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Haselnuss

Die heutigen Haselnüsse stammen nicht von der "gemeine Hasel" (Corylus avellana), sondern von der Lambertshasel (Corylus maxima). Siehe Text.

Allgemeine Information:

Aus Wikipedia: "Bereits im frühen Mesolithikum steuerte die Haselnuss einen wichtigen Beitrag zur Ernährung der Menschen bei. Die enorm schnelle Ausbreitung in diesem Zeitalter wird mit der Einwanderung des Menschen in Verbindung gebracht, der dies bewusst oder unbewusst durch die Anlage von Haselnussvorräten beschleunigte."

Haselnüsse im Handel:

"Die heutzutage im Handel erhältlichen „Haselnüsse“ sind allerdings meist die Nüsse der Lambertshasel (Corylus maxima). Im Handel wird die Bezeichnung Haselnuss für die Früchte beider Arten, der Gemeinen Hasel wie für die Lambertshasel verwendet. Daher gibt es keine getrennten Erntestatistiken. Da genetische Analysen keine Differenzierung zwischen Corylus avellana und Corylus maxima (sowie den von einigen Autoren zusätzlich unterschiedenen Corylus pontica Koch. und Corylus colchica Alb.) zulassen, die morphologischen Merkmale lückenlos ineinander übergehen und die Formen frei miteinander kreuzbar sind, betrachten die meisten neueren Autoren alle diese Formen allerdings als Varianten einer einzigen weitgefassten Art Corylus avellana. Die türkischen Sorten und Kultivare unterscheiden sich von den mediterranen und westeuropäischen meist in eher niederliegend-aufsteigendem Wuchs und einer durchgehenden, die reife Nuss umhüllenden Fruchthülle."

Grösste Exportländer:

"Die wichtigsten Haselnussexporteure sind die Türkei und Italien. Die türkische Haselnussernte bestimmt mit einem Anteil von 70 % der weltweiten Produktion den Weltmarktpreis. Im Jahr 2014 führten ungünstige klimatische Bedingungen in der türkischen Schwarzmeer-Region, dem Hauptanbaugebiet, zu einem deutlichen Ernterückgang auf etwa 400.000 Tonnen und darauf folgenden, teils heftigen Preissteigerungen. Für das Jahr 2015 wurden hier wieder 733.000 Tonnen Nüsse geerntet und damit die Erntemenge fast verdoppelt. ..."

Anforderungen für industrielle Verarbeitung:

"Für die industrielle Verarbeitung (Röstung) werden runde Kerne mit einem Durchmesser zwischen 9 und 13 mm benötigt. Industrienüsse sind darüber hinaus röstbar und leicht kernhautlösend. Die gehackten Nüsse oder das daraus gewonnene Haselnussöl werden für Backwaren, Süßigkeiten (Nougat, Krokant) und für Speiseeis verwendet.

Die Röstung verstärkt den Nougatgeschmack; für weißes Nougat werden die Kernhäute entfernt."

Kultursorten:

"Es gibt zahlreiche Kultursorten, die aus selektierten Klonen aus Wildpopulationen hervorgegangen sind und vegetativ vermehrt werden. Einige Kultivare gehen auch auf sexuelle Kreuzung zwischen solchen Sorten, einige auf Kreuzungen von verschiedenen Arten zurück. Die Kultivare der Schwarzmeer- und Kaukasusregion und diejenigen des Mittelmeerraums sind genetisch (und auch morphologisch) klar voneinander geschieden und gehen auf unabhängige Domestizierungsereignisse zurück.

  • Bei den türkischen Kultivare unterscheidet das nationale Hazelnut Research Institute in Giresun 16 Hauptsorten und zahlreiche weitere lokale Kultivare und Landsorten, diese werden nach den Formen der Nüsse in drei Gruppen geteilt, solche mit runden, mit zugespitzten und mit mandelförmigen Nüssen. Für die industrielle Verwendung und den Export bedeutsam sind vor allem die runden Formen. Die wichtigste Sorte ist Tombul, weitere verbreitete Sorten sind Cakildak, Cavcava, Fosa, Kan, Karafindik, Kargalak, Mincane, Palaz. Die zugespitzen Sorten, die als von geringerer Qualität gelten, sind etwa Aci, Incekara, Kalinkara, Kus und Sivri.
     
  • Wichtige Sorten in Oregon (USA) sind 'Ennis', 'Butler' und 'Barcelona', in Viterbo (Italien) 'Tonda Romana' sowie in Deutschland die 'Hallesche Rießennuss' oder die 'Zeller Nuss'. Unterschiede der Sorten liegen auch in den ökologischen Ansprüchen, Krankheitsresistenzen (Xanthomonas arboricola), Verwendungsmöglichkeiten und Erträgen. Die Vermehrung erfolgt meist über vegetative Vermehrung, hauptsächlich durch Stecklingsbewurzelung, Absenkerbildung und Pfropfen. Bei letzterer dient oft die Baumhasel (Corylus colurna) als Unterlage, da sie mit ihrem Stamm leicht zu pflegen und zu beernten ist."