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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Feige, getrocknet (Trockenfeige)

Getrocknete Feigen sind leicht verdauliche, nahrhafte Früchte. Trockenfeigen sind selten wirklich roh im Sinn von 42 °C nicht überschritten.
  Wasser 30,0%  94/05/01  LA : ALA
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Getrocknete Feigen enthalten bis zu 60 % Zucker, weshalb sie mit Bedacht zu geniessen sind. Häufig trocknet man sie in Heissluftöfen oder unter heissem Wasserdampf, dies sollten Rohköstler beachten.

Verwendung in der Küche:

Getrocknete Feigen eignen sich aufgrund ihrer hohen Süsskraft sehr gut auch pur als Dessert. Zum Verfeinern von Gebäck, Kuchen oder anderen Nachspeisen zerkleinert oder püriert man sie. Das bekannte Feigenbrot stellt man aus getrockneten Feigen, Mandeln und Gewürzen her. Für eine einfachere Verarbeitung kann man Trockenfeigen vor der Verwendung über Nacht in Wasser einweichen.

Zwei oder drei kleingeschnittene Feigen im morgendlichen Müesli geben eine angenehme Süsse. Getrocknete Feigen peppen Salate, Suppen oder Eintöpfe mit einer köstlich südländischen Note auf. Feigen-Konfitüre aus getrockneten Früchten ist eine gute Methode sie noch länger haltbar zu machen. Feigen gelten in getrockneter Form als Energiebombe, da sie neben dem hohen Kohlenhydratanteil auch viele Nährstoffe enthalten. Im Normalfall isst man Feigen gemässigt, für Sportler sind sie als Energieschub sehr gut geeignet.

Einkauf:

Getrocknete Feigen erhalten Sie das ganze Jahr über beinahe in jedem Supermarkt. Achten Sie auf ungesüsste, biologisch erzeugte Produkte und wenn möglich auch ungeschwefelt. Die in Rollen erhältlichen Früchte presst man unter Verwendung von heissem Wasserdampf. Um Rohkostqualität zu erhalten, können Sie sie selbst unter 42 °C trocknen (siehe nächster Punkt). Oder sie gehen zum Bioladen ihres Vertrauens, um möglichst naturnahe Produkte zu erhalten. Die bieten bestimmt auch sonnen- und schonend getrocknete Früchte an.

Oft ist es schwierig, getrocknete Feigen ohne Anzeichen eines früheren "Bewohners" (Wurm) zu erhalten. Man erkennt die ehemaligen Bewohner an dunkelbraunen Stellen, die auch recht trocken sind im Vergleich zum übrigen hellen und klebrigen Fruchtfleisch. Die meisten Menschen stören sich aber nicht an dem. Zumindest in südlicher gelegenen Ländern gibt es kompakte Produkte mit Feigen. Da lohnt es sich eher auf aktiven Befall (kleine Käferchen oder Würmer) zu achten.

Eigene Zubereitung:

Frische, voll ausgereifte Feigen kann man auch sehr einfach selbst trocknen. Am besten in einem Dörrapparat oder im Backofen. Nach dem Waschen und Trockentupfen legt man die Feigen auf ein Dörrgitter oder den Rost des Backofens. Verwenden Sie kein Backblech, da die Frucht Luft zum "Atmen" benötigt. Man benötigt auch kein Backpapier. Um die Dörrzeit zu verkürzen, kann man die Feigen auch kleiner schneiden. Als Abstand zwischen den Früchten genügt ein Zentimeter.

Man empfiehlt die Feigen bei einer Temperatur von ca. 50 °C zu trocknen. Beachten Sie, dass die Temperatur für ein Rohkostprodukt nicht über 42 °C steigen soll. Bei 50 °C wendet man die Früchte nach ca. 5 Stunden. Um die gewünschte Konsistenz zu erreichen, müssen sie mindestens noch weitere 5 Stunden im Dörrautomat bleiben.

Nach 10 Stunden prüfen Sie am besten jede Stunde ob die Feigen die gewünschte Konsistenz haben. Die Oberfläche sollte ledrig sein und es darf keine Flüssigkeit mehr an der Oberfläche zu sehen sein.1

In dazu geeigneten Ländern lassen sich Feigen audh an der Sonne trocknen.

Lagerung:

Sind die Feigen ausreichend getrocknet, halten sie ca. ein Jahr. Dazu benötigt man einen möglichst luftdichten und kühlen Ort. Bestenfalls in einem Glas mit Deckel, im Keller, Vorratsraum oder sogar im Kühlschrank.

Inhaltsstoffe:

Getrocknete Feigen enthalten nur mehr 18 - 33 % Wasser, dabei steigt der Kohlenhydratanteil (Glucose, Fructose und Saccharose) auf ca. 60 % an. Trockenfeigen zeigen einen konzentrierten Mineralstoffanteil an Kalium, Calcium, Magnesium und Phosphor.

Gesundheitliche Aspekte:

Die leicht verdaulichen Trockenfrüchte halten mit ihrem hohen Ballaststoffanteil bei regelmässigem Genuss das Verdauungssystem gesund. Ihre abführende und harntreibende Wirkung dient bei Verstopfungen. Ähnlich wie getrocknete Zwetschgen (Zwetschken) sollte man auch getrocknete Feigen vorher einweichen, um diese Wirkung zu erzielen.2

Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Bronchialerkrankungen: Feigen wirken allgemein, aber besonders getrocknet und eingeweicht gegen Infektionen. Sie befreien die Brust, lindern den Hustenreiz, erleichtern das Abhusten und beruhigen die Atemwege. Chronische Bronchitis aber auch akute Atemwegsinfektionen aufgrund von Grippe und Erkältungen behandelt man häufig mit in Milch (auch pflanzlicher Art) eingeweichten und gekochten Feigen.2

Die in diesen Trockenfrüchten enthaltenen Antioxidantien bekämpfen freie Radikale und lassen auch Haut und Haare gesünder aussehen. Das enthaltene Kalium hilft den Blutdruck stabil zu halten.

Die tonisierende Wirkung der Feigen hilft bei Ermüdungszuständen mit organischer oder psychischer Ursache. Aber auch bei Blutarmut (Anämie) empfiehlt man Feigen. Die nahrhafte Trockenfeige ist für Schwangere, Stillende, Sportler, geistig geforderte (Schüler und Studenten) Menschen besonders empfehlenswert.2

Gefahren / Unverträglichkeiten:

Manche darauf empfindliche Menschen reagieren bei geschwefelten Trockenfrüchten mit Kopfschmerzen oder Übelkeit. Gewisse Asthmatiker reagieren sogar mit Asthmaanfällen bei Schwefelverbindungen. In seltenen Fällen treten auch Pseudoallergien auf. Für gesunde Menschen ist dieser Schwefel unbedenklich. Da man ihn aber nur für ein schöneres Aussehen der Frucht einsetzt, sollte man auf dessen Einsatz verzichten.3

Volksmedizin:

In der Volksmedizin verwendet man die Pflanzenmilch, die aus den abgebrochenen Blättern austritt, zur Linderung bei Insektenstichen und zur Entfernung von Warzen. Ficain, das in diesem milchigen Saft enthaltene Enzym, dient auch zur Bestimmung von Blutgruppen und ist als Fleischzartmacher bekannt.4

Vorkommen:

Die Kultivierung von Feigenbäumen ist wahrscheinlich älter als der Ackerbau. Die Echte Feige stammt aus Vorderasien, nicht wie andere Arten (Eselsfeige: Ficus sycomorus) aus Ägypten.5 Man fand in Jericho (Westufer des Jordans) 11'400 Jahre alte Überreste einer Wildform der Feige. 5000 v. Chr. kultivierten auch die Assyrer Feigenbäume in ihren Gärten. Ab 700 v. Chr. fand man Feigen in Griechenland und von dort aus verbreitete sich die Frucht über den ganzen Mittelmeerraum. Dort erntet man auch heute noch den Grossteil der Feigen. Geringere Erntemengen liefern Südafrika, Australien, China, Chile und Mexiko.4

Anbau, Ernte:

Je nach Sorte, Boden und Niederschlag pflanzt man zwischen 80 und 1200 Bäume pro Hektar. Ohne Schnitt können die Bäume der Echten Feige ca. 10 m Höhe erreichen. Man düngt kaum Stickstoff und die Pflege ist einfach. Die Ansprüche an den Boden sind sehr gering. Die Echte Feige findet man auch in sehr niederschlagsarmen Gebieten. Die Echte Feige ist empfindlich gegen Staunässe. Die Winter dürfen nicht zu kalt sein. Sobald die Knospen offen sind verträgt der Feigenbaum keine Kahl- und Spätfröste. Der Baum der Echten Feige wächst sehr langsam und beginnt nach sieben Jahren zu tragen. Ein Baum kann bis zu 40 kg Früchte tragen und diesen Ertrag ein halbes Jahrhundert lang liefern.5

Allgemeine Informationen:

Die Echte Feige (Ficus carica var. domestica) zählt zur Familie der Maulbeergewächse (Moraceae). Im Handel findet man die Feigen kaum unter dem Sortennamen, sondern eher nach der Herkunft. Die Sorte Smyrna kommt aus der Türkei, Bari-Feigen aus Italien, Fraga-Feigen aus Spanien, Calamata-Feigen aus Griechenland und Bougie-Feigen aus Algerien.

Der Feigenbaum ist der einzige Vertreter der Ficus in Europa. Weltweit gibt es aber an die 1000 Arten der Ficus-Spezies. Der mächtigste Baum der Erde in Kalkutta Ficus bengalensis hat einen Kronenumfang von 300 m. Wildformen der Feige findet man im östlichen Mittelmeer bis zur Krim und bis Transkaukasien.5

In der Literatur erwähnt man den Feigenbaum in verschiedenen Ländern und Religionen seit Jahrtausenden mit positivem Charakter. In Griechenland, Rom aber auch in der Bibel und im Christentum verbindet man die Feige und den Feigenbaum mit der Fruchtbarkeit. In Indien bezeichnet man ihn als heilig. Es findet sich die Erwähnung für Frieden und Wohlstand. Andererseits gibt es auch negative Verwendungen der Feige: Verbindungen mit dem Selbstmord, Folterungen, dem Krieg oder als Schimpfwort.4

Deutschsprachige Trivialnamen sind Feygen, Fichboum, Ficheffele, Figa, Fig, Figenbaum, Figenbaym, Figenom, Figenboum, Figenpawm, Fygen, Smakka, Smakkabagms, Veigenpoum, Veyg, Vichboum, Vick, Vyck, Vig, Vige, Vigbom, Vigenbom, Vigboum, Vighen, Vyghen, Wighen und Wyk.4

Literatur / Quellen:

  1. richtig-dörren.de Getrocknete Feigen selber machen.
  2. Papmlona Roger JD. Heilkräfte der Nahrung: ein Praxishandbuch. Zürich:Advent-Verlag; 2006.
  3. 1001frucht.de Der Unterschied zwischen geschwefelten und ungeschwefelten Trockenfrüchten.
  4. Deutschsprachige Wikipedia Echte Feige.
  5. Brücher H. Tropische Nutzpflanzen. Ursprung, Evolution und Domestikation. Springer-Verlag: Berlin Heidelberg New York; 1977.

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