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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Linsen, gekeimt, roh (Erve)

Gekeimte Linsen (Erve) haben einen leicht süsslichen und nussigen Geschmack. Sie finden roh und gekocht Verwendung.
Wasser 67,3%  70/28/02  LA : ALA
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Gekeimte Linsen kann man roh im Salat oder gekocht verspeisen. Die Keimlinge enthalten deutlich mehr Vitamine und Mineralstoffe als getrocknete Linsen. Keimlinge sind von Sprossen zu unterscheiden. Siehe im Text.

Verwendung in der Küche:

Gekeimte Linsen schmecken hervorragend süsslich-nussig und eignen sich gut als Salat-Basis oder zum Garnieren. Püriert und mit Kräutern verfeinert zaubert man einen veganen Aufstrich auf den Tisch. Da sie gekeimt eher nach Gemüse schmecken, entfalten sie auch gedünstet oder blanchiert ein leckeres Aroma. Allerdings verlieren sie dabei an wertvollen Inhaltsstoffen. Gibt man sie kurz vor dem Servieren in die Gerichte, schmecken sie im Gemüsecurry, Eintopf, Risotto oder in der Suppe.

Einkauf:

Gekeimte Linsen kaufen Sie am besten in gut sortieren Supermärkten oder in Bioläden. Im Internet erhält man sie häufig per Priority-Versand. Bevorzugen Sie biologische, wenn möglich inländische, Produktion. Auch bei gekauften Produkten ist auf Schimmelbefall zu achten. Allerdings verwechselt man häufig die pelzig-flaumigen Faserwurzeln mit Schimmel. Eine Geruchsprobe hilft Ihnen, Schimmel von den feinen Wurzeln zu unterscheiden: Schimmel riecht modrig, Faserwurzeln eher frisch bis kräftig scharf.

Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen Keimlingen und Sprossen: Keimlinge sind nur bis zu wenigen Millimetern lang und man isst Samen und Wurzeln mit. Sprossen hingegen erreichen einige Zentimeter und bilden bereits Keimblätter aus. In diesem Fall schneidet man das Samenkorn weg.

Lagerung:

Gekeimte Linsen sollte man alsbald verbrauchen. Lagert man sie länger, wachsen sie auch im Kühlschrank weiter und verlieren wertvolle Vitamine und Spurenelemente. Eigens gekeimte Linsen kann man in ein verschliessbares Glas oder Schüsselchen geben, kühl stellen und am folgenden Tag konsumieren.

Eigene Zubereitung:

Möchten Sie Linsen selbst keimen lassen, kaufen Sie ausschliesslich ungeschälte, roh Linsen. Rote Linsen aus dem Supermarkt sind fast immer geschält und keimen daher nicht mehr. Biologisches Saatgut enthält im Normalfall keine Keimhemmer. Sie können vor dem Prozess eine Keimprobe anlegen, indem Sie nur einen Esslöffel Linsen auf ein befeuchtetes Küchenpapier legen (sollte feucht bleiben).

Sie benötigen ein Anzuchtgerät, wie z.B. Keimglas, Schale oder Sprossenturm. Zu Beginn reicht auch ein sauberes Schraubglas mit gelöchertem Deckel.

Beim Keimvorgang sollten Sie die Sauberkeit immer im Auge behalten! Da die Keimlinge sehr anfällig sind für Schimmel, kocht man das Glas gut aus. Zudem muss auch das Saatgut sauber sein. Über einem Sieb spült man die Linsen ausgiebig mit Wasser ab. Damit die Samen mit dem Keimprozess starten können, weicht man die Linsen für 1-2 Stunden im Wasser ein. Bei ungeschälten roten oder gelben Linsen ist dies nicht unbedingt nötig. Nach dem Einweichen spült man die Linsen zum ersten Mal gut ab. Dafür muss man das Einweichwasser weggiessen, frisches Wasser einfüllen und anschliessend wieder gut abgiessen. Auch während der Keimphase ist regelmässiges Spülen notwendig. Zweimal täglich mit frischem Wasser abspülen genügt - ausser im Sommer: Dann empfehlen sich 3 Spülungen pro Tag.10


Achten Sie darauf, dass das Keimglas an einem hellen, aber nicht sonnigen Ort steht. Es darf keine Staunässe entstehen, weshalb man die Gläser mit der Öffnung nach unten schräg aufstellt. Die Linsenkeimlinge bilden sich nach ca. 1-2 Tagen. Lässt man sie länger im Glas (3-4 Tage), entwickeln sich Sprossen. Vor dem Verzehr spült man die Keimlinge ein letztes Mal gut ab.

Inhaltsstoffe:

Bei gekeimten Linsen sind die Nährstoffe besser aufgeschlossen und die Hülsenfrüchte enthalten mehr Eiweiss, Ballaststoffe und Vitamine als getrocknete Linsen.5 Gekeimte Linsen sind reich an Mineralien wie Eisen, Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphor und Zink. Zudem erhöht sich bei gekeimten Linsen der Gehalt an Vitamin E und an B-Vitaminen (einschliesslich Thiamin, Niacin und Folsäure).5 Linsenkeime enthalten roh gegessen beachtliche Mengen an Vitamin C.4

Durch den Keimvorgang wandeln sich schwer verdauliche, komplexe Kohlenhydrate bis zu 80 % in leicht verdauliche Disaccharide um.3


Bei gekeimten Hülsenfrüchten steigt der Gehalt an der essentiellen Aminosäure Methionin und an Cystein, einer bedingt essentiellen Aminosäure.

Gesundheitliche Aspekte:

Linsen sind ein guter Eisenlieferant (8 mg/100g) und gelten daher als wirksam gegen Blutarmut. Aufgrund des hohen Ballaststoffanteils helfen sie bei Verstopfungen und senken den Cholesterinspiegel. Sie lassen den Blutzucker nur langsam ansteigen und sind daher auch für Diabetiker empfehlenswert. Der hohe Folsäuregehalt kommt insbesondere Frauen mit Kinderwunsch und Schwangeren zugute.6
Der darin enthaltenen Phytinsäure schreibt man eine antioxidative und antikanzerogene (oder: antikarzinogene) Wirkung zu. Ein verringertes Darmkrebsrisiko ist der Chelatbildung mit Eisen zu verdanken. Phytinsäure wirkt positiv bei Prostata-, Brust und Bauchspeicheldrüsenkrebs und soll auch den Blutzucker senken.1,2

Gefahren - Unverträglichkeiten:

Rohe Linsen weisen, ähnlich wie andere Hülsenfrüchte, einen hohen Phytinsäuregehalt auf. Dieser befindet sich im Inneren des Endosperms. Für den Keimling ist die Phytinsäure sehr wichtig, für uns Menschen jedoch weniger. Sie bindet Mineralstoffe und Spurenelemente, wie z.B. Calcium, Zink, Eisen, Magnesium und Mangan. Phytinsäure bildet unlösliche, also nicht verdauliche Komplexe mit Nahrungsproteinen. Sie hemmt auch bestimmte Verdauungsenzyme. Weitere Informationen finden Sie im folgenden Artikel: Phytinsäure bzw. Phytat und das Einweichen oder Keimen.

Verzehrt man rohe Linsen ungekeimt, treten Kopfschmerzen, Erbrechen, Durchfall oder Magen- und Darmbeschwerden auf. Der Keimvorgang aber baut verschiedene Substanzen ab, die in rohen Linsen schädlich sind. Unter anderem baut er die in den rohen Samen enthaltenen Gerbstoffe (Tannine) ab.12 Tannine sind antinutritive Substanzen, die andere Nährstoffe ganz oder teilweise unbrauchbar machen können. Zudem verringert sich beim Keimen der Linsen auch der Gehalt an Hämagglutininen. Diese Linsen-Lektine können bei exzessivem Konsum von ungekeimten Linsen die roten Blutkörperchen verklumpen und gelten daher als toxisch. Der Prozess des Keimens soll die Hämagglutinine um 75-100% reduzieren, wobei es auch Studien gibt, die weniger ausweisen.11 Bereits das Einweichen führt übrigens zu einem reduzierten Tannin- und Lektingehalt.


Schimmelbefall bei Keimlingen tritt relativ häufig auf, dabei muss man immer beachten, dass das Spülwasser richtig abtropfen kann und kein Wasserstau entsteht. Bei Auftreten von Schimmel bitte alles entfernen.

Vorkommen:

Die Linse, wie man sie heute verzehrt, stammt wahrscheinlich von der Wildlinse Lens orientalis aus Kleinasien ab. Linsen hat man zumindest seit der Jungsteinzeit angepflanzt und kultiviert, wodurch sie zu einer der ältesten Trockengemüsearten zählen.7 Im Neolithikum (ca. 7000 v. Chr.) war die Linse eine Hauptnutzungspflanze im fruchtbaren Halbmond (Bulgarien, Griechenland). Auch im Alten Ägypten und in Palästina waren Linsen ein Grundnahrungsmittel.


Heutige Hauptanbaugebiete sind Spanien, Russland, Chile, Argentinien, die USA, Kanada und Vorderasien. Allein in Indien sind über 50 Sorten verbreitet.

Anbau - Ernte:

Linsen sind Leguminosen, die mit Hilfe von Knöllchenbakterien im Boden Stickstoff aus der Luft binden, was sich sehr positiv auf den Boden auswirkt. Standen zuvor andere Leguminosen auf dem Feld, ist keine Impfung mit Knöllchenbakterien notwendig. Zudem sind sie sehr anspruchslos und der Anbau gelingt auch auf mergeligen, sandigen, kalkhaltigen, lockeren Lehmböden, die auch ziemlich flachgründig sein können. Sie gelten als konkurrenzschwach, weshalb für einen erfolgreichen Linsen-Anbau die Unkrautregulierung bei einer Reinkultur entscheidend ist. Je nach Klima und Boden gibt es auch Mischkulturen mit Hafer oder Gerste. Hier ist es wichtig, die Linsen nicht zu beschatten. Der Linsenanbau in Europa ist noch ein Nischenprodukt und eher im ökologischen Landbau verbreitet.8

Man erntet Linsen mit einem Mähdrescher, wobei der Erntezeitpunkt schwierig zu bestimmen ist, da Linsen sehr unregelmässig abreifen (von unten nach oben). Daher ist eine Trocknung der geernteten Linsen fast immer notwendig.

Allgemeine Informationen:

Die Linse (Lens culinaris), auch Linsenerve, Erve oder Küchen-Linse genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Linsen (Lens), aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae), innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae).9

Zum Keimen eignen sich die Samen aller Pflanzen, deren Blätter, Stängel und Früchte essbar sind. Nachtschattengewächse (Kartoffeln und Tomaten) sind wegen des giftigen Inhaltsstoffes Solanin nicht geeignet. Gekeimte Gartenbohnen kann man wegen dem enthaltenen Phasin erst nach einer 15-minütigen Erhitzungsphase geniessen.4

Literatur - Quellen:

  1. Verghese M., Rao D., Chawan C., Walker L., Shackelford L., Anticarcinogenic effect of phytic acid (IP6): Apoptosis as a possible mechanism of action. LWT Food Science and Technology 2006;39,1093–1098
  2. Somasundar P. Riggs D,. Jackson B., Cunningham C., Vona-Davis L., McFadden D. Inositol hexaphosphate (IP6): a novel treatment for pancreatic cancer. Journal of Surgical Research. 2005;126,199–203
  3. lebensmittellexikon.de Sprossen, Keimlinge, Sprossengemüse.
  4. Krebs A. Die Kraft der Keimlinge. Oliv. 2010;3.
  5. Davila MA, Sangronis E, Granito M. Germinated or fermented legumes: food or ingredients of functional food.
  6. Roger J. Heilkräfte der Natur. Ein Praxishandbuch. Zürich: Advent Verlag. 2006.
  7. Delaveau P, Lorrain M, Mortier F, Rivolier C, Rivolier J, Schweitzer A. Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Zürich: Das Beste. 1978.
  8. Anbau von Biolinsen. Erfahrungen in der Schweiz. Aus bioaktuell.ch
  9. Deutschsprachige Wikipedia. Linse (Botanik)
  10. rohkost24.net keimen
  11. hcfricke.com /2017/04/26 /keimen-oder-kochen-ein-nachschlag/ zitiert aus Davis B. et al. Becoming Raw – The essential Guide to raw vegan diets. Summertown, Tennessee: Book Publishing Company. 2010
  12. onlinelibrary.wiley.com /doi/10.1002 /fsn3.846

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