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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Borretsch, frisch (Gurkenkraut)

Frischer Borretsch erinnert im Geschmack etwas an Gurken. Aufgrund von lebertoxischen Pyrrolizidinalkaloiden ratet man heute vom Verzehr ab.
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Borretsch (Borago officinalis), auch als Gurkenkraut oder Kukumerkraut bekannt, gehört zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Diese sind in erster Linie durch haarige, raue Blätter charakterisiert. Borretsch würde man auf den ersten Blick für ein Gemüse halten. Charakteristisch ist der ausgeprägte Geschmack nach frischen grünen Gurken.

Verwendung in der Küche:

Sind die Blätter von Borretsch wirklich giftig? Borretsch, Beinwell, Natternkopf, Huflattich, Pestwurz, Lungenkraut und Steinsamen haben drei Dinge gemeinsam: sie sind traditionelle Heilpflanzen, ehemalige Nahrungspflanzen und enthalten ein lebertoxisches Alkaloid. Früher hielt man einen gelegentlichen Verzehr geringer Mengen für unbedenklich. Heute empfiehlt das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) auf den Verzehr von Lebensmitteln mit Pyrrolizidinalkaloiden zu verzichten.

Borretsch verwendete man schon lange als Küchenkraut. Blüten und Blätter haben einen gurkenähnlichen, erfrischenden, säuerlichen bis leicht süsslichen Geschmack. Man nutzte die Blätter für kalte Getränke.

Die Blätter des Borretschs bereitete man als Gemüse wie Spinat zu oder verwendete ihn für Suppen oder Salate, insbesondere für Gurkensalat.

Bekannt ist Borretsch als Bestandteil der Grünen Sauce, die man im Raum Frankfurt am Main und in Hessen als typisches Gericht in der regionalen Küche zubereitet. In getrockneter Form finden die Blüten im Iran als Tee Verwendung.

Einkauf:

Borretsch kann man als junge Pflanzen oder als Samen in gut sortierten Fachgeschäften kaufen. Beim Pflanzenkauf sollte man auf den botanischen Namen achten. Das echte Gurkenkraut (Borago officinalis) sieht dem ausdauernden Borretsch (Borago laxiflora) sehr ähnlich. Die Blätter haben zwar auch Aroma, sind meist aber nicht so intensiv wie beim echten Gurkenkraut.

Inhaltstoffe:

Aus Wikipedia: Borretschsamen enthalten zwischen 26 % und 38 % Öl. Dieses hat mit 17 % bis 28 % den höchsten bekannten Anteil an Gamma-Linolensäure und enthält außerdem 35-38 % Linolsäure, 16-20 % Ölsäure und 10-11 % Palmitinsäure. ... Borretsch enthält außerdem Schleimstoffe, Gerbstoffe, Harz, Saponin, Kaliumnitrat, Kieselsäure, diverse Fettsäuren sowie ätherisches Öl.1

Gefahren:

Borretsch enthält Anteile an Pyrrolizidinalkaloiden. Diese Alkaloide haben möglicherweise bei langfristigem oder hohem und häufigem Konsum leberschädigende Wirkungen.

Borretsch enthält kleine Mengen (etwa 2-10 mg pro Kilogramm getrocknete Pflanze) verschiedener Pyrrolizidinalkaloide (Amabilin, Intermedin, Lycopsamin, Supinin, Thesinin). Amabilin, Intermedin, Lycopsamin und Supinin gelten als toxisch für die Leber. Daher ist nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung ein regelmäßiger Genuss von Borretsch nicht zu empfehlen.1

Ein gelegentlicher Verzehr gilt als unbedenklich, ebenso ein Verzehr der Blüten und Samen sowie des aus den Samen gepressten Borretschöls, da diese die erwähnten Alkaloide nicht oder nur in Spuren enthalten.1

Vorsicht ist geboten in der Schwangerschaft und Stillzeit und bei Gerinnungsstörungen. Diese Menschen sollten Borretsch wenn überhaupt nur in sehr kleinen Mengen zu sich nehmen.

Verwendung als Heilpflanze:

Borretsch war in der Vergangenheit ein bekanntes Heilmittel. Dabei hat man nahezu alle Pflanzenteile in der Behandlung innerer und äusserer Krankheiten verwendet.

In der Naturheilkunde verwendet man heute hauptsächlich noch die Samen des Borretsch bzw. das aus dem Borretsch gewonnene Öl vor allem äusserlich bei Hautbeschwerden, wie z.B. bei Neurodermitis, juckender und trockener Haut. Das enthaltene Wirkstoffspektrum zeigt vor allem immunstärkende, juckreiz- und entzündungshemmende Eigenschaften.

Allgemeine Informationen:

Der als Gewürz und in der Naturheilkunde verwendete Borretsch bildet von Mai bis September strahlend blau-violette Blüten.
Der Borretsch kommt ursprünglich in Nordafrika, Süd- und Osteuropa und in Westasien vor und ist in Nord- und Südamerika, in Australien, Neuseeland und auf den Azoren und Kanaren ein Neophyt. Er ist im Mittelmeerraum beheimatet und kommt dort vor allem auf Brachflächen vor. Die Pflanze wird in fast ganz Europa und Nordamerika kultiviert.1

Die Form der Blüten haben dem Borretsch auch den Namen Himmelsstern eingebracht. Die Blüten verändern sich in ihrer Entwicklung und sind jung rosa gefärbt, wohingegen die ausgewachsene Blüte meist blau ist. Bekannte Vertreter der Familie der Raublattgewächse sind der Natternkopf, das Lungenkraut und der Beinwell.

Die bekannteren Alternativnamen sind: Boretsch, Gartenkraut, Kukumerkraut, Gurkenkraut, Himmelsstern, Blauhimmelstern, Herzfreude, Liebäuglein, Wohlgemutsblume.

Wikipedia nennt noch die folgenden volkstümlichen Namen: Augenzier, Barasie (mittelniederdeutsch) Barasien (mittelniederdeutsch), Baratze (mittelniederdeutsch), Beragä (Pinzgau), Bernarga (mittelhochdeutsch), Bernarghe (mittelhochdeutsch), Borach (mittelhochdeutsch), Borahe (mittelhochdeutsch), Borets (mittelhochdeutsch), Boretsch (mittelhochdeutsch), Borrasie (mittelhochdeutsch), Borrassye (mittelhochdeutsch), Burrase (mittelhochdeutsch), Burrasie (mittelhochdeutsch), Burres, Burretsch, Gegenstrass, Guckunnerkraut (Augsburg), Herzblümlein, Porrasie (mittelhochdeutsch) Porich, Porrist, Porstasie (mittelhochdeutsch), Puretsch (mittelhochdeutsch) und Wohlgemuth (Ostpreußen).

Literatur / Quellen:

  1. Wikipedia. Borretsch, Version vom 30.10.2018

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