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Leinsamen

Leinsamen weist mit 50% mehrfach ungesättigter Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure die höchste Konzentration von Omega-3-Fettsäuren aller Pflanzenöle auf.

Leinsamen sind die Samen des Flachses Gemeiner Lein, Linum usitatissimum. Tausend Körner wiegen weniger als neun Gramm. Man unterscheidet im Anbau den Frühlings-Samenlein, Winter-Samenlein, den Indischen und den Äthiopischen Lein. Dabei differenziert man den Faserlein und den Öllein, welchen wir hier behandeln. Es gibt einige Sorten davon, die entweder braune oder helle Schalen haben. Leinsamen schmecken leicht nussig mit 40% Fettanteil. Dieser weist mit 50% mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure die höchste Konzentration von Omega-3-Fettsäuren aller Pflanzenöle (hier Leinöl) auf.

Wichtige Inhaltsstoffe:

Aus Wikipedia: Leinsamen enthalten nebst den gesunden Fettsäuren "weitere wichtige Inhaltsstoffe wie Schleimstoffe, Linamarin, Eiweiß, Lecithin; ferner Sterine, Plastochromanol, die Vitamine B1, B2, B6 und E sowie Nicotin-, Fol- und Pantothensäure."

Medizinische Bedeutung:

"Leinsamen haben sich als ein natürliches und nicht apothekenpflichtiges Abführmittel bei einer Verstopfung bewährt. Zu diesem Zweck muss der Samen geschrotet und dann zu Mehl vermahlen werden. Vor dem Verzehr sollte das Mehl in Wasser eingeweicht werden. So entsteht der Leinsamenschleim. Die abführende Wirkung beruht darauf, dass in der Schale des Leinsamens Schleime enthalten sind, die durch Wasseraufnahme quellen. Die Kotmasse wird auch erweicht. Die mit der Quellung einhergehende Volumenzunahme reizt die in der Darmwand befindlichen Dehnungsrezeptoren, so dass es zum Entleerungsreflex kommt.

Leinsamenschleim kann zum Schutz der Magenschleimhaut bei Gastritis als morgendliche Rollkur oder auf den Tag verteilt eingenommen werden. Es gibt Hinweise darauf, dass Leinsamenschleim auch gegen Prostatakrebs vorbeugen kann.

Leinsamen enthalten cyanogene Glycoside (Linustatin und Neolinustatin). Diese Blausäure-Vorstufen entsprechen nach ihrer Umwandlung einer Menge von rund 50 mg Blausäure auf 100 g Leinsamen. Der geringe Wassergehalt der Samen, der zu saure pH-Wert im Magen und der Abbau durch Rhodanasen verhindert jedoch Vergiftungen bei Aufnahme normaler Mengen. Jede vorherige Erhitzung durch Backen, Kochen oder Braten zerstört die Glykoside darüber hinaus.

Unbehandelter Leinsamen − auch nach Quellung − verlässt meist unverändert das Verdauungssystem des Menschen, weshalb eine nennenswerte Aufnahme der Inhaltsstoffe (z. B. Linustatin, Cadmium, Linolsäure und Linolensäure) ausbleibt.

Gepulverter Leinsamen und so genannter Leinkuchen ... werden für erweichende und schmerzlindernde breiige Umschläge bzw. als heiße Packung bei Gallenblasenkolik und anderen Erkrankungen der Leber und Galle verwendet. Die im Leinkuchen enthaltenen, wasserlöslichen Lignane besitzen antioxidative Wirkungen und werden in der Medizin zur Brustkrebsbehandlung miteingesetzt. ... Es gibt Hinweise, dass der Verzehr von Leinsamen durch Schwangere das Risiko für Frühgeburten erhöhen könnte." Aus Kanada gibt es gentechnisch veränderte Sorten, die auch nach Europa gelangten, doch nun verhindert man das kontrolliert.

Verwendung:

"Leinsamen wird in größeren Mengen als Zutat für Lebensmittel verwendet, hauptsächlich in Backwaren und Müsli. Große Mengen werden zu Leinöl gepresst, das als hochwertiges Speiseöl, als Therapeutikum sowie vor allem auch in technischen Anwendungen genutzt wird. Leinkuchen wird an Nutztiere verfüttert oder als Düngemittel ausgebracht."

Herkunft:

"Die ältesten archäologischen Leinsamenfunde stammen aus Ali Kosh im Iran (7500–6700 v. Chr.) und aus Çayönü in der Südosttürkei (rund 7000 v. Chr.). ... In Tell Ramad in Syrien wurden in einer auf 6200 bis 6100 v. Chr. datierten Siedlungsschicht Leinsamen gefunden, die der Größe dem Gemeinen Lein näher sind. Andere frühe Fundstellen liegen am Oberlauf des Tigris, in den Ausläufern des Zāgros-Gebirges und in Syrien. Eine Fundstelle in Griechenland (Sesklo, Peloponnes) wird auf 5500 v. Chr. datiert, zwei Fundstellen in Bulgarien auf 4800 und 4600 v. Chr. Genetische Studien konnten zeigen, dass der Gemeine Lein durch ein einziges Domestizierungs-Ereignis vom Wild-Lein abstammt. ..."