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05.07.2003 21:06:00
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5 Ausschliesslich Rohkost?

Wann Ausnahmen eine Rolle spielen. Unverträglichkeiten und Allergien, die bei jeder Kostform auftreten können. Rohkost bei Bluthochdruck kann Wunder wirken.
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Bei dieser Artikelfolge ist das Zurückgehen zum vorherigen Beitrag mit obigem Link möglich, z.B. falls Sie direkt per Suchmaschine hierher kamen. Siehe auch den Link zum nächsten Text. Diese zehn zusammenhängenden Texte bezüglich Rohkost überarbeitete ich 2014. Alle anderen Texte entstanden neu.

Zusammenfassung

Sie wissen nun warum Sie den Schritt zu Rohkost ganz - oder gar nicht - unternehmen sollten. Ihnen fehlen aber noch wichtige Gründe für den Schritt. Auch fehlt Ihnen die Gewissheit, dass Sie sich dann auch richtig ernähren. Beides erfahren Sie in nachfolgenden Artikeln.

Zudem entstehen weitere Texte. Sie sind nach diesem Wissen immer selbst für Ihre Gesundheit verantwortlich. Noch fehlen aber zwei Vorbereitungen, die Sie treffen sollten, falls Sie sich verantwortungsbewusst auf Rohkost umstellen möchten.

Ausschliesslich Rohkost?

In einem Beitrag erwähnte ich, dass ich nur Personen Rohköstler nenne, die mindestens 90 % roh essen. Ja, der Rohkostanteil sollte gegen 99 % tendieren. Aber warum? Ein bisschen Ausnahme da und dort schadet doch nicht - oder?

Rohkost Restaurant nur vegan: Pure food and wine, New York City: AYA OTO PIXIES.

Ein besonders verführerischer Nachtisch. Rohkost? Aber ja! Allerdings mit roher Schokolade. Ich zeige damit nur, was in einem veganen Top-Restaurant erhältlich ist. Zu oft genossen, wäre das für Rohköstler nicht vorbildlich. Zutreffend wäre sonst der Ausdruck "Pudding-Veganer". Doch als Ausnahme ist so etwas eine phantastische Abwechslung.

Bild zugestellt durch Nicky Quinn vom Restaurant "Pure food and wine" in New York City.

Alle Bilder sind auf gross klickbar, danach sind sie auch wechselbar.

Es gibt mindestens zwei Gründe, die gegen Ausnahmen sprechen: Zum einen tendieren Wiederholungen von Ausnahmen sich ständig zu steigern und Sie steigen schliesslich entnervt aus. Zum andern spüren Sie nach ein paar Monaten strikter Rohkost die Reaktionen Ihres Körpers auf Kochkost oder möglicherweise auch auf Milchprodukte sofort - zumindest wenn Sie ein gutes Körpergefühl entwickeln oder bereits besitzen. Ältere Menschen sind zudem empfindlicher und spüren eine ungewohnte Verdauung, besonders nach einem Abendessen. Siehe auch diese Buchbesprechung im Zusammenhang mit Milchprodukten.

Ihre Motivation für Rohkost ist entscheidend. Falls Sie nicht wegen ernsthaften gesundheitlichen Gründen umstellten, spielen gelegentliche Abweichungen sicher keine grosse Rolle. Sie möchten sich beispielsweise auswärts "normal" verhalten und einen gekochten Gemüseteller nehmen oder auch Fisch dazu. Falls Sie aber Rohkost als "Medizin" sehen, dann sollten Sie sich absolut strikt verhalten.

Ich habe in den ersten sieben Jahren, 1978 bis 1985, Rohkost sehr strikt eingehalten. Anlässlich von Einladungen brachte ich sogar den eigenen Teller mit Rohkost mit. Heute allerdings leiste ich mir wöchentlich durchschnittlich ein bis zwei Ausnahmen, so dass bei monatlich 90 Mahlzeiten eine Abweichung von 4 - 7 % vorkommt. Das ist ein Eingeständnis an meine Frau.

Das kann ein Sashimi in einem Japanrestaurant sein, also ein Gericht von rohem Fisch und rohem Gemüse, das wir aber gerne mit etwas gekochtem Reis als Sushi und einer veganen Suppe essen. Allgemein schwieriger ist das mit persönlichen Lieblingsgerichten, Süssigkeiten oder Fleisch. Da verhindern Ausnahmen das langsame "Vergessen" des Geschmacks und eine ständige Sucht begleitet einem weiter.

Rohkost Restaurant nur vegan: Pure food and wine, New York City: Im Garten am Abend

Rest. "Pure food and wine", NYC.
Gartenrestaurant, rechts Innenaufnahme. Bilder durch Nicky Quinn vom Restaurant.

Auch das Essen unter Freunden in einem gediegenen Rohkostrestaurant, kann eine positive Überraschung sein. Unser Gast, Simon Mulligan, ein bekannter Pianist, ist noch heute begeistert und positiv überrascht. Rohkost Restaurant nur vegan: Pure food and wine, New York City: Innenansicht ist gediegen.

Solche Ausnahmen sind wohl meist der Grund für ein Aufgeben von Rohkost, zusammen mit einer schlechten Motivation. Wenn schon Ausnahmen, dann sollten Sie diese (leider) nicht abends pflegen. Sie stellen nach ein paar Monaten fest - sofern Sie ein gewisses Alter aufweisen - dass Sie Kochkost am Abend schlecht vertragen. Der Schlaf ist gestört. Das ist ein wichtiger Beweis der ganz anderen Körperwirkung von Rohkost gegenüber Kochkost. Die erstmalige Umstellung ist aber ebenfalls spürbar. Die meisten Rohköstler, zumindest wenn vegan lebend, sprechen von viel besserem und tieferem Schlaf.

Nahrungsallergien und Unverträglichkeiten

Zahlreiche Allergien kommen bei Kuhmilch, Soja, Eier, Fisch oder Schokolade vor. Aber auch Zitrusfrüchte, Sellerie und Nüsse sind bekannt für Allergien. Wenn Sie eines dieser drei Lebensmittel noch nie roh genossen und schon Allergien bei Ihnen entdeckten, sollten Sie zuerst nur eine kleine Menge probieren und diese Menge an weiteren Tagen langsam steigern. Achten Sie auf Nesselausschlag oder Durchfall.

Allergiker vertragen bestimmte Gemüse eher, wenn sie diese während zwei Minuten kochen oder für zwei Wochen einfrieren. Übrigens: Neugeborene sollten zumindest während den ersten sechs Monaten weder Kuh- noch Sojamilch erhalten. So sind sie später weniger anfällig auf Allergien - so die heutige Auffassung der Medizin.

Weltkarte mit dem prozentualen Vorkommen von Laktosetoleranz (public domain).

Weltkarte mit dem prozentualen Vorkommen von Laktoseintoleranz. Diese Milchunverträglichkeit kommt am wenigsten bei Nordeuropäern vor, die Kuhmilch schon seit Tausenden von Jahren verwenden. Die Unverträglichkeit zeigt sich vor allem durch einen Blähbauch.

Bild: public domain - von Verein für Laktoseintoleranz / Die Zeit. Weltweite Verteilung der Laktoseintoleranz.

Wohl das bekannteste Beispiel für eine Nahrungsmittelintoleranz bzw. Nahrungsmittelunverträglichkeit ist Milchunverträglichkeit. Laktoseintoleranz bzw. Malabsorption ist in Nordeuropa und darum auch in den USA nicht so bekannt, doch in anderen Regionen ein Problem. Siehe Karte oben. Es handelt sich um eine Enzymophatie wie eine Hereditäre Fruktoseintoleranz, Galactose-Intoleranz (Galaktosämie), Histamin-Intoleranz, Saccharoseintoleranz oder Sorbitintoleranz. Zur wenig belastenden Diagnosemethode zur Erkennung verschiedener Syndrome des Magen-Darm-Traktes existiert seit 1969 der Wasserstoffatemtest. Zumindest für die Laktoseintoleranz und die intestinale Fruktoseintoleranz empfiehlt sich der Test. Häufiger nötig ist der Test, weil die Nahrungsmittelindustrie Nahrungsmittel mit billiger Fructose versetzt.

Histamin ist ein Botenstoff, der bei Entzündung eine gewollte Anschwellung erzielt, ist aber auch sonst ein wichtiger Regulator. Antihistaminika entwickelte die Industrie gegen allergische Beschwerden und zur Dämpfung von psychischen Krankheiten. Dafür kamen später die Neuroleptika zur Unterdrückung von Tourette-Syndrom, Depressionen, Zwangserkrankungen, Autismus wie auch Schizophrenie dazu. Das unterdrückt vor allem den Neurotransmitter Dopamin im Hirn.

Da immer mehr Menschen an Nahrungsmittelallergien leiden, finden Sie hier einige Erläuterungen dazu. Ich vernahm nie von einem Fall von Allergie bei einer Umstellung auf Rohkost, bin aber sicher, dass das vorkommt. Immerhin versuchen die meisten Rohköstler wohl ganz neue Früchte oder spezielle Gemüse, die sie vorher nie ungekocht verzehrten. Auch sonst sehr gesunde und natürliche Naturprodukte lösen bei gewissen Menschen Allergien aus oder zeigen Unverträglichkeiten an. Reaktionen auf Spritzmittel oder andere Behandlungen kommen vor oder können die Ursache sein.

Darum zitiere ich hier einen "Rahmenartikel" aus der Zeitschrift Puls-Tipp Nr. 4 vom 18.4.97 mit diesem Thema: "Wenn Laien von einer Allergie sprechen, meinen sie in der Regel ,ich vertrage dies nicht'. Fachleute dagegen unterscheiden zwischen echten Allergien und Unverträglichkeiten. Der Grund liegt vor allem in der Schwere der Symptome und in der unterschiedlichen Behandlung. ,Allergien entwickeln können nur Menschen, die eine genetische Veranlagung haben - sogenannte Atopiker', erklärt Professor Brunello Wüthrich, Spezialist für Nahrungsmittelallergien an der Zürcher Allergiestation.

,Die Zahl der Veranlagten liegt in unseren Breitengraden konstant bei etwa 30 Prozent der Bevölkerung.' Die Zahl der tatsächlichen Allergiker aber nimmt zu. Als Ursachen nennen Fachleute Umweltschadstoffe, Unterforderung des Immunsystems sowie neue Lebensgewohnheiten. ,Je mehr die gefährdeten Personen Kontakt mit einem möglichen Allergen haben, desto grösser ist das Risiko, dass sie eine Allergie entwickeln', sagt Wüthrich."

Allergie als Hautausschlag am Rücken. Wikipedia, von Frank C. Müller, Baden-Baden.

Allergie als Hautausschlag am Rücken.

Bildausschnitt Wikipedia, von Frank C. Müller, Baden-Baden.

Allergien:

Weiter geht es: "Bei einer richtigen Allergie ist immer das Immunsystem beteiligt. Beim ersten Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff (Allergen) bildet der Körper von allergisch veranlagten Menschen spezielle Antikörper (IgE-Immunglobuline). Jeder neue Kontakt mit dem Allergen führt dazu, dass der Körper die Fremdstoffe abwehrt - er reagiert mit Hautausschlägen, Durchfall oder Asthmaanfällen, im schlimmsten Fall mit einem tödlichen Schock. Wichtigster Unterschied zu andern Unverträglichkeiten: Schon geringste Mengen des betreffenden Nahrungsmittels reichen, um heftigste Reaktionen auszulösen." Dieses Immunglobulin E (IgE) ist ein Antikörper (früher Gammaglobulin genannt), der vor allem Parasiten abwehren soll.

Unverträglichkeit, Nahrungsmittelintoleranz

Und: "Eine Nahrungsmittelintoleranz oder -unverträglichkeit kann verschiedene Ursachen haben; nie aber ist das Immunsystem beteiligt. Die schlimmen Sofortreaktionen einer Allergie bleiben daher aus. Häufig fehlt den Betroffenen ein körpereigenes Verdauungsenzym, weshalb sie zum Beispiel Milchzucker, Gluten (Getreideeiweiss) oder Fruchtzucker nicht verarbeiten können. Zwar müssen auch sie die entsprechenden Nahrungsmittel meiden, vertragen manchmal aber eine kleine Menge."

Eine typische Reaktion ist ein aufgeblähter Bauch bzw. Oberbauch nach dem Essen von bestimmten Nahrungsmitteln. Das kann Stunden andauern und kann auch zu stark verdünntem Stuhl bis hin zu Durchfall führen. Schreiben Sie auf, was Sie gegessen haben bzw. wie das Essen zubereitet ist. Sie können vielleicht pflanzliche Öle nicht gut verdauen oder bestimmte davon, z.B. Olivenöl oder Sie vertragen Pilze nicht etc.

Oft handelt es sich um eine DAO-Abbaustörung (Diaminoxidase, Histaminase) bzw. Histaminintoleranz (Histamin-Intoleranz) bzw. um ein Enzymmangelsyndrom (Enzym Mangel Syndrom). In manchen Fällen kann es an Mangel am wasserlöslichen und darum nicht gespeicherten Vitamin B6 liegen. Mehr siehe im Beitrag Essenzieller Nahrungsbedarf.

Gute vegane Vitamin B6-Lieferanten sind: Kohl, grüne Bohnen, Linsen, Feldsalat, Kartoffeln, Vollkorngetreide, Vollkornprodukte, Weizenkeime, Nüsse, Hefe, Weißbier, Avocado und Bananen.

Im einfachsten Fall nehmen Sie regelmässig Trockenbierhefe, reicht das nicht, sind Vitamin B6-Tabletten einen Versuch wert. In hartnäckigen Fällen können Sie das Enzym DAO in Tablettenform nehmen, z.B. Daosin. Das kompensiert eine DAO-Abbaustörung wirkungsvoll, sowohl bei Enzymmangel wie auch Enzymdefekt. Die Schweizerische Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz (SIGHI) zeigt weitere Texte, auch zu den Ursachen.

Allerdings finden wir bei Wikipedia unter Diaminoxidase: "Ein Präparat mit der aus Schweinenierenextrakt gewonnenen Zutat Diaminoxidase wird in Kapselform angeboten, mit der Zweckbestimmung zur diätetischen Behandlung von histaminbedingten Lebensmittelunverträglichkeiten."

Das Verständnis über Histamin ist so wichtig, dass ich aus Wikipedia inkl. den weiterführenden Links zitiere: "Histamin (altgr. ἱστός histos ‚Gewebe‘) – in der Nomenklatur: 2-(4-Imidazolyl)-ethylamin – ist ein Naturstoff, der im menschlichen oder tierischen Organismus als Gewebshormon und Neurotransmitter wirkt und auch im Pflanzenreich und in Bakterien weit verbreitet ist. Beim Menschen und anderen Säugetieren spielt Histamin eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen und ist am Immunsystem, d. h. an der Abwehr körperfremder Stoffe beteiligt."

"So dient es als einer der Botenstoffe in der Entzündungsreaktion, um eine Anschwellung des Gewebes zu bewirken. Auch im Magen-Darm-Trakt, bei der Regulation der Magensäureproduktion und der Motilität sowie im Zentralnervensystem bei der Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus und der Appetitkontrolle wirkt Histamin als wichtiger Regulator. Biochemisch ist es, wie auch Tyramin, Serotonin, Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin oder Octopamin, ein biogenes Amin. Es wird durch Abspaltung von Kohlendioxid aus der Aminosäure Histidin gebildet und insbesondere in Mastzellen, basophilen Granulozyten und Nervenzellen gespeichert."

Histamin aus Wikipedia - die Geschichte dazu: "Die Geschichte der Erforschung des Histamins begann im Jahr 1907 mit seiner Synthese als chemische Kuriosität durch die deutschen Chemiker Adolf Windaus und W. Vogt.[7] Bereits drei Jahre später gelang Henry H. Dale und G. Barger der Nachweis von Histamin im Mutterkorn und somit die Entdeckung von Histamin als Naturstoff.[8] Im gleichen Jahr wiesen Henry H. Dale und P. P. Laidlaw Histamin als körpereigene Substanz nach. Dale und Laidlaw klärten gleichzeitig einige grundlegende Funktionen des Histamins auf.[9] Die Biosynthese des Histamins aus der Aminosäure Histidin konnte durch Dankwart Ackermann ebenfalls 1910 aufgeklärt werden.[10]

Daniel Bovet und Anne-Marie Staub entdeckten im Jahr 1937 erste Substanzen, die die Wirkung von Histamin hemmen (Antihistaminika).[11] Bereits fünf Jahre später wurden mit Phenbenzamin und Mepyramin die ersten Antihistaminika in der Therapie eingesetzt. Anfang der 1950er Jahre wurden von der französischen Pharmafirma Rhône-Poulenc im Rahmen der Anti-Histaminforschung die ersten Neuroleptika entwickelt.[12] Im Jahr 1972 gelang James W. Black und Mitarbeitern die Unterscheidung zwischen H1- und H2-Rezeptoren.[13] Als weitere Subtypen des Histaminrezeptors wurden 1983 der H3-Rezeptor durch Jean-Michel Arrang mit Hilfe pharmakologischer Methoden[14] und 2000 der H4-Rezeptor durch Entschlüsselung des menschlichen Genoms[15] entdeckt."

Pseudoallergien:

Sowie (aus Wikipedia): "Pseudoallergien sind eine Untergruppe der Unverträglichkeit. Die Symptome gleichen jenen der Nahrungsmittelallergie, doch das Immunsystem ist ebenfalls nicht beteiligt. Bei Pseudoallergien hängt die Stärke der Reaktion meist eng mit der aufgenommenen Menge zusammen. Die Ursachen sind noch wenig erforscht."

Nach einer Studie sind 16,4 % der Allergien in Europa der Milch zuzuschreiben und bereits 9,1 % führt die Wissenschaft auf Soja-Produkte zurück. 1997 rechnen Statistiker in der Schweiz mit 3000 bis 5000 Menschen mit Allergie gegen Soja. Soja kommt in etwa 30'000 Produkten vor, die auch immer höhere Umsatzträger bilden.

Versteckte Nahrungsmittelallergie

Mit diesem Begriff führe ich eine weitere Gruppe ein. Ich kann sie nicht von der körperlichen Ursache her analysieren. Somit unterscheide ich auch nicht zwischen Unverträglichkeit und Allergie, sondern wähle diesen neuen Begriff. Zumindest wenn Sie unter versteckten Nahrungsmittelallergien leiden, gibt Ihnen die von mir empfohlene regelmässige Messung des Blutdrucks und des Herzrhythmus innerhalb von ein paar Stunden bis maximal zwei Tagen klare Antworten auf Ihre Nahrungsübertretungen. Vor allem dann, wenn diese für Sie "schädlich" sind.

Für Allergien, Unverträglichkeiten und Pseudoallergien benötigen Sie kein Messinstrument. Diese fallen Ihnen direkt auf. Was aber nicht auffällt oder nicht bekannt ist, nenne ich "versteckte Nahrungsmittelallergie". Gemäss obigem Zitat scheint das in der Medizin nicht bekannt zu sein.

Bild vom Bericht aus "Die Welt" 27. Feb. 2014: Hinter Allergien können Zusatzstoffe stecken.

"Die Welt" mit Titel: Hinter Allergien können Zusatzstoffe stecken.

Bild aus Bericht vom 27.2.14

Die praktische Erfahrung mit meiner Frau (geb. 1959) war, dass eine Tauchschule sie wegen Bluthochdruck nicht annahm. Das war ca. im Jahr 2000. Erst da erfuhr ich, dass sie mehr als 5 Jahre vorher schon einmal Beta-Blocker einnehmen musste. Der Bluthochdruck war dann wieder normal und der Hausarzt empfahl deshalb, die Tabletten abzusetzen ... Niemand beachtete danach das ernste Problem.

Wir besuchten einen Herzspezialisten in Luzern und eine ca. 2000 Franken kostende Untersuchung ergab: "Essentielle Hypertonie" bzw. primäre Hypertonie. Der Sammelbegriff heisst Arterielle Hypertonie - im Volksmund Bluthochdruck genannt. Dies bei gleichzeitig viel zu hoher Pulsfrequenz (Puls). Das ist mit anderen Worten eine stark lebensverkürzende Dauerbelastung, wenn sie unbehandelt bleibt.

Die Empfehlung war Betablocker einzunehmen mit den möglichen bzw. bekannten Nebenwirkungen. Wikipedia: "Wegen der gut belegten Wirksamkeit bei einem günstigen Nebenwirkungsprofil und der großen Verbreitung der Krankheiten, bei denen Betablocker zum Einsatz kommen, zählen sie zu den am häufigsten verschriebenen Arzneimitteln überhaupt: 2006 wurden in Deutschland 1,98 Milliarden definierte Tagesdosen (DDD) Betablocker verschrieben. Der bekannteste und mit Abstand am meisten verschriebene Wirkstoff ist Metoprolol (für das Jahr 2006: 780,9 Millionen DDD)." Arterielle Hypertonie ist also ein Milliardengeschäft mit sicherer Kundschaft.

Da suchte ich nach einem anderen Ausweg: Ich fragte einen alten, sehr geschätzten Apotheker, ob er ein natürliches Mittel kennt. Nach eingehender Anamnese und Studium in einem Buch empfahl er ein pflanzliches oder homöopathisches Arzneimittel. Ich kenne den Namen nicht mehr. Dieses zeigte auch nach 14 Tagen keine Wirkung. Nochmals studierte er den Fall und gab ein Mittel, das eigentlich für die Leber taugt, Olea. Das half, doch bald liess das meine Frau aus, ohne dass sie das kommunizierte.

Später entschlossen wir uns wegen mir auf vegane Rohkost umzustellen. Nach ca. 14 Tagen prüfte ich unseren Blutdruck und sagte meiner Frau, dass ich mich freue, dass sie das Mittel noch immer einnimmt, was sie verneinte. Der Bluthochdruck war weg, einzig die hohe Pulsfrequenz war zu sehen. Aber auch dieser verschwand mit der Zeit, wie auch die starke Endometriose.

Fazit: Zumindest der Versuch mit veganer Rohkost lohnt sich bei Bluthochdruck, z.B. strikt während 14 Tagen, um dann zu messen. Ich empfehle das auch bei Endometriose, doch bildet die sich erst über eine Zeit von 18 Monaten zurück. Wir erwarteten keine solchen Ergebnissen. Übrigens: Die Menopause beendet die Endometriose. Doch diese setzte viele Jahre später ein. Wohl kaum verschwindet jede Art von Bluthochdruck durch diese Kostumstellung, doch der Versuch lohnt sich.

Erst später fanden wir heraus, dass bei meiner Frau eigentlich Milch und Milchprodukte die Urheber sind. Sobald sie den geliebten Käse isst, taucht Bluthochdruck wieder auf. Meine Erfahrung ist zudem, dass starker Mundgeruch von Milch oder von Brot auftreten kann. Verzicht lohnt sich auch in solchen Fällen sehr. Das alles kostet nichts, ist darum auch nicht allgemein bekannt.

Wahrscheinlich praktizieren gewisse Naturärzte, die diese Sachlage kennen. Gerne berichte ich über weitere Erfahrungen von Ihnen. Bitte benutzen Sie unten die Möglichkeit des Kommentars.


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Autor
Ernst Erb, Schweiz
Mein Lebenslauf hat mich motiviert, die "Stiftung G+E, Gesundheit und Ernährung" zu gründen. Im Beitrag "Schicksalsschläge, tödliche Krankheit, Gesundheit, Leben!" schildere ich etwas davon. Ein ebenso wichtiger Punkt bildet die Erfahrung aus dem Aufbau von Radiomuseum.org: Es bekommen zu viele Männer bereits ab Alter 65 schwerwiegende Krankheiten. Das gilt sicher auch für Frauen - und ganz allgemein altern wir zu rasch. So lange wie möglich zu leben ist nicht das Ziel, sondern so aktiv, positiv und glücklich wie möglich. Der Weg des geringsten Widerstands führt nicht dazu. Ganz im Gegenteil: nur im Leid schafft man grössere persönliche Veränderungen. Im Alter von 41 Jahren brachte mich die Todesangst vor meinem Krebsleiden dazu, über mein Leben zu reflektieren und auch bezüglich Krankheit selbstverantwortlich zu handeln. Heute bin ich froh, dass ich durch sehr schwierige Lebensphasen gehen musste. Dadurch konnte ich meine Lebensführung so verändern, dass ich auch im achtzigsten Lebensjahr (2015) >60 Stunden pro Woche am PC arbeiten und dabei leistungsfähig bleiben kann. Es ist falsch, so viele Stunden sitzend zu verbringen (früher waren es mehr), doch versuche ich das durch Ausdauersportarten (schnelles Wandern, Bergwandern, seit 2014 auch durch Joggen) und leider nicht immer jeden Tag ausgeführte Übungen (7 Min Workout ab iPhone) auszugleichen. Ich darf aber annehmen, dass die langjährige (Pesci-)vegane Ernährung mit ca. 90% Rohkostanteil den Ausschlag für meine Gesundheit gibt. Leider sind es mit Sicherheit nicht meine Gene. Auch als Angestellter sah ich meine Arbeit nie als Job, sondern als Hobby, das mich interessierte. Als ich eigene (kleine) Firmen aufbaute, war mir das Wohlergehen der Mitarbeiter besonders wichtig. Erfolg oder Misserfolg hing zu einem grossen Teil von ihnen ab. Es war nie mein Ziel, reich zu werden, sondern etwas individuell und intelligent aufzubauen, so dass es vielleicht Erfolg haben kann. Trotzdem kann ich es mir nun erlauben, mit meiner Erfahrung und meinen Möglichkeiten etwas aufzubauen, das interessierten Menschen zugut kommen kann. Zum Glück geben mir auch junge Menschen, die an "diet-health.info" mitarbeiten, das Gefühl echter Teamarbeit. Einige arbeiten mit mir persönlich zusammen, wie ein Software-Entwickler neben einem Studium. Doch mit Skype und TeamViewer ist es möglich, mit geographisch weit verstreuten MitarbeiterInnen zu arbeiten, wie z.B. mit professionellen ÜbersetzerInnen. Selbst Professoren oder Ärzte beteiligen sich an diesem etwas speziellen Projekt, indem sie eigene Texte beisteuern. Unsere Themenbereiche erfassen eigentlich alles, was uns Menschen ausmacht: Gesundheit - Prinzipien/Allg. - Heilkunde - Ernährung - Produktion/Handel - Drogen - Aktivität - Lifestyle - Politik - Wellness - Natur - Umwelt - Persönlichkeit - Ethik - Soziales / Religion. Noch weiss ich nicht, ob "diet-health.info" mit diesem Versuch, den Menschen "nur" solide Zusammenhänge zu vermitteln, auch die notwendige Beachtung erhalten kann. Doch meine ich, dass es reflektierende Menschen gibt, die Zusammenhänge verstehen wollen, statt jedem Modetrend lemmingehaft nachzugehen oder sich zu einem leicht begehbaren Weg (ver-)führen zu lassen. Ob die auch die notwendige Aufmerksamkeitsspanne und den Willen zum Lesen mitbringen? Jedenfalls fehlte mir eine solch umfassende Quelle, die mir ungefärbte Antworten auf wichtigste Fragen geben kann. Deshalb versuche ich diesen "vorher vergeblich gesuchten Hafen" aufzubauen. Hoffentlich habe ich auch die Zeit und Kraft dazu.

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Publikation

05.07.03 21:06

Geändert am

02.06.15 15:15

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