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20.02.2014 17:13:54
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Wasser mit elektrisch & optisch erzeugter Geschmacksrichtung

Bald kommt ein weiterer Hype: Normales Wasser, das mit Strom und farbigem Licht verschiedene Geschmacksrichtungen täuschend gut vermitteln kann.

Wie im Beitrag Buchbesprechung Salt Sugar Fat und in weiteren Beiträgen ausführlich dargelegt, versucht die Nahrungsmittelindustrie stets unser höchstes Glücksgefühl zu treffen. Die Folgen sind langfristig fatal.

Mit anderen Worten versucht die Industrie durch eine grosse Anzahl von chemischen und natürlichen Stoffen, uns zum Überkonsum zu animieren, um das Maximum verkaufen zu können.

Es ist schon lange bekannt, dass man mittels einer Spannung spezielle Gefühle auf der Zunge hervorrufen kann. Probieren Sie das mit einer 4,5 Volt-Flachbatterie, indem Sie das Messing an die Zunge halten. Das führten wir schon als Kinder vor. Wenn Sie wollen, können Sie zum Vergleich ein abgeschnittenes Stück einer anderen Batterie an die Zunge halten. Messing ohne Spannung schmeckt ganz anders.

Seit langem versuchen Forscher verschiedene Geschmacksrichtungen (Gustatorische Wahrnehmung) zu simulieren. Es ist relativ einfach, sauer und salzig hervorzurufen. Doch scheint nun zumindest auch der Geschmack süss und bitter realisiert zu sein. Das eröffnet durch Kombinationen zahlreiche Möglichkeiten, falls ein Mix möglich ist. Dies ähnlich der drei Grundfarben.

Das Forschungsgebiet Mensch-Computer-Interaktion, auf englisch "Human-computer interaction" (HCI) genannt, ist jedenfalls höchst spannend. In diesem Fall von Geschmacksvermittlung handelt es sich um das Fachgebiet Interaction Design (Interaktionsdesign). Ein anderes Gebiet ist das Tangible User Interface, eine Erweiterung der klassischen Benutzerschnittstelle, die schliesslich ein Mensch-Maschine-System (MMS) ergibt.

Geschmackvolles Wasser aus Glas mit Trinkhalm vorgegaukelt - eine kühne Erfindung.

Normales Wasser, das uns interessanten Geschmack vorgaukelt. Ein Projekt mit Zukunft - aber noch nicht so weit, dass es im Verkauf ist (Februar 2014).

Bild vom Keio-NUS CUTE Center in Singapore.

Dr. Nimesha Ranasinghe (PhD) forscht am Keio-NUS CUTE Center, einem Institut der National University of Singapore (NUS) und Keio University in Singapur über Computer Novelties wie tragbare Geräte, multisensorische Interakte, Human-Computer Interaction, Augmented Reality etc.

Eine Arbeit von 2012, zusammen mit Kollegen, ist: "Tongue Mounted Interface for Digitally Actuating the Sense of Taste,'' in Proceedings of the 16th IEEE International Symposium on Wearable Computers (ISWC), June 2012, pp. 80-87. DOI: 10.1109/ISWC.2012.16, ISSN: 1550-4816."

Er studiert schon eine Weile an solchen Möglichkeiten, wie man an dieser Arbeit sieht: "Electronic taste stimulation,'' in Proceedings of the 13th international conference on Ubiquitous computing, ser. UbiComp'11. New York, NY, USA: ACM, 2011, pp. 561-562. DOI: 10.1145/2030112.2030213"

Im 2012 bekam er (inkl. seine Kollegen) von Nokia den Ubimedia MindTrek Award für Competition for Digital Taste Synthesizer.

Laut Medien und gemäss seiner eigenen Präsentation (z.B. in München) hat Nimesha Ranasinghe und sein Team ein Verfahren präsentiert, das über Strom, Frequenz, Temperatur und optischen Reiz geschmackvolle Getränke vortäuscht, die nur aus Wasser bestehen.

Vor einigen Monaten sah das Verfahren noch so aus wie unten: Ein Kästchen mit zwei Silberblechen, die gleichzeitig unten und oben die Zunge berühren, vermitteln Sinneseindrücke, die dem eingestellten Geschmack entsprechen. Die eine Elektrode führt schwachen elektrischen Strom, die andere eine bestimmte Temperatur.

Es ist schwierig abzuschätzen, wie lange es dauert, bis wirklich ein entsprechender Behälter mit diesem System erhältlich ist, um damit Wasser so zu geniessen wie angedacht. Dabei kann natürlich kein Strohhalm dienen, wie das Medien zeigen, denn elektrischer Strom und Temparatur ist zu vermitteln.

Digital Taste Synthesizer vom Team um Nimesha Ranasinghe, Keio-NUS CUTE Center, Singapore. Aus dem YouTube-Video von Nimesha Ranasinghe, Zustand 18.11.2013.

Heise schreibt z.B. dazu: "Ein Traum für gesunde Zähne, ein Spaß für den Partyabend, die Zukunft fürs Schmecken im Internet: Das digital aufgerüstete Gefäß eines Forschungsteams aus Singapur verbindet den realen Trinkvorgang mit virtuellen Geschmackserlebnissen. Aus diesem Glas kann einfaches Wasser süß, salzig, minzig oder gar ähnlich wie Wein schmecken."


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Kommentare

Coca Cola und langfristige Schäden?
Alex Suter, Bild vom Jahr 2013 Das erachte ich als echte Innovation! Wenn ich das nun richtig interpretiert habe, sollte es dann möglich sein, dass man zum Beispiel Coca Cola "simulieren" kann? Eine andere Frage ist, ob der Körper bzw. die Zunge evtl. langfristig Schaden nimmt durch die elektronischen Impulse?

Alex Suter, 22.02.14 12:53
Coca Cola: Der Geschmack von Coca Cola ist komplex
Ernst Erb, Bild vom Jahr 2003 Wenn wir z.B. die Entwicklung von den ersten Brausetabletten so Mitte des 20. Jahrhunderts bis hin zu den natürlichen und unnatürlichen Fertiggetränken verfolgen, so sehen wir zahlreiche Entwicklungsschritte. Bei den Farben stellen wir alle Farben aus drei Grundfarben plus "Farbe" Weiss oder Schwarz her. Ob das bei dem Geschmack auch funktioniert? Wir können uns nur überraschen lassen. Es würde sicher auch juristisch spannend. Die Rechtsprechung selbst ist wieder vom herrschenden Zeitgeist abhängig. Mit anderen Worten: Wo steht ein Land oder eine Hegemonie in seiner "mentalen Zeitachse" in der so viele Werte sich verändern - oder Werte sich so stark verändern. Zu viele Menschen glauben die Welt sei im Gleichschritt und Personen in einer anderen Hegemonie würden z.B. Demokratie so verstehen wie wir das tun.

Ernst Erb, 05.03.14 12:03
Ja, es gibt nichts mit nur Vorteilen
Ernst Erb, Bild vom Jahr 2003 Lieber Alex Sie haben völlig Recht, denn es gibt nichts, was nur Vorteile hat und nichts, was nur Nachteile hat. Es wird noch eine Zeit dauern, bis das auf den Markt kommt - und mit welchen Aussichten. Für einige Menschen vielleicht doch ein Segen, denn "der Durst nach mehr" schadet nicht so der Gesundheit. Siehe Buchbesprechung Salt Sugar Fat.

Ernst Erb, 05.03.14 10:43
Autor
Ernst Erb, Schweiz
Mein Lebenslauf hat mich motiviert, die "Stiftung G+E, Gesundheit und Ernährung" zu gründen. Im Beitrag "Schicksalsschläge, tödliche Krankheit, Gesundheit, Leben!" schildere ich etwas davon. Ein ebenso wichtiger Punkt bildet die Erfahrung aus dem Aufbau von Radiomuseum.org: Es bekommen zu viele Männer bereits ab Alter 65 schwerwiegende Krankheiten. Das gilt sicher auch für Frauen - und ganz allgemein altern wir zu rasch. So lange wie möglich zu leben ist nicht das Ziel, sondern so aktiv, positiv und glücklich wie möglich. Der Weg des geringsten Widerstands führt nicht dazu. Ganz im Gegenteil: nur im Leid schafft man grössere persönliche Veränderungen. Im Alter von 41 Jahren brachte mich die Todesangst vor meinem Krebsleiden dazu, über mein Leben zu reflektieren und auch bezüglich Krankheit selbstverantwortlich zu handeln. Heute bin ich froh, dass ich durch sehr schwierige Lebensphasen gehen musste. Dadurch konnte ich meine Lebensführung so verändern, dass ich auch im achtzigsten Lebensjahr (2015) >60 Stunden pro Woche am PC arbeiten und dabei leistungsfähig bleiben kann. Es ist falsch, so viele Stunden sitzend zu verbringen (früher waren es mehr), doch versuche ich das durch Ausdauersportarten (schnelles Wandern, Bergwandern, seit 2014 auch durch Joggen) und leider nicht immer jeden Tag ausgeführte Übungen (7 Min Workout ab iPhone) auszugleichen. Ich darf aber annehmen, dass die langjährige (Pesci-)vegane Ernährung mit ca. 90% Rohkostanteil den Ausschlag für meine Gesundheit gibt. Leider sind es mit Sicherheit nicht meine Gene. Auch als Angestellter sah ich meine Arbeit nie als Job, sondern als Hobby, das mich interessierte. Als ich eigene (kleine) Firmen aufbaute, war mir das Wohlergehen der Mitarbeiter besonders wichtig. Erfolg oder Misserfolg hing zu einem grossen Teil von ihnen ab. Es war nie mein Ziel, reich zu werden, sondern etwas individuell und intelligent aufzubauen, so dass es vielleicht Erfolg haben kann. Trotzdem kann ich es mir nun erlauben, mit meiner Erfahrung und meinen Möglichkeiten etwas aufzubauen, das interessierten Menschen zugut kommen kann. Zum Glück geben mir auch junge Menschen, die an "diet-health.info" mitarbeiten, das Gefühl echter Teamarbeit. Einige arbeiten mit mir persönlich zusammen, wie ein Software-Entwickler neben einem Studium. Doch mit Skype und TeamViewer ist es möglich, mit geographisch weit verstreuten MitarbeiterInnen zu arbeiten, wie z.B. mit professionellen ÜbersetzerInnen. Selbst Professoren oder Ärzte beteiligen sich an diesem etwas speziellen Projekt, indem sie eigene Texte beisteuern. Unsere Themenbereiche erfassen eigentlich alles, was uns Menschen ausmacht: Gesundheit - Prinzipien/Allg. - Heilkunde - Ernährung - Produktion/Handel - Drogen - Aktivität - Lifestyle - Politik - Wellness - Natur - Umwelt - Persönlichkeit - Ethik - Soziales / Religion. Noch weiss ich nicht, ob "diet-health.info" mit diesem Versuch, den Menschen "nur" solide Zusammenhänge zu vermitteln, auch die notwendige Beachtung erhalten kann. Doch meine ich, dass es reflektierende Menschen gibt, die Zusammenhänge verstehen wollen, statt jedem Modetrend lemmingehaft nachzugehen oder sich zu einem leicht begehbaren Weg (ver-)führen zu lassen. Ob die auch die notwendige Aufmerksamkeitsspanne und den Willen zum Lesen mitbringen? Jedenfalls fehlte mir eine solch umfassende Quelle, die mir ungefärbte Antworten auf wichtigste Fragen geben kann. Deshalb versuche ich diesen "vorher vergeblich gesuchten Hafen" aufzubauen. Hoffentlich habe ich auch die Zeit und Kraft dazu.

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20.02.14 17:13

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