Stiftung Gesundheit & Ernährung

Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Essen Sie sich gesund - Vortrag über gesunde Ernährung

Prof. Dr. Dr. Karen Michels vom Universitätsklinikum Freiburg erklärt, wie man mit einem gesunden Lebensstil Diabetes oder Herz-Kreislauf-Krankheiten vermeidet.
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55:45 Deutsch


Kanal: Plattform:YouTube
Erschienen am:16. Januar 2015 Produzent:Prof. Dr. Dr. Karin Michels
Anzahl Aufrufe: 186'008 am 26. November 2019
Rubrik(en): Gesundheit, Ernährung
Oberbegriffe:Prinzipien, Bildung & Unterricht, Ernährungsformen, Ernährungsarten Tags:Vollwertige Kost, Zucker, Süßigkeiten, Vitamin-D, Gesundheit

Prof. Dr. Dr. Karin Michels ist Direktorin des Instituts für Prävention und Tumorepidemiologie am Universitätsklinikum Freiburg und beschäftigt sich mit der Gesunderhaltung, nicht mit Krankheiten. Dieser Vortrag gehört zur Vortragsreihe "Prävention – für ein gesundes Leben" und fand 2014 statt.

Der Vortrag ist sehr verständlich und übersichtlich gestaltet. Ein Grossteil des Videos zeigt, wie man mit einfachen Umstellungen in der eigenen Ernährung seine Gesundheit erhalten kann. Der zweite Teil handelt davon, wie man mit einer gesunden und konsequenten Ernährung bestimmte Krankheiten wieder "gesunden" kann.

Frau Michels empfiehlt eine pflanzliche, naturbelassene Ernährungsform, bei der jeder Mensch auch auf seinen Körper hören sollte. Im Wesentlichen entspricht ihre Einstellung der unseren. Es gibt einige wenige Punkte, die nicht ganz mit unserem Wissen übereinstimmen, manches erhielt eventuell auch zu wenig Diskussionsraum.

Beispielsweise darf man sich nicht nach dem Genusswert orientieren oder einem Instinkt - und doch soll es schmecken.* Also gilt es, natürliche Gewürze zu verwenden. Für uns klarerweise als falsch geltende Aussagen haben wir mit (??) versehen.

***********

0:30 Gesundheit erhalten – Krankheit vermeiden.

Bei einer Krankheit denken viele: "Hätte ich das nur anders gemacht! Hätte ich doch nicht geraucht etc. ", doch dann ist es meist schon zu spät.

Nur wenige wachen morgens auf und sind dankbar für die Gesundheit, aber genau das sollte jeder sein. Es gilt, die eigene Gesundheit zu erhalten, denn auch Umweltfaktoren wirken sich negativ auf unsere Gesundheit aus, wie z.B. die Luftverschmutzung, endokrin wirksame Substanzen, Pestizide, Bakterien, Viren etc. Die körpereigenen Abwehrmechanismen (Immunsystem, Reparatursystem) funktionieren normalerweise sehr gut, wenn man sich darum kümmert. Eine gesunde Ernährung hilft, dieses System zu erhalten.

Früher bezahlte man Ärzte, wenn niemand krank war. Bei Krankheiten bekamen Ärzte nichts. Damals erkannte man das Prinzip der Prävention. Heute ist das nicht mehr so.

2:25 Gesundheit ist nicht alles. Aber ohne Gesundheit ist alles nichts (Arthur Schopenhauer, Philosoph).

Man sollte versuchen, mit gesunder Ernährung präventiv gegen Krankheiten vorzugehen. Denn man kann damit sehr viel erreichen: Chronische Krankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten lassen sich mit einem gesunden Lebensstil vermeiden. Diese Krankheiten sind meist nicht genetisch bedingt, sondern vom eigenen Lebensstil verursacht.

Nikotinverzicht, Vermeidung von Übergewicht, körperliche Bewegung und gesunde Ernährung können 90 % der Diabetes-Erkrankungen und 80 % der Herz-Kreislauf-Krankheiten vermeiden.

3:58 Gesundheit erhalten und Genesung unterstützen.

Was sollen wir essen, wenn wir hungrig sind?

Den Effekt einer gesunden Ernährung zu untersuchen ist wesentlich schwieriger, als z.B. die Auswirkungen des Rauchens zu untersuchen: Weil jeder Mensch so viele verschiedene Dinge isst. So untersucht man z.B. zwei Gruppen - eine Gruppe isst rotes Fleisch, die andere isst keines. Diejenigen, die kein rotes Fleisch essen, essen stattdessen etwas anderes, was auch wieder Auswirkungen hat. Das macht alles sehr komplex.

4:51 In den Medien gibt es zahlreiche Fehlinformationen über gesunde Ernährung.

«Was ist wirklich gesunde Ernährung? Was sollen wir essen?»

Dieser mediale «Ernährungs-Irrgarten» hat zu vielen Missverständnissen und Verwirrungen geführt. Beispielsweise zu Bezeichnungen wie «fettarm und lecker», «die Bier-Diät», «ohne Kohlenhydrate» etc. Diese Informationsflut kann ein Laie nicht richtig bewerten.

5:38 Gibt es denn überhaupt ein generelles und gesundes Ernährungsmuster, das für jeden Gültigkeit hat?

Laut Frau Dr. Dr. Michels gibt es ein breitgefasstes generelles Muster. Beachtet man folgende Grundregel, kommt man einer gesunden Ernährung sehr nahe:

Essen Sie pflanzliche, unverarbeitete Nahrungsmittel und essen Sie nicht zu viel davon!

Die Dozentin spricht von zwei extremen Ernährungsformen:

Der «extrem gesunden» Variante - vegan, Rohkost, biodynamisch, zucker- und salzfrei - steht eine Ernährung mit Fast Food, Fertiggerichten, rotem Fleisch, gehärteten Fetten, Weissmehl, Zucker und Salz gegenüber.

Man muss für sich selbst herausfinden, wo genau man sich zwischen diesen extremen Formen positionieren möchte, was für einen passt, was dem eigenen Körper zusagt. Denn es verträgt nicht jeder Körper z.B. Rohkost wirklich gut. Der Körper teilt einem mit, welche Ernährung am besten passt (im Sinn von Reaktionen danach).

Aber die Position, die man zwischen den beiden Ernährungsformen annimmt, hängt auch vom eigenen Gesundheitszustand ab. Möchte man z.B. den aktuellen Gesundheitszustand erhalten, tendiert man wahrscheinlich weniger extrem in die gesunde Richtung, als wenn man schon krank ist. Wichtig ist, dass man sich mit der jeweiligen Ernährungsweise wohlfühlt und das Essen geniessen kann.*

Frau Michels sagt, sie selbst gehöre auch keinem der Extreme an.

8:07 Unsere Kalorienzufuhr besteht zu ca. 55-60 % aus Kohlenhydraten, zu 25-35 % aus Fett und zu 10-15 % aus Eiweiss.

Formen von «Mode-Ernährung» würden mittels Ausschlussverfahren diese Verteilung ändern, was laut Dr. Michels auch nicht ideal ist. Denn diese Verteilung ist unserem Körper zumutbar, wenn man die richtigen Nahrungsmittel zu sich nimmt.

Erst gab es die Fetthysterie: «Fett ist schlecht», «fettarm», «fettfrei» etc. hörte man überall. Wichtig ist aber, welches Fett wir zu uns nehmen. Es gilt, die Verteilung der gesunden und ungesunden Fette zu verändern. Gesunde Fette wie ungesättigte Fettsäuren sind zu bevorzugen und ungesunde Fette wie gesättigte und gehärtete Fette (Transfette) zu vermeiden.

Die Gesamtfettzufuhr hingegen müsste man laut Frau Michels nicht verändern.

Gehärtete Fette oder Transfette sind z.B. jene Fette, die bei der Herstellung von Margarine entstehen. Da Butter wegen der gesättigten Fette ungesund ist, härtete man für die Margarine die gesunden pflanzlichen Fette - aber auf künstliche Weise. In dieser Form sind aber auch die ursprünglich «gesunden» Fette sehr schädlich. Sie kommen auch in anderen Lebensmitteln wie Blätterteig, Pommes Frites oder in Backprodukten vor. Ist etwas sehr knusprig oder hat es eine lange Haltbarkeit, spricht dies für gehärtete Fette. Bei den Inhaltsangaben findet man dies meist als Öl vermerkt und in Klammer steht «gehärtet».

11:51 Überblick über Fette - Welche Fette gibt es?

Gesättigte Fette: Butter, Schmalz, Kokosfett und Palmfette fördern vor allem Herz-Kreislauf-Krankheiten. Obwohl Kokos- und Palmfett zu den pflanzlichen Fetten zählen, sind diese fest, haben viele gesättigte Fettsäuren und sind somit schädlich.

Um gehärtete Fette (Transfette) zu ersetzen, setzt man neuerdings oft die genannten tropischen Fette ein.

«Entartete» Fette (Transfette) sollte man unbedingt vermeiden.

Einfach ungesättigte Fette wie Olivenöl und Rapsöl eignen sich sehr gut für Salate. Wir möchten unterstreichen, dass Öle nie nur eine Art von Fettsäuren enthalten und dass man das Verhältnis zwischen allen Fettsäuren beachten sollte. Mehr dazu im nachfolgenden Click for.

CLICK FOR: Rapsöl ist gesünder als Olivenöl

Rapsöl ist viel empfehlenswerter als Olivenöl – aus folgenden Gründen: Einerseits enthält Olivenöl rund doppelt so viele gesättigte Fettsäuren wie Rapsöl. Andererseits, und das ist für die Gesundheit noch wichtiger, weist Rapsöl ein sehr günstiges Verhältnis zwischen der mehrfach ungesättigten, gesunden Omega-3-Fettsäure (ALA) und der entzündungsfördernden Omega-6-Fettsäure (LA) auf. Laut gängigen Ernährungsempfehlungen sollte das Verhältnis Omega-6 zu Omega-3- insgesamt 5:1 nicht überschreiten. Rapsöl (LA (18.6g) 2:1 (9.1g) ALA) stellt also auch in dieser Hinsicht das Olivenöl (LA (8.8g) 12:1 (0.8g) ALA) klar in den Schatten. Details dazu finden Sie in unseren Zutaten Olivenöl und Rapsöl.

Omega-3-Fette kennt man z.B. als Fischöl oder Leinöl, dies sind sehr gesunde Fette. Davon darf man auch viel zu sich nehmen. (??)

Z.B. die Italiener essen nicht Brot mit Butter, sondern Brot mit Olivenöl, was laut Prof. Dr. Dr. Michels besser sein soll. (??)

Unsere Ansicht dazu: Amerikanische Herzspezialisten setzen sich aktiv für eine Ernährungsweise ohne Öl ein. Kein Öl ist eigentlich gesund, sondern wie weisser Zucker ein unnatürliches Konzentrat. Es gibt genug Samen und Nüsse, mit denen man den Bedarf decken kann.

Ungesunde Fette erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und auch für Diabetes.

15:00 Nach der Fetthysterie folgte die Kohlenhydrathysterie.

Plötzlich findet man Backmischungen ohne Kohlenhydrate. Alle möglichen Lebensmittel preist man nun mit «low carb» oder «kohlenhydratfrei» an. Aber kann man ohne Kohlenhydrate leben?

Diese Abneigung oder Hysterie lässt sich auf das Weissmehl zurückführen. Eine kohlenhydratarme Ernährung ist jedoch nicht sinnvoll. Es ist wichtig, den Konsum von Weissmehl und Zucker zu reduzieren und durch Vollkornprodukte zu ersetzen. Die Gesamtkohlenhydratzufuhr sollte man nicht verändern, auch hier ist es ähnlich wie beim Fett, man muss die Zusammensetzung verändern.

In Europa dürfte dies kein Problem sein, z.B. in Deutschland ist der Zugang zu Vollkornprodukten viel besser als in den USA.

Wieso ist Weissmehl ungesund? Beim Ausmahlen vom Weizenkorn bleibt nur das Innere des Korns, der Mehlkörper (z.B. Typ 405). Bis zu 100 % von bestimmten Vitaminen und Mineralien gehen bei diesem Vorgang verloren. Beim übriggebliebenen Weissmehl handelt es sich eigentlich um leere Kalorien, es hat keinen gesundheitlichen Wert und schadet der Gesundheit. Keimling und Schale hätten wertvolle Vitamine, der Keimling auch gutes Fett.

Der Prozess des Ausmahlens hatte früher aber eher praktische Gründe. Früher herrschte immer wieder Lebensmittelknappheit und man musste für eine bessere Lagerfähigkeit den Keimling entfernen. Das im Keimling steckende Fett kann ranzig werden, deshalb ist Weissmehl länger haltbar als Vollkornmehl. Heute wäre dies aber aufgrund der hohen Erntemengen und guten Lagerbedingungen nicht mehr nötig.

Weissmehl wirkt sich sehr ungünstig auf unseren Blutzucker aus und erhöht das Risiko, an Diabetes oder Herz-Kreislauf-Störungen zu erkranken.

18:27 Vollkornprodukte – Weissmehlprodukte

Vollkornprodukte sind z.B. Vollkornbrot, -reis, -nudeln, Haferflocken, Quinoa.

Zu den Weissmehlprodukten zählen: Weissbrot, Weisser Reis, handelsübliche Nudeln.

Bulgur, Couscous, Goldhirse und Buchweizen zählen in ausgemahlenem Zustand auch zu «Weissmehl». Insbesondere Bulgur und Couscous sind eigentlich Weizenprodukte und meist nur in geschältem Zustand erhältlich.

Weissmehl und Zucker fördern Diabetes und Übergewicht. In weiterer Folge auch Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen.

19:50 Wertvolles Eiweiss bekommt man vor allem durch Nüsse und Hülsenfrüchte

Das Fett in Nüssen ist sehr gesund. Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen, etc) haben neben dem Eiweiss auch viele Ballaststoffe.

CLICK FOR: Eine wichtige Anmerkung dazu

Eine wichtige Gruppe lässt Frau Michels dabei leider unerwähnt: die Samen. Sogar im Buch "Taschenatlas Ernährung" lässt Prof. Dr. Hans Konrad Biesalski Samen und Nüsse gänzlich aus und zeigt eine Tabelle, in der nur zwei Klassen von veganen Zutaten vorkommen - nämlich Obst und Gemüse. Damit kann man den Proteinbedarf nicht abdecken, ausser man bezieht genügend Hülsenfrüchte mit ein. Danach zeigt er nur noch: Milch, Pommes Frites, Wurst, Fisch, Fleisch, Schinken geräuchert und Hartkäse. Das ist reine Unterstützung der Nahrungsmittelindustrie und keine objektive Sichtweise. Dabei dient das Taschenbuch praktisch allen auf diesem Gebiet zum Studium.

Er beginnt aber bei diesem letzten Blatt zu Protein richtig mit: Wenn gesunde Erwachsene für 7-10 Tage mit einer proteinfreien Diät ernährt werden, pendelt sich der tägliche N-Verlust über alle Kompartimente (Urin, Faeces, Haut, Haare etc.) bei im Mittel 54 mg/kg ein. Dies entspricht einem täglichen Proteinverlust von 0,34 g/kg. Bei 70 kg Körpergewicht folglich 24 g pro Tag.

Danach zeigt er auf, warum man dem Wert 2 mal die Standardabweichung addiert, um auf 97,5 % der Menschen zu kommen, die mit 0,45 g/kg den eigentlichen Proteinbedarf decken. Damit das auch bei nicht 100%iger Resorption und nicht optimaler Versorgung in der Zusammensetzung gilt, packt man Sicherheitszuschläge dazu und kommt auf eine empfohlene Zufuhr von 0,8 g/kg Körpergewicht. Bei gewissen Krankheiten oder bei Verbrennungen ist mehr u.U. richtig, bei anderen (z.B. Niereninsuffizienz, Lebererkrankungen) müsste man eher auf das Minimum gehen.

20:26 Eine weitere Art der Mode-Ernährung ist die sogenannte Paläo-Diät oder Steinzeitdiät.

In der Steinzeit assen die Menschen alles roh. Die Ernährungspyramide der Paläo-Diät zeigt 60-70 % der Energie aus rotem Fleisch, dann Gemüse und Samen in der Mitte und ganz oben Nüsse und Beeren.

Eine Zeitskala soll veranschaulichen, wann der Mensch was gegessen hat: Ca. 6 Mio. Jahre v. Chr. hat der Mensch vorwiegend vegan gegessen. Obst und Nüsse standen täglich auf dem Speiseplan. Ca. 4 Mio. Jahre vor Chr. kamen Beeren und Rüben dazu. Erst 2,5 Mio. vor Chr. machte sich der Steinzeitmensch das rote Fleisch zunutze und ca. 500'000 Jahre vor Christus begann der Mensch, die Lebensmittel zu kochen.

22:11 Ernährung mit rotem Fleisch: Kalorien

Eine Kuh frisst fast den ganzen Tag. Sie muss dies tun, weil das Gras wenig Energie hat. Der Verdauungstrakt einer Kuh benötigt sehr viel Energie, weil dieser den ganzen Tag mit der Verdauung der faserreichen Nahrung beschäftigt ist. Das Gehirn bekommt hier im Vergleich wenig Energie ab, deshalb ist das Gehirn einer Kuh wesentlich kleiner.

Ähnlich war es auch bei den Menschen in der Steinzeit: Sie assen nur Obst und mussten davon viel essen, weshalb der Verdauungstrakt viel Energie benötigte und das Gehirn nur wenig davon abbekam. Die Folge war ein kleines Gehirn.

Interessanterweise wuchs das Gehirn mit dem Beginn des Fleischkonsums. Es war also ein grosser Fortschritt für die Steinzeitmenschen. Das Gehirn hat sich vergrössert und der Verdauungstrakt verkleinert. Der Jagdinstinkt verbesserte sich, man entwickelte und baute Werkzeuge, was den Menschen eine höhere Bequemlichkeit verschaffte. (??)

Auch durch das Kochen wuchs das Gehirn, weil sich der Energiegehalt im Lebensmittel erhöhte und gleichzeitig das Verdauungssystem entlastete. Z.B. konnte man so Eiweisse und alle pflanzlichen Nahrungsmittel besser verdauen. Kochen unterscheidet uns von den Tieren. (??)

25:38 Ist also Paläo-Diät für uns Menschen zu empfehlen? Nein!

Unser Energiebedarf entspricht nicht dem, was uns die Fleischmenge bei dieser Paläo-Ernährung (nicht: Paleo-Ernährung) geben würde. Aber die aktuelle Ernährungsweise in der westlichen Welt ist auch der falsche Weg. Denn diese Form erhöht die eben genannten chronischen Krankheiten.

Besser wäre es, wieder mehr natürliche Lebensmittel zu integrieren und so unseren Verdauungstrakt vermehrt zu beanspruchen.

26:44 Rotes Fleisch fördert Dickdarmkrebs, Brustkrebs, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes.

Der Mensch sollte auf keinen Fall jeden Tag rotes Fleisch essen. Eine Möglichkeit, weniger Fleisch zu essen, wäre, es gelegentlich durch Fisch, Gemüse, Hülsenfrüchte oder Vollkornprodukte zu ersetzen.

27:45 Mode-Ernährung: Mediterrane Ernährung

Diese Ernährungsform befürwortet die Vortragende auf jeden Fall. Da sie sich aus viel Gemüse, Obst, pflanzlichen Ölen, Hülsenfrüchten und Nüssen zusammensetzt. Ersetzt man weisse Teigwaren durch Vollkornprodukte, könnte man diese Ernährung noch deutlich verbessern.

28:25 Gesunde Ernährung – gesund bleiben

Jene Lebensmittel, von denen man am meisten essen sollte, stehen bei der Ernährungspyramide ganz unten. Gemüse und Obst sollen den Hauptteil des täglichen Essens ausmachen, gefolgt von Vollkornprodukten und guten pflanzlichen Ölen. Hülsenfrüchte, Nüsse und Fisch sollten auch regelmässig auf dem Speiseplan stehen. Dazu sollte man auf regelmässige körperliche Bewegung achten. Seltener empfiehlt man Milch und Käse. Am wenigsten sollen Fleisch, Süssigkeiten, Limonaden etc. auf dem täglichen Plan stehen. Vor allem Süssgetränke tragen bei Kindern zu Übergewicht bei.

30:00 Vitamine sind lebenswichtige Stoffe, die der Körper nicht selbst bilden kann, sondern über die Nahrung aufnehmen muss.

Soll man Vitamintabletten zu sich nehmen? Bei einer gesunden, ausgewogenen Ernährung braucht man das nicht. Als Ausnahme gelten z.B. ältere Menschen.

Zwei Vitamine bilden hier eine Ausnahme:

Vitamin D kann man nur zu einem geringen Teil über die Nahrung zuführen. Lachs beispielsweise enthält relativ viel Vitamin D, aber dennoch zu wenig für den täglichen Bedarf. Das meiste Vitamin D bekommt man über das Sonnenlicht. Ca. 15 Minuten in der Sonne (mit kurzer Kleidung) reichen, um den Vitamin-D Speicher für ein paar Tage aufzufüllen. Sonnenschutz ist hier wieder kontraproduktiv (schon ab Sonnenschutzfaktor 8). In Wintermonaten könnte man Vitamin D3 (1000 IU/Tag) zu sich nehmen. Viele Menschen haben in diesen Monaten ein Vitamin-D Defizit. Bei Multivitaminpräparaten muss man aufpassen, denn Vitamin A hemmt die Aufnahme von Vitamin D.

Vitamin D soll helfen, das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen zu senken. Wissenschaftliche Studien dazu fehlen noch.

34:04 Vitamin B

Veganer bekommen durch ihre ausschliesslich pflanzliche Ernährung zu wenig an Vitamin B12 und müssen dies in Form von Tabletten zu sich nehmen.

Bier oder Wein senken den Folsäurespiegel im Körper. In Europa versetzt man Nahrungsmittel noch nicht mit Folsäure wie z.B. in den USA oder in Kanada. Ein Folsäure-Defizit erhöht das Krebsrisiko. Gelegentlich kann man dieses Defizit mit Supplementen ausgleichen.

35:30 Alkohol senkt das Herz-Kreislauf-Risiko, erhöht aber das Krebsrisiko.

Gemäss Frau Dr. Dr. Michels kann die Einnahme von Folsäuretabletten das durch Alkoholkonsum erhöhte Krebsrisiko wieder ausgleichen. (??)

36:02 Probiotika

Dieses Gebiet ist sehr gut erforscht. Die Darmflora ist sehr wichtig für die Gesunderhaltung des Immunsystems. Antibiotika zerstören die gesunde Darmflora, danach hilft eine Kur mit Probiotika oder Joghurt.

Joghurt und Probiotika sollen die Darmflora günstig beeinflussen, allerdings basieren die meisten Studien auf Tierversuchen. Weitere Studien folgen.

37:32 Biologisch oder konventionell?

Dazu gibt es keine Studien - KEIN Mensch ernährt sich nur biologisch, das ist unmöglich.

Die Folien zeigen eine Tabelle, um die Entscheidung, ob man biologisch oder konventionell angebaute Produkte einkaufen soll, etwas zu erleichtern:

Folgende Lebensmittel kann man hinsichtlich Pestizidbelastung wie gewohnt essen: Obst- und Gemüsearten, die man schälen muss: z.B. Avocado, Ananas, Grapefruit, Melone, Kiwi, Mango, Papaya, Spargel, Zwiebel, etc. Das kann man ohne Bedenken aus konventionellem Anbau beziehen.

Die einzigen Studien, die es dazu gibt, sind jene, die bei konventioneller Ernährung Pestizide im Urin nachweisen können. Allerdings weiss man nicht, ob oder wie dies die Gesundheit negativ beeinflusst.

Konventionell angebaute Produkte wie Süsskartoffeln, Blumenkohl oder Auberginen sollte man waschen.

Erdbeeren, Trauben, Pfirsiche, Spinat, Paprika, Nektarinen, Tomaten, Zuckerschoten, Grünkohl, Kohlblätter etc. sollte man auf jeden Fall gründlich waschen, weil man diese Lebensmittel nicht schält.

Was sollte man auf jeden Fall biologisch kaufen? Äpfel, denn diese behandelt man in der konventionellen Landwirtschaft mit ca. 15 verschiedenen Pestiziden. Konventionell angebaute Äpfel unbedingt waschen und schälen oder besser: biologische Qualität kaufen.

Stangensellerie, Kartoffeln, Gurken sollte man auch in Bioqualität kaufen oder unbedingt waschen und schälen.

Bananen würde man ja schälen, aber hier kommt auch der Menschenrechts- und Gesundheitsaspekt dazu. Kauft man biologische Qualität, fördert man zumindest nicht die Pestizidausbringung, die in den Tropen bei konventionellen Feldern per Flugzeug stattfindet. Dort bringt man die Pestizide auch aus, wenn ArbeiterInnen am Feld stehen.

Diese Empfehlungen richten sich nach durchschnittlichen Pestizidanwendungen. Ob nun ein kleiner Landwirt weniger spritzt, ist hier nicht berücksichtigt.

41:48 Sojaprodukte / Tofu

Soja enthält wertvolles Eiweiss und pflanzliche Östrogene und man setzt es immer wieder als Fleischersatz ein. Scheinbar helfen diese pflanzlichen Östrogene postmenopausalen Frauen, den weiblichen Östrogenspiegel zu erhöhen, was positiv ist. Aber auch bei hohem Östrogenspiegel (z.B. bei Brustkrebs) könnte dieses pflanzliche Östrogen das körpereigene Östrogen senken, da die pflanzlichen Östrogene mit den körpereigenen konkurrieren und deren Rezeptoren besetzen.

Diese positiven Auswirkungen lassen sich aber nicht eindeutig zuweisen. In asiatischen Ländern gibt es zwar deutlich weniger Brustkrebs-Patientinnen als in westlichen Ländern, aber diese Frauen sind auch deutlich schlanker. Diese Tatsache lässt sich nicht unbedingt auf einen höheren Soja-Konsum zurückführen. Zudem wachsen die Frauen dieser Länder mit Sojaprodukten auf.

44:23 Kaffee - Darf ich Kaffee trinken?

Wenn keine Herzrhythmusstörungen vorliegen, ist laut Dr. Dr. Michels gegen Kaffee nichts einzuwenden. (??)

Studien zeigen, dass Kaffee das Risiko für Diabetes, Gebärmutterkrebs und Prostatakrebs senkt.

45:10 Salz unbedingt meiden!

Salz erhöht den Bluthochdruck sehr deutlich. Allerdings spricht jeder unterschiedlich darauf an.

Fertiggerichte enthalten neben viel Salz auch viele andere chemische Substanzen, die gesundheitsschädlich sind: Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe, schlechte Fette etc.

In fast allen Restaurants ist alles viel zu salzig. Im eigenen Haushalt lohnt es sich, Salz zum Teil durch Kräuter zu ersetzen.

46:36 Inhaltsstoffe lesen!

Die durchschnittlichen Nährwertangaben finden Sie meist in einem Kästchen (Energiegehalt, Fett, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiss, Salz etc.). Manchmal findet man auch Angaben dazu, wie hoch der Anteil an gehärteten Fetten ist. Diese Angabe ist z.B. in den USA vorgeschrieben.

Die Zutaten, die ein Produkt enthält, sind nach Menge sortiert. Stehen Salz oder Zucker zu Beginn der Liste, ist davon auch am meisten enthalten.

48:11 Gesunde Ernährung – gesund werden

Was kann die Ernährung bei einer Krankheit wie Rheuma bewirken? Studien zeigen, dass die Beschwerden deutlich zurückgehen, wenn man das Gewicht reduziert, Fastenkuren macht, auf Fleisch verzichtet, auf Alkohol und Nikotin verzichtet, sich gemüsereich ernährt und Fisch und Fischöl, Rapsöl, Walnussöl oder Leinöl in die Ernährung integriert.

49:23 Optimales Gewicht = 21

BMI = Body Mass Index = Gewicht (kg) / [Grösse (m)]2

Z.B.: eine Person mit 60 kg und einer Grösser von 1,60 m hat einen BMI von 23,4.

21-25: Normalgewicht; das optimale Gewicht mit einem BMI von 21 entspricht zwar einer sehr schlanken Figur, ist aber vor allem bei den hier genannten Krankheiten anzustreben.

>25: Übergewicht

50:29 Gicht

Die Ernährung spielt bei Gicht eine sehr grosse Rolle. Um die Beschwerden zu reduzieren, sind eine Gewichtsreduktion, Fastenkuren, Fleischverzicht, Alkohol- und Nikotinverzicht und eine purinarme Kost sehr wichtig.

50:54 Arteriosklerose führt zu Gefässverkalkungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Arteriosklerose bemerkt man erst, wenn die Verkalkungen schon da sind. Herr Dr. Ornish (aus Kalifornien) hat bewiesen, dass man mit der Einhaltung eines strikten Lebensstils die Verkalkungen der Gefässe rückgängig machen kann. Wichtig sind Gewichtsreduktion, körperliche Bewegung, Alkohol- und Nikotinverzicht und Stressabbau. Die begleitende Ernährung, die Dr. Ornish entwickelt hat, ist für viele eher extrem: vegan, ballaststoffreich, sehr fettarm. Mit dieser Ernährung kann man Bluthochdruck und Cholesterinspiegel nachweislich senken. Es bleibt offen, ob dann eine eventuelle Unterversorgung an essenziellen Fettsäuren vorkommen kann.

53:11 Gesunde Ernährung für unsere Kinder

Die Prävention sollte nicht erst im Erwachsenenalter beginnen. Die Entwicklung von chronischen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Gefässverkalkungen beginnt schon im Kindesalter.

54:20 Vorurteil: Gesunde Ernährung schmeckt nicht.

Gesunde Ernährung kann wirklich sehr schmackhaft sein! Es hängt vor allem von der Lebenseinstellung ab und liegt häufig auch an der Zubereitung.


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