auch junge Menschen, die an "diet-health.info" mitarbeiten, das Gefühl echter Teamarbeit. Einige arbeiten mit mir persönlich zusammen, wie ein Software-Entwickler neben einem Studium. Doch mit Skype und TeamViewer ist es möglich, mit geographisch weit verstreuten MitarbeiterInnen zu arbeiten, wie z.B. mit professionellen ÜbersetzerInnen. Selbst Professoren oder Ärzte beteiligen sich an diesem etwas speziellen Projekt, indem sie eigene Texte beisteuern. Unsere Themenbereiche erfassen eigentlich alles, was uns Menschen ausmacht: Gesundheit - Prinzipien/Allg. - Heilkunde - Ernährung - Produktion/Handel - Drogen - Aktivität - Lifestyle - Politik - Wellness - Natur - Umwelt - Persönlichkeit - Ethik - Soziales / Religion. Noch weiss ich nicht, ob "diet-health.info" mit diesem Versuch, den Menschen "nur" solide Zusammenhänge zu vermitteln, auch die notwendige Beachtung erhalten kann. Doch meine ich, dass es reflektierende Menschen gibt, die Zusammenhänge verstehen wollen, statt jedem Modetrend lemmingehaft nachzugehen oder sich zu einem leicht begehbaren Weg (ver-)führen zu lassen. Ob die auch die notwendige Aufmerksamkeitsspanne und den Willen zum Lesen mitbringen? Jedenfalls fehlte mir eine solch umfassende Quelle, die mir ungefärbte Antworten auf wichtigste Fragen geben kann. Deshalb versuche ich diesen "vorher vergeblich gesuchten Hafen" aufzubauen. Hoffentlich habe ich auch die Zeit und Kraft dazu.

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Publikation

05.07.03 22:36

Geändert am

18.05.15 08:17

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