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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Hanfsame, geschält, roh

Rohe Hanfsamen haben einen leicht nussigen Geschmack und enthalten alle essentiellen Aminosäuren. Die geschälte Variante zieht man für Backwaren und Müsli vor.
  09/37/54  LA3:1ALA
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Hanf zählt zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt. Man unterscheidet zwischen Nutzhanf und Hanf, dessen Anbau zur Gewinnung von Rauschmittel oder als Arzneimittel erfolgt. Hanf war ursprünglich vermutlich in Zentralasien beheimatet. Heute findet man ihn weltweit in gemässigten bis tropischen Zonen kultiviert oder auch verwildert. Hanf ist eine zumeist einjährige krautige Pflanze, deren Blätter gesägt und handförmig zusammengesetzt sind.

Verwendung in der Küche:Die geschälten Hanfsamen schmecken besonders fein, da der nussig-ölige Geschmack noch intensiver zur Geltung kommt. Hanfsamen verfeinern Müslis und Backwaren, aber auch alle anderen Gerichte - je nach Belieben. Aus den Samen stellt man Hanfmehl, Hanfbutter (ähnlich der Erdnussbutter) oder Hanfsuppe her. Die geschälten Samen eigenen sich besonders zur Herstellung eines Hanfdrinks, dessen weisse Farbe an Milch erinnert. Auch das Hanföl, welches man durch Kaltpressverfahren gewinnt, schmeckt ausgezeichnet und ist sehr gesund, ist aber nicht zum Braten geeignet, da es nicht hitzestabil ist.

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Inhaltsstoffe:Hanfsamen sind auch unter dem Namen "Hanfnüsse" bekannt, sie sind 3 - 4 mm gross und haben ungeschält eine braun bis grüngraue Farbe. Geschält sind sie hell beige bis weiss und in dieser Form auch beim Konsumenten beliebter, da sie leichter verdaulich sind. Sie enthalten Vitamin E, Kalzium, Magnesium, Kalium und Eisen. Der Anteil an B-Vitaminen, vor allem B1 und B2 ist relativ hoch. Die Samen enthalten für den Menschen alle acht essentiellen Aminosäuren, somit sind sie als Proteinquelle besonders geeignet. Vor allem Proteine wie das Globulin Edestin ist enthalten und sehr leicht verdaulich, allerdings schränkt der niedrige Lysinanteil die Proteinwertigkeit wieder ein.1

Das Öl aus geschälten Hanfsamen weist eine etwas hellere, durchsichtigere Farbe auf als jenes aus den ungeschälten Samen, da die Schale Chlorophyll enthält. Das Öl ist äusserst hochwertig, da es ca. 80 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält, vor allem die essentiellen Fettsäuren Linol- (Omega-6) und Alpha-Linolensäure (Omega-3). Mit einem Verhältnis von 3.3:1 dieser beiden Fettsäuren, gelten Hanfsamen als sehr gesund. Im Vergleich haben Leinsamen ein Verhältnis von 1:3.7, Chiasamen 1:3.3 und Lupinensamen 4.4:1. 

Weitere Informationen siehe Kästchen oben mit Link zum Artikel.

Unabhängig von der Sorte enthalten Hanfsamen kein THC (Tetrahydrocannabinol) oder andere rauschwirksame Inhaltsstoffe.

Gesundheitliche AspekteHanfsamen gelten als Superfood, weil sie neben dem hohen Nährstoffanteil und den wichtigen essentiellen Aminosäuren auch noch viele Antioxidatien enthalten. Der regelmässige Verzehr soll den Alterungsprozess verlangsamen, das Immunsystem stärken und vor der Entstehung neuer Krankheiten schützen.

Vorkommen:Ursprünglich aus West- und Zentralasien stammend, baut man Hanf seit tausenden Jahren im Orient an. Bis ins 19. Jahrhundert wurde Hanf in Europa als wichtigste Textilfaser verwendet.2  Seit den 80er Jahren nimmt der Anbau von Nutzhanf wieder verstärkt in Europa zu und in den 90ern wurde der Anbau sehr intensiv subventioniert. Verwendung finden die Fasern heutzutage vor allem in der Textilproduktion und auch als Dämmmaterial.

Anbau / Ernte:Die Aussaat findet zwischen Mitte April und Mai mithilfe von Getreidedrillmaschinen statt, es sind keine Unkrautbekämpfung oder Pflanzenschutzmassnahmen notwendig. Die Ernte der Samen vollzieht sich zwischen September und Oktober, durchgeführt mit modifizierten Mähdreschern und mit einem Verfahren der Niedrigtemperaturtrocknung, um die restliche Feuchtigkeit zu entziehen. Danach erfolgt eine Vorreinigung (Entstaubung) und anschliessend das schonende Schälen in einer spreziellen Hanfschälanlage, um den Kontakt mit anderen Getreideallergenen zu vermeiden.

Verwechslungsgefahr:Eine Verwechslung mit dem Indischen Hanf (Cannabis indica), welcher als Drogen- und Medizinpflanze eine Rolle spielt, ist am ehesten möglich. Die Blüten und blütennahen Blätter der weiblichen Pflanze des Indischen Hanfes wurden bereits von den Chinesen und Ägyptern als krampflösendes, beruhigendes Mittel eingesetzt.2 Der Anbau dieser Hanfart ist gesetzlich verboten.

Allgemeine Information:Als Nutzhanf oder Industriehanf bezeichnet man alle Sorten des Hanf (Gattung Cannabis), die man für die kommerzielle Nutzung abseits der Verwendung als Rauschmittel oder Arzneimittel anbaut. Es handelt sich vor allem um Sorten der Hanfart Cannabis sativa und dessen Kulturform Cannabis sativa var. sativa, während der Indische Hanf (Cannabis indica) nur als Drogen- und Medizinpflanze eine Rolle spielt.

In erster Linie erfolgt der Anbau von Nutzhanf zur Gewinnung von Hanffasern, neben den Hanfsamen und dem daraus gewonnenen Öl gibt es noch Verwendung für die Blüten und Blätter für die Herstellung des ätherischen Hanföls. Des Weiteren lassen sich Samen sowie Pressreste der Ölgewinnung als hochwertiges Tierfutter einsetzen. Das Hanföl findet man ebenfalls in der Kosmetikindustrie, vor allem in der Naturkosmetik wieder, im Orien nutzt man es auch noch heute als Lampenöl verwendet.

In der EU sind derzeit 42 Sorten mit niedrigen Gehalten an THC für den Anbau zertifiziert. Der THC Anteil liegt hier bei weniger als 0,2 % und daher sind sie als Rauschmittel ungeeignet.

Literatur / Quellen:

  1. House J, Neufeld J, Leson G. Evaluation the quality of protein from hem seed (Cannabis sativa L.) products through the use of the protein digestibility-corrected amino acid score method. Journal of Agricultural and Food Chemistry. 2010 November 58 (22):24. doi:10.1021/jf102636b. PMID 20977230.
  2. Delaveau P, Lorrain M, Mortier F, Rivolier C, Schweitzer A. Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Zürich: Das Beste; 1978.

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