Was bewirkt TFA bei uns und wie können wir uns dagegen wehren? Spannend, was wir als Individuen tun können – wenn wir die Fakten kennen.

Diese vollständige Fassung mit Studiendetails und Therapiehinweisen bedient Fachleute. Hier die leserfreundliche Kurzfassung als Alternative. Die 58 Quellen, meist wissenschaftliche Studien, gelten für beide Beiträge.
Trifluoressigsäure (Trifluoroacetic acid bzw. TFA) ist eine ultrakurzkettige PFAS-Substanz (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen). TFA besteht aus nur zwei Kohlenstoffatomen, vollständig mit Fluor ummantelt. Diese Winzigkeit überfordert alle gängigen Filter und Kläranlagen.
In nahezu allen Oberflächengewässern kommt TFA vor – extrem mobil, extrem stabil. Kontaminierung ist irreversibel: Weder biologische Abbauprozesse noch Standardverfahren der Wasseraufbereitung entfernen TFA. Dies stellt ein wachsendes Risiko für Trinkwasserressourcen weltweit dar. Industrielle Punktquellen erzeugten in einem deutschen Fluss Konzentrationen von über 100'000 ng/L; im betroffenen Trinkwasser massen die ForscherInnen bis zu 20'000 ng/L.1
Eine Chemikalie, deren Namen kaum jemand kennt, erreichte die gesamte Hydrosphäre des Planeten. Die Belastung steigt weiter, weil die Ursprünge wachsen, nicht schrumpfen.
Pflanzen reichern TFA in oberirdischen Teilen an (Früchte, Samen, Körner, Blätter). WissenschaftlerInnen messen in Orangensaft Konzentrationen von bis zu 84'000 ng/L.4 Getreideprodukte weisen sogar Werte von 200'000 bis 420'000 ng/L auf.5,24 Europäisches Trinkwasser enthält durchschnittlich 740 ng/L.5 Dies unterstreicht die Wichtigkeit von Grenzwerten für Lebensmittel – nicht nur für Trinkwasser. Umweltbehörden empfehlen, dass Menschen täglich max. 1800 ng/kg Körpergewicht aufnehmen.39
PFAS umfassen tausende Verbindungen, die alle eine gemeinsame Eigenschaft besitzen: die Kohlenstoff-Fluor-Bindung, eine der stärksten in der organischen Chemie. TFA teilt diese Persistenz – weicht hingegen in fast allem anderen ab.
Maerten et al. (2025) klassifizieren TFA gemeinsam mit drei weiteren Verbindungen als ultrashort-chain PFAS.6
Für diese Untergruppe der PFAS, die regulatorisch an Aufmerksamkeit gewinnt, existiert leider kein einziger Grenzwert.
Langkettige PFAS wie PFOA oder PFOS haften an Sedimenten, akkumulieren und verweilen jahrzehntelang im menschlichen Körper. TFA hingegen folgt dem Wasser. Sie geht vollständig in Lösung, wandert mit dem Niederschlag, bindet nicht an Partikel und verdunstet nicht aus Gewässern. Diese extreme Wasserlöslichkeit erklärt die globale Verbreitung.
Anders als ihre grossen Verwandten (PFAS) akkumuliert TFA nicht in proteinreichen Geweben wie Leber und Niere. Es ist in anderen Teilen des menschlichen Körpers nachweisbar.2,3
| Merkmal | TFA (Trifluoressigsäure) | Langkettige PFAS (z.B. PFOA) |
|---|---|---|
| Kettenlänge | 2 C-Atome (ultrakurz) | 6–14 C-Atome |
| Wasserlöslichkeit | extrem hoch – folgt dem Wasserkreislauf | geringer – lagert an Sedimenten |
| Anreicherung | in Pflanzen, Blättern, Früchten | proteinreiches Gewebe (Leber, Nieren) |
| Aktivkohlefilter | versagt weitgehend | entfernt 90–99 % |
| Hauptquelle | Kältemittel- / Pestizidabbau | Industrie, Löschschäume |
| EU-Grenzwert | nicht reguliert (2025) | Summengrenzwert ab 2026 |
Industrie und Landwirtschaft produzieren seit Jahrzehnten Substanzen, aus denen TFA als Abbauprodukt hervorgeht.
Kältemittel: die dominierende Quelle
Klimaanlagen und Wärmepumpen enthalten fluorierte Kältemittel: HFC-134a (HFC = Hydrofluorocarbons, Fluorkohlenwasserstoffe) und HFO-1234yf (HFO = Hydrofluorolefine). Der atmosphärische Zerfall beider Verbindungen erzeugt TFA - der globale globale Niederschlag verteilt sie danach.7
HFO-1234yf gilt offiziell als Klimaschutzlösung wegen seines niedrigen Treibhauspotenzials – mit einer höheren TFA-Bildungsrate als sein Vorgänger.8 Eine politische Ironie: Die Klimaschutzmassnahme verschärft ein Chemikalienproblem.
Innenraumstudien zu TFA-Konzentrationen in Klimaanlagenluft gibt es nicht. Dass HFO-Abbauprodukte in geschlossenen Innenräumen entstehen, gilt als plausibel – eine systematische Messung fehlt.
Pestizide: der direktere Weg ins Grundwasser
Bestimmte Pflanzenschutzmittel tragen fluorierte Wirkstoffe oder Hilfsstoffe. Biologische und chemische Abbauprozesse im Boden erzeugen aus diesen Verbindungen TFA.9 Beteiligte: Mikroorganismen und abiotische Prozesse wie Hydrolyse, Photolyse, chemische Oxidation. PAN Europe dokumentierte 2024: PFAS‑Pestizide stellen in ländlichen Gebieten die Hauptquelle der im Grund- und Oberflächenwasser gemessenen TFA‑Belastung dar. Der kausale Zusammenhang drängt Verbote auf.10
Pharmaindustrie: die unterschätzte Punktquelle
Peptidsynthese und Pharmaproduktion setzen TFA industriell in grossen Mengen ein. TFA dient als Gegenion bei der Herstellung von Peptidwirkstoffen – ein Standardverfahren in der modernen Medikamentenentwicklung. Produktionsabwässer tragen TFA direkt in Kläranlagen. Diese entfernen TFA nicht. Pharmabetriebe in Gewässernähe erzeugen lokale Konzentrationspeaks, die Scheurer et al. (2017) als industrielle Punktquellen dokumentierten. Dieser Eintragspfad bleibt in der Regulierungsdiskussion weitgehend unbeachtet.1
TFA ist global nachgewiesen. Besonders hoch liegen die Werte im Atlantik. Wasser- und Eisproben aus der Arktis, Antarktis und dem zentralen Pazifik belegen TFA in Regionen ohne industrielle Emissionsquellen. TFA kommt im Schnee in Spitzbergen vor. Antarktisches Schneeeis und Meereis des Arktischen Ozeans enthalten TFA in messbaren Konzentrationen.
Der atmosphärische Transport erklärt die Verteilung: Hydroxylradikale in der Troposphäre spalten HFC-, HCFC- und HFO-Verbindungen zu TFA auf. Niederschlag und Schnee transportieren das entstandene TFA in alle Ökosysteme.1,11,12,13,14,15,16
Atmosphärische Modellrechnungen prognostizieren bis 2100 stark steigende TFA-Konzentrationen in Niederschlag und Oberflächengewässern. Der Treiber: globaler Ausbau fluorierter Kältemittel (u.a. HCFCs, HFCs und HFOs). Diese ersetzten ozonabbauende Fluorkohlenwasserstoffe (FCKWS, engl. CFCs). Hanson et al. (2024) schätzen die TFA-Produktion durch atmosphärische Zersetzung zwischen 2020 und 2100 auf 31,5 bis 51,9 Millionen Tonnen (angegeben in Tg = Teragramm). Vereinfachte Ozeanmodelle suggerieren einen Konzentrationsanstieg von 200 ng/L auf 736 bis 1058 ng/L bis Ende des Jahrhunderts.17 Süsswassersysteme ohne natürlichen Abfluss, etwa Salzseen, begünstigen die Anreicherung von TFA zusätzlich.18
Eine Trendumkehr setzt den vollständigen Verzicht auf PFAS und fluorhaltige Vorläufer der TFA voraus – ein regulatorisch nicht terminiertes Ziel.
Fluorpolymere wie PTFE in Antihaftbeschichtungen sowie fluorierte Kosmetikinhaltsstoffe gelten als weitere TFA-Vorläufer. Die Studie von Moscato et al. (2025) bestätigt, dass Fluorpolymere wie PTFE und bestimmte Kosmetikinhaltsstoffe signifikante Quellen für Trifluoressigsäure (TFA) darstellen. Ein zentrales Fazit der Untersuchung: Eine präzise quantitative Erfassung der TFA-Exposition im häuslichen Umfeld fehlt.2
Die globale Verbreitung verlangte eine Erklärung. Jahrelang bot die Forschung eine an. TFA entstehe natürlich – Stichworte: Tiefseevulkane, biologische Prozesse.
Joudan et al. (2021) untersuchten alle postulierten natürlichen Bildungsmechanismen systematisch und fanden keinen plausiblen darunter. Beobachtungen zur CF4-Produktion aus kontinentalem Fluorit liefern keine tragfähige Grundlage für TFA-Entstehung in anoxischen hydrothermalen Quellen. Entscheidend: Wasserproben direkt bei Tiefseevulkanen weisen keine erhöhten TFA-Konzentrationen auf – obwohl das bei einer aktiven Quelle zwingend zu erwarten wäre. Nicht existierende TFA-Budgets und Tiefseebelege genügen als Evidenz für natürliche Herkunft nicht.19
Vorindustrielle Grundwasserproben und Eisbohrarchive enthalten kein nachweisbares TFA. Von Sydow et al. (2000) bilden die einzige Ausnahme – doch ihre Gletscherproben trugen neben TFA auch Insektizide und Flammschutzmittel. Wahrscheinlichste Erklärung: Modernes Schmelzwasser kontaminierte das Material.19,20
Die Industrie instrumentalisiert das Naturquellen-Argument
Das Factsheet des European Fluorocarbons Technical Committee (EFCTC) – Industrieverband der Fluorkohlenwasserstoff-Hersteller – zitiert solide Fachliteratur. Einseitige Interessen beeinflussen jedoch Auswahl und Interpretation dieser Quellen. Methodische Schwächen der Naturquellen-These bleiben unerwähnt; neuere Forschung, die diese widerlegt, ignoriert das Factsheet vollständig.21
Wir folgern: Das Naturquellen-Argument dient der Verharmlosung – nicht der Wissenschaft.
Pflanzen nehmen TFA mit dem Bodenwasser auf. Die Transpiration treibt diesen Transport: Wasser entweicht aus den Blattöffnungen und zieht neues Wasser nach – TFA folgt und bleibt beim Verdunsten zurück. Feldstudien an einem stark belasteten Industriestandort fanden in oberirdischen Pflanzenteilen Konzentrationen von bis zu 3800 mg/kg Trockengewicht (=3,8 Milliarden ng/kg!), mit einem Bioakkumulationsfaktor von bis zu 13'000 – gemessen an der TFA-Konzentration im Bodenwasser.22
WissenschaftlerInnen warnen vor einer globalen Bedrohung durch irreversible Anreicherung in Süsswassersystemen.23 TFA kommt allgegenwärtig in Luft, Wasser, Lebensmitteln und Konsumgütern vor. Aufgrund ihrer hohen chemischen Stabilität finden in Organismen nur geringfügige metabolische Veränderungen statt. TFA ist in der Umwelt persistent.2
Besonders problematisch: In Salzseen steigt die TFA-Konzentration kontinuierlich. Verdunstung entzieht das Wasser, TFA bleibt – ein selbstverstärkender Mechanismus, unabhängig von lokalen Emissionen.18
Wasser- und Landorganismen leiden unter chronischer TFA-Toxizität. Die EU stuft TFA als schädlich für Wasserorganismen mit langanhaltender Wirkung ein. Algen reagieren auf TFA auf beiden Zeitskalen empfindlicher als andere Wasserorganismen: akute Vergiftung und chronische Schädigungen entstehen. Bisherige Studien umfassten 21 bis 90 Tage – zu kurz für eine valide Bewertung von Langzeiteffekten. Weil TFA weder abbaubar noch entfernbar ist, bleiben Wasserorganismen einer dauerhaften Belastung ausgesetzt.2
Im terrestrischen Ökosystem hemmt TFA das Sprosswachstum bestimmter Kulturpflanzen – dokumentiert bei Mais, Pappel und Robinie. Pflanzenwurzeln nehmen TFA deutlich stärker auf als andere kurzkettige PFAS. Im Boden verschiebt TFA den pH-Wert, schwächt die mikrobielle Aktivität und verlangsamt den Abbau organischen Materials.2
Die Untersuchung von 2025 durch das Pesticide Action Network (PAN) mit 48 Proben fand TFA in biologischen und konventionellen Nahrungsmitteln. Konventionelle Produkte tragen mehr als dreimal so viel TFA wie Bioprodukte. Allerdings erreicht atmosphärischer Niederschlag alle Äcker – inkl. Bio-Flächen ohne eigenen Pestizideinsatz. Die Gesamtbelastung stieg innerhalb von zehn Jahren auf das Dreifache.5
Getreideprodukte, Orangensaft, Obst und Wein tragen den grössten Teil zur Gesamtexposition bei. Gemäss PAN Netherlands überschreiten Kinder den Tagesrichtwert der EFSA allein durch Getreideprodukte um das 1,8-Fache. Der EFSA-Wert 2025 beträgt 30'000 ng/kg. PAN Netherlands weist darauf hin, dass TFA eine endokrin aktive Substanz sei und auch in niedrigsten Dosen schädliche Wirkungen aufweise. Der Tageswert sollte deshalb eher 1800 ng/kg betragen – oder weniger.39
PAN Europe rechnet mit dem Richtwert der niederländischen Gesundheitsbehörde (320 ng/kg). Damit überschreiten Erwachsene durch den durchschnittlichen Verzehr konventioneller Getreideprodukte die tolerierbare Tagesdosis um das 1,5-Fache, bei Kindern um das Vierfache.5,39
Hinweis: Die Richtwerte von PAN Europe und PAN Netherlands stammen nicht von einer EU-Behörde. Einen offiziell festgesetzten EU-Grenzwert für TFA in Lebensmitteln gibt es bislang nicht – Stand Februar 2026.
Leitungswasser enthält TFA europaweit. Global 2000 (Österreich) fand TFA in Mineralwässern aus als "unberührt" deklarierten Quellen – ein Beleg für die Reichweite atmosphärischer Verteilung.28 Wie in der Einleitung adressiert: Verglichen mit Nahrungsmitteln belastet Trinkwasser bis zu hundertfach weniger.
Die frühere Annahme einer geringeren Gefährlichkeit kurzkettiger PFAS hält einer näheren Prüfung nicht stand. Wegen fehlender Analytiksensitivität unterschätzten ältere Umweltstudien TFA systematisch.29 In den 1990er-Jahren galt Ionenchromatografie als die erste Technik, TFA überhaupt zu messen – nur im hohen Bereich von µg/L. LC-MS/MS-Methoden (Flüssigchromatografie-Massenspektrometrie) und Ionenchromatografie in Kombination mit MS erreichten ab ca. 2010–2015 ausreichende Nachweisgrenzen für TFA im ng/L-Bereich.
Methodisch routinemässige Niederschlagsmessungen begannen 2018.11 Das deutsche Normungsinstitut DIN ermöglicht seit 2023 Messungen im Bereich < 0,1 ng/L für Oberflächen-, Trink- und Grundwasser.30
Das erklärt die Datenlücke: Nicht weniger TFA in der Umwelt, sondern unzureichende Messwerkzeuge täuschten Unbedenklichkeit vor. Aktuelle Studien mit hohen Konzentrationen spiegeln verbesserte Analytik – und reale Zunahmen gleichzeitig.
TFA zirkuliert im Blut und in extrazellulären Körperflüssigkeiten. Ihre Plasma-Halbwertszeit beträgt 1-2 Tage und ist deutlich kürzer als bei langkettigen PFAS (PFOS 5,4 Jahre; PFOA 3,8; PFHxS 8,5). Über den Urin scheiden Menschen TFA fast unverändert wieder aus. Bei einer Nierenfunktionsstörung steigt der TFA-Gehalt im Blut.2,31
Ein trügerischer Eindruck: Zwar klingt die kurze Verweildauer im Körper beruhigend. Nahrung und Wasser halten den Körperspiegel aber nur konstant, solange die Umweltbelastung nicht ansteigt. Und die wächst.
Biomonitoring-Studien dokumentieren TFA im gesamten Körper, einschliesslich der Plazenta.3,22 Selbst Nabelschnurblut enthält TFA: Bei 55 % der 66 untersuchten Mutter-Kind-Paare wiesen ForscherInnen TFA nach.3
Eine Serumuntersuchung an 252 Erwachsenen ergab eine Nachweisrate von 97 Prozent. Muir et al. (2025) analysierten gepoolte Urinproben von 6040 Australierinnen und Australiern: TFA fand das Labor in allen 70 Pools. Der Median lag bei 24 µg/L (24'000 ng/L), das Maximum bei 300 µg/L (300'000 ng/L). Ältere Jahrgänge tragen signifikant höhere Körperlasten als jüngere – ein Hinweis auf lebenslange kumulative Exposition. Möglicherweise ist die Anreicherung bei älteren Personen auf C-CF3-haltige Arzneimittel zurückzuführen.32
Blut, Plazenta, Nabelschnur – TFA durchdringt den menschlichen Körper bis zum Ungeborenen. Nicht mehr die Exposition allein beschäftigt die Forschung – sondern deren Folgen.
Beruflich exponierte Gruppen – Pharmapersonal, Laborchemiker, Fluorchemie-Beschäftigte – erfasst das Biomonitoring nicht. Das Forschungsfeld ignoriert ausgerechnet jene, die TFA täglich als Lösungsmittel und Katalysator handhaben.
Das Review von Wipplinger et al. (2025) identifiziert mehrere berufliche Expositionsquellen gegenüber Trifluoressigsäure (TFA). OP-Personal inhaliert Narkosegase über die gesamte Arbeitszeit. Die kumulierte Wochendosis liegt deutlich unter jener anästhesierter Patienten. Allerdings blieben Gesundheitsrisiken durch Langzeitexposition unerforscht. Laborpersonal erleidet bei Unfällen mit Reinsubstanz typische Säureverätzungen. Längere aerogene Exposition löst allergische Kontaktdermatitis aus. Industriemitarbeitende mit chronischer Hydrochlorofluorocarbon-Inhalation entwickelten hepatozelluläre Nekrosen. Im Serum liessen sich zudem Autoantikörper nachweisen, die Autoimmunerkrankungen auslösen.3
Einen Hinweis auf die Dringlichkeit liefert ein Befund aus der allgemeinen Bevölkerung: Bei US-Bürgern ohne berufliche Exposition erreichen TFA-Serumspiegel dieselbe Grössenordnung wie langkettige PFAS bei beruflich belasteten Arbeitnehmern.22
Fluorierte Arzneimittel tragen zur inneren TFA-Belastung bei. Isofluran, Desfluran und Halothan – gebräuchliche Narkosegase – sowie neuere antivirale Wirkstoffe wie Nirmatrelvir (Paxlovid) und Antidepressiva wie Fluoxetin enthalten C-CF₃-Gruppen, die der Körper zu TFA abbaut. Ältere Personen mit langjähriger Medikamenteneinnahme akkumulieren messbar höhere TFA-Körperlasten.3,32,58
Tierversuche liefern erste Antworten, abschliessende kommen nicht vor.
Das CLH-Verfahren bei der ECHA (Europäischen Chemikalienagentur) zur Gefahreneinstufung von TFA läuft (Details siehe unten). Die ECHA berücksichtigt Reproduktionstoxizitätsstudien an Ratten und Kaninchen. Studien identifizierten Entwicklungstoxizität bei Tierversuchen als empfindlichsten Endpunkt. Anomalien an Augen, reduziertes Körpergewicht bei Nachkommen, Skelettmalformation sowie beeinträchtigte Leber- und Nierenfunktionen gelten als wichtige dokumentierte Endpunkte.33,34,35
Ratten-Studien identifizierten die Leber als Zielorgan bei oraler TFA-Aufnahme – mit teilweise nachgewiesener Lebervergrösserung.36
Industrie-Toxizitätsstudien, die PAN Europe 2025 per Akteneinsicht freilegte, dokumentieren Auswirkungen auf Leberenzyme, Immunparameter und Spermienqualität.37 Diese Befunde flossen in behördliche Risikobewertungen nicht vollständig ein. Ob das methodische Schwächen widerspiegelt oder gezielte Verharmlosung, prüft die ECHA derzeit im Rahmen der harmonisierten Einstufung.
TFA fällt in eine regulatorische Lücke. Die EFSA nahm TFA nicht in ihre PFAS-Risikobewertung von 2020 auf – die Datenlage galt damals als unzureichend.42 Deshalb gelten die Trinkwasser- und Lebensmittel-Grenzwerte nur für klassische PFAS.
Einzig das deutsche Umweltbundesamt (UBA) setzte einen Richtwert – kein europäisches Pendant folgte. Dieses legt einen maximalen Richtwert von 60'000 ng/L für TFA im Trinkwasser fest. Der vorsorgliche Sicherheitsgrenzwert beträgt 10'000 ng/L.43
Internationale Grenzwerte für PFAS im Trinkwasser (nicht TFA)
Zwei EU-Behörden treiben die TFA-Regulierung parallel voran – mit klar getrennten Aufgaben.
Die ECHA bewertet die Gefahreneigenschaft
Schadet TFA der Gesundheit – ja oder nein? Deutsche Behörden beantragten 2025 eine harmonisierte Einstufung.33 Vorschlag: Klassifizierung von TFA als reproduktionstoxisch der Kategorie 1B – wegen Lebertoxizität und Entwicklungsschäden bei Tierversuchen.
Hinweis: CLH-Verfahren (Harmonised Classification and Labelling) definieren EU-weit verbindlich die Gefahreneigenschaften chemischer Stoffe – Grundlage: die CLP-Verordnung (Classification, Labelling, Packaging).
Kategorie 1B bedeutet: Tierversuche an Ratten und Kaninchen belegen Fortpflanzungs- und Entwicklungsschäden; die Übertragung auf Menschen gilt als plausibel. Zwei Befunde stehen im Zentrum:
Es liegen keine Humanstudien zur reproduktionstoxischen Wirkung vor. Das EU-System gleicht diese Lücke über das Vorsorgeprinzip aus: Eindeutige Tierversuche begründen eine präventive Übertragbarkeit auf den Menschen – bis gegenteilige Belege vorliegen.
Die EFSA berechnet daraus die akzeptable Tagesdosis
Wie viel TFA verträgt ein Mensch lebenslang täglich? Einen EU-weit harmonisierten ADI (Acceptable Daily Intake) für TFA gab es bislang nicht. Informelle Orientierungswerte aus früheren Jahren lagen bei 0,05 mg/kg (50'000 ng/kg) Körpergewicht pro Tag.38
Die EFSA-Arbeitsgruppe erarbeitet derzeit (Stand Ende 2024/2025) den ersten offiziellen gesundheitsbasierten Richtwert (HBGV) für TFA. Laufende Entwürfe deuten auf einen Wert von 0,03 mg/kg (30'000 ng/kg) – oder noch niedriger – hin, um neueren Toxizitätsbefunden Rechnung zu tragen. Offizielle Abschlussberichte gibt es im März 2026 nicht.
Die ECHA gibt ihre Einstufungsempfehlung an die EU-Kommission weiter.
Beide Verfahren – Gefahreneinstufung und ADI-Festlegung – laufen parallel und stützen einander. Eine Aktualisierung der Rechtslage dauert vermutlich bis 2027. Bei PFOA und PFOS lagen zwischen dem internen Industriewissen und der behördlichen Reaktion Jahrzehnte. Bei TFA liegt das Wissen vor dem dokumentierten Schaden. Ob daraus frühere Regulation folgt, entscheiden Behörden, Hersteller und eine informierte Öffentlichkeit gleichermassen.
Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) erfasst TFA im nationalen Gewässermonitoring. TFA tritt flächendeckend im Grundwasser auf. An gut 60 % der Messstellen liegen die Werte zwischen 1000 und 5000 ng/L. Einzelne Standorte weisen Spitzenwerte von über 10'000 ng/L auf.48
Kantonale Laboratorien, etwa das Kantonslabor Zürich, wiesen TFA in Trinkwasserproben nach (<400 ng/L bis 2500 ng/L). Der Kanton ist einer der ersten, der TFA-Werte auf öffentlich zugänglichen Karten publiziert.49
Einen gesetzlichen Grenzwert für TFA im Trinkwasser kennt die Schweizer Trinkwasserverordnung nicht (Stand 2026).47 Grund: Die Schweizer Lebensmittelbehörde (BLV) lehnt Lebensmittelwerte an EU-Recht an. Dadurch existiert kein verbindlicher Lebensmittelwert.
Das deutsche Umweltbundesamt identifiziert fluorierte Kälte- und Treibmittel (Treibgase) sowie Pestizide als Hauptquellen für TFA.50
Landwirtschaftliche Verbände schieben die Verantwortung auf Produzenten von Kälte- und Treibmitteln. Das European Fluorocarbons Technical Committee (EFCTC) betreibt aktiv Kommunikation zur Verharmlosung des TFA-Problems.52 Wirtschaftliche Interessen in Milliardenhöhe erklären den Widerstand gegen Regulierung präziser als wissenschaftliche Unsicherheit.
Die Hersteller Chemours und Honeywell positionierten HFO-1234yf als Klimaschutzlösung und erhielten regulatorische Rückendeckung. Der Marktwert beider Unternehmen im Kältemittelsegment übersteigt mehrere Milliarden USD. HFO-1234yf löste HFKW-134a ab – nach internationalem Druck zur Reduktion des Treibhauspotenzials.8 Die oben genannte höhere TFA-Bildungsrate von HFO-1234yf im Vergleich mit seinem Vorgänger blendeten Hersteller und Behörden gemeinsam aus. Klimapolitik und Chemikalienregulierung sprechen hier nicht miteinander. Politische Koordination zwischen diesen Bereichen fehlt vollständig.
Politische Behörden beobachten, agieren kaum. Immerhin: 2025 entzog die Europäische Kommission dem Pestizid-Wirkstoff Flufenacet die Genehmigung. Trotz ihrer bekannten Umweltgefahr bleiben zahlreiche TFA-bildende Pestizide zugelassen. Im Gegensatz dazu Dänemark: 2025 Widerrufung der Zulassungen für 23 Pestizide aufgrund ihrer TFA-Bildung.51
Das TZW (Technologiezentrum Wasser, Karlsruhe) warnte 2021: Ein Grenzwert von 0,1 µg/L (100 ng/L) TFA hätte dramatische Konsequenzen für die deutsche Wasserversorgung. Umkehrosmose als einzige wirksame Technik übersteigt die Kapazität kommunaler Wasserwerke (siehe unten). Wer den Grenzwert setzt, ohne die Quellen zu schliessen, externalisiert die Kosten auf die Allgemeinheit. Wasserwirtschaftsverbände wie der DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches) und die AWE (Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke an der Elbe) nahmen das auf. Einsehbar auch beim Umweltbundesamt (UBA) unter Grundlagen für eine effektive Minimierung schaffen - Räumliche Analyse der Eintragspfade in den Wasserkreislauf.
TFA überfordert alle gängigen Filtertechnologien stärker als ihre langkettigen Verwandten. Ursache: Kleinheit und extreme Wasserlöslichkeit.
Aktivkohle adsorbiert grosse, hydrophobe Moleküle (z.B. PFAS wie PFOS und PFOA) gut. TFA – klein, polar, wasserlöslich – haftet kaum an Kohleoberflächen. Tisler et al. (2025) dokumentierten in einer Pilotstudie ein beunruhigendes Phänomen: Gesättigte Filter können TFA wieder freisetzen, sodass die Konzentration im gefilterten Wasser zeitweise über derjenigen im Rohwasser liegt.53
Ebenso binden Standard-Ionenaustauscher TFA unzureichend. Speziell entwickelte Anionenaustauscherharze erzielten in Laborversuchen bessere Ergebnisse bei langkettigen und kurzkettigen PFAS als Aktivkohlefilter. Forscher dokumentierten über 14 Zyklen Entfernungsraten von 80 bis über 95 Prozent für verwandte kurzkettige PFAS wie PFBA und PFPeA.54 Anionenaustauscherharze bringen aber das Risiko neuer Schadstoffeinträge mit.53 Für TFA liegen bisher keine grossmassstäblichen Wirksamkeitsstudien vor.
Einige Anbieter kombinieren speziell behandelte Oberflächen mit nanoporösem Adsorbermaterial für kleine, polare Moleküle. Die wissenschaftliche Idee dahinter ist plausibel. Für die meisten Marktprodukte existieren keine unabhängigen Wirksamkeitsstudien zu TFA. Herstellerangaben allein genügen nicht.
Umkehrosmose presst Wasser in Membranen mit Nanoporen – enger als TFA-Moleküle. Diese Technologie entfernt kurzkettige PFAS-Verbindungen zu hohen Raten.55 Nachteile: 3–5 Liter Abwasser pro Liter Reinwasser, Energieverbrauch, Anschaffung ab etwa 200 Franken. Vorteile: Für Mieter als Untertischanlage ohne bauliche Eingriffe installierbar und bei Auszug rückstandslos entfernbar.
Li SJ et al. (2010) belegten: Selbst Umkehrosmose-Membranen halten TFA nicht vollständig zurück – die kleine Molekülgrösse passiert je nach pH-Wert, Membrantyp, Druck und Ionenstärke unterschiedlich gut.56
Die University of Illinois entwickelte ein Verfahren, das ultrakurzkettige bis langkettige PFAS – inklusive TFA – in einem einzigen Prozess aus Wasser entfernt.57 Die Technologie kombiniert Redox-Elektrodialyse mit Elektrosorption.
Die Redox-Elektrodialyse nutzt elektrische Felder, Ionen-Austauschmembranen und einen wasserlöslichen Redox-Polymer-Träger. Dieser Träger bindet kurzkettige PFAS mit unter vier Kohlenstoffatomen chemisch. Elektrisch umschaltbar, nimmt das Polymer PFAS auf und gibt es kontrolliert wieder ab – ohne Membranverblockung.
Die nachfolgende Elektroadsorption bindet langkettige PFAS mit über sechs Kohlenstoffatomen an elektrisch geladenen Kohlenstoffelektroden. Die PFAS-reiche Lösung leitet die Elektrode gezielt aus dem Wasser ab. Das Polymer regeneriert und steht für neue Aufnahmezyklen bereit. Anschliessend zerstören thermische, elektrochemische oder fotochemische Verfahren die konzentrierte PFAS-Lösung. Das Labor belegte: Dieses Verfahren entfernt 86 % der TFA im Wasser.
Im Labor überzeugt die Technologie. Für den Einsatz in Wasserwerken bleiben grosse Hürden: Materialbeständigkeit, Anlagegrösse, Regenerationszyklen und die Entsorgung der hochkonzentrierten PFAS-Lösung.
Die Forschungslage zu TFA bleibt jünger und dünner als bei langkettigen PFAS. Langzeitstudien zur chronischen Exposition bei Menschen fehlen weitgehend – was bei Umweltchemikalien der Regel entspricht, nicht der Ausnahme. Nur weil Daten nicht vorliegen, ist ein Risiko nicht ausgeschlossen. Globale Verbreitung, extreme Persistenz, Akkumulation in Ökosystemen und das mangelnde Wissen über lebenslange Exposition verlangen Aufmerksamkeit – nicht Abwarten.40
TFA kommt inzwischen überall vor – und die Belastung wächst ständig. Individuelle Schutzmassnahmen reduzieren die persönliche Exposition. Das Problem lösen sie nicht. Trinkwasserfilterung adressiert nur einen kleinen Bruchteil der TFA-Exposition. Die Nahrung belastet deutlich stärker. Darum: Wer TFA wirklich reduzieren will, beginnt bei der Ernährungswahl – nicht beim Wasserfilter.
Wir empfehlen, Bio-Getreideprodukte zu bevorzugen: Damit erreichen Sie eine dreifach geringere Belastung gegenüber konventionellen Produkten. Der Einkauf von Bioprodukten vermindert generell die Anwendung von Pestiziden als Verursacher von TFA. Zudem nützt: Orangensaft reduzieren, besonders für Kinder. Industrielle Getreideprodukte und Wein einschränken. Lokale, saisonal angepasste Lebensmittel wählen.
Das Wissen über kurzfristige Tierversuche steht einer Bevölkerung gegenüber, die lebenslang und täglich exponiert ist – eine Konstellation, die keine Entwarnung erlaubt.
Einschätzung des Autors
Die Geschichte der Schadstoffe lehrt generell: Politische Massnahmen kommen zu spät. Deren Umsetzung kostet viel. Bei TFA liegt das Wissen früher vor als bei PFOA und PFOS. Das bietet eine seltene Chance, das Muster zu durchbrechen.
Drei Bereiche verdienen dringend politische Aufmerksamkeit:
Der Zielkonflikt zwischen HFO-Kältemitteln und TFA-Prävention verdient besondere Aufmerksamkeit – weil ihn zwei vollständig getrennte Politikbereiche verwalten, die nicht miteinander sprechen. Klimaschutz und Chemikalienregulierung benötigen hier einen gemeinsamen Tisch.
Ob aus vorhandenem Wissen frühere Regulation folgt, entscheiden Behörden, Hersteller und eine informierte Öffentlichkeit gleichermassen. TFA-Konzentrationen in Süsswassersystemen steigen modellbasiert ohne Trendumkehr am Ursprung bis ins Jahr 2100 auf das Fünffache.
| 1. | * Narratives Review DOI: 10.1016/j.watres.2017.09.045 | Scheurer M, Nödler K, et al. Small, mobile, persistent: Trifluoroacetate in the water cycle - Overlooked sources, pathways, and consequences for drinking water supply. Water Res. 2017;126:460-471. |
| 2. | * Once absorbed, it is distributed in plasma and extracellular fluids, with a tendency to remain ionized due to its strongly acidic nature (pKa ≈ 0.5). Studies on patients undergoing halothane anesthesia have found significant levels of TFA in plasma and urine, peaking 24–48 h after exposure. TFA concentrations up to 8.46 ng/mL have been detected in blood samples from Chinese men. It is not lipophilic and therefore does not significantly accumulate in adipose tissue. TFA is excreted almost exclusively via the kidneys in its unchanged form. Elimination is slow, with a plasma half-life of approximately 1–2 days in humans, though this may vary. Renal function affects clearance: in patients with kidney dysfunction, TFA may accumulate in the blood. Narratives Review DOI: 10.3390/environments12080277 Study: weak evidence | Moscato, A, Longo MV, et al. Trifluoroacetic Acid: A Narrative Review on Physico‑Chemical Properties, Exposure Pathways, and Toxicological Concerns. Environments. 2024;12(8):277. |
| 3. | * Narratives Review DOI: 10.3390/life15121825 Study: weak evidence | Wipplinger J, Meusburger L, et al. The Effects of Trifluoroacetic Acid (TFA) in Humans: A Rapid Review. Life. 2025;15(12):1825. |
| 4. | ● Website | Eurofins: Van Hees P, Karlsson P, et al. Trifluoroacetic acid (TFA) and trifluoromethane sulphonic acid (TFMS) in juice and fruit/vegetable purees. |
| 5. | ● Key findings include:
Website | Pesticide Action Network Europe (PAN): New Study Reveals Alarming Levels of ‘Forever Chemical’ TFA in bread, pasta, and breakfast cereals. 2025. |
| 6. | * Narratives Review DOI: 10.1007/s00204-025-04126-9 | Maerten A, Sanz-Serrano J, et al. Tiny molecules, big concerns: ultrashort-chain PFAS on the regulatory radar. Arch Toxicol. 2025;99(8):3449-3451. |
| 7. | * Atmosphärenwissenschaftliche empirisch‑modellbasierte Forschungsstudie DOI: 10.1002/2014JD022058Digital Object Identifier (DOI) | Kazil J, McKeen S, et al. Deposition and rainwater concentrations of trifluoroacetic acid in the United States from the use of HFO‐1234yf. JGR Atmospheres. 2014;119(24). |
| 8. | * Experimentell‑modellbasierte Atmosphärenchemie‑Studie DOI: 10.1021/acsearthspacechem.0c00355 | Holland R, Khan MAH, et al. Investigation of the Production of Trifluoroacetic Acid from Two Halocarbons, HFC-134a and HFO-1234yf and Its Fates Using a Global Three-Dimensional Chemical Transport Model. ACS Earth Space Chem. 2021;5(4):849–857. |
| 9. | * Modellierungsbasierte Umwelt‑Risikobewertung DOI: 10.1186/s12302-025-01215-5 | Diehle M, Schneider F, et al. Trifluoroacetate leaching potential from fluorinated pesticides: an emission estimation and FOCUS modelling approach. Environmental Sciences Europe. 2025;37:161. |
| 10. | ● Website | Pesticide Action Network Europe (PAN): TFA in the Water: Dirty PFAS Legacy Under the Radar. 2024. |
| 11. | * Studie mit Messdaten, Emissionsabschätzungen und atmosphärischer Modellierung DOI: 10.1021/acs.est.0c02910 | Freeling F, Behringer D, et al. Trifluoroacetate in precipitation: deriving a benchmark data set. Environ Sci Technol. 2020;54(17):11210–11219. |
| 12. | * Feldmessstudie zur globalen Verteilung von Trifluoracetat im Ozean DOI: 10.1021/es047975u | Scott BF, Macdonald RW, et al. Trifluoroacetate profiles in the Arctic, Atlantic, and Pacific Oceans. Environ Sci Technol. 2005;39(17):6555-6560. |
| 13. | * Feldmessstudie Trifluoracetat im Schnee DOI: 10.1021/acs.est.1c04776 | Björnsdotter MK, Hartz WF, et al. Levels and Seasonal Trends of C1-C4 Perfluoroalkyl Acids and the Discovery of Trifluoromethane Sulfonic Acid in Surface Snow in the Arctic. Environ Sci Technol. 2021;55(23):15853-15861. |
| 14. | * Feldmessungsstudie TFA in Eisbohrkernen DOI: 10.1016/j.scitotenv.2025.179837 | Sanz Rodriguez E, Lai M, et al. Seasonal variation of trifluoroacetic acid (TFA) in Antarctic ice cores analysed by direct injection non-suppressed ion chromatography-mass spectrometry (nsIC-MS). Sci Total Environ. 2025;988:179837. |
| 15. | * Feldmessstudie Trifluoracetat im Schnee DOI: 10.1021/acs.est.4c08854 | Hartz WF, Björnsdotter MK, et al. Sources and Seasonal Variations of Per- and Polyfluoroalkyl Substances (PFAS) in Surface Snow in the Arctic. Environ Sci Technol. 2024;58(49):21817-21828. |
| 16. | * Modellierungsstudie DOI: 10.1029/97JD02988 | Kotmarthi VR, Rodriguez JM, et al. Trifluoroacetic acid from degradation of HCFCs and HFCs: A three-dimensional modeling study. JGR: Atmospheres. 1998;103(D5):5747-5758. |
| 17. | * Narratives Review DOI: 10.1002/etc.5963 | Hanson ML, Madronich S, et al. Trifluoroacetic Acid in the Environment: Consensus, Gaps, and Next Steps. Environmental Toxicology and Chemistry. 2024;43(10):2091-2093. |
| 18. | * Feldstudie DOI: 10.1021/acs.est.3c08822 | Cahill TM. Assessment of potential accumulation of trifluoroacetate in terminal lakes. Environ Sci Technol. 2024;58(6):2966‑2972. |
| 19. | * Critical Review DOI: 10.1039/D1EM00306B | Joudan S, De Silva AO, et al. Insufficient evidence for the existence of natural trifluoroacetic acid. Environmental Science: Processes & Impacts. 2021;23:1641-1649. |
| 20. | * Feldstudie Regen und Schnee DOI: 10.1021/es9913683 | Von Sydow LM, Grimvall AB, et al. Natural background levels of trifluoroacetate in rain and snow. Environ Sci Technol. 2000;34(15):3115‑3118. |
| 21. | ● Website | EFCTC: Naturally Occuring TFA. Factsheet. |
| 22. | * Thus, the concentrations of TFA in nonoccupationally exposed US citizens are similar to the concentrations of bioaccumulative legacy long-chain PFAAs (e.g., PFOS, PFHxS, PFNA, PFDA) measured in the serum of occupationally exposed workers. modellgestützte, quantitativ‑analytische Umweltchemie‑Originalstudie DOI: 10.1021/acs.est.4c06189 | Arp HPH, Gredelj A, et al. The Global Threat from the Irreversible Accumulation of Trifluoroacetic Acid (TFA). Environ Sci Technol. 2024;58(45):19925–19935. |
| 23. | * Feldstudie Gewässer Schweiz DOI: 10.5194/acp-25-18157-2025 | Henne S, Storck FR, et al. Trifluoroacetate (TFA) in precipitation and surface waters in Switzerland: trends, source attribution, and budget. Atmos Chem Phys. 2025;25:18157‑18186. |
| 24. | ● Website | Global 2000: Die Ewigkeits-Chemikalie im täglich Brot. Der beunruhigende Anstieg von TFA in Getreideprodukten. 2025. |
| 25. | ● Website | Global 2000: Flaschenpost. Der steile Anstieg der TFA-Kontamination in europäischem Wein. 2025. |
| 26. | ● Website | Untersuchungsämter-BW: Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit in Baden-Württemberg. Trifluoressigsäure – Bedenkliche Gehalte in unserem Obst und Gemüse? 2025. |
| 27. | ● found an average TFA concentration of 740 ng/L, in 36 tap water samples collected across 11 EU countries. Website | PAN Europe: TFA: The Forever Chemical in the Water We Drink. Only a rapid ban on PFAS pesticides and F-gases can save our water. 2024. |
| 28. | ● Website | Global 2000: Mineralwassertest: TFA auch in "unberührten" Mineralwässern. 2024. |
| 29. | * Narratives Review DOI: 10.1007/s00216-020-02692-8 Study: weak evidence | Björnsdotter MK, Yeung LWY, et al. Challenges in the analytical determination of ultra-short-chain perfluoroalkyl acids and implications for environmental and human health. Anal Bioanal Chem. 2020;412(20):4785–4796. |
| 30. | * interlaboratorische Validierungsstudie DOI: 10.1007/s00769-025-01640-2 | Dorgerloh U, Becker R, et al. Standardising the quantification of trifluoroacetic acid in water: interlaboratory validation trial using liquid chromatography-mass spectrometric detection (LC–MS/MS). Accred Qual Assur. 2025;30(4):473–476. |
| 31. | * Laboruntersuchung am Menschen (Blut) DOI: 10.1289/ehp.10009 Study: weak evidence | Olsen GW, Burris JM, et al. Half-life of serum elimination of perfluorooctanesulfonate, perfluorohexanesulfonate, and perfluorooctanoate in retired fluorochemical production workers. Environ Health Perspect. 2007;115(9):1298-1305. |
| 32. | * Laboruntersuchung Menschen (Urin) DOI: 10.1021/acs.estlett.5c00678 Study: weak evidence | Muir DCG, Freeling F, et al. Trifluoroacetic Acid in Australian Human Urine Samples. Environ Sci Technol Lett. 2025;12(10):1411–1417. |
| 33. | ● Harmonised classification and labelling consultations. Helsinki. 2025. Website | ECHA (European Chemicals Agency). CLH report. Proposal for Harmonised Classification and Labelling. International Chemical Identification : Sodium Trifluoroacetate and other Inorganic Salts of Trifluoroacetic Acid. 2025. |
| 34. | * Laborstudie (Ratten) DOI: 10.1002/(sici)1099-1263(199701)17:1<1::aid-jat386>3.0.co;2-z Study: weak evidence | Saillenfait AM, Roure MB, et al. Postnatal Hepatic and Renal Consequences ofin uteroExposure to Halothane or its Oxidative Metabolite Trifluoroacetic Acid in the Rat. J Appl Toxicol. 1997;17(1):1–8. |
| 35. | ● Website | OECD. Test Guideline No. 443. Extended One-Generation Reproductive Toxicity Study. 2025. |
| 36. | * Narratives Review DOI: 10.1007/s00204-023-03454-y Study: weak evidence | Dekant W, Dekant R. Mammalian toxicity of trifluoroacetate and assessment of human health risks due to environmental exposures. Arch Toxicol. 2023;97(4):1069–1077. |
| 37. | ● Website | PAN Europe. Manufacturing doubt: how industry downplays TFA's toxicity. September 2025. |
| 38. | ● Website | |
| 39. | ● Website | PAN Netherlands. Unseen and unregulated: TFA – the forever chemical in Europe's cereals. Dezember 2025. |
| 40. | ● Website | Blye DR. Understanding TFA: The Tiny PFAS with a Big Presence. Montrose Environmental Group. 2024. |
| 41. | ● Website | |
| 42. | * DOI: 10.2903/j.efsa.2020.6223 Study: weak evidence | EFSA Panel on Contaminants in the Food Chain (CONTAM), et al. Risk to human health related to the presence of perfluoroalkyl substances in food. EFSA Journal. 2020;18(9):e06223. |
| 43. | ● Website | PFAS-Free Cooling Heating: Garry M, Germany’s Linkage of TFA to Reproductive Toxicity Officially Submitted to EU. 2025. |
| 44. | ● Website | U.S. Environmental Protection Agency (EPA): Per- and Polyfluoroalkyl Substances (PFAS). Final PFAS National Primary Drinking Water Regulation. 2025. |
| 45. | Verordnung der schwedischen Nationalen Lebensmittelbehörde (LIVSFS 2022:12): PFAS och andra miljögifter i dricksvatten och livsmedel - kontroll. 2026. | |
| 46. | ● Sum af PFAS 0,10 µg/L Ved sum af PFAS forstås summen af både det lineære og de forgrenede stoffer for følgende 22 PFAS-stoffer: Website | Dänische Trinkwasserverordnung BEK Nr. 1272: Bekendtgørelse om vandkvalitet og tilsyn med vandforsyningsanlæg. 2025. |
| 47. | ● Website | Schweizerische Eidgenossenschaft: Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (817.022.11). 2026. |
| 48. | ● Website | Schweizerisches Bundesamt für Umwelt (BAFU): TFA im Grundwasser. |
| 49. | ● Website | Kantonales Labor Zürich. Trinkwasser. |
| 50. | ● Website | Umwelt Bundesamt: Sturm S, Freeling F, et al. Trifluoracetat (TFA): Grundlagen für eine effektive Minimierung schaffen - Räumliche Analyse der Eintragspfade in den Wasserkreislauf. Abschlussbericht. Dessau-Rosslau: 2023. |
| 51. | ● Website | Deutsche Umwelthilfe e.V. TFA-bildende Pestizide: Deutsche Umwelthilfe reicht Klagen gegen Zulassungen für drei Produkte ein. 2025. |
| 52. | ● Website | Fleet D, Hanlon J, et al. Study on environmental and health effects of HFO refrigerants (Publication number: M-917|2017). Risk & Policy Analysts. 2017. |
| 53. | * Laborstudie Reinigungseffekt von Aktivkohle und Anionenaustauscher DOI: 10.1016/j.watres.2024.122871 | Tisler S, Mrkajic NS, et al. A non-target evaluation of drinking water contaminants in pilot scale activated carbon and anion exchange resin treatments. Water Res. 2025;271:122871. |
| 54. | * Laborstudie Ionenaustauscher DOI: 10.1002/rem.21515 | Woodard S, Berry J, Newman B. Ion exchange resin for PFAS removal and pilot test comparison to GAC. Remediation Journal. 2017;27(3):19–27. |
| 55. | * Laboruntersuchung Wasserproben aus Wasseraufbereitungsanlagen DOI: 10.1016/j.watres.2013.10.067 | Appleman TD, Higgins CP, et al. Treatment of poly- and perfluoroalkyl substances in U.S. full-scale water treatment systems. Water Research. 2014;51:246-255. |
| 56. | * Laborstudie Umkehrosmose DOI: 10.5004/dwt.2010.1124 | Li SJ, Wang YF, et al. Removal of fluorions from trifluoroacetic acid by reverse osmosis. Desalination and Water Treatment. 2010;20(1–3):66–71. |
| 57. | * Laborstudie Redox-Elektrodialyse und Elektrosorption DOI: 10.1038/s41467-024-52630-w | Kim N, Elbert J, Shchukina E, Su X. Integrating redox-electrodialysis and electrosorption for the removal of ultra-short- to long-chain PFAS. Nat Commun. 2024;15(1):8321. |
| 58. | * Narratives Review DOI: 10.1016/j.cogsc.2023.100807 Study: weak evidence | Freeling F, Björnsdotter MK. Assessing the environmental occurrence of the anthropogenic contaminant trifluoroacetic acid (TFA). Current Opinion in Green and Sustainable Chemistry. 2023;41:100807. |
| Wir haben Studien und Bücher zu Ernährung und Gesundheit nach folgenden 3 Evidenz-Kategorien markiert: grün=starke Beweiskraft, gelb=mittlere, violett=schwache. Die restlichen Quellen sind grau markiert. Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Beitrag: Wissenschaft oder Glaube? So prüfen Sie Publikationen. | ||
Kommentare