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Buchbesprechung "NO MILK" von Daniel A. Twogood

Milchallergene und Zusatzstoffe in unserer Nahrung können zu Genickschmerzen, Rückenschmerzen oder Kopfweh führen. Die Fallstudie mit 3000 Patienten zeigt das.

Abbildung Buch "No Milk" von Daniel A. Twogood mit Collage von Text.© CC-by-sa 2.0, Collage Catalina Sparleanu, PhD, Foundation Diet Health Switzerland

Fazit

Allergene und Giftstoffe können für viele chronische Erkrankungen ursächlich sein. Falls ein Gesundheitsproblem vorliegt, wofür Ihr Arzt/Behandler bisher keine Ursache finden konnte, versuchen Sie mit Ihrer Ernährung zu experimentieren, um heraus zu finden, welches Ihre möglichen Allergene sind. Achten Sie auch auf Zusatzstoffe, auf die Ihr Körper reagieren könnte.

Durch das Weglassen von Casein (Kasein), einem Milcheiweiss und möglichen Allergen, und Mononatriumglutamat, einem in Fertigprodukten häufig beigemengten Zusatzstoff und möglichen Giftstoff, lassen sich gemäss vorliegendem Buch nahezu alle chronischen Nacken-, Rücken- und/oder Kopfschmerzen behandeln. Er verweist zusätzlich auf weitere Probleminhaltsstoffe in Lebensmitteln. Beispielsweise auf Gluten, Soja, Mais oder Alkaloide von Nachtschattengewächsen.

Dem Autor und mir als Arzt ist bewusst, dass die wissenschaftliche Datenlage auch bei 3'000 Fällen nicht sehr gross ist, um die Behauptung dieses Buches zu bestätigen/erhärten. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig: Es handlet sich um eine komplexe Thematik, die einer interdisziplinären Kooperation mit Physiologen, Biochemikern, Ernährungswissenschaftlern oder Ähnlichen bedarf. Das ist angesichts der sehr starken und bedeutenden Milch-Lobby mit Finanzierungsproblemen verbunden und erklärt so das Fehlen eindeutiger Evidenzbasiertheit.

Auch ist anzunehmen, dass viele Patienten erst dann bei Dr. Daniel A. Twogood erschienen, als keine andere Methode mehr nützte. Dies erklärt die extrem hohe Heilungsrate.

Der Autor hat sich nicht mit allen Problemen von Milch befasst, sondern lediglich mit den Allergenen.

Um sich umfassend über die Gesundheitsprobleme von Milch und Milchprodukten zu informieren, müsste man das Buch "Milch besser nicht!" von Maria Rollinger lesen - oder zumindest die Buchbesprechung zum Buch von ihr.

1. Zusammenfassung

Dr. Daniel A. Twogood hat in sechs Jahren 3'000 Klienten in seiner Praxis behandelt.

Deren Beschwerden am Bewegungsapparat verschwanden meist nach Milchverzicht oder liessen zumindest stark nach.

Der Autor arbeitet als Chiropraktiker in eigener Praxis in Kalifornien, USA. Da löst man eigentlich funktionelle, reversible Störungen des Bewegungsapparates, was im Volksmund auch Verspannung heissen kann.

Auf den Milch-Zusammenhang (engl., Milk-Connection) kam er durch einen seiner Klienten, der nach minutiöser Prüfung seiner Essgewohnheiten die Behauptung äusserte, dass seine Nacken-, Rücken- und Kopfschmerzen jeweils nach dem Verzehr von Milch(-produkten) auftraten. Im Zug seiner Beobachtungen - die vergleichbar mit einer prospektiven, hypothetischen Kohortenstudie sind - ist Dr. Daniel A. Twogood zum Schluss gekommen, dass Casein (Kasein), ein Milchprotein, über eine allergische Reaktion verschiedenste Symptome auslösen kann, die von chronischen Schmerzen im Bewegungsapparat über Verdauungsprobleme bis hin zu Verhaltensauffälligkeiten reichen.

Daher geht er einen Schritt weiter und schreibt:

In my opinion, eliminating animal products from the diet is probably the single most powerful health inducing dietary change a person can make. However, many vegetarian programs rely on soy pruducts heavily. So allergy can commonly result. (S. 138)

Der Klappentext und über den Autor

Dr. Daniel A. Twogood erlangte an der University of California in Santa Barbara, Kalifornien/USA, den Fachabschluss in Kinesiologie. Danach besuchte er bis zu seinem Abschluss im Jahre 1983 das Cleveland Chiropractic College in Los Angeles. Bis zu seiner eigenen Praxiseröffnung in Apple Valley, Kalifornien/USA, arbeitete er am International Sports Medicine Institute in West Los Angeles.

In seiner Praxis traf er auf einen Klienten, dessen Rücken- und Kopfschmerzen durch bestimmte Nahrungsmittel, namentlich Milch, ausgelöst wurden. Dieses Buch ist das Resultat eines sechs jährigen Erforschens dieser Aussage.

Foto von Buchrückseite: "Chronic Pain Gone 90 Days", Dr. Daniel Twogood.© CC-by-sa 2.0, Daniel Twogood

Dr. Daniel A. Twogood ist Chiropraktiker in Apple Valley, Kalifornien/USA.

Er studierte zunächst an der University of California, wo er 1973 den Abschluss in Sport- und Turnunterricht (Physical Education) erlangte, danach bis 1983 im Cleveland Chiropractic College, wo er mit magna cum laude promovierte.

Danach (1984) begann er am International Sports Medicine Institute in West Los Angeles zu arbeiten, wo er u.a. Athleten der damaligen Olympischen Sommerspiele behandelte.

1985 eröffnete er seine eigene Praxis in Apple Valley, Kalifornien/USA, wo er den Zusammenhang zwischen Milch und Schmerzen entdeckte.

Er ist Autor von vier Büchern über chronische Schmerzen:

  • "No Milk" (1991),
  • "How To Rid Your Body Of Pain" (1996),
  • "MSG Is Everywhere" (1997)
  • "Chronic Pain Gone 90 Days" (sein bis jetzt letztes Werk).

Er ist für Interviews und öffentliche Vorträge verfügbar. (The Independent Author Network)

2. Buchbesprechung

Uns ist nicht bewusst, dass über 50 % unserer Erkrankungen auf unsere Ernährung zurück zu führen sind. Hippokrates pflegte zu sagen, dass der Schlüssel zu einem gesunden Leben in einem möglichst natürlichen und gesunden Lebensstil liegt.

2.1. Krankheitsursachen S. 24

Jeder Arzt legt noch heute den Eid des Hippokrates ab mit dem Ziel, dem Kranken nicht zu schaden.

Doch in den Augen des Autors erwecken die meisten Schulmediziner heute den Anschein eines "verherrlichten Medikamentenhändlers" (S. 25). "Deren prioritäres Ziel ist die schnelle Diagnosestellung, um dann mit Medikamenten zu therapieren" (S. 27).

Anstatt anlässlich eines Erstkontaktes eine eingehende Anamnese zu erheben, welche u.a. Aufschlüsse über die Ernährungsgewohnheiten eines Patienten böte, sind es wohl die schulmedizinische Ausbildung und Zeit- und Effizienzdruck der heutigen Ärzte, die dazu führen, dass man in erster Linie gerne zügig Diagnostik betreibt. Sicherlich sind sorgfältige, apparative Untersuchungen wie Blutentnahmen, Röntgen, Computertomographie, Magnetresonanztomographie etc. auch wichtige Mittel zur Erkennung vorliegender Beschwerden.

Ist die Diagnose bekannt, schlägt die Schulmedizin, insbesondere in den nicht-operativen Disziplinen, meist eine Therapie vor, die aus Arzneimitteln besteht.

Obwohl eine aufmerksamere und besser gebildete Öffentlichkeit diesen fraglichen Schluss allmählich hinterfragt, hat diese oftmals irrtümliche Haltung ("Die richtige Arznei wird Ihnen helfen" S.25) in der Allgemeinheit weiterhin grossen Stellenwert.

Gesundheitsbeeinträchtigend sind Erbkrankheiten, Traumen, Infektionen durch Krankheitserreger, eingenommene Allergene und Giftstoffe sowie unbekannte Ursachen (Idiopathie). Man kann auch in der Medizin nicht immer alle Gründe für eine Erkrankung finden.

Unsere bisher gesammelten Erkenntnisse im Gesundheitswesen entstammen oft aus dem Prinzip von Versuch und Irrtum (engl. trial and error). Ärzte, die Schulmedizin betreiben, erwecken manchmal den Anschein, als betrachteten sie den menschlichen Körper als chemischen Spielplatz (S. 26).

Arzneimittel als potentielle Giftstoffe zusätzlich irritieren ein im Ungleichgewicht befindliches System

Seit Paracelsus wissen wir, dass die Zugabe einer Chemikalie in die Blutbahn körperliche Symptome manipuliert oder verändert. Sie kann aber auch Nebenwirkungen auslösen.

In seinem vierten Buch namens "Chronic Pain Gone 90 Days, Kapitel: Just Say No To Drugs", S. 28ff (siehe unten stehendes Bild) behauptet Dr. Daniel A. Twogood, dass Arzneimittel als potentielle Giftstoffe ein im Ungleichgewicht befindliches System (= Körper) zusätzlich irritieren.

Angesichts dessen kommt er zum Schluss, dass ein krankes Organ durch Abziehen eines verursachenden Allergens und/oder Toxins, und nicht durch Zugabe eines Weiteren, ins Gleichgewicht kommt.

Dem Autor, wie auch uns, ist nicht verborgen geblieben, dass es seit der letzten Jahrhundertwende eine Häufung von Krebserkrankungen gibt; und dies trotz modernster Medizin.

Wie kommt es, dass Herzleiden im 19. Jahrhundert kaum vorkamen, und heute an erster Stelle stehen? Lag es an der unzureichenden Diagnostik, geringeren Ärztedichte, selteren Arztbesuchen, schlechterer Dokumentation und/oder Statistiken?

Dr. Daniel A. Twogood hat anhand von Erfahrungen, Beobachtungen, Publikationen und nachfolgender Herleitung den Schluss gezogen, dass Milch kein gutes Nahrungsmittel ist (S. 31). Eine Herleitung, die angesichts fehlender, evidenzbasierter Doppelblindstudien sicherlich weniger gewichtig erscheint. Trotz dünn gesähter Datenlage sei auf die mannigfachen Internet-Diskussionen hingewiesen.

Auch darf man die These nicht kategorisch verwerfen, ehe nicht weitere Versuche (engl. trials) erfolgen. Gemäss Autor sind viele gesundheitliche Probleme auf Milch zurück zu führen, auch wenn nicht jeder allergisch auf sie reagiert.

1985 begann Dr. Daniel A. Twogood, Ansätze der Bioökologie in Betracht zu ziehen. Dies nachdem er von einem seiner Patienten erfuhr, dass er seit dem Verzicht auf Milch(-produkte) nicht mehr unter Nacken-, Rücken- und Kopfschmerzen leidet.

Robert Esters Geschichte

Robert Ester, ein Mittfünfziger, suchte infolge mehrjähriger, heftiger Nacken-, Rücken- und Kopfschmerzen verschiedene Ärzte und Spezialisten auf, die trotz unzähliger Untersuchungen keine Ursache für seine Beschwerden herausfanden. Zwar hatte jeder der Behandler seine Vermutung und verordnete entsprechende Therapien; alle ohne Erfolg. Bis ihn eines Tages zwei weitere Ärzte darauf hinwiesen, dass er in seinem Blut leicht erhöhte Cholesterinwerte habe, die allerdings nichts mit seinen Beschwerden zu tun hätten.

Trotzdem begann er auf eigene Faust, seinen Ernährungsplan zu ändern. Um die Cholesterinzufuhr zu drosseln, verzichtete er auf rotes Fleisch, Eier, Fette, Milchprodukte und Süsses.

Und siehe da, die Beschwerden stellten sich nach ein paar Wochen ein. Noch konnte er nicht nachvollziehen, welches Lebensmittel dahinter steckte. Ungefähr vier Monate nach Ernährungsumstellung hatte er grosse Lust auf ein Glas Milch.

Als die Milch seine Lippen berührte, spürte er sogleich ein Brennen entlang seiner Wirbelsäule. Wenig später hatte er heftige Kopfschmerzen. Danach hat er sich weitere 25 Mal Milch(-produkten) ausgesetzt. Jedes Mal mit dem selben Resultat.

Dr. Daniel A. Twogood war bis 1985 der Annahme, dass Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen Folge eines Traumas auf die Wirbelsäule sind. Strukturelle Veränderungen führen zu physiologischen Veränderungen, die wiederum für das Aufkommen von Symptomen verantwortlich sind (S. 32). Durch Manipulation der in Mitleidenschaft gezogenen knöchernen Strukturen machen Chiropraktiker traumatische Veränderungen rückgängig. Die Philosophie der Chiropraktiker schreibt vor, Ursachen für Symptome zu bestimmen, um sie dann zu eliminieren (S. 32).

Mediziner und chiropraktiker

Mediziner hingegen versuchen, Symptome und Krankheiten wenn möglich mittels kontrollierten chemischen und strukturellen Veränderungen zu eliminieren. Sprich, Medikamente versus Operation. Sind die Beschwerden durch eine Entzündung bedingt, liegt die Therapie der Wahl bei entzündungshemmenden Mitteln, beispielsweise NSAR (Nichtsteroidale Antirheumatika). Liegen zusätzlich Muskelspasmen (= Muskelkrämpfe) vor, verordnet der Arzt ein Muskelrelaxans.

Es scheint, als würden Pharma-Firmen Tag und Nacht an neuen chemischen Erfindungen tüfteln, um Symptome effektiv zu bekämpfen.

Sind die strukturellen Veränderungen zu ernsthaft oder so nicht rückgängig zu machen, kann der Arzt versuchen, das Problem chirurgisch zu beheben.

Chiropraktiker versuchen, gewissen Symptomen durch Manipulation knöcherner Strukturen vorzubeugen. Was heisst, dass beispielsweise eine Subluxation (= unvollständige Ausrenkung eines Gelenkes) einem Symptom vorausgeht und der Chiropraktiker durch Korrektur der unvollständigen Ausrenkung der Beschwerde vorgebeugt.

Einer gesunden Person, die aufgrund ihrer Subluxation Beschwerden entwickelt hätte, bleibt die Erkrankung so erspart. Prävention lautet der Leitspruch. (S. 33)

Foto eines Heuhaufens mit Collage von Text von Seite 36 aus Buch "No Milk".© CC-by-sa 4.0, Collage Catalina Sparleanu, PhD, Foundation Diet Health Switzerland

Wir wissen, dass ohne Probleme kein Handeln nötig ist. Trotzdem tragen wir im Sinne der Primärprävention Verantwortung für unser Wohlergehen. Schlägt ein Arzt einen chirurgischen Eingriff, eine medikamentöse Behandlung oder eine Diät vor, dann ist es unsere Pflicht als Patient zu entscheiden, ob wir vorgeschlagene Behandlung annehmen oder nicht.

Ein weiteres Problem ist, dass viele Patienten aufgrund chronischer Beschwerden bereits mehrere Ärzte besuchten (z.B. Hausarzt, Spezialist, Spital), mehrere Diagnosen erhielten, viele Therapien erduldeten und immer noch kein Resultat im Sinne einer Verbesserung verzeichneten. Viele dieser werden weitere Ärzte/Alternativmediziner aufsuchen mit dem Ziel, endlich Linderung zu erfahren.

Manipulation der Wirbelsäule

Von Chiropraktikern ausgeübte Manipulation der Wirbelsäule ist ein wirkungsvolles Mittel innerhalb des Gesundheitswesens.

Bevor sich Dr. Daniel A. Twogood der Bioökologie - also der Lehre darüber, wie der menschliche Körper auf Umwelteinflüsse reagiert - hingab, war er ein herkömmlicher Chiropraktiker, der mittels Manipulation der Wirbelsäule gute Resultate erzielte, doch längst nicht alle heilte. Betroffene, die auf seine Behandlung nicht reagierten, erhielten meist erneut Medikamente oder wurden operiert.

Wenn die Chiropraktik als konservative Behandlungsform scheitert, Orthopäden und Neurologen ratlos sind, folgen in der Regel weitere Untersuchungen. Diese sind so angelegt, um die Nadel im Heuhaufen zu finden. Was, wenn die Nadel gar nicht im Heuhaufen liegt? (S.36). Denn liegt sie im Schweinebottich, liefern auch weitere Tests keine Antwort, und der Prozess beginnt in die falsche Richtung zu schreiten.

Dr. Daniel A. Twogood ist der Ansicht, dass Patienten vor einer Operation und/oder Behandlung mit Arzneien stets bioökologische Ansätze in Betracht ziehen sollten.

Daher stellt der Autor die These auf, dass Kuhmilch kein gutes Nahrungsmittel für uns ist. Milch fügt uns mehr Schaden zu als jedes angebliche Reformprodukt auf dem Markt. Milch ist weder für Kinder noch Erwachsene gesund. Kuhmilch ist einzig gedacht, um Kälber zu säugen (S. 42).

Ärzte wollen nur das hören, was gut in ihre Überzeugungen passt. Obige These findet darin wohl kaum Platz, weshalb sie von den Medizinern bis dato unberücksichtigt blieb (S. 47).

Gifte hingegen sind für alle giftig. Es ist die Menge, auf die es ankommt.

Sowohl in der medizinischen als auch in der chiropraktischen Fakultät gibt es schlechte Studenten, die schlechte Behandler werden. Das ist nicht das Problem. Wir benötigen neue Ideen und Behandlungsansätze, insbesondere für diejenigen, die auf konventionellem/schulmedizinischem Weg keine Besserung erreichen.

Redaction comment

Anlässlich meines Medizinstudiums an der Universität Basel (Schweiz) hat man mich gelehrt, dass Käseverzicht die Migränanfälligkeit reduziert und sich ein Schokoladeverzicht bei Akne positiv auf das Hautbild auswirkt. Einen Zusammenhang schien man bereits damals zu vermuten, weshalb naheliegend ist, dass Mediziner (inklusive meiner selbst) ihren Patienten - sofern sie an Migräne oder Akne leiden - unter anderem von Käse oder Schokolade abraten.

Nicht jeder reagiert jedoch auf Allergene.

Erst wenn eine Person sensitiv (= empfindlich) ist, führt jede Exposition mit dem Allergen zu einer allergischen Reaktion. Also auch geringe Mengen eines Allergens können Symptome auslösen.

Gifte hingegen sind für alle giftig. Es ist die Menge, auf die es ankommt. Paracelsus sagte: "Alle Ding' sind Gift und nichts ist ohn' Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist".

Dass es Dr. Daniel A. Twogood gelungen ist zu zeigen, dass auch Gelenk- und Muskelbeschwerden durch Milch(-produkte) und andere häufige Allergene und Giftstoffe auslösbar sind, hat mich erstaunt. Insbesondere beim Metabolischen Syndrom erinnere ich mich aus meiner Studienzeit und Erfahrungen aus dem Spitalalltag an "Lifestyle-Modifications" (= Anpassungen des Lebensstils, was heisst: Gewichtsabnahme, Reduktion des Blutdruckes und der Blutfettwerte sowie Einhaltung einer Diät zur Regulierung der Blutzuckerwerte) als Therapieansatz.

Sofern bei einem Betroffenen, der vom Hausarzt infolge chronischer Gelenksbeschwerden zur weiteren Untersuchung zugeweisen wurde, aus dem Zuweisungsschreiben keine Fettleibigkeit, Bluthochdruck, zu hohe Fettwerte oder Insulinresistenz hervorgingen, sah das Vorgehen folgendermassen aus:

  • Anamneseerhebung, um ausfindig zu machen, ob ein akutes Trauma vorliegt oder sich Hinweise für die Überbeanspruchung eines Gelenkes ergeben.
  • Dann eine Blutentnahme, um Veränderungen im Blut festzustellen (z.B. Infekt-/Entzündungszeichen)
  • Zuguterletzt eine Bildgebung, die zwecks besserer Auflösung meist durch ein CT oder MRT erfolgte.

Anhand obiger Befunde liess sich dann meist schon eine Diagnose stellen, die, wie Dr. Daniel A. Twogood in seinem Buch schreibt, in den allermeisten Fällen eine medikamentöse Behandlung nach sich zog. Massnahmen, die die Ernährung betrafen, spielten aus meiner Erfahrung eine untergeordnete Rolle; Ausnahme bildete das oben genannte Metabolische Syndrom.

2.2. Der Zusammenhang mit Milch S. 50

Im Fall einer Milchallergie führen noch so kleine Mengen Casein (Kasein) zu Nacken-, Rücken- und/oder Kopfschmerzen, die im Schnitt drei bis vier Tage andauern. Konsumiert ein Betroffener beispielsweise zu Beginn der Woche Frühstücksflocken mit Milch, am Mittwoch etwas Käse und am Wochenende einen Pfannkuchen (Pancake, engl.) dann reicht dies, um die ganze Woche Beschwerden zu haben.

Im Schnitt treten bei einer Sensitivität nach etwa 24 - 48 Stunden Symptome auf, die wiederum drei bis vier Tage anhalten können.

Dem Penicillinallergiker sagt man auch nicht, er dürfe künftig nur noch wenig "Penicill.." einnehmen. Er/Sie erhält einen Allergiepass worin steht, dass er/sie unter keinen Umständen Penicillinantibiotika bekommen darf. (S. 76)

Weitere Allergene, die oft zu Sensitivitäten (= Überempfindlichkeiten) führen, sind Schokolade, Speiseeis und Sauerrahm. Milchschokolade beispielsweise besteht u.a. aus Kakao, Milch, Zucker und Theobromin, wobei es sich beim Letztgenannten um ein Stimulans handelt. Theobromin ist chemisch dem Koffein (Coffein) ähnlich. Wer nun denkt, dass vor allem Milchschokolade Sensitivitäten auslöst, irrt.

Es ist die Kombination aus Zucker und Theobromin, die jede Schokolade, egal ob weiss, milchhaltig oder zartbitter (schwarz), zu einem Trigger (= Auslöser) für Nacken-, Rücken- und/oder Kopfschmerzen machen. (S. 101, 110)

Daher rät Dr. Daniel A. Twogood nebst Milch auch von Schokolade ab.

Collage links Milch und Schokolade mit Text aus Buch "No Milk" Seite 102.© CC-by 2.0, Collage Catalina Sparleanu, PhD, Foundation Diet Health Switzerland

Viele denken, dass das Älterwerden mit körperlichen Leiden einher geht, und nehmen dies einfach hin (S. 81). Es könnte sich hierbei unter anderem um die Folgen eines fortdauernden Milchkonsums bei bestehender, aber vom Arzt nicht erhobenen, Milchallergie handeln. Warum also nicht einfach mal alle Milchprodukte weglassen und zuwarten, ob eine Besserung eintrifft?

Symptome wie Nacken-, Rücken- und Kopfschmerzen pathognomonisch für eine Milchallergie sind

Ausschlaggebend für seine Vertiefungen in das vorliegende Thema war die Beobachtung eines seiner Patienten, der ihn darauf hin wies, dass Milchprodukte seine Gelenkschmerzen hervorriefen.

In den folgenden sechs Jahren konnte der Autor obige Kausalität, nämlich den Zusammenhang zwischen Milchkonsum und Gelenksbeschwerden, bei 3'000 weiteren seiner Patienten nachweisen (S. 51, 97).

An dieser Stelle sei nochmals betont, dass es sich hierbei um anekdotische Evidenz handelt, die im Unterschied zu empirischer Evidenz noch keinen Analogieschluss erlaubt, aber wiederum eine gute Ausgangslage für weitere Studien bildet, die obige These bestätigen (= Evidenzbasierte Medizin).

Dr. Daniel A. Twogood wagt gar die Behauptung, dass Symptome wie Nacken-, Rücken- und Kopfschmerzen pathognomonisch für eine Milchallergie sind (S. 51), oft einseitig vorkommen und von einem Krepitus (= Knarren/Knirrschen der Gelenke) begleitet sein können. (S. 177, 178).

Entsprechend zeigte sich bei 95 % der Fälle, dass ein Weglassen der Milchprodukte zu einem Sistieren (= Unterbrechen) der Beschwerden führte.

Bei den übrigen 5 %, die auf Caseinverzicht keine Besserung aufwiesen, sind mit grosser Wahrscheinlichkeit andere Allergene und/oder Giftstoffe (inkl. Toxine, Toxinologie) ursächlich, beispielsweise Mononatriumglutamat. (S. 113)

Allergien können sich als Gelenk- oder Muskelschmerzen manifestieren, als Herzklopfen, Schläfrigkeit, Stimmungsschwankungen, Hyperaktivität, Muskelkrämpfe etc. Allergie kann eine Abnormität im menschlichen Zustand sein. Allergie kann asoziales Verhalten verursachen. Allergie kann Ihre Handschrift verändern. (S. 59, Asozialität, Myalgie)

Nahrungsmittelunverträglichkeiten, respektive Allergien, sind in unserer Gesellschaft häufiger anzutreffen, als manche von uns, aber auch manche Ärzte vermuten. Ein brustgestillter Säugling kann ohne jeglichen Direktkontakt mit Kuhmilch eine Kuhmilchallergie entwickeln, wenn seine Mutter Milch(-produkte) konsumiert, deren Caseine sie dann über ihre Milch an den Säugling weitergibt.

"Milk, The Deadly Poison" von Robert Cohen

Titelbild Buch "MILK The Deadly Poison" von Robert Cohen.© CC-by-sa 2.0, Robert Cohen

Doch warum verspricht die Lebensmittelindustrie, Milch und deren Produkte seien wichtig und gesund für uns?

Warum wird der Milchkonsum von den Medizinern nicht kritischer hinterfragt? Aussagen wie, "ich möchte auf Milch und deren Produkte verzichten", werden vom Arzt meist mit folgendem Satz erwidert: woher nehmen sie denn das für die Knochen notwendige Kalzium, wenn nicht aus der Milch?

Wenn man bedenkt, dass Kuhmilch einzig und alleine dazu dienen sollte, ein Kalb zu ernähren. Warum hat sich alles so entwickelt, als schienen Milchprodukte heute unverzichtbar und vor allem gut für uns zu sein?

Bezüglich obiger Denkanstösse und offener Fragen verweise ich auf die Buchbesprechung von "Milk, The Deadly Poison" von Robert Cohen.

Sowohl Kuhmilch als auch Muttermilch enthalten Laktose. Das ist ein Disaccharid (= Zweifachzucker) bestehend aus den verwertbaren Zuckerarten Glukose und Galaktose. Für dessen Spaltung und Weiterverarbeitung bedarf es eines Enzyms, der Laktase.

Kann der Organismus Laktose mangels Laktase nicht mehr in seine verwertbaren Bestandteile Glukose und Galaktose spalten, sammelt sich der ungespaltene Milchzucker (Kohlenhydrat) im Darminneren an, wo ihn Dickdarmbakterien zu Laktat vergären, was Blähungen verursacht. Zudem führt das zu einer osmotischen Diarrhoe. Das bedeutet, dass nicht aufgenommene Nahrungsbestandteile Wasser osmotisch in das Darminnere ziehen, was Durchfall erzeugt.

Das Laktasevorkommen im Dünndarm ist unmittelbar nach der Geburt am höchsten, damit der Säugling die ihm mit der Muttermilch zugeführte Laktose optimal verwerten kann.

Mit Heranwachsen des Säuglings nimmt die Laktasekonzentration natürlicherweise ab, was zur Folge hat, dass er Laktose nicht mehr verwerten kann. Der Säugling beginnt, auf eine weitere Muttermilcheinnahme zu verzichten, was oft zwischen dem 12. und 18. Lebensmonat geschieht.

Wir sind so konzipiert, Milch lediglich während unseren ersten Lebensmonate zu trinken. Unser Körper scheint von Natur aus zu wissen, wie lange ihm Milch bekommt. Doch unsere Gesellschaft und die moderne Medizin haben dies zwecks Bequemlichkeit neu entworfen.

Allergien wachsen sich nicht aus, sondern bleiben bei fortdauernder Exposition ein Leben lang bestehen

Wir lassen zu häufig ausser Acht, dass Kleinkinder, die wir auf Kuhmilch umstellen, im Zuge einer Kuhmilchallergie symptomatisch geworden sind, und deshalb über Jahre an Blähungen, Diarrhoe, Colitiden, Hautauschlägen und Unruhe leiden.

Manche Ärzte glauben, Allergien seien eine Kindheitserscheinung und würden sich auswachsen. Dem widerspricht Dr. Daniel A. Twogood. Zwar beobachtet man bei Kleinkindern oft ein Verschwinden der (Allergie-)Symptome um das 5. oder 6. Lebensjahr (= masking, Verhüllung). Viele dieser Patienten suchen mich im Adoleszentenalter oder als Erwachsene wieder auf mit Kopfweh oder Rückenschmerzen, also eigentlich wegen deren Milchallergie. (S. 86).

Es besteht zudem ein signifikanter Zusammenhang zwischen Streptokokken Infektionen (Otitis, Pharyngitis, Bronchitis) und Kuhmilch-Konsum bei (Klein-)Kindern, dessen sich auch Kinderärzte zunehmend bewusst werden (S. 89).

Bei Säuglingen und Kleinkindern äussert sich eine Milchallergie meist zunächst als Verdauungs- und Hautproblem, später als rezidivierende Streptokokken-Infektionen im Hals-Nasen-Ohren Bereich, und als Jugendlicher in Form von Lern-/Verhaltensauffälligkeiten, Gelenkschmerzen und Akne (S. 175).

Allergien wachsen sich nicht aus, sondern bleiben bei fortdauernder Exposition ein Leben lang bestehen. Daher erstaunt es umso mehr, dass Kinder in der Schule während ihren Pausen Milch erhalten!

Die AMA (American Medical Association) und die Milchindustrie haben in den Vereinigten Staaten festgelegt, dass man 1000 - 1500 mg Kalzium täglich benötigt, um optimale Gesundheit zu erhalten. Sie behaupten, dass dafür Milch und Milchprodukte die besten Quellen bilden. (S. 72)

Asiaten und Afrikaner konsumieren (meist) keine Milch und haben eine tägliche Zufuhr von weniger als 400 mg pro Tag, doch haben sie gesunde Zähne und leiden nicht an Osteoporose. (S. 72)

Die Kalziumaufnahme im Dünndarm ist abhängig vom Verhältnis zu Phosphat (Ca/Ph-Ratio) sowie vom Proteingehalt der zugeführten Kost. Bei zu hohem Proteingehalt der zugeführten Kost baut die Leber den Überschuss zu Harnstoff- und Stickstoff-Verbindungen ab, welche die Niere ausscheidet. Harnstoff hat eine harntreibende Wirkung, wodurch wiederum mehr Elektrolyten, darunter Kalzium, verloren gehen.

Kuhmilch hat eine Ca/Ph-Ratio von 1:2 und ist viel proteinreicher als Muttermilch mit einer Ca/Ph-Ratio von 2:1. Ein Liter Kuhmilch enthält zirka 1'200 mg, ein Liter Muttermilch nur gerade 300 mg Kalzium. Durch das "günstigere" Kalzium-Phosphat Verhältnis und den geringeren Proteingehalt erhält der Säugling durch Muttermilch trotzdem mehr Kalzium zugeführt als durch Kuhmilch.

Milchprodukte zu sich nehmen wegen des Kalziums macht ungefähr gleich viel Sinn wie Rauchen um das Gewicht unter Kontrolle zu halten

Twogood schreibt unten auf Seite 72: Drinking milk for calcium makes about as much sense as smoking for weight control. Also: Milchprodukte zu sich nehmen wegen des Kalziums macht ungefähr gleich viel Sinn wie Rauchen um das Gewicht unter Kontrolle zu halten.

Nicht zu vergessen, dass der Mensch dazu befähigt ist, sich das notwendige Kalzium aus einer normalen Diät, bestehend aus Früchten, Gemüse, Reis und Bohnen, zu holen. Kühe sind Vegetarier und leiden dennoch keinen Kalziummangel. (S. 73). Einen Kalziummangel, bedingt durch unsere hiesigen, falschen Ernährungsgewohnheiten, ziehen wir bis dato nicht in Erwägung!

Kuhmilch enthält folgende Proteine: Casein, Laktoalbumin (Lactalbumin) und Laktoglobulin, wobei ersteres 77 % ausmacht. Milch besteht aus einer soliden Komponente, der geronnenen Milch, und einem flüssigen Anteil, der Molke.

Die Herstellung von Käse benötigt nur die solide Komponente, die Molke bleibt als Abfallprodukt übrig. Käse enthält v.a. das Protein Casein. In der Molke bleiben die Laktoalbumine und –globuline zurück. Aufgrund dessen muss ein Milchallergiker nicht zwingend sensitiv auf Molkeprodukte reagieren, denn diese enthalten nicht das Casein, das für die Milchallergie verantwortlich ist. Dies zeigte sich auch bei den Klienten des Autors. (S. 73, 84)

Runder Tisch mit chinesischen Speisen auf einer Einladung 2010 von meinen chinesischen Freunden.© CC-by 4.0, Ernst Erb, Foundation Diet Health

Es gibt sehr unterschiedliche Kostformen und Kosttraditionen. In China sind runde Tische beliebt, an denen Personen das Essen miteinander teilen. Hier mit drehbarer Glasfläche.

Bild Ernst Erb: Einladung durch chinesische Sammlerfreunde in China.

Vielen ist bewusst, dass ihnen Milch nicht bekommt, denn sie reagieren nach jeweiligem Konsum mit Blähungen und Durchfall. Dabei handelt es sich um eine Laktoseintoleranz, hervorgerufen durch einen Laktasemangel im Darm. Da es sich bei der Laktoseintoleranz um etwas Häufiges handelt, hat die Lebensmittelindustrie prompt reagiert und laktosefreie Produkte auf den Markt gebracht. Aber auch damit kann man einer eventuellen Milchallergie nicht entgegenwirken, zumal Casein darin in selbiger Konzentration vorkommt.

Der Autor schreibt: Es erstaunt mich, dass Milch immer noch als die "perfekte Nahrung" gilt. Die Milchindustrie forciert neue Produkte, weil der Fettgehalt ihres "perfekten Essens" zu hoch ist und die Hauptursachen für Herzerkrankungen bildet, das häufigste Gesundheitsproblem in den USA. Sie wollen Menschen, die Milch erbrechen oder Magenkrämpfe bekommen dazu bewegen, weiterhin das Zeugs zu trinken, indem sie dabei eine Pille einnehmen.

Die Milchindustrie und andere soziale Einflüsse haben stillende Mütter dazu verführt, die Kinder immer früher abzustillen, um die Arbeit oder das gewohnte Leben wieder aufnehmen zu können oder einfach weg vom Kind zu sein. (S. 74)

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