Stiftung für Gesundheit & Ernährung

Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

Natternkopf (Echium)

Natternköpfe (Echium) haben eine borstige Behaarung und sind reich an ungesättigten Fettsäuren. Verzehr sollte aber nur in Massen erfolgen, da alkaloid-haltig.
  00/00/00  LA:ALA
Drucken

Allgemeine Informationen:  

Die Pflanzengattung der Natternköpfe (Echium) gehört zur Familie der Raublattgewächse und ist u. a. mit Beinwell oder Boretsch verwandt. Die meisten der 65 Arten sind ein- bis zwei- oder mehrjährige krautige Pflanzen, die eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter erreichen können. Charakteristisch für die oberirdischen Pflanzenteile ist die meist borstige Behaarung.8

Inhaltsstoffe:

Zu den Inhaltsstoffen des Natternkopfes zählen Anthocyane, der Pflanzenschleimstoff Allantoin und ein Gesamtgehalt von 0,12 % Alkaloiden.4,2 Darunter fallen auch die beiden Pyrrolizidinalkaloide (PA) Consolidin und Heliosupin. Die Autoren Fleischhauer, Guthmann und Spiegelberger stufen die Natternköpfe in ihrer „Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen“ in die niedrigste von vier Gefahrenkategorien ein: „Es besteht eine geringfügige Gefahr bei Verwendung“. Die Autoren „schätzen den gelegentlichen Verzehr kleiner Mengen im Jahr als unbedenklich ein“.4 Auch der Honig aus Natternkopf und das aus den Samen gewonnene Öl können geringe Mengen dieses sekundären Pflanzenstoffes enthalten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) legte daher einen gesundheitlichen Richtwert von 0,1 µ/kg/d fest. Bei einer Exposition mit dieser Menge PA muss man mit keinen akuten Gesundheitsschäden rechnen. Untersuchungen von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) haben gezeigt, dass botanische NEM mit Pflanzenmaterial von PA-Bildnern höchste Konzentrationen an PA aufweisen. Dahingegen sind laut BfR ölbasierte NEM von PA-bildenden Pflanzen frei von PA.1

Ungesättigte Fettsäuren:

Echium-Arten enthalten hohe Mengen an verschiedenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Die Ölzusammensetzung der Echium-Spezies ist ähnlich. Besonders hervorzuheben ist die Stearidonsäure5, die man in dieser Konzentration nur in Fischölen vorfindet.3 Wissenschaftler aus Jena machten bereits erste positive Studien mit Rheumatikern. Es könnte sein, dass der Natternkopf die Fisch-Öl-Quelle der Zukunft wird.7

Verwendung in der Küche:

Die jungen Blätter des Natternkopfes eignen sich ab April als Zugabe in verschiedenen Frühlingssalaten. Die Blätter, die sich im Mai und Juni entwickeln, kann man zusammen mit den Stängelspitzen zu Spinaten, Suppen, Saucen und anderen Gemüsegerichten verarbeiten. Die eleganten Blüten sind ab Juni bis September als essbare Dekoration für Speisen oder Trockenteemischungen verwendbar.4

Verwendung in der Medizin:

Traditionell bereitet man aus wurzelnah gewachsenen Blättern (40 g auf einen Liter Wasser) einen Tee für die innere Anwendung zu.11 Dieser wirkt hustenstillend, schweisstreibend und harntreibend. Aus den Wurzeln kann man Salben oder Breiumschläge zur Linderung von Verletzungen des Bewegungsapparates und von Hautproblemen herstellen. Die positiven Auswirkungen auf den Hautstoffwechsel (z. B. Akne, Sonnenschäden, Hautalterung) und auf Entzündungsprozesse lassen sich auf die Stearidonsäure zurückführen. Diese Fettsäure setzt man ausserdem in der Begleittherapie von Prostata- und Darmkrebs und auch bei neurologischen Störungen ein.5

Vorkommen und Zuchtformen:

In Mitteleuropa und Westasien zählt der blaublühende bis zu 100 cm hohe Gewöhnliche Natternkopf zu den verbreitetsten Unterarten. Als Trockenpflanze überdauert er den Winter mit Hilfe von Pfahlwurzeln. Er bevorzugt trockene Brachflächen, sandige Böden und Trockenrasen. Sogar in alpinen Höhenlagen kann man ihn in den Allgäuer Alpen bis auf 1600 Meter antreffen. Ausserdem verwendet man den Gewöhnlichen Natternkopf gerne als Zierpflanze oder für die Honiggewinnung.
Der Wegerichblättrige Natternkopf ist eine 20-60 cm hohe mediterrane Art, die man im gesamten Mittelmeerraum und in Teilen Westeuropas sowie auf den Kanaren, Azoren und Madeira findet. Bevorzugte Standorte sind Wegränder, Sandböden und trockene Brachflächen.10

Wissenswertes:

Der Gattungsname Natternkopf stammt von den auffallenden Griffeln im Blütenkelch ab, deren Enden wie Schlangenzungen gespaltet sind. Die herausragenden Griffel und Staubblätter sind für die Blütenbestäuber ein idealer Landeplatz. Diesen fliegen die Insekten interessanterweise verstärkt gegen 15 Uhr an. Neben Bienen und Schwebefliegen besuchen mehr als 40 Schmetterlingsarten die Blüten der Natternköpfe.8

Alternative Namen:

Im deutschsprachigen Raum nennt man den Gewöhnlichen Natternkopf auch Blauer Heinrich, Himmelbrand (Österreich), Starrer Hansl (Österreich), Eisenhart (Eifel bei Altenahr), Frauenkrieg (Schlesien), stolzer Heinrich (Obersachsen), Knohf (Eifel bei Dreis), Natterkopf, Natterkraut, wild Ochsenzung, Otterkopf, Quäkerkutt, Saurüssel (Österreich), Schlangenhaupt, Steinzungenwurz, falscher Wayd, Weiberkrieg und Zwongkrokt (Siebenbürgen).8

Für den Wegerichblättrigen Natternkopf bestehen wenige regionale Bezeichnungen wie Wegerich-Natternkopf oder Ochsenmaul (Mark Brandenburg), aber auch lateinische Synonyme wie Echium lycopsis auct.Echium maritimum, Echium murale, Echium plantaginoides oder Echium sennenii.10

Quellen:
1 Bundesinstitut für Risikobewertung (2016) Hrsg.: Pyrrolizidinalkaloide: Gehalte in Lebensmitteln sollen nach wie vor so weit wie möglich gesenkt werden. Stellungnahme Nr. 030/2016 vom 28.09.2016. Online verfügbar unter http://www.bfr.bund.de/cm/343/pyrrolizidinalkaloide-gehalte-in-lebensmitteln-sollen-nach-wie-vor-so-weit-wie-moeglich-gesenkt-werden.pdf zuletzt geprüft am 26.06.2017
2 Deutsche Apotheker Zeitung (2001) Hrsg.: Linolensäurehaltige Pflanzen. Nahrungsergänzungsmittel. DAZ 2001, Nr. 5, S. 56. Online verfügbar unter https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2001/daz-5-2001/uid-175 zuletzt geprüft am 26.06.2017
3 Ebermann, Robert & Elmadfa, Ibrahim (2008): Lehrbuch Lebensmittelchemie und Ernährung. Springer-Verlag. Wien. 1. Auflage
4 Fleischhauer, Steffen Guido; Guthmann, Jürgen & Spiegelberger, Roland (2013): Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen. 2000 Pflanzen Mitteleuropas. AT Verlag. Aarau. 1. Auflage
5 Informationsdienst Wissenschaft (2004) Hrsg.: Botaniker entdecken neuen Pflanzenrohstoff im Blumennesselsamen. Freie Universität Berlin. Online verfügbar unter https://idw-online.de/de/news75446 zuletzt geprüft am 26.06.2017
6 Kriese, Uta (2007): Genotypendifferenzierung und Erstellung von Kreuzungspopulationen bei Hanf. Halle/Saale. Online verfügbar unter https://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/07/07H205/prom.pdf zuletzt geprüft am 26.06.2017
7 Mitteldeutscher Rundfunk (2012) Hrsg.: Die fantastische Heilkraft der Öle. Online verfügbar unter www.mdr.de/hauptsache-gesund/hgdownload102-downloadFile.pdf zuletzt geprüft am 26.06.2017
8 Wikipedia Hrsg.: Gewöhnlicher Natternkopf. Online verfügbar unter https://de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%B6hnlicher_Natternkopf zuletzt geprüft am 26.06.2017
9 Wikipedia Hrsg.: Natternköpfe. Online verfügbar unter https://de.wikipedia.org/wiki/Natternk%C3%B6pfe zuletzt geprüft am 26.06.2017
10 Wikipedia Hrsg.: Wegerichblättriger Natternkopf. Online verfügbar unter  https://de.wikipedia.org/wiki/Wegerichbl%C3%A4ttriger_Natternkopf#Invasive_Pflanze_und_Giftigkeit zuletzt geprüft am 26.06.2017
11 Henschel, Detlef (2002): Essbare Wildbeeren und Wildpflanzen. Sammeltipps. Verwendung. Giftige Doppelgänger. KOSMOS-Verlag


Drucken