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Schafgarbe, Gemeine (Gewöhnliche, Grundheil)

Die Gemeine (Gewöhnliche) Schafgarbe (Grundheil) ist eine wildwachsende Heilpflanze und Nahrungspflanze mit vielen Verwendungsmöglichkeiten in der Küche.
    76/17/07  LA : ALA
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Bei der Gemeinen Schafgarbe bzw. Gewöhnlichen Schafgarbe (Achillea millefolium) handelt es sich um eine traditionelle Arzneipflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Beim Sammeln der Wildpflanze ist Vorsicht geboten wegen giftiger Doppelgänger aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).

Verwendung in der Küche:

Mit ihrem würzigen Geschmack eignet sich rohe Schafgarbe (oder Grundheil) gut als Zutat für Kräutersalz, Nudelteig, Kräuterbutter, Brotaufstrich oder Gewürzessig. Die zarten Blätter, Blüten und Triebe schmecken feingeschnitten in Rohkost-Salaten, im Kartoffel- oder Nudelsalat, in Gemüsegerichten und in Suppen. Mit den Blüten kann man Getränke aromatisieren oder Sirup daraus herstellen.

Veganes Rezept für Wildkräuter-Smoothie mit Schafgarbe:

Für den rohköstlichen veganen Wildkräuter-Smoothie benötigt man 12 g Brennnesseln, 4 g Giersch, 2 g Vogelmiere, 3 g Löwenzahn-Blätter, 2 g Spitzwegerich, 3 g Shimeji, 2 g Brombeeren und 8 g Schafgarbe. Die Zutaten mixt man in einem Standmixer mit etwas Wasser. Für eine dickflüssige, kalte Suppe gibt man nur wenig Wasser hinzu, für einen trinkfähigen Smoothie etwas mehr. Schafgarbenblüten ergeben eine schöne Dekoration.

Hinweis: Dieser Smoothie gelingt auch dann, wenn man nicht alle genannten Wildkräuter zur Hand hat.

Rezept für frischen Schafgarben-Tee:

Schafgarbentee kann man mit getrocknetem oder frischem Kraut zubereiten. Man übergiesst einen Teelöffel Kraut und/oder Blüten mit 200 ml kochendem Wasser und lässt den Tee abgedeckt etwa 5-10 min lang ziehen. Von diesem Heilkräuter-Tee trinkt man 2-3 Tassen pro Tag (kurmässig über einen Zeitraum von maximal vier Wochen).1

Einkauf - wo kaufen?

Schafgarbenkraut und Schafgarbenblüten erhält man in konventioneller oder kontrolliert biologischer Qualität als Offenware in Apotheken, Drogerien, Kräuter- und Teefachgeschäften, im Reformhaus, Bio-Laden oder Online-Handel. Die Heilpflanze findet man häufig als Bestandteil spezieller Teemischungen, z.B. im Magen- oder Frauentee. Supermärkte wie Rewe, Edeka, Spar, Coop und Migros oder die Bio-Supermarktketten Alnatura und Denns führen Teemischungen mit Schafgarbe. Aldi, Lidl, Denner, Volg oder Hofer bieten derzeit keine Teemischungen mit Schafgarbe an.

Weitere Schafgarbenprodukte, meist online oder im Fachhandel erhältlich, sind Schnaps, Tinktur, Urtinktur, ätherisches Öl oder Tabletten.

Wild zu finden - Saison:

Beheimatet ist die wildwachsende Nahrungspflanze in den subtropischen und gemässigten Zonen Eurasiens. Einige Schafgarben-Arten kommen in Nordafrika und in Amerika vor. Man findet sie in ganz Europa bis zum Polarkreis sowie in den Alpen.2 Typische Standort sind trockene Wegränder, Wiesen, Böschungen und Schotterhalden.

Bei der Eigentlichen Gewöhnlichen Schafgarbe (Achillea millefolium s. str.) unterscheidet man zwei Unterarten. In subalpinen und alpinen Regionen trifft man eher die Sudeten-Schafgarbe (Achillea millefolium subsp. sudetica) mit ihren violetten Blüten an - und in niedrigeren Lagen (bis maximal in subalpinen Höhenlagen) die Gewöhnliche Schafgarbe (Achillea millefolium subsp. millefolium) mit ihren weissen Blüten.3

Die Hauptblütezeit der Schafgarben ist mit den Monaten Juni bis September (oder Oktober) der Hoch- bis Spätsommer.4 Die aufrechten Stängel erreichen eine Höhe von 15-70 cm und sind nur im oberen Teil verzweigt. Die gefiederten Blätter sind wechselständig angeordnet und mit 5-15 cm länglich-schmal. Die Blütenkörbchen sind 6-8 mm breit und wegen der kurzen Kronröhren sind sie bei vielen Insekten beliebt.5

Saison: Von März bis April kann man die zarten, frischen Grundblätter ernten. Von Mai bis Juni oder sogar September pflückt man sämtliche krautigen Bestandteile, die weichen Blätter unterhalb des Blütenstandes sowie die Blüten.4

Verwechslungsgefahr:

Ist die Schafgarbe giftig? Schafgarbe selbst ist nicht giftig, aber leicht mit dem giftigen Gefleckten Schierling (Conium maculatum) zu verwechseln. Vor allem jüngere Pflanzen des Gefleckten Schierlings sind ähnlich hoch wie die Schafgarbe, ausgewachsen erreichen sie jedoch mit bis zu zwei Metern eine deutlich grössere Wuchshöhe. Die Blütenstände sehen sehr ähnlich aus, wobei man beim genauen Hinsehen feststellen kann, dass es sich beim Gefleckten Schierling um eine Doldenblüte handelt (alle blütentragenden Nebenachsen setzen gemeinsam an der Spitze der Sprossachse an). Der Blütenstand der Schafgarbe ist eine nicht auf den ersten Blick erkennbare Korbblüte (wie z.B. Löwenzahn), weshalb man die Blüten der Schafgarbe auch als Scheindolden bezeichnet. Der Stängel des Gefleckten Schierlings ist glatt, meist rötlich gefleckt oder rötlich überlaufen. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der stechende Geruch der hochgiftigen Pflanze. Bereits der Kontakt der Mundschleimhäute mit dem Gefleckten Schierling verursacht ein Brennen im Mund und einen vermehrten Speichelfluss bis hin zu Schluckbeschwerden und Zungenlähmung. Der Verzehr kann innerhalb kurzer Zeit zu Nervenlähmungen und Atemstillstand führen.5

Der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) ist ein weiterer, sehr giftiger Doppelgänger der Schafgarbe. Obwohl die Pflanze deutlich grösser ist als die Schafgarbe, die Stängel dicker sind und rote Flecken aufweisen, können die weissen Doldenblüten für Verunsicherung sorgen – vor allem bei Kindern. Bereits der Hautkontakt mit Bärenklau bzw. Riesenbärenklau verursacht Verbrennungswunden, die wochenlang anhalten und sich bei Sonneneinstrahlung verstärken können.5

Auch der Blütenstand des Gierschs (Aegopodium podagraria, ein Doldenblütler) ähnelt demjenigen der Schafgarbe; Giersch ist jedoch wie die Schafgarbe eine ungiftige Wildpflanze und schmeckt lecker als Rohkost.

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Sensibel reagierende Menschen können vor der Verwendung von Schafgarbe etwas Pflanzensaft auf die Haut träufeln lassen, um festzustellen, ob es zu Irritationen kommt. Allergiker, die auf Korbblütler reagieren, dürfen grundsätzlich keine Schafgarbe verzehren. Schwangere sollten die Arzneipflanze nur in Rücksprache mit einer Fachperson verwenden.1 Bei empfindlichen Personen kann es zur Fotosensibilisierung kommen.6 Dann sollte man direkte Sonneneinstrahlung vermeiden bzw. einen effektiven UVA- und UVB-Sonnenschutz verwenden.

Alternative Namen:

Für die seit Jahrtausenden verwendete Heilpflanze existieren zahlreiche Alternativnamen. Wichtige Bezeichnungen im deutschen Sprachraum sind Achilleskraut, Blutstillkraut, Gänsezungen, Grützblume, Kachel, Zangeblume, Feldgarbenkraut und Grundheil. Wikipedia führt mehr als 120 weitere regional gebräuchliche Namen auf.3

Literatur - Quellen:

CLICK FOR: 6 Quellenangaben

  1. kostbarenatur.net Gewöhnliche Schafgarbe.
  2. awl.ch Schafgarbe – Achillea millefolium.
  3. Wikipedia Gemeine Schafgarbe.
  4. Fleischhauer, S. G., Guthmann, J., Spiegelberger, R. Enzyklopädie. Essbare Wildpflanzen. 2000 Pflanzen Mitteleuropas. 1. Auflage: Aarau: AT Verlag; 2013.
  5. gartenjournal.net Die Verwechslung der Schafgarbe mit ähnlich aussehenden Pflanzen: gefährlich!
  6. Kremer, Bruno P. Mein Garten – Ein Bienenparadies. 2. Auflage. Bern; 2018. Haupt Verlag.

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