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Yambohne (Knollenbohne, Jícama, Benkuang), roh

Die Yambohne (Knollenbohne, Jícama, Benkuang, yam bean) hat eine mit Rettich vergleichbare Konsistenz und passt roh sehr gut zu Salaten.
92/07/01  LA:ALA
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Die Yambohne, Knollenbohne oder Benkuang kommt natürlich von Mexiko bis Südamerika und jetzt auch in Asien und Afrika vor. Nur das Wurzelfleisch der auch als Jícama bekannten, protein- und fettarmen Pflanze ist (roh) verzehrbar.

Verwendung in der Küche:Die Konsistenz der rübenartigen Yambohne ist ähnlich der eines Rettichs - von holzig bis saftig. Der Geschmack des Wurzelfleisches ist erdig-süsslich und erinnert an Äpfel. Nur die Wurzel ist geschält geniessbar - auch als Rohkost! Die anderen Pflanzenteile (ausser der Blüte) enthalten das mehr oder weniger giftige Rotenon und seine Glykoside.

In Mexiko bieten Strassenverkäufer die Jícama in Streifen geschnitten mit Limettensaft, Salz und Chilisosse an. So kennt man sie als Zwischenmahlzeit. Üblicherweise isst man das Wurzelfleisch, vor allem von jungen frischen Yambohnen, roh als Salat oder Beilage. Länger gelagerte Yambohnen bereitet man wie Kartoffeln oder Süsskartoffeln zu. Sie schmecken gekocht oder als Ofenchips, in Pfannengerichten, Eintöpfen oder als Püree. Bereits geschälte und vorbereitete Yambohnen halten sich in einer Schüssel mit kaltem Wasser und einem Spritzer Zitronensaft im Kühlschrank bis zu zwei Tage.

Einkauf:Im europäischen Raum findet man Yambohnen in Reformhäusern, südamerikanischen Lebensmittelläden oder in grossen gut sortierten Supermärkten. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass die bräunliche Haut eher glänzend ist als matt. Grössere Knollen sind meist etwas holzig. Achten Sie auch darauf, dass das Gewicht der Grösse entspricht. Sind grosse Knollen eher leicht, liegen sie meistens schon etwas länger und haben an Feuchtigkeit verloren.

Vor der Verwendung bitte die Haut reinigen, abbürsten und schälen. Isst man die Haut, können üble Bauchschmerzen auftreten.

Lagerung:Die Yambohne lagert man am besten trocken bei Raumtemperatur (zwischen 12 und 20 °C). Kältere Temperaturen können die Wurzeln schädigen. Deshalb sollte man sie auch nicht einfrieren. Bei angemessenen Temperaturen gelagert, halten die Wurzeln der Yambohne ein bis zwei Monate.

Inhaltsstoffe:Die enthaltenen Kohlenhydrate sind reich an Ballaststoffen. Die Yambohne hat den süsslichen Geschmack von der Oligofructose (Mehrfachzucker) Inulin, was als Präbiotikum gilt. Fett- und Eiweissgehalt sind gering. Weitere Inhaltsstoffe sind: Kalium, Calcium, Phosphor und Vitamin C.

Gesundheitliche Aspekte:Beim Gehalt an Rotenon in den Samen gibt es einige Widersprüche. Brücher schreibt dazu: Im Hinblick auf die in der Literatur wiederholt ausgesprochene Vermutung, dass die reifen Samen Rotenon enthalten (und deshalb ungeniessbar seinen) haben wir uns durch eigenen Verzehr von der Essbarkeit und dem attraktiven Geschmack der jungen Hülsen und Samen überzeugt.3

Blätter und reife Hülsen (inklusive Samen) gelten als giftig, junge Hülsen hingegen sollen geniessbar sein.6

Rotenon findet als Insektizid oder Akarizid Anwendung, es ist vor allem für Fische giftig, weniger für Säugetiere und Bienen.

Laut Nature Scientific Reports steht Rotenon in Verdacht Parkinson auszulösen,4 weshalb es in einigen europäischen Ländern (wie Schweiz, Deutschland) als Substanz nicht mehr zugelassen ist (in z.B. Deutschland seit 1987.5)

Vorkommen:Die Yambohne, eine rankende, mehrjährige krautige Pflanze, kann eine Länge von bis zu 5 m erreichen. Die Wurzelknollen dienen als Überdauerungsorgane, manchmal sind sie bis zu 10 kg schwer mit einem Durchmesser von bis zu 40 cm. Man kultiviert sie als einjährige Pflanze, im Folgejahr sät man ihre Samen wieder aus. Die Samen befinden sich in behaarten Hülsen.

Yambohnen benötigen subtropisches bis tropisches, vor allem heisses Klima mit durchschnittlicher Niederschlagsmenge. Trockenheit tolerieren Yambohnen, Staunässe hingegen bekommt ihnen nicht sehr gut. Als Kulturen gehalten findet man die Knollenbohne vor allem in Afrika und Asien.

Anbau / Ernte:Yambohnen bevorzugen Lehmböden mit guter Drainage, da Staunässe zu Fäulnis führen kann. Um mehr Ertrag zu erzielen setzt man sie in Kulturen häufig auf Dämmen und zieht sie an Gerüsten hoch. Man erntet sie mit einer Hacke oder einem Pflug nach 5 - 8 Monaten, für die Samenernte erst nach ca. 10 Monaten.

Möchte man die Yambohne selber anpflanzen, weicht man die Samen über Nacht in Wasser ein. Nach den letzten Frösten kann man sie ins Gewächshaus oder auch ins Freiland auspflanzen. Vor den ersten Herbstfrösten erntet man die (im Vergleich kleineren) Wurzelknollen.

Allgemeine Informationen:Die Yambohne (Pachyrhizus erosus) gehört zur Gattung der Yambohnen (Pachyrhizus) die der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) angehören. Im Deutschen kennt man sie auch als Knollenbohne, im Englischen als "yam bean". Die Knollenbohne bzw. Yambohne ist nicht zu verwechseln mit der Yam aus der Ordnung Dioscoreales (bzw. Dioscoreaceae R.Br.).

Die drei bekanntesten Arten sind3 (die Namensgebung unterscheidet sich häufig unter den einzelnen Arten):

  • Pachyrhizus erosus Urban (L.): Knollen-Bohne, yam-bean, patate-cochon, Iguama, macucú, xicamatle.
  • Pachyrhizus ahipa (Wed.) Parodi: Andine Knollenbohne, yam-bean, jiquima de Peru.
  • Pachyrhizos tuberosus (Lam.) Spreng: Knollen-Bohne, potatoe bean, pois-patate, jicama.

Die Yambohne ist in Mittel- und Südamerika beheimatet und war eine alte indianische Kulturpflanze. Pachyrhizus erosos kommt aus Mexiko und heisst dort auch Jícama, dies ist Nahuatl und bedeutet so viel wie "Schmeckendes".

Weitere Anwendungen:
Die kräftigen Stängeln lassen sich zur Herstellung von Fischernetzen verwenden.

In Asien gewinnt man aus den Wurzeln der Yambohnen Stärke und verkauft sie unter dem falschen Namen "arrow-root".3

Literatur / Quellen:

  1. Deutschsprachiges Wikipedia: Yambohne.
  2. Englischsprachiges Wikipedia: Pachyrhizus Erosus.
  3. Brücher H. Tropische Nutzpflanzen. Ursprung, Evolution und Domestikation. Springer Verlag Berlin. 1977.
  4. Pan-Montojo F, Schwarz M, Winkler C, Arnhold M, O'Sullivan GA, Pal A, et al. Environmental toxins trigger PD-like progression via increased alpha-synuclein release from enteric neurons in mice. Nature Scientific Reports. 2012;2(898). doi:10.1038/srep00898
  5. Bundesinstitut für Risikobewertung. Assoziation zwischen der Parkinson-Krankheit und Rotenon. Nr. 042/2012.
  6. Rehm S, Espig G. Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen. Verlag Eugen Ulmer. Stuttgart. 1976.

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