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Die Zukunft und wir - Sicht von 1968 - und der Zeitgeist

Die Zukunft geht alle etwas an, nicht nur alte Menschen. Wir sollten darüber "zeitgeistlos" reflektieren können - und das auch schon in jungen Jahren.

Zeitgeist: Zerschlagener Wecker als Symbol einer Gesellschaft, die sich in ihrer Blüte zerschlägt.© Bought from Manfred, fotolia

Vorwort

Eigentlich ist es paradox, dass im Allgemeinen junge Menschen nicht oder viel weniger über die Zukunft nachdenken, ausser evtl. über Berufschancen oder Familienplanung etc.

Die jungen Menschen kümmern Zukunft und Gesundheit weniger, denn sie haben sie praktisch als Selbstverständlichkeit. Hingegen alte Menschen, die praktisch keine lange Zukunft mehr haben, kümmern sich zu sehr um die Zukunft der Gesellschaft und können dabei sogar leiden.

Dies wahrscheinlich, weil alte Menschen den mit Generationen wechselnden Zeitgeist und das ewige Pendeln der Gesellschaft erlebt haben, das unsere Lebensart weitgehend bestimmt. Für jede Generation öffnet sich eine andere Bedrohung, ob wahrgenommen oder nicht.

Für Europa oder die westliche Welt wünschte ich mir, dass mehr Personen z.B. Bücher von Peter Scholl-Latour lesen und darüber reflektieren würden. Mich hat als Spiegel-Bestseller das Buch mit dem Titel "Der Weg in den neuen Kalten Krieg" (Ullstein) beeindruckt. Ich bin immer wieder erstaunt, wie die Politik nichts aus der Geschichte zu lernen scheint.

Damit ich zeigen kann, dass Gedanken um die Zukunft schon Ende der 1960er-Jahre für mich ein Thema waren, und nicht erst im Alter, veröffentliche ich hier einen Vortrag, den ich 1969 in einer Gesellschaft hielt. Damals wurde ich gebeten, einen Abdruck (Januar 1970) zu erstellen und später zu verteilen. Den habe ich per Zufall in meinen Unterlagen gefunden - und war erstaunt, wie ich damals auch dem gerade herrschenden Zeitgeist unterlag.

Genetische Disposition entscheidet, wie ein Kind auf die Umwelt reagiert

Dies passierte vor allem im Übernehmen der Ansicht, dass die Genetik normalerweise keine Rolle spiele für den Charakter, sondern praktisch alleine Erziehung und Umwelt bestimmend seien.

Bei dieser Ansicht ist das Pendel wieder nicht in der Mitte, sondern am anderen Ende der Unvernunft! Zuvor hatte man das genau umgekehrt wahrgenommen.

Heute können zumindest "reife" Leute erkennen: Genetische Disposition entscheidet, wie ein Kind auf die Umwelt reagiert. Zudem prägt die Umgebung (Freundschaften, Gangs, Medien) ein Kind heute viel intensiver und früher. Das Elternhaus hat an Einfluss massiv verloren.

Gemälde "Le Printemps" von Pierre Auguste Cot (1837-1883), 1873 mit zwei Verliebten auf Schaukel.© Public Domain, artrenewal.org, Appleton Museum of Art

Der Ausdruck eines Charakters ist situationsbezogen. Natürlich kann man meist Grundwerte erkennen, denen jemand folgt. Diese zeigen sich sozusagen im täglichen Leben.

Man erkennt z.B. das Mass an Selbstkontrolle und Empathie in normalen Situationen. Siehe dazu auch Contenance (Selbstdisziplin), Gewissenhaftigkeit, Selbstmotivation und Ausdauer.

Dabei meine ich nicht die sportliche Ausdauer, sondern eine Art "vernünftige Ausdauer" in allen Lebenslagen.

Den wahren Charakter eines Menschen lernt man erst in einer ernsthaften bzw. grösseren Auseinandersetzung kennen - sei es, wie die betreffende Person mit einem selbst oder mit anderen umgeht.

In der Verliebtheit ist es z.B. nicht möglich, den anderen Menschen überhaupt kennenlernen zu können! Das ist zum Glück ein vorübergehendes Phänomen, das im besten Fall mit Liebe endet. Siehe auch Agape oder Altruismus.

Speziell der Teil unten in "Erkenntnisse der Tiefenpsychologie" zeigt grosse Einseitigkeit: [...] fatalistischen Rumpelkammer, in der alte Mythologien, Zauberglaube, Schicksalsglaube usw. ihr Unwesen treiben.

Je nach genetischer Disposition entwickelt sich ein Kind bei gleichen Verhältnissen anders. Das können aber wohl nur Menschen erkennen, die viel praktische Erfahrung mit Familien mitbringen und Ergebnisse der Praxis frei von eingetrichterten Ideologien zu erkennen vermögen.

Heute würde ich losgelöster von Buchtexten schreiben und allfällige Zitate hervorheben, doch es war eigentlich nur ein Vortrag.

Am folgenden Text von 1969 habe ich kein Wort verändert. Aspekte, die mich damals bewegten, sind noch immer aktuell.

Ausnahmen sind die angebrachten Hinweise in Klammer als Suchbegriffe zu Wikipedia und die Kästchen und Bilder. 1969 gab es noch lange kein Internet und auch keine PCs.

1. Einleitung

Zum Thema Zukunft könnte ich Prognosen weitergeben über die technische Weiterentwicklung oder die Bevölkerungsexplosion — so zum Beispiel aus einem fundierten Bericht der RAND Corporation für das Jahr 1984, der lautet:

Die Weltbevölkerung wird von ihrem gegenwärtigen Stand um weitere 40 Prozent gestiegen sein auf 4,3 Milliarden — vorausgesetzt, dass vorher kein dritter Weltkrieg stattgefunden hat. Dass dies nicht geschieht, dafür besteht eine Wahrscheinlichkeit von 80 bis 85 Prozent, vorausgesetzt, dass die gegenwärtige Entwicklung sich fortsetzt; durch geeignete politische Massnahmen kann diese Wahrscheinlichkeit auf 95 Prozent gesteigert werden. Damit die erforderlichen Mengen von Nahrungsmitteln bereitgestellt werden können, wird die Landwirtschaft durch Automation und durch entsalztes Meerwasser unterstützt. Eine wirksame Geburtenkontrolle wird praktiziert mit dem Ergebnis, dass die Geburtenrate zunehmend sinkt.

In der Medizin wird die Überpflanzung (sic! = Transplantation) natürlicher und die Einpflanzung künstlicher Organe (Plastik und Elektronik) praktiziert. Persönlichkeitssteuernde Drogen werden allgemein verwendet. Komplexe Lehrautomaten sind im allgemeinen Gebrauch. Automatisierte Bibliotheken, welche die erforderlichen Unterlagen heraussuchen und reproduzieren, fördern die wissenschaftliche Forschung. Weltweiter Informationsaustausch wird gefördert durch ein Satelliten-Übertragungssystem und durch automatische Sprachübersetzung. Die Automation umspannt den ganzen Bereich von Dienstleistungen bis hin zu Entscheidungen auf Führungsebene.

Eine dauernde Mondbasis wird eingerichtet sein. Bemannte Vorbeiflüge an Mars und Venus wurden ausgeführt. Weltraumlaboratorien sind in Funktion. Triebwerke unter Verwendung von Atomreaktoren und Ionentriebwerke werden verfügbar.

"La sortie de l'opéra en l'an 2000", Albert Robida (1848–1926), ca. 1902, handkolorierte Litho.© Public Domain, Library of Congress (LOC), USA, Wikipedia
Zukunft und Zeitgeist vertragen sich nicht. Dies veranschaulicht das Bild von 1902 als Zukunftsvision, was man tut, nachdem man die Oper verlassen hat. Wer die Technikgeschichte kennt, sieht, dass eigentlich alle diese Verkehrsmittel schon 1902 existierten, doch meist im Experimentierstadium.

Was nützt uns aber dieser Fortschritt, wenn wir uns nicht ändern? Wir werden jedenfalls enger zusammenrücken müssen; das bedeutet, dass unsere Verhaltensweise noch mehr Konsequenzen mit sich bringt. Wenn wir Ursache und Wirkung des Verhaltens der Mitmenschen kennen, können wir mithelfen, unser Dasein wesentlich zu verbessern. Diese Erkenntnis müssen wir so gut wie möglich weiterverbreiten.

2. Die Zukunft und wir

In der Zukunft werden wir den Rest unseres Lebens verbringen. Warum aber interessieren sich die meisten Menschen so wenig für das Kommende? Können wir an der Zukunft nichts ändern? Oder können wir auch bei der besten Analyse nicht wissen, was auf uns zukommt?

Unterscheiden zwischen dem sogenannten Schicksal jedes Einzelnen von uns und der Zukunft der Menschheit

Zuerst möchte ich einmal unterscheiden zwischen dem sogenannten Schicksal jedes Einzelnen von uns und der Zukunft der Menschheit.

Es ist verblüffend, wie selten Menschen sich Gedanken um die eigene Zukunft und die ihrer Familie machen und konkrete Pläne zu realisieren versuchen. Speziell in der Zeit der Hochkonjunktur wird möglichst viel Vergnügen konsumiert und dabei die berufliche oder ethische Weiterbildung (Ethik) vollkommen vernachlässigt (siehe auch Wirtschaftsethik). Oft können dann später die gestiegenen Ansprüche finanziell nicht mehr befriedigt werden, und es entstehen sozial-ethisch kritische Verhältnisse.

Schlimmer wirkt sich jedoch das nahezu allgemein mangelnde Interesse an der Zukunft unserer Gesellschaft überhaupt aus. Häufig resultiert die Indifferenz aus dem Gefühl, als kleines Sandkörnchen doch nichts ändern zu können, keinen Einfluss auf das Geschehen zu haben.

Jeder Einzelne von uns kann jedoch etwas für unsere gemeinsame Zukunft tun — besonders, wenn er einige Kenntnisse hat über die Ursachen und Wirkungen unserer Entwicklung und unseres Zusammenlebens.

Wenn wir beispielsweise erfahren, dass ein Gremium, welches über das Schicksal einer Universität bestimmt, hauptsächlich aus Personen mit Mittelschulbildung besteht, ohne ein Mitglied mit Studium der Naturwissenschaften, so müsste ein einzelner oder gemeinsamer Protest die Verhältnisse ändern können. Wir werden in den folgenden Abschnitten sehen, wie wichtig für uns wirklich gute Schulen und Universitäten sind. Wir werden erfahren, dass die Zukunft eines jeden schon im Kindesalter beginnt. Die Gesellschaft besteht aus den von uns Erzogenen oder zu Erziehenden. Diese und wir bestimmen die Zukunft.

Wer sich wirklich für die Zeit interessiert, in der er den Rest seines Lebens verbringen wird, der möge die folgenden drei Bücher studieren, die vor allem den Inhalt meiner Ausführungen geprägt haben:

Wer an der Zukunft aktiv mitgestalten will, der verbreite seine Kenntnisse über Ursache und Wirkung der verschiedenen Verhaltensweisen des Menschen.

Konjunkturverlauf von Bernard Ladenthin: Grafik mit Expansion, Boom, Rezession, Depression.© Public Domain, Bernard Ladenthin, Wikipedia
Der Konjunkturverlauf wiederholt sich immer wieder - aber nie gleich und in gleichen Zeitabständen und gleicher Dauer; daher ist es gut zu wissen, wo man etwa steht.

3. Entwicklung und Entfaltung des Menschen

Seit den Entdeckungen der Biologen Lamarck und Darwin im vergangenen (= 19.) Jahrhundert gilt es als erwiesen, dass der Urmensch im Laufe von Millionen von Jahren durch auftretende Genmutationen eine biologische Entwicklung mitgemacht hat, die ihn von allen Tieren wegführte.

Die Spezies Mensch musste das Lebensverhalten erlernen und durch Tradition weitergeben

Er war gekennzeichnet durch eine mächtige Entwicklung des Hirns, aufrechten Gang, Opponierbarkeit des Daumens und Hilflosigkeit während der relativ langen Kindheit. Die Spezies Mensch erhielt von der Natur fast keine fertigen Instinkte, sondern musste das Lebensverhalten erlernen und durch Tradition weitergeben.

Der Mensch lernte von jeder vorangegangenen Generation. Die Entfaltung des Geistes (Bemerkbarmachung) ist der Entwicklung durch Genmutationen hoch überlegen. Der Kampf ums Dasein als Ausleseprinzip ist sowohl bei der Entwicklung als auch bei der Entfaltung vorhanden und tritt beim Menschen, als einem bewusst Erlebenden, als Not und Leid in Erscheinung.

Auch der Krieg steht im Dienste dieser Auslese.

Das sonst in der Natur vorgefundene Prinzip, dass Mitglieder einer Art sich nicht gegenseitig bekämpfen, ist beim Menschen aufgehoben, weil bei ihm eine intraspezifische Entfaltung stattfindet.

Ein innerer Drang zum Streben, der in Einzelmenschen deutlich wird, ist sicher auch ein förderlicher Faktor. Den letzten grossen und — weil er sich in historischer Zeit vollzogen hat — für uns klar erkennbaren Entfaltungsschritt tat die Menschheit mit der Entfaltung der Kräfte des Verstandes, mit der Trennung von Objekt und Subjekt (siehe Karl Jaspers Subjekt-Objekt-Spaltung). Griechentum (schon vor dem Hellenismus) und Christentum haben im Abendland diesen Schritt gefördert.

Die Reformation weckte weitere bis dahin schlummernde Möglichkeiten, Wissenschaft und Technik wurden ermöglicht. Damit ist der abendländische Kulturkreis in seiner Entfaltung dem Teil der Menschheit vorausgeeilt, der noch in der magischen und in der mythischen Bewusstseinsstufe verharrt.

Ölgemälde, François Dubois, ca. 1572-84: Bartholomäusnacht, Musée cantonal des Beaux-Arts, Lausaanne© Public Domain, Musée Cantonal des Beaux-Arts, Lausanne., Wikipedia

Diese verschiedenen Stufen der Entfaltung können wir auf die relativ einfache Formel der verschiedenen Stufen des Bewusstseins bringen. Alles, was überhaupt bewusstseinsfähig ist, auch bewusst werden zu lassen, ist im Grunde genommen die Aufgabe des Menschen auf dieser Welt. Das Tempo der Bewusstwerdung (Apprehension) hat sich im Menschen stark beschleunigt; es scheint heute noch immer grössere Ausmasse anzunehmen.

Der abendländische Mensch hat die Entwicklung seiner Verstandeskräfte (Verstand) übertrieben und darüber die Entfaltung der Gefühlskräfte (Fühlen) weitgehend vernachlässigt, ja sogar abgewertet und aus beiden einen Gegensatz konstruiert. Der Mensch des Fernen Ostens ist in den entgegengesetzten Fehler verfallen. Das, worauf es jetzt ankommt, wäre also die bessere Entfaltung des seelischen Bereichs, ohne dass deswegen die Schulung der Geisteskräfte vernachlässigt wird.

Die Hinführung der übrigen Menschheit auf einen ähnlichen Entwicklungsstand des Bewusstseins ist eine weitere gewaltige Zukunftsaufgabe. Es ist also nicht oder nicht nur mit wirtschaftlicher Hilfe getan, sondern eine Schulung ist erforderlich. Weil Völker, die noch auf der magisch-mythischen Stufe stehen, an den überlieferten Anschauungen besonders festhalten, ist die Schulung ein besonders heikles Problem.

Bestmögliche Entfaltung unserer eigenen Möglichkeiten und die Sorge dafür, dass auch der Nächste und letztlich alle Menschen diese Entfaltungsmöglichkeit erhalten, sind unsere Aufgaben. Wir müssen uns also heute bewusst bejahend in den Dienst dieser Entwicklung stellen.

Religiosität ohne Religion, Willy Obrist

Zitat aus dem Buch Religiosität ohne Religion (1988, 2009) von Willy Obrist (Prof. Dr. med., 1918-2013), S. 18:

Entwicklungsschritte zu höherer Bewusstheit - im Sinne einer phylogenetisch erstmaligen Einsicht - finden immer nur in einzelnen Individuen einer Population statt. Diese Einzelnen sind jeweils ihrer Zeit - d. h. dem kollektiven Entwicklungstand des Bewusstseins ihrer Zeit - weit voraus. Sie haben das Leiden am überholten Alten und den Gang durch die Unbehaustheit schon durchgemacht zu einem Zeitpunkt, wo die grosse Masse - auch die grosse Masse der 'Kompetenten' - sich in den von der Entwicklung überholten Behausungen noch fest geborgen fühlt. Unter dem Blickwinkel der Bewusstseins-Evolution betrachtet können diese einzelnen als Bewusstseins-Spitze ihrer Population bezeichnet werden.

Darunter liegt eine Schicht von Menschen, die einer vor kurzem überholten Entwicklungsstufe des Bewusstseins anhängen, und an der Basis befinden sich solche, deren Vorstellungswelt die längst überholten Zeiten sind.

Prof. Dr. med. Willy Obrist schrieb auch die Bücher "Die Mutation des Bewusstseins" (1980) und "Die Natur - Quelle von Ethik und Sinn" (1999). Er verwendete auch den Begriff Fulguration von Konrad Lorenz (1903-1989) für Emergenz. Unbehaustheit bedeutet (z.B. in Faust von Goethe) entwurzelt, ungeborgen, unausgerichtet.

Leider fand ich keine Ausdrücke für die drei oben beschriebenen Menschentypen. So nannte ich in privaten Unterhaltungen die unterschiedlichen Sichtweisen die Froschsicht, die Fliegensicht und die sehr seltene Adlersicht.

Für mich hatte z.B. Peter Scholl-Latour die Adlersicht. Eines seiner letzten Bücher war "Der Weg in den neuen Kalten Krieg". Wir bauen wieder zwei Pole auf, statt drei, nämlich die USA, Europa und China. Mit drei Hegemonien gäbe es keinen weiteren Krieg ...

4. Unser technisches Zeitalter

Gemäss der Einteilung von J. Gebser befindet sich der abendländische Mensch in der mentalen Epoche, die mit der Renaissance in die rationale einmündete. Er löste sich mehr und mehr aus der Welt der Objekte und erforschte die dort herrschenden Gesetzmässigkeiten mit seinem Verstand. Damit wurde die Naturwissenschaft zu der beherrschenden Wissenschaft überhaupt. Die Entdeckung der in der Natur herrschenden Gesetzmässigkeiten führte zur weiteren Überwindung magisch-mythischen Denkens (siehe auch Mythos) und fand ihre Krönung und Bestätigung in der technischen Entwicklung.

Einseitigkeit. Sachverständige statt Verständige.

Dies hat dazu geführt, dass das Leben für den Menschen unendlich viel bequemer, aber auch sehr viel ärmer wurde. Die Erfüllung findet der Mensch in erster Linie in seinem Beruf.

Aber in unserer Zeit wird durch die technische Entwicklung eine grosse Zahl von Tätigkeiten gefordert, die an den Menschen selbst, an die Entfaltung seiner geistig-seelischen Möglichkeiten, keine oder fast keine Anforderungen mehr stellen.

Das Berufsleben ist vielfach eintönig und ermüdend geworden; es verlangt häufig nur eine gewisse Aufmerksamkeitsspannung - das ist aber auch alles.

Nach einer unseren ganzen Körper beanspruchenden Arbeit sind wir müde, aber nach einer eintönigen, nur Aufmerksamkeit fordernden Betätigung abgespannt (Antriebslosigkeit trifft ziemlich zu, aber nicht ganz). Viele Arbeiter wurden zu kleinen Rädchen, die mechanisch ihre Tätigkeit vollziehen wie Teile einer Maschine.

Auch in sogenannten höheren Berufen herrscht Einseitigkeit, da Spezialisten gefordert werden, die bekanntlich sehr viel über sehr wenig wissen müssen. Eine grosse Gefahr ist somit das Überhandnehmen von Leuten, die nur aus einem Teilaspekt heraus handeln, also Sachverständige statt Verständige (mit Sachverstand) sind.

Wir ersehen hier Entwicklungstendenzen, die den Menschen in seinen vielfältigen Möglichkeiten weitgehend einengen und geeignet sind, in ihm gewisse Minderwertigkeitsgefühle (Minderwertigkeitskomplex) auszulösen, selbst wenn er weiss, dass letztlich der menschliche Geist solche Maschinen geschaffen hat. Aber von denen, die sie schaffen, wird ein hohes Mass an Wissen und Können gefordert.

So gibt es eine kleine Zahl von Menschen, die gewaltige Kenntnisse haben müssen, viel Verantwortung tragen und in ihrem Beruf, der damit sicher eine echte Erfüllung bedeutet, stark eingespannt sind.
Grundbeziehungen zum Ausdruck Verantwortung als grafische Ansicht von Lutz Hartmann.© CC-by 3.0, Lutz Hartmann, Wikipedia
Aus Wikipedia: "Während die Grundrelation des Konzepts der Verantwortung – jemand ist verantwortlich für etwas vor jemandem – wenig umstritten ist, besteht über die Ausgestaltung der einzelnen Dimensionen des Begriffs eine Vielzahl von Meinungen."

Diesen wenigen Verantwortungsträgern steht eine grosse Gruppe von Leuten gegenüber mit verhältnismässig geringen Kenntnissen, wenig Verantwortung und einer nach Stunden bemessenen Arbeitszeit. Man hat das so formuliert: "Wenige müssen viel arbeiten, damit viele wenig arbeiten können". Dieser Satz, etwas pointiert formuliert, kennzeichnet aber die berufliche Situation der heutigen Menschen treffend.

Aber auch jene kleine Gruppe ist nicht zufrieden, denn die Forderungen, die an sie gestellt werden, sind überhöht. Ihr Leben ist gekennzeichnet durch einen langen Arbeitstag, durch Unruhe und Hetze, durch die stete Angst und Sorge, nicht fertig zu werden.

Im Beruf kommen somit nur wenig Menschen zur Entfaltung ihrer Möglichkeiten. Die anderen finden in der Vergnügungsindustrie wohl Entspannung, manchmal auch Erholung, doch nie echte Freude und Glück. Die Zeit wird ausgefüllt, ohne zu erfüllen; eine Lebensfreude wird vorgegaukelt, die aber letztlich immer schal bleibt.

Da der Mensch die wahren Gründe nicht sieht, ist er auf der ständigen Jagd nach noch mehr Besitz. Er glaubt, dass er zufrieden und glücklich sein wird, wenn er auch die Dinge sein Eigen nennt, die andere haben.

Am schwersten hat es die Jugend

Am schwersten hat es die Jugend, denn in diesem Lebensabschnitt ist der Drang nach Entfaltung natürlich am stärksten. Sie verlangt nach Möglichkeiten zur Bewährung, nach dem grossen Abenteuer des Lebens.

Durch die Vergnügungsindustrie werden Illusionen geweckt, aber der Alltag erfüllt sie nicht, er bleibt öde und langweilig.

Jugendliche, die in einer Neujahrsnacht in Stockholm Benzin über parkierte Autos gegossen und diese dann angesteckt hatten, gaben auf die Frage nach ihren Motiven zur Antwort: Es ist alles so langweilig. Das natürliche Verlangen nach Wagnis und Bewährung ist vielleicht auch mitverantwortlich für die Entstehung der zwei Weltkriege.

Tabelle: Morphologische Matrix der Verantwortungstypen nach Günter Ropohl, aus "Ethik und Sozialwissenschaften", 1994:

WER (Handlungssubjekt) Individuum Korporation Gesellschaft
verantwortet
WAS Handlung Produkt Unterlassung
WOFÜR (Handlungsfolgen) Folgen voraussehbar Folgen nicht voraussehbar Fern- und Spätfolgen
WESWEGEN (Normen und Werte) moralische Regeln gesellschaftliche Werte staatliche Gesetze
WOVOR (Verantwortungsinstanz) Gewissen Urteil anderer Gericht
WANN vorher: prospektiv momentan nachher: retrospektiv
WIE aktiv virtuell passiv

Niemand wird in der Lage sein, die oft einseitigen und ihn wenig ausfüllenden Beschäftigungen des heutigen Menschen zu ändern. Die Arbeit wird aber besser ertragen, wenn sie in einem guten Betriebsklima ausgeführt wird.

Der Mensch muss Kontakt finden können

Der Mensch muss Kontakt finden können im Kreis seiner Mitarbeiter und zu den Vorgesetzten.

Bis jetzt beruhen die Beziehungen zwischen den Menschen auf dem Prinzip der Autorität, das heisst der Unterordnung. Die Zukunft verlangt die Partnerschaft, die auf der völligen Anerkennung der Persönlichkeit des anderen beruht, selbst wenn er an Alter, Können und Wissen geringer ist.

Das Leben des Menschen war bisher ausgefüllt von der Daseinsbewältigung (Industrielle Revolution). Viele Jahrhunderte hindurch ist Arbeit für ihn Fron gewesen, beschwerlich und wenig Freude bereitend.

Jetzt steht er vor ausgedehnter Freizeit und kann mit ihr doch oft nichts anfangen. Er sieht noch nicht, dass er erst jetzt in wirklicher Freiheit Mensch sein und die Fülle der Fähigkeiten und Möglichkeiten, die ihm gegeben sind, zur Entfaltung bringen kann. Denn über die Fülle der Möglichkeiten versteht nur der zu verfügen, der sie von Kindheit an gepflegt hat.

Für viele ist Erholung gleichbedeutend mit Nichtstun, Passivität. Für den, der sich in den Ferien von einem gemachten Bett zum anderen und von einem gedeckten Tisch zum anderen, wenn möglich noch im Bus, durch ein fremdes Land fahren lässt, ist der Erholungswert jedoch gering.

So verbrachte Zeit entschwindet auch schnell aus dem Gedächtnis. Wenn man sich aber mit der fremden Sprache und den fremden Sitten und Gebräuchen wirklich auseinandersetzt und die fremde Kultur studiert, also wenn man ein Stück eigene Leistung hineinsteckt, wird der Urlaub zur wirklichen Erholung.

Der mühsam erklommene Berg wird zu einem Erlebnis, nicht der erschwebte. Die Erziehung zum Schöpferischen (Kreativität), zum Hobby, zum aktiven Sport ist heute unerlässlich und sollte dringend und vermehrt gefördert werden.

5. Erkenntnisse der Tiefenpsychologie

Dynamische Psychologen verwerfen die psychologische Vererbungstheorie, nach der die wichtigsten Eigenschaften des Menschen — Charakter, Intelligenz (Kritik am Intelligenzbegriff), Begabung, Gemütskrankheiten usw. (siehe auch Geisteskrankheit) — hauptsächlich auf angeborenen Wesenszügen beruhen. Auch Neigung zu Verbrechen, Verwahrlosung und die Nationalcharaktere werden von altmodischen Pseudo-Psychologien auf angeborene Verfassung (Charaktertypen) zurückgeführt.

Matrix Erde: globales internationales Raum-Schattenbild in dunkelblau.© CC-0 1.0, geralt, Pixabay

Die Vererbungstheorie

Das Vererbungsdenken hatte vor allem im letzten (heute im vorletzten, 18.) Jahrhundert seinen Höhepunkt — heute ist es infolge tiefenpsychologischer Einsichten im Abflauen begriffen. Würde die Auffassung stimmen, dass die entscheidende Prägung des Menschen durch das biologische Erbgut erfolgt, so müssten Psychologie, Psychotherapie und Pädagogik völlig resignieren.

Die Vererbungstheorie hat sich immer lähmend auf die kulturellen und erzieherischen Bestrebungen ausgewirkt — noch heute ist sie im Umgang mit dem Kind, mit dem Rechtsbrecher, dem Gemütskranken, im Verkehr der Völker und Nationen untereinander ein furchtbarer Ballast, der die Köpfe der Menschen verwirrt und verdunkelt.

Sie stammt aus der fatalistischen Rumpelkammer (Abstellraum mit Gerümpel bzw. Krimskrams), in der alte Mythologien, Zauberglaube, Schicksalsglaube (Fatalismus) usw. ihr Unwesen treiben. Die Tiefenpsychologie lehnt den Glauben an die Vererbung seelischer Eigenschaften (Psyche, Seele) prinzipiell ab. In diesem Sinne ist sie dynamisch. Sie sieht überall nicht feste Grössen, sondern Gewordenes und Entwickeltes, das in seinem Werden vor allem durch Kindheitsschicksale zu deuten ist (siehe auch Individualpsychologie von Alfred Adler / Fritz Künkel).

Ölmalerei "The Boy Mozart", wahrsch. von Pietro Antonio Lorenzoni, 1763, nun im Mozarteum Salzburg.© Public Domain, Mozarteum, Salzburg, Wikipedia

Am musikalischen Genie Mozarts kann man beweisen, dass obige Zeilen gleichermassen falsch sind wie die des 18. Jahrhunderts: Es können nicht nur Erziehung und Umwelteinflüsse einen Mozart hervorbringen, sondern hier hat der Anteil der Genetik einen wesentlich höheren Einfluss gehabt.

Man könnte höchstens durch falsche Erziehung die Veranlagungen verdorren lassen. Als junger Mensch ist man sehr empfänglich für den Zeitgeist und erkennt das Pendel der Zeiten nicht ...

So ist es auch mir ergangen: Kapazitäten als Autoren können uns wohlmeinend verführen.

Charakterzüge sind (für die heutige Psychologie) Antworten des Kindes auf die familiäre Situation, die dieses in der Frühkindheit vorfindet. Das Verhalten der Eltern, der Einfluss allfälliger Geschwister, das seelische Klima der Umgebung usw. bestimmen die Charakterentwicklung des Kindes (Entwicklungspsychologie).

Intelligenz: eine erworbene Eigenschaft, deren Funktionswert vom Gemeinschaftsgefühl des Kindes, von seinem Mut und seinem Training, vom Lebensstil der Familie abhängt

Aus dem Charakter wiederum wird die gesamte Lebensführung eines Menschen transparent. In diesem Sinne ist auch die Intelligenz eine erworbene Eigenschaft, deren Funktionswert vom Gemeinschaftsgefühl des Kindes, von seinem Mut und seinem Training, vom Lebensstil der Familie abhängt. Der Erzieher hat es in der Hand, sein Kind intelligent oder unintelligent zu machen, abgesehen von Geburtsfehlern.

Die tiefenpsychologische Forschung deckt hinter fast allen dummen Kindern eine tiefe Mutlosigkeit auf, die durch ungeschickte, das heisst psychologisch falsche, erzieherische Einwirkung entstanden ist.

Es wäre falsch, die Intelligenz des Kindes von seiner Einstellung zur Umgebung zu trennen. Um intelligent zu werden, muss das Kind tausendfältige Lernprozesse bewältigen.

Je besser die Beziehung zu den Eltern — und damit auch zur Umwelt — ist, um so mutiger und zielstrebiger geht das Kind an die Lösung seiner Aufgaben und erreicht unter Umständen überdurchschnittliches Niveau.

Auch Begabungen, die man früher der Erbsubstanz zuschreiben wollte, lassen sich so zwangloser erklären. Die Psychotherapie hat bewiesen, dass sich der Mensch ändern kann.

Die unbewusste Lebenseinstellung, die für so viele zum Hemmschuh für eine freie und schöpferische Entwicklung wird, besteht ja eigentlich nur aus Irrtümern, die sich dem Kinde in seiner frühen familiären Umgebung aufgedrängt haben. Wenn man sie korrigiert, wird der Weg geöffnet zu einer produktiveren Lebensgestaltung, in der Charakter, Intelligenz und psychische Gesundheit den erstaunlichsten Wandlungen unterliegen.

Resilienz

Die im Vortrag zusammengefassten Gedanken sind sehr wichtig und meist auch nicht falsch, jedoch sehr einseitig und z.T. überheblich. Da kommt z.B. Resilienz gar nicht vor.

Nach meiner Ansicht bestimmen die Gene, welche "Blätter" sich wann und in welchem Mass zeigen, und damit meine ich die Fähigkeit, Neues entdecken oder lernen zu können. Die Grösse der Blätter bedeutet für mich das Ausmass.

Neue Blätter zeigen auch ein Zeitfenster: Füllt man sie nicht rechtzeitig mit Inhalt, verkümmern sie eher, im anderen Fall nehmen sie grösseren Raum ein im Sinn von grösseren Fähigkeiten.

Resilienz bedeutet z.B. die Widerstandskraft der Seele. Resilienz kann einen schlechten Start ins Leben sogar in Erfolg umkehren, denn innerliches Wachstum findet oft vor allem in der inneren Not statt. Das heisst nicht, dass man diese Not herbeiführen soll, ganz im Gegenteil, denn Resilienz zeigt nur eine Minderheit.

Ölbild "Saint George and the Dragon" von Gustave Moreau, 1889/90, National Gallery, London.© CC-by-sa 4.0, Gustave Moreau, The National Gallery, London.

Resilient sind Menschen, die ein realistisches Bild von ihren Fähigkeiten haben, ohne sich zu überschätzen, und lernten, Probleme wo möglich selbst in die Hand zu nehmen.

Werte wie Interesse (nicht nur Neugier, die man allerdings oft nicht mehr zu unterscheiden weiss!), Anpassungsfähigkeit, Belastbarkeit, Aufmerksamkeit, Durchhaltewillen und Selbstvertrauen (Selbstwert) sind Stichworte dazu.

Eigentlich hat man dazu ein Fünf-Faktoren-Modell (FFM) entwickelt mit Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit.

Aus tiefenpsychologischer Sicht ist alles am Menschen ein Gewordenes, und der Mensch selbst ist immer im Werden. Wenn er sich selbst versteht, kann er diese Entwicklung bewusst ins Schöpferische und Produktive einmünden lassen, indem er die in der Kindheit gestörte Beziehungsfähigkeit zu den Mitmenschen, also das Gemeinschaftsgefühl, festigt und dadurch den Mut zum Leben und zur Entfaltung gewinnt. Zu was erziehen wir unsere Kinder?

6. Erziehung zur Hinterwelt

Beim Durchblättern unserer Schulbücher erkennt man, dass unsere Kinder zu frommen, gehorsamen, fleissigen und in jeder Weise materiell, aber auch intellektuell genügsamen Untertanen erzogen werden sollen. Dass sie dadurch nach der Schulzeit durch die sogenannten "geheimen Verführer" geradezu umgeworfen werden müssen, ist allerdings nicht beabsichtigt.

Heute kommt es aber darauf an, unsere Jugend zu selbständig denkenden, handelnden und mitverantwortlichen Menschen zu erziehen, auch zu gegenseitiger Rücksicht und zum Verständnis des Gestern und Heute und zu einer freiheitlichen Lebensgestaltung.

Vor dem Schulbuch kommt noch das Märchen, das von Grausamkeiten jener Zeitalter erzählt, in denen die menschlichen Beziehungen durch Rücksichtslosigkeit (Egoismus) und gegenseitige Vernichtung gekennzeichnet waren. Es ist erstaunlich, dass die Erzieher jahrhundertelang diese Wesenszüge des Märchens unbeachtet liessen und wähnten, dies sei eine kindgemässe Welt.

Das Charakteristikum dieser Märchen ist, dass sie dem Kinde in erster Linie Angst einflössen und sein Vertrauen in Welt und Mitmensch stark erschüttern.

Selten hat die menschliche Beziehung im Märchen ihre sinnvolle Proportion. Alles ist krankhaft verzerrt und entstellt.

Für die Zukunft sollten wir humane Erzählungen für das Kind gestalten

Die Stiefmutter gilt von vornherein als böse und trachtet ihrem Stiefkinde nach dem Leben. Die Königstochter lässt alle ihre Bewerber enthaupten, wenn sie ihr nicht drei Fragen beantworten können. Alles, was wir dem Kinde erzählen, hinterlässt Spuren in seinem Denken und Fühlen. Warum soll seine frühe Erfahrung von der Welt wie ein Alptraum sein, in dem nur karge menschliche Regungen, Tücke, Hinterlist, Rachgier und Totschlag regieren?

Wie naiv Erwachsene über die Kinderbücher denken, lässt sich leicht aus der Aufstellung der meistgelesenen Kinderbücher der Weltliteratur ableiten. Sie alle sind voll von Exzessen der Unmenschlichkeit, von denen man annimmt, dass sie dem kindlichen Gemüt entsprechen.

  • In Max und Moritz (von Wilhelm Busch) werden die beiden Lausbuben schliesslich in einer Mühle zermahlen und von Hühnern gefressen.
  • Das im englischen Sprachbereich äusserst verbreitete Buch Alice im Wunderland (von Lewis Carroll) schildert unter anderem eine Königin, deren Lieblingsausspruch Kopf ab! ist und die mit Vorliebe Pfannen auf die Köpfe der Umstehenden wirft.
  • Im Struwwelpeter (von Heinrich Hoffmann) lässt man den Suppenkaspar sterben, weil er keine Suppe isst;
  • dem Daumenlutscher wird zur Strafe der Finger abgeschnitten;
  • Paulinchen wird verbrannt usw.

Man möchte sich an den Kopf greifen, wenn man die landläufige Meinung bedenkt, dies sei die geeignete geistige Nahrung für unsere Kleinen, durch die wir ihnen Mut und Zutrauen zum Leben einflössen wollen.

Andererseits wundert man sich dann, dass die Jugendlichen der Schundliteratur mit dem gleichen sadistischen (Sadismus), erotischen oder exzessiven Inhalt erliegen. Die Wenigsten erkennen hier Ursache und Wirkung.

Für die Zukunft müssen humane Erzählungen für das Kind gestaltet werden. Aufmerksame Eltern werden auch heute schon gute Kinderbücher aussuchen, wie zum Beispiel:

Wir wissen heute, dass sich in dem engen Bereich der Kinderstube die grossen Schicksale des sozialen und politischen Lebens vorbereiten.

Speziell an unseren Universitäten sollte sich in Zukunft vieles ändern. Da es an Professoren und Lehrern mangelt, müssten eigentlich die Methoden der programmierten Instruktion und der Lehrmaschinen (siehe Integriertes Lernen und E-Learning) in grossem Umfang benutzt werden. Dies geschieht nicht.

Wer sich für den Grund interessiert, stösst sofort auf die Wirkung der Hinterwelt in den Köpfen mancher Bildungspolitiker. Viele interessiert am programmierten Unterricht nur, wo er Rückschläge erlebte. Die Tatsache, dass er eine Hilfe bei der Überwindung einer praktischen Not unserer Gesellschaft bietet, wird gering geschätzt gegenüber der prinzipiellen Ablehnung solch moderner Methoden.

Schweigespirale

In der Theorie zum Thema der öffentlichen Meinung gibt es den Begriff Schweigespirale. Siehe auch Spiegelbildeffekt (Looking-glass self von Charles Horton Cooley, 1902).

Versiegelte Lippen: junges Mädchen hält ihren Finger vor ihren Lippen.© CC-0 1.0, philm1310, Pixabay

Aus Wikipedia: Demnach hängt die Bereitschaft vieler Menschen, sich öffentlich zu ihrer Meinung zu bekennen, von der Einschätzung des Meinungsklimas ab. Widerspricht die eigene Meinung der als vorherrschend betrachteten Meinung, so gibt es Hemmungen, sie zu äussern, und zwar umso stärker, je ausgeprägter der Gegensatz wird.

Daher der Begriff der Spirale. Die Massenmedien, vor allem das Fernsehen, können erheblichen Einfluss auf die Rezipienten und damit auf die öffentliche Meinung ausüben, indem sie dem Einzelnen gegenüber eine bestimmte Meinung als angebliche Mehrheitsmeinung präsentieren und ihn so unter Druck setzen, sich nicht andersartig zu äussern.

Damit steht die Schweigespirale für eine erneute Hinwendung der Medienwirkungsforschung zur „vierten Gewalt“, einer Hypothese der „mächtigen Medien“.

7. Nicht Rädchen, sondern Unruh

Die Hinterwelt (siehe bei Carl Christian Bry) ist die rückwärts gewandte Gesellschaft, die keine Ausblicke in die Zukunft eröffnet, sondern Irrtümer der Vergangenheit konserviert. Sie ist erfüllt von historischen Denkmodellen und übersieht, dass diese vor allem Träger eingefrorener Irrtümer sind. Manches war möglicherweise einst Wahrheit und ist heute Verführung.

Aus der Geschichte sollte man lernen, dass des denkenden Menschen erste Pflicht nicht die Anpassung ist, sondern Zweifel und Prüfung des Gebotenen.

Die Anpassungspsychose — oder historisch gesprochen das Mitläufertum (siehe Lemminge in Weisse Wildnis von Walt Disney) — ist die Ursache des vielfachen Versagens unserer Gesellschaft. Der denkende Mensch soll nicht Rädchen sein, sondern Unruh.

Die persönliche Einstellung zu den heutigen gesellschaftlichen Tatbeständen kann durch Anpassung oder durch Aggression bestimmt sein. Die Anpassung bietet jedem die Chance mitzureden und ist häufig die Voraussetzung gesellschaftlicher Zusammenarbeit. Die Mehrzahl der Individuen muss sich notwendigerweise anpassen, sonst funktioniert die Gesellschaft nicht. Anpassung ist intellektuell bequem und die Voraussetzung für gesellschaftliche Vorteile, besonders in unserem Lande, wo die Konformität noch prämiert wird (siehe auch Gruppenzwang).

Sinnvolle, fundierte Aggression ist intellektuell anstrengender

Sinnvolle, fundierte Aggression ist intellektuell anstrengender. Man muss eine Alternative zum allgemeinen Standpunkt (siehe Standpunkt-Theorie) entwickeln; man muss bereit sein, diese täglich zu verteidigen, auch wenn der Gesprächspartner nichts anderes tut, als konforme Sprüche wiederzukäuen.

Aggression ist weder ein bequemes Ruhekissen noch die Basis gesellschaftlichen Erfolges.

Die Gesellschaft möchte zwar gelegentlich leicht stimuliert werden, im Übrigen aber auf ihren Selbstverständlichkeiten ruhig weiterschlafen, und sie nimmt es übel, wenn diese in Frage gestellt werden.

Der gesucht-künstlich Unkonforme, dem die Antihaltung Selbstzweck ist, wirkt natürlich ebenso falsch wie der Hinterweltler (Hinterwäldler, Redneck, nicht White Trash).

Erich Fromm (1900-1980) schreibt in seinem Buch "Die Furcht vor der Freiheit" (als Übersetzung 1966 von "Escape from Freedom" aus dem Jahr 1947, 12. Auflage 1980) ab Seite 198: 'Erkenne Dich selbst' gehört zu den fundamentalen Geboten, deren Ziel Kraft und Glück des Menschen ist und fährt fort mit Ausser den bereits erwähnten Faktoren gibt es noch andere, die geeignet sind, beim durchschnittlichen Erwachsenen den letzten Rest an eigenständigem Denken durcheinanderzubringen. In Bezug auf alle Grundfragen des Lebens des einzelnen und der Gesellschaft, in Bezug auf alle psychologischen, wirtschaftlichen, politischen und moralischen Probleme hat ein grosser Sektor unserer Kultur nur die eine Funktion - das, worum es geht, zu vernebeln.

Die Behauptung, die Probleme seien zu kompliziert, als dass der Durchschnittsmensch sie verstehen könne, ist dabei nur eine Verschleierungstaktik. Mir scheint dagegen, dass viele der Grundprobleme im Leben des einzelnen und der Gesellschaft sehr einfach, ja so einfach sind, dass man von jedermann erwarten könnte, dass er sie begreift.

Wenn man sie also so ungeheuer kompliziert hinstellt, dass nur ein 'Spezialist' sie verstehen kann, und auch dieser nur auf seinem eigenen begrenzten Gebiet, dann nimmt man - oft sogar absichtlich - den Leuten den Mut, in Bezug auf die wirklich wichtigen Probleme ihrer eigenen Denkfähigkeit zu trauen. Der einzelne Mensch steht dann hilflos einer chaotischen Masse von Daten gegenüber und wartet mit einer rührenden Geduld darauf, dass die Spezialisten herausfinden, was man zu tun habe und welcher Weg einzuschlagen ist.

Redaction comment

Anmerkung EE
Ein Beispiel: Zu den Zeiten von Michail Sergejewitsch Gorbatschow hatte ich mich immer gefragt, warum er die Städte nicht beauftragt, durch Zug oder Bus gut erschlossenes Land für Schrebergärten zur Verfügung zu stellen und im Fernsehen regelmässige Sendungen mit Anleitungen zu praktischem Anbau von Gemüse fordert, um keine Hungersnöte entstehen zu lassen. An seiner Stelle hätte ich auch Fernsehsendungen realisieren lassen, die anhand des Verhaltens weniger Menschen die Grundprinzipien einer Volkswirtschaft und die Voraussetzung zu Erfolg oder Misserfolg plastisch aufzeigen.

Als wir im Jahr 2010 in Indien die erschreckende Armut vieler Menschen sahen und gleichzeitig überall Plastik herumliegen sahen, und das nicht nur in den Städten, war mir sofort klar: Hier könnte man von Firmen, die Plastik importieren oder herstellen, Abgaben pro kg Plastik verlangen und gleichzeitig Plastiksammelstellen einrichten, die dieses Geld für den Ankauf von Abfall-Plastik ausgeben. Sehr schnell wäre der Plastik verschwunden und viele bitterarme Menschen könnten profitieren ...

Aber die Politik ist selten fähig, einfache Lösungen zu entwickeln. Ich hatte das auch hier veröffentlicht. Immerhin bei Elektroschrott kennt zumindest die Schweiz die vorgezogenen Belastungen und Rücknahmepflicht der Verkaufsstellen.

8. Kriege und deren Ursachen

Für die meisten Menschen ist heute eine drohende Kriegsgefahr die grösste Zukunftsbelastung (siehe Dritter Weltkrieg). Wenn man die diversen Kriege analysiert, gibt es aber nur drei Ursachen dafür: religiöse oder neuerdings ideologische Intoleranz (siehe Gegenteil: Toleranz), Rassenwahn (Rassismus) und Besitzstreitigkeiten.

Erstaunlich ist, dass das letztere Argument am seltensten in Frage kam. Das wichtigste Grundmotiv, das die Menschen daran hindert, in Frieden, Freiheit und Freundschaft zusammenzuleben, ist das Vorurteil.

Infolge von Unwissenheit (siehe auch Ignoranz) und Trägheit werden die meisten Lebensprobleme mit Hilfe von Schablonen gelöst; dadurch wird eine gewisse Denkersparnis erzielt, die jedoch den ernsten Nachteil mit sich bringt, dass das Bild der Realität verfälscht wird. Bei genauerer Betrachtung erweisen sich viele unserer Urteile, selbst die anscheinend von uns geprüften und überdachten, als Vorurteile, als stereotype Denkformen, die praktisch keinen Wahrheitsgehalt besitzen (siehe auch die drei Geistesgifte im Buddhismus: Gier, Hass, Verblendung).

Die Überschätzung des eigenen Volkes und die Herabsetzung der Nachbarvölker; Fanatismus

Eines der tiefgreifendsten Vorurteile ist die Überschätzung des eigenen Volkes und die Herabsetzung der Nachbarvölker, also der Ethnozentrismus (siehe auch Eurozentrismus). In jedem Land — also nicht nur bei uns — lernt jedes Kind eine ruhmvolle Geschichte, die vollkommen verzeichnet ist. Diese Pseudoglorie (Glorifizierung), entstanden aus Verachtung der anderen, ist der Schlüssel zur blutigen Geschichte des Nationalismus oder Rassismus in der gesamten Welt.

Die potentiellen Faschisten oder Ideologen sind konservativ; Menschen, die starr am Vorrang des Mannes gegenüber der Frau festhalten, die Todesstrafe bejahen und Verbrechen durch immer schärfer werdende Strafen sühnen wollen, für die Prügelstrafe in der Kindererziehung eintreten und von der angeborenen Schlechtigkeit des Menschen überzeugt sind; Menschen, die an die Minderwertigkeit der farbigen Völker glauben (siehe Kompensation), die Kriege für unausweichlich halten; unterwürfige Menschen, die Macht und Autorität anbeten, die Kriegsdienstverweigerer als Verrückte oder als Verräter ansehen, die gegen sexuelle Aufklärung und unbefangene Erörterung von Sexualfragen sind; Menschen, die sich gegen die Erkenntnis sträuben, dass mit wenigen Ausnahmen alle Menschen mit gleichen Möglichkeiten zur Welt kommen.

Bild in Öl auf Eiche von Peter Paul Rubens, The Massacre of the Innocents, The Thompson Collection.© Public Domain, Art Gallery of Ontario, Canada, Wikipedia

Noch schlimmer wird es, wenn diese Ansichten in Fanatismus ausmünden. Wohin Vorurteile und Fanatismus führen, ersehen wir beispielsweise an der Lage im Nahen Osten.

Die arabische Jugend wird vom ersten Schuljahr an durch anerzogenen Judenhass vergiftet und im Sinne blutrünstiger Rache erzogen. Diese Jugend wird nach jahrelanger planmässiger Erziehung zur Unmenschlichkeit allen Juden gegenüber nicht mehr anders können, als um die Galgen zu tanzen, an denen Juden hängen.

Zwölfjährige lernen Grammatik am Konjugieren von Hetzpropaganda — etwa mit dem Satz "Wir werden alle Juden aus den arabischen Ländern verjagen" — ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie.

Das Gegenteil des Fanatikers ist nicht der gleichgültige, neutrale Mensch, sondern der Bekenner des Humanismus, der die Menschenwelt in ihrer "Pluralität der Wahrheiten", in ihrer ganzen Vielgestaltigkeit und Vielseitigkeit anzuerkennen bereit ist. Der Humanist ist ein Feind von Vorurteilen. Allerdings muss dieser Humanist nicht Homer im Urtext lesen können.

In Anbetracht der vernichtenden Gewalt fanatischer Weltanschauungen ist es eine Lebensfrage für die Kulturvölker, ob sie den Fanatismus zum Erlöschen bringen können. Sie werden dies nicht mit halben Massnahmen erreichen, die nur das ausgebrochene Feuer, nicht aber die allzeit schwelenden Gluten bekämpfen.

Religiöse Intoleranz, Nationalismus, Rassismus, Ungelöstheit sozialer Probleme, sexuelle Prüderie und Verlogenheit, Gewaltmethoden in der Kindererziehung sind die Quellen, aus denen sich der reissende Strom des Fanatismus zusammensetzt.

Der Humanismus muss an allen erwähnten Fronten gegen inhumane, intolerante Denkart ankämpfen. Er muss die Überzeugung durchsetzen, dass Gewaltlosigkeit die einzig mögliche Lösung menschlicher Probleme bietet und dass es so viele Standpunkte gibt, wie Menschen auf der Erde leben.

9. Was erwarten wir von der Zukunft?

Die globalen Wünsche der Menschen für die Zukunft können wohl zusammengefasst werden in Frieden, Freiheit, Freundschaft und Fortschritt.

Fortschritt ist nicht nur identisch mit dem technischen Fortschritt, sondern soll auch zu vermehrtem Wohlstand führen.

Allerdings verbinden bei uns viele mit dem Wort Fortschritt ganz andere Gefühle, als man beispielsweise im Osten damit verbindet. Während es im Osten mit "Zukunft, Hoffnung, Sieg" in Verbindung gebracht wird, denkt man bei uns etwa an "Niedergang, Verderbnis, Schrecken".

Delhi, Indien - eine Seitenstrasse im Jahr 2010. Aufnahme als Schnappschuss.© Ernst Erb für diet-health
Gemüsehandel auf der Strasse in der Stadt Agra, Indien (2010).© Ernst Erb für diet-health
In Indien bedeutet Hoffnung natürlich etwas anderes als bei uns ...

Dies bewirkt verschiedene Verhalten: Im Osten wird, was dem Fortschritt dient, akzeptiert und gefördert. Bei uns wird der Fortschritt mit Misstrauen beobachtet und eine Mauer der Ablehnung um ihn herum errichtet. 0b eine Gesellschaft Hoffnung auf die Zukunft hat oder nicht, das drückt sich nicht nur aus in ihrer Bereitschaft, sich den Problemen der Zukunft zu stellen, sondern beispielsweise auch in der Anzahl der Selbstmorde und im allgemeinen Lebensgefühl. Eine Kultur ohne Hoffnung ist in Frage gestellt. Den Menschen Hoffnung auf die Zukunft zu geben ist eine politische Aufgabe ersten Ranges.

10. Was sollten wir tun?

Wir haben gesehen, dass praktisch alle Zukunftsprobleme in uns selbst liegen. Eine andere, zukunftsgerichtete Erziehung führt uns mit der Zeit zwangsläufig zum ersehnten Ziel. Die Zeit einer einzigen Generation trennt uns noch vom Jahre 2000, und vorsorgliche Eltern, Politiker und Erzieher denken darüber nach, in welcher Welt ihre Kinder leben werden.

1. Als Erstes sollten alle Bildungsreserven mit den wirkungsvollsten soziologischen und psychologischen Methoden ausgeschöpft werden.

Es ist weder moralisch noch gesellschaftlich vertretbar, dass die Bildungschancen eines Kindes vom Wohnort oder der Konfession der Eltern abhängen. Man sollte aber diese Bildungsreserven nicht nur quantitativ ausschöpfen, sondern man sollte sie auch individuell unter Beachtung der speziellen Anlagen des Kindes optimal nutzen. Manche scheitern in einem Beruf, die im anderen Beruf erfolgreich und glücklich gewesen wären.

2. Hochwertige Ausbildung ist eine Frage hochwertiger Lehrer.

Der Beruf des Lehrers ist aber in unserer Gesellschaft nach Sozialprestige (siehe sozialer Status) und Entlöhnung kein hochwertiger Beruf. Dies hat seine Folgen. Nur in der Minderzahl finden wir jenen Menschentyp, den wir als den geborenen Lehrer empfinden — die strahlende, geistreiche und humane Persönlichkeit.

3. Utopisches Denken sollte im musischen, naturwissenschaftlichen und technischen Unterricht gefördert werden.

Früher, als es noch keinen oder nur langsamen technischen Fortschritt gab, genügte es, den Menschen auf die Gegenwart vorzubereiten. Heute aber sollte der Unterricht nicht nur auf das Faktische, das Seiende zugeschnitten sein, sondern die Kinder sind frühzeitig auf das Mögliche, Zukünftige zu lenken.

Das Rad der Geschichte wird ja nicht von den Buchhaltern gedreht, sondern von den Utopisten.

4. Notwendig ist, dass mehr Logik, Mathematik, Physik, Chemie und Biologie auf höherem Niveau gelehrt werden.

Zur Schulung logischen Denkens ist kein anderes Fach so geeignet wie logische Algebra. Warum sollten Oberschüler nicht lernen, Computer zu programmieren?

5. Der Sprach- und Geschichtsunterricht muss ein wenig eingeschränkt und stark aufgeklärt werden.

Um mit der Zukunft zurechtzukommen, ist die Kenntnis der Vorgänge im Jahre 1933 tausendmal wichtiger als das beziehungslose Wissen vom klassischen Altertum.

Arnold Toynbee konnte aussprechen:

Die Menschheit wird unseres Zeitalters nicht wegen seiner schrecklichen Verbrechen noch wegen seiner erstaunlichen Erfindungen, sondern aus einem ganz anderen Grunde gedenken: dass es seit der Morgenröte der Zivilisation, also seit fünf- oder sechstausend Jahren, das Zeitalter ist, in dem der Mensch daran zu denken wagte, die Wohltaten der Zivilisation der ganzen Menschheit zugänglich zu machen.

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